Warum Sport & Bewegung so wichtig ist

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Jeder zweite Deutsche ist zu dick, lese ich gerade in der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Aus anderen Quellen erfährt man, dass Bewegung bei den Deutschen generell nicht sehr angesagt ist und in der Tageszeitung „Welt“ gibt es einen längeren, passenden Artikel dazu (ich habe noch andere Quellen gesucht, aber dies war die beste).

Ich möchte das mal zum Anlass nehmen und ein kleines Brainstorming zu Sport, Bewegung und Gesundheit verfassen:

Lange Zeit war der Mensch ein Lauf und Bewegungstier, durch die Notwendigkeit der Jagd und die körperliche Beschwerlichkeit auf dem Feld hatte er kaum Möglichkeiten, zu viel Fett anzusetzen. Ältere Menschen berichten noch heute, dass sie in der Zeit zwischen den Weltkriegen oder auch kurz danach, die Strecke zur Schule zu Fuß gegangen sind, weil es noch keinen Bus gab. Aber diese Strecke würde heute keiner mehr freiwillig laufen, denn das sind über 10 km, einfacher Weg und es geht über anstrengende Berge mit einigen Höhenmetern. Einfache Menschen hatten in dieser Zeit keine Autos, diese waren Mangelware und nur die wirklich Privilegierten konnten sich eins leisten.

Das Auto u. andere Möglichkeiten der motorisierten Bewegung ist wohl der hauptsächliche Grund, warum die Menschen nicht mehr auf ihre eigenen Beine u. Muskeln angewiesen sind. Dazu kommen viele Jobs und Tätigkeiten, die im Sitzen verrichtet werden und die Möglichkeit zur Bewegung gar nicht mehr zulassen. Neben dem Übergewicht verursacht diese ungünstige Prädisposition Haltungsbeschwerden und die weit verbreiteten „Rückenschmerzen“ (einer der meist genannten Beschwerden, mit denen Menschen zum Arzt gehen).

Was aber passiert mit dem Körper, wenn er nicht mehr bewegt wird? Er hat keine Möglichkeit, Fett zu verbrennen. Die Reichhaltigkeit und die Effizienz der zur Verfügung stehenden Nahrung hat immer weiter genommen, dazu kommt noch, dass der Mensch auf Grund seiner Entwicklungsgeschichte ein hoch effizienter Nahrungsverwerter ist, d.h. er kommt mit eigentlich wenig Kalorien recht gut über den Tag!

Essen ist aber mit Lust verbunden, es ist eine Möglichkeit, seine sozialen Kontakte zu pflegen und die Beliebtheit und Anzahl der Kochshows belegt, dass man hier nicht allein mit „Vernunft“ weiterkommen kann. Essen macht Spaß und ist ein Stück Lebenskultur, wieso sollte man sich davon trennen?
Essen kann auch als Suchtmittel missbraucht werden und/ oder um Probleme „weg zu essen“. Auch der umgekehrte Fall ist möglich, dass man sich auf Grund eines Schönheitsideals abmagert und zu wenig isst. Vor allem junge Frauen sind davon betroffen, auch dies ist aber eigentlich ein „Kopfproblem“ bzw. ein Problem des eigenen Rollenbildes u. Selbstverständnisses.

Unser Belohungssystem ist darauf trainiert, für uns „wertvolle“ Speisen zu bevorzugen, d.h. uns schmecken Fett und schnell verdauliche Kohlenhydrate sehr gut, durch die starke Würzung der meisten Speisen und den Appetit- Anreger Alkohol wird meistens mehr gegessen, als man nötig hat. Auch der Fleisch-Konsum ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Fleisch ist eine sehr effiziente Energie-Quelle und es ist in der Geschichte der Menschheit ungewöhnlich, plötzlich soviel Fleisch essen zu können (Früher gab es das fürs einfache Volk kaum und die Kosten für Fleischproduktion waren höher. Man muss aber auch bedenken, dass der übermäßige Fleischhunger aus unseren Tagen einerseits eine hohe Umweltverschmutzung (CO2) erzeugt, die Nahrungsressourcen knapp werden lässt und letztendlich viel Leid für die Tiere bringt  ).

Das Problem des Übergewichts schlägt mit seinen bekannten Auswirkungen wie Herz- Kreislaufprobleme, angefressener Diabetes , Degeneration im Knochenapparat, usw. letztendlich auf die Gesundheitskosten/ das Gesundheitswesen und es verringert die Lebenserwartung- und Qualität eines jeden Einzelnen. Die große Zahl der Deutschen, die darunter leiden, verrät eindeutig, dass dies nicht ein reines Unterschichten-Problem ist, wie gerne behauptet wird.

Sport-Fetischisten und Ernährungs-Apostel haben eine einfache Lösung auf der Hand: Mehr Bewegung, gesünder ernähren! Aber obwohl diese Weisheiten schon seit gefühlten fünfzig Jahren durch unser Land und die westliche Kultur geistern, scheint sich an den Ursachen nicht soviel zu ändern. Die Leute essen weiterhin zu viel, Autos und die tägliche Bequemlichkeit siegen über die Vernunft, es ist ein ureigenes, menschliches Problem und die Ursachen sind in der Psyche zu suchen.

Um unbequeme Änderungen einzuführen, müssen wir uns selbst ändern. Zunächst brauchen wir Motivation und Einsicht. Die baut sich auf, indem wir immer weiter darüber nachdenken und uns z.B. die Schädlichkeit von Übergewicht vor Augen führen- aber nicht für die Gesellschaft oder das Gesundheitssystem (eher eine sekundäre Motivation), sondern ganz persönlich für uns selbst!

Und wir müssen lernen, wieder Spaß an der Bewegung zu haben und sie nicht allein als „Strafe“ für unsere eigene Lust am Essen zu sehen. Wir müssen an beidem Spaß haben: Am Essen, aber auch an der Bewegung!

Was gibt es Schöneres, als nach einem anstrengenden Tag vor dem Computer, mal endlich nach draußen zu gehen, sich die Jacke überzustreifen und eine Runde joggen zu gehen? Was gibt es schöneres, als einen morgendlichen Spaziergang in der Sonne? Wie schön ein Ausflug mit dem Fahrrad sein kann, wie viel man sieht, wie anders die Welt durch die Augen des Radfahrers erscheint!

Als das kann man aber nicht allein mit dem Verstand begreifen, man muss es einfach wagen, selbst machen und dann am eigenen Leib spüren. Genauso wie wir die eigene Krankheit und das Unwohlsein eines zu dicken o. degenerierten Körpers an uns spüren, so können wir auch die positiven Veränderung in eine gesündere Richtung spüren. Sport und Bewegung machen Spaß, die Sonne ist gut für unsere Seele und letztendlich wird sich auch unsere Fitness und unser Selbstbewusstsein dadurch aufbauen. (( und hier ist noch ein interessanter Link, der den Zusammenhang zwischen Selbstvertrauen und Sport näher erklärt ))

Dieses positive Gefühl kann uns den Weg leiten.

2 Gedanken zu „Warum Sport & Bewegung so wichtig ist“

  1. Gut das ich Deinen Beitrag gerade gelesen habe. Ich war schon fast so weit und hätte meine heutige Stunde Sport aus Gründen der Bequemlichkeit ausfallen lassen. Also ich bin dann mal auf meinem Heimtrainer.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend.
    GLG Michaela

  2. Haha, Michaela, das freut mich! Aber ich glaube wirklich, dass du öfters als ich Sport machst, zumindest lese ich das ziemlich oft bei dir. 😉

    Ich habe im letzten Winter ordentlich zugenommen, was mich sehr gestört hat- und mein BMI kratzt inzwischen leicht an der 25, womit ich fast mit einem Bein in der „bösen Statistik“ stehe. Also habe ich mir im Frühjahr ein Fahrrad gekauft und stecke jetzt alle an mit meinerm Feuereifer! 😉

    Hoffentlich bringt es was, und wenn es nur ein paar Gramm sind. Wünsche dir auch einen schönen Tag und

    lg, Julia

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