Vorzeitig ablaufendes Haltbarkeitsdatum

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Portrait von Guttenberg (Zeichnung)

„SOS- Dr. Guttenberg unter Druck“ heftig funkt der mediale Buschfunk aus allen Rohren, man kann es kaum übersehen, kaum überhören. Der (einstige?) Vorzeigeminister mit dem eintätowierten Dauerlächeln und der doppelt haltbaren Glaubwürdigkeits-Piercing galt stets als der Überflieger der Politik. Mit Überschall-Geschwindigkeit trieb er die Reformen der Bundeswehr voran und mit einem weiteren Dauerlächeln und einer aalglatten James-Bond Frisur gleich in die Herzen der einfachen Bürger. So vertrauenserweckend, so jung und anders. Ganz bestimmt: Wenn nicht er, wer sonst vertritt den sympathischen Politiker der Zukunft? Der für die Menschen spricht? Der ihre Belange ernst nimmt? Der das ungeliebte „Die da oben“- Image der herrschenden Klasse endlich mal revidieren kann?

Doch schon bald wurde es dunkel am Horizont der schnellen Entschlüsse. Schwere Wolken zogen über das Meer und dazu kamen Nebelbänke aus falschen Anschuldigungen und unfairen, verbalen Unter-die-Gürtel-Schlägen. Hinterhältige Piratenangriffe auf das Leuchtfeuer der deutschen Marine, die Gorch Fock zum Beispiel. Da hatten die Kritiker-Haie schon ihr erstes Blut geschmeckt. Es muss doch eine Lücke im Vorzeige-Staubsauger-Vertreter-Image zu finden sein. Garantiert! Wieviele amerikanische Filme über Verschwörungstheorien müssen wir gesehen haben, um das nicht zu erkennen?

Aber noch halten sich die Bluthunde der verbalen, oppositionellen Über-Moral zurück! So einfach ist ein Häuptling nämlich nicht zu kippen. Und wehe, wenn einer den Schmutzkübel auskippt, wenn noch nichts bewiesen ist. Da bleibt der Schmutz gerne mal kleben. Hier und da und überall und so schwer zu entfernen. Wer will sich schon Neid oder Argwohn vorwerfen lassen? Das sind doch weiche Faktoren, schwer zu beweisen und spielen daher auch keine Rolle. Eigentlich.

Und überhaupt, das geht doch alles viel zu einfach, viel zu schnell. Abgekupfert? Für die Doktor-Arbeit? Also nein!

Die Internet-Generation schlägt zurück und den Vorzeige-Streber aus dem Fernsehen mit seinem eigenen Waffen. Mit Copy und Paste werden weitere, abgekupferte Stellen gesucht und anscheinend auch zahlreich gefunden.

Tja, so ist das in der modernen Politik-Welt. Nichts und niemand ist mehr originär. Abschreiben ist ja auch viel einfacher, als neu machen. Und bei 450 475 Seiten kann man schonmal in Versuchung geraten. Schließlich muss es schnell gehen! Schnell nach oben! Möglichst jung müssen die modernen Führungskräfte sein. Alter und Erfahrung zählen nicht mehr. Das gefragte Produkt der Konsumentenwelt ist neu, jung und unverbraucht. Hält aber insgesamt auch nicht mehr so lang. Das liegt an der eingebauten „Obsoleszenz“- dem Faktor, der von der Industrie eingebaut wird, um die Haltbarkeit eines Produktes herabzusetzen, um den Neuverbrauch, und somit den Umsatz des Unternehmens zu steigern…

Guttenberg- der planmäßige Kurzzeit-Minister mit eingebauter Obsoleszenz?

Also ich glaube, der Vergleich geht dann doch zu weit. Das mit der Obsoleszenz ist auch gar nicht von mir, das habe ich neulich irgendwo gelesen und das klang so gut.. und ach, jetzt ist die Zeit auch schon wieder rum.

Ich bin dann mal weg. Brötchen holen oder so.

Tschüssi! (( Hiermit versichere ich: Der Text ist auf meinem eigenen Mist gewachsen und er enthält eine Menge inhaltliche, wie auch grammatikalische Fehler, die auch so gedacht sind. Das in diesem Artikel dargestellte Bild wurde unter Zuhilfenahme von Google-Bildern mit bestem Wissen und Gewissen abgezeichnet und beruht auf meiner eigenen Leistung. Ähnlichkeiten mit bestehenden Cartoon-Bildern sind rein zufällig ))

4 Gedanken zu „Vorzeitig ablaufendes Haltbarkeitsdatum“

  1. Mittlerweile scheint ja sehr wohl bewiesen zu sein, dass Gutenberg ein kleiner Dieb ist, vergleichbar mir den 13 jährigen Mädchen die im Internet Lieder für lau herunterladen und dann ruinöse Beträge dafür zahlen müssen.
    Das Blöde ist nur, dass Gutenberg nichts wird zahlen müssen. Der fliegt einfach nur verdient aus seinem Amt und bekommt verdient den Titel aberkannt und irgendwo im Dunkeln lacht sich der Ghostwriter seiner Arbeit ins Fäustchen – verdient.

  2. @Michael: wahrscheinlich ist es genau das, was die Menschen im Moment so aufregt. Diese offensichtliche Schamlosigkeit, das ist schon ziemlich einmalig in der Geschichte der Minister.

    Ich hoffe nur, dass sich die Beweise und die Gerechtigkeit diesmal durchsetzen und das Ganze nicht wieder in Grund und Boden bagatellisiert wird.

    viele Grüße
    Julia

  3. Bin noch nicht so sicher, dass er fertig ist. Zu sehr sieht diese ganze Zitatklauberei nach dem Werk von Neidern aus. Tatsaechlich ist es ja fuer die Ausuebung seines Berufes unerheblich, ob er einen Doktor fuehrt oder nicht. Klingt ein bisschen besser, aber um Minister zu sein braucht man noch nicht mal Abitur. Wissenschaftlich bedenklich ist es zweifellos, aber in der oeffentlichen Meinung spielt es nach wie vor keine all zu grosse Rolle. Ein Faupax, ein kurzer Fehltritt wird die Mehrheit des Wahlvolkes sagen. Und diese Meinungen der Mehrheit entscheiden in einer Demokratie, wer Minister ist. Ich wuerde mich daher nicht wundern, wenn er sich trotz aller Vorwuerfe haelt.

    Doch die gestrige Farce um die Presseerklaerung laesst ahnen, dass sich da einer in die Enge getrieben wird. Nun ist die Frage, ob er dadurch Fehler begeht, die von der Oeffentlichkeit staerker geahndet werden. Es bleibt spannend. Bleiben Sie dran. Schalten Sie nicht um.

  4. @Stephan: So wie es aussieht, ist die Masse der Bevölkerung zu unkritisch und liebt die „starken Männer“, die dann von der Zeitschrift mit den großen Buchstaben noch zusätzlich protegiert werden… dagegen kann auch die beste Satire nichts ausrichten. Guttenberg bleibt und mit ihr Merkel.

    Haben wir wirklich etwas anderes erwartet, auf etwas anderes gehofft? (ja..)

    mfg, Julia

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