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Tage der Gefühle

Ein paar Gedanken zum Sonntag, geschrieben zu Red Hot Chili Peppers

Es gibt sie, die Tage der Gefühle. Alles kocht hoch, alles ist spürbar.

Die Freude über den Frühling, neben der Traurigkeit über die eigene Vergänglichkeit.

Alles geht vorbei, alles ist schwer. Das schöne Leben, das wir einst kannten. Für immer vorbei.

Es sind so Tage, an denen Du den Kloß im eigenen Hals nicht los wirst. Und das Glas immer wieder nachschenken möchtest.

Und dann, auf einmal, bist Du jemand völlig anderes!
Hat sich Dein Leben gedreht. Für immer.

Andere verstehen es nicht. Erhoffe es nicht. Andere gehen nicht mit. Warte nicht darauf. Geh Dein Leben, so wie du nur weißt, wohin es gehen kann.

Geh Dein Leben, von Anfang bis zum Ende.

Was liegt hinter dem Winter? Hinter dem Eis? Hinter dem Stillstand?

Wo sind die Blüten? Wo ist das Neue?
Spürst Du es schon unter der Eisfläche Deines Herzens?

Schreib, als ob es kein Morgen gäbe.
Fotografiere wo immer Du möchtest, was immer Du möchtest!

Alles verspielt

Alles ist verspielt, alles ist hinüber.
Dein Leben, so wie es einst war, jetzt löst es sich auf.

Ein ruhmloser Abgang, keine besonderen Ehren waren zu erwarten.

Du bist einfach verschwunden, und nie wieder gekommen!
Unendliche Herzen hast Du gebrochen und Vorstellungen von Dir für immer beendet.

Dein altes Leben wollte nicht weiterleben.
Aber unter der Decke wartete bereits ein Neues!

Unsicher, wie immer, wagst Du den ersten Schritt.
Trägt mich diese neue Erde?

Werde ich versinken? Oder werden mir Flügel wachsen?

Was mache ich mit diesem Salat aus Gefühlen und Eindrücken?

Wer hilft mir, aus diesen Eindrücken etwas Stabiles und Schönes zu formen?

 

Und plötzlich

Und dann plötzlich geht es so leicht!
Und dann plötzlich wird es warm! Und schön!

Es war diese Zeit, als Du wieder in mein Herzen kamst.
Als mir so klar wurde, dass ich Dich vermisse.
Und so dringend brauche.

Es war die Zeit, als mein Leben an mir vorbei rauschte.
Als mir klar wurde, dass alles nur ein kurzer Wimpernschlag werden würde.

Die Haare wurden schon grau. Meine „Errungenschaften“ waren nur noch diese kleinen, unbedeuteten Buchstaben auf dem Computer. Mehr nicht.

Das war alles, was ich dieser Welt hinterlassen würde!

2021

Es war die Zeit, als es keine Partys mehr gab. Kein Lachen.
Als wir nichts mehr verdienten. Und uns nicht mehr umarmen konnten.

Es war die Zeit, als ein neuer Wolf in ihm geboren wurde.

Und er unendlich stark und selbstbewusst wurde.

 

Ich kann nicht kämpfen, aber ich würde dieses Virus so gerne ausweinen.
Es wird lange dauern und es gibt viel zu weinen.
Dieses Virus ist unsere eigene Maßlosigkeit. Unser Hang, uns zu vermehren.

Und keine Rücksicht auf die Erde zu nehmen.

Das Virus sagt, so geht es nicht. Und schickt uns ins eigene Selbst zurück.

Wir dürfen erst wieder kommen, wenn wir geheilt sind.