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Heiße Kurven, die nicht jede(r) scharf findet

Die Mädchenmannschaft hat mal wieder eine sexistische Werbung rausgepickt: Eine halbnackte Frau auf einem Motorrad, mit sehr eng anliegender Kleidung, die ihren Hintern in die Kamera zeigt und dabei den Kunden „heiße Chips“ verspricht.

Wieder einmal eine Werbung, die sich einzig und allein einer männlichen Zielgruppe präsentiert. Denn die weiblichen Kommentare sind in der anschließenden Diskussion- wen wundert´s- nicht sehr positiv gestimmt.

Auffällig ist aber, dass es sehr viele männliche Stimmen gibt, die diesen Spot / dieses Plakat gut finden.

Da haben wir das Problem: Eine gute Werbung sollte möglichst cool sein, aber die weibliche und die männliche Perspektive treffen. Dann müsste sie -zwangsläufig- auf eine sexuelle Orientierung zielende Bildsprache verzichten.

Oder man erschafft bewusst Marken, die nur für Männer gedacht sind und Marken, die sich nur an Frauen richten. Es gibt ja auch rosa Spielzeugpferdchen nur für Mädchen und für kleine Jungs die hellblaue Werkzeugbank.. Und für große Mädchen die Make-Up Werbung und für große Jungs die PS-starken Fahrzeugbolliden. Und für angepasste Hausfrauen die Fertiggerichte und Putzmittel-Werbung und für den Mann die eingängige Baumarkt-Melodie.

Denn wir- die Kunden- sind ja so. Wir verhalten uns stereotyp und angepasst, ergo spricht uns auch die Werbung an. Die Werbung verstärkt unsere Träume und Verhaltensweisen, überzieht sie bisweilen ins Groteske und führt zur Aufregung. Wir werden auf sie aufmerksam- und damit funktioniert sie.