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Planet der Affen – Rezension

Planet der Affen“ von 1968 , noch so eine Wissenslücke in meiner Filmografie, die ich gestern abend schließen konnte. Während sich Öffentliche u. Private mit Shows und Wiederholungen übertrafen, konnte man sehr spät (0 Uhr) auf einem Privatsender diesen Klassiker der Filmgeschichte bewundern.

Trotz der späten Stunden riss der Film einen gleich in seinen Bann und machte es schwer, abzuschalten.

Inhalt

(Spoiler: am besten nur lesen, wenn man den Film schon kennt)

Vier Astronauten versuchen einen Zeit- und Distanzsprung von der Erde der nahen Zukunft aus. Dieser Sprung funktioniert, doch eine weibliche Astronautin überlebt die Zeitverschiebung nicht, die anderen drei landen mit dem Raumschiff in einem großen See und drohen zu versinken. Nur mit letzter Kraft schaffen sie es ans Ufer und erkunden den fremden, wüstenähnlichen Planeten. Schon nach kurzer Zeit stellen sie fest, dass die Vegetation wieder zunimmt und entdecken einen Stamm „primitiver“ eingeborener Menschen. Diese verhalten sich eher wie Tiere, können nicht reden und pflücken Früchte von den Bäumen, um sich zu ernähren. Viel Zeit für eine Kontaktaufnahme bleibt nicht, denn kurz darauf erscheinen Affenmenschen, die reden und auf Pferden reiten können und eine brutale Hetzjagd auf die Menschen veranstalten. Dabei wird ein Astronaut getötet und die anderen beiden gefangen genommen.

Im Laufe des Filmes zentriert sich die Perspektive auf einen einzigen Astronauten, den die ansässige Wissenschaft für etwas besonderes hält, weil er Mundbewegungen macht, auf Zettel schreiben kann und sich auch sonst sonderbar verhält. Man hat ihn in einen Käfig eingesperrt, reden kann er wegen einer Kehlkopfverletzung durch eine Kugel noch nicht.

Der Affenstaat ist eine theologische, beinahe fundamentalistisch geprägte Kultur und ihre Anführer versuchen mit aller Macht, die wissenschaftliche Sensation in ihrem Käfig schlecht zu reden oder zu vertuschen. Denn eigentlich ist man der Meinung, dass die Menschen Tiere seien, brutal und gefährlich und schnellstmöglichst ausgerottet werden müssen. Sie haben schon gar keine Intelligenz, können nicht reden und müssen daher von den Affenmenschen unterjocht werden.

Letztendlich beschließt man nach einem sehr ungerecht ablaufenden Tribunal, dass dieser Mensch für weitere Gehirn-Versuche herhalten muss und kastriert werden soll (damit sich die Menschenrasse nicht weiter unkontrolliert vermehrt). Zwischenzeitlich erfährt man, dass der andere überlebende Astronaut bereits am Gehirn operiert wurde und sich nun genauso dumm wie die anderen Menschen verhält. Dies reicht dem Gericht als Beweis für die Unfähigkeit der Menschen aus. Das dieser Beweis augenscheinlich manipuliert wurde, interessiert niemanden.

Die beiden Wissenschaftler schlagen sich nun immer stärker auf die Seite des Menschen und versuchen zusammen zu fliehen, da sie mittlerweile auch der Ketzerei angeklagt sind. Vor einer Höhle mit Ausgrabungen einer menschlichen Kultur (unserer Jetzt-Zeit) kommt es zum Showdown: Die Verfolger stellen die Geflohenen, es kommt zu einem Schusswechsel. Man möchte die Verfolger überzeugen, dass sie unrecht haben und die Beweise präsentieren.

Nach einer gemeinsamen Besichtigung der Höhle, die zuerst friedlich verläuft, spitzt sich die Situation wieder zu.

Da sich die Verfolger unerbittlich und uneinsichtig zeigen, wird der Richter gefangen genommen und als Pfand kann der Astronaut auf einem Pferd entkommen, seine Begleiter werden daraufhin festgenommen. Der oberste Richter und Kleriker bricht sein Wort und befiehlt, alle Beweise in der Höhle mit Dynamit zu vernichten.

Nach ein paar Minuten kommt der Astronaut in die „verbotene Zonne“ und stellt fest, dass hier die Überreste seiner eigenen Zivilisation zu finden sind, weil er auf die Reste der Freiheitsstatue stößt. Ihm dämmert, dass sie nicht im Raum, sondern nur in der Zeit gereist und somit auf dem gleichen Planeten geblieben sind.

Mit einem entsetzten Schrei und dem wiederholten Rufen von „ich verfluche euch“ endet der Film. (( Anmerkung: Auch wenn es nicht explizit hervorgeht, dieser Ausruf gilt wahrscheinlich seiner eigenen Zivilisation. ))

Deutung & Bewertung

Planet der Affen ist für die damalige Zeit ein technisch hervorragender umgesetzter Science-Fiction Film, der sich hinter Größen seiner Zeit nicht zu verstecken braucht. Vor allem die Masken der Affenmenschen und die Ausstattung der Szenerie kann überzeugen.

Durch die Romanvorlage ist er allerdings kritischer als viele action- und massenpublikum-taugliche Streifen des damaligen (und heutigen) Kinos. In seiner Aufmachung erinnert er an alte amerikanische Western (reiten, die Dörfer, die Eingeborenen- Indianer, die Umgebung, die Stufe der Kultur, usw.), die Zukunftselemente kommen nur am Anfang vor. Die Zeitreise in die Zukunft ist mehr eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Vor dem Hintergrund des kalten Krieges ist die Kritik an der eigenen Auslöschung der menschlichen Kultur nicht zu übersehen. Auf eine paradoxe Weise werden hier die Rollen zwischen dem übermächtigen Menschen und den „niederen“ Affen vertauscht. Dies ist zudem ein ganz eindeutiger Seitenhieb auf die Ideologie der mittelalterlichen Kirche, die ja die Evolutionstheorie auch lange geleugnet hat und den Menschen als etwas besonderes, jenseits aller anderen Tierarten herausheben wollte.

Die Sturheit der Menschen (bzw. Affen) ist das tragende Stilelement, ihr fundamentalistischer Glaube an eine einzige Wahrheit, die Vermischung von Wissenschaft mit Gesetzgebung und Religion, wie es sie ja früher tatsächlich gegeben hat.

Ganz egal wie vernünftig der Astronaut seine Situation zu erklären versucht, er wird einfach nicht gehört, man will es nicht wahrhaben.

Dadurch wird eine Atmosphäre des Paradoxie und der Angst beschworen, die der Film sehr gut einzufangen weiß und die sich eins zu eins auf den Zuschauer überträgt.

Fazit

Planet der Affen ist ein Zeitzeugnis der damaligen Befindlichkeit und ein sehr guter, gesellschaftskritischer, aber dennoch spannender Film.

Er verdient zurecht den Status „Kultfilm“.

Was mir jetzt noch in der Sammlung fehlt, sind die anderen beiden Teile und vor allem die Romanvorlage, die noch um einiges besser und satirischer als die Filme sein soll.




Kritik und Gesellschaft

Am Anfang des Jahres und auch zwischendurch habe ich immer mal wieder überlegt, welche neue Hauptrichtung mein Blog braucht und wo es sich lohnt, weiterzumachen und weiterzuschreiben. Das ist das Schöne am Bloggen, dieses dynamische Entstehen und dass man zwischendurch immer mal wieder den Kurs wechseln kann und sich neu festlegt.

Also ich weiß, dass ich zwei Dinge eher wenig machen will und kann: Privates Bloggen und kommerzielles Schreiben.

Beides sind für mich Extreme: Das Private kreist nur um sich selbst und ist zu sehr selbstbezogen und belanglos. Außerdem brauche ich keine 20 Kommentierer, die mir Honig um den nicht vorhandenen Bart schmieren und mir als Königin huldigen. Ähnlich mit den kommerziellen Interessen, die man am besten anderweitig auslebt und oder ein rein kommerzielles Blog betreibt.

Nein, ich glaube die Stärke des Blogs an sich liegen darin, die Gesellschaft zu analysieren und kritisch zu kommentieren. Es geht dabei um Meinungsfreiheit, um intellektuelle Teilhabe und auch um Diskussion. Mir persönlich geht es darum, ein Bild von der Wirklichkeit zu zeichnen, so wie ich sie sehe. Bloggen und Schreiben ist für mich ein künstlerischer und psychologischer Schaffensprozess, der nicht immer die Wirklichkeit treffen muss, so wie andere sie sehen. Bloggen ist subjektiv, emotional und das ist das Schöne daran.

In der letzten Zeit habe ich da Gesellschaftskritische ein wenig ausgebaut. Motiviert und angeregt von anderen sartirischen Texten und kritischen Nachrichtenseiten oder Blogs möchte auch ich meinen Senf abgeben. Das Ganze hat Vor- und Nachteile.

Der Vorteil ist z.B. dass man sich etwas von der Seele schreibt und auf augenscheinliche Misstände aufmerksam macht. Im Idealfall greifen verantwortliche Menschen diese Meinung auf und ändern ihr Verhalten.

Menschen, die noch unentschlossen in ihren Wahlentscheidungen sind, werden vielleicht auf Grund von kritischen Texten ihre Meinung ändern oder das eine oder andere Wahlprogramm ihrer Partei nochmal überdenken. Da die Bundestagswahl vor der Tür steht, ist es sinnvoll, dem Blog einen politischen Anstrich zu geben.

Es gibt aber auch einiges an Nachteilen: Jeder Mensch, der kritisiert, wird auch gleichzeitig zum Opfer von Kritik. Jeder, der „das Maul aufreißt“ muss damit rechnen, auf Gegenwehr zu stoßen und die Ressentiments eben jener Gruppen zu ernten, die er vielleicht angegriffen hat. Es ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.

Auf der einen Seite heißt es, man soll helfen und sich um die Gesellschaft kümmern (christliche, buddhistische Werte)- aber sobald man hilft und Misstände anspricht, stößt man auf Gegenwehr. Darin liegt der Kern des Helfens, sich über die Schwierigkeiten hinweg zu setzen und dennoch auf das „richtige Ziel“ hinzuarbeiten. Was aber ist richtig.. bei sovielen möglichen Meinungen? Dies herauszufinden- ohne stur nur eine Meinung gelten zu lassen- ist einer der wichtigsten Ziele beim Bloggen und Denken.

Der andere Punkt ist das „Handeln“. Bloggen ist eben „nur“ Schreiben und Denken. Es ist nur „das Maul aufreißen“, es bewirkt aber an sich keine Veränderung. Das Bloggen ohne die anschließenden Taten wäre wie Essen ohne Nährstoffe: Es macht nicht satt, man will immer mehr. (und wird dabei vielleicht immer unglücklicher)

Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt sinnvoll ist, die eigenen Gedanken an die Öffentlichkeit zu tragen und ob man das bewirkt, was man möchte. Letztendlich sind wir heutzutage von unzähligen Informationsströmen eingebunden, warum sollte nur ein einziger Mensch darauf hören, was man selbst zu sagen hat?

Wenn ich aber entsprechende Fernsehsendungen sehe, die mir nicht passen, wenn ich mal wieder einen rechtsgerichteten oder frauenfeindlichen Kommentar in einer Tageszeitung oder Leserbrief lese, dann ärgert mich das schon. Ich finde, jede Gruppierung, jede Meinung und jede noch so kleine „Randgruppe“ hat das Recht und die Pflicht, sich zu äußern. Nicht zuviel Meinung ist unser gesellschaftliches Hauptproblem, sondern zu wenig.

Die Medien werden immer noch von großen mächtigen Verlagshäusern und Einzelpersonen dominiert, wohin das führen kann, sieht man am Beispiel Berlusconi (aber auch hier in Deutschland gibt´s ein paar dominante Vertreter, z.B. die Blöd-Zeitung und Konsorten).

Wer sich nicht zu Wort meldet und die Möglichkeiten der Blogs nutzt, muss langfristig die Informationen essen, die ihm dann andere vorsetzen. Und das muss ja (ungefragt) nicht sein.

Dennoch merke ich manchmal, wie anstrengend und aufreibend es sein kann, immer die „Böse“ zu spielen, die mit viel Kritik und eilig herbei gegoogelten Sachverstand die Missstände analysiert. Es ist immer dann anstrengend, wenn keiner mitmacht und man nur ignoriert wird. Anstatt der guten Sache nachzufolgen und sich dem Kampf gegen das Schlechte anzuschließen, hat man in Deutschland immer dieses „Tausend Fäden“-Phänomen. Die Leute werden von tausend Fäden unsichtbar in soviele Richtungen gelenkt, dass nie eine einzige Hauptrichtung daraus ensteht.

Warum haben wir heutzutage keinen revolutionären Geist wie in den 60er oder 70er Jahren? Warum sind Studenten heutzutage so unpolitisch? Warum findet man in Twitter soviel Belanglosigkeiten und so wenig Politisches?

Die modernen Kommunikationsmittel mit ihrer ständigen Erreichbarkeit und der freien Auswahl aller erdenklichen Informationen sind Fluch und Segen zugleich.

Das Schwierigste dabei ist, die eigene Meinung, das kritische Denken und den Willen zur Veränderung aufrecht zu erhalten und sich selbst ein verlässlicher Kompass im Dschungel der Möglichkeiten zu sein.

Die Blogs sind eine gute Methode, sich darin zu üben.