Schlechtes Werbedeutsch in Emails

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Was ist an dieser Werbenachricht nicht gut gelöst?

„Ficken bis der Arzt kommt in Hamburg“

Okay, sie ist der Betreff einer Email, das heißt aber nicht, dass man hier kein gutes Werbedeutsch braucht. Frau Prof. Dr. Dr. J.A. B. aus Ober-K. wird ihnen heute also erklären, was daran falsch ist!

Zuerst einmal das Positive, es ist alles enthalten, worum es geht „Ficken“, „Arzt“ und „Hamburg“. Hier geht es also wahrscheinlich um eine Ärztedatenbank für Urologen oder äh.. vielleicht auch Kontaktanzeigen.

Aber das Deutsch, Kinder, das Deutsch. Wo sind die Satzzeichen? Wenigstens ein „!“ am Ende wäre doch gut gewesen. Es muss doch lauten : „So lange ficken [komma] bis der Arzt kommt [punkt] Nur in Hamburg [punkt] / [ausrufezeichen]“

Oder mit diesem Neu-Vorschlag: „Ficken? Gnadenlos, solange bis der Arzt kommt. Nur in Hamburg!“

Das klingt auch etwas schmissiger und wird die Kunden vielleicht eher überzeugen!

Die Frage ist aber, warum nur in Hamburg, geht es nicht auch in anderen Städten? Sind solche profanen Genüsse nicht auch den Menschen in Berlin oder Mannheim erlaubt? Vielleicht gar eine kleine Städte-Diskriminierung von Medienleuten, die ja gerne mal in Hamburg residieren? Naaa ??

Also, liebe Email-Autoren, bitte ein wenig mehr nachdenken, dann les ich euch vielleicht auch. Aber die Gefahr, dass „Ficken“ in den Spamfilter gerät und dort gnadenlos aussortiert wird, die ist nunmal sehr hoch.

Und das wollen wir doch nicht. Denn wie wollen wir uns sonst fortpflanzen?

Ein Gedanke zu „Schlechtes Werbedeutsch in Emails“

  1. Der grosse Vorteil von Mailsprech ist, dass Mailsprech-Saetze nicht nur einen Sinn haben, sondern verschieden interpretiert werden koennen, um es mal positiv auszudruecken. Waren wir bislang durch Interpunktion und Gramatik auf eindeutige, ein-sinnige Saetze beschraenkt, so oeffnet sich durch MAilsprech ein ganz neues Universum. Rief ich frueher „Ich will nach Hamburg“, so maile ich heute „Ich Hamburg“, und alle wissen was ich meine, meinen koennte oder nicht gemeint habe. „Ich bin Hamburg“ habe ich zwar nicht gemeint, koennte ich aber gemeint haben. „Wir sind“ ja schliesslich „Papst“, warum sollen wir dann auch nicht „Hamburg“ sein oder „Ficken“ oder wer auch immer. Und was dieser Herr Ficken beim Arzt in Hamburg will, das ist mir zwar gleichgueltig, aber wenn ich diese Nachricht an eine Millionen E-Mail-Empfaenger schicke, gibt es vielleicht ein oder zwei Empfaenger, die sich fuer das Schiksal des Herrn Ficken interessieren koennten und ihm dann die Penispumpe oder das Viagra abkaufen, dass ein Nigerianischer Diplomatensohn ihm aufgeschwatzt hat. Aber ich drifte ab…

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