Partnerschaft & Sex – Teil 1

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Drogen, Spiritualität, Sexualität

Eigentlich wollte ich heute mit der Serie „Partnerschaft & Sex“ anfangen, passend zum schönen Frühlingswetter und den aufkommenden Hormonveränderungen (…) hätte das gepasst. Auf der anderen Seite beschäftigt sich mein Gehirn ständig mit abstrakten Dingen und kurz nach dem Aufwachen hatte ich die Idee für dieses abstrakte Bild:

Abstrakte dargestelltes Dreieck aus Drogen, Spiritualität und Sexualität
Abstrakte dargestelltes Dreieck aus Drogen, Spiritualität und Sexualität

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So dass der Auftakt eine abstrakte Einleitung in die Thematik ist und die Suche nach dem „Warum?“.

Grundsätzlich sind Bilder eine interessante Form des Gedächtnisses, bestimmte Dinge besser zu visualisieren und auf den Punkt zu bringen und ich habe heute morgen darüber nachgedacht, wie diese drei Oberbegriffe zueinander in Bezug stehen.

Zuerst fällt mir auf, dass es sehr allgemeine Wörter sind, hinter denen sich viel verbergen kann. Außerdem sind das die „Haupttriebfedern“ für den Menschen und wahrscheinlich eine Sache, um die jeder mehr oder weniger kreisen muss.

Die Sexualität sehe ich dabei als die eigentliche Triebkraft, unser biologisches Erbe, dass z.B. nach Sigmund Freud ein Trieb darstellt, der sich in verschiedene Ebenen „kanalisieren“ kann.

Die dunkle („schlechte“) Seite steht hier für den Mond auf der linken Seite, die Gute („Glauben, Spiritualität“) steht mit der hellen Sonnenseite rechts.

Die Tatsache, dass alles miteinander in Verbindung steht und ein flexibiles Konstrukt ist, dass sich jederzeit ändern und bewegen kann, habe ich mit den blauen Strichen (ohne Pfeil) angedeutet.

Die Erkenntnis, die ich daraus ziehe ist z.B. die, dass die Sexualität grundsätzlich in jedem Menschen ist. Sie ist die Ursache, dass wir uns Befriedigungen oder Sublimierungen suchen. Manchmal auch unbewusst, auf jeden Fall tief in uns drin (daher in dem Bild unten..).

Der Glauben wiederum ist eine starke Form des „Über-Ichs“ und begrenzt unsere Leidenschaften durch Gedanken, Moral, Zweifel, Abwarten, usw.

Die Droge ist eine mehr materielle, reelle Form, das unbefriedigte Sexual-Bedürfnis doch noch irgendwie auszuleben. Indem man sich z.B. einen Rausch gönnt und mal richtig „austickt“ und die Endorphine vibrieren lässt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit der Sexualität fertig zu werden, entweder ich gehe den linken, den rechten Pfad oder eine (ausgewogene) Mischung aus beidem. Wenn ich nichts übertriebe, bleibe ich immer in der ausgeglichenen Mitte und habe keine „Vektoren“ keine Bewegung und kein Streben, dann bin ich frei.

Wenn ich also zu wenig „Sexualität“ habe, neige ich entweder zur Sublimierung auf der rechten Seite oder ich gebe mich den Drogen auf der linken Seite hin. „Drogen“ kann hier sehr viel sein, nicht nur harte Drogen, sondern auch Zigaretten, Kaffee, Alkohol, Arbeit, Computerspiele, letztendlich auch Musik und alle materiellen Dinge, mit denen ich mich „befriedige“.


Niemand kann heutzutage seine Sexualität immer und überall ausleben, wir sind eigentlich durch die Begrenzung und Beschaffenheit unserer Kultur gezwungen, diese zu unterdrücken und gerade durch diese Unterdrückung entstehen eben auch die Vielzahl der Neurosen und modernen Zivilisationskrankheiten.

Essen ist z.B. auch eine Droge und eine Ersatzbefriedigung für die Sexualität.

Indem man sich fragt, was die Sexualität eigentlich für das eigene Leben bedeutet, kann man sich unter Umständen aus bestimmten Ungleichgewichten befreien, die sich im Laufe des Lebens gerne mal einschleifen.

Der buddhistische Standpunkt
Buddhistisch gesprochen entstehen aus den Leidenschaften, (der Gier) viele Übel. Man kann sich entweder in den Leidenschaften verstricken, indem man zur dunklen Seite tendiert… oder man versucht durch Arbeit, Geduld und Ausdauer den rechten Weg (der Sonne) einzuschlagen und sich von den Giften zu reinigen.

Kurioserweise ist es aber nicht die Askese allein, die einen befreit, sondern – meiner Meinung nach- eine Mischung aus verschiedenen Ansätzen.

Wer kennt nicht die guten Vorsätze, um z.B. „Abnehmen zu wollen“, sich strikt alles zu versagen, nur um dann nach drei Wochen wieder in den alten Trott zu fallen und einem Jojo-Effekt ausgeliefert zu sein?

Beim „mit dem Rauchen aufhören“ ist es ähnlich.

Es geht also nicht darum, sich etwas völlig zu versagen- sondern im Gegenteil-, die richtigen Lehren aus der Sexualität zu ziehen und sie so zu nutzen, dass sie das Leben bereichert und vielleicht auch einen sinnvollen, spirituellen Aspekt bekommt.

Letztendlich ist Sexualität nicht viel mehr als eine starke Kraft, die man zum Nachteil oder zum Vorteil nutzen kann.

Die verkrampfte Sexual-Moral der Öffentlichkeit

Die Tatsache, dass die Sexualität sehr wichtig ist, ist einleuchtend. Warum sie aber trotz ihrer Wichtigkeit in der Öffentlichkeit so selten und so undurchsichtig geäußert wird, wiederum frageaufwerfend und diskussionsfähig.

Wenn ich z.B. an Sex in Filmen denke, muss ich unweigerlich an Pornofilme und überzogene Darstellungen denken. Richtig gute, sanfte und tiefgehende Erotik mit Sinn ist hingegen selten. Und auch die klassischen „Schnulzen“ basieren oft recht einseitig auf dem christlich-abendländischen Ideal der heterosexuellen und ewigen Liebe zwischen Mann und Frau.

Viel Raum für Grautöne gibt es nicht. Homosexualität ist noch ein absolutes Nischenthema und in der Öffentlichkeit oft nur in Form von schrillen Paradiesvögeln vertreten. Dementsprechend viel wird dann auch „über die Schwulen“ gelästert. Der Raum, den man den Homosexuellen und anderen Randgruppen im Fernsehen zugesteht ist so beschränkt und verzerrt, dass es nicht anders sein kann, als übertrieben zu wirken.

Und dabei wird vergessen, dass es gerade die Grautöne, das unausgesprochene und un-eindeutige ist, dass das Leben und die Sexualität so einzigartig machen.

Die Sexualität lässt sich nicht in starre Muster pressen, sie lässt sich nicht erzwingen, nicht planen, nicht rufen, nicht unterdrücken. Sie ist elementarer Teil von unserer Seele, unserem Glauben und unserem Mensch-Sein.

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