Ostern ist der Sieg der Liebe

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Okay, mit diesem Artikel hab ich den Bogen wohl überspannt: http://www.ja-blog.de/2009/04/freiheit-kommt-nur-durch-arbeit/

Alle feierten Ostern und ich vergesse doch glatt, zu Ostern meine Grüße auszusprechen. Stattdessen verwechsle ich- schusslig wie ich bin, Ostern mit dem Tag der Arbeit und gebe komisches, pseudo- sozialistisches Gesülze von mir. Herje!

Die Kritik kam auch prompt von vielen Seiten- wie immer, wenn ich offen das ausspreche, was mich bewegt und dafür nicht den richtigen Zeitpunkt oder den richtigen Ton treffe.

Wenn man bloggt, kann man nicht anders, als der Tagesform entsprechend genau das auszusprechen, was einen eben gerade bewegt. Und da ich die ganze Woche renoviert hatte (was ja an sich kein Problem ist) und auch erst Samstag abend spät aufgehört habe, fehlte mir die nötige, österliche Feierlaune am Sonntag vormittag- sorry dafür!

Ostern ist für mich kein anstrengendes, besinnliches Fest wie Weihnachten, sondern eher fröhlich und laut- so wie der Frühling eben ist. Auf Twitter sprach ich Ostergrüße an meine Lieblingsfollower (Lieblingswort) aus – ich hoffe, mir nehmt´s mir also nicht krumm, vor allem nicht die konservativen Christen. Zu allem Übel verlinkte ich noch den Song „Like a prayer“ von Madonna, den ich übrigens sehr liebe und fabelhaft finde. Dieser Song ist so zweischneidig wie das Leben und daher perfekt für meine kranken genialen Gedanken geeignet. Denn Madonna sagt selbst darüber, dass sie den Song ihrer sehr gläubigen, verstorbenen Mutter widmete, die strenge Katholikin war. Sie lernte durch sie die Frömmigkeit und den Glauben.

Und hinterher (in den 80er Jahren) regen sich alle über die Gotteslästerei in dem Song auf, die brennende Kreuze und was weiß ich noch alles?

Aber Kinder, genau das ist doch das Wesen des Glaubens, ganz gleich welcher Richtung. Genau hier liegt die Staubigkeit des Denkens von so vielen begraben! Ein Grund, warum sich die christliche Kirche momentan (und auch schon vorher) nicht weiterentwickelt.

War Jesus ein bequemer Mann? Oder nicht eher ein nachdenklicher, kritischer Mensch, der die Leute zum Nachdenken gebracht hat? Ein Prophet mit neuen, unbequemen Visionen? Hat man ihn nicht dafür gehasst und am Ende gekreuzigt? Weil er anders war und die bestehende Ordnung angegriffen hat? Ist Ostern nicht der Sieg der Wahrheits-Redenden über das Böse und Zweiflerische?

Menschen und Zeiten ändern sich und Madonna ist für mich eine Person, die genau diese Stärke von Jesus symbolisiert, wenn auch in moderner Form- was ihren Erfolg erklären mag: Zum Nachdenken angeregt, aber dennoch ihren Glauben ausgedrückt. Für mich ist sie somit eine bessere Christin oder gläubige Person, als viele andere.

Sie hat das gewisse Etwas, sie bewegt, sie strahlt aus und verändert. Das ist gelebter Glauben und ein starker, innerer unerschütterlicher Willen, den man nur von der Liebe bekommt.

Von Gott, von der Mama oder von innen- auf jeden Fall ist es Liebe! Und darauf kommt es an!

4 Gedanken zu „Ostern ist der Sieg der Liebe“

  1. Ich kann den Weg von Madonna auch nachvollziehen. Sie war und ist für mich immer eine christliche Provokateurin und Streiterin gewesen. Sie wird diesbezüglich gerne belächelt, ihren Glauben, ob z.b. solcher Videos wie Like A Virgin, Justify Myself, Like a Prayer usw. hat sie dennoch nie verleumdet. Auch ihr Eintreten für Kabbala, stehe man dazu wie man will, zeigt eine visionäre Entschlossenheit, die sie auch auf Kosten ihrer „Karriere“ durchgesetzt hätte.
    Wäre sie vor 2000 Jahren geboren, wäre sie 100% ebenso ans Kreuz genagelt worden. Der Vergleich Madonna – Jesus ist für mich daher durchaus nachvollziehbar und verständlich.

    Mehr möchte ich zunächst nicht schreiben, weil ich weiß, liebe Julia, dass es Dir hier insbesondere um Madonna geht.

  2. Also, ich muss gleich was richtig stellen: Jesus ist nicht für irgendwelche Visionen oder sonstiges gekreuzigt worden, sondern weil er sagte, er sei der Sohn Gottes. Das wurde von den Pharisäern als Gotteslästerung betrachtet, die das sehr ernst nahmen.

  3. @ Hartmut: mir geht es durchaus auch um theologische Diskussionen. Das Religions-Special habe ich ja schon vor längerem versprochen und es lohnt sich immer, darüber nachzudenken.

    Im Grunde sind viele moderne Popstars Vertreter eines Glaubens und Propheten auf ihre eigene Art & Weise.
    (demnächst schreibe ich dazu was-versprochen!)

    Ja, vielleicht sind auch Blogger sowas wie Propheten? Zumindest ein paar wenige, die über spirituelle Themen schreiben 🙂

    @ Violine: Es ist lang her, ich weiß nicht, was wahr ist oder nicht. Soviele Texte zu dem Thema und soviele Interpretationsmöglichkeiten. Ich bin keine Theologin, das Thema interessiert mich rein privat. Ich hab mal kurz nach der Frage „Warum wurde Jesus gekreuzigt“ gegoogelt und fand diesen Link

    Da steht z.B. dass „die Römer Angst vor charismatischen religiösen Führern hatten“.. und das ist zumindest auch die Version, die ich aus der Schule kenne. Dass Jesus den damals herrschenden Römern unbequem wurde und daher „beseitigt“ wurde. Gotteslästerei ist auf jeden Fall auch ein gutes Stichwort, denn er hat sich ja in der Tat mit vielen Dingen sehr weit aus dem Fenster gelehnt (Wunder, Weissagungen, Reden, usw.)

    Aber mir geht´s gar nicht so sehr um die genaue Geschichte, sondern mehr um die Metapher, für die Jesus steht, was er für den heutigen Glauben und die religiösen Gefühle bedeutet und uns lehren kann.

    Ich habe nämlich das Gefühl, dass in unserer Gesellschaft religiöse Themen so gut wie nie besprochen werden und so gut wie völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden sind. Alle Nas‘ lang meldet sich der Papst mit einer Rede oder irgendein Bischof- das war´s. Aber Bedeutung, Macht und positiver Einfluss auf die Gesellschaft sieht anders aus.

    Was soll man also machen, wenn man selbst einen Glauben hat und mehr darüber erfahren und lernen will? Wenn man vielleicht sogar überzeugt ist von dem, was man denkt und „glaubt“ ?

    Mir bleibt- neben anderen Möglichkeiten- vor allem der Weg ins Blog, um es dort zu diskutieren und zu beschreiben, was ich denke.

    Und wenn ihr mitmacht und euch darauf einlasst, find´ ich´s umso besser 🙂

    Viele Grüße
    Julia

  4. Ich war am Ostersonntag im Gottesdienst, daher habe ich mein Wissen.
    Den Römern war Jesus reichlich egal, er war für sie keine Bedrohung. Aber wie ich schon sagte, die Pharisäer – und das waren die strenggläubigen – die waren entsetzt ob dieser „Gotteslästerung“. Wäre Jesus nur ein Prophet gewesen, damit wären sie zurecht gekommen. Die Wunder und Weissagungen und so, die gingen dagegen in Ordnung.

    Für uns heute bedeutet Gotteslästerung halt nichts, aber man muss wissen, dass diese Pharisäer eben SEHR gläubig waren.

    Jesus ist keine Metapher. Er ist Gottes Sohn, und an Karfreitag für unsere Sünden gestorben, am Dritten Tag dann auferstanden. Er hat den Tod (und damit dem Satan) besiegt.

    Und was das betrifft, wie wenig religöse Themen aufgegriffen werden hier in Deutschland: Ich höre immer wieder, dass es in anderen Ländern sehr viel mehr Christen gibt als bei uns hier (nachprüfen kann ich’s nicht). Ein Buch habe ich gelesen, in dem steht, dass z.B. in Ägypten der Glaube ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Das ist bei uns nicht der Fall. Wer betet schon Gott an, wenn er seine Hilfe braucht? Die Muslime – auf jeden Fall in Ägypten – bitten ständig Allah um Hilfe.

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