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Ein Tag in Ladenburg

Gestern ging es mit meiner langjährigen Blogger- und Foto-Freundin Sabine mal wieder auf eine schöne Fototour.

Sabine und ich am Marktplatz, Selfie

Wir wollten uns das schöne Ladenburg anschauen. Ich war erst einmal dort und habe bei weitem noch nicht alles gesehen und meine Freundin hat die Stadt in der letzten Zeit sehr lieb gewonnen, weil sie etwas ruhiger als das quirlige Heidelberg ist.

Treffpunkt war der Carl-Benz-Platz, wo auch das berühmte Carl-Benz Haus steht. Der berühmte Erfinder des benzingetriebenen Automobils stammt nämlich aus der beschaulichen Kleinstadt am Neckar. Ob er geahnt hat, wie stark seine Erfindung unsere Welt verändert hat?

Das Carl-Benz Haus. Ein Stockwerk, hübscher Giebel, ein Auto in dunkelblau parkt davor

Spuren von ihm und seinem Wirken findet man überall. Von Grünstadt aus kommend ist man relativ schnell im Rhein-Main Gebiet und die Zufahrt ist einfach. Einziges Problem sind die Parkplätze an der Festwiese, weil da derzeit ein Festival aufgebaut wird und zusätzlich noch an der Straße gearbeitet wird. Das nächste Mal ist es sicherlich ratsam auf eine der Tiefgaragen auszuweichen (Tipp!).

Kaum war ich am Wasserturm angekommen, wurde ich schon von einem freundlichen Herrn angesprochen und er wollte wissen, ob ich wüsste, was für ein Fest da aufgebaut wird. Ich konnte es leider auch nicht sagen und antwortete, dass ich gerade erst gekommen sei und auch nur touristisch unterwegs sei. Dann schalteten sich noch zwei Frauen ein, die gerade mit dem Fahrrad vorbei gekommen waren. Die eine wusste, dass es anscheinend ein kleines Fest am Wochenende sei und sie schon Plakate gesehen hatte. Beim Recherchieren stelle ich fest, dass es kein geringerer als Milky Chance sein wird, der da mit einem „Picknick-Konzert“ erwartet wird. Nicht schlecht, für so eine kleine Stadt, aber die Location am Neckar ist auch wirklich schön und malerisch!

Sabine wollte mir unbedingt den Waldpark zeigen, wo unlängst die Literaturtage stattgefunden hatten. Da war ich natürlich auch neugierig, denn den kannte ich noch nicht. Zuerst führte uns der Weg durch die hübsche historische Alstadt, am Lobdengau-Museum und der Dalberg-Schule vorbei, wo die Kinder gerade mit ihrer Lehrerin ein paar Turnübungen abhielten. In der Lustgarten-Straße wurde gerade gebaut, so dass wir das malerische Panorama der Sebastianskapelle leider nicht einfangen konnten. Zum Glück hatte ich da vor zwei Jahren schonmal Fotos gemacht.

Wir kamen an einem lustigen Restaurant mit dem Namen „Die Kartoffel“ vorbei, wo es hauptsächlich Speisen aus des Deutschen liebsten Gemüses gibt. Lustig!

Jetzt wurden wir doch zum Marktplatz gezogen, weil mich die historischen Fassaden der Fachwerkhäuser doch sehr faszinieren.

Die meisten Bilder werde ich übrigens wieder auf Instagram posten, also bitte nicht verpassen: https://www.instagram.com/shared.light/

Am zentralsten Platz in Ladenburg gibt es einen schönen verzierten Brunnen und den Blick auf die historische „Dr. Fuchssche Apotheke“. Das Panorama mit den vielen Blumen und liebevollen Fassaden ist einfach bezaubernd. Besonders angenehm ist natürlich auch, dass die vielen Restaurants jetzt wieder geöffnet sind und man überall Tische und Stühle vor den Lokalen sehen konnte. Selbst an einem gewöhnlichen Mittwoch Vormittag waren schon einige Menschen unterwegs. Leider ist die Altstadt nicht verkehrsberuhigt, so dass beim Fotografieren immer auf vorbeifahrende Autos achten muss, die aber wiederum auch sehr rücksichtsvoll waren und tlw. auch warteten, bis die Aufnahme im Kasten war!

Wir bogen in den Weg zum Waldpark ein. Dort gibt es kleinen hübsch angelegten Naturgarten von Nabu, außerdem wurde gerade an der „Draußenschule“ gewerkelt.  Ein tolles Konzept für Unterricht im Freien, vielleicht auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und ihren besonderen Anforderungen an die Schulen entstanden? „Ich bin auf jeden Fall auch gerne an der frischen Luft“ sagte ich zu meiner Freundin „wenn ich die ganze Zeit nur drinnen sitzen muss, fällt mir irgendwann die Decke auf den Kopf“. Sabine stimmte mir zu. Der Reinhold-Schulz-Waldpark eignet sich perfekt zum Runterkommen, er ist ein schöner ruhiger Ort zum Entspannen. Kein hektischer Park mit tausendenen Spaziergängern und Radfahrern, sondern einfach eine Oase der Ruhe mit vielen Bäumen und naturbelassen. Am Wegesrand entdeckten wir eine originelle Schnitzerei, die aus einem alten Baumstumpf geformt worden war.

Nach der Erkundung des Waldparks gingen wir wieder zurück zur Evangelischen Stadtkirche bei der uns besonders der Platz zum Sitzen auffiel, der zur Ruhe und Gemütlichkeit einlädt. Ein paar Schritte weiter kommt man dann schon zur St. Gallus Kirche . Diese ist atemberaubend schön in Szene gesetzt, überall Blumenkübel und toll gepflegte Anlagen. Natürlich mussten wir hier einige Fotos schießen und konnten uns vom schönen Anblick kaum lösen.

Da wir nun schon einige Schritte hinter uns hatten und es auf Mittag zuging, beschlossen wir, eine kleine Stärkung einzunehmen. Nach einem Stück Kuchen und Kaffee ging es gleich weiter zum „Laden-Burger“.

ein leckerer Burger, mit dunklem Brötchen und einer kleinen Fahne obendrauf

Meine Freundin kannte das kleine Burger-Restaurant schon vom letzten Besuch und konnte es mir wärmstens empfehlen. Sie überzeugen durch leckere selbstgemachte Burger und ein besonders schmackhaftes Brötchen (kein Vergleich zu den üblichen Schnellrestaurants). Wir bestellten unsere Burger und nahmen draußen Platz. Nach einer kurzen Wartezeit (in der Mittagszeit kamen einige Bestellungen zum Mitnehmen rein) konnten wir dann die sehr lecker schmeckenden Burger im Schatten der Altstadt genießen.

Unseren kleinen Urlaubstag erweiterten wir anschließend mit einem Verdauungsspaziergang zur Festwiese und dem berühmten „Landungssteg Ladenburg“, das ist eine neu errichtete Konstruktion, auf der man einen tollen Ausblick auf den Neckar hat. Es wehte eine leichte Brise und die Sonne wechselte sich mit leichter Bewölkung ab- ingesamt ein fantastischer Tag für Ausflüge.

eine futuristische Konstruktion mit starken Linien, in schwarz weiß und sehr kontrastreich, Blick auf den Neckar

Hier muss auch erwähnt werden, dass die öffentlichen Toiletten in Ladenburg sehr gepflegt sind und ein längeres Verweilen in der Stadt noch angenehmer machen.

Ab 14 Uhr steuerten wir dann wieder in die Altstadt und schauten uns noch das „Lobdengau-Museum“ an.

Fassade in alt-rosa, hübsch verziert mit weißen Applikationen

„Wir sind kein Heimatmuseum, sondern ein echtes Museum“ versicherte uns der freundliche Mann vom Ticketverkauf immer wieder und lächelte dabei verschmitzt. Auch war es kein Problem, meinen großen und schweren Fotorucksack im Eingangsbereich bei ihm zu parken. Der Eintritt für zwei Personen war mit 7 Euro relativ günstig. Der Rundgang startete in der Vergangenheit, bei den alten Römern und der langen Geschichte, die diese Stadt hat. Hier brillierte das Museum durch ein besonderes Detailreichtum und ausführliche Beschreibungen der Ausgrabungen. Ob Gegenstände aus dem Alltag (Küchengeschirr), der Methode Brot zu backen oder die Ausrüstung der Legionen- zu allen Themen konnte man etwas erfahren.

Eine Puppe stellt einen Fahnenträger der Römer dar, mit Kettenhemd und Schild

Auch für die Jupitergigantensäule und die Umstände ihres Fundes gab es einen extra Themenraum und ausführliche Erklärungen. Die Musik der Videovorführungen war sehr dezent und passte hervorragend zur Stimmung im Museum.

 

im Inneren des Museums, Gewölbekeller und Schautafeln

Lobdengau-Museum 1. Stock, Weitwinkel-Aufnahme, historische Möbel

Es war natürlich nicht viel los, so dass wir viel Zeit für die Erkundung hatten. Beinahe übersahen wir, dass es ja im Erdgeschoss und im 1. und 2. Stock noch einige weitere Ausstellungsräume gab. Fast ein bisschen zu viel für uns, so setzten wir den Fokus auf die interessante Spielkarten-Ausstellung.

historische Spielkarten übersichtlich angeordnet

Dort erfuhr ich einiges über traditionelle Kartenspiele und dass es hier bei uns der Region auch Karten-Manufakturen gab.

Ein Schild des Römergarten und gelbe Blumen davor. Wand in Altrosa

Der Besuch wurde durch einen Abstecher im liebevoll angelegten Römergarten im „Zwinger“ abgerundet. Hier konnten wir sogar einen Zitronenbaum entdecken. In einem anderen Teil der Altstadt fanden wir sogar ein ganzes Blätterdach mit Kiwis! Besonders schön ist auch der neu eingerichtete „Erker“ im obersten Bereich des Museums. Wie uns der freundliche Museumsführer erklärte, war dieser Bereich lange im Umbau begriffen und hatte erst seit kurzem wieder geöffnet. Man hat da oben eine gemütlicihe Bank zum Ausruhen und einen schönen Blick über die Dr. Berndmarkt-Heukenes Anlage, die sich gleich dahinter befindet.

Sabine und mir hatte es gut gefallen, Ladenburg ist wirklich eine schöne Stadt zum Bummeln und Entspannen. Und fotografisch hat sie sehr viel zu bieten!