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Die heiligen drei Tage – Frohe Weihnachten

Immer noch Weihnachten!

Drei Tage lang. 😉 Soviel braucht es, um in unserer hektischen Welt mal wirklich runter zu kommen.

Dieses Weihnachten war besonders. Es war das erste Weihnachten, dass sich nicht bunt und kitschig, sondern irgendwie „wichtig“ angefĂŒhlt hat. Vor dem Hintergrund aller Krisen und vor dem Hintergrund von ganz persönlichen Krisen.

Der Wert von Weihnachten ist mir dieses Jahr stÀrker im Bewusstsein gewesen als sonst.

NatĂŒrlich war es wieder ĂŒberaus materiell und hektisch. So wie jedes Jahr.

Fast niemand kann sich davon entziehen. Von den „offenen BĂŒchern und Rechnungen“ die noch abgeschlossen werden mĂŒssen, vom „WeihnachtsgeschĂ€ft“, der „wichtigsten Zeit fĂŒr den Einzelhandel“, welches noch unbedingt eingebracht werden muss und vor den „familiĂ€ren und praktischen Verpflichtungen“, die nicht nur klassische Hausfrauen treffen.

Mein Eindruck: Es war das erste Weihnachten, wo die Leute wieder Lust hatten, aufeinander zu zu gehen, wo wir den Wert der menschlichen Verbindungen stĂ€rker als sonst gespĂŒrt haben. Mir ist das aufgefallen, bei anderen, aber auch bei mir. Zwei Jahre Corona sind vorbei, wir sind im dritten Jahr, vielleicht dem „Übergangsjahr“ zum normalen Leben vor der Corona-Krise, dass immer weiter schemenhaft in Vergessenheit gerĂ€t.

NatĂŒrlich kommen jetzt die großen Wellen hinterher geschoben, die da heißen: Krieg, Inflation, Wirtschaftskrise, Lieferschwierigkeiten. Heutzutage hĂ€ngt alles miteinander zusammen. Die Krisen erschĂŒttern uns wie große Wellen auf dem Meer. Aber so groß sie auch sein mögen- wir wissen, dass sie eines Tages vorbei sind und dass dann wieder die Sonne scheinen und das Meer ganz ruhig sein wird.

Nicht jeden konnte ich dieses Jahr erreichen. Es gab auch Menschen, die haben sich ganz bewusst zurĂŒck gezogen. Von mir, von anderen, vom Leben allgemein. Die den Krisen nicht mehr standhalten konnten. Die gesagt haben „jetzt reicht es mir“, ich brauche eine VerĂ€nderung.

Das muss man akzeptieren.

Oft ist man geschockt, wenn ein nahestehender Mensch „einfach verschwindet“ oder die Freundschaft aufkĂŒndigt. Es erscheint so leicht in dieser Zeit der digitalen Medien, wo „die anderen“ millionenfach zur VerfĂŒgung stehen und auf Knopfdruck in unser Leben treten können. Aber treten sie wirklich in unser Leben? Ich entscheide doch meistens selbst, wie weit sie kommen können. Bei menschlichen Beziehungen gibt es mehrere Schichten, durch die man erstmal durchkommen muss. Es gibt die Ă€ußere Schicht- man sieht sich. Oder die zweite Schicht, in der man sich grĂŒĂŸt. Es gibt die dritte Schicht, wo man sich fragt, wie es dem anderen geht- selbst das scheint in dieser kurzlebigen Welt schon eine besondere Art von Beziehung zu sein.

Aber die hunderste Schicht, die oftmals erst nach dutzenden Telefonaten, nach gemeinsamen Treffen, nach gemeinsamen TrĂ€nen, nach Entfremdung und Wieder-AnnĂ€herung entsteht, das ist die Ebene des Vertrauens. Diese erreicht man nicht so leicht und schon gar nicht mit „vielen Menschen“. Doch wenn man einen einzigen Menschen gefunden hat, dem man wirklich vertrauen kann, bei dem man bereit ist, alles zu sagen und alles zu zu geben, dann ist das viel. Mir ist es immer wichtig im Leben, solche Menschen zu gewinnen und ich arbeite fast tĂ€glich daran, aber ich scheitere auch mind. genauso hĂ€ufig daran. Denn Beziehungen sind Wechselwirkungen. Sie entstehen erst im „Nehmen und Geben“- im Miteinander, wie in einer gemeinsamen Sinfonie, einem gemeinsam einstudierten MusikstĂŒck, wo es gerade am Anfang viele Disharmonien und viele „Fehler“ geben kann. Beziehungen sind Arbeit und sie benötigen neben einem hohen Einsatz, Durchhaltevermögen, Talent und Übung.

Menschliche Beziehungen sind aber noch viel mehr. Sie gelingen hĂ€ufig erst dann, wenn ich auch bereit bin, mich selbst zu Ă€ndern. Wenn ich mich öffnen, einbringen, vertrauen und ĂŒberhaupt „Zeit aufbringen“ kann.

Zeit ist so kostbar geworden – denn von ĂŒberall gibt es ZeitrĂ€uber, die darauf erpicht sind, uns Zeit zu stehlen. Wir werden erschlagen von einer Flut von Ablenkungen. Die meisten sind negativer Natur und lenken uns ab. Sie sollen uns die Zeit vertreiben, aber sie vertreiben eigentlich nur „das Wesentliche“ aus unserem Leben. Das Smartphone, der Computer, die sozialen Netzwerke, die ganzen Flatrates mit Filmen, Spielen und die riesige Welt-Bibliothek, die uns mit dem Internet allen offen steht. NatĂŒrlich ist es reizvoll, so eine Flut an EindrĂŒcken zu erhalten und die menschliche Neugierde und der Wunsch nach Weiterentwicklung wird angesprochen. Aber können wir auch wirklich alles verarbeiten?

ÜBERALL stehen heute Ablenkungen, zusĂ€tzlich geschickt gesteuert von Algorithmen, die uns fesseln und an das Netzwerk binden sollen-  und angesichts der Flut des medialen Druckes, der auf uns einprasselt, verlieren wir völlig den Überblick. Wir können nicht mehr sortieren und wir können uns nicht mehr davor schĂŒtzen. Es ist einfach zuviel geworden. Genau wie die Summe der Nachrichten aus aller Welt- all die Informationen, die fĂŒr uns eigentlich nicht wichtig sind, aber dennoch ultra-prĂ€sent.

Es ist kein Wunder, dass bei der Flut der EindrĂŒcke das Wesentliche, nĂ€mlich die Mitmenschlichkeit und die Konzentration auf einige wenige Menschen, die uns wichtig sind, völlig aus dem Blick geraten.

Weihnachten war und ist fĂŒr mich daher immer das Fest, welches genau das wieder ins Bewusstsein ruft. Wie wichtig es ist, mal ein paar Stunden mit der Familie zu verbringen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die GeschĂ€fte fĂŒr ein paar Tage ruhen zu lassen, die endlose BeschĂ€ftigung mit den Zahlen und dem Geld, die wie ein endloses Brettspiel „um nichts“ wirken, mal beiseite zu lassen. Bewusst den Fernseher auslassen und die Menschen „anschalten“. Man sollte versuchen die Leute „anzuschalten“ mit Liebe, mit Begegnung, mit netten Worten und dem Versuch, sie wenigstens zu verstehen. Es erwartet nun keiner von uns, dass wir sofort alle Menschen verstehen oder sofort mit jedem gut können. Aber allein, dass wir wieder das Thema „Mensch“ und „Beziehungen“ fĂŒr eine Weile in unser Leben lassen- ihm Raum und Zeit geben- dass ist fĂŒr mich die heilige Botschaft von Weihnachten, die auch ohne christlichen Glauben wichtig ist und verstanden wird.

Die Depression der Gesellschaft

Alles auf Anfang. So seltsam fĂŒhlt sich die Zeit im Moment an. Wie der große „Reset-Knopf“ von dem alle reden. Aber nicht, dass er alleine im Äußeren gedrĂŒckt wurde, auch im Inneren hat es den großen „Reset“ gegeben.

Ich frage mich, woher es kommt? Das Alter, die Wechseljahre vielleicht? Mein eigener, verzerrter Blick zurĂŒck in die Jugend, die mir mit voranschreitendem Alter immer schöner und blumiger, aber auch wehmĂŒtiger und „weiter weg“ erscheint? (Vielleicht sollte ich mal ein Selfie machen)

Zwei-einhalb Jahre Corona liegen jetzt hinter uns und wir sind wie der Patient, der noch nicht ganz wieder genesen ist.

„Ob ich auch Corona hatte“, wollte meine Cousine gestern von mir wissen. „Eine schlimme Krankheit“ sage ich, aber nein, ich hatte sie noch nicht.

„Wie kannst Du dann sagen, dass sie schlimm ist?“ fragt sie mich mit aufgerissenen Augen. Erwischt! Ich ĂŒberlege. Ja, wie kann ich das sagen? Ich kannte jemand mit Long Covid, der fand sie schlimm. Man liest so einiges darĂŒber. Aber außer von den ErzĂ€hlungen oder den allgegenwĂ€rtigen Medienberichten habe ich wohl keine Erfahrung damit. Nach dem Ende der Maskenpflicht hatte ich ein paar Mal Husten oder Schnupfen, aber war das jetzt wirklich Corona? Diagnostiziert hatte das niemand und alle Tests waren immer negativ. Also hatte ich nie Corona. Auch gut. Darf ich dennoch eine Meinung dazu haben?

Denn Corona und die „große Depression der Gesellschaft“, die hat auch mich erwischt.

Wir mĂŒssen zurĂŒck in die Vergangenheit. FĂŒr ein paar Wochen und Monate.

Depression, das ist der Zustand, in dem alles steht. Der Kopf sagt „stop“ – es geht nichts mehr. Keine GefĂŒhle, keine Interessen, keine Hobbys. Sterben, inmitten vom Leben. Es fĂŒhlt sich alles taub und leer an und alles Wollen wird im ewigen Schlamm erstickt. Alles fĂŒhlt sich schwer und unerreichbar an und die Motivation selbst fĂŒr die kleinsten Dinge ist nicht mehr vorhanden.

Depression, das ist aber auch die Chance. Hinter der Depression steht der Auftrag, wieder gesund und glĂŒcklich zu werden. Wenn das GlĂŒck weg ist, musst Du etwas tun, um es wieder zu erreichen. Gib Dir MĂŒhe! „Anzuhalten, um zu lauschen“ hat ein Ratgeber mal geschrieben. Was steht denn da eigentlich? Wie fĂŒhlt sich das an, nichts zu fĂŒhlen, keine Interessen und kein Ziel zu haben? Welche Bilder fallen Dir ein? Was sagt Dir die Krankheit? Woher kommt der Schmerz, das Leid, das Elend?

Es ist wie auf der Autobahn. Manchmal fliegst Du mit 180 ĂŒber die Straßen und fĂŒhlst Dich unsterblich, Deine PlĂ€ne und Arbeiten gelingen wie am SchnĂŒrchen und du kannst Dir keinen anderen Zustand vorstellen. Aber dann kommt auf einmal das Stauende. Alle stehen. Du musst bremsen, ob Du willst oder nicht. 150, 120, 100, 70, immer langsamer, 50, 30, Schrittgeschwindigkeit und dann Stillstand. Fenster runterkurbeln. Eine Fliege kommt aus der verdorrten Landschaft in den Innenraum geflogen. Sie ist schneller als Du und lacht Dich aus. Du stehst. WĂŒrdest gerne wieder Gas geben, aber es geht nicht. Vor dir ist noch einer. Und noch einer. Und 5.000 weitere. Alle stehen, alle sind depressiv. Die Gesellschaft steht im Stau.

Die Motoren brummen, verpesten die Luft, dann werden sie endlich abgestellt. Die Wirtschaft wird abgestellt. Kein Benzin mehr da. Alles zu teuer. „Autofreier Sonntag“. Tempolimit, weniger Fleisch, weniger Co2, keine InlandsflĂŒge mehr, lĂ€nger arbeiten.

„Reichtum verteilen!“ schreien die anderen. „Es ist nichts mehr da, wenn ihr nicht arbeitet“ schreien die anderen zurĂŒck.

„Wochenarbeitszeit erhöhen“, bei den „Hartz IV- Leistungen kĂŒrzen“ wollen die einen- „Hochzeiten auf Sylt verbieten“ und „Steuergelder erhöhen“ die anderen. Vermögenssteuer wieder einfĂŒhren, starke Schultern sollen mehr tragen und die Armut verbreitet sich dennoch unaufhaltsam in der Breite. „Jetzt wird auch die Mittelschicht getroffen“ schreiben die Zeitungen und rechnen uns die Heizkosten-Rechnung fĂŒr den Herbst vor. Wer soll da gesund und munter bleiben? Wohlstandsverlust ist das Schlagwort dieser Zeit.

Energiemangel, das andere.

Was ist schon gerecht? Die Depression ist niemals gerecht. Sie trifft alle mittens ins Herz. Ins Leistungszentrum. Sie lÀhmt uns.

Zeigt unsere Sterblichkeit, unsere VergÀnglichkeit und legt schonungslos jede SchwÀche offen.

Die Depression zwingt dich auf unbarmherzige Weise dazu, dich zu Àndern. Sie sagt, dies und das ist nicht okay, Àndere es.

Es wird solange weh tun, bist du endlich ein paar Schritte unternimmst. „Reformbedarf“ gibt es schon seit den 2000er Jahren. Jetzt kommt die Quittung, denn die Reformen wurden verschlafen. „Deutschland muss wieder zukunftsfest werden“, und ĂŒber den demogrrafischen Wandel haben wir auch schon seit 15 Jahren geschrieben und geredet. „Geredet“- es wurde immer nur geredet. Die Depression, „jetzt ist sie halt da“, wie unsere frĂŒhere Kanzlerin sagen wĂŒrde.

Auf zum TagesgeschÀft, liebe Gesellschaft, liebe Politik und lieber Einzelne- es gibt viel zu tun, wenn Du wieder gesund werden willst!

Auf die Probe gestellt

Feierabend.
Eine seltsame Zeit ist das im Moment.

Auf der einen Seite tut sich beruflich sehr viel, auf der anderen Seite gibt es emotional noch ĂŒberall Blockaden.

Wer steht auf und wird sie mal lösen?

Ich sitze im Zahnarztstuhl und ĂŒberlege, welches Konzept als nĂ€chstes kommt, was das beste ist, aber ich habe einfach keine Idee. Die alten Schablonen passen nicht mehr.
Es muss was neues her. Was komplett neues. Ich habe viel Zeit, die AssistentInnen haben mich vergessen, der Arzt, der „nur mal kurz schauen sollte“ kommt nicht. Nun sitze ich hier und starre Löcher in die Decke und habe Zeit. So. viel. Zeit.

Die grĂ¶ĂŸte Blockade gibt es im Bereich der „sozialen Medien“. Denn sozial sind die meisten nicht mehr und die Medien sind fad, grau und langweilig geworden.

Instagram macht mich nicht mehr satt und das Schreiben fehlt mir sehr.
Dieser Wunsch, mal wieder „nach innen zu gehen“ und mich selbst zu spĂŒren. Wer bin ich, was möchte ich – jenseits der Ă€ußeren BedĂŒrfniserfĂŒllung und Aufgabenabarbeitung ?

Alles Auswirkungen von der Corona-Krise nehme ich an. Oder schon wieder eine neue Sinnkrise!

Der Austausch mit anderen Menschen ist stark zurĂŒck gegangen. Nirgendwo gibt es mehr „Input“.
Im Idealfall soll das dazu fĂŒhren, dass das Virus beginnt sich zu langweilen.
Und wo es keine Party mehr machen kann, stirbt es ab. Aber wir sterben mit dem Virus gleichsam ab.
Ein Teil von uns muss sterben, damit der andere Teil leben kann.

Was kann ich im Moment beobachten? Auf der einen Seite ein großes BedĂŒrfnis, sich zu öffnen, auf der anderen Seite eine große Verletzlichkeit.

Ich frage mich, wann diese Pandemie enden wird? Dieses BedĂŒrfnis nach Nicht-Kontakt. Dieses Schweben unter dem Radar, dieses UnterdrĂŒcken von Lebendigkeit und Menschlichkeit?

Wann kommt der große Knall, auf den wir alle warten? Der Knall, der alles in die Luft fliegen lĂ€sst und endlich ein Ende bringt?

Aber dieses Virus geht nicht schnell weg. Es zehrt an unseren Nerven, es zermĂŒrbt und testet uns.
Es stellt alles auf die Probe.

Die sterbende Gesellschaft – und die Freude auf Ostern

Es sind komische Tage, in denen wir derzeit so leben.
Es ist so, als ob irgendwer das große Licht ausgemacht hĂ€tte und wir jetzt alle im Dunkeln sitzen.

Solange sind wir ohne Menschen, ohne Familie, ohne Freunde.
Solange schon mĂŒssen wir ohne gewohnte Rituale auskommen, können nicht essen gehen und nicht verreisen.
Solange konnten wir schon nicht mehr ins Kino, zum Schwimmen, Sport oder einfach mal in einem Museum bummeln.
Selbst das Einkaufen ist kompliziert geworden! Mal braucht man einen Termin, mal geht es ohne und manchmal steht man komplett vor verschlossenen TĂŒren.

Unser ganzes Leben hat sich radikal verÀndert. Es gibt keinen Trost, kein Allheilmittel aus dieser Situation.
Das Virus hat den Anfang gemacht, die Politiker sind ihm gefolgt.

Es gibt keine verĂŒnftigen Wege raus aus der Pandemie. Tag fĂŒr Tag werden wir mit negativen Nachrichten bombardiert und die GlaubwĂŒrdigkeit eines ehemals starken und gut funktionierenden Systems erodiert. Wir altern. Unsere Gesellschaft altert, unsere Ideen altern, das bestehende System muss dringend ins Krankenhaus. Es ist ein Endpunkt, in dem wir uns befinden, eine Wendezeit. Aber wir haben das schlimmste noch nicht ĂŒberstanden, wir sind mittendrin..
Wie in einem großen Krieg, einer großen Krise, die die kollektive Psyche der Menschen stark belastet.

Wir sind belastet. Wir sind traurig, aber es interessiert keinen mehr, wenn wir weinen. Weil wir isoliert sind.
Wir stehen jeden Tag auf, haben aber keine Kraft mehr zum arbeiten. Wir leben in unseren PalĂ€sten einer alten Zeit, die vor dem großen Crash gebaut worden sind. Ab jetzt geht es abwĂ€rts.

Der Luxus der vergangenen Zeit kommt uns weit weg vor. In den Urlaub fliegen, eine Kreuzfahrt machen, alles solche Dinge, die frĂŒher selbstverstĂ€ndlich sind, sind einfach verschwunden. Und das schlimmste ist: Wir vergessen, wie das war, wie es sich angefĂŒhlt hat. Also bieten auch die Erinnerungen keinen Halt mehr, es kommt uns alles hoffnungslos vor.

Wir wĂŒrden gerne darĂŒber reden, uns zu unseren GefĂŒhlen bekennen, stoßen aber auf unsichtbare Mauern des UnverstĂ€ndnisses. GefĂŒhle? In unserer Gesellschaft? Behalt die mal lieber fĂŒr dich! Denn der Leistungsgedanke, der Zwang zu funktionieren, der hat bis jetzt jeden Virus gut ĂŒberlebt.

Wir sind in unseren HÀusern und Wohnungen eingesperrt. Tag ein, Tag aus, immer die gleichen Menschen, immer die gleichen Gesichter, immer die gleichen AblÀufe. Die Sonne geht auf und geht abends unter. Dazwischen ist irgendwie nichts.

Wir entwickeln uns nicht weiter, lernen keine neuen Menschen, machen keine Reisen, wir stagnieren.
Die Lebensuhr tickt trotzdem munter weiter und so kommt es uns vor, als ob wir mit jedem Tag Lebenszeit verlieren, aber nichts dazu gewinnen.

Die kollektive Depression zieht uns in Ihren Strudel. Es wird schwieriger, Geld zu verdienen. Es wird schwieriger, selbststĂ€ndig zu sein. Die Erwartungen der Arbeitgeber sind immens, Angst vor KĂŒndigung und Entlassung sind groß. Freilich, hĂ€ngen ĂŒberall Stellenangebote herum „VerkĂ€uferIn gesucht“, „Lagerarbeiter gesucht“- solche Stellen scheint es zu tausenden zu geben.

Aber wirkliche Freiheit? GlĂŒck, Entfaltung, viel Platz, Freiheit, Lockerheit, Unbeschwertheit? Sie sind so fern wie nie.

Wir hĂ€tten jetzt Zeit. Zeit fĂŒr Hobbies. Zeit, eine Sprache zu lernen. Wir hĂ€tten Zeit fĂŒr uns, fĂŒr Yoga oder Meditation.
Wir hĂ€tten Zeit fĂŒr unseren Haushalt, fĂŒr unseren Garten. Aber nichts macht uns mehr Spaß. Nichts schmeckt mehr.
Alles ist fad.

Grau in Grau, jeden Tag. Warum soll ich ein neues Hobby anfangen, wenn ich mit niemanden mehr darĂŒber reden kann?
Was soll die Freude ĂŒber eine Sache, wenn mich die negative Energie der anderen sofort wieder herunterzieht?
Dann bleibt nur das Schneckenhaus.

Die Menschen spĂŒren es und werden gereizt. Resignation liegt in der Luft. Einsamkeit. Frust. Ängste vor der Zukunft.
Schulden. Keine Lichtblicke.

Wir liegen alle kollektiv im Krankenbett und baden diese Pandemie aus.
Die Pandemie, das Virus! So schwer zu greifen! Noch nicht einmal ein richtiges Lebewesen. Und man kann bis heute noch nicht wirklich sagen, woher es gekommen ist. Einfach ein Unheil, das mit voller Wucht ĂŒber die ganze Welt gebrochen ist.

Alle Krisen der vergangenen Tage konnten wir verdrĂ€ngen. Überalterung der Gesellschaft, Eurokrise, Klimawandel, FlĂŒchtlingskrise- sie waren schwierig und deuteten darauf hin, dass etwas auf der Welt im Argen liegt. Aber man konnte es verdrĂ€ngen, im tĂ€glichen Luxus. Es war leicht, weg zu schieben.

Über die Sonne des Klimawandels konnten wir uns freuen, die neuen Nachbarn der FlĂŒchtlingskrise waren schnell integriert.
Aber das Virus hat uns alle zum Gegner. Es macht keinen Unterschied mehr.

Wir mĂŒssen da durch, ob wir wollen oder nicht. Auch diese Krise wird vorbeigehen. Es wird hart, es wird schwierig, aber dahinter lauert ein Lichtblick. Nicht alle werden es schaffen, viele werden sterben oder seelisch daran zerbrechen.
Aber der Großteil der Menschen wird zu den „Genesenen“ gehören. Der Großteil der Menschen wird es ĂŒberstehen.
Und vielleicht dazu gelernt haben.

Der Großteil der Menschen ist dann durch eine seelische Schule der allerschwersten Stunde gegangen. Dahinter wartet die Erlösung. Der österliche Gedanke! Die Freiheit von Leid! Der Glauben, das Schöne, die Stunden des Lichts.

Das Osterfest steht vor der TĂŒr.

Du musst nur daran glauben.

Der neue Ernst

Was das Corona-Virus mit unserer Gesellschaft macht

Der Weg zur autoritÀren, anti-demokratischen Gesellschaft ist nicht weit, wenn die Welt in eine Krise rutscht.
Zuerst kommen die persönlichen EinschrÀnkungen, die man alle noch locker wegstecken kann. Dann fallen die Schulen und Kitas aus.
Die Frauen mĂŒssen wieder in ihren eigenen vier WĂ€nden bleiben, weil sonst keiner den Job macht. Der Mann steht auf der Arbeit unter Druck. Entweder es herrscht ein unfreundlicher Ton unter Kollegen, harter Wettbewerb und eines Tages fĂŒrchten sie sich alle vor der Arbeitslosigkeit. Weil jetzt auch die jungen Frauen so schön daheim sind und abends in keine Disco oder Bar gehen, sind die MĂ€nner erstmal unter sich. Durch die massive mĂ€nnliche Zuwanderung gibt es in einem bestimmten Alterssegment sowieso einen „MĂ€nnerĂŒberschuss“ und es ist kein Wunder, dass es genau der Altersanteil ist, der durch Aggression und wenig Kompromissbereitschaft auch den HerkunftslĂ€ndern große Probleme bereitet. Und es ist fĂŒr die Migranten ein leichtes, sich mit den hier lebenden, deutschen Jugendlichen zu verbinden. Was sie nĂ€mlich eint, ist das GesfĂŒhl des „Ausgeschlossenseins“- der blinde Hass und die Zerstörungswut ist unpolitisch und einzig und allein ein Ausdruck der inneren Perspektivlosigkeit.

Die Restaurants bleiben geschlossen und der große Aufschwung will auch im Sommer einfach nicht kommen. Das setzt die kleinen SelbststĂ€ndigen und kleinen familiengefĂŒhrten Restaurants stark unter Druck. Der Druck wird natĂŒrlich nach innen, in die Familie weitergegeben. Ein Anstieg von Kindesmissbrauch- oder Misshandlung kann die Folge sein. Aggression von Jugendlichen bedeutet auch immer, dass sie selbst in der Erziehung Aggressionen ausgesetzt waren und diese als „Mittel der Erziehung“ eingesetzt wurden.
Die Fußball-WM fĂ€llt aus, die GefĂŒhle der Zusammengehörigkeit und des freundlichen Wettbewerbs fehlen völlig. Keine Sportveranstaltungen, kein Mannschaftssport! Keine Möglichkeiten, die angestauten Aggressionen friedlich zu entladen und sich wieder im sportlichen Miteinander, als nur im Gegeneinander zu begegnen. Gerade junge MĂ€nner brauchen die Bewegung, weil sie sonst das ĂŒberschĂŒssige Testosteron nicht abbauen können! FrĂŒher hat dann wenigstens die Bundeswehr diese Rolle ĂŒbernommen und die jungen MĂ€nner in die Gesellschaft „eingefĂŒhrt“, aber auch diese fĂ€llt als prĂ€gende und bildene Kraft fĂŒr einen gesunden StaatsbĂŒrger mangels Wehrdienst aus. Die jungen MĂ€nner haben also keine Schule, keine Freundin, kein Sport, keine Disco, keine Bundeswehr, kein Wettbewerb- sie haben gar nichts außer Alkohol und Langeweile! Und Lebewesen, die in einer Sackgasse stecken und keinen Ausweg sehen, werden immer mit Aggression reagieren. Jetzt nur mit HĂ€rte und mehr „Polizeiarbeit“ zu reagieren, wird die zugrunde liegenden Probleme nicht lösen, sondern eher verschĂ€rfen. Was die Gesellschaft braucht, ist eine Antwort auf die Krise der Jugendlichkeit. Denn die „Jugendlichkeit“ ist das Herz und die treibende Kraft unseres eigenen Landes, ganz egal, aus welchen NationalitĂ€ten oder Gesinnungen sie zusammengesetzt ist.

Es werden fĂŒr alle Menschen Regeln und Vorschriften eingefĂŒhrt, um die Gefahr des Virus zu bannen. FĂŒr gebildete, eigenverantwortlich lebende Menschen in großen HĂ€usern mit viel finanzieller Freiheit bedeutet das kein Problem. Aber in der Armut spaltet das Virus viel stĂ€rker. Da werden die engen Wohnungen und das schlechte Immunsystem (Rauchen, ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel, etc.) zu einem großen Problem. NatĂŒrlich ist die Pandemie mit EinschrĂ€nkungen und Spaß-Verzicht fĂŒr alle verbunden! Unsere an sich so tolle freie Gesellschaft, die nur Wirtschaftswachstum, volle Straßen und Regale kannte, endlos feiern und jederzeit in den Urlaub fliegen konnte- all das gibt es plötzlich nicht mehr. Dazu die dĂŒstereren Zukunftsaussichten und die massiven Schulden, die aufgenommen werden. Die Arbeitslosigkeit wird bis tief in die bĂŒrgerliche Mittelschicht eindringen und uns richtig durchschĂŒtteln. Lang gewachsene Industrien, die fĂŒr Deutschland lange den Wohlstand erwirtschafteten, wie die Autoindustrie, der Flugzeugbau oder der Maschinenbau werden ebenfalls unter Druck geraten. In modernen Technlogien wie der Digitalwirtschaft oder der Biotechnologie und Robotik ist zu wenig nachgekommen. Der Aktienwert der deutschen Firmen ist im Vergleich zu amerikanischen oder chinesischen Firmen ein schlechter Witz. Hier braut sich bereits die nĂ€chste Krise zusammen, wenn die Steuerlast nach der ĂŒberstandenen Krise nach oben korrigiert werden muss, es aber keine ausreichenden ProduktivitĂ€tszuwĂ€chse in der Wirtschaft gibt. Dann muss der Staat sich das fehlende Geld bei der arbeitenden Bevölkerung holen- wo es aber auf Grund der hohen Steuerlast auf Arbeit und Einkommen nur noch wenig SpielrĂ€ume gibt.

Überall, wo ich mich umhöre oder versuche, ein GefĂŒhl fĂŒr die Situation zu bekommen, merke ich eine Verschlechterung und VerschĂ€rfung des Tons. Die Menschen werden wieder hĂ€rter, egoistischer. In diesen Zeiten geht es wirklich um was. Dieses Jahr hat nichts mit „Spaß“ zu tun, es ist ernst geworden. Schleichend, aber unaufhaltsam sickert der neue Ernst in unsere Gesellschaft ein. NatĂŒrlich bricht dann auch Hass und Randale auf, so wie in Stuttgart gesehen. Wir können der Jugend eigentlich dankbar sein, denn diese „unbeherrschten Teile“ der Gesellschaft sind wie ein Seismograph fĂŒr die Schwingungen, die im Unterboden der Gesellschaft schon deutlich zu spĂŒren sind. Es ist kein Wunder, dass die „Black Lives Matter“ Debatte gerade jetzt in den USA hochkocht und gerade jetzt die gesamte Geschichte des Landes durch das StĂŒrzen von Symbolen und Statuen kritisch hinterfragt wird. Dieses Virus ĂŒbt einen Druck auf den Zusammenhalt aller Gesellschaften, aller LĂ€nder und aller Menschen aus. Es ist ein Krisenbeschleuniger in jedem Bereich, den man sich vorstellen kann. Die schlechten Arbeitsbedinungen in der Fleischindustrie zum Beispiel wurden schon lange kritisiert, aber jetzt „endlich“ ist auch der politische Wille da, etwas zu Ă€ndern. Das wird natĂŒrlich auch zu Druck auf die Handelsketten fĂŒhren mĂŒssen (ĂŒber die bis jetzt noch keiner redet) und am Ende wird es auch bedeuten, dass wir mehr Geld fĂŒr Fleisch auf den Tisch legen mĂŒssen.

Dieses Virus kann man nicht mehr verdrĂ€ngen oder „schönreden“, es fĂŒhrt zu tatsĂ€chlichen realen VerĂ€nderungen in unserem tĂ€glichen Leben und in der Wirtschaft. Und was neu ist: Jedes Land auf der Erde ist gleichsam betroffen. Es gibt niemand, der daran vorbeikommt oder den es nichts angeht. In dieser „Gemeinsamkeit“ des Leidens liegen aber auch die Möglichkeiten fĂŒr eine geeinte Antwort.

Was vom Virus ĂŒbrig blieb

Das Corona-Virus ist ein Arschloch. Seit Wochen hĂ€lt es uns in Bann. Immer wenn Du denkst, jetzt ist es gerade ĂŒberwunden, kommt es mit aller HĂ€rte zurĂŒck.

Wir ziehen uns alle brav unsere Masken auf, halten an der Brötchenkasse Abstand zu unserem Nachbarn und bestellen beim Kellner unser Essen, der aber -weil er selbst eine Maske tragen muss- irgendwie schlechter hört als sonst! Dabei hat er das Ding doch eigentlich ĂŒber der Nase und dem Mund und nicht vor den Ohren! Wir laden uns brav die neue 60 Millionen Euro App herunter, schalten unser Bluetooth immer an, auch wenn das mordsmĂ€ĂŸig Akku zieht. Und dann gibt es da ein paar Chaoten, die feucht fröhlich auf ihren Schlauchbooten ihre Techno-“Demonstration“ feiern mĂŒssen! Aber, da haben wir nochmal GlĂŒck gehabt, denn das Arschloch-Virus deckt leider nur da wirklich VersĂ€umnisse auf, wo es auch wirklich welche gibt. Bei den armen Fleischzerlegern z.B. die mit Sub- Sub- Sub VertrĂ€gen fast noch stĂ€rker ausgebeutet werden, als das arme Schlachtvieh, dass sie da fĂŒr einen Hungerlohn fĂŒr unsere samstĂ€gliche Grillwurst zerlegen. Könnt Ihr Euch noch an das bĂ€uerliche Geschrei erinnern, als es vor ein paar Wochen noch hieß, dass wir vermutlich zu wenige Billig-Arbeitnehmer haben, die unseren Spargel aus der Erde stechen oder die kleinen roten Erdbeeren fĂŒr uns abrupfen? Als ich letztens eine Fahrradtour durch die schöne Pfalz gemacht habe, kamen mir zwei volle Busse mit „Erntehelfern“ entgegen, die von der Arbeit nach Haus gefahren wurden. Der Bus war voll belegt, jeder Platz und als ich mir die traurigen und mĂŒden Gesichter hinter der Scheibe angeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass es fĂŒr Masken wohl kein Geld mehr vom netten Bauern-Arbeitgeber gab…
Ach und die armen Schweine erst in ihren Legehennenbetrieben, auch „Wohnung“ oder „FlĂŒchtlingsunterkunft“ genannt, z.B. in Göttingen oder Kassel. Eingepfercht wie die HĂŒhner, bei schlechten Essen und noch mieseren Wohnbedingungen, sind wir jetzt alle ganz verwundert, wie schnell das Arschloch-Virus um sich greift und alle dahinrafft wie eine große, dicht gedrĂ€ngte Fledermaus-Kolonie. Vielleicht hĂ€tte man doch frĂŒher, schon… ja hĂ€tte, könnte, jetzt ist es zu spĂ€t! Aber die Polizisten mit Kartoffen bewerfen, wie kann das denn jetzt sein? Gibt es da etwa „versteckte Kritik“ an den Unterkunftsbedingungen?

Bei manchen Menschen scheint das Virus aber auch das Gehirn zu befallen, oder wie soll man sich die jĂŒngste Randale in der Innenstadt von Stuttgart sonst erklĂ€ren? Da kommt man gerade frohgelaunt aus der Shisha-Bar oder vom saufen mit den Kumpels an der Ecke und schon grölen ein paar von den Freunden an der nĂ€chsten Straßenecke, dass es da „Krawall gibt“. Na los, da muss man schnell mitmachen, gibt sowieso nicht viel zu tun fĂŒr die jungen Leute. Schule abgeschafft, Uni abgeschafft, Festival, Weinfest, Disco abgeschafft. Da hat das Arschloch-Virus viel Zeit, im Gehirn von der schlechten Laune Besitz zu ergreifen und die Chance auf die neusten Addidas-Schuhe oder das neuste Handy aus dem nĂ€chsten Schaufenster ist einfach zu verlockend, wenn man selbst keine Perspektive mehr fĂŒr sich sieht.

Die Bretter des Verzichts

Und was ist, wenn es auch nach der Corona-Krise erstmal so weitergeht?

Wenn wir erkennen, dass es so nicht weitergehen kann?

Dass wir einen Wandel in der Wirtschaft, in der Verteilung der GĂŒter, der Gesundheit, im Konsum auf der ganzen Welt brauchen?

Wenn dieses kleine Virus, dass man nicht sehen kann, einen Prozess angestoßen hat, der dem Patient „Mensch“ auf der Erde so unglaublich gut getan hat?

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ĂŒber 10 Prozent unseres Erbgutes von Viren-DNA geprĂ€gt ist. Die Viren, sie sind geblieben.
Und sie haben Spuren in uns hinterlassen. Spuren, die wir brauchen.

Die Befruchtung der Eizelle ist nur mit einem „Trick“ möglich, der ohne die Mechanismen von Viren nicht möglich wĂ€re. Denn das Spermium ist ja in gewisserweise auch „fremde DNA“.

Immer, wenn WiderstĂ€nde ĂŒberwunden werden mĂŒssen, wenn es irgendwo „klemmt“, wenn ein Organismus zu sehr wuchert und sich selbst nicht mehr erkennt, dann sind die Viren die Antwort auf viele Fragen.

Denn, was sich ja vor allem seelisch-moralisch festsetzt ist die Erkenntnis, dass man durchaus auch leben kann, wenn man weniger hat, weniger verbraucht usw.

Dass wir diesen ganzen Überfluss gar nicht fĂŒr unser GlĂŒck brauchen. Wir haben es zwar geahnt, aber wir haben uns nie getraut, diesen Weg auch zu gehen. Aber jetzt, wo alle diesen Weg gehen mĂŒssen, auf der ganzen Welt, ist es viel einfacher.

Es funktioniert! Die Bretter des Verzichtes, sie tragen!

Worte des Tages vom 17.3.2020

Festsitzende Urlauber
FĂŒr immer gestrandet
Allein gelassen
100.000 deutsche Touristen
StĂŒck fĂŒr StĂŒck
ErkrankungsfÀlle
Virologe
Hochstufung auf „hoch“
Maßnahmen
Ausgangssperre
Risikogruppe
Kurve
Selbstabstrich
Handextraktion
Versorgungssicherheit
EM-Verlegung
Spielbetrieb
Seniorenzentrum
Besucherstop
HĂ€rtefallregelung
Trennung
Corona-Hilfe
Sicherheitsabstand

Worte des Tages vom 16.3.2020

Notstand
Gottesdienste
Busreisen
Gesellschaftliche Vollbremsung
Stillstand
6700 Menschen infiziert
14 gestorben
Katastrophenfall zum „durchregieren“
Weisungsbefugt
Whatever it takes
Systemrelevante Berufe
Digitalisierung der Bildung
Einreisestop fĂŒr Nicht EU BĂŒrger
SonderflĂŒge
9000 Punkte
Werksschließung
AbsatzrĂŒckgĂ€nge
COÂČ-Reduktion
Maßnahmenwirksamkeit

Verantwortung ĂŒbernehmen

Ich glaube, so langsam dĂ€mmert es allen Menschen, dass wir in einer richtigen Krise sind. Dass das jetzt nichts mehr ist, was einfach vorĂŒber geht. Die getroffenen Maßnahmen sind heftig. An meinen tĂ€glichen „Wasserstands- bzw. Wortmeldungen“ könnt ihr erkennen, dass sich auch die verwendeten Vokabeln eindeutig verĂ€ndert haben.
Es wird aber auch ein Ende der Krise geben. Wir werden alle deutlich durchgeschĂŒttelt. Der Virus wird zum „Game Changer“, so wie ich das schon prophezeit habe. Danach wird alles anders werden. Das Gesundheitssystem wird sich neu aufstellen mĂŒssen, die WertschĂ€tzung der Pflegearbeit wird endlich neu durchdacht und verĂ€ndert werden mĂŒssen. Die enorm große AbhĂ€ngigkeit von China wird auf den Tisch gelegt, die Produktion von Medikamenten hoffentlich wieder ins eigene Land geholt. Auch Sicherheitsaspekte, Grenzkontrollen, Notfall-Programme werden eine völlig neue Bedeutung bekommen, denn jetzt kann man nicht mehr sagen: SARS gibt es nur in den asiatischen LĂ€ndern! Schlussendlich werden wir aber auch erkennen können, dass wir verletzlich sind und einander brauchen. Dass gegenseitige SolidaritĂ€t die beste Gesundheitsvorsorge gegen alle Krankheiten und Krisen ist.

Ich habe gestern abend lange mit meiner Schwester telefoniert und sie hat gemeint, dass sie den Eindruck hat, dass bei vielen Menschen die „RealitĂ€t“ noch nicht durchgesickert ist. Zum Beispiel waren viele ihrer Freundinnen noch vor ca. 3 Wochen im Skiurlaub in SĂŒdtirol. Obwohl es sich da schon abzeichnete, dass die Krise dort kommen wird und es von ĂŒberall schon Virus-Meldungen gab. Sie haben es auf die leichte Schulter genommen und nicht glauben wollen. Und waren jetzt bei der Wiedereinreise ĂŒberrascht, dass das Gesundheitsamt QuarantĂ€ne anordnet! Es ist ja auch nicht zufĂ€llig, dass die BundeslĂ€nder und StĂ€dte, in denen viele reiche Menschen wohnen, auch mehr Geld zum reisen haben und dadurch stĂ€rker betroffen sind!

Ich höre außerdem den tĂ€glichen Podcast von Christian Drosten (https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html ) , der einen auch immer mit interessanten Informationen ĂŒber die aktuelle Lage versorgt. Wie wohltuend wissenschaftliche, neutrale Aussagen in diesen Tagen sind! Von ihm stammt z.B. die Information, dass die GesundheitsĂ€mter regresspflichtig sind, wenn sie Veranstaltungen absagen und den Veranstaltern dann Kosten oder EinnahmeausfĂ€lle entstehen. Und das ist oft der Grund, warum sie sich dann zurĂŒckhalten, obwohl es medizinisch gesehen vielleicht sinnvoll wĂ€re, alles abzusagen. Und immer wieder hört man jetzt die Meldung, dass eine Veranstaltung zwar auf 1000 Besucher gedeckelt ist, aber die Veranstalter dann einfach 999 Besucher anmelden.
Das ist eine Frechheit, finde ich. In dieser Krise sollten alle Menschen versuchen, mehr Verantwortung zu ĂŒbernehmen!

Wie sind Eure bisherigen Erfahrungen mit der Krise?