Arbeitsmotivation

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Quellen der Zufriedenheit

Ein Thema, das mich immer mal wieder beschäftigt ist die Frage nach der richtigen Arbeitsmotivation. Man könnte meinen, eine Motivation kommt immer von selbst oder ist nur von rein externen Quellen angeregt (Geld, Macht, Ruhm, Prestige, ..) aber je mehr die eigene Arbeit im Dienst einer Gemeinschaft sein soll, desto mehr verblasst die externe, abhängige Motivation. Wenn ich also meine Tätigkeiten einer Gemeinschaft – und nicht nur den eigenen egoistischen Zwecken anbieten will- verlagern sich die Prioritäten, aber auch die Ergebnisse.

Der externe Zweck ist der einfache, lapidare und nächstliegendste Grund, zu arbeiten. Man arbeitet, weil man Geld bekommen möchte, Anerkennung für eine Tätigkeit, weil man ein bestimmtes Ziel im Kopf hat und das durchsetzen will („mit 30 bauen“, mind. 4 Kinder bekommen; Geschäftsführer werden, usw.). Theoretisch verhalten sich Menschen dann wie Roboter oder Variablen in einem riesigen Geld-Erwirtschaftungs- und Fortpflanzungs-Getriebe: Eine Aufgabe wird entsprechend der Regeln und Qualifikationen erfüllt, man erhält Geld und Lob und tut seinen Dienst, Punkt aus. Nicht immer wird die Arbeit einfach sein, es wird Widerstände geben, unfreundliche Kollegen, Neider, miese Chefs. Die Bezahlung kann zu schlecht sein, die Arbeitsbedingungen schlecht, die Behandlung menschenunwürdig, die Aufstehzeiten gegen den eigenen Chronotyp. Es gibt viele Gründe, die einen von der externen Arbeit abhalten und Faulheit ist nur ein einziger, oberflächlich formulierter Aspekt, hinter dem sich meistens viel mehr verbirgt. Wie gerne drückt sich der Mensch vor unangenehmen und wie schwierig es ist, die Härten des Lebens mit Schwung zu überwinden!

Menschen urteilen gerne über andere und sagen dann so was wie „Der ist nur zu faul, um früh aufzustehen!“ Aber wenn man die unterschiedlichen Chronotypen und Charaktere mal analysiert, wird man feststellen, wie unterschiedlich Menschen sein können und dass es mitunter eine lange Suche sein kann, bis jeder Mensch die für sich beste Form der Arbeit gefunden hat. Diese Suche sollte man sich eingestehen, aber wenn man einmal was gefunden hat, was einem zusagt, gilt es auch zu handeln.

Die extern motivierte Arbeit ist wahrscheinlich die verbreitetste Form der Arbeit und einfach zu durchschauen und handzuhaben. Der gesellschaftliche Druck ist vor allem für Männer (auf Grund der Ernährerrolle) groß, so eine unbequeme Rolle zu übernehmen. Aber auch Frauen, die unabhängig sein wollen, kommen nicht darum herum.

Sie ist einfach zu verwalten, basiert auf einem Fahrplan (gute Noten, Praktika, Lebenslauf, hohe Qualifikation..) und bedarf meistens keiner Psychologie. Allerdings liegt der Nachteil an dieser externen Arbeit darin, dass dabei meistens keine echte, innere Motivation aufkommt. Menschen arbeiten erwiesenermaßen nur wirklich gut und geben mehr als 100 Prozent, wenn sie sich für eine Sache begeistern, so ist es auch kein Wunder, dass der Großteil der abhängigen Arbeitnehmer angibt, nicht besonders motiviert zu sein.

Wenn man ein Mensch ist, dem ethische Ideale wichtig sind und/oder man einen zumindest rudimentäre Form des Glaubens hat, kann man seine Arbeit „in den Dienst an der Gemeinschaft stellen“. In einer Familie (als Mutter) oder für eine Familie zu arbeiten ist solch ein innerer Zweck.
Die Kernmotivation ist hier nicht das Geld, sondern der Versuch, dass es „allen gut geht“, die „Kinder genug Liebe und materielle Werte erhalten“, usw. Vergleichbar sind auch soziale Berufe, in denen beispielsweise das Wohl der Patienten im Vordergrund steht.

Aber auch als Künstler gibt es „höhere Ziele“, z.B. „die Welt verändern“ oder „Kunst für die Massen zu produzieren“ oder einfach „ein berühmter Mensch zu sein und Meinungen zu beeinflussen“.

Die Motivation und der ursprüngliche Zweck einer Arbeit bestimmt auch maßgeblich das Ergebnis und somit das ganze eigene Leben.

Ich habe festgestellt, dass es mitunter hilfreich ist, über diese Motivation nachzudenken, vor allem wenn man mit einer Arbeit konfrontiert ist, auf die man keine Lust hat, bzw. die Lust wieder verloren hat.

Alle selbst gesteckten Ziele wie „ein Buch schreiben“ oder „das Haus renovieren“ oder „selbstständig werden“ haben die blöde Neigung, mangels ihrer externen Beobachter und Druckmittel sich irgendwann in Luft aufzulösen. Je selbstständiger man also von äußeren Chefs werden will, desto höher muss die innere Motivation sein. Indem man mehr und selbst motiviert arbeitet, erwirtschaftet man sich die nötige Freiheit.

Da sich diese Motivation von Tag zu Tag ändert und tlw. einfach von der Tagesform abhängig ist, ist es hier umso wichtiger, täglich an der Motivation zu arbeiten. Gerade bei einer Selbstständigkeit wird man am Anfang wenig Geld verdienen und überproportional viel arbeiten. Wie ist so eine „Durststrecke“ gefahrlos zu überwinden?

Überhaupt spielt beim Menschen auch das Vergleichen, der Neid und die Konkurrenz eine zusätzliche Motivationsrolle.

Haben es die anderen besser als ich? Arbeitet der weniger und bekommt mehr?

Wie gerne würde man nach unten schauen und auch den einfachsten Weg nehmen! Eine „höher geleitete Motivation“ ist leicht zu zerstören und verliert schnell an Substanz und Härte, wenn sie nicht täglich ausgefeilt und verbessert wird.

Je unangenehmer eine Tätigkeit ist, desto besser ist sie manchmal geeignet, um eine Motivation zu entwickeln: Die ursprüngliche Arbeit ist dann nicht nur Arbeit als Solches, sondern Übungsschauplatz- und Material für weitere Ziele.

So wie der Mensch lebenslang lernen muss, so muss er auch lebenslang an seiner Motivation und der inneren Einstellung arbeiten.

Es gilt, diese Aufgabe zu erkennen und sich von externen Quellen wie Lob, Rückmeldung und Geld unabhängig zu machen. Wenn man dies schafft, ist es egal, was man arbeitet – man wird immer zufrieden sein.

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