Twitter Erfahrungen

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So- wie versprochen, kommt jetzt der Artikel zu meinen bisherigen Twitter-Erfahrungen.

Vereinfacht gesprochen ist Twitter ein globaler Chat, der vor allem aus der Gruppe der Blogger benutzt wird.

Es erscheint mir etwas ungewohnt, lang und viel geschrieben zu haben und plötzlich nur noch kurze Statements abzugeben oder mit anderen Leuten direkt zu sprechen. Meistens hängt man am Computer ab, denkt nach, schreibt. Kommunikationstechnisch ist Stille angesagt.

Genau in diese Lücke trifft Twitter. Man kann lesen, was andere schreiben, man muss aber nicht. Es ist direktes Gespräch, es besteht aber kein Zwang zum Reden.

Wie in einem Messenger poppen die Nachrichten rein, manche liest man, manche überfliegt man, mit manchen beschäftigt man sich, auf manche klickt man.

Wenn man bestimmte Lieblings-Blogger hat, kann man auf deren Seite gehen und sich den Twitter-Namen raussuchen und die dann hinzufügen. So ensteht ein Personenkreis um den Blogger herum und er verliert seine Einsamkeit. Das soziale Netz wird gestärkt, es bleibt aber immer an einem selbst, wieviel man zulassen kann und will.

Wie Medioman in seinem neuen Artikel schreibt, ist es anstrengend, soviele Meinungen zu hören und unweigerlich muss man filtern. Einem gemütlich vor sich hinschreibenden Blogger (wie ich auch bin) erscheint es da befremdlich, reden zu müssen. Lieber lese ich und freue mich darüber, was andere so schreiben.

Aber das muss man ja gar nicht. Zuhören reicht auch. Einfach die Worte an den Ohren vorbei ziehen lassen. Den süßen Klang vernehmen, die gezogene Tiefe, die melancholische Schwere. Ein Genuss…. für den, der es zulässt.

So ist es auch kein Wunder, dass die abstrakten Meldungen überwiegen und fleißige Menschen an der eigenen Web-Arbeit teilhaben lassen. Dafür ist es gut, es ist eine schnelle Just-in-Time Synchronisierung von tausenden von Menschen auf der ganzen Welt. Die Medienmacher, Politiker und Journalisten überwiegen, für die ist es ein ganz normales Arbeits-Werkzeug.

Neid gibt es nur sehr wenig, und wenn dann hab ich ihn in Twitter noch nicht gefunden. Aber nicht auszuschließen, dass es auch hier Menschen gibt, die die Menge der Follower beneiden und einen schlecht machen wollen?

Gestern habe ich eine Frau aus Kanada gefunden, die sich über ein bestimmtes psychologisches Thema Gedanken gemacht hat, etwas worüber ich auch schon viel nachgedacht habe (An welchen Layout-Merkmalen erkennt man weibliche oder männliche Webseiten?). Ohne Twitter hätte ich nie von ihr erfahren und so juckte es mich, sie anzusprechen (was ich dann mangels Selbstvertrauen doch nicht getan habe). Ganz unverblümt, einfach mal fragen und verstehen, das ist die Stärke des Chat! Äh und auch die Stärke der Kommunikation, ganz im Allgemeinen!

So bringt Twitter die Menschen auf der ganzen Welt zusammen…ob klein, ob stark, ob mutig oder ängstlich. Und ich versinke mal wieder in tiefsinniger Stimmung…. was ich an der Stelle dringend stoppen muss!

Denn es gibt auch ein paar Nachteile: Twitter kostet viel Zeit, wenn man sich darauf einlässt und so kann es auch von der Arbeit abhalten, was schrecklich wäre! 😉

Also bis demnächst…

Eure J.A….

5 Gedanken zu „Twitter Erfahrungen“

  1. Es gibt einige schöne Twitter-Accounts, da ist das Mitlesen, die reinste Wonne. Ich habe mich jetzt allerdings mit den Followern beschränkt und muss ab und zu immer mal wieder jemand rauswerfen, damit ich den Überblick noch behalte. Mir ist es ein Rätsel wie manche Twitterer mehrere Hundert oder gar tausenden Followern folgen können.

  2. ich geb zu, ich guck mir am Anfang einfach ab, was andere so abonniert haben. manche Menschen sind ja wirklich Plaudertaschen. bei denen überleg ich auch, sie wieder zu ent-followen. aber ich kann ja keinem weh tun! 😕

    sieht man eigentlich, wenn man ent-followed wird? oder kommt die Benachrichtigung nur beim hinzufügen?

    Also 100 Leuten könnte ich nicht folgen. Ich hab 22 und es ist mir schon fast zuviel. Ich muss ja auch alles anklicken, mir die Seiten anschauen, usw.

  3. Grins…
    ich bin ja nun schon ein alter Twitter-Hase, weil ich seit September 2008 dabei bin. Bislang habe ich so für mich allein gezwitschert. Hatte sogar zwei Followers (Spam?), die ich wieder geblockt habe.
    Also bislang hab ich den Dienst wie einen Bookmark-Service genutzt.

    Jetzt hyped es sich so durch die Blogger-Szene, jeder veröffentlicht nahezu das Gleiche, mit welchen Tools und Plugins, Sidebars werden aufgemotzt und Twitter-Feeds integriert. So nach dem Motto, wenn du dazu gehören willst, dann musst Du das machen.
    Erinnert mich irgendwie an die 9. Klasse mit der Rauchercke oder Modeschnickschnack ala Nike-Turnschuhe und Konsorten.

    Nix desto fahr ich jetzt mit auf dem Twitter-Zug. Dank Julia, die mich überzeugte.
    Aber ich werde damit nicht meinen Blog verschandeln. Habe mir ein kleines Icon ergoogelt und es heimlich versteckt 🙂

    Jetzt muss ich mich noch um ein paar Abos kümmern. Vielleicht adde ich mir mal die Claudia, wo sie schon kommentiert und wir heute so ein feines Dreiecksgespann hier, bei ihr und bei mir in unseren Blogs bildeten 😆

  4. Hallöchen, erstmal danke fürs Verlinken meines blogs! Wenn man irgendwann zuvielen folgt, muss man filtern. Dafür gibt’s Tools, die ich aber bisher nicht nutze. Wenn jemand einem die Gefolgschaft kündigt, wird man von Twitter nicht benachrichtigt. Man kann das aber mit qwitter.com lösen. Weiter frohes Twittern und Bloggen (schön, dass es noch Blogs gibt, in denen geschrieben wird – Fotos sind ja naturgemäß nicht so mein ding;-)), Heiko

  5. @ Heiko Kunert: Danke für den Link, da geh ich gleich mal drauf. Schreiben mach ich sehr gerne, Bilder sind mir meistens nicht so wichtig. Ich finde es schön, die Welt mit Hilfe von Beschreibungen, Metaphern, aber auch mit Hilfe von Tönen, Geräuschen und Melodien zu verstehen. Es ist eine ganz andere Ebene und man kann sich mehr Zeit für alles lassen, aber auch mehr in die Tiefe gehen. Die moderne, hektische Welt ist so einseitig auf die Bilder begrenzt (z.B. im Fernsehen). Ich finde, Blogger und Autoren können da ein kleines Gegengewicht zu bilden und wenn es Dir entgegenkommt, ist es umso besser!

    @ Hartmut: Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich finds schön, dass ich dich überzeugen konnte. Jetzt muss ich mich aber auch anstrengen und regelmäßig twittern!

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