Trümmer aus Staub

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Das Ende des Kapitalismus ist nah. Ein letztes Aufbäumen vor dem totalen Exitus.
Strafzölle werden aus der Schublade gezogen. Das ganze Horrorsortiment von ewig Gestrigen.
Bald werden wir keine Harley Davidson und keinen Fruchtsaft mehr kaufen können. Menschen, die früher mal gute Freunde waren sind plötzlich zu Feinden geworden. Das ging ziemlich schnell.
Für die Zinsen wird schon ein Loch gebuddelt, damit man sie noch weiter in den Keller drücken kann.
Das bringt nur leider alles nichts. Die Menschen sind gesättigt, wollen nicht „noch mehr arbeiten“. Wachstum ist nur möglich, wenn viele Kinder in die Welt gesetzt werden und die Menschen möglichst viel arbeiten und Überschüsse erzeugen. Wachstum, das stellt man immer wieder fest, entsteht nicht von alleine.
Wozu aber mehr arbeiten, fragen sich die meisten? Das überschüssige Geld bekommt der Staat- damit die Lobby, die Wirtschaft, die Mächtigen- die damit machen, was sie wollen.
Machen wir uns nichts vor. Wir sind nur ein Rädchen im Getriebe. „Nützlich“ ist noch das beste Wort dafür. „Konsumenten“ das treffendere.
Wo ist die Freiheit bei all dem Ganzen?

Der sterbende Kapitalismus ist kein schöner Anblick. Grau und hässlich, aus Beton und Stahl. Er dreht sich und windet sich, sucht noch einen Sinn. Aber die Menschen sind schon weiter. Wollen keine „dreckigen Autos“ mehr fahren, keine Energie mehr aus kleinen Atomen gewinnen. Sie stellen sich lieber abertausende Spargel in die Landschaft und finden das „schön“.
Die Menschen wollen keine eng gequetschten Schweine im Stall mehr sehen, keine zerrupften Hühner und keine geschredderten Küken.
Aber gerne noch ein bisschen Fleisch essen, solange es noch billig ist.

Die Menschen wollen „fair-trade“, glutenfrei und bio. Sie wollen Flüchtlinge aufnehmen und ihnen helfen. Sie wollen bessere Menschen sein.
Ein freundliches, gesundes Gesicht zeigen. Die Bienen retten. Autos verbieten. Wieder mit dem Fahrrad fahren. Frauen tolerieren und bei Syrien ein bisschen weggucken. Die Bundeswehr wäre praktisch. Sie könne helfen, die hochtrabenden Ziele auch in die Realität umzusetzen. Aber was das alles kostet! Dann lieber nur so tun als ob.

Während die männlichen Führer der alten Welt an neuen Atomwaffen feilen und sich das Arsenal der 100 fachen Zerstörung neu ausdenken, fahren wir mit dem Fahrrad zur Arbeit und haben uns das Rauchen abgewöhnt.

Wir wollen an eine bessere Welt glauben. Eine Träne rollt über das Gesicht. In der Zwischenzeit fallen die Wolkenkratzer der alten Welt in sich zusammen und hinterlassen Trümmer aus Staub.

Sie nehmen keine Rücksicht auf den, der unten sitzt und in Träumen versunken ist.

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