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Psychologie der Wirtschaftskrise und Normalität

Gestern habe ich mir zwei Podcasts aus dem HR2 Funkkolleg zum Thema „Psychologie“ angehört: Einmal „Psychologie in der Wirtschaftskrise“ und „Was ist normal“.

Der erstere war eine ausführliche Podiumsdiskussion zwischen drei Psychologen (zwei Männer, eine Frau) und der Talkmasterin, die immer wieder die Diskussion durch gezielte Fragen anregte.

Interessant fand ich hier vor allem den Punkt, dass wir in der Wirtschaftskrise die Probleme zumeist individualisieren, d.h. Schuldige suchen (z.B. die Banker) und uns dann vor den nötigen Konsequenzen oder gar dem Hinterfragen des ganzen Systems drücken. Denn man vergisst gerne, dass die Konsumblase und die unerträgliche Gier nach Macht, Reichtum und äußeren Werten keine Sache von Einzelnen ist, sondern etwas, dass mehr oder weniger jeder Mensch in sich trägt. Mein Beispiel dazu: Wer sich ein zu großes Haus kauft, es dann aber nicht bezahlen kann, handelt genauso „schlecht“ wie der Banker, der diesen faulen Kredit nun an andere verkauft oder das Risiko zu streuen versucht. Oder die Gier nach neuen Autos, neuen Handys, usw. führt dazu, dass immer mehr produziert wird und der Wirtschaftskreislauf überhitzt und nur eine Richtung und ein Ziel kennt. Sollte die Wirtschaft nicht einfach im Dienst der Menschen stehen, anstatt nur dem Reichtum und dem grenzenlosen Wachstum alleine geschuldet zu sein- war die berechtigte Frage.

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