Posted by J.A. on Dezember 19, 2011

Das unbezahlbare Weihnachtsgefühl

Ist es nicht seltsam, wie sehr man für ein richtiges „Weihnachtsgefühl“ abhängig vom Wetter ist? Aber was soll das schon sein, ein Weihnachtsgefühl! Und überhaupt, vom Wetter abhängen? Das kann ja höchstens übersentimentale Poetinnen und andere christliche Romantikerinnen betreffen- aber nachweisbar ist es ganz sicher nicht!

Nun ja, ich will es dennoch mal versuchen. Dieses Jahr gab es also noch kein Schnee. Zumindest nicht für die Leute in Deutschland und für die meisten im Flachland. Etwas weiter höher in den Bergen soll es ja durchaus schon weiße Flöckchen gegeben haben. Ansonsten: Regen, Wind und Matsch, soweit das Auge trieft. Vor allem Wind, z.B. gestern. Da flog einem die Mütze nur so vom Kopf. Der Wind zerrte mit seinen kräftigen Armen am Balken der Unterkunft und wollte mal wieder zeigen, was er so drauf hat. Es pfiff und blies nur so, was das Zeug hielt. Einen ganzen Tag lang. Schwindel in den Ohren, irgendsoeine gereizte Stimmung hatte sich ebenfalls breit gemacht. Vom Wetter, ach komm! Was bist du doch nur für ein Waschlappen. Da muss man wirklich schon sehr empfindlich sein, davon so abhängig zu sein. Oder darauf so zu achten, das wird auch immer schlimmer dann!
Was sollen die Extrem-Bergsteiger erst sagen? Oder die extrem Lang-auf-einen-Pilgerpfad-Marschierer? Oder die Leute, die damals zur Antarktis gesegelt sind? Die wären froh, über diese netten mittelwarmen Temperaturen und die frische Brise. Also, wie immer eine Frage der Perspektise.

Read the rest of this entry »

Posted by J.A. on Dezember 23, 2010

Weihnachtspause

So, das Jahr neigt sich zu Ende und der wahrscheinlich letzte Artikel vorm hohen Fest wird heute geschrieben. Viel hatte sich in den jüngsten Tagen ereignet und über soviel wollte ich noch mein Geist und meine Feder erlassen. Am Ende ist es mal wieder recht dürftig geworden.

Das ist das Schöne am Bloggen: ungewiss, in welche Richtung es gehen wird, wenn man sich denn mal darauf einlassen kann.

Um nicht gleich wieder zu kopflastig zu werden, frage ich mich: Was ist mein Gefühl, was diese Weihnacht betrifft?

Zuerst, in allen Blogs die ich lese, kommt dieses Fest so gut wie gar nicht vor. Die einen haben ihre Schreibfrequenz sehr eingeschränkt, andere schreiben weiterum über ihr Kernthemen, meistens politische Blogs, die in meinem treuen Reader sind.

Aber ich habe anscheinend zu wenig persönliche Blogs im Abonemment, denn über Weihnachten an sich habe ich nichts gelesen. Ich habe nichts über die christlichen Wurzeln gelesen, ich habe keinen persönlichen Hausfrauen-Bericht über Weihnachtsstreß und Plätzchenbacken gelesen (mit ein paar wenigen Ausnahmen) keine Blogs von Kindern oder Familien, die darüber schreiben, wie sie sich auf die Geschenke freuen. Entweder meine Blog-Auswahl ist da sehr einseitig oder es sind Themen, die nicht so in die Öffentlichkeit dringen. Vielleicht ist mein Aufmerksamkeitsfilter auch zu sehr auf bestimmte Dinge gerichtet und übersieht die anderen. Ja, vielleicht bin ich da die Weihnachtsmuffelin und möchte es jetzt nur zu gerne euch in die Schuhe schieben…

Ich selbst habe ja auch nichts über Weihnachten geschrieben. Das war letztes Jahr noch ganz anders. Aber diesmal- irgendwie keine Lust, keine Motivation und auch keine Ansteckung von außen, nichts Inspirierendes, keine „Wunder“, nichts Bewegendes, nichts Feierliches in meinem Gemüt.

Das einzige, was in den letzten Tagen wirklich oft in den Medien und den Köpfen war, war und ist das blöde Winterwetter. Die bange Frage, ob das nun eine Klimaerwärmung ist oder nicht nur ein normaler Winter.
Dann die Zusammenfassung und Erkenntnis, dass es in unserer „modernen“ Marktwirtschaft an allen Ecken und Enden mangelt: Zuerst wurden die Winterreifen knapp, just in dem Moment als die Politik eine allgemeine Winterreifenpflicht verhängt hatte, komischer Zufall! Dass sie dann natürlich auch teuerer werden und zwar beim Einkauf hat mich schon etwas „gewundert“.

Große Versprechungen gab es auch beim Streusalz, manche Gemeinden konnten sich große Vorräte leisten und haben sich gut drauf eingestellt, andere wiederum, denen politisch der Saft abgeschnürt wurde und die tief in den roten Zahlen stecken, können ihren allgemeinen Straßenräumpflichten nicht mehr nachkommen. Das ist bedauerlich. Genauso, wie die gestrige Meldung aus dem Radio, das eine Familie furchtbar eingeschneit wäre und nun die Gemeinde anklagt, weil keiner kommt, um sie aus diesen Schneebergen zu befreien. Komischerweise aber die einzige Familie, die darüber geklagt hatte und die Verantwortlichen verwiesen nur zähneknirschend und etwas verärgert auf die „allgemeine Straßenräumpflicht“, die jeder Anwohner übernehmen muss. Im Ernstfall bedeutet das: Bis zur Straßenmitte den Schnee von der Straße entfernen, wer das nicht tut, haftet für eventuelle Unfälle und Personenschäden.

So erlebt „man“ vorm Hintergrund der allgemeinen Schnee-Katastrophe (die ja nur ein „normaler“ Winter ist), dass die Probleme sich mal wieder gegenseitig in die Schuhe geschoben werden: Die Politiker da oben machen die Gemeinden verantwortlich, die Gemeinden schieben die Last auf den Bürger, der wiederum ist „wutentbrannt“ (ein sog. Wutbürger) und will sich das nicht länger gefallen lassen, er schimpft mit seiner Frau, die wiederum mit den Kindern und die treten dann grimmig auf des Hundes Schwanz, der heulend davonrennt und daraufhin die Katze jagt… ein endloser Kreislauf des Jagens und Stechens und am Ende gewinnt… keiner.

Und mein einziger großer Weihnachtseinkauf in diesem Jahr wurde just auf den Tag gelegt, als es im hohen Germanien wie aus göttlichen Kübeln schneite und stürmte und die Fahrt zum Lieblingskaufhaus des Vertrauens in Kaiserslautern über die Autobahn wurde zur eisigen Rutschpartie. Vor allem für die vielen LKWs, denen schon im kleinen Dorf, an kleinen Bergen keine Weiterfahrt mehr möglich war. So war ich doch ganz froh, die meisten Besorgungen entweder zusammen mit dem besten Ehemann der Welt oder über das Internet getätigt zu haben. Der traurige Postbote allein, klagte über einen vierfach zu stemmenden Paketaufwand in dieser Zeit. Er sei bedauert und lieb gekost, vor dem Angesicht der Arbeit, die er für uns einfache Bürger geleistet hat.

Von der sonstigen Konsumfront sind keine besonderen Neuigkeiten zu verzeichnen, außer vielleicht, dass er dieses Jahr besonders gut von der Hand ging und der von Krise und Kaufzurückhaltung einst gebeutelte Einzelhandel sich nun emsig die Hände warm reiben kann.

Vom allgemeinen Widerstand gegen den Konsumterror war in den Geschäften nicht viel zu sehen. So wurde der gestrige Einkauf zu einem Wettlauf mit der Zeit, gegen die anderen Passanten und stellenweise…bis auf den Tod! Grimmige Hausfrauen bauten eine Einkaufswagenfront in des Ganges Mitte auf, sture einfältig blickende Männer fortgeschrittenen Alters blockierten mit eingebauten Scheuklappen und weit angewinkelten Armen die Bäckereitheke, deren Verkäuferin stundenlang an der Kasse herumnestelte und angesichts ihres Kampfes mit der Technik die schlechte Laune eins zu eins an den Kunden/ die Kundin weitergab. Die Brötchen aber, oh heiliges Wunder, waren genießbar und so schmeckte das erste und einzige Lachsbrötchen des Jahres im Anschluss vorzüglich. Vergessen war die Hektik, vergessen war der Streß.

Weihnachten, du magst gerne kommen,
für dich ist immer noch ein Plätzchen frei.

So lass dich nieder und sei erklommen
vom heil’gen Geist und des Menschen Grübelei!

Eine schöne Weihnachten für alle Leserinnen und Leser.

Die Kommentare sind moderiert bis zu meiner Niederkunft an einem nicht genannten Tag.

So seid artig und seid brav… und rutscht mir fein in neue Jahr!

Eure Madame Julia

Categories: Privates
Tags:
Posted by J.A. on November 21, 2010

Weihnachtszeit – Spendenzeit

Alle Jahre wieder… kommt die schöne Weihnachtszeit.

Und was gehört neben der obligatorischen Weinachtsdeko, den Plätzchen, die Gemütlichkeit in den vier Wänden, den Schoko-Nikoläusen und die horrenden Ausgaben für Konsum und Weinachtsgeschenke ganz eindeutig auch zum Fest der Liebe? Genau, das Spenden.

Wenn man in einem reichen Land wie unserem Land lebt und mit fließend Wasser, ausreichend Ernährung, einer guten Gesundheitsversorgung und einer Mindestabsicherung für alle Menschen aufgewachsen ist, kann man sich kaum vorstellen, dass es Länder gibt, bei denen es nicht so ist. Das Leid kommt oft durch die Fernsehbildschirme und dabei drängt sich das Gefühl auf, dass das nicht unsere Welt ist. So fern und so fremd erscheinen diese Probleme und diese Länder.

„Im Fernsehen“ gibt es Kinder, die mit zwei Jahren schon sterben, Menschen die auf der Straße im Dreck kochen, keine eigenen vier Wände haben, Kinder, die auf Müllhalden arbeiten oder dort ihr Essen suchen. Dazu kommen Verstümmelungen durch Kriegsfolgeschäden (z.B. Minen), Krankheiten durch schlechtes Trinkwasser (Cholera), Armut, Unterernährung …

Aber was können wir, in den reichen Industrieländern schon machen? Spenden wäre eine gute Lösung.

Auf der Seite Fundraisingverband gibt es viele Statistiken zu diesem Thema. Wer spendet in Deutschland und wieviel? Interessant ist diese Tabelle, aus der hervorgeht dass die privaten Spenden gar nicht die Hauptquelle für viele Hilfsorganisationen ist (3 Prozent), sondern die öffentliche Hand (64 Prozent).

Der Spendenanteil der Deutschen liegt mit 0,18 % vom Gesamteinkommen gerade mal knapp über dem internationalen Durchschnitt.

Wer weniger verdient, spendet dabei prozentual sogar mehr, aber absolut gesehen weniger.

Weihnachten ist ein christliches Fest und im Christentum heißt es, dass man alles teilen soll, was man hat. Aber teilen heißt im ursprünglichen Sinne: 50 Prozent von allem. (bzw. 50 Prozent von dem, was nach den Steuern und freiwillig erzwungenen Abgaben noch übrigbleibt)

Ganz gleich, wie man darüber denkt oder man nun eine Moralkeule braucht oder nicht: Jeder Euro wird helfen. Im Internet gibt es viele Seiten, die sich auf Spenden spezialisiert oder zu großen Gruppierungen zusammengeschlossen haben:

Exemplarisch sind diese beiden genannt: Aktion Deutschland Hilft
und Spenden.net .

Besonders betroffen sind im Moment Länder wie Haiti oder Pakistan. Aber auch nach dem Erdbeben in Chile wird noch Hilfe gebraucht und dann gibt es noch viele Länder, die nach der medialen Aufmerksamkeit schnell in Vergessenheit geraten: Kongo, Simbabwe, Sudan, Tansania und viele weitere.

Was ich persönlich auch noch sinnvoll fände, wäre eine Spende für die Wikipedia.
Ich benutze sie eigentlich in fast jedem Blog-Artikel oder als Recherche fast täglich.

Auch wenn die Zahlungen und die Entwicklungen dahinter etwas unklar vermittelt werden,
so kann es sicher nicht schaden, diesen gemeinnützigen Verein mit einer kleinen Spende zu unterstützen.

Irgendwie gehört das auch zur Netiquette … man gibt etwas zurück, was man im Netz kostenlos geschenkt bekommen hat.

Und wenn das alles nichts für das Seelenheil hilft, dann kann man darüber nachdenken, ob man statt Geld lieber Werte schenken möchte…

Das klingt zwar sehr abstrakt, ist aber vielleicht eine Überlegung wert.

Denn das Wertvollste was der Mensch dem anderen schenken kann, ist die eigene Zeit. Nett sein kann man allerdings das ganze Jahr. ;-)

Posted by J.A. on Dezember 24, 2009

Wie lange noch … ?

Geschmückter Weihnachtsbaum

Geschmückter Weihnachtsbaum

Ein Tag vor Weihnachten. Alles ist wie immer. Die Welt draußen ist sehr ruhig, kaum ein Auto fährt vorbei. Ich habe lange geschlafen, obwohl ich eigentlich früher aufstehen wollte.

Gestern hab ich noch den Weihnachtsbaum geschmückt. In Rot und Weiß und mit ein bisschen Glitzer und mit echten Kerzen. Für die Tage zwischendrin, für die gemütlichen Nachmittage auf dem Sofa wurde noch eine bunte Lichterkette angebracht, die meine Mutter schnell noch aus ihrem Zimmer geholt hat. Und nun steht er da, der Baum. Mein Papa hat ihn gekauft und aufgestellt, ich habe ein bisschen geholfen, der Baum ist traditionell mein Job. Das war schon immer so, solange ich denken kann.

Früher hab ich Lametta geliebt und es hat immer Stunden gedauert, bis ich die kleinen Stränge, die maximal 4 oder 5 Streifen umfassten, alle an die Zweige gefummelt hatte. Als Kind dauert das noch länger und man hat nicht sehr viel Geduld. Aber die ganze Familie hat geholfen und das machte es leichter. Papa hatte die wichtigste Aufgabe, zählte die Streifen und legte sie richtig hin, meine Schwester und ich durften sie aufhängen, meine Mama war in der Küche oder irgendwo anders am Rotieren.

Da wir oft einen sehr großen Baum hatten, dauerte es sehr lange, bis alles geschmückt war. Neben den üblichen Kugeln, den Kerzen und dem Lametta haben wir Kinder auch immer Holz-Figuren drangehängt und meine Mama kam meistens kurz vor der Bescherung bunte Süßigkeiten dran gehängt, die sie noch schnell gekauft hatte. Die Süßigkeiten hab ich dann schnell aufgegessen, als Weihnachten rum war und wenigstens dieses Abhäng-Problem war auf eine sanfte und bequeme Art schnell gelöst.

Weihnachtsbaum abschmücken war zum Glück nie mein Job und das hab ich auch nie gerne gemacht. Manchmal war er noch bis Ende Januar im Wohnzimmer, bis dann meistens mein Papa gemeint hat, dass er nun endlich mal raus muss und dann haben wir die Balkontür aufgemacht und mit einem riesen Schwung segelte der abgeschmückte Baum auf den Rasen und wurde später zerstückelt und zu Feuerholz verarbeitet. Spätestens dann war das besinnliche Weihnachten endgültig vorbei.

Bei diesen Holzfiguren waren immer ein paar sehr alte dabei und meine Mutter sagte immer, mit wichtiger Stimme, dass die noch dem Opa und der Oma gehört haben und dass die sehr alt sind. Das sah man auch und erfurchtsvoll nahm ich die zerbrechlichen und farblosen Holzfiguren in die Finger und hängte sie ganz vorsichtig an die Zweige, nicht dass sie kaputt gehen. Ich freute mich darüber, etwas von meinen Großeltern am Baum zu haben, denn an Weihnachten hab ich beide wegen der Entfernung nur selten gesehen. Und mein Opa ist auch früh gestorben, da war ich noch sehr klein.

Diesmal hab ich keine alten Holzfiguren drangehängt, ich hab es mir diesmal einfach gemacht. Weihnachten wird nur zu viert gefeiert, meine Eltern, mein Mann und ich. Meine Schwester ist leider nicht da und auch meine Oma ist wieder woanders.

Dafür werden wir dieses Jahr wieder in den Weihnachts-Gottesdienst gehen, was wir längere Zeit nicht gemacht haben. Weil ein Nachbarsjunge letztens konfirmiert wurde und ein anderer zur Zeit in den Konfirmanden-Unterricht geht und weil auch meine Schwester ihr Kind diesmal bei uns in der Kirche getauft hat, haben wir uns den Kirchgang irgendwie wieder angewöhnt. Ich finde das sehr schön und ich freue mich, dass meine Mutter so dahinter steht und mit der Nachbarin den Termin ausgemacht hat und uns alle mitgerissen hat. Nein, den Termin hab ja ich ausgemacht. ;-) Aber die Idee hatte meine Mum.

Weihnachten in der Kirche, eine lange Zeit haben wir uns das gespart, ich weiß gar nicht mehr, wie das ist, aber ich freue mich. Danach wird gegessen und dann ist Bescherung und ich kann es eigentlich kaum erwarten. Wie immer, das hat sich also wenigstens nicht geändert. ;-)

Überhaupt hat sich nicht viel geändert, Weihnachten ist wie immer. Schön, gemütlich, gesellschaftlich, kommunikativ und besinnlich. Ich mag Weihnachten.

Categories: Privates
Tags:
Posted by J.A. on Dezember 19, 2009

Fröhliche Weihnachten

teelicht-kerzen

Bester Song zum Text:
(Stille Nacht, moderne Version)

So, Weihnachten steht kurz vor der Tür und dies wird wahrscheinlich (einer) der letzte(n) Artikel in diesem Jahr.

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Leser für die vielen Kommentare und Rückmeldung zu den Texten und wünsche allen ein fröhliches Weihnachten 2009 und einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Es ist immer schön, Rückmeldung und Anregung zu bekommen und ich denke, das dies ein Großteil der Schreibmotivation ausmacht, neben der Freude am Schreiben an sich.

Ich werd’ mir ein paar Tage frei nehmen und tief in mich gehen, noch tiefer als sonst und ich hoffe, da finde ich wieder raus. ;-)

Read the rest of this entry »

Categories: Privates
Tags: