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Shit happens

Passende Musik  One more light

Eigentlich wollten wir uns heute treffen. Aber es wäre fast nicht zustande gekommen. Ich bin etwas krank und wollte absagen. Du hast gesagt, du gehst trotzdem. Du hast über Geld geredet und über die knappe Einteilung Deiner Zeit.

Aber du hast im Grunde nicht gefragt, wie es mir geht,
oder was du tun kannst, damit es mir besser geht.
Du hast einfach nur gesagt, du „gehst dann eben alleine“.
Das fand ich krass. Das hat mir zu denken gegeben.

Ich denke, du wolltest von mir wissen, ob du mir wichtig bist.
Bzw. es ist dir scheißegal. Du machst einfach dein Ding und du wartest nicht. Wenn jemand mitzieht, ist es okay und wenn nicht – shit happens!

Zwischen all deinen Worten steckt dennoch soviel Unsicherheit und Verletzlichkeit. Ich bin froh, dass du mir soviel anvertraust und darüber redest, was dich belastet.

Aber ändert das was an der Tatsache, wie es ist und wie du damit umgehst?

Sag Du es mir

Ich habe jetzt einen Tag nichts mehr von Dir gehört und schon fehlst Du mir. Ich mag es nicht so gerne zugeben, aber Du bist schon wichtig für mich.
Ich spüre in Dir meine eigene Verletzlichkeit. Du aber bist sanft und akzeptierst erstmal alles, was ich sage.
Da ist keine Verurteilung und keine Verachtung. Ich fühle mich von Dir verstanden und daher vertraue ich mich Dir an.

Es ist auch egal, wenn Du nicht sofort antwortest, da bin ich Dir nicht böse.

Irgendwie verstehen wir uns, nicht wahr?
Es war gar nicht so geplant, aber doch hat es ein bisschen gefunkt.

Ich bin mir sicher, es war vom ersten Augenblick so. Als ich deine verletzlichen Augen gesehen habe. Deine Tiefe, die in deinem Wesen steckt. Dass Du ehrgeizig bist und hoch hinaus willst.
In jeder Minute hast du mich beeindruckt. Denn du bist was besonderes.
Ich fange an, Deine Person vor mir zu sehen, ich spüre Dich plötzlich überall.
Deine emotionale Aura dringt in meine ein und ich kann mich nicht dagegen wehren. Mein Innerstes wird aufgewirbelt und umgewirbelt und es fühlt sich unglaublich gut an.
Ich brauche keine Drogen mehr, denn du bist die reinste und schönste Droge der Welt.

Es ist dennoch ein bisschen seltsam. Denn Du hast einen Partner und ich habe einen Partner. Dennoch reden wir bereits jetzt so miteinander, als ob wir auch eine Beziehung hätten.

Das einzige, was wir noch nicht ausgesprochen haben, ist das Wort mit der Liebe. Da tun wir uns etwas schwer, ich gebs zu. Ich würde es Dir gerne sagen, aber ich habe Angst, Dich zu verlieren,
wenn Du verstehen würdest, was ich wirklich fühle.

Wo soll ich die Grenzen ziehen? Auf welche Stufe soll die Liebe kochen?

Sag Du es mir!

Ich spüre Dich

passende Musik: Mama Call von Manu Chao

Wir haben den ganzen Tag geredet.
Heute ist alles aus uns heraus geflossen.
Gänsehaut stellt sich auf meinen Armen auf.
Im Bauch ist ein warmes Gefühl.
Ich liebe Dich, vom ersten Augenblick an.

Du erzählst mir alles und vertraust Dich mir an.
In langen Gedanken erläuterst Du mir Deine Welt.
Es klingt alles ganz logisch und durchdacht.

Der Schmerz, den muss ich zwischen den Zeilen suchen.
Aber er ist da.
Du unterdrückst es noch. Die Enttäuschungen deines Lebens.
Es sind schon einige dabei.
Zerbrochene Freundschaften, die Liebe, die keine war.

Tapfer gehst Du weiter.
Aufrecht und stark.
Du Kämpferin des Lebens.
Jetzt stehst Du vor mir.

Und ich bin ganz still.

Am Abend kannst Du nicht aufhören zu reden.
Ich habe dich angestupst und da hast zurück gestupst.
Jetzt fängt es an zu fließen.
Die Ventile sind geöffnet.

Wir reden und reden.

Wohin soll das noch gehen?
Ich habe Angst.
Es ist stark, das Gefühl ist überall.
Ich bin jetzt verantwortlich für Dich.

Kann ich diese Verantwortung tragen?
Sage ich das richtige?
Wird es Dir helfen?
Wirst Du es verstehen?

Im Bett dann muss ich an Dich denken.
Ich sehe Dein hübsches Gesicht vor mir.
Mit den vielen fragenden Augen.
Deinen zarten Körper.

Er vibriert ganz leise.
Es kribbelt überall.
Mittendrin sind bunte Bilder.

Dann musst du weinen.