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Selbstverwirklichung

Heute mal zur Abwechslung wieder ein Podcast.

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Ich habe lange überlegt, neben ein paar persönlichen Dingen, dem Stand der Dinge zum Blog, lautet das Hauptthema “Selbstverwirklichung”.

Was versteht man darunter, was fällt mir dazu ein und wohin führt das Thema?

Ganz aus der westlichen Perspektive und ohne das buddhistische “Selbst”, das wird gesondert behandelt.

Wer mag, kann sich die wichtigsten Begriffe und Stichpunkte hier nochmal nachlesen und vertiefen:

 

 

 

Viel Spaß beim Hören!

Das Leben ist eine Suche

Mein letzter Artikel war der Migräne-Artikel. Dieser Sonntag hat mich nun wirklich aus dem Leben gehauen. Nicht nur das Wetter, auch ich habe mich verändert. Habe ich in der letzten Woche noch viel Kraft und Elan gehabt, saugte mir der Tag plötzlich alles aus mir heraus. Von heute auf Morgen war die Motivation von 100 auf Null gefallen und alles nur wegen ein bisschen Kopfschmerzen?

Nein, ich fühle, da ist noch mehr. Mir wird z.B. bewusst, was es heißt mit „Leib und Seele“ zu bloggen. Frauen bloggen anders als Männer, da bin ich mir sicher. Auch wenn ich viele Sachen zum Thema „Gleichberechtigung“ nicht mehr lesen kann und will (oder zum Thema „Ungleichberechtigung“, das scheint auch ein Trend zu sein), so wird es mir klar, dass es große Unterschiede gibt. Dass ich meistens eine Gefühlsbloggerin bin, aber auch eine Leidenschaft für lange und philosophische Texte habe.

Im Blog erkennt man den Menschen. Das ist eine sehr einfache Formel, aber da ein Blog so sehr „Seelen-Werkzeug“ ist und so individuell geprägt wird, liegt das auf der Hand.

Nehmen wir der bisherigen Stand meines Blog: Ca. 50 echte Besucher am Tag, ca. 80 Feed-Leser (wenn was geschrieben wird) und ein paar zerstreute Hits. Im neuen Blog habe ich genau 148 Beiträge (Verschwindend wenig für ein Jahr) und 583 Kommentare, das macht durchschnittlich 3,939 Kommentare pro Beitrag. Der Schwerpunkt scheint also auf der Diskussion zu liegen.

In den Jahres des Entstehens ist das Blog nie explodiert, wurde nie kommerziell und ist stets nur langsam gewachsen. Ich merke, dass mir die Menschen, die es lesen, sehr wichtig sind. Ich habe eine Verbindung zu den Lesern und über jeden, der hier schreibt, denke ich nach und versuche mir Gedanken zu machen. Was soll ich schreiben? Was passt? Was langweilt, usw.
Manchmal lese ich andere Blogs tagelang und denke nur über denjenigen nach und schreibe selbst nichts. Das ist das, was ich an mir „weiblich“ bezeichnen würde, das passive und menschlich orientierte. SEO Blogger und andere Experten schreiben etwas zu einem Thema oder wollen wachsen und Geld verdienen. Das geht unter Umständen schneller und ist weniger kompliziert.
Wenn ich blogge, versuche ich etwas für Menschen zu kreieren und wie ihr wisst, versuche ich immer Emotionales und Moralisches mit reinzupacken, ich kann nicht anders!

Umso mehr macht es mich traurig, wenn ich sehe, dass ich damit nichts erreiche oder nicht erfolgreich bin. An die menschlichen Maßstäbe gilt es ganz andere Regeln anzulegen. Ich kann keine Spam-Mails verschicken und Werbung für „Deinen Glauben!“ machen. Ich kann niemand nerven, so lange bis er über sich selbst nachdenkt. Ich kann eigentlich überhaupt nichts machen, außer zu schreiben.

Und wenn ich mir Menschen so anschaue, dann fallen mir genau zwei Dinge auf (nein eigentlich noch mehr), alles Sachen über die ich länger als sonst nachdenken musste, Gedanken, die im Austausch mit anderen Menschen entstanden sind..

Ich liste mal ein paar davon auf:

  • Ist Twittern echte Kommunikation? Oder wäre es besser, Menschen in real zu treffen, anstatt den gemeinsamen Fernsehabend mit Hilfe von technischen Geräten und dem Internet zu verbringen? (Stoff für einen ganzen Artikel)
  • Wozu braucht man überhaupt ein Blog? Warum verbringen manche Menschen soviel Zeit damit, andere hingegen gar nicht? Warum gibt es Menschen, die Blogs regelrecht „hassen“ und wie erreicht man die? Haben sie vielleicht sogar Recht?
  • Wieviel Idealismus braucht der Mensch? Gibt es ein Ende von Mitgefühl und warum setzen soviele Menschen Barrieren vor ihr Herz und hören auf zu helfen?
  • Warum gibt es soviele griesgrämige Frauen und warum habe ich bei so vielen Menschen das Gefühl, dass sie völlig isoliert im Raum stehen und keinerlei Bindungen haben, die ihr Herz berührt und verändert?
  • Überhaupt die Kluft zwischen den Geschlechtern habe ich in der letzten Zeit stärker als sonst gespürt
  • Männer, die über Frauen lästern….
  • Frauen, die über Männer lästern…usw.

Ich weiß nicht, was genau mich am meisten davon betrifft oder verletzt, es ist mehr die Summe aller Erscheinungen über die ich nachdenken muss.
Normal habe ich ein Thema und mache mir dazu Gedanken, das ist einfach. In der letzten Zeit war es aber eine ganze Bank von Eindrücken und da dauert das Verarbeiten einfach etwas länger!

Vor allem die „gefühlten Eindrücke“ sind es, die mich runterziehen, die aber auf der anderen Seite mit dem Denken so schwer zu erreichen sind. So eine allgemeine Unlust und schlechte Laune scheint es bei vielen zu geben, bei manchen wurde sie sogar zum Charakter und zum Lebensinhalt. Sowas macht mir Angst.

Jede Einstellung, die ich habe, verändert die Welt. Gehe ich mit niedergedrückter Miene an das Werk, wird auch das Ergebnis nicht besser sein. Sehe ich immer nur das Schlechte, wird alles um mich herum schlecht bleiben. Die eigene Einstellung ist das A und O.

Und so kann ich es z.B. auch nicht verstehen, wenn man sagt „es gäbe zu viel Idealismus und Nächstenliebe“. Das kann es nie geben! Natürlich gibt es praktische Grenzen, anderen zu helfen, kann z.B. sehr anstrengend sein. Aber man sollte nie im Kopf die Grenze setzen. Die Grenze im Kopf zu überwinden – ist überhaupt das Schwierigste beim Helfen.

Heutzutage haben die Menschen soviel Freiheiten, es ist kaum ersichtlich, woran man sich halten kann und will. Das Gewissen, vor allem das mit Hilfe des Nachdenken „erarbeite Gewissen“ ist wichtiger als je zuvor. Praktisch haben wir vielleicht viele Freiheiten, aber aus all den Erscheinungen und Ablenkungen etwas zu wählen, was glücklich macht und dem Menschen als Ganzes hilft, das scheint ein Problem zu sein und ist in der Tat, sehr schwer.

Und dazu hab ich mein Blog! Das Blog ist der Kompass im Dschungel der Werte und Erscheinungen. In meinem Blog steht mein Pfad, mein Entschluss, meine Erwägungen, meine Landkarte. Ich schreibe darüber und wenn es jemand findet und für lesenswert und nachvollziehbar hält, dann kann er sich eine Weile mit mir gemeinsam durch den Dschungel schlagen, solange bis er meint „an dieser Kreuzung müssen wir links“ und ich aber lieber geradeaus gehe.

Was ist das Leben anderes als eine Suche?

Dafür dient das Blog. Das Leben bedeutet schnelle Entscheidungen und wenig Zeit für Überlegung. Im Blog kann man Pause machen und über alles nachdenken. Es klären, es verarbeiten, in einem besseren Licht sehen und schließlich neue Kraft tanken!