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Blog Special Schreiben- Teil 6

Die anderen Teile: HIER

Jede Schwäche kann zur Stärke werden

Was sind die Stärken des Blogs, ist auch die Frage, was sind meine Stärken?

Das bringt uns unweigerlich auch zu persönlichen und geschlechtlichen Fragen, die sich jeder Autor und jede Autorin täglich neu stellen muss und die, wenn sie richtig verarbeitet und integriert werden, die eigentliche Substanz jeder kreativen Arbeit sind. Man kann es nicht oft genug betonen, hier liegt der Schlüssel zum Erfolg, aber auch zum Glück, vor allem wenn man die ethischen und spirituellen Fragen miteinbezieht.

Ich habe mir z.B. meine letzten Artikel angeschaut und stelle fest, dass sie alle so negativ klingen. Von „Vergifteter Stimmung“ ist da die Rede, von Zerbrechlichkeit, Untergang, Selbstmord und Depressionen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ich bin eine blutrünstige Krimi-Autorin oder eine Skandal-Reporterin, die immer nur über Schlechtes schreibt. Auch wenn ich versuche, die schlechten Dinge beim Namen zu nennen und Lösungen zu erarbeiten, so bleibt doch das Negative hängen, zumindest in den Schlagzeilen, aber vielleicht auch in den Köpfen?

Bei vielen Leuten, bei denen ich so in der Nachbarschaft lese, stelle ich immer wieder fest, wie kritisch die meisten Menschen mit der kritischen Meinung von anderen umgehen, so als sei dieser Monat der Monat der gegenseitigen Kritik. Jeder auf seinen eigenen Gedanken, aber niemand gemeinsam im Boot. Ist das nicht das eigentliche Problem? Jeder wirft dem anderen persönliches Versagen, Rechthaberei, Engstirnigkeit und andere Schwächen vor- wann aber sitzt man schonmal an einem Tisch und beredet die Probleme miteinander? Klar, es gibt sie die Momente und ich will auch nichts schlecht reden… aber mir fällt schon auf, dass Rechthaberei doch auch ganz allgemein eine menschliche Schwäche ist, die wir fast alle haben. Rechthaberei ist eben auch ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und ist in Maßen genossen hilfreich, angenehm und Ausdruck von Persönlichkeit. In Maßen! 🙂

Und jetzt, in der Weihnachtszeit, sollten wir Frauen speziell nicht lieber über Plätzchen-Rezepte, über Geschenkideen und die aktuellsten Mode-Tipps tratschen? Die Probleme verdrängen und uns lieber mit Konsum-Gütern berauschen? Warum nicht? 😉

Überhaupt, wir Frauen! Warum habe ich keine richtige enge Freundin, warum sind die kritischen u. intellektuellen Frauen immer so einsam, oder täusche ich mich da in der Wahrnehmung? Bedeutet der Gang in die Tiefe auch der Gang weg vom Gegenüber, weg von der Welt? Nun, ich kenne die Antwort…

Denken und argumentieren sind traditionell schon immer Männer-Domänen gewesen. Fast immer waren es die Männer, die wichtige Säulen der Meinung projiziert und notfalls auch mit Gewalt verbreitet haben, Frauen waren meistens nur schmückendes, gebärendes und kochendes Beiwerk. Sinnvoll, freilich- aber machtlos. Nur ausgestattet mit einer feinen, unsichtbaren Macht, die jedem Manne schon immer ins Gesicht geschlagen ist, der dies mit Kälte und Stolz beantworten wollte. Und ja, auch von denen gibt es heute noch viele…

So ist es auch kein Wunder, dass die wichtigstens Blog in der deutschsprachigen Blogosphäre alles Männer-Blogs sind. Das Blöde am Patriarchat ist, dass diejenigen, die es vertreten, meistens gar nicht merken und wissen wollen, dass es so ist. Die Sicht der Dinge ist aus Männersicht meistens ganz anders als aus Frauensicht und ich bilde mir da ein qualifiziertes Urteil ein. Darf ich das?

Frauen hören auf die Zwischentöne, und sind meistens emotionaler und menschlicher veranlagt. Sie definieren sich auch ganz anders und haben andere Interessen und Weltbilder.

Alleine im Raum stehen und eine Meinung nur für sich vertreten, dabei noch Karriere machen wollen, all das schickt sich für eine Frau nicht, für die ewige Hüterin der sozialen Kontakte und des familiären Friedens. Man mag es nicht glauben, aber die soziale Kultur hängt der technischen Entwicklung in unserem Jahrtausend weit nach. Einfach, weil sie von niemandem mit Nachdruck entwickelt wurde und wir der Technik und dem Verkaufbaren stets den Vorrang gaben.

Klar, wo Männer an der Macht sind, werden eben auch nur männer-relevante Dinge fortentwickelt und weiche Themen, alles psychologische, weiche und Soziale liegt den meisten Männern halt nicht so. Es nicht entwickeln zu können, wiederum ist das Dogma und die Falle der männlichen Geschlechtsrolle.

Auch so Leute wie unsere Bundeskanzlerin würde ich als „männlich“ bezeichnen, zumindest in den Werten und Dingen, die sie vertritt, ist sie für mich keine typische Frau, kein schwaches, emotionales Wesen, sondern eben eine Karrierefrau- vielleicht eine angepasste?

Um es kurz zu machen, ich glaube schon, dass man als Frau (auch als typische, weibliche) gut bloggen kann, ganz egal was für Interessen, Veranlagungen und für Vorgeschichten man hat.

Ich denke, es ist nicht gut, sich von der feministischen Denkweise zu sehr einschüchtern oder gar schlecht reden zu lassen. Es ist so typisch für das weibliche, die ewige Selbstkritik und nicht nach draußen wollen, sich nichts zuzutrauen und schon gar nicht das eigenständige Denken.

Selbstbewusst auftreten, die Zweifel überwinden, einfach das machen und durchziehen worauf man Lust hat- das sind durchaus männliche Eigenschaften, die man braucht, wenn man bloggt.

Aber die weiblichen Fähigkeiten und Eigenschaften haben auch ihre Stärken und genau diese Stärken muss man erkennen. Man muss weg, von dem Glauben, dass man schlechter und unfähiger ist, nur weil man eine Frau ist. Und auch als männlicher Autor lohnen sich die übermäßigen Selbstzweifel doch nicht. Zweifelt euch nicht ständig selbst an, es reicht, wenn es andere tun.

Denen könnt ihr dann mit aufrechtem Gang das Gegenteil beweisen- und ganz nebenbei lernt ihr gutes Schreiben, Denken und Argumentieren.

Also steht zu dem was ihr seid und seid stolz darauf, ob Frau, ob Mann und welchen Glaubens auch immer.

Seid einfach so wie ihr seid, das ist genug.

Aussehen und Schönheit

Das Ideal „Schönheit“ ist ein Ur-Ideal und so alt wie die Menschheit selbst….

Was mir immer so auffällt, wenn ich auf verschiedene Blogs und Seiten gehe, die von Frauen gemacht werden: Die wenigsten haben Bilder von sich darauf und wenn, dann nur wenige oder kleine. Selbst wenn sie vielleicht hübsch sind oder „das gewisse Etwas“ haben, Bilder von Frauen entdeckt man meistens in einem sexualisierten oder kommerziellen Zusammenhang. Das Frauenbild in den Medien ist einseitig und auf den männlichen Geschmack ausgerichtet. Es gibt meiner Meinung nach zuwenig Bilder von Frauen „in natürlicher Umgebung“, frei von Erwartungen und Rollenbildern ihrer männlichen Kollegen. Dabei kann die natürliche, weibliche Schönheit auch ihren Reiz haben.

Wenn eine Frau Karriere machen will oder einen bestimmten intellektuellen Ruf aufbauen möchte, kann es hinderlich sein, als „Sexobjekt“ angesehen zu werden, überhaupt denkt man bei Frauen viel eher, dass sie ihr Aussehen dafür benutzen würden, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. (Komischerweise sagt man das bei einem hübschen Mann nie oder nur sehr selten!)

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Die Bedeutung des Aussehens für eine Frau


Der beliebteste Link in meiner Seite ist nach wie vor die Seite „Bilder“. Hier entsteht ein Ungleichgewicht aus Nachfrage und Angebot, denn frische Bilder aus dem Fotoapparat habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Mein neuer Schwerpunkt sind die Texte und das Blog, in ihnen liegen alle meinen „inneren Bilder“; meine Gedanken und meine Gefühle, meine Sichtweisen, Perspektiven, Ängste, Aussichten und Hoffnungen

Aus den eigentlichen Fotografien mache ich mir nicht mehr viel, sie bedeuten mir nichts. Für mich sind Fotos nur Momentaufnahme einer sehr komplexen Angelegenheit. Sie zeigen immer nur die Sekunden einer Sache, aber nie das Ganze. Sind es persönliche Fotos steigt die Gefahr, dass sie sexuelle Interessen oder Begehrlichkeiten wecken, die wiederum in Folge die Beziehung belasten und so zu Problemen führen, die ich nicht haben will.

Ich denke, das ist eine ungewohnte und seltene Einstellung, die man nicht überall findet. Daher will ich es erklären.

Unsere Welt ist voll von Bildern. Gerade Frauen werden in unserer Welt zumeist auf das Optische reduziert, auf den sexuellen Effekt, den sie bei Männern hervorrufen. Diese Sache ist im Kern keine Liebe, sondern sexuelle Begierde. Wenn ich jetzt Bilder von mir anbieten würde und es gäbe Männer, die es gerne ansehen, hätte ich ein Problem. Früher habe ich das mal gemacht und entsprechende Erfahrungen damit gesammelt: Männer denken dann immer, ich wäre zu haben. Sie schreiben mir, flirten mit mir, machen mir Komplimente. Das Sehen einer hübschen Frau ist mit ihnen un-zertrennbar mit der Aufforderung verbunden, diese Frau zu begehren und irgendwie „besitzen“ zu wollen. Es ist ein sexueller Instinkt. Schade finde ich immer, dass Frauen überhaupt nicht beachtet werden, wenn sie „nicht aussehen“, also ihre Fotos verstecken und sich dadurch unsichtbar machen. Es ist so wie eine Nonne im Kloster, die ein langes Gewand trägt und alles Optische und Hübsche an ihr verhüllt. Sie tut es im Einklang mit ihrem Glauben, ähnlich wie die verhüllten Frauen in der muslimischen Welt. In unserer westlichen Welt ist es wohl eher selten, dass sich Frauen nicht zeigen wollen (oder dürfen).

Letztens habe ich die Reportage zur letzten Loveparade gesehen, da wurde es wieder deutlich, was „Frau“ für viele Menschen bei uns bedeutet und zwar nicht nur für die Männer, sondern für ihr Selbstbild: Möglichst knapp bekleidet, auf das Schöne und die Fortpflanzungsorgane reduziert, so als ob sie keinen Kopf hätten, den sie benutzen könnten, sondern nur ihren Körper.

In Folge verbringen viele Mädchen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich mit ihrer Schönheit auseinanderzusetzen und manchmal auch damit, krank zu werden, wenn die Komplimente ausbleiben oder sie zu dick / zu dünn sind. Meiner Meinung nach ist nicht die Modeindustrie schuld, sondern unsere rückständige Einstellung gegenüber dem Wesen und den Wert der Frauen.

Wenn es keinen Mann gibt, der meine Texte liest und mich als Person wertschätzen kann, hat mich keiner verdient. Ganz einfach. In meinen Texten steht alles, in meinem Aussehen steht nichts. Ich bin das, was ich schreibe und denke. Wenn es niemanden gibt, der sich dafür interessiert, gibt es niemanden, der mir in diesem Moment wahres Mitgefühl und Liebe aufbringen kann. So einfach ist das.

Wenn man sich als Frau auf den Wert reduzieren will, also auf die Taten und guten Einsichten, die man hat, kann man in eine Grauzone der Leerheit rutschen, in eine Welt, in der niemand ist, vor allem kein Mann. Ich denke, das ist ein großes Problem und nicht sehr einfach zu lösen. (Wie heißt es so schön in der Statistik, je höher der Bildungsgrad einer Frau ist, desto schwieriger wird es für sie, einen Partner zu finden und desto weniger Kinder wird sie auf die Welt bringen wollen.)
Es mag Frauen geben, die angesichts dieser Erkenntnis lesbisch werden, weil es nur Frauen gibt, die sie als das wahrnehmen, was sie sind. Männer sind auf Grund ihrer Natur oft einseitig veranlagt und „können ja nichts dafür“, dass sie so ticken, wie sie es tun. Unsere Männer in Deutschland sind da schon viel weiter. Es gibt Männer, die sind noch viel rückständiger, benehmen sich wie Tiere, wollen den uneingeschränkten Herrschaftsanspruch, behandeln ihre Frauen wie Leibeigene. Dagegen muss man was tun.

Indem die Frauen sich weigern, öffentlich nackt und hübsch zu zeigen, demonstrieren sie ihre eigene seelische Stärke und Unabhängigkeit. Manchmal aber auch ihre Verletzlichkeit und Schüchternheit.

Wenn eine Frau wirklich selbstbewusst ist, kann sie vielleicht damit besser umgehen?
Ich z.B. kann damit nicht umgehen, ständig begafft zu werden und im Mittelpunkt zu stehen. Es ist eine Sache, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Es sei denn, ich bin in der richtigen Stimmung, aber das ist sehr, sehr selten. Schade eigentlich.

Aussehen ist für Frauen eine bestimmte Macht, die sie nutzen können, wenn sie damit umgehen können. Für mich ist es meistens eine Sache, die ich kritisch betrachte und die mir im Weg steht.

Bin ich dumm, wenn ich so denke?

Vielleicht sollte ich mal in eine andere Rolle schlüpfen und das Gegenteil von dem machen, was ich sonst tue. Mal ganz bewusst das Optische, Selbstbewusste und Extrovertierte heraushängen lassen. Meinen Kopfinhalt auf ein Vakuum reduzieren. Die Haare blond färben. Die neusten Sachen tragen und jeden Morgen nach Ananas, Lippenstift und Vanille duften.

Manchmal mache ich das gerne, auch wenn es Zeit braucht, dahin zu gelangen.

Über das Aussehen, vor allem die Mimik und Gestik wird ja z.B. auch kommuniziert, es ist möglich, bestimmte Inhalte zu vermitteln, direkter, internationaler und intuitiver, als das jeder Text kann.

Ich denke, heute komme ich zu keinem Schluss. Mein Kopf fühlt sich so leer an. Oh Gott, geht es schon los???? :shock: