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Posted by J.A. on September 23, 2010

Rezension: Little Children

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Aus einer ganz anderen Sparte der Erzählkultur stammt „Little Children“, ein amerikanischer Film aus dem Jahre 2006 nach einer Romanvorlage von Tom Perotta. Die Angaben zum Film sind auf Wikipedia recht umfangreich, so dass ich mir diesmal eine zu umfangreiche Inhaltsangabe ersparen werde. In kurzen Worten: Der Film illustriert auf eine eindringliche Weise das Alltagsleben von verschiedenen Menschen in einem amerikanischen Vorort. Dabei stehen vor allem die verheiratete Literaturwissenschaftlerin Sarah (gespielt von Kate Winslet) und der noch ohne Jura-Abschluss harrende, aber ebenfalls verheiratete Brad Adamson (Patrick Wilson) im Vordergrund der Geschichte.

Die beiden finden durch ihre Kinder zueinander, Sarah hat ein kleines Mädchen und Brad einen Sohn im gleichen Alter. Der Spielplatz und das Schwimmbad sind ihre Orte der Begegnung. In einer sehr langsamen, aber detailverliebt ausgearbeiteten Erzählweise kommen sich die beiden immer näher und erkennen, dass es in ihrem Leben viele Gemeinsamkeiten und auch viele ähnliche Probleme gibt. So sind beide nicht so recht glücklich in ihrer Ehe und vermissen die Romantik sowie das Familienleben. Ihre Partner sind jeweils berufstätig und haben kaum Zeit für sie oder die Familie. Vor allem die strenge Frau von Brad, Kathy (gespielt von Jennifer Conelly) beobachtet das Leben ihres Mannes argwöhnisch und erwartet, dass dieser bald sein Anwalts-Exam ablegt. Sie hat in der Beziehung die Hosen an und macht ihm z.B. Vorschriften in Bezug auf das Geldausgeben. („Muss diese Ausgabe wirklich sein?“, schreibt sie mit schnellen Buchstaben auf die Kontoauszüge, die er am Mittagstisch hervorkramt)

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Posted by J.A. on April 13, 2010

Unmoralischer Gehirnknoten

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Okay, ich hab lange darüber nachgedacht, wie mein Blog weitergeht, ob überhaupt – aber eins ist mir klar: Ich brauche neue Themen und vielleicht auch eine neue frühlingsfrische Denkweise!

Jetzt wo mein Blog schon fast an den Top 100 kratzt, jeden Tag 50 Kommentare an den Artikeln erscheinen, die Backlinks nur so eintrudeln , dass ich mich kaum davor retten kann und kaum zum Freischalten komme – selbst die Nachbarn grüßen mich bereits alle höflich mit (dem gekauften) Doktor-Titel und Namen!

Aber wieso sollte ich dann den Kurs ändern, hm? Wo doch eigentlich alles in Butter läuft? Die Freunde halten zu mir, ich habe mir ein riesiges Netzwerk aufgebaut, die Gleichberechtigungs- und Geschichtsthemen kommen super an, die Leute sind charmant und überhaupt nicht neidisch. Es gibt keinerlei Intrigen, keinen Neid, keine Missachtung, kein Mobbing. Alle halten sich an den Händen und singen „Flowers to the world!“. Streitigkeiten werden offen angesprochen, die Leute sind dialogbereit und nehmen Kritik ehrlich zu Herzen. Es herrscht eine Aura der konstruktiven Streitkultur, die vor allem vom gegenseitigen Respekt und dem Altruismus der Einzelnen zueinander gekennzeichnet ist. (im Science Fiction Film „Back to Basics“ von 2020, ein Machwerk des heute noch völlig unbekannten Regisseurs Prof. Arlus Neillson-Barre)

Es geht nicht darum, selbst das beste Blog oder die besten Ideen zu haben, sondern der freie Austausch der BloggerInnen untereinander überwiegt. Man beneidet einannder nicht die Menge der Kommentare oder des virtuellen PageRanks, nein das sind Dinge, die man gar nicht wahrnimmt. (nur im manuell zuschaltbaren Neid-Modul, dass meistens auf OFF oder zumindest im 200 Watt -Standby geschaltet ist) Auch marktwirtschaftliche oder persönliche Machtinteressen gibt es in diesem Kontext gaar nicht, da wir alle die perfekten Übermenschen sind und nach einem genetischen Muster funktionieren, das uns damals bei der Geburt die gute Mutter Matrix implantiert hat.

Es geht jetzt einfach darum, das Netzwerk voranzutreiben, die Gemeinsamkeit zu erkennen. Jeder Mensch ist nur eine kleine Gehirnzelle im großen ganzen virtuellen Gehirn, nur ein kleiner Teil und doch ist jeder Teil wichtig. (Die garstigen Teile sind weniger wichtig, aber sie verbreiten sich schneller)

Und so kommt es zu einem Kampf. Zu einem ewig-dauernden Kampf der Gehirn-Knoten und das Gehirn frisst sich am Ende von selbst, von innen auf.

Kein schöner Anblick! Überall hängen Fetzen! Die Blutgefäße sind hässlich aufgerissen, der rote Saft fließt, manches ist schon gestockt, anderes wird eitrig. In manchen Gängen befindet sich eine nicht zu vernachlässigende Menge Kalk, in der anderen nur moralisch schwarze Dunkelheit und dann gibt es noch ein paar Engel, die haben sich LSD eingeschmissen und grinsen die ganze Zeit.

Aber was wollte ich eigentlich schreiben?

Ich hab es vergessen.

Categories: Ausgedachtes,Humor
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Posted by J.A. on Juli 17, 2009

Lokalpolitik in Tungustikan

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Das ferne Tungustikan ist ein schönes Land. Die Vögel singen als ob es kein Morgen gäbe, der feine Sommerregen prasselt an die kleinen Dachfenster unserer Korrespondentin, vom weiten hört man die emsigen Hammerschläge der Bauarbeiter.

Die meisten Häuser glänzen und sind schön hergerichtet, aber doch- oh weh- bei einigen blättert der Putz, bei anderen hat sich ein Loch im Dach breitgemacht, bei anderen müsste die Terrasse gefließt werden. Manche stehen sogar schon Jahre leer, große Anwesen mit viel Platz für Familien mit Kindern, aber niemand darf hinein, denn inzwischen ist es so morsch, dass das Gebälk vielleicht einstürzen könnte. Eine gefräßige Pflanze hat sich durch das Dach gefressen. Sichtbares Elend, wenn man auf der Straße daran vorbei läuft.

Für die Ausländer vom fernen Mars gibt es ein Haus, einen Schuppen und einen kleinen Anbau, darin hat man ca. 5 Familien, inklusive Anhang untergepfercht. Dicht gedrängt sitzen sie nun zusammen, um das Haus scheint sich keiner zu kümmern, Unkraut wuchert im Garten und der Eingangsbereich versprüht den Charme eines typischen, tungustischen Hinterhofes. Aber auch Bewohner von der Venus, Pluto und Uranus hat man einziehen lassen und nun bleibt die Frage, wie alle mit der aufgezwungenen Enge zurechtkommen werden.

Für die Verwaltung ist das kein Problem, die haben das Anwesen in ihrem Computer, da stand letztens ein Vermerk, dass ein Zimmer frei geworden ist und so hat man gleich die nächste Familie aus der Warteschlange untergebracht. Es hat keine zwei Wochen gedauert und nun sind die Leerstände wieder besetzt.

Und auch für die vielen “städtebaulichen Misstände” hat man nun eine Lösung gefunden. Schlaue Männer mit langen Bärten aus der Lokalpolitik sind letztens um die Häuser gestreift. Da hat man das Problem erkannt und sofort eine gute Lösung erarbeit. “Jeder, der sein Haus renoviert, darf die Maßnahmen von der Steuer absetzen”. Oh das ist aber fein. Die tungustischen Einwohner freuen sich alle sehr und sind froh über die so großzügig verteilten Steuergeschenke. Endlich bekommt man was von seinem jahrelang durch Knartz IV abgetragene Leistung an die Gemeinschaft zurück!

Es gibt nur einen kleinen Haken: Einmal, so sagen die Männer mit ihren langen Bärten darf man nur diejenigen Leistungen abgelten, die auch von Menschen, bzw. Tunguskern gemacht werden! Also nur die Handwerkerleistungen, und ja kein Baumaterial! Und weil das so fein klappt, hat man noch etwas dazu erfunden: Das alles solle nur dann gelten, wenn man über 7.000 € aufwendet, das ist so eine kleine Klausel, die stand ganz unten im Vertrag.

Tja und nun schauen die meisten Tungusker natürlich aus der Wäsche. Denn die eine ist alt, die hat nicht mehr soviel Geld. Der andere ist Arbeiter und muss seine Familie ernähren. Leider hat er keine 7.000 €, die er mal eben so investieren kann. Die Last vom Hauskredit drückt doch sehr und nun brauchen sie schon wieder neue Schuhe und Möbel…

Tja und die anderen sind Ausländer und arbeitslos und bekommen sowieso alles vom Staat, die können nichts machen. Die müssen warten, bis jemand ihr Haus saniert. Was natürlich nie geschieht.

Fein, haben die Männer mit ihren langen Bärten gedacht- allerorten wird man nun die fleißigen Handwerker sehen und unser Land wird endlich wieder schön und sauber!

Die Bürger haben sofort die Hilfen in Anspruch genommen und alle fleißig ihr Häuschen saniert.

Zumindest haben die Männer mit dem langen Bart das sich so gedacht.

Aber komisch ist, dass nur auf einer einzigen Baustelle im ganzen Land gearbeitet wird: Das Haus wurde von dem einen Mann gebaut, der sich auch die Regelung mit dem Absetzen und der 7.000 € Grenze ausgedacht hat. Und weil das so schön groß ist, hat er auch einen netten Sportverein untergebracht. Die Leute da, die fahren alle mit dem Einrad herum. Letztens beim großen Wettbewerb, einmal um den Planeten rum, da hat man herausgefunden, dass manche auf ihren Einrädern gedopt waren! Oh, pfui das ist aber nicht schön. Aber egal, das wird bestimmt bald vergessen und dann machen wir einfach so weiter!

Lustig! Ja, das ist tungistische Lokalpolitik wie sie jeder haben sollte. Vielleicht wird es ja eines Tages ein erfolgsversprechendes Export-Modell!

Und die Tungskaner- jeder einzelne- so reich und schön wie keine andere Nation im ganzen Weltall!

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Categories: Humor
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Posted by J.A. on Juli 16, 2009

Frauen in der Politik – Teil 2

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Der junge Silvio ist ein Frauenheld. So wie man sich einen typischen, braun gebrannten, leichtlebigen Italiener mit Temperament halt vorstellt. Wie die meisten italienischen Männer steht er bei der Damenwelt auf blonde Haare (die etwas besonderes in südlichen Ländern sind) und auf junge knackige Frauen mit prallen Brüsten und schön geformten Hintern. Köpfchen ist nicht so wichtig, aber das Aussehen- ja das ist ein Attribut!

Er kann sie auch mal auf seine Villa einladen, es können von mir aus auch Prostituierte sein. Alles nicht so schlimm.  Man hat ja die eigenen Medienkonzerne, die das ganze wieder ins rechte Licht rücken und mit einem Tusch und einem gut aufgemachten Einspieler sieht das ganze schon wieder viel lockerer aus. Und warum regen sich diese Ausländer eigentlich immer so auf, was wir hier in Italien machen? Wir Italiener, wir stehen hinter unserem kleinen Mann. Da kann er auch zu Barack Obama sagen, er wäre ja gar nicht soo dunkelhäutig oder die G8-Staatsoberhäupter mal in das von Elend und Leid gezeichnete Erdbebengebiet lotsen. Das lenkt so schön vom eigenen, etwas untadeligen Verhalten ab.

Ach und eigentlich ist er doch ein Netter, wie er immer lächelt, ist er nicht sympathisch? Nicht so steif wie die deutsche Königin Angela Merkel, nicht so breit und falsch grinsend wie Sarkozy. Auch Gordon Brown wirkt dagegen eher langweilig, nordeuropäisch halt. Aber nein, der Silvio, der ist uns sympathisch. Das ist unser Junge.

Ein paar Kilometer weiter, im entfernten Brüssel gab´s letztens Krach, weil die böse Silvana mal wieder Scheiße gebaut hat. Wie für Frauen so üblich, hat sie Kinder bekommen und in der Zeit war sie am Herd, hat Windeln gewechselt, sich mit ihrem Mann gestritten und ausgespuckte Breiflecken von ihrem 2.000 €- Kostüm weggewischt. Tja und jetzt sie ganz schön zerknittert aus, die Silvana.  Ihr Lächeln, das sie noch mit dem Erfolg der FDP während der letzten Europawahl auf allen Kanälen verbreitet hat, ist einem von tiefen Falten zerfurchten “ich hab meine Tage” Gesicht gewichen. Als ob sie es nicht glauben kann, hört sie und hört sie immer wieder die Stimme des -natürlich- männlichen Gegenübers , der ihr nun verlautbaren lässt, dass man im europäischen Parlament, wo es ca. 30 Prozent Frauen gibt, es einfach nicht leiden kann, wenn sie ein Mädchen so unmoralisch aufführt wie sie. Sie hat sehr viele schwerwiegende Fehler gemacht. Das ist doch ganz klar, die Liste ist lang. Sie ist eine Frau, äh und eine Frau und hat den Mund aufgemacht und äh ihre Popularität genutzt und ihr Aussehen (das ist sowas wie ihr eigener Medienkonzern) und äh sie ist eine Frau.

Tja, und das reicht natürlich, die böse Silvana abzustrafen. So geht das ja nicht. Vor allem nicht in Europa! Wir sind ein ordentliches, männliches Parlament. Wir wollen keine Abweichler und keine erfolgreichen und klugen Menschen, die mit dem Bürokratie-Wahnsinn aufräumen und mehr Freiheit erkämpfen. Um Himmels willen, wo würden wir denn hinkommen?

Dann könnten wir ja gleich den Silvio als europäischen Kaiser wählen!

Wenn ich so nachdenke, eigentlich keine schlechte Idee…

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Weiterführende Links und Nachtrag

Erschreckend, was man beim Recherchieren im Netz für Meinungen findet. Ein weiterer Beweis für latente Frauenfeindlichkeit und offensichtlicher Zurückweisung und Stimmungsmache.

Die Beiträge im Netz sind meisten gegen die Abgeordnete, erst beim diesen Beitrag wurde der eigentliche Grund für die schwierige Wahl erfasst (vorletzter Absatz).

“Neid und getroffene Hunde.”

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Frauen in der Politik – Erster Teil


Categories: Politik
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Posted by J.A. on April 3, 2009

Arbeitsmotivation 4- Zum Xingler mutieren

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Mal ehrlich: Man wird es Dir ansehen, dass du morgens nicht aus den Puschen kommst, dass du erstmal 5 Tassen Kaffee brauchst, um überhaupt (so ab 11, halb 12) die erste Zeile zu Papier bringen kannst. Man wird es spüren und dir förmlich aus der Nase ziehen können, dass du ein Schöngeist bist und es werden dir spöttische Blicke zugeworfen werden, wenn du erzählst, dass du damals dein BWL-Studium gegen Philosophie und Germanistik eingetauscht hast. Du hast hochtreibende Gedanken und bist der Humanist in Person? Behalte das lieber für dich, denn heute habe ich die schwierigste Aufgabe von allen für dich: Die waschechte Verwandlung in einen echten Xingler.

Es geht nicht darum “ein guter Mensch” zu sein, gewöhne dir lieber an, in Zahlen zu denken. Schiebe deine ethischen Bedenken beiseite und verinnerliche deine neue Rolle so sehr, bist du merkst, dass du es wirklich bist und nicht mehr spielst!

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Categories: Arbeit
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