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Posted by J.A. on März 14, 2011

Von der Trauer…

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zum Gleichgewicht

Eine schwere Trauigkeit hat mich heute erfasst. Mit den Nachrichten im Fernseher und im Internet ist auch der reale Kloß im Hals angewachsen und spürbar dick geworden. Der Druck auf die Tränendrüsen war heute nicht mehr aufzuhalten. Mein ganz persönlicher Auslegungsstörfall. Zuerst ein grauer Schleier, ein verstopftes Emotions-Ventil, darauf folgt eine gewisse Fassungslosigkeit und Stille. Dann das kaum zu formulierende Gefühl, dass diesmal wirklich etwas schlimmes passiert. Immer in stiller Hoffnung, dass die Meldungen im Fernsehen doch nochmal besser, optimistischer werden und Entwarnung gegeben werden kann. Doch das Gegenteil ist der Fall und es wird derzeit noch schlimmer. Schon sieht man die ersten Anzeichen und das Groteske bahnt sich seinen Gang. Menschen, die hinter Scheiben eingesperrt werden und auf Grund ihrer Strahlung unter Quarantäne gesetzt werden. Das ist wie in einem Science- Fiction Film. Wer weiß, wie lange sie noch strahlen werden? Werden sie jemals wieder gesund? „Er sei beruhigt“ sagte ein Mann, der hinter der Scheibe Angehörige oder Freunde hat „sie sehen noch ganz normal aus“. Ja das ist das Tückische an der Strahlung. Man sieht sie nicht, man schmeckt und fühlt sie nicht und doch ist sie tödlich. Erst fallen die Haare aus, dann vielleicht die Zähne. Dann kommen die Schmerzen und schließlich der Tod. Manchmal auch in Form von Krebs, etwas verspätet.

Dass es selbst die schwarz-gelbe (Atomfarbene…) Regierung dazu bringt, einzulenken! Ich fühle mich fassunglos, extrem überrascht und fast ein wenig gerührt. Gleichzeitig ist es aber auch eine indirekte Bestätigung dafür, wie schlimm die Krise auch von der Regierung eingeschätzt wird. Oder geht es nur um die eigenen Felle, die angesichts der anstehenden Landtagswahlen wegzuschwimmen drohen? Nein, mein Gefühl sagt mir, dass es diesmal mehr ist. Dass Merkel und Westerwelle wirklich betroffen waren und dass es nun selbst bei konservativen, ehemaligen Atom-Befürwortern vielleicht doch noch ein Einlenken oder Umdenken geben wird. Denn an die Vernunft und die Einsichtsfähigkeit des Menschen sollte man immer glauben. Wer das nicht mehr kann, hat sie selbst verloren.

Aber muss es immer so weit kommen, bis die Vernunft über die (wirtschaftliche) Sturheit siegt? Warum müssen dazu 10.000 Menschen (und vielleicht noch vielmehr) sterben? Warum müssen dafür erst unzählige Quadratkilometer an kostbarer Natur -für was weiß ich wieviel Jahre- verpestet werden? Es ist das eigene Land, das man wegschmeißt. Es sind die eigenen Tiere, die vergiftet werden, die eigenen Immobilien, die wertlos geworden sind und letztendlich die eigenen Angehörigen, die gestorben sind und die eigenen Kinder, die keine Zukunft mehr haben werden. Gegen das Erdbeben kann man nichts machen, aber gegen die Atomkraftwerke sehr wohl.

Ich glaube, wir können uns das mit gewöhnlichen Mitteln gar nicht vorstellen, was eine nukleare Katastrophe bedeutet. Zu selten hat man eine erlebt, zu irreal sind die möglichen Folgen und es wird immer noch verdrängt, vertuscht und die Panik möglichst klein gehalten. Eine atomare Wolke, die mit Nordwind auf den 35 Millionen-Großraum Tokio zuweht? Unvorstellbar.

Und es geht uns ja auch nichts an. Japan ist ja weit weg! Der Wind steht günstig für Deutschland und Europa, also weiter zur Tagesordnung. Decke über den Kopf, Fernseher ausschalten und Zeitungen zusammengefaltet liegen lassen. Ist es so einfach?

Ich finde, die Zusammenhänge sind kaum zu übersehen. Wir sind alles Menschen. Über sieben Ecken kennt jeder Mensch jeden. Unser Genpool geht nach einer Theorie auf maximal 10.000 gemeinsame Vorfahren zurück. Es gibt viele Japaner, die bei uns in Deutschland leben und es wird auch einige Deutsche geben, die in Japan leben, studieren, Urlaub machen. Die Wirtschaften sind eng miteinander verflochten, wir kaufen fast jeden Tag japanische Produkte oder sind direkt oder indirekt damit in Verbindung.
Wir sind weder genetisch noch wirtschaftlich getrennt oder verschieden, noch was unsere gemeinsame Anlagen, Wünsche, Träume und Perspektiven angeht. Wir sind alles Menschen, wir wollen alle gesund, glücklich sein und in einer sauberen Welt auf einer gesunden Erde mit Zukunft leben. Das ist unser Recht, unser ureigenstes Recht und dafür müssen wir aufstehen und uns einsetzen!

Auch die Atomkraft geht uns direkt etwas an! Ganz Europa ist übersät mit Atomkraftwerken und selbst wenn in Deutschland alle AKWs abgeschaltet worden sind, sollte der Kampf gegen Atomkraft europaweit weitergehen. Wann wird man endlich einsehen, wie wichtig alternative Energiekonzepte sind? Und warum gibt es immer noch soviele, die meinen, dass es keine Alternativen gäbe?

Tja, der Mensch ist eben doch Egoist, wenn es um Energiefragen geht.
„Klimaschutz ist gut, wenn er nichts kostet“ las ich z.B. letzens im Umweltjournal.

Wenn man die (aktuellen) Erzeugerpreise von Atomstrom mit anderen Energieformen vergleicht, wird schnell klar, was der Knackpunkt an der Geschichte ist, das Geld.

So liegt der Erzeugerpreis pro Kilowattstunde bei 2,65 Cent bei Atomkraft, Braunkohle kostet 2,40 Cent, Wasserkraft 4,3 Cent und Windenergie ganze 9 Cent. Die Photovoltaik ist noch beinahe außer Konkurrenz und mit 54 Cent extrem teuer.1

So einen tiefgreifenden Wandel wird man nicht zum Nulltarif bekommen. Aber im Grunde ist es doch egal, warum der Strompreis steigt. Ob das jetzt die Atomkonzerne sind, die sich die Taschen vollstopfen oder die Politiker, die die Steuern erhöhen. Zahlen muss man so oder so, denn ohne Strom kann niemand mehr leben.

Dennoch steigen Energie- und Stromhunger weltweit kontinuierlich an und scheinen von einer einzigen Konstante, der menschlichen Gier getrieben zu werden.  Denn „sinnvoll“ erklären kann man das schon lange nicht mehr. Mir fällt nur bei dieser Liste auf, wie stark Energiehunger und wirtschaftlicher „Erfolg“ miteinander in Bezug stehen.
Je erfolgreicher die Volkswirtschaften, desto größer ihr Energiehunger. Oder ist es umgekehrt?

Dass es mit erneuerbaren Energien eine sehr sinnvolle Alternative gibt, die einen hohen CO2 Ausstoß vermeidet und dabei gleichzeitig Werte und Arbeit schafft, zeigt z.B. diese Broschüre.

Und auch der Kapitalismus als Ganzes sollte endlich neue Antworten liefern, wie eine Wirtschaft gesund sein kann, ohne sich ständig vom Aufschwung- und dem unsäglichen Rendite- Dogmatismus beherrschen zu lassen. Kann es eine Wirtschaft geben, die gesund ist, auch wenn sie gerade nicht abnorm wächst und wuchert, wie beinahe ein krankhaftes Geschwür, dass dem Planeten Erde immer mehr an Lebensenergie raubt? Es wird höchste Zeit, darüber ernsthaft nachzudenken. Wir brauchen sinnvolle und nachhaltige Alternativen für eine gesunde Zukunft und die Abkehr von der Atomkraft ist nur ein erster, aber auch wichtiger Schritt.

Japan ist eine Warnung an die Welt. Ein Aufschrei der Natur, eine Zäsur, die dem Menschen zeigt: Eure Macht ist endlich. Baut keine Türme zum Himmel, baut eure Häuser kleiner und stabiler. Die Macht des Menschen als Ganzes ist endlich. Wirtschaftskraft um jeden Preis ist nicht alles. Was zählt, ist auch die Harmonie, das natürliche Gleichgewicht zwischen Mensch, Technik, Wirtschaft und Natur.


Anmerkungen:
  1. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Wirtschaftlichkeit []


Posted by J.A. on Oktober 30, 2010

Sei er mir ein Crocus..

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..der Freude und Farbe im Winter schenkt

Passender Song zum Text

Gestern habe ich Krokusse gepflanzt. Das ist so eine entspannende Tätigkeit. Zuerst die warme Winterjacke überstülpen, denn draußen ist es bitter-kalt. Hände mit spezieller Schutzcreme eincremen (Schmutzabweisend und pflegend, ist gut, wenn man direkt danach kochen muss und noch dreckige Finger hat). Dann die Pflanzgeräte und die Knollen zusammensuchen und in eine Kiste stecken. Damit zum Beet laufen, sich auf den Boden knien (eine Unterlage kann nicht schaden, möchte man keine blauen Flecken bekommen) und einen ersten Überblick über die aktuelle Boden-Lage verschaffen. Wo wächst das Unkraut? Welche Pflanzen sind noch gut, welche schon vermodert? Mal in der Erde rumstochern: Ist sie weich oder hart? Wie fühlt sie sich an? Wie riecht sie? Entspannen. Dann mit einer kleinen Hacke das Beet von den obersten, abgestorbenen Pflanzschicht befreien, das ganze in einen Eimer sammeln. Steine und nicht-organischer Abfall (Netzreste, angewehtes Plastik, etc.) in einen anderen Eimer.

Die Erde gut aufbereiten und aufwühlen. Dabei schauen, ob in der Erde schlabbrige Regenwürmer sich winden und einem treu-doof bei der Arbeit beobachten. Nebenbei die neugierigen Vögel im Auge behalten, die ein angeborenes, großes Interesse für frisches Ackerland haben. Einen Käfer vorsichtig zur Seite tragen, damit man ihn mit dem harten Garten-Stahl nicht zerteilt. Käfer sind sehr zerbrechlich und werden von Menschen meist komplett übersehen.

Die bereitgelegten Netze mit den Krokuss-und Tulpen Knollen sortieren, Bildchen betrachten und sich darüber freuen. Packungsbeilage beachten: Krokusse nur fünf Zentimeter tief, Tulpen aber zehn. Die Netze eine nach dem anderen öffnen und die Knollen auf der frischen Erde verteilen. Ein schönes Muster gestalten, das ist fast wie beim Backen oder Malen.

Entweder abwechselnd, oder eine Reihe mit blauen und dahinter eine gelbe, ganz wie man möchte. Die Tulpen als Wächter über das Beet thronend in großen Abständen. (Tulpen sind majestätische Pflanzen, der grüne Daumen behandelt sie mit ausreichend Respekt).

Wenn man mit dem Muster zufrieden ist, den runden Pflanzenstecher aus der Trickkiste zaubern: Mit dem geht es ganz leicht!

Jetzt kommt der Teil mit der Arbeit und der Part, der für die verbrannten Kalorien verantwortlich ist: Je nach Knolle ein Loch in die Erde stechen, dabei den Stecher leicht drehen, feuchte Erde hilft, rausziehen, Knollen reinfriemeln, Erde aus dem Pflanzenstecher pulen, glattstreichen. Evt. festdrücken. (Man denke an die Vögel und andere Tiere, die evt. hungrig oder neugierig sind)

Nach 40 Krokussen kann man erstmal eine Pause machen. Sich das Ergebnis anschauen: Man sieht nicht viel, nur eine glatte, von Unkraut befreite Erddecke. Jetzt heißt es warten! Im März oder April kann man sich dann freuen und an den frisch geschlüpften Pfänzlein schnuppern!

Der nächste Frühling kommt bestimmt… machen wir das beste daraus.

Weiterführende Infos zu Crocussen:

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Posted by J.A. on Juni 3, 2010

Das kleine Dorf am Rande des Berges

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Fahrrad-Lenker aus der Sicht des Fahrers gesehen

(( Bildquelle: by_Albrecht-E.-Arnold http://www.pixelio.de/ ))

Lauwarm streicht die pollenhaltige Luft über meine nackte Haut. Die Augen brennen ein wenig und sondern beständig Flüssigkeit ab, um die eintreffenden Fremdkörper auszuspülen.

Die Sonne brennt vom Himmel, weit und breit ist keine Wolke zu sehen. Die Wiesen und Felder fliegen an mir vorbei, aber doch gerade so schnell, dass ich sie bewundern kann. Die Anzeige auf dem Tacho schwankt zwischen 15 und 20 Stundenkilometer, es fühlt sich an wie eine gute Reise-Geschwindigkeit.

Heute ist der perfekte Tag zum Radfahren!

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Posted by J.A. on Oktober 14, 2009

Die Mondoberfläche

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Passender Song zum Text: Hotel California

Ich gehe durch die Felder, durch die Weiten einer Mondoberfläche. Braune, inhaltsleere und in Reih und Glied sortierte Erdklumpen lachen mich an. Nur vereinzelte Grashalme trauen sich, die Disziplin dieser Regelmäßigkeit zu durchbrechen.

Noch mutiger sind die wenigen Blumen, die sich dazwischen mischen. Unscheinbare Blumen, mit kleinen blauen Blüten. Das bunte Blättermeer überwiegt – und der kalte Wind. Saftig rote Hagebuttenbeeren warten darauf, vom Passanten gepflückt und probiert zu werden. Als Kinder haben wir Juckpulver daraus gewonnen.

Hier ist niemand, nur durch eine weit entfernte Autostraße bekomme ich mit, dass es da draußen noch eine andere Welt gibt, für die es sich zu hetzen lohnt. Ich habe keine Lust auf diese Welt, meine leise Welt gefällt mir viel besser. Diese Welt ist frei von Hass, von Anfeindungen, Neid und Intoleranz.

Die Natur scheint stehengeblieben zu sein. Das kleine Dorf mit den wenigen Einwohnern liegt ganz ruhig in der Senke, nur aus einzelnen Schornsteinen steigt emsig der Rauch. Menschen sind hier nicht zu sehen, die meisten sind bei der Arbeit oder sitzen drinnen vor einem warmen Ofen und lesen ein Buch.

Auch das Schaf, dass mich die letzten Tage noch freudig begrüßt hat, sehe ich heute nicht. Ganz allein steht es da Tag für Tag auf der Wiese, ganz alleine, dabei ist es noch nicht einmal schwarz.

Die Pferde durften sich auf dem Rücken des kleinen Weidehügels sonnen und schauten hin und wieder vom Kauen auf und betrachteten aufmerksam die schnell laufende Spaziergängerin mit dem kleinen Hund.

Aber heute- sehe ich auch keine Pferde mehr. Der Anhänger vor ihrem Stall steht noch immer, unbewegt und nur die kleine Klappe steht seit Tagen offen, so dass ich immer zuerst denke, da tut sich was.

Aber die Zeit steht still, hier auf dem Land.

Als ich an der Spitze des Hügels ankomme und von der Steigung etwas außer Atem bin, halte ich kurz an und überblicke die ganze Landschaft- wie eine sanfte Welle ergießt sie sich über die Erde. In der Ferne die weißen Riesen, die die Windenergie einfangen und für den Menschen nutzbar machen sollen. Groß, anmutig, weiß und gut- aber doch nicht geliebt und von noch mächtigeren Brüdern an die Ecke gedrängt und klein gehalten. Man sieht die Zukunft, in den Köpfen die Vergangenheit.

Es ist hier wie im Mittelalter, denke man sich die Überlandleitungen und die Arbeiten aus Beton oder Metall einfach mal weg.

Mittelalter im tiefsten Germanien.

In dem Land, das schon immer etwas kritisch gegenüber der Einwanderungsthematik gesinnt war. Ein Land, dass allen Aufklärungskampagnen und Gutmenschen zum Trotz den Ruf hat, rassistisch zu sein. Ist es das selbe Land, von dem wir hier reden? Das Land unserer Väter und Mütter? Ist es das Land, das wir lieben? Oder benutzen wir unser Land nur zu unserem Vorteil und um uns zu profilieren?

In der Nachbarschaft habe ich heute einen kleinen schwarzen Jungen gesehen. Er gehört zu einer größeren Gruppe von Afrikanern, die in diesen Tagen eingezogen sind und sich über das Dach über dem Kopf freuen, was ihnen die Gemeinde zur Verfügung stellt. Der andere nette Nachbar mit seinem Traktor hat beim Umzug geholfen, ein anderer, ein Handwerker schaute nach dem Rechten. Hier ist die Welt noch in Ordnung, auf meiner kleinen Mondoberfläche.

Ich schaue nach oben und sehe eine keilförmige Formation von Vögeln. Sie schreien, sie rufen sich bei dem Namen, sie treffen und sammeln sich. Sie fliegen in den Süden.

Die Vögel halten zusammen.

Und – sie sehen glücklich aus.

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Posted by J.A. on April 19, 2009

Zweidimensional

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Wind. Wind um die Hände. Ich spüre die Wirbel, den Strahl der Luft, wie er mir um die Finger streicht.

Ich sehe den Menschen in der Ferne auf der Bank, und er sieht mich. Langsam nähere ich mich ihm, doch plötzlich bin ich da. Kurz vorher biege ich ab.

Ich schaue nur kurz nach oben, die Luft schneidet mir ins Gesicht. Ich bekomme Pollen und kleine Staubpartikel in die Augen, so dass ich sie zusammenkneife. Es ist sehr hell. Die Sonne strahlt kräftig, Licht ist überall.

Bald kann ich nichts mehr sehen, ich muss anhalten. Wische mir den Dreck aus dem Augenwinkel.

Weiter geht´s zum Baum, wie er gewachsen ist! Stolz reckt er sich in den Himmel und zeigt uns seine schönen Blätter.

Ich atme tief ein und genieße den Duft nach Erde und Blüten. Sonne und Gras. Ich rede und rede und finde kein Ende. Mein Gehirn wird ums dreifache beschleunigt.

Am Berg bekomme ich keine Luft. Ich muss schweigen, anhalten und langsam machen.
“Andere nicht. Aber nur eine kann Germany´s Next Top Model werden”, schießt es mir durch den Kopf.
Da reiße ich mich zusammen und versuche, mich zu überwinden. Nehme den Berg mit letzten Kräften. Die Muskeln an den Beinen spannen, die Sehnen winden und strecken sich. Die Gelenke knacken. Bald schon tut mir der linke Fuß auf der Oberseite weh. Er war wohl noch im Winterschlaf.

Ich stöhne. Es ist anstrengend. Geschätzte zwei Wochen war ich nicht mehr wandern, wenn man von den 3000 Kilometern im Haushalt mal absieht. Was für langweilige Kilometer im Vergleich zum puren Erleben in Mutter Natur!

Mein Kopf ist schon leicht eckig geworden, die Augen auch. Ich sehe alles wie durch ein Filter. Die Bewegungen, kann sie nicht abschätzen, wie ein Gemälde.

Zweidimensional.

Mir scheint, ich habe die ganze Zeit eine Ebene übersehen.

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