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Mein Hobby: Meteorologie

Es wird Zeit, mal wieder über das Wetter zu schreiben. Über das Wetter kann man ja irgendwie immer reden.
Es ist ein Thema, das nicht endet, das sich permanent selbst-erneuert, das immer wieder neuen Gesprächsstoff bringt.
So richtig gemerkt habe ich das mal wieder, als ich in der Hitzewelle der letzten Tage (die letzten beiden August-Wochen 2016) mich kaum für „sinnvolle Tätigkeiten“ aufraffen konnte und einfach gehofft habe, dass diese Hitze wieder verschwindet. Sie musste einfach weg, ich konnte es nicht ertragen. Ich bin sowieso ein recht hitze-empfindlicher Mensch.

Ein großer Trost war da mal wieder die „Kaltwetter-Seite“ und vor allem ihr (viertneuster) Beitrag zur aktuellen Wetterlage, der mittlerweile schon über 1400 Kommentare hat. Das sind fast soviele Kommentare wie ich in den letzten 5-6 Blogjahren als Ganzes zusammen bekommen habe, aber das ist ein anderes Thema. 😉 Die Kaltwetter-Seite habe ich ja schon einmal empfohlen und ich finde sie auch weiterhin gut. Hier lebt die Blogosphäre noch und hier finden sich Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen, die dazu noch sehr kommentierfreudig sind.

Auch wenn ich den Kommentaren noch nicht „aktiv“ dabei bin (zu schüchtern), lese ich darin sehr viel. Zum einen ist es schön, Gleichgesinnte zu finden, die das warme Wetter auch als etwas unreales, unschönes und störendes empfinden. Die sich Gedanken darüber machen, wie unsere Welt (vor allem unsere Natur und das Klima) aus dem Gleichgewicht gerät. Dabei findet man viele fundierte, wissenschaftliche Erkenntnisse und interessante Diskussionen. Auch eigene persönliche Erfahrungen zum aktuellen Wetter fließen in die Beobachtung mit ein, was ich persönlich immer mit am interessantesten finde („heute morgen beim Hunde-Ausführen ganz schön ins Schwitzen gekommen“ oder „bei uns in der Dachwohnung kaum zum aushalten“ oder „Verdorrte Bäume und Pflanzen in den Wäldern“, Erörterungen über die mangelnde Bereitschaft in Deutschland Klimaanlagen zu verwenden, etc. pp)

Also nochmal ein Tipp! Ich flankiere das ganze mit weiteren Erkenntnissen und Online-Seiten, z.B. die Wetter.com -Seite.
Es gibt ja sehr viele Internetseiten, die das aktuelle Wetter und Vorhersagen produzieren, aber mit schwankender Vorhersage-Güte und teils sehr unterschiedlichen (manchmal auch überladenen) Web-Angeboten. (die besten sind noch Wetteronline oder Donnerwetter. Laut Kaltwetter taugen die meisten aber nicht viel und er empfiehlt noch Proplanta ) Die Wetter.com -Seite gefällt mir insgesamt sehr gut. Sie ist recht übersichtlich und besonders schön sind auch die ständig neuen Wetter-Videos. Hier erfährt man auf eine intuitive Art alles über aktuelle Wetter-Veränderungen, Aussichten und Prognosen. Auch aktuelle Wetter-Phänomene, Reisewetter oder das Gesundheitswetter kann man sich anschauen. Allerdings muss man bereit sein, die davorgeschalteten Werbeclips zu akzeptieren und man benötigt auch ein schnelles Internet. Die Wetter.com Seite hatte bei mir in den letzten Monaten heftige Probleme beim Streamen, das ist aber nach ein paar technischen Änderungen an der Seite deutlich besser geworden.. Es kommt immer ein Werbeclip vor jedem Video, leider wiederholt sich die Art der Werbung häufig.1
Egal, denn die Moderatoren kommen sehr sympathisch daher und erklären auch den Laien die aktuellen Wetter-Situationen sehr anschaulich. Vor allem Kai Zorn ist schon fast eine kleine Berühmtheit und vielen Menschen bekannt, vielleicht auch von den Sat1-Wetternachrichten. Seine Analysen sind immer sehr schön anschaulich, teils lustig und er berichtet oft von unterschiedlichsten Regionen in Deutschland. Für mich ist er einer der besten Moderatoren (bzw. Meteorologen), die man in deutschen Internet-Medien finden kann.

Ich benutze die Wetter.com Seite jetzt ca. seit drei Jahren. Sie hat meinen Erfahrungen nach eine recht genaue Vorhersage-Wahrscheinlichkeit. Nach eigenen Aussagen wird zur Temperatur-Bestimmung der „grüne GFS-Hauptlauf“ verwendet, den man auf professionellen Wetter-Seiten wie z.B. Wetterzentrale.de nachlesen kann. Da sich diese Berechnungen zu festen Zeitpunkten ändern (0, 6, 12, 18Z), ändert sich auch die Temperatur-Vorhersage von Wetter.com.

Es ist also recht sinnvoll, sich nebenbei noch die „echten Karten“ und Diagramme von Wetterzentrale.de anzuschauen und zu studieren. So bekommt man ersten einen umfassenderen Überblick über die Wetterdaten und kann sich zweitens noch ein eigenes Bild zur Wettersituation machen. Das wird z.B. auch bei Kaltwetter.com gemacht und die User haben tlw. sehr gute Fähigkeiten (und meteorologisches Wissen) um diese Daten richtig zu interpretieren. Deren Diskussionen zu verfolgen, ist also schonmal ein guter Anhaltspunkt und ein Start in das eigene private Hobby-Meteorologentum. 😉

Ein einfacher Weg hat sich für mich also wie folgt herausgestellt:

Ich gehe auf http://www.wetterzentrale.de und klicke da auf „Diagramme“. Dann wähle ich das amerikanische GFS-Ensemble Modell (GFS-ENS).
Dort wird dann „Temp 850hPa und Niederschlag S/W“ gewählt. Man wählt Temp 850hPa und NICHT 2 Meter, weil diese Daten auf einer gewissen Höhe gemessen werden, die für Schwankungen weniger empfindlich ist (zumindest hab ich das so verstanden). Wenn man die 2-Meter Temperatur wählen würde, bekommt man nämlich starke Tagesschwankungen (nachts ist es kalt, tags ist es warm). Die Kurven sind dann viel schwieriger zu lesen und vermutlich auch ungenauer. (Die Umrechnung der 850hPa Temperatur in die tatsächliche Temperatur ist allerdings recht kompliziert und bietet -ganz unwissenschaftlich- wiederum Spielraum für Interpretationen und Erfahrung. Wer darüber mehr wissen will, wird z.B. hier fündig )

Jetzt kommt die Interpretation der Daten: Der grüne Balken ist der „Hauptlauf“, der blaue Balken der „Kontrolllauf“. Alle anderen Balken und Striche sind „Nebenläufe“ die von der Wettersimulation mit etwas veränderten Start-Parametern berechnet wurden. Der dicke große Strich ist auch sehr wichtig, weil er das langjährige Mittel aller Temperaturen ausgibt (30 Jahres-Mittel). Hier ist mir aufgefallen, dass in den letzten Jahren die Temperaturen immer deutlich ÜBER dem Mittel lagen, also ein ziemlich deutliches Anzeichen bzw. Indikator für die Klimaerwärmung . Am unteren Rand gibt es die sog. Niederschlags-Signale. Hier wird die Wahrscheinlichkeit und Menge des erwarteten Niederschlags ausgegeben. Wiederum mit verschiedenen Parameter und daher auch verschiedenen „Wahrscheinlichkeiten“.

Wichtig ist noch, dass man auf der linken Seite einen Ort oder eine PLZ eingibt. Denn nur dann kann der eigene Standort auch korrekt bestimmt werden (mit Längengrad und Breitengrad). Wenn man alle Einstellungen getätigt hat, empfiehlt es nich noch, die gesamte URL mit einem Links-Klick in die Lesezeichen-Leiste (z.B. von Firefox) zu ziehen, damit man immer schnell darauf zugreifen kann.

Mit diesem Wissen ausgestattet, kann man schonmal gut in das Hobby Meteorologie starten. 😉 Der Rest ergibt sich meistens von selbst, wenn man die Diskussionen der Experten liest oder das eine oder andere Thema noch über Wikipedia & Co vertieft.


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