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	<title>J.A. Blog &#187; Internet</title>
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		<title>Technik vs. Mensch</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 11:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Heilsbringer]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Messias]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Einstellung bestimmt das Medium
Derzeit wird ja mal wieder viel über „das Internet“ geschrieben. Ich finde, solche Texte sind von vornherein kritisch zu betrachten, denn die Diskussionen sind kindlich und naiv und gleichen dem Versuch über „die Bücher“ oder „das Fernsehen“ als solches zu diskutieren. Es hängt doch alles sehr davon ab, wie man es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Einstellung bestimmt das Medium</em></p>
<p>Derzeit wird ja mal wieder viel über „das Internet“ geschrieben. Ich finde, solche Texte sind von vornherein kritisch zu betrachten, denn die Diskussionen sind kindlich und naiv und gleichen dem Versuch über „die Bücher“ oder „das Fernsehen“ als solches zu diskutieren. Es hängt doch alles sehr davon ab, wie man es nutzt, mit welchen Inhalten es gefüllt wird, mit welcher Art von Bildungshorizont man das Gesehene und Gelesene interpretieren und verstehen kann, wie hoch die Güte der „Vernetzung“ ist und wie psychologisch der Nutzen ist, der sich aus den vielgerühmten, sozialen Netzwerken ergibt.</p>
<p>Was ich aber stets betrachte und beobachte, ist eine viel zu einseitige Betonung der technischen Aspekte, die dann gleichsam als Messias der Innovation alle anderen menschlichen Probleme in einem Wisch vom Tische fegen soll. Als ob es je eine technische Erfindung der Menschen gegeben hat, die alle Probleme ihres Daseins hätte lösen können und nicht auf der einen Seite ein neues Problem geschaffen hätte!</p>
<p>Das Feuer hat dem Menschen Wärme gebracht, aber mit ihm auch die Brände und die alles verheerenden Feuersbrünste, die sein Hab und Gut in einem Streich vernichteten. Das Rad hat dem Menschen Mobilität gebracht, aber Jahrtausende später auch das Auto und damit einen der größten Klimakiller aller Zeiten und dazu ein sehr egoistisches und ökologisch wenig sinnvolles Einzel-Personen-Beförderungsmittel.. (wobei es hier bestimmt Leute gibt, die das ganz anders sehen).</p>
<p>Die Atomkraft hat dem Menschen billigen Strom und beinahe unbegrenzte Energiequellen eröffnet, aber auch den radioaktiven Müll, die unberechbare Gefahr eines Unfalls und die Atombombe&#8230;</p>
<p>Die Reise zum Mond hat dem Mensch neue Horizonte eröffnet und indirekt ein eigenes Genre in der Literatur und im Film geschaffen (Science Fiction)&#8230; ihn träumen lassen von einer besseren Welt ohne Krankheiten und Kriege. Und geerntet hat er die Langstreckenraketen und Verbesserung der Militärtechnik, sowie die Silikon-Busen und die Teflon-Pfanne&#8230;</p>
<p>Das Internet ist also der neue Heilsbringer. Das Internet verändert Revolutionen. Es gibt den Menschen eine Stimme. Es erlaubt Echtzeitkommunikation über große Räume und Grenzen hinweg. Natürlich, es gibt dem kleinen Bürger eine Stimme.</p>
<p>Aber sehen wir nochmal genauer hin: Alle Strukturen aus der Offline-Welt wurden übernommen: Frauen bloggen insgesamt mehr, sind in den Rankings der Blogosphäre aber weniger stark vertreten und werden kaum ernst genommen. Es setzen sich auch im Netz die Strukturen der Macht durch. Inhalte werden nach Macht, Einfluss und „Reichweite“ bemessen, nicht nach gesellschaftlichem Nutzen, Zahl der Arbeitsstunden, unbezahlte Arbeit, persönlichem Einsatz oder persönlicher Moral oder gar der Güte der Texte. Experten und Menschen mit Erfahrung werden im Internet auf dem Hintergrund der Schwarm-Intelligenz weg nivelliert&#8230;die Masse siegt, der Einzelne wird unwichtig. Es regiert der kommunistische Geist der Informations-Inflation, an der alle teilhaben können. Es wird für die Firmen zunehmend schwieriger, Medien zu verkaufen, weil sie im Internet umsonst kopiert werden können. Geistige Arbeit verliert zunehmend an Wert, was durch die Möglichkeit des Kopierens und Abschauens angeheizt wird und zwar nicht erst seit dem Minister Guttenberg-Skandal.</p>
<p>Auch im Internet setzen sich böse Tendenzen durch, gibt es Diffamierungen, Beleidigungen, Menschen die sich aufspielen und nach Vorne drängen. Auch im Internet werden die vernünftigen Stimmen weniger gehört als die lautstarken. Auch das Internet vergisst Menschen und interessiert sich nicht mehr für sie, wenn sie keinen Beitrag mehr leisten. Die menschlichen Schwächen, Unzulänglichkeiten und Fehler übernimmt das Internet eins zu eins.</p>
<p>Was ist das Internet mehr als eine computer-gesteuerte und unterstützte Verwaltung von Kommunikationssträngen und geschriebenen oder gesprochenen Gedanken aus der Offline-Welt? Was verstärkt es mehr als die Zählbarkeit, die Rückverfolgbarkeit, die Reichweite und den Zwang des Einzelnen, noch lauter zu rufen, damit er in der Flut der Informationen nicht gänzlich überhört wird?</p>
<p>Wie hilft das Internet dem armen Menschen, der sich keinen PC leisten kann? Wie bringt es den Bildungsfernen dazu, an den Diskussionen der „oberen bürgerlichen Schichten“ teilzunehmen? Wer bringt ihm bei, wie er einen Text interpretiert oder den richtigen Umgangston findet?</p>
<p>Wer gibt dem überforderten alten und sehschwachen Mensch die Gelegenheit, einen Computer zu bedienen und an den Diskussionen der Jungen teilhaben zu lassen? Wie formt das Internet den kritischen Geist und das Politikinteresse eines Menschen, der sich partout nicht dafür interessiert? Wie hilft das Internet der überforderten allein-erziehenden Mutter, die keine Zeit dafür findet, aber doch eine gleichwertige Bürgerin der Gesellschaft ist und gleichlaut und gleich stark gehört werden müsste?</p>
<p>Mir scheint es manchmal so, die jubelnden Rufe auf das Internet selbst gleichen den jubelnden Rufen eines männlichen Mittzwanzigers, der sich ein neues Handy gekauft hat und über die neuen Funktionen und Spielereien hoch erfreut ist. Natürlich kann man seine Freude nicht beneiden und vielleicht sogar teilen. Aber ist das neue Handy, die neue Technik wirklich der Wegbereiter für eines bessere Welt, die alle Menschen erfasst? Diese allzu große Euphorie erscheint mir mehr als illusorisch.</p>
<p>Das Internet ist allerdings ein mächtiges Werkzeug und kann dem nützen, der es versteht und anwenden kann. Aus der Euphorie für das Internet sollten andere Motivationen entstehen: Jeder sollte das Internet nutzen und verstehen können. Die Freude an der Bildung sollte sich wieder verstärken. Die Leute sollten das Internet nicht nur gebrauchen, um sich zu zerstreuen, noch besser zu unterhalten und billig (illegal) an Filme oder Software zu kommen.</p>
<p>Solange sich in der Gesellschaft und den elementaren Bildungsstrukturen der Gesellschaft nichts ändert, wird auch das Internet nichts daran ändern können. Für die ungebildeteten bleibt es eine „Black Box“ und so wie man den Fernseher zum Arte oder 3Sat schauen nutzen kann, kann man die Zeit auch mit belanglosen Shows oder eintöniger Musik-Dudelei und Casting-Wettkämpfen vergeuden.</p>
<p>Das Internet selbst verändert nichts. Es sind stets die Menschen und ihre einzelnen, spezifischen Motivationen, die einen Wandel zum Guten oder zum Schlechten verursachen.</p>
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		<title>Das Blog, mein Wohnzimmer?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 21:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Inwieweit eignet sich das Internet und die eigene Homepage als ein Wohnzimmer, bzw. ein Empfangszimmer für vorbeischauende Gäste? Wenn man davon ausgeht, dass das Internet ein Kommunikations-Gemisch bildet und man nur Menschen empfängt, die ähnliche Interessen haben, ist es eigentlich kein Problem. Durch die Masse der Daten hält sich der Missbrauch in Grenzen und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inwieweit eignet sich das Internet und die eigene Homepage als ein Wohnzimmer, bzw. ein Empfangszimmer für vorbeischauende Gäste? Wenn man davon ausgeht, dass das Internet ein Kommunikations-Gemisch bildet und man nur Menschen empfängt, die ähnliche Interessen haben, ist es eigentlich kein Problem. Durch die Masse der Daten hält sich der Missbrauch in Grenzen und das Blog ist dann wie ein offenes Zimmer zu betrachten, in das jeder hineinschauen kann, wenn er möchte. Man kann sich dazu setzen, miteinander reden, Anregungen verteilen. Je nach Charakter ist es mehr eine Kommunikations-Runde, ein Stammtisch für Philosophen oder eine Künstlerwerkstatt mit offenen Ateliers. Viele Menschen ziehen das „Zaun-Gespräch“ oder das Straßengespräch vor, so wie man Menschen im echten Leben trifft und mit ihnen plaudert. Bei stillen Menschen herrscht Stille, bei lauten Menschen geht es meist laut zu, bei sozial engagierten Menschen kommen soziale Themen auf den Tisch, bei Wissenschaftlern wissenschaftliches, usw.<br />
Von diesem Blickpunkt aus gesehen gibt es keine Trennung zwischen einem echten Wohnzimmer und einem virtuellen. Und doch ist der virtuelle Raum dafür verantwortlich, dass sich die Details anders verhalten.</p>
<p><span id="more-368"></span></p>
<p><strong>Beispiel</strong><br />
Blogs werden zumeist über Verlinkungen („Freunde“) oder Suchbegriffe gefunden. Wenn mich jemand über einen Suchbegriff findet, öffnet er meine Seite, liest den Text oder zumindest einen Auszug, bleibt dabei hängen oder geht wieder („Absprungrate“). Im seltensten Fall wird dann auch etwas geschrieben. Das ist ungefähr so, als ob man irgendwo einkaufen würde, aber das Gespräch, den Handel völlig ohne Worte und nur in Gedanken abwickelt. Eigentlich ist das schade. Die Maschine drängt in diesem Falle das Menschliche zurück und reduziert den Austausch auf die reinen Gedanken.</p>
<p>Besser wäre es doch, wenn sich das Internet ähnlich menschlich verhalten würde, wie das echte Leben. Was müsste man dazu tun? Man müsste die Informationen um die Faktoren bereichern, die das echte Leben hat. Zudem bräuchte man eine große Bereitschaft, mit diesem öffentlichen Raum selbstsicher und ohne Angst vor Missbrauch umgehen zu können, was aufgrund der negativen Berichterstattungen darüber immer schwieriger wird. Glaubt man den meisten Medien, so ist das Internet durchzogen von Betrügern, Verbrechern, Spinnern, Freaks, Scheinheiligen, Viren, Trojanern und wie sie alle heißen.</p>
<p>Kaum einer redet doch von den tollen Möglichkeiten, die uns dieses Medium bietet, z.B. die schnelle und unmittelbare Vernetzung auf breiter Ebene mit Menschen aus aller Welt, getrennt nur von der Sprache und den jeweiligen Interessen.</p>
<p>Was ich mir z.B. vorstellen könnte, wäre ein virtueller Raum, ähnlich wie in Second Life, aber um weitere, reale Faktoren bereichert.</p>
<ul>
<li>Menschen mit ihren Bildern</li>
<li>Einblick in das eigene Leben mit Hilfe von Fotos</li>
<li>Audioaufnahmen, Stimme, usw.</li>
<li>Videos</li>
<li>enge Zusammenarbeit der Blogger untereinander</li>
<li>Vernetzung, Anregungen, Austausch</li>
</ul>
<p>Leider passiert es sehr selten, dass Menschen vorbeikommen und eine Freundschaft oder Link-Partnerschaft anbieten. Wenn ich so recht überlege, passiert das so selten, dass ich manchmal daran denke, die Arbeit ganz einzustellen. Ich habe den Glauben verloren, dass es eine grundsätzliche Bereitschaft zu Teamwork im Netz gibt. Letztendlich kocht jeder seine eigene Suppe, was durch das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell „Leistungsgesellschaft“ forciert wird.</p>
<p>Wenn Blogs erfolgreich werden, haben sie meistens einen langen Anhang von Besuchern. Es ist aber schwer zu sagen, ob dann wirklich eine Zusammenarbeit oder eine Freundschaft mit dem Autor besteht. Oft wird der Verdacht laut, dass man sich nur an „die Großen“ dranhängen will, um von ihrem Erfolg zu profitieren.</p>
<p>Außerdem bleibt das Problem, dass man auch im echten Leben hat: die Cliquenbildung. Menschen suchen sich andere Menschen meistens anhand von Faktoren aus, um damit wieder ihr eigenes „Vitamin B“ anzureichern, zumindest es das, was man schon früh eingetrichtert bekommt, wenn man erfolgreich sein will.</p>
<p>Dann stehen Fragen im Raum wie</p>
<ul>
<li>was hat der/ die für einen Beruf?</li>
<li>Möchte ich mit so jemand befreundet sein?</li>
<li>Teile ich sein/ ihre Weltanschauung?</li>
<li>Bringt es mir Vorteile mit ihm/ ihr befreundet zu sein?</li>
<li>Nützt es meinem Image? Oder schadet der/die mir?</li>
</ul>
<p>Letztendlich werden Freundschaften auf oberflächliche Werte wie Macht, Status, Einfluss und vielleicht auch Geschlecht reduziert. Es ist schade, dass es im Internet so wenig Möglichkeiten gibt, Menschen wirklich nah, ehrlich und auf Grund ihrer Menschlichkeit kennen zu lernen. Meistens stehen andere Dinge davor, die den Zugang zum anderen erschweren.</p>
<p>Die meisten Menschen wollen keine privaten oder emotionalen Dinge ins Netz stellen. Die meisten wollen auch zu emotionalen oder schwierigen, psychologischen Themen keine Stellungnahme beziehen, wenn sie damit in negativer Weise und für jeden sichtbar an Ansehen verlieren. Das ist zwar verständlich, aber auch eine Einschränkung der Emotionalität.</p>
<p>Insofern ist das Internet kein „normales Leben“. Es ist vielmehr eine sehr spezielle Welt, in der bestimmte Werte aus unserer Kultur über den Dialog der Maschinen und Internetleitungen „kodiert“ und übersetzt werden. Übrig bleiben die reinen, kalten Informationen und die Faktoren.</p>
<p>Menschliches ist eher selten. Ich finde, als Blogger sollte man versuchen, diesem Trend der „Entmenschlichung“ des Internets etwas dagegen zu setzen, indem man auch bewusst über private und emotionale Themen schreibt und sich nicht dazu zu schade ist, Stellung zu beziehen oder das Privatleben zu öffnen.<br />
Es ist unglaublich schwierig und kostet Kraft. Es ist damit zu vergleichen, sich in die Fußgängerzone zu setzen, den Zeichenblock auszupacken und ein gesellschaftskritisches Porträt über die vorbeiziehenden Passanten zu malen.</p>
<p>Aber ich bin mir sicher, hin und wieder bleibt einer stehen und bewundert das Werk. Und der ist es dann auch wert, als „Freund“ bezeichnet zu werden.</p>
<p>Der, der stehen bleibt, darf gerne in mein Wohnzimmer. Es ist Tag und Nacht geöffnet.</p>
<p>Vielleicht koche ich dann auch einen Tee und stelle Plätzchen zum Naschen hin.</p>
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		<title>Blog Special Schreiben Teil 3</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2008 02:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Buchmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute: Neue Medien

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich über den festen Einband gestrichen habe und die zarte Maserung bewundert und mit den Fingerspitzen befühlt habe. Die glänzende, in kleine Schnitte geteilte Folie, die fast unsichtbar den Papierrand zierte. Die Schwere des Werks, dass so deutlich in der Hand lag und immer erst abgelegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute: Neue Medien</strong><br />
<br />
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich über den festen Einband gestrichen habe und die zarte Maserung bewundert und mit den Fingerspitzen befühlt habe. Die glänzende, in kleine Schnitte geteilte Folie, die fast unsichtbar den Papierrand zierte. Die Schwere des Werks, dass so deutlich in der Hand lag und immer erst abgelegt und aufgeschlagen werden musste, bevor es mir seinen geheimnisvollen Inhalt offenbarte. Ein leicht abgestandener Geruch nach Papier und Druckerschwärze kam mir entgegen. Neugierig blätterte ich die Seiten um, wälzte mich buchstäblich durch die ellenlangen Seiten und die nie enden wollenden Seitenzahlen, bis ich endlich zum Stein der Weisen vorgedrungen war und dem Werk eine einzige Erkenntnis entlocken konnte. Hin und wieder war mein Ehrgeiz geweckt und ich wagte es, einen benachbarten Artikel zu lesen, der mit dem meinigem erstmal nichts zu tun hatte. Ich erinnere mich außerdem daran, dass ich als Kind mal beschlossen hatte, so ein Lexikon von A nach Z durchzulesen, ein Kinderlexikon wohlgemerkt, aber doch war ich auf Grund der Langweile schon bald gescheitert.<br />
<br />
Wie kurzweilig und zielgerichtet das schnöde Eintippen der Textzeilen in eine Suchmaske und das darauf folgende „auf- die- Enter- Taste- hämmern“ dagegen wirkt. Und doch ist gerade diese Einfachheit der Schlüssel zum Erfolg, wenn man den Aussagen Glauben schenkt, dass es im Februar 2008 wahrscheinlich die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brockhaus_Enzyklop%C3%A4die#Zuk.C3.BCnftige_Entwicklung" target="_blank">letzte Brockhaus-Ausgabe</a> gegeben hat.<br />
<br />
Vernichtend und traurig wirkt da nur die <a href="http://www.amazon.de/Brockhaus-Enzyklop%C3%A4die-B%C3%A4nde-Vorzugspreis-Komplettabnahme/dp/3765341401/ref=sr_1_8?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1228525638&#038;sr=8-8" target="_blank">einzige Rezension</a>, die es beim Amazon-Buchhändler zu diesem Werk gibt.<br />
<br />
Ein wenig zynisch mag zudem der Versuch sein, gerade die Quelle zu benutzen, die für den Rückgang der klassischen Lexika verantwortlich ist: Das Online-Lexikon Wikipedia. Aber der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gr%C3%B6%C3%9Fenvergleich" target="_blank">Größenvergleich</a> kann sich sehen lassen.<br />
<br />
Wenn man sich diese Zahlen durchliest und dann so Einzelfälle wie den Untergang der klassischen Lexika betrachtet, kann nur ein Schluss gezogen werden: Wir stehen nicht nur vor einer gigantischen Umwälzung unserer gesamten Medien- und Informationslandschaft, wir sind mittendrin. Und, alle Entwicklungen zusammen genommen sieht es so aus, als ob die Erfindung des Internets und anderer elektronischen Helferlein ähnlich revolutionär zu interpretieren ist, wie einst die Erfindung des Buchdrucks.<br />
<br />
Niemand, der auch nur annähernd mit dieser Branche zu tun hat, kann und darf davor die Augen verschließen. Das Internet ist die bedingungslose Zukunft für unsere Informationseinspeisung und es bleibt die große Frage, ob es ein Zweierlei (also gedrucktes Buch und Netz)  in absehbarer Zeit noch geben wird.<br />
<br />
Ähnlich wie in der Musikindustrie werden die traditionellen Märkte eines Tages wegbrechen und die reinen, digitalen Publikationen unser Wohnzimmer beherrschen. Am Anfang wird sich Unmut breitmachen und auch die elektronischen Lesegeräte werden die meisten verschrecken. So wie aber heute leichtfertig und ohne darüber nachzudenken zur Digitalkamera gegriffen wird, wird es auch dem klassischen Buch passieren. Ich schätze mal, die Zeit bis dahin beträgt zwischen fünf und maximal zehn Jahren. Die Entwicklung der Technik ist im Moment so rasant, dass es sogar noch schneller passieren kann, solange die Verbraucher und die Märkte mitmachen, die letztendlich- allem freien Geist zum Trotz- die Spielregeln bestimmen.<br />
<br />
Kritische Stimmen, die sich gegen die modernen Medien stellen, gibt es sehr wenige. Die meisten sind wahrscheinlich auf Grund intensiver Nutzung darauf eingestellt und praktisch überzeugt, dass nicht der Geist bedroht oder verschlechtert wird, sondern durch die neuen Formen im Gegenteil mehr als bereichert wird. Im Internet finden wir alles schneller, mehr, übersichtlicher, strukturierter, nachvollziehbarer und menschlicher (&#8220;sozialer&#8221;) als in allen anderen, bis dahin gekannten Formen des Informationsaustausches. Allein durch die Masse der Autoren an einem Werk und die ständige Bearbeitung eines Textes oder einer Meinung im Forum wird eine Präzision und Tiefe erreicht, von der der beste Einzelne nur träumen kann.<br />
<br />
Und hier entsteht die Frage, wo dann der Einzelne überhaupt bleibt, wenn die Masse doch so viel mehr erreichen kann? Wird mit dem Internet und den modernen Formen des Meinungsaustausches auch das Individuum verschwinden? Werden wir zu einem Gesamt-Wesen verschmelzen? Oder sitzen wir einfach nur zu lange am Monitor und verlieren den Bezug zur Realität ? (…)<br />
<br />
Was ist Realität eigentlich? Was ist Meinung? Wieviel zählt der Einzelne? Werden auch die Romane gemeinsam geschrieben? Gibt es da noch <em>mein </em>Wissen, <em>meine </em>Rechte? Wie regeln sich dann die Einnahmen?<br />
<br />
Soll man ein Projekt alleine starten oder es gleich in den Topf des Universal-Wesens werfen?<br />
<br />
Neben den vielen Fragen bin ich davon überzeugt, dass sich ein natürliches Gleichgewicht einpendeln wird und wir nichts zu befürchten haben. Es wird alles ein wenig anders, schneller, bequemer, erreichbarer. Sicherlich ist auch eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturflatrate" target="_blank">Kulturflatrate</a> eine Sache, die Zukunft verspricht: Ich zahle einen festen Betrag und lade mir unbegrenzt Medien, Filme, Bücher, usw.<br />
<br />
Die Politik muss darauf achten, dass jeder Mensch einen Zugang zum schnellen Internet erhält und auch die entsprechenden Fähigkeiten angemessen unterrichtet werden. Der Bürger muss ein mündiger Informations-Bürger werden, sonst hat die neue Welt keinen Sinn. Harte Arbeit nimmt einem das Netz nicht ab, recherchieren, zusammentragen und nachdenken muss man immer noch selbst.<br />
<br />
Und so schließe ich das Werk frohgelaunt an dieser Stelle, nehme das dicke Buch und stelle es in das Regal zurück. Wo es wahrscheinlich noch eine sehr lange Zeit stehen wird&#8230;.<br />
<br />
<strong>Weitere Teile des Blog-Specials</strong><br />
<br />
<a href="http://www.julia-adriana.de/2008/10/blog-special-schreiben-teil-2/">http://www.julia-adriana.de/2008/10/blog-special-schreiben-teil-2/</a><br />
<a href="http://www.julia-adriana.de/2008/10/blog-special-schreiben-teil-1/">http://www.julia-adriana.de/2008/10/blog-special-schreiben-teil-1/</a></p>
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