image_pdfimage_print
Posted by J.A. on Februar 28, 2017

Halb-Gesund Teil 2

Es gibt ein paar Updates von der Pfeifferschen Drüsenfieber-Genesungsfront! Am 8. September hatte ich ja darüber einen Artikel geschrieben. Der eigentliche Ausbruch der Krankheit war im Juli 2016, das ist ungefähr ein dreiviertel Jahr her.

Ich bin immer noch nicht ganz gesund, aber die Phasen des Wohlbefindens und der Gesundheit verlängern sich. Es gibt starke Rückfälle in die Krankheitsphase, dann wieder völlig symptomfreie Tage und seit letzter Zeit wieder Tage mit „vollster Gesundheit und Zufriedenheit“.

Leider ist das ganze sehr wechselhaft und schwankend. Seit dem Ausbruch leide ich immer noch sporadisch und teils heftig unter Müdigkeit. Um Weihnachten herum war es sehr stark.
Da ich sehr gerne schreibe und viel am PC sitze, war es (ist es) für mich besonders bitter, dass vor allem die Lust auf kreative Dinge und die kognitive Leistungsfähigkeit durch den Virus stark zurückgeht. Man sitzt oft wie in einem Tunnel und wenn man früher 1000 Wörter und Informationen auf einmal überblicken konnte, reduziert sich ganze auf gefühlte 50.

Das macht das Schreiben und die kreative Arbeit sehr schwer. Die wenige Energie wird dafür genutzt, um die üblichen anfallenden Büroarbeiten zu erledigen. “Frei” bleibt dann nicht viel.

Gerade im Winter hatte ich sehr lange Phasen, wo einfach „gar nichts ging“.

Es gibt nach wie vor ein paar Leitsymptome, an denen ich das Wirken der Krankheit sehr genau erkennen kann. So ein Virus ist ja sehr klein und selbst Ärzte haben zum Teil starke Probleme, einwandfreie Nachweise zu führen oder einem das ganze „zu glauben“.
Das ist für mich auch das Schwierigste an der Krankheit: Man wird einfach nicht Ernst genommen. Die Leute und Ärzte glauben einem die Krankheit nicht. Man kann es sich nicht vorstellen, dass man so lange dahin siecht. „Der Körper muss damit alleine klar werden“ heißt es lapidar oder noch schlimmer „nun stell dich nicht so an“ oder „du hast ja dauernd etwas“. Die Grauzone und die Verbindung zwischen der eingebildeten Krankheit und dem „echten“ Virus scheint sehr stark zu verwischen.

Der Virus torpediert außerdem unseren modernen Lebensstil. Wir haben ständig Belastungen, müssen ständig erreichbar sein und von uns wird erwartet, wie eine gut-geölte Maschine zu funktionieren. Der Virus macht aus unserer eigenen Leistungsmaschine leider einen großen Schrotthaufen. Auffällig ist auch, dass der Virus gerne Leistungssportler betrifft und sie ihn daher regelrecht fürchten. Denn ein Jahr ohne Training kann im beruflichen Umfeld schnell das Aus bedeuten. Ob dann die Arbeitsagentur dafür aufkommt?

Wenn wir krank sind, verändern wir uns drastisch. Die Einzelteile hängen heraus, die Schrauben und Hebel klappern und das ganze Wunder Mensch dümpelt mit gigantischen 5 km pro Monat durchs Weltall… Klar, dass wir das Virus gerne loshätten, irgendwas schlucken und weitermachen! Diese Wundermedikament gibt es aber nicht. Und so müssen wir die Krankheit als Chance begreifen. Uns zu ändern, den Lebensstil zu ändern und auch zu hinterfragen, ob wir uns nicht zuviel zumuten.

Gerade im Internet erlebt man auch das Phänomen, dass das Virus als Platzhalter für unbekannte oder seltene Symptome herhalten muss und man ihm dann quasi wie ein Eintopfgericht alle Schlechtigkeiten und Probleme des eigenen Körpers andichtet. Dieses Extrem ist natürlich auch nicht gut. Man muss also bei allen Informationen immer versuchen „wissenschaftlich“ zu bleiben und die eigenen Erkenntnisse und Befunde rational mit neutralen Informationen abzugleichen.

In der Zeit der Krankheit bin ich jetzt eine „Internet-Expertin“ zum Thema Pfeiffer (Eppstein-Barr Virus) geworden und habe dazu bestimmt 100 Webseiten durchgelesen und mit meinen eigenen Erfahrungen abgeglichen. Die hausärztliche Versorgung zu dem Thema ist sehr schlecht, bis nicht vorhanden. Experten für das Thema gibt es durchaus, aber diese sind über die ganze Republik verteilt und kosten natürlich auch was, weil es meistens Heilpraktiker sind. In der Schulmedizin ist man recht ratlos gegen den Virus und kann auch keine teuren Medikamente dagegen verabreichen. Antibiotika wirken natürlich nicht. Was bleibt da noch, als offene Münder und ratlose Gesichter? Eine Impfung wäre theoretisch möglich, aber dazu müsste es ein Anreiz für die Pharma-Konzerne geben, weil Forschung sehr teuer ist. Und diesen monetären Anreiz scheint es noch nicht zu geben. Den Betroffenen bleibt also nur die Grauzone des Internets und der Austausch mit anderen Betroffenen. Meiner Meinung nach bekommt die Krankheit viel zu wenig Aufmerksamkeit und wird total unterschätzt. Sie zeigt die Schwachstellen des Gesundheitssystems. Im Winter werden Milliarden Euro mit Medikamenten verdient, die die Symptome von (an sich harmlosen) Viruserkrankungen lindern. Natürlich hat man keinen Anreiz, gegen die Erkältungsviren vorzugehen oder wirksame Mittel zu entwickeln, dann würde man auch keine „Symptom-Unterdrücker“ mehr verkaufen können. Und beim Eppstein-Barr Virus ist es anscheinend ähnlich. Warum ein Mittel verkaufen, dass die Krankheit heilt, wenn die Leute auch Schmerzmittel oder Koffein kaufen können?

Meine Leitsymptome für das Virus sind Müdigkeit, Schwindel, belegte Zunge, trockener Husten, Halsschmerzen und ein Drücken in der linken Fußsohle. Nebensymptome sind Kopfschmerzen (wenn, dann sehr heftig), Schwitzen, Fieber (kurz) und verstärkte Infektanfälligkeit (oft nur für wenige Tage).

Beim Nachlesen über Fußreflexzonen bin ich auf den „Milz-Pankreas“ Meridian gestoßen, das ist also genau der Energiefluss, an dem eine Schwächung vorherrscht und den man irgendwie „mitkurieren“ muss, um die Krankheit ganzheitlich zu behandeln. Akkupressur kann helfen. Für mich war daher auch klar, dass ich was gegen Übergewicht und die überbelastete Bauchspeicheldrüse tun muss. Und die Milz ist ein Entgiftungsorgan, das vor allem dann gut funktioniert, wenn man sich viel bewegt und den Reinigungsprozess des Körpers bewusst unterstützt.

Weitere Tipps im Internet betreffen das L-Lysin, das ist eine Aminosäure, die mit dem Arginin in Wechselwirkung steht. Und vom Arginin scheint sich das Virus „zu ernähren“. Arginin findet man vor allem in Nüssen, Fleisch und dunkler Schokolade.
Die Ernährung scheint ein ganz wichtiger Bestandteil der Gesundwerdung zu sein. Manche berichten auch, dass ihnen der Verzicht auf Zucker eine Linderung verschafft hat.
Im Internet findet man auch Gerüchte, dass das Virus in der Lage sein soll, die Darmflora umzubauen, in der bekanntlich die Immunabwehr sitzt. Generell scheint das Virus sehr viel am Immunsystem zu machen und auch den Vitamin D-Haushalt durcheinander zu bringen. Das würde auch die große Schlappheit erklären und warum man gerade in Sachen Sport und Bewegung so wenig belastbar ist.

Meine Therapie besteht also aus folgenden Bausteinen:

  • bewusster ernähren, Zucker reduzieren
  • mehr Vitamine und gesunde Ernährung
  • kein Alkohol (keinen Tropfen), um die Leber zu entlasten
  • Gewicht abbauen und mehr bewegen (Pankreas)
  • Vitamin D Kur plus Sonnenlicht
  • L-Lysin um den Arginin-Stoffwechsel des Virus zu blockieren (hilft bei Herpesviren)
  • Zistrose-Tee als Polyphenol-Quelle und zur Entlastung des Körpers von Radikalen
  • viel Schlaf und immer auf die Bedürfnisse hören

Die Liste ist eigentlich überschaubar und recht leicht zu realisieren. Die Kosten für L-Lysin und Zistrose halten sich in Grenzen (leider muss ich dazu sagen, dass man das natürlich selbst bezahlen muss und von der Krankenkasse nichts zu erwarten ist).
Auch beim Vitamin D scheint es bei vielen Leuten einen Mangel zu geben. Es wird ja hauptsächlich „im Sonnenlicht“ in der Haut gebildet oder ist in Fisch reichlich enthalten. Wir sind aber Höhlenmenschen geworden und sitzen auch im Sommer meistens drinnen vor unseren Bildschirmen oder im Auto. Richtiges Sonnenlicht sehen wir kaum. Fisch in großen Mengen zu essen, ist für die meisten auch keine Alternative, weil er sehr teuer und mittlerweile auch selten geworden ist. D.h. um sich Vitamin D aus der Nahrung zu holen, müssten wir entweder sehr viel Geld ausgeben und dann noch mit unserem ökologischen Gewissen spielen (z.B. weil die Meere überfischt sind).

Zum Thema Vitamin D findet man auch wiederum sehr viele Informationen im Internet. Viele Leute haben einen starken Mangel, wenn sie dieses Vitamin mal messen lassen. Das interessante ist nun, dass auch bei Leuten ein Mangel gemessen wird, OBWOHL sie Vitamin D3 mit Hilfe von Tabletten aufnehmen. Zu den Angaben der Dosierung gibt es auch wiederum sehr viele abweichende Meinungen. Die offizielle Empfehlungen von 500 I.E. wird von vielen „Experten“ als zu niedrig angesehen. Teilweise wird das Vitamin D mit angedichteten Nebenwirkungen auch schlecht geredet (Kopfschmerzen, Übelkeit oder eine zu große Calzium-Aufnahme bis hin zu Nierensteinen). Diese Interessen und das „Schlecht-reden“ könnten wiederum von Konzernen kommen. Denn was ist mit dem Absatz von Medikamenten, wenn es plötzlich so einfach wäre, mit Vitamin D eine ganze Bandbreite von Krankheiten zu heilen? Daher gilt es -wie immer- sorgfältig herauszufiltern und die gefundenen Informationen wiederum mit den eigenen Erkenntnissen abzugleichen.

Ich habe mal einen Selbstversuch gemacht: Vitamin D in Tablettenform scheint etwas bei der Gesundung zu bewirken und die Symptome bei Pfeiffer zu verbessern. Es ist aber KEIN Vergleich dazu, wenn ich mich nach draußen in die Sonne setze und das echtes Sonnenlicht genieße. Gerade jetzt im Frühling hat man ja ein richtiges, fast körperlich spürbares Bedürfnis nach Sonne und frischer Luft. Diesem Bedürfnis sollte man unbedingt nachgehen! Ich habe in der Vergangenheit immer Sonnencreme benutzt und war wegen der Hautkrebs-Gefahr (die wiederum von den Medien befeuert wird) immer sehr ängstlich. Sonnencreme verhindert aber die Aufnahme von Vitamin D sehr stark. Könnte das ein Grund sein, warum soviele Menschen dieses Virus oder andere gesundheitliche Probleme bekommen?  Und das ganze zeigt auch das Dilemma der „guten Gesundheitstipps“: Zuviel Sonne ist nicht gut wegen Hautkrebs, aber zu wenig Sonne schadet auch unserem Vitamin D-Haushalt. Ein Thema, an dem sich die Geister scheiden werden.

Ich habe jetzt Ende Februar die ersten Sonnenstrahlen genutzt und mich ca. eine halbe Stunde unter freiem Himmel „gebadet“. Die Folge war ein Energieanstieg unbekannten Ausmaßes und ein Wohlbefinden, dass ich seit ca. fünf Monaten nicht mehr hatte!

Und ein Sonnenbrand und rote, juckende Haut gab es abends noch gratis dazu.

Posted by J.A. on März 11, 2015

Frühlingssonne

Der Frühling ist dieses Jahr etwas früher da als sonst. Gestern wurde eine Wetterkarte gezeigt, in der man die Temperaturen an diesem Tag mit denen aus 2013 verglich. Da stand dann überall 0, -1, 2, -2, usw. wohingegen heute überall schon 8, 10, oder sogar 12 Grad plus am Tag steht. Auf einer 16-Tages Vorhersage im Internet stand für Ende März sogar schon 20 Grad, das wäre fast ein Sommertag.

Auch jetzt scheint wieder die Sonne. Allerdings sind die Pflanzen noch nicht so weit. Sie haben anscheinend einen Timer eingebaut. Nur, wenn das Wetter über eine bestimmte Zeit lang warm ist, trauen sie ihre Säfte zu mobilisieren und die Blüten aus den Zweigen zu schieben. Im Zeitraffer sieht das immer toll aus. Aber wer weiß, wo noch andere Sensoren stecken? Vielleicht messen sie auch die Bodentemperatur.. oder sogar die Luftfeuchtigkeit, vielleicht den Luftdruck? Auf jeden Fall weiß die Pflanze, wann es soweit ist. Am wahrscheinlichsten liegt es am Licht. Auch das Gras welkt noch vor sich her (wahrscheinlich fehlt der Regen), sehr rege sind hingegen schon die Krokusse und die Schneeglöckchen (meistens die ersten) schon wieder fast verwelkt.

Die Luft kommt mir etwas trocken und staubig vor und bei den ersten Spaziergängen in der Frühjahrssonne hatte ich den Eindruck, dass sogar die Allergien schon losgehen. Hasel und Erlen-Pollen sollen ja schon unterwegs sein.

Der eigene Körper wird dieses Jahr etwas mehr angetrieben, passend zur Fasten-Jahreszeit der Energieeinsatz reduziert (das ist allerdings schwierig, bei dem Überfluss an Nahrung in Supermärkten und allen anderen Ecken und Enden) und versucht, wieder mehr Sport zu machen und die Kondition zu verbessern. Eines Tages sind wir im Wald spazieren gewesen, da haben ein Junge und sein älterer Bruder Fußball gespielt, aber sie sind nebenbei noch den Berg hochgelaufen.. wir hatten versucht sie zu überholen, was gar nicht so einfach war, weil sie auch schnell waren. Am Ende hab ich den Sauerstoff tief in die Bronchien gesogen, sie fingen an zu brennen und die Lunge (und ich) war(en) erstaunt, dass da am Ende auch noch Lungenbläschen sind, die man einsetzen kann! Das Herz schlug wie verrückt und kam endlich mal aus dem „Energiesparmodus“ raus. Die Laune wurde immer besser, am Ende des Tages hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht… 😉 Sonne und Sport sind die besten Mittel gegen geistige Trägheit, aber auch gegen Depressionen oder Stimmungstiefs.
Warum nur ist es dann so schwer, sich überhaupt aufzuraffen, wenn der Körper uns mit solch tollen Endorphinen für die Anstrengung belohnt? Der Körper ist wie eine träge Masse und will erstmal im gewohnten Zustand verharren. Das kennt er, das kostet keine Energie. Vor allem auch keine mentale Energie! Von der Evolution sind wir anscheinend so ausgestattet, dass wir Energieverbrauch vermeiden müssen. Nahrungsmittel, aber auch Wasser und Salz (für den Elektrolythaushalt) waren ja nicht immer im Überfluss vorhanden, so erkläre ich mir das. Also ist es prinzipiell immer leichter, Energiespeicher in Form von Fett aufzubauen, als sie über Muskelarbeit abzubauen. Es muss zwangsläufig nur in die eine Richtung gehen, so wie bei der Zahnpasta ist der Weg raus viel leichter. Beim Menschen ist der Weg rein viel leichter… Außerdem gibt es Unterschiede im Grundumsatz, was sich wiederum bei den Unterschieden im Alter oder im Geschlecht zeigt: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28994

Wahrscheinlich hat sich im Laufe der Jahrhunderte daher ein Mensch herausgebildet, der belohnt wurde, wenn er keine Energie verbrauchte. Wir sind ja sehr ausdauernde Läufer und Jogger, bedingt durch die Jagd in der Steinzeit hat sich hier eine besonders hohe Ausdauer beim Menschen entwickelt, ein federndes System (schaut man sich z.B. den Aufbau der Beine und der Füße an), dass eine hohe Energierückgewinnung ermöglicht und den Menschen vor allen anderen „Tieren“ die höhere Ausdauer vor seinen Beutetieren verleiht. (.. mehr dazu)

Nur, warum sitzen wir dann lieber vorm Computer und belustigen uns an zusammengesetzten Zeichen, die wir dazu mit dem linken oder rechten Zeigefinger noch hin und herbewegen (scrollen) können? Weil das Gehirn sich in den Vordergrund drängt. Uns mit Dopamin und anderen Botenstoffen für neue Erfahrungen belohnt. Anstatt, dass wir rausgehen und uns mit den Nachbarn unterhalten und auf dem Dorfplatz gucken, „was es Neues“ gibt, haben wir die Neuigkeiten direkt hier drinnen, auf unserem Bildschirm. Wie ein Fenster zur Welt, sehr bequem, sehr sicher, alles schön aufbereitet und immer nur ein paar Millisekunden von der letzten Neuigkeit entfernt. Und was macht der Mensch, der von der Evolution zum Energiesparen angeleitet bzw. programmiert wurde? Er nimmt diese Neuigkeiten wie ein Schwamm auf, bildet immer weitere Gehirnzellen, und Verbindungen („er wird reifer, bzw. weiser“) und lehnt sich entspannt zurück, vergisst ganz, dass er noch in einem Gerüst aus Haut und Knochen lebt und dieses Gerüst auch hin und wieder gepflegt und trainiert werden muss. Wer das auf längere Zeit nicht macht, riskiert die sog. Zivilisationskrankheiten, Übergewicht, Diabetes, Herzschwäche, Rückenprobleme… Verrückt, obwohl der Körper uns vorgibt, dass es gut sei, möglichst viele Nährstoffe aufzunehmen und uns möglichst nicht zu bewegen, wissen wir mittlerweile mit dem Kopf, dass das Ungleichgewicht auch nicht gut für uns ist. Wir haben also einen Konflikt zwischen dem unbewussten Gefühl und dem reinen theoretischen Wissen, das in die Praxis umgesetzt werden muss.

Unsere Gesellschaft bietet einen schwierigen Ansatz zur Lösung, denn sie ist kopflastig! Sie belohnt die hohe Schulbildung, aber auch das theoretische Wissen an sich! Wer am meisten weiß, verdient am meisten und hat den meisten Respekt. Handwerker haben einen eher schlechten Ruf, körperliche Arbeit gilt als schmutzig und nicht so wertvoll. Körperlichkeit ist eher sekundär (es sei denn, sie wird zur Schönheit umgedeutet) und ganz am Ende der Skala der beliebten Werte stehen die Gefühle („die Gefühlsduselei“) oder ein eher unbewusstes, intuitives Aufnehmen von Reizen und Sachverhalten. Dabei sind die Intuition und die Erfahrung das, was uns im Leben am besten hilft, auch wenn wir den Computer und das Smartphone mal nicht zur Hand haben.

Es gehört irgendwie alles zum Großen und Ganzen, muss berücksichtigt und in unseren Alltag integriert werden, wenn wir gesund bleiben wollen.

Posted by J.A. on Juni 4, 2010

Warum Sport & Bewegung so wichtig ist

Jeder zweite Deutsche ist zu dick, lese ich gerade in der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Aus anderen Quellen erfährt man, dass Bewegung bei den Deutschen generell nicht sehr angesagt ist und in der Tageszeitung „Welt“ gibt es einen längeren, passenden Artikel dazu (ich habe noch andere Quellen gesucht, aber dies war die beste).

Ich möchte das mal zum Anlass nehmen und ein kleines Brainstorming zu Sport, Bewegung und Gesundheit verfassen:

Lange Zeit war der Mensch ein Lauf und Bewegungstier, durch die Notwendigkeit der Jagd und die körperliche Beschwerlichkeit auf dem Feld hatte er kaum Möglichkeiten, zu viel Fett anzusetzen. Ältere Menschen berichten noch heute, dass sie in der Zeit zwischen den Weltkriegen oder auch kurz danach, die Strecke zur Schule zu Fuß gegangen sind, weil es noch keinen Bus gab. Aber diese Strecke würde heute keiner mehr freiwillig laufen, denn das sind über 10 km, einfacher Weg und es geht über anstrengende Berge mit einigen Höhenmetern. Einfache Menschen hatten in dieser Zeit keine Autos, diese waren Mangelware und nur die wirklich Privilegierten konnten sich eins leisten.

Read the rest of this entry »

Categories: Gesundheit
Tags: , ,
Posted by J.A. on Januar 25, 2010

System krank, Patient gesund

Was für ein schöner Montag-Morgen! Ich sitze hier am Computer, und der anstehende Arzt-Termin drückt mir im Nacken. Wie konnte ich nur auf die blöde Idee kommen, ihn gleich Montag Morgen zu legen, so früh und dann auch noch im Winter?? Draußen hat es geschneit, die Straßen sind glatt, die Motivation liegt bei gefühlten 10 Grad unter Null…

Vor Arzt-Terminen hab ich mich lange gedrückt, im Grunde denke ich auch, dass wir Deutschen viel zu oft im Jahr zum Arzt gehen. Ca. 18 – mal stand in der Statistik und damit sind wir Weltspitze. Ich gehe nicht so oft. In den letzten Jahren seit dem Umzug bin ich fast gar nicht gegangen und wisst ihr was: Mir geht es trotzdem gut.

Ich habe die meisten Wunden selbst verarztet, bei Kopfschmerzen eine Tablette eingeworfen oder PMR gemacht… wenn ich Durchfall hatte, die Ernährung umgestellt, bei Rückenschmerzen mich mehr bewegt. Gegen die Depressionen hilft Tagebuch-Schreiben oder ein Gespräch mit Freunden, bei akuten Wutanfällen einfach mal nach draußen gehen und eine Runde beim Sport abreagieren und auch andere Hausmittelchen bieten für die meisten Leiden doch Gesundheit im Überfluss.

Read the rest of this entry »

Posted by J.A. on November 13, 2008

Menschliche- notwendige- Schwächen

Wenn es etwas gibt, was ich im Moment partout nicht verstehe, dann ist es meine Gesundheit. Gestern hatte ich einen perfekten Tag, es war zwar wegen der ausgefallenen Heizung kalt, aber ich konnte früh aufstehen, mich selbst motivieren, irgendwas arbeiten, stundenlang im Netz recherchieren, schreiben, rumräumen, kochen und war eigentlich sehr glücklich. Nur abends fing ich an, leichte Schwindelgefühle zu haben, die ich nicht deuten konnte. Als ich den Kopf zur Seite legte, fing alles an, sich zu drehen. Meine Stimmung war aber immer noch gut. Der Vollmond hinderte ein wenig am Einschlafen, einfach zu grell das Licht!

Dann heute, nach dem Aufwachen, genau das umgekehrte Bild: Ich kam nicht aus dem Bett, obwohl ich gestern um 10 Uhr schlafen war. Mir tut alles weh, die Erkältung ist plötzlich wieder zurück. Wie kann sich das über Nacht so schnell ändern? Gestern merkte ich noch nichts davon, noch nichtmal ein kleines Zeichen. Heute: Fieber, geschwollene Lymphknoten, belegte Zunge, Nebenhöhlen zu und Hustenreiz. Mein Kopf dröhnt, ich fühle mich schlapp, depressiv und lustlos.

Und das Schlimme ist, es geht schon den ganzen Herbst so: Mal bin ich gesund, mal krank. Irgendwie habe ich mein natürliches Gleichgewicht verloren, aber ich weiß nicht warum.

Der Körper ist halt keine Maschine, die man ständig auch Höchstleistungen laufen lassen kann. Auch wenn die moderne Arbeitswelt (und ich) das gerne so hätte!

Früher fiel es mir leichter, mit meiner Energie besser zu haushalten, alles so einzuteilen, dass ich ausgeglichen und gesund sein konnte. Seit unserem Hauskauf und den anderen Anforderungen, die sich zwischenzeitlich so ergeben haben, hat sich das grundlegend geändert. Ich merke darüberhinaus einen massiven Einbruch meiner körperlichen Leistungsfähigkeit, seitdem ich 30 bin, als ob man einen genetischen Schalter umgelegt hätte. Ich bin zwar sehr motivert, stoße aber ständig an körperliche Grenzen. Letzens ist es mir sogar passiert, dass ich mir morgens beinahe das Knie ausgerenkt hätte, als ich mir die Strümpfe anziehen wollte, weil die Gelenkschmierung noch nicht da war! Auf jeden Fall schmerzte es furchtbar und ich konnte nur noch zur Kaffeemaschine humpeln!

Dazu kommt, dass der ständige Streß und die Belastung dazu führt, dass meine Konzentration schlechter geworden ist und ich mitunter unter Streß anfange, Dinge zu vergessen oder fahrig zu handeln, was die Arbeitszeit erhöht.

Meine eigene Regeneration klappt oftmals nicht mehr: Wenn ich mich mittags eine halbe Stunde hinlege, habe ich gleich ein schlechtes Gewissen und muss das anschließend durch Arbeit kompensieren. Ich bin ständig am Rumlaufen und finde keine Ruhe. Alkohl möchte ich nicht trinken, weil es keine Lösung ist. Die Ruhe muss von innen kommen!

Die meisten Tätigkeiten, die ich mache, sind so, dass ich keine positive Rückmeldung erhalte, z.B. bei Hausarbeit. Das hat dann diesen Roboter-Effekt: Man macht und macht, ständig kommt neue Arbeit hinterher, man wird nie fertig und bekommt fast nie ein Lob, und auch kein Geld. Hausarbeit ist ein Selbstbewusstseins-Killer sondersgleichen. Leider muss diese Arbeit irgendjemand machen!

Mit meinem Blog ist es ähnlich: Ich arbeite und arbeite daran, aber wirklich befriedigend ist es eigentlich nicht. Wie oft bekommt man im Leben positive Rückmeldungen? Wieviel Freunde hat man wirklich, die einem den Rücken stärken? Wer macht mal etwas für einen, einfach so? Wer sagt, dass man auf dem richtigen Weg ist- wenn nicht man selbst oder das eigene Gewissen?

Ich habe oft das Gefühl, dass das Dinge sind, die einfach fehlen und die seelischen Belastungen für viele Menschen so erhöhen. Ich bin mir zudem sicher, dass ich keine Ausnahme bin, sondern dass es sehr vielen Leuten so geht- wenn nicht noch schlimmer. Das macht es umso schwieriger: Da es allen – oder den meisten so geht- werden auch die wenigsten Menschen bereit sein, etwas Nettes zu sagen- weil sie selbst nicht besser dran sind. Die Freundlichkeit und die notwendige innere Ruhe wird von der Arbeitsmühle zermahlen.

So wird eine ganze Gesellschaft zu einer Gesellschaft am Anschlag ihrer Leistungsfähigkeit. Die ständige Arbeit und das Leistungs,- sowie Profitstreben verkaufen menschliche Werte und drängen wichtige Freiheiten zurück, wenn sie überhand nehmen.

Also, was soll man tun?

Meine Lösung: Bewusst abschalten. Die eigene Notwendigkeit zur Regeneration verteidigen. Zur Not Energie aufbringen und lauthals für Menschlichkeit einzustehen, sein eigenes Recht auf Urlaub durchsetzen. Man muss sich überlegen, was man eigentlich will und ob es sich lohnt, für diese Ziele derartig viel in Kauf zu nehmen. Ist das der Weg zum Glück? Werden wir glücklicher, wenn wir unendlich viel konsumieren und einen hohen sozialen Status haben? Es sind die Kernfragen, die ich auch immer behandle und es führt nichts an ihnen vorbei, man kommt immer wieder dahin zurück.

Es ist paradox: Man benötigt Energie, Selbstbewusstsein und ein starkes Rückgrat, um sich die eigene Fähigkeit zur Erholung zu erhalten.

Wenn man gelassener an die Dinge rangeht, verkrampft man nicht so, kann sich mehr Zeit nehmen und die Dinge langfristig angehen. Eine kleine Erholung im Jetzt führt dazu, dass man langfristig handlungsfähig und (letztendlich) produktiver bleibt.

Indem man sich selbst ändert, ändern sich andere, ändert sich die Welt. Das ist die Hoffnung, die immer bleibt.

So wird die Schwäche – richtig wahrgenommen und eingesetzt- am Ende zu einer Stärke!

Categories: Privates
Tags: