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21 years later

Wir werden geboren- wir erkennen, dass alles falsch ist. Wir versuchen, den „Irrtum“ zu korrigieren.

Es gelingt nur teilweise. Zumindest soweit, dass wir nicht von der Brücke springen. Aber alles ist und bleibt nur eine Krücke. Wir erkennen es sehr deutlich, unser geliehenes Leben. Dass wir nie da ankommen werden, wo wir eigentlich hinwollen. Der genetische Bauplan ist mit keiner OP der Welt zu korrigieren, daher wird auch zu Recht von „Angleichung“ gesprochen. Eine Angleichung ist nicht „identisch“. Zuerst müssen wir die offensichtlichen Fehler unserer eigenen Evolution korrigieren, am Ende dann kämpfen wir gegen das Alter und die Schwerkraft, so wie alle Frauen.

Unser Leben ist nur eine Illusion, ein Schein, von dem was wirklich sein könnte. Und dafür werden wir gehasst und ausgeschlossen. Die anderen Menschen erkennen, dass wir anders sind und sie wollen uns nicht „integrieren“. Und auch wir wollen nicht über einen Kamm mit allen geschoren werden und so bleiben wir die ewig bunten Paradiesvögel. Das Spektakulum im großen Zirkus der Eitelkeiten.

Wir begreifen die Virtualität aller Geschlechter. Dass das, was alle für „real“ halten, am Ende nur ein Muster ihrer Selbst ist.

Also wollen wir unser Selbstbild den anderen erklären. Sie aber begreifen es nicht. Also schreiben wir Text um Text, wälzen Gedanken um Gedanken, aber das Rätsel ist nicht zu lösen. Diese Gleichung hat keine Auflösung. Sie hat viele Lösungswege, aber kein Ergebnis.

Was uns bleibt, ist der Blick „von außen“, auf die Gesellschaft mit ihren Beschränkungen.

Warum aber – sollten wir dann nicht zugeben wollen, dass es so ist?

 

 

Ich werde Dir folgen

Ich werde Dir folgen. Ganz egal, wohin Du gegangen bist. Egal, welchen Körper du hast, welche Gefühle Du lebst oder was immer dich antreibt. Du hast mich geprägt, vor sehr langer Zeit. Die Begegnung mit Dir hat alles in mir umgekrempelt und alle Weichen gestellt. 1996 hab ich Dich kennengelernt und schon zwei Jahre später für immer aus den Augen verloren.
Du wolltest studieren, weit weg in die große Welt. Du hattest künstlerisches Geschick, eine große Sprachbegabung und konntest immer gut mit Menschen. Vor allem warst du sehr intelligent und du wolltest keine „dummen Gesprächspartner“. Nach London oder Paris hat es Dich gezogen. Darunter machtest du es nicht. Ich hingegen wollte ins kleine Koblenz. Informatik studieren und meinem damaligen Ruf als Nerd gerecht werden.

Ich weiß noch genau, an diesem einen lauen Sommerabend in Bad Dürkheim auf dem Wurstmarkt. Ich hatte eine Lederjacke an, redete über die Bundeswehr und musste mich zweimal täglich rasieren. Du hingegen kamst in einem zauberhaften kurzen Kleid. Deine Beine waren braun und glatt und deine Stimme hell und schön. Es war unsere letzte Begegnung. Ich habe Dich getroffen und Deine Augen haben gestrahlt. Wir waren verliebt. Aber keine(r) konnte es so richtig zugeben. Die Herzen pochten bis zum Anschlag. Die Hände waren feucht. Die Gedanken kreisten nur noch um uns, um unsere Liebe. Der letzte Halt in einer sich bewegten Welt. Unsere Wesen hat sich irgendwie verbunden. „London? so weit „dachte ich „dann werde ich die nie wiedersehen.“ Es war mir klar, dass ich nur eine Partnerin finden werden, die stärker und selbstbewusster als ich bin. Diese Frauen zog ich immer magisch an, alle anderen konnten mich nicht erwärmen. Es war aber auch was anderes in unserer Begegnung. Eine Freundschaft vielleicht, die Begegnung zweier weiblicher Seelen? Die eine schon völlig ausgereift und erwachsen und die andere noch in ihren Kinderschuhen. Unsichtbar, für die meisten.

Und auch in deinen Augen war die Sehnsucht und der Schmerz des Abschiedes deutlich zu spüren. In der Schule haben wir immer nebeneinander, nein mehr „hintereinander“ gesessen. Du warst schlecht in Physik und ich liebte das Fach. In der Kunst waren wir beide gut. Du allerdings hattest es als Leistungsfach und ich hatte es abgewählt, um nicht „zu weiblich“ zu wirken. Es hatte lange nicht zwischen uns gefunkt, aber dann plötzlich ganz heftig. Den Anfang hattest Du gemacht. Plötzlich war mein Interesse für dich da, aber ich kann den genauen Punkt auch im Nachhinein nicht mehr lokaliseren. Die Schulzeit neigte sich 1997 dem Ende zu, die Welt stand für uns beide völlig offen. Mit dem Studium sollte die schönste Zeit beginnen. Die Zeit der maximalen Freiheit, der Gesundheit und des Neubeginns. Du bist dann nach links gegangen und ich nach rechts. 20 Jahre später haben wir uns auf dem Klassentreffen wieder gesehen und es war so, als ob gar keine Zeit vergangen wäre. Deine Augen leuchteten wie damals und ich hab wieder kein Wort rausbekommen.

Jetzt werde ich Dir also folgen. Ich werde das tun, was du damals getan hast. Ich werde nach London oder Paris reisen. Neue Menschen kennenlernen. Mich völlig der Kunst hingeben. Frei sein, die Welt studieren! Denn du warst immer weiter als ich. Jetzt, 24 Jahre später bin ich so wie du. Ich trage ein schönes Kleid und habe glatt rasierte, braune Beine. Meine Stimme ist hell, ich bin sprachbegabt und kann gut mit Menschen. In Physik und Mathe bin ich allerdings auch schlechter geworden.

Nun sind wir beide offen, der Welt zugewandt. Neugierig. Und das „dörfliche“ hängt mir zum Hals raus, wo wie es Dir damals zum Hals raus gehangen ist.

Frauenquoten-Gedöns

Wo dir fehlt der Mut zu Taten, musst du halt ein wenig warten

Nachdem in der Mädchenmannschaft die Frauenquote diskutiert wurde und dabei unter anderem auf die Phoenix-Talksendung aufmerksam gemacht wurde, habe ich mir an diesem Abend das Programm freigeschaufelt und mit großer Neugierde in die Sendung eingeschaltet.

Zuerst: Das Thema Frauenquote finde ich an sich sehr wichtig, weil endlich mal ein frauenpolitisches Thema in den Medien Gehör findet. Wenn auch nicht besonders erfolgreich und meistens auch recht einseitig. Die mächtigen Frauen wie Familienministerin Schröder oder Merkel bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm und Takraft und schon gar nicht mit einseitiger weiblicher Solidarität, was eigentlich schade ist, aber wahrscheinlich ihre Glaubwürdigkeit und ihren männlichen Durchsetzungswillen bekräftigt. Wer weiß? Und wo kommen wir denn hin, wenn plötzlich alle Frauen mit anderen Frauen solidarisch wären? Also so weit sind wir nun auch noch nicht. Wer nach oben kommen will, soll bitteschön kämpfen. Anders funktioniert es nicht! Steuergesetze und Bürokratie in unendlichen Mengen verschreiben wir dem guten Bürger ganz gerne, aber wenn es um die Freiheit der Geschlechter geht, dulden wir keine Einmischung! Schließlich geht es dabei um den heiligsten Gral in diesem Land überhaupt: Der Performance und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Und wer will schon eine Baby-Mama in der Chef-Kajüte? Die stört da nur, aus dem Weg.. entweder du kleidest und verhälst dich wie ein Mann oder du hast verloren. Hier oben weht ein rauer Wind und die Regeln die machen wir selbst, die sind männlich. Basta.

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Gender-Unterschiede in Blogs

Gestern kam von verschiedenen Stellen ein Artikel auf mich zu, was wiederum zeigt, wie wichtig er bestimmten Personen war und wie gut die Quervernetzung im Netz funktioniert.

Es geht um das Thema „Blogs von Frauen“ und die Frage, warum Frauen nicht in der Zahl im Netz vertreten sind und gehört werden wie Männer.

Ich möchte einfach die prägnanten Thesen herausgreifen und dann meine (persönliche) Meinung dazu formulieren.

Hinweis: Da ich wieder vermute, dass es -wie bei allen Gender-Themen- viele Kommentare dazu geben wird, werde ich die Moderations-Funktion anschalten und nur solche Kommentare freischalten, die einer bestimmten Netetiquette genügen, freundlich und sachlich sind. Außerdem wünsche ich mir mehr Kommentare von anderen Frauen, da es schließlich auch um sie geht!
Dafür wird der Artikel dann in jedem Fall im Netz stehenbleiben und nur bei groben grammatikalischen oder inhaltlichen Fehlern nachträglich korrigiert werden.

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