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Die Liebe braucht nicht viel

Die Liebe braucht nicht viel
manchmal reicht ein kleiner Stupser
um sie in dir zu wecken
meistens wehrst du dich noch dagegen

aber wenn sie da ist, dann ist sie da!
dann kannst du es nicht mehr leugnen
und auch nicht unterdrücken
wenn sich zwei Menschen lieben wollen
dann machen sie es

die Natur findet einen Weg
und schweißt beide zusammen
auch wenn sie sich zuerst wie Katzen umstreifen
und nicht so richtig näher kommen wollen.

Dieses starke Gefühl, dass du im anderen ganz genau spürst
es zeigt sich meistens schon, wenn man nur ein Foto von ihm oder ihr betrachtet
schon da wird irgendwie klar, ob du ihn oder sie magst.

Du spürst, dass dieser Mensch etwas ganz besonderes ist.
Du hörst gerne, wenn andere über ihn reden
und du redest selbst gerne über ihn
er geht dir nicht aus dem Kopf

du musst ständig an ihn denken
und du denkst dir „warum denn bloss?“
dein Verstand findet keine Erklärung
aber dein Herz ist ganz weit.

Im Kopf gibt es tausend Stimmen
die dir alles ausreden wollen,
aber im Inneren freust du dich,
wenn du ihn bald wieder siehst

dein Kopf bleibt in der Vergangenheit kleben,
aber dein Herz will galoppieren!
dein Gefühl will triumphieren!

Sein Glück soll dein Glück werden,
die Welten sollen sich vereinigen,
Licht und Liebe soll die Welt erhellen,
und du mittendrin.

Alles zurück auf Anfang

 Ich fühle mich ausgelaugt und mies. Hab keine Energie mehr. Die Sonne fehlt. Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Die Liebe ist verflogen. Alles ist depri, alles ist scheiße!

Rückenschmerzen quälen beim Sitzen und die Infrarotlampe, die eigentlich Abhilfe schaffen sollte, hat den Stuhl und den Finger verbrannt!

Gedanken kreisen immer noch ums Vergangene. Von „außen“ kommt kein befreiender Input, sondern nur Menschen, die jammern und mich mit ihrem eigenen Scheiß belasten. Seht ihr nicht, dass ich selbst genug Probleme habe?

Ich schlafe ewig lang. Meine Gedanken kreisen dabei um den Todesfall, sie schweben über meine eigene Vergangenheit und Jugend und immer wieder erscheinst Du.

Alles vermischt sich. Ein kleiner Auszug gefällig?

Ich gehe die Straße entlang. Will eigentlich zur Schule, ein neues Jahr hat begonnen. Aber ich bin zu spät! Ich laufe, gehe zu Fuß.

Dann gucke ich immer wieder auf die Uhr und ich stelle fest, dass ich vermutlich mind. eine Stunde zu spät kommen werde. Dann frage ich mich, warum ich denn nicht das Auto genommen habe? Was mache ich hier zu Fuß auf der Straße? Dann wieder dieses unterschwellige Gefühl, einfach „aussteigen“ zu wollen, so wie ich es früher gerne gemacht habe.

Warum gehe ich diese langweilige blöde Straße zur Schule? Warum gehe ich nicht diese Abzweigung, dort drüben, sieht viel interessanter aus, einfach in die Natur! Einfach krank melden, nicht kommen. Probleme unterdrücken, mich verstecken. Decke über den Kopf, sollen doch die anderen machen.

Diagnose: „Depressiv, nicht lebensfähig.“.

Oder wie ein Psychologe mal diagnostizierte „etwas antriebsschwach“.

Antriebsschwach! Weil ich keine Lust auf das verlogene Leistungs- und Geldsystem hatte, dass sich schon in jungen Jahren mit seinen ersten Ausläufern zeigte.

In der Schule dann werde ich schnell panisch. Alle feiern um mich herum, sind ausgelassen und fröhlich. Ich aber, bin ernst.
„Wo sind die neuen Stundenpläne?“, frage ich mich. „Wie komme ich in die richtigen Klassenräume?“ Ich bin die einzige ernste unter 1000 Ausgelassenen. Ich gehe in die große Pause und frage jemand aus meiner Klasse danach. Der grinst mich an und lacht. „Worüber du dir jetzt Sorgen machst. Feier doch erstmal mit uns!“

Ich bin peinlich berührt. Ja warum ich mir so große Sorgen? Warum kann ich nicht mitfeiern?

Ich habe das Gefühl, es ist mein letzter Versuch. Ich bin plötzlich in der Wiederholungsklasse für das Abi. Der Leistungsdruck ist immens, die Fragen sind schwer. Ich muss das bestehen, sonst war´s das für immer!

Wie alt bin ich in meinem Traum? Bin ich 40 und muss noch das Abi machen? Oder bin ich 17 und alles ist „real?“.

Dann wieder der Schwenk auf die Wohnung von meinem verstorbenen Stiefsohn. Ich krame in der Kühlbox herum, die da auf dem Boden steht. Überall sind frische, tiefgekühlte Sachen. Eine Packung Pommes, daneben eine Packung gefrorene Schnitzel. Alles sieht noch gut aus und ist innerhalb vom MHD. „Die hätte er sich nur machen brauchen!“ sag ich zu meinem Partner. Ich bin bestürzt. „Es ist doch so einfach: Ofen aufmachen, Pommes reinlegen und 20 Minuten backen. Schon hast du was im Magen.“. Ich mache den Ofen von meinem Stiefsohn auf. Er ist etwas verdreckt, Backpapier liegt noch drinnen, aber alles funktioniert.

„Ja…“ sagt mein Partner leise. Er seufzt. Es wäre so einfach. „Wenn die Drogen nicht was mit deinem Gehirn machen und verhindern, dass du das einfachste erkennst“.

„Warum hat er sich nicht einfach ein paar Pommes gemacht?“ Im Traum bin ich ahnungslos und ratlos. Ich räume die Sachen aus der offenen Kühlbox in den Kühlschrank.

Und ich habe einen Kloß im Hals.

Irgendwann dann wache ich auf. Der Traum hängt mir noch in den Haaren. Ist es draußen hell oder noch dunkel?
Spielt das überhaupt eine Rolle? Mein Partner kommt und bringt mir einen Kaffee. Ich erzähle von meinem Traum.

Dann muss er weinen.

Ich gehe an den Computer und schreibe diesen Text. Höre etwas Musik. „Die Realität“ kommt langsam zurück.

Wirklichkeit und Vergangenes sind klarer zu unterscheiden. Das Leben geht weiter! Es gibt neue Pläne, neue Ziele.

Die Geister der Vergangenheit, sie können langsam gehen.


Es wird Zeit für einen neuen Anfang!

Gedankenmeer

Meeresbrandung

Die News: Ein Rauschen und ein stetes Gluckern auf dem gekräuselten Ozean.
Wer aber taucht mal in die Tiefe und wenn es nur für zwei Minuten ist, solange der Atem den Mut aufrecht hält?

Welch faszinierende Welt in der Tiefe sich verbirgt und hier, so knapp unter der Oberfläche, hell von der Sonne beschienen, noch faszinierend, leuchtend und klar zu erkennen.

Wasseroberflaeche, gekräuselt

Gehen wir ein paar Meter tiefer, wird es schon dunkler und die Kontraste beginnen zu verschwimmen. Dicke Wassermassen verschlingen das Licht und damit auch die Erkenntnis. Ich muss näher dran, um überhaupt etwas zu erkennen und noch ein paar Meter tiefer kann eine Lampe nicht schaden.

Es wird still um mich herum, das Schnattern und Lästern der seltsamen Vögel an der Oberfläche ist leise geworden. Hier bin ich mit mir alleine, ich höre mein Herz schlagen und sehe wie der Brustkorb sich langsam hebt und senkt. Da! Ein glubschäugiger Fisch ist vorbei geschwommen und gerade, da ich nach ihm greifen will, ist er auch schon wieder in der Tiefe der Nacht verschwunden. Ich werde sein Rätsel wohl nie ergründen können.

Hier unten, noch ein wenig tiefer, ist es immer dunkel. Kein Strahl der Sonne hat diese Welt je erreicht. Und daher fürchten sich die Menschen auch vor ihr. Die Menschen, Wesen des Lichts! Zusammengedrängt auf einem engen Boot an der Wasseroberfläche, beschimpfen sie sich gerne miteinander, ziehen sich an den Haaren und lästern und teilen am Ende doch ihre Vorräte. Wo sie sich doch so hassen und stets nach dem Oberen rangeln, so hat doch selten einer den Mut, sich von der kleinen Nussschale ihres begrenzten Denkens und Wirkens zu lösen und sich buchstäblich von den anderen „frei zu schwimmen“.

Dabei ist es gar nicht schlimm, voraussgesetzt das Wetter spielt mit.

Getrennt und doch verbunden

Plätzchen und Adventskerze
Plätzchen und Adventskerze

Das war also heute mein Tag, der Vortag des 2. Advent. Ich sag es gleich vorweg, es war ein extrem unausgeglichener und seltsamer Tag.

Überhaupt fühle ich mich derzeit nicht wohl, es schwankt immer sehr. Ich bin von vielen Eindrücken überrollt und ich habe das Bedürfnis ganz schnell, ganz viel zu ändern.

Was hat das ausgelöst? So genau kann ich es nicht sagen, aber ein paar Dinge waren schon dabei. Dinge, die mein Leben in der nächsten Zeit vielleicht gewaltig und positiv ändern und das ist genau das, was ich mir sehne. Aber doch stockt es in dem alten Trott und die Mauern scheinen kurze Zeit später wieder so hoch, im direkten und auch übertragenen Sinne.

Ich könnte auf das Jahr zurückblicken, … , aber ich wüsste nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich könnte in meine Gefühle schauen, aber auch da herrscht momentan eher Chaos und alles scheint sich gerade neu zu ordnen. Ich hab sowas öfters in den Wintermonaten: Zuerst ist die dunkle Jahreszeit, die langsam, aber dann immer stärker wird. Zuerst nur eine kleine Verstimmung, bis es dann ziemlich schnell ziemlich dunkel und anstrengend wird.

Ich bin nicht schlecht drauf, aber irgendwie überdreht.

Meine Freunde und Bekannte können es mir momentan nicht recht machen, ich kann es verstehen. Ich weiß ja im Moment selbst nicht, wohin die Reise gehen soll.

Das ganze vergangene Jahr haben wir mit Renovierungen und Arbeit verbracht, wir haben keinen richtigen Urlaub gemacht, nur sehr kurze Städte-Reisen, die auch meistens mit Arbeit verbunden waren. Auch im dritten Jahr des Einzugs ist noch soviel zu machen und wir haben erst die Hälfte des alten Hauses renoviert. Wir machen alles (fast alles) in Eigenleistung gehandwerkt und in den warmen Sommermonaten habe ich mein Blog und auch Twitter sehr selten genutzt. Es ging einfach nicht, andere Dinge waren wichtiger. Dadurch sind Risse entstanden und ich habe meine innere Bindung an den Blog und auch die Leute um ihn herum etwas verloren. Mein Lieblingsblogpartner Hartmut hat sein Blog pausiert und das hat mich sehr getroffen. Warum noch weiterschreiben, wenn einer meiner besten Internet-Freunde nicht mehr schreibt? Ich hoffe nur sehr, dass er bald wieder schreibt.

Nun, im November und Dezember versuche ich anscheinend alles Nicht-Geschriebene nachzuholen, aber das ist wenig entspannend. Eher nutze ich meine Energie und vielleicht auch das gewachsene Durchhaltevermögen dazu, mich auch noch restlos zu verausgaben.

Wenn man dann so auf Twitter liest, wie andere ihr Leben tlw. verbringen, von ausgedehnten Weltreisen, gut bezahlten Jobs, erfolgreichen Startups, Familienglück und ähnlichem, könnte man schon neidisch werden.

Aber wem bringt das denn was? Ist der Mensch nicht immer auf irgendwen neidisch? Warum also dann nicht den Neid vergessen und einfach positiv denken? Sich darüber freuen, was man schafft und erschafft, und wenn es auch nur kleine Dinge sind. Und sich auch über das Glück von anderen freuen, denn wie der Dalai Lama in einem seiner schlauen Bücher schreibt, braucht „die Gesellschaft viele tatkräftige Menschen“, und „jeder ist wichtig“. Wir sollten die anderen grundsätzlich immer als Partner und Freunde betrachten, nie als Konkurrenten. Konkurrenz-Denken führt nur zu Unglück.

Auf Twitter scheinen vielen Leute zu schreiben, die alle viel Geld und Zeit haben, von den einfachen Leuten, die am unteren Rand des Existenzminimums leben, oder auch von Arbeitslosen und Außenseitern scheint es nicht viel zu geben. Je niedriger die Bildung, desto weniger Zugang zu Internet und modernen Medien ist gegeben oder sie werden anders genutzt. Auf Twitter sind die Leistungsfähigen zu Hause, die, die sich verantwortlich fühlen und etwas geben, aber auch gerne lenken und beeinflussen wollen. „Macher“ eben, typische deutsche Macher und Pragmatiker, die es nicht erlauben, dass man auch etwas Halbes nimmt. Perfektionisten, möchte man meinen.

Die vorherrschende Aura der meisten Twitterer erklärt wahrscheinlich auch, warum ich intuitiv die Herzlichkeit vermisse, und auch die freundliche Bodenständigkeit, die ich sonst so gewohnt bin. In Twitter gibt es viele humorvolle, aber auch zynische Menschen und Zynismus ist meistens ein Ausdruck von menschlichem Leid und Unglück. Sowas steckt an und irgendwann wird man auch zynisch, ungehalten und macht-versessen.

Natürlich hab ich kein Problem damit, in diesen Sphären mitzuhalten, betrachte es aber als Herausforderung. Mein spirituelles Gewissen mahnt mich doch manchmal, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren und daran zu denken, wo ich stehe, was ich erlebt und durchgemacht habe und wo die wirklichen Probleme des Lebens sind. Wer die Schablonen des Gewissens und der Moral aber zu eng anlegt, der wird sehr bald sehr unglücklich- also gilt auch hier wieder der richtige Mittelweg, sich nicht verkrampfen, aber auch nicht zu lasch zu sein.

Twitter ist manchmal wie eine Droge, man berauscht sich an dem guten Leben der anderen, an ihrer Freude, an ihrer Zeit, an ihrem Wissen und ihren netten Kontakten. Twitter ist aber meistens Schönwetter-bloggen, bis auf ein paar #fail Botschaften, die meistens auch irgendwie lustig sind.

Wie ich heute schrieb, kam ich dabei zu folgender Feststellung:

Dunkelheit und Kälte / Sich an der Timeline mit den vielen Seelen wärmen / und doch getrennt / Allzu menschliches Schicksal

Das ist sowas wie ein kleines Twitter-Gedicht (fällt mir immer nebenbei ein, ist eine tolle Sache, dieser Zwang in wenigen Zeichen zu denken)… und drückt mein Befinden aus.

Was bringen all die Kontakte, wenn es nicht zu realen Begegnungen kommt?

Die Menschen, man sieht nur ihre Seele, aber sie sind nicht greifbar, man kann sie nicht besitzen, man kann sie noch nichtmal wirklich beeinflussen, jeder ist im See der Internets gefangen und eine unsichtbare Mauer, die Datenleitung trennt uns. Das, was uns trennt, verbindet gleichzeitig- ist das Internet nicht eine schöne Paradoxie? Und der moderne Abenteuer-Dschungel, das unbebaute Land, nach dem sich viele sehnen. Die Projektion ihrer Ideale?

Ist nicht jeder Mensch in seiner letzten Instanz alleine- und gezwungen, sein eigenes Antlitz jeden Tag neu zu verstehen? Und ja, diese kleinen Rechengeräte mit der Leitung zu anderen, sie helfen uns mitunter dabei.

Wann und wie kann man aber moralisch erwarten, dass sich andere mit dem eigenen Schicksal auseinandersetzen?

Wann bekommt man schon mal Lob und Zuwendung? Wie kalt die Welt doch meistens ist und wie sehr wir uns nach ein wenig Liebe in der kalten Welt sehnen.

Das Gefühl, wirklich mit der Welt in Verbindung zu sein und nicht nur mit den scharfen Schemen, die dunkel auf den Schnee gezeichnet werden.

Und doch macht es süchtig, diese schwebende Leichtigkeit über den Dingen. Es erfrischt den Kopf und es klärt die Seele. Es wirkt, obwohl man gar nichts zu sich genommen hat.

Außer ein paar Informationen.