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	<title>J.A. Blog &#187; Fortschritt</title>
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		<title>Dankbarkeit</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 21:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgedachtes]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Abgrund]]></category>
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		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>

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		<description><![CDATA[Passsender Song Acrobat von Maximo Park
Stell dir vor, du bist gefangen. Gefangen auf der einen, falschen Seite. Quälst dich schon seit Jahren mit dir selbst herum. Rüttelst an den Stangen aber sie geben nicht nach. Keinen einzigen Millimeter. Eine ungute Mischung aus Rollenerwartungen, Erziehungsmodellen, Freundschaften, guten Manipulationen, unerwarteten Wendungen und anderen Dingen hat sich stets [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Passsender Song <a href="http://www.youtube.com/watch?v=83RK33RYyjQ&amp;feature=youtube_gdata" target="_blank">Acrobat</a> von Maximo Park</em></p>
<p>Stell dir vor, du bist gefangen. Gefangen auf der einen, falschen Seite. Quälst dich schon seit Jahren mit dir selbst herum. Rüttelst an den Stangen aber sie geben nicht nach. Keinen einzigen Millimeter. Eine ungute Mischung aus Rollenerwartungen, Erziehungsmodellen, Freundschaften, guten Manipulationen, unerwarteten Wendungen und anderen Dingen hat sich stets davon ab gehalten, alles in die Hand zu nehmen, alles zu ändern.</p>
<p>Und dann kommt irgend so ein dahergelaufener Typ von der Straße auf dich zu und lässt dich endlich raus.</p>
<p>Er lächelt dich milde an, mit der Kippe locker im Mundwinkel schwingend. Sie bewegt sich auf und ab, während er durch seine rauchig-gelben Zähne mit dir spricht. Er riecht ein wenig verschwitzt. „Ach Schätzchen“ sagt dieser eklige Typ zu dir, „es ist doch eigentlich ganz einfach. Spring einfach, mach den Satz über die Klippen. Sei einfach ein bisschen mutig!“</p>
<p>„Aber, aber &#8230;“ stammelst du noch zu ihm herüber, soviel Angst hast du vor der neuen, unbekannten Welt „da draußen“.</p>
<p>„Aber, aber&#8230;“ willst du noch sagen, da ist es schon zu spät. Er packt dich an der Schulter, mit dem anderen Arm greift er dir zwischen die Beine und hebt dich einfach hoch. Er trägt dich ein paar Meter, ohne dabei ins Keuchen zu kommen, ganz sanft trägt er dich über den tiefen Abgrund und seine fast zarten Hände streicheln deine Arme und Beine, als er dich auf der anderen Seite wieder herunterlässt.</p>
<p>Du bist so dankbar, dass du keine Worte finden kannst. Suchst nach ihnen, kramst in deiner hintersten Gedankenschublade. Und als du endlich ein Wort gefunden hast, das passen würde, hebst du deinen Kopf und willst zu ihm sprechen.</p>
<p>Da ist er schon weit weg und am Horizont beinahe verschwunden.</p>
<p>Willst du noch rennen und ihn einholen?</p>
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		<title>Freiheit kommt nur durch Arbeit</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 09:03:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Renovierung]]></category>
		<category><![CDATA[Anstrengung]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[sich überwinden]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Gegendarstellung
Ich erinnere mich noch an einen schönen sonnigen Frühlingstag vor zwei Jahren. Mein Mann und ich (frisch verheiratet) waren etwas unter Druck, weil wir in einer bestimmten Zeitspanne unseren Umzug von der Wohnung in Mannheim in unser frisch gekauftes Haus bewerkstelligen mussten. Neben den ganzen Renovierung- und Sanierungsarbeiten, die in dem 200 Jahre alten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine Gegendarstellung</em></p>
<p>Ich erinnere mich noch an einen schönen sonnigen Frühlingstag vor zwei Jahren. Mein Mann und ich (frisch verheiratet) waren etwas unter Druck, weil wir in einer bestimmten Zeitspanne unseren Umzug von der Wohnung in Mannheim in unser frisch gekauftes Haus bewerkstelligen mussten. Neben den ganzen Renovierung- und Sanierungsarbeiten, die in dem 200 Jahre alten Haus halt mal so anfallen (und bis heute noch anhalten..) mussten natürlich alle Zimmer der Wohnung gestrichen und aufgehübscht werden. Wer das schon mal machen musste, weiß, wie viel das Arbeit allein mit einem Zimmer schon ist&#8230; und wir mussten 75 qm, inkl. der Decke streichen.</p>
<p>Wir sind keine Profis, dazu ist mein Mann berufstätig und so was muss man immer im Urlaub machen, was den Zeitdruck noch zusätzlich verstärkt. Mit unserem letzten Geld (denn die Kaution und andere Posten hatten große Löcher in den Etat gefressen) kauften wir uns einen kleinen Anhänger. Die passende, nachgerüstete Anhängerkupplung fürs Auto fehlte natürlich auch noch- zusätzlicher Zeitbedarf und Kosten durch den Werkstatt-Besuch kamen dazu. Insgesamt vielleicht 800 Euro, die wir natürlich selbst bezahlten, abzüglich vom Nettogehalt, also nach den Steuern, die wir für unseren „überschuldeten Staat“, die Abwrackprämie und „sozial schwache“ Hilfsbedürftige abdrücken. Wir sind auch sozial schwach, aber das interessiert oft keinen!</p>
<p>Wir haben das Haus im Januar gekauft und der Auszug war Ende März, das waren also drei Monate.</p>
<p>Der Anhänger ist sehr klein, zwei Meter lang, einen Meter hoch und einen breit, also zwei Kubikmeter. So eine Wohnung hat aber mehr Zeug als zwei Kubikmeter, vielleicht 20, 30 oder 40?</p>
<p>Aus diesem Grund haben wir jedes Wochenende etwas in den Hänger gepackt und sind die 2 mal 40 km mit dem Auto und dem Anhänger wie die fleißigen Ameisen hin- und her gefahren. Soweit ich mich erinnern kann, machten wir das recht oft, im Grunde jedes Wochenende bis zum Auszug. Die Zeit im Haus verbrachten wir dann mit Renovierung in Abwesenheit jedes Luxus, nur um dann am Ende des WE´s wieder nach Mannheim zu fahren und dort die Arbeitswoche zu beginnen (und ja, auch für Hausfrauen und freiberufliche Autorinnen gibt es eine protestantische Arbeitswoche, selbst wenn das manche Machos, die nie was im Haushalt machen, einfach nicht glauben wollen).</p>
<p>Selbstverständlich schleppten wir dabei alles selbst, von der einfachen Kiste, bis hin zum sperrigen Schrank und Sofa wurde alles von zwei Personen abgewickelt. Nur bei der Waschmaschine haben wir &#8220;Freunde&#8221; eingeladen und uns helfen lassen.</p>
<p>Ich erinnere mich daran, dass es eine recht harte und anstrengende Zeit war. Die Renovierung der Wohnung wickelten wir dann innerhalb einer einzigen Woche ab und begannen diese wie die normalen Handwerker morgens um 8 und endeten irgendwann am Nachmittag. Ausräumen, sauber machen, abkleben, Plane ausbreiten. In den Baumarkt fahren. Quirl aufstecken, Werkzeug bereit legen, Farbe anrühren, auf die Leiter klettern, streichen- immer und immer wieder. Dann die Decke, da kommt einem alles entgegen, abends ist man weiß gesprenkelt und verschwitzt. Zu Essen gibt es nicht viel, vielleicht ein belegtes Brötchen und Apfelsaft-Schorle- aber das reicht, wenn man hungrig ist und Bock auf Arbeit hat!</p>
<p>Abends hatten wir natürlich Muskelkater, Schmerzen, Hunger und waren kaputt. Zum Plaudern, Chatten oder ähnlichem ist einem dann nicht mehr. Man sieht noch was im Fernsehen und geht dann sehr müde schlafen.</p>
<p>Ich frage mich, wie wir diese ganzen Arbeiten verrichten konnten und dabei noch motiviert waren? Was hat uns angetrieben?</p>
<p>Warum haben wir die Kosten nicht übernehmen lassen? Warum meldete ich mich noch nie in meinem Leben arbeitslos, obwohl ich darauf bestimmt auch einen Anspruch hätte- wenn ich mal überlege?</p>
<p>Mir war es schon immer wichtig selbstständig und unabhängig zu sein. Die Zwickmühle, die abhängige Situation in einer Mietwohnung ist nicht schön. Das ist keine Freiheit. Man hat blöde Nachbarn, Lärm, Gerüche, Ärger mit der Kehrwoche, Ärger wenn man Grillen will, keinen richtigen Garten und ist überhaupt sehr eingeengt. Die Vermieter sitzen am längeren Ende der Macht, der Stromableser und der Heizungs-Kontrolleur kommen wann sie wollen und man hat keine Wahlmöglichkeiten. Man kann nicht renovieren, nichts verändern ohne den Vermieter zu fragen- und wenn der eben keinen Bock hat, hat der keinen Bock.</p>
<p>Wir sind nicht besonders reich und einflussreich, aber uns war klar, dass wir eine Veränderung brauchen, eine Zukunft wollen, die aus Eigenständigkeit und Freiheit besteht. Und daher haben wir diese Arbeit auf uns genommen. Dieses alte Haus gekauft, was soviel marode Stellen hat, an denen man arbeiten muss. Dass soviel Zeit und Energie verschlingt. Die ungünstige Situation auf dem Land, abseits aller Vergnügungen, nur weil es günstiger ist- und wir die Miete sparen. Das ist unser Ziel. Freiheit, Eigenständigkeit und das Gefühl, es selbst geschafft zu haben.</p>
<p>Das treibt uns an. Selbst wenn die Arbeit dabei hart und unbequem ist, bleibt immer das Gefühl, auf der richtigen Spur zu sein und alles richtig zu machen. Ich stehe auf und weiß, was mein Ziel ist. Ich gehe abends schlafen und weiß, was ich gemacht habe.</p>
<p>Ich bin in gewisser Weise selbst Handwerkerin geworden, das finde ich schön und es bereichert mein Leben. Ich weiß, wie es sich anfühlt hart und körperlich zu arbeiten und dies ist eine Erfahrung, keine Theorie!</p>
<p>Manchmal fluche und schimpfe ich und ärgere mich über den langsamen Fortschritt oder die viele Arbeit.</p>
<p>Aber nie bereue ich das, was ich getan habe.</p>
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		<title>Karriere und Pläne</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 01:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Ziele]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich jetzt noch mal 15, 18 oder 20 wäre, was würde ich anders machen? Sieht man junge Leute, hat man oft ein positives Gefühl, sie sind oft so optimistisch und haben ihr Leben voll Plänen und Zielen. Je nach Biografie kommen die Probleme erst später dazu. Aber je jünger ein Mensch ist, desto optimistischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich jetzt noch mal 15, 18 oder 20 wäre, was würde ich anders machen? Sieht man junge Leute, hat man oft ein positives Gefühl, sie sind oft so optimistisch und haben ihr Leben voll Plänen und Zielen. Je nach Biografie kommen die Probleme erst später dazu. Aber je jünger ein Mensch ist, desto optimistischer ist er meist und deswegen mag ich junge Menschen.</p>
<p>Ältere Menschen haben oft schmerzhafte Erfahrungen gemacht, sind irgendwie gezeichnet vom Leben. Bei nicht wenigen merkt man, dass sie das grundsätzliche Vertrauen in andere verloren haben. Sie sind nicht mehr mitteilungsfreudig und sie haben gelernt, die Welt in gut und böse aufzuteilen. Je nach Beruf, Partnerschaft, Privatleben haben sich unterschiedlichste Misserfolge, Enttäuschungen und Verluste angehäuft, so dass ein „reiferer“, aber auch ein desillusionierter Mensch übrig bleibt, der eigentlich Anlass zur Sorge und Anteilnahme geben sollte. Was aber passiert mit alten Menschen zumeist?</p>
<p><span id="more-462"></span></p>
<p>Man lässt sie links liegen, weil sie stören und nur alles schlecht reden. Keiner will mit diesen „Spielverderbern“ was zu tun haben. Alte Menschen werden also, auf Grund ihrer eigenen Enttäuschung und Traurigkeit einsam. Sie haben nicht mehr das Feuer in sich, die Leidenschaft und den Idealismus, den sie vielleicht mal gehabt haben. Sie rechnen ihr Leben umgekehrt und blicken meist zurück, weil da mehr liegt. Der Blickwinkel verschiebt sich.</p>
<p>Wie können solche Menschen dann jungen Menschen Tipps geben oder sie motivieren? Wie sollen Eltern ihren Kindern Tipps für das Leben geben, wenn es Dinge gibt, die sie selbst nie erreicht haben, die sie vielleicht schmerzlich vermissen?</p>
<p>Es ist da ein Loch, eine Leere, die sich der junge Mensch durch Neugierde und Mut selbst füllen muss.</p>
<p>Doch zurück zu mir, denn ich habe ja versprochen, wieder persönlicher zu schreiben.</p>
<p>Also mir war von Anfang an klar, dass die Welt recht einfach aufgeteilt ist, dass es Spießer, Streber und Angepasste gibt und dass es sehr, sehr wenige Leute gibt, die einen eigenen Kopf haben und wirklich eigene Wege gehen. Nimmt man 100 Menschen (z.B. aus verschiedenen Schulklassen) dann sind 90%, die einen normalen Weg gehen, Familie gründen und regulär arbeiten. Also irgendwie das machen, was alle machen. Wirklich freie Menschen sind selten und wenn sich nach dem Schulabschluss vielleicht noch 10% für eine Künstlerkarriere oder so was entschieden haben, wird von denen nur ca. 1% wirklich etwas „Einzigartiges“ machen. Das ist zumindest so meine Erfahrung mit Menschen aus meiner alten Herkunft.</p>
<p>Auch die meisten Charaktere sind eigentlich noch so, wie sie damals waren und von den neuen Leuten ist die „Normalverteilung“ der Eigenschaften und Karrieren doch mit den früheren Erfahrungen identisch. Das zeigt mir irgendwie, dass es ein Gesellschafts-Charakterprofil gibt und deswegen kann man auch von der Gesellschaft als Ganzes sprechen.</p>
<p>Tja, aber wo stehe ich? Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht den normalen Weg gehen möchte und auf Grund all meiner bisherigen Erfahrungen und Entscheidungen bin ich soweit, dass ich wohl bei den 1% angekommen bin, die was ganz Eigenes machen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein Stück weit spießig und sicherheitsbedürftig und lehne es meistens ab, Dinge aus reiner Dummheit oder Übermut zu machen. Durch diese Vorsicht hab ich mir schon viel verbaut, aber vielleicht umgekehrt auch was erhalten?</p>
<p>Das passt zu mir als Persönlichkeit am besten, wenn ich viele Freiheiten haben, bin ich glücklich. Wenn ich mein eigener Chef sein kann, auch. Also musste für mich von Anfang an was Freiberufliches her.<br />
Grundsätzlich kann man eigene Freiheit aber nur erreichen, wenn man Leute loslässt, die einen ausbremsen oder andere Ziele wie man selbst haben. Eigene Freiheit ist also keine einfache Sache, sondern mit Verlusten, Selbstüberwindung und Enttäuschungen verbunden. Man muss lernen, eine eigene Meinung zu entwickeln und- sehr schwierig- man muss sich auch unbeliebt machen können, was gerade für Frauen schwierig ist, die gerne kooperieren, dass aber in der harten Männerwelt nicht so anbringen können.</p>
<p>Früher hab ich sehr viel auf andere gehört und war beeindruckt von dem, was man mir gesagt hat. Das wurde zwischen 20 und 30 immer weniger und ich hab gelernt, auf mich selbst zu hören. Bei der Berufswahl war ich sehr unsicher und nur mit viel Mühe und Not kann ich heute sagen „ich bin freiberuflich künstlerisch tätig“ (neben der Arbeit in der Firma). Aber das steht nirgendswo offiziell, noch brüste ich mich damit bei Verwandten oder Freunden. Ich will auch nicht unbedingt berühmt oder reich sein, aber es ist nicht auszuschließen, dass dieser Wunsch doch noch mal eines Tages kommt.<br />
Als Frau zählt der berufliche Status immer noch nicht soviel wie bei einem Mann und sie wird nicht abgewertet, wenn sie nichts „Richtiges“ arbeitet (außer vielleicht in Kreisen, wo es selbstverständlich ist, dass die Frau auch arbeiten geht, aber das ist selten). Wenn ein Mann nichts arbeitet oder „Kunst“ macht, ist er in ungleich schlechterer Ausgangslage, weil man eben die Erwartung hat, dass er eine Familie zu versorgen hat (&#8230; bei einer Frau ist das Analog, dass sie Kinder bekommen soll).<br />
Was bei mir immer seltsam war, dass ich von Anfang an keine richtigen „Ziele“ hatte, wie man sie landläufig so kennt: Viel Geld, viel Reichtum, Einfluss, Freunde oder dergleichen.</p>
<p>Wie Alice schön <a href="http://alicehive.de/der-weg-ist-das-ziel/" target="_blank">beschreibt</a>, kann man durch solche Ziele sehr leer werden und immer wieder neuen Dingen nachjagen, aber nie ankommen.</p>
<p>Das war mir von Anfang an auch klar … ich finde, es ist eine gute Einstellung. Man muss das Leben so leben wie es kommt und sollte nicht traurig sein, wenn man was Bestimmtes nicht erreicht hat. Es kommt alles, wie es kommen muss!</p>
<p>Was mir allerdings bis jetzt negativ aufgefallen ist, dass die Chancen für eine Frau Karriere zu machen, auch sehr schwierig sind. Die Strukturen sind oft patriarchalisch geprägt, nimmt man z.B. die reine Produktion von Musik, dann ist das fast immer ein Männerjob. Frauen nimmt die Industrie dann gerne als Vorzeigeobjekt, als Sängerin und hübsche Stimme. Aber dass Frauen mal hinter den Keyboards und Maschinen sitzen oder dass sie Geld und Entscheidungen verteilen ist wiederum eine Ausnahme.<br />
Ich habe das von Anfang an auch gespürt, dass man mir nur einseitig bereit ist, Hilfe anzubieten, dass die Zusammenarbeit mit Männern ganz schnell auf eine sexuelle Schiene hinausläuft und ich bei den meisten nicht ernst genommen werde. Ich würde also jungen Künstlerinnen empfehlen, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen und sich nicht von gierigen Managern oder schlechten Menschen ausnutzen zu lassen.</p>
<p>Vielleicht ist es ganz gut, einen Partner zu haben, der die Frau bei der künstlerischen Karriere unterstützt. Wenn man so einen Weg geht, muss man auch umgekehrt bereit sein, dem Mann viel zu bieten und ihn nicht auszunutzen. Nur durch Zusammenarbeit kommt man weiter.<br />
Am besten ist immer, wenn man die wichtigsten Dinge selbst in der Hand hält, wenn man selbstständig wird und sich von keinen schlechten Menschen abhängig macht. Für die echte Karrierechance kann so was entscheidend sein.</p>
<p>Was mir zudem auch stark auffällt, dass es in Deutschland kaum prominente Philosophinnen gibt. Dass unsere Geschichte voll von männlichen Philosophen und Schriftstellern ist, dass es aber aus der weiblichen Ecke nur wenig kommt. Wenn ich an weibliche Autorinnen denke, dann fallen mir unweigerlich Krimiautorinnen, Kinderbuchgeschichten oder kleine Zauberer ein. Aber keine harte Analyse, keine kritischen, mutigen ehrlichen Gedanken und kein Mut zum Risiko.<br />
Wenn also eine junge Frau Autorin werden will, dann würde ich ihr empfehlen, diesen Kampf aufzunehmen und sich von der schlechten Ausgangslage nicht abschrecken zu lassen, sondern einfach „das Ding durchziehen.“</p>
<p>Als Frau sollte man seine sozialen und psychologischen Fähigkeiten nutzen und auch weiterhin versuchen, zu kooperieren, es wird aber auch nicht auszuschließen sein, dass man männliche Fähigkeiten übernehmen und lernen muss. Wenn es darum geht, Verträge auszuhandeln, sich gegen Ausbeuter und Miesepeter abzugrenzen und neue Ziele zu stecken, dann kommt man ohne ein gewisses Maß an Männlichkeit und gesunder Aggression nicht aus.</p>
<p>Denn von selbst macht sich leider nichts.</p>
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