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Der Frühling- im Jahr 2160

Lange hatte er sich versteckt, man meinte, er wäre völlig verloren gegangen. Ein halbes Jahr hatten wir ihn nicht gesehen, uns innerlich von ihm verabschiedet- uns auf Dunkelheit, Nass und Grau eingestellt. Dann- mit einmal- brach er aus seinem Versteck und überfiel uns innerhalb weniger Stunden. Das Thermometer kletterte stündlich bis zur Mittagsstunde und mit der Zeitumstellung hatte der Tag plötzlich eine Stunde länger Licht als sonst. Alles ging sehr schnell. Wie ein gut geplanter, strategisch geplanter Feldzug einer Großmacht, waren die Armeen der Dunkelheit wehrlos gegen diese Breitseite aus Sonne, Wärme und guter Laune. Doch er hatte auch seine Nachteile im Gepäck: Der Staub und Dreck, der sich im Winter überall angesammelt und abgelagert hatte, wurde nun deutlich sichtbar. Die Fenster glichen einer großen Tarnnetz aus Schmutz und Erdfarben, die Fensterbänke lagen versunken in einem Meer aus Staubpartikeln der angrenzenden Baustelle. Die Sonne zeigte uns dieses Bild nun sehr deutlich und niemand konnte sich noch davor verstecken.


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