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Ein Nachruf

Vera F. Birkenbihl ist tot. Ich habe davon erst gar nichts erfahren, sondern erst über Umwege davon gehört. In den meisten Mainstream-Medien hat man überhaupt nichts dazu gelesen. Und auch, wenn man den Begriff bei Google eingibt, findet man fast ausschließlich Blog-Einträge, aber keine „großen“ Nachrichtenseiten. Die Wikipedia ist etwas sparsam, wie fast immer bei sozialen, psychologischen oder pädagogischen Themen.

Dieses Besetzen von Nischen passte vielleicht zu ihrem Leben. Ich habe ein paar Vorträge von ihr auf DVD und im Internet angeschaut. Was mich an ihr inspiriert hat, war ihre Art zu denken, ihr wissenschaftlicher Charakter und ihr Forschergeist, der bei Frauen doch recht selten ist und zumindest eher selten so intensiv umgesetzt wird. Sie hat es sich und anderen nicht leicht gemacht, war sehr intelligent und fleißig und brachte die Dinge auf den Punkt. So wie eine Wissenschaftlerin sein muss.

Aber meine Worte dazu sind nicht ausreichend. Schon die ersten beiden Blog-Beiträge, die ich gefunden habe, können das alles viel besser und genauer beschreiben:

z.B. Hier oder hier

Bücher von ihr habe ich nur eins, das über die Kommunikation. Ein schönes, dickes rotes Buch, damals mein erstes über Kommunikationspsychologie. (Leider ist die praktische Umsetzung sehr viel schwieriger als gedacht) Viel Theorie, aber auch viel zum Selbstdenken und Mitdenken. Wissenschaftlich, ausgewogen, gut. Außerdem steht im Regal noch die CD von ihr „Von nix kommt nix“, die ebenfalls sehr sehenswert ist. (Daraus hängen geblieben ist bei mir: werden sie Jäger! Gehen sie auf die Suche und beschäftigen sie ihr Gehirn; bauen sie selbstständig Verbindungen auf, lernen sie frei zu denken- so ungefähr in der Art, sie beschreibt das sehr gut und weckt in einem die Freude am Lernen und Denken)

Als Begriff eingeprägt hat sich bei mir außerdem der Begriff der „Meme“, also eine Art gedanklichen Virus, den man ohne zu Hinterfragen übernimmt und der von seiner Struktur meistens eine Art Vorurteil ist. Das zu erkennen, halte ich für sehr wichtig. Gerade wenn man bloggt und sich oft und viel Meinungen über andere macht, ist es umso wichtiger, dass man auch die eigene Art zu denken hinterfragen kann. Gehört so ein wenig zum Begriff „Freiwilliger Blogger-Kodex“, falls es so etwas geben sollte. Ist natürlich auch für alle anderen Arten von Menschen sinnvoll…

Hatte ich im Blog schonmal erwähnt, wen es interessiert, hier nochmal der Youtube-Link:
http://www.youtube.com/watch?v=XY60DBP4UQk

Zudem liest man oft, dass ihre Anleitungen zum besseren Lernen sehr gut sein sollen, insbesondere wenn es um Fremdsprachen geht.

Mit Worten denken

~ Das Leben ohne Worte leben? Was bleibt, ist das Leben. Ohne Worte. ~

Man kann – außer in der Meditation- nicht an nichts denken.

Sobald man mit dem Leben in Berührung ist, denkt das Gehirn und spiegelt die Außenwelt auf das Innere, ob man nun will oder nicht. Die Außenwelt formt dabei meist das Innere. Das Innere formt aber auch die Außenwelt. Wer war zuerst da? Was ist wichtiger? Der depressive Mensch, der alles durch seine getrübte Brille sieht? Der fröhliche Mensch, der in allen Dingen das positive und lustige sieht? Der alte Mensch, der den Verfall und das Elend sieht? Der junge Mensch, der in allem ein Plan und eine Zukunft sieht?

Die traurigen Umstände und die schlechten Arbeitsbedingungen, die sich auch auf Gesundheit und Denken abfärben, wirken in der anderen Richtung. Der Streß in der Partnerschaft, der Streit am Arbeitsplatz, Ärger über die Verwandten, die das Herz krank machen. Enge und Lautheit, die das Gehirn zum Zerreißen bringt. Aggressionen, die geweckt werden, weil andere mal wieder unfreundlich waren und drängeln. Schlechte Kommunikation, Menschen, die nichts sehen, nicht antworten, komplett von allen Dingen des Lebens, von allen Regungen abgeschirmt zu sein scheinen.

Das Innere kann ohne das Äußere nicht leben und existieren. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Manchmal gibt es kein Ausweg, kein Ausweg aus dem Denken. Das eigene Ich wird dann zum Gefängnis…

Auch die Art des Denkens und des Eindrücke- Verwaltens prägen die Erfahrungen oder die allgemeine Lebenszufriedenheit. Man kann mit der gleichen Situation sehr unterschiedlich umgehen, es gibt keine Patentlösung. Nur eine Lösung, die sich meist aus Überlegung, Gefühl und Erfahrung formt- aber auch wiederum von Eigenheiten, Alter oder Geschlecht verändert und beeinflusst wird.

Es gibt das logische und strukturierte Gehirn, dass aus allem ein Plan macht, der oftmals hübsch aussieht, aber am Ende vielleicht doch nicht funktioniert. Es gibt den Chaoten, der aus allem ein Chaos macht… oder das Chaos sich einfach selbst überlässt. Denn was ist in der Natur schon ordentlich? Es ist die Eigenart der Menschen, alles gerade und rechtwinklig zu machen.

Optimismus und die Fähigkeit in allem etwas positives zu sehen- unbezahlbar.

Jeder sieht etwas anderes. Jeder hat eine eigene Welt. Jeder hat ein anderes Gehirn, das jeweils aus anderen Erfahrungen und Eindrücken geformt wird. Daher sind selbst genetisch komplett identische Zwillige nicht die gleichen Menschen.

Und die Art der Autoren ist es, alles mit Worten beschreiben zu wollen. Selbst wenn es eigentlich nichts gibt- oder andere Menschen gerade nichts sehen.

~ Kann das Gehirn auch über sich selbst nachdenken? Ich nehme an, das könnte sehr lustig werden... ~

Vier und eine Geschichte

über das Schreiben

Das Schreiben klappt in der letzten Zeit wieder besser und allein in den letzten Tagen habe ich mir ca. vier mittelgute Geschichten ausgedacht und sie einfach so „runtergeschrieben“. Nur bei der Veröffentlichung, da schrecke ich noch etwas zurück, es klappt in der letzten Zeit nicht mehr so einfach wie früher. „Zu privat“ denke ich mir oder „da ist zuviel von mir drin“. Dazu kommt die Selbstentblößung vor einem Publikum, die mental sehr anstrengend sein kann, wenn man sich nicht 100- Prozentig sicher ist und die Texte einiges an persönlichen Gefühlen enthalten.

Und wer ist sich schon immer 100- Prozentig sicher? Bei einem wackeligen Projekt wie einem „Kunstprojekt“ oder so etwas flüchtigem wie reinen Gedanken und in Text gegossenen Emotionen kann man das nur schwer vorhersagen. Manchmal verflüssigen sie sich im Anschluss und werden wieder heiß, nass oder eisig-kalt… im Austausch mit anderen leben die Gefühle, und wenn man sie für sich behält, werden sie starr. Wenn man sie austauscht, kann man verletzt, angegriffen und kritisiert werden- wenn man sie für sich behält nicht. Wenn man die Texte veröffentlicht, braucht und erhält man dadurch automatisch eine innere Stärke.

So oft habe ich es mit dem Blog erlebt, dass ich mich beim Schreiben frei gefühlt habe und dann ein paar Stunden hinterher nochmal über die Texte nachgedacht und die Veröffentlichung dann bereut habe. Wenn ich ehrlich bin, ist das eher die Regel als die Ausnahme. Wirklich authentisch und „ehrlich“ zu sich selbst gegenüber Texte zu produzieren, erschafft auf der einen Seite lesenswerte Texte und gute Kunst, wie immer man sie auch definieren mag. Die authentischen Gefühle eines in eins-zu-eins abgebildeten Seelendiagramms ist durch eine konstruierte Geschichte kaum zu ersetzen.

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Für die Kinder…

die sowieso immer weniger werden
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Achtung: In diesem Artikel kommen scharfkantige Worte und frei umherfliegende Satzzeichen vor.
Lesen gefährdet ihre Dummheit und eigenständiges Denken die Macht von Diktaturen.

Daher ist Denken und Lesen sehr gefährlich. Denken sie bitte nicht zuviel!

Nicht zu Hause nachdenken!

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Liebes Kind,

ich weiß, dass du jetzt wieder heimlich vor dem Computer sitzt. Deine Eltern haben es dir verboten ,weil du immer nur spielst und dir Pornos oder Gewaltvideos auf dein Handy ziehst. Oder du googlest nach deinen Hausaufgaben und holst dir gerade Inspiration für dein neues Referat? Wie, du machst sogar illegale Downloads? Pst, sag das lieber nicht weiter, sonst hagelt es noch eine Abmahnung…die dein Papa dann bezahlen muss.

Ich muss dir jetzt was erzählen. Über böse Menschen. Über „Politiker“. Die wissen alles besser. Die wissen, was für dich und für mich gut ist. Sie haben zwar keine Ahnung vom Leben oder vom Internet, aber von Gesetzen. Und weil sie ihr Geltungsbewusstsein befriedigen / und oder Inkompetenz überlagern wollen und/ oder keine Ahnung vom Netz haben und alles regulieren, wollen sie dir und mir nun sagen, was wir schauen dürfen und was nicht. Das kennst du vielleicht von den Computerspielen. Da reichen zwei rotgefärbte Pixel mit einer Winkelanordnung von 45 Grad und ein virtueller Schrei, der entfernt an einen Menschen erinnert, aber eigentlich eine Computerstimme und dass du gerade zufällig deine linke Maustaste gedrückt hast und dann kannst du das Spiel nicht mehr kaufen. Logisch, oder? Dann musst du das in den USA oder in Großbritannien kaufen. Kennst du vielleicht. Deine Freunde finden das Spiel cool, also musst du es auch haben. Kann ich verstehen. Während du das dann spielst, schauen sich deine Eltern um 20 Uhr nebenan einen Tatort an, wo man gerade die Leiche obduziert. Die Kehle ist aufgeschnitten, das Blut tropft über den Metalltisch und der Arzt hat gerade das Skalpell in der Hand und untersucht die Organe. Alles täuschend echt und sogar noch realistischer als mit dieser öden, kantigen Computergrafik. Alles ganz normal mit einem echten Menschen und total unindiziert! Um 20 Uhr! Du kannst sogar was über Anatomie lernen, aber du darfst das nicht am Computer, weil da sind das Pixel und ach.. oder ich erkläre dir das später, das ist nämlich seeehr kompliziert.

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Kompliziert, einfach oder dazwischen?

Einen Tag nach meiner partiellen, inneren Kündigung als größte Polit-Bloggerin aller Zeiten denke ich über eine viel banalere Frage nach: Die Frage, ob ich „typisch Frau“ bin. Ja, ich, genau ich, nur ich selbst, der Liebling meines Spiegels, der Gegenstand meiner Betrachtung, das Objekt meiner Introversion, das Ziel und die Basis des künstlerischen Schaffens. Quell aller Selbstliebe, und hypothetische Ausgangsform für die altruistische Liebe, aus derer ersten Erstarrung es sich zu lösen und derer zweiter es zu erstreben gilt. (und dessen Grammatik es sich zu lernen hat, sorry Blog, habe heute meinen umständlichen Tag)

Die Fragestellung rührt daher, weil ich letztens einen Satz gelesen habe, der sinngemäß so gestanden hat: Frauen machen alles immer so kompliziert. Sie lesen zwischen den Zeilen, sie interpretieren etwas, wo es unter Umständen nichts zu interpretieren gäbe. Männer sind vielleicht geradliniger, einfacher zu berechnen und für manch Dame vielleicht auch einfacher zu manipulieren…

Aber warum sind Frauen von Natur aus komplizierter, warum sind sie emotionaler und letztendlich: Wo erwische ich mich da auf meinem eigenen, persönlichen blinden Fleck, also derjenigen Region, die man nicht kommunzieren möchte, die aber dennoch wie ein unsichtbarer, klebriger Faden am Ärmel des rechten Armes hängt?

Auf die andere Menschen dann unvermittelt und beinahe „zufällig“ stoßen?

Klischee: Frauen können Stunden damit verbringen, über eine Sache nachzudenken. Vielleicht, weil sie empfindlicher sind? Weil sie mehr Synapsen für die zwischenmenschliche Problemlösung und dreimal soviele Synapsen für die sprachgesteuerte Analyse ihrer Umwelt zur Verfügung stehen, die ja manchmal, unter Umständen häufig, auch genutzt werden müssen!

🙂

Äh, aber was wollte ich eigentlich sagen? Genau, das Reden. Warum reden Frauen soviel? Warum machen sie es immer so kompliziert? Was definiert eigentlich das Wesen der Frau? Wäre das nichtmal eine schöne Kernfrage für die Identität des Feminismus, der auch stets mit ganz neuen Weiblichkeits-Strömungen -von jung und alt und jeglicher Coleur- zurecht kommen sollte? Der Feminismus im Spiegel des Maskulinissimus: Was bleibt übrig? Wo gibt es Überschneidungen und was kürzt sich ‘raus?

Heute, z.B. bei Peter Zwegat: Die Dame mit sechs Kindern, neigt zur Bestellwahn im Internet, gemeinläufig auch als ‘Kaufsucht’ betitelt. Ca. 800.000 Menschen in Deutschland sollen darunter leiden. ((Quellen zum Weiterlesen: http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html und http://www.bpb.de/publikationen/FJN7KA,0,Zur_Entstehung_und_Verbreitung_der_Kaufsucht_in_Deutschland.html ))

Kurzerhand, der männlich analysierende Über-Papa und Schuldnerberater in einer Person hat des Schopfes Lösung erkannt und virtuell ergriffen: Die Finanzen biegen sich und brechen, also muss eine Therapiesitzung her.

Die Dame bekommt einen Termin bei der Selbsthilfegruppe. Reist, zwei-einhalb Stunden an, um dann kurz vor der Türklinke feststellen zu müssen, dass sie „darauf absolut keinen Bock hat“, eine Schnute zieht und ärgerlich von dannen zieht. Während ich darüber noch leicht lächle und meine eigenen Fehler in ihr erkenne, dreht der fragende Teil meines Gehirns schon längst weiter. Warum hat sie es sich nicht vorher überlegen können? Warum konnte sie diesen Schritt nicht mit Ruhe und Gelassenheit vorausplanen, durchziehen, abhaken. Das wäre die männliche Lösung. Aber nein, einzig und allein das Denken steht ihr im Weg, das Fühlen und die Angst vor Entblößung. (( by the way, das war ein sehr trauriger Fall.. über den es eigentlich nichts zu lachen gibt, aber er fiel mir eben spontan ein, um das grob umrissene Problem des Artikels etwas näher zu erläutern))

Und da ich es letztens von Klischees hatte, die manchmal auch ihre Richtigkeit im Alltag beweisen und daher wohl so beliebt sind: Ist es typisch Frau, kompliziert zu sein? Woher kommt diese Kompliziertheit? Und, welchen Sinn macht sie?

Es ist -ganz allgemein- das Wesen des Menschen, das uns belastet. Das Denken und vor allem das Fühlen. Unsere partielle Unfähigkeit, Dinge zu entschlüsseln und sie in die saubere Handhabung unseres alles-ordnenen Überbewusstseins zu fügen. Die generelle Unsicherheit und der tiefe Zweifel – so sehr wir ihn manchmal gerne verteufeln würden- gehört einfach zum Leben. Unser Salat im Kopf schreit einfach nur so nach Ordnung, nach Abstraktion, nach Vereinfachung, nach Sicherheit und Verlässlichkeit und doch bekommen wir sie nur selten. Wenn wir nichts vereinfachen könnten, würden wir an der Komplexität des einfachsten Alltags schon verzweifeln. Es wäre uns nicht mehr möglich, auf die Unterscheidung zu verzichten, was (an für sich) eine große menschliche Freiheit darstellt. Es aber wirklich zu machen, ist in der Tat anstrengend und das ist wohl der Grund, warum Klischees dem tiefergehenden Denken meist vorgezogen werden. Das Klischee wirkt schneller, ist besser verdaulich und man isst es, weil man es schon kennt.

Nur, wer sich in den täglichen Gedankenwahn des Unterscheidens, Denkens und Grübelns begibt, muss sich anstrengen und unter Umständen auch leiden. So wie der Zwangs-Patient in einer übersteigerten Form, aus einer anderen Sendung, ((man sieht schon, der Ausdruck “Fernsehen bildet” beweist oft seine zynische Richtigkeit)) dem es unmöglich war, aus einem Stapel Zuckertüten, die richtige für seinen Einkaufswagen zu finden, da sie nun alle gleich aussehen. Etwas traurig und verzweifelt kniet er sich auf den Boden, dreht und wendet die Tüten, misst sie tlw. sogar auf der Gemüsewaage ab, nur um ein Kritierium, eine Entscheidung, ein Argument für seine verzweifelte Situation zu finden (die durchaus ein Krankheitsbild ist). Und er findet dabei meist keines, dreht sich im Kreis seines selbst-gebauten, aber doch nur schwer zerstörbaren Gefängnisses.

Und so, wie diesem armen Menschen, geht es dem denkenden und empfindsamen Menschen meist auch. Seine Freiheit, Meinungen und Entscheidungen zu bilden, belastet ihn schwer. Die Gedanken sind wie ein dicker, dunkler Schweif, den man immer mit sich herumträgt, eine schwarze Schleppe der Belastung, ein dunkler Mantel der zwar Wärme und Sicherheit spendet, aber einem doch der Umwelt etwas grauslig und missmutig erscheinen lässt.

Vielleicht, zu recht. Wer allzu tief denkt, sollte nicht vergessen, hin und wieder auch die heiteren Seiten des Lebens zu erfassen…