<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>J.A. Blog &#187; Bloggen</title>
	<atom:link href="http://www.ja-blog.de/tag/bloggen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.ja-blog.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 11:49:10 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Kein Ohr</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/08/kein-ohr/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2011/08/kein-ohr/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 09:42:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3588</guid>
		<description><![CDATA[das dir zuhört, kein Auge, das dich sieht
nur eine Stimme die dich ermahnt
und ein erhobener Zeigefinger,
der dein Schicksal in Schubladen steckt.
Ich hab derzeit keine große Lust zum Bloggen. Wenn ich überlege, schon das ganze Jahr nicht und angefangen hat es bereits im letzten Jahr. Ich merke, wie ich immer gleichgültiger werde. Den Themen gegenüber, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>das dir zuhört, kein Auge, das dich sieht<br />
nur eine Stimme die dich ermahnt<br />
und ein erhobener Zeigefinger,<br />
der dein Schicksal in Schubladen steckt.</em></p>
<p>Ich hab derzeit keine große Lust zum Bloggen. Wenn ich überlege, schon das ganze Jahr nicht und angefangen hat es bereits im letzten Jahr. Ich merke, wie ich immer gleichgültiger werde. Den Themen gegenüber, der Aufregung, die damit verbunden ist, aber auch über mein eigenes Selbstbild, wie ich vielleicht dastehen könnte, ob andere mich angreifen, was andere denken&#8230;</p>
<p>Angefangen hat das schon lange. Ein schleichender Prozess, wie bei einer Krankheit, der immer stärker wird. Wenn ich zurückblicke, habe ich mich seit letztem Jahr von allen Kommunikationsmitteln des Internets zurückgezogen, weil sie mich irgendwie „enttäuscht“ haben oder nicht das boten, was ich wollte. Zuerst habe ich das Chatten aufgegeben, nach einer kurzen Testphase Facebook, dann Twitter. Geblieben ist eigentlich immer nur das Blog, aber selbst das macht mir derzeit keinen Spaß mehr. Und die Mails natürlich, die tlw. das Bloggen verdrängt haben und ein ganz guter Ersatz dafür sind.</p>
<p>Ich habe es also tatsächlich geschafft „internetfrei“ zu werden- die Frage ist nur, vermisse ich das? Oder was hat mich enttäuscht? Liegt es an den Medien oder vielleicht eher an mir selbst?</p>
<p>Immer wenn ich in Gesellschaft mit anderen bin, fällt mir auf, was mich eigentlich stört. Man redet viel über Politik, es wird viel „kommuniziert“ und tlw. auch hitzig ausgetauscht&#8230; aber die Art und Weise der Kommunikation stört mich immer mehr. Ich habe z.B. keine Lust mehr, mich in ein Thema reinzusteigern und mit Energie gegen eine Wand zu reden. Ich habe das Gefühl, dass es alles nichts bringt. Man kann mit dem Blog die Welt nicht verändern, man kann das noch nichtmal in einem Gespräch zu zweit oder zu dritt. Daher kommt es mir vor, wie vergeudete Energie. Nutzlos, Sinnlos, überflüssig. Die Menschen haben doch ihre Meinung und jeder macht das, was er für richtig hält. Selbst, wenn man mit einem Menschen sehr verbunden ist, kann man dessen politische Meinung kaum ändern. Man kann sich über den Geschmack des Essens streiten, das neue Auto begutachten, Verbesserungen beim Renovieren vorschlagen, man kann über einen Kinofilm reden- aber in der Politik schalten die meisten Menschen sehr schnell auf stur- oder sind komplett desinteressiert, was sich hinter der Sturheit meistens verbirgt. Wenn man wirklich interessiert sein möchte, muss man sein Herz öffnen. Man kann ein Thema nicht allein mit dem Kopf diskutieren. Aber auch eine allzu große Emotionalität ist nicht von Vorteil. Wer sich politisch engagieren will, muss als ganzer Mensch dabei sein. Wer sich aber öffnet und mit dem ganzen Herz dabei ist, wird auch verletztlich und angreifbar- verständlich, dass die wenigsten Menschen diesen Preis dafür bezahlen wollen, denn es ist auf menschlicher Ebene anstrengend.</p>
<p>Die Kinder in Somalia verhungern weiterhin, für die Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird nichts gemacht und die Mächtigen pflegen weiterhin ihre „Politik der harten Hand“ und die damit verbundenen Vorurteile. Was soll man schon ändern können? Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit ist eigentlich das, was Ärger und Zorn, im anderen Fall aber auch Resignation und Depression auslöst. Es sind emotionale Haltungen, die wiederum emotionale Reaktionen herausfordern. Und hier ist die politische Situation auch sehr eng mit der gesellschaftlichen und damit auch der psychologischen Situation der Menschen verknüpft- ein Grund, warum man das eine nicht wirklich vom anderen trennen kann. Wenn man einen Menschen gesund sehen will, muss man seine Gesellschaft kennen und wenn man die Gesellschaft kennen und lieben will, muss man die Politik durchleuchten.</p>
<p>Und auch ich bin davon betroffen.Wie lange mache ich das Blog schon? Wie lange rede ich in der Öffentlichkeit über Dinge, prangere an oder analysiere, benenne und diskutiere? Und wieviel „mächtige Personen“ hatten die Zeit oder das Ohr oder haben kommentiert oder sich an mich gewandt? Wieviele andere Bloggerinnen und Blogger gibt es im Internet und was haben die bewirkt? Außer weiterhin das Schmuddelimage der bösen freiheitsliebenden Blogger zu haben und dann mit Gewalttätern in einen Topf geworfen zu werden (letztens einen derartigen Artikel in einer Zeitung gelesen)? Jaja, die Blogs sind an allem schuld! Dass man sich so frei äußern darf und auch extreme Ansichten von der Meinungsfreiheit geschützt sind, das ist nicht gut.</p>
<p>Ich möchte nicht vermessen klingen. Natürlich hat man als kleine bis Kleinst-Bloggerin nicht das Recht sowas zu erwarten. Schon gar nicht, wenn man eher passiv vorgeht und wartet, dass andere aktiv werden und eher vom Küchentisch als von der großen Weltbühne aus diskutiert.<br />
Aber mir fällt das immer wieder auf. Die Resignation und die Gleichgültigkeit beginnt im Kopf und damit beginnt sie auch an der Schnittstelle zur Außenwelt- dem Blog und die darein geschriebenen Gedanken, in beiden Richtungen. </p>
<p>Das Internet ist zwar frei, aber es ist auch beliebig. Das lässt mich immer mehr zu dem Schluss kommen, dass man im Internet alleine eigentlich nichts bewirken kann. Dass man den Austausch mit anderen braucht, den direkten Kontakt und das Sprechen von Mensch zu Mensch. Wer auf gewaltätige Zustände im Leben und der Gesellschaft mit gewalttätigen oder zynischen Worten oder Taten reagiert, wird in seinem Leben überhaupt nichts bewirken. Es wird dadurch nur alles schlimmer. Die Gewalttäter werden in den Knast gesteckt und diejenigen, die mit Worten „gewaltig“ umgehen, nicht mehr ernst genommen und weiter ausgegrenzt. (oder im Falle eines Sarrazin sogar besonders stark gehört und von vielen, die ähnlich denken hofiert und geschätzt)</p>
<p>Mal ehrlich- erwartet jetzt irgendwer, dass die Ausschreitungen in London und im restlichen England irgendwas an der Situation der Jugendlichen ändern werden? Diese Gewalt ist eine extreme Form der Meinungsäußerung, eine extreme „Freiheit“, die die Rechte und Grenzen der anderen nicht mehr respektiert.</p>
<p> Obwohl die Unzufriedenheit so extrem und der wirtschaftliche Schaden der durch Plünderungen und Brandschatzungen entstanden ist, jetzt schon enorm- man schafft es immer noch auf „stur“ zu schalten und die wahren Ursachen nicht sehen zu wollen- wie kann man dann erwarten, dass friedliche und demokratische Menschen mit ihren Blogs und Facebook-Seiten oder Twitter-Äußerungen irgendwie „gehört“ werden? Es spielt dabei keine Rolle, dass die Plünderer kriminell sind  und die Masse der Blogger absolut gesetzestreu vorgehen. Beide Gruppen sind irgendwie unzufrieden und wollen gehört werden- und beide Gruppen schaffen es nicht. Wie lange hat der norwegische Amokläufer seine Unzufriedenheit und seinen Hass in die Welt posaunt- mit wieviel Energie hat er auf sich aufmerksam gemacht? Und wer hat auf ihn reagiert? Wer hat ihn ernst genommen? Wo waren die Psychologen, wo waren die Eltern, die Erziehungspersonen, der Staat, die Behörden, die „verantwortlichen Stellen“? Für mich ist das Versagen in Norwegen auch das Versagen der Verhinderung so einer Straftat, dass man es nicht im Vorfeld erkennen konnte, was für ein Spinner da rumläuft. Das ist das Versagen der vielgerühmten, freiheitlichen „Zivilgesellschaft“, die im Kern vielleicht gar nicht so stark und frei ist, wie sie sich manchmal gibt.</p>
<p>Letztens las ich sogar von einem abstrusen Vorschlag unseres Innenministers: Er meinte, man solle die Anonymität des Internets aufheben und jeder soll nur noch mit seinem echten Namen schreiben dürfen. Das zeigt, dass man vom Internet so gut wie gar nichts versteht und immer mit den gleichen Mustern auf Probleme reagiert, die man sowieso nicht lösen will.</p>
<p>Sturheit auf der Seite der Mächtigen- das Unvermögen der kleinen Bürger sich Gehör zu verschaffen, dass es in der Welt immer so weiter geht, und man im Grunde nur noch Spielball der Gezeiten geworden ist: Das ist der Nährboden für Depression und Resignation und im offensiven und schlechtesten Fall leider auch für Gewalt.<br />
.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2011/08/kein-ohr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vom Privaten zum Gesellschaftlichen</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/06/vom-privaten-zum-gesellschaftlichen/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2011/06/vom-privaten-zum-gesellschaftlichen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 08:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=3467</guid>
		<description><![CDATA[Einleitung
Ich bin derzeit in vielen Dingen gefangen, geborgen, versteckt und komme nicht zum Schreiben. Da ist zum einen mein Kindle, der eine schier endlose Kette an Informationen in sich birgt, die durch die kostenlosen Leseproben auch nicht mehr abreißen will. Die Inspirationen auf der einen Seite stoßen endlose Gedankenketten an und führen zu immer weiteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einleitung</strong></p>
<p>Ich bin derzeit in vielen Dingen gefangen, geborgen, versteckt und komme nicht zum Schreiben. Da ist zum einen mein Kindle, der eine schier endlose Kette an Informationen in sich birgt, die durch die kostenlosen Leseproben auch nicht mehr abreißen will. Die Inspirationen auf der einen Seite stoßen endlose Gedankenketten an und führen zu immer weiteren Büchern, in die ich dank der Testfunktion reinlesen kann und so stapeln sich inzwischen über 100 Leseproben, über die ich schon bald die komplette Übersicht verloren habe. Gelesen wird immer das „Obenauf“ und das Ganze wechselt sich munter miteinander ab.</p>
<p>Ca. 20 kostenlose Bücher schlummern im elektronischen Lesegerät, davon habe ich aber erst zwei zu mehr als 50 Prozent gelesen. Dazu kommen ca. fünf kostenpflichtige Exemplare, die ich mir „testweise“ gekauft habe und von denen ich sehr begeistert bin. Diese Bücher werde ich -durch Zitate oder kleinere Rezensionen- sukzessive im Blog vorstellen und erläutern.</p>
<p>Wie die LeserInnen ja wissen, hat mir mein Blog in der letzten Zeit sowieso keinen Spaß mehr gemacht und ich war/bin froh, auch mal etwas anderes machen zu können. Manchmal kann ein Abstand, vor allem ein längerer, sehr heilsam sein, um darüber nachzudenken, was man eigentlich macht und warum. Beim Bloggen fällt es mir aber trotz aller Zweifel und logischen Überlegungen, die mir die Unsinnigkeit so eines Projektes vor Augen führen sollen, stets leichter, einen neuen Text eins ums andere mal aufzusetzen als mich in Enthaltsamkeit zu üben. Für mich ist das ein untrügliches Zeichen, dass das Bloggen und das Schreiben selbst viel mehr ist, als man mit Logik begreifen kann. Es gibt anscheinend unbewusste, versteckte Motive, die mich dazu bringen, immer wieder zu schreiben. Und ich bin mir sicher, wenn ich das jetzt besser „erklären“ könnte, hätte man die Hauptmotivation dafür gefunden, warum es Menschen gibt, die leidenschaftlich gerne bloggen und dann wieder welche, die es überhaupt nicht machen und auch nicht gerne in anderen Blogs lesen.</p>
<p><strong>Das Meta-Thema Blog</strong></p>
<p>Da ist zum einen der Ausdruck über die Sprache. Der Mensch kann sich in vielen Dingen, in vielen Medien und ganz unterschiedlich äußern. Gerade die Kunst bietet einen unüberschaubare Vielfalt an Betätigungsmöglichkeiten (Tanzen, Singen, Modellieren, Malen, Musizieren, usw.); bei mir ist es eben die Sprache, die das Haupttor zur Welt geworden ist.</p>
<p>Daher stellt sich eigentlich auch nicht die Frage, warum man bloggt, selbst wenn man damit kein Geld verdient oder keine Rückmeldungen bekommt; freilich sind die Rückmeldungen auf diese ohnehin schon leidenschaftliche Tätgikeit wie ein Verstärker, der das ganze nochmal ums hundertfache steigert- aber ich bräuchte sie nicht allein, um mich dem Schreiben hin zu wenden.</p>
<p>Manch Mensch kann es nun seltsam erscheinen, warum ich mich auf dieses Experiment (des Nicht-Schreibens) immer wieder einlasse oder gar das Bloggen selbst ständig neu definieren muss. Wäre es nicht leichter, einfach zu schreiben und sich mehr auf die Sachthemen zu konzentrieren und quasi eine Betriebsblindheit zu entwickeln und eine Unzugänglichkeit zu Meta-Themen wie sie viele Bereiche und Berufe des heutigen Menschen mit sich bringen? Dass das nicht geht, liegt in der Natur des Sache, des Schreibens, Denkens und auch „Grübelns“ begründet. Wer richtig „denken“ will, muss auch lernen, den Selbstzweifel zu ertragen. Wer nicht mehr über sich selbst oder sein Tun nachdenken kann, wird sich langfristig von sich selbst entfremden.</p>
<p>Kann man ein Blog überhaupt als „Beruf“ definieren? Gewiss, ich schrecke oft vor den Leuten zurück und bin beeindruckt von ihren logischen Argumenten, wie sie sinnvolles und nicht-sinnvolles fein säuberlich auftrennen und das einzig und allein an der Menge der Geldscheine bemessen, die dann jeweils damit „verdient“ werden. Es ist eigentlich traurig, dass wir heutzutage einzig und allein diese Perspektive kennen und für alle anderen Perspektiven so blind geworden sind. Das ist der Grund, warum soviele Künstler und Dichter (Dichterinnen) ein Nischendasein führen und selbst bei allerhöchster künstlerischer Schreibproduktivität (die eine Produktivität im eigentlichen wirtschaftlichen Sinne ist) kaum bis gar nicht beachtet werden. Hier klafft eine Lücke, zwischen dem was „wertvoll“ ist und eine Demokratie ausmacht und zwischen dem, was die Gesellschaft als wertvoll erachtet und zwar durch Aufmerksamkeit, Zuhören, Zurückgeben oder gar einer materiellen Wertschätzung (die wiederum nur eine von vielen ist).</p>
<p><strong>Private Werte vs. öffentliche Werte</strong></p>
<p>Unsere Gesellschaft driftet an diesem Punkt auseinander und ich will erläutern, wie ich mir das erkläre:</p>
<p>Wenn sich nun Kinder um ältere Angehörige kümmern und sie zu Hause pflegen, wenn die Mutter ihren Job aufgibt, um sich um ihre Kinder zu kümmern und dafür das Alleinsein und den mangelnden Respekt oder gar eine Scheidung in Kauf nimmt, wenn die Geschwister für ihre eigenen da sind, wenn der Lehrer Überstunden an der Problemschule macht, von der seine Kollegen schon längst Abstand genommen haben; wenn der Landarzt seine alten und wenig „lukrativen“ und auch medizinisch und im Sinne der eigenen Karriere nicht reizvollen Patienten mit Liebe und Geduld versorgt, so leisten all diese Menschen einen unschätzbaren Wert für die Gesellschaft.</p>
<p>Sie alle leisten deutlich mehr, als die Gesellschaft bereit zu bezahlen ist. Sie leisten mehr, als dass sie Anerkennung bekommen und sie sind alle durch sich selbst motiviert und bekommen zum Großteil ihrer Zeit kein Lob, keine Aufmerksamkeit und keine staatlichen helfenden Hände, die sie unterstützen. Was sie vielleicht nährt ist ihre menschliche Überzeung, ihr Mitgefühl oder gar ihr Glauben an das Gute im Menschen. Der Zusammenhalt dieser Gesellschaft ist in diesem Moment von der Wertschätzung und dem Mitgefühl dieser Menschen in höchstem Maße abhängig- und obwohl es so evident ist, begreifen die wenigsten diesen &#8220;nicht messbaren&#8221; Zusammenhang.</p>
<p>Diese Gesellschaft, so scheint es mir, hat an vielen Punkten den Wert für diese Menschen und diese Handlungen des Mitgefühls verloren; mehr als das, sie kann es nicht mehr wahrnehmen, nicht artikulieren und folglich auch nicht ändern. Viele Probleme werden privatisiert und sind sie erst einmal per Gesetz aus dem Blickwinkel des Staates verschwunden, braucht er sich keine Sorgen mehr zu machen. Was übrigt bleibt, sind nicht weniger soziale Probleme, aber deutlich weniger verantwortliche Stellen, die man zur Rechenschaft zwingen oder eine Erklärung abringen könnte.</p>
<p>So schreibt z.B. Ulrich Schneider in seinem Buch „Armes Deutschland“:</p>
<p><em>Hat der Staat beispielsweise die Kostenübernahme für nicht verschreibungspflichtige Medikamente erst einmal gestrichen, wie in Deutschland geschehen, können ihm Heuschnupfen oder Hautausschläge herzlich egal sein. Er nimmt sie gar nicht mehr wahr. (Highlight Loc. 2250-52)</em></p>
<p>Er führt darin eine Überlegung auf, mit welchem Eigeninteresse „der Staat“ handelt (und nicht etwa die Politiker, auf die üblicherweise immer eingedroschen wird) und erklärt das Selbstbild dieses Staates. Der Staat ist im Wesentlichen abhängig von einer florierenden Wirtschaft (zwecks Steuereinnahmen, Arbeitsplätzen und Vollbeschäftigung) und von seinen Bürgern (zwecks Steueraufkommen und Erhaltung der Macht durch Wählerstimmen). Und so kommt er im Kontext dieser Selbstdefinition zum Schluss:</p>
<p><em>Manche Argumente sind mehr, manche weniger zwingend. Manche treffen die Eigeninteressen des Staates mehr, manche weniger. Dass es einfach nur armselig ist, wie diese Alleinerziehenden mit ihren Kindern in Hartz IV leben müssen, ist vor diesem Hintergrund nicht nur kein zwingendes, sondern überhaupt kein Argument.</em></p>
<p>Hier sieht man den unsichtbaren Trennstrich, der zwischen den Eigeninteressen des Staates und den Interessen und „menschlichen“ Problemen seiner Bürger gezogen wird. Solange etwas dem Steueraufkommen dient und mit Macht verbunden ist (reiche Unternehmer, Drohung mit Abwanderung, große Lobbygruppen, etc.) kann und muss der Staat reagieren. Betrifft es allerdings Menschen, die sowieso schon vom geschäftlichen Erwerbsleben und damit einem Großsteil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen sind (z.B. Hartz IV Empfänger) versiegt das Interesse und die Absicht in ihrem Sinne überhaupt etwas zu tun.</p>
<p>Anders ist es bei den Rentnern, die inzwischen eine Anzahl von 20 Millionen (!) haben, damit ein Viertel der Bevölkerung und ein Drittel der Wahlberechtigten stellen (<em>Highlight Loc. 2284-85</em>) und durch ihre entsprechenden Lobby-Gruppen und Vereine einer der mächstigsten Gruppen in Deutschland darstellen. Es erklärt sich von selbst, dass das Interesse von jungen Menschen dadurch in Schieflage gerät, weil diese jungen Menschen meistens deutlich weniger Zeit haben, sich zu organisieren (weil sie außer Haus arbeiten müssen oder 18 Stunden am Tag Kinder großziehen) und auch in weniger „Lobbygruppen“ organisiert sind. Der demografische Wandel trägt sein übriges dazu bei (immer weniger Schultern müssen immer mehr Münder ernähren und die Sozialkassen füllen; messbar z.B. durch die in den letzten Jahren ständig gesunkene „Aktivenquote“; die derzeit bei ca. 43 Prozent liegt).<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2011/06/vom-privaten-zum-gesellschaftlichen/#footnote_0_3467" id="identifier_0_3467" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allerdings f&uuml;hrt er dieses Beispiel auf, um die Macht der Lobbygruppen und Eigeninteressen bestimmter W&auml;hlerschichten besser zu erl&auml;utern, und ihren Einfluss auf politische Entscheidungen darzustellen. Das kann man nat&uuml;rlich mit der Hoteliers-Entlastung der FDP, den Spritkonzernen, den Banken oder den Energiefirmen noch viel besser und medial wirksamer machen; Er redet dabei nicht &amp;#8220;gegen die Rentner&amp;#8221; oder gar die H&ouml;he der Sozialkassen, was bei einem Buch &uuml;ber Armut absurd w&auml;re; das kann man auch hier in diesem Artikel leicht verwechseln oder missverstehen; dennoch ist es so, dass der Demografie- Faktor und vor allem die Lobbygruppen in der Politik eine wichtige Rolle spielen">1</a></sup></p>
<p><strong>Die emotionale Berührung</strong></p>
<p>Warum beschäftigt sich ein Mensch wie Schneider denn überhaupt mit der Armutsproblematik? Auch er wird nur indirekt davon profitieren und kein wesentliches Geld damit verdienen. In einem der anfänglichen Sätze macht er eine interessante Feststellung, die sich sodann wie ein rotes Band durch die weiteren Verläufe seiner Argumentation zieht:</p>
<p><em>Ohne Emotion ist die Verständigung auf einen tragfähigen Konsens zum diffusen Problem der Armut als Grundlage eines gemeinsamen Handelns schwer möglich. (637-38)</em></p>
<p>und</p>
<address>Um zu dem Schluss zu gelangen, dass es sich in einer ganz konkreten, alltäglichen Situation um Armut handeln könnte, reicht es nicht aus, sie lediglich intellektuell zur Kenntnis zu nehmen und zu reflektieren. Es braucht eine subjektive, emotionale Berührung. (634-36)</address>
<p>
Kommen wir nochmal zum Schreiben und den gesellschaftlichen Problemen und Perspektiven, die damit verbunden sind, denn auch hier haben wir unzählige „emotionale Berührungen“ die uns tausendfach bewegen und immer wieder neu antreiben. Sie sind, da bin ich mir inzwischen sicher, der geheime Motor, der die eigene Schreibmotivation immer wieder am Leben hält.</p>
<p>In welche gesellschaftliche Grauzone trifft das Schreiben also? Im Schreiben (vor allem im Blog) nimmt sich der private Bürger der gesellschaftlichen Probleme an, die in seinem Land nicht gut laufen und diskutiert sie mit anderen. Vor allem die Dinge, die von den staatlichen Stellen auf Grund ihrer Struktur oder gar Ignoranz gar nicht mehr wahrgenommen werden und um der Gesellschaft und seinen Mitmenschen zu erklären: Wir haben euch nicht vergessen.</p>
<p>Wenn er auch nichts in unmittelbarer Weise ändern kann, so hat er mit dem Blog doch wenigstens eine Möglichkeit zur Artikulation und kann darauf aufmerksam machen und sich mit anderen zusammenschließen oder Erfahrungen austauschen. Das eigene Leid kann genauso formuliert werden wie das allgemein gültige und „gesellschaftliche Leiden“. Lässt man die ganzen spitzfindigen Unterscheidungen weg, wird man wahrscheinlich feststellen, dass es zwischen ihnen keine sorgsam zu ziehende Trennlinie gibt.</p>
<p>Wenn man sich die Struktur des Staates, seine Eigeninteressen und seine innere Organisation anschaut, gibt es keinen anderen Weg. Darauf abzuwarten, dass die Politik eines Tages gutmütig und weise und alles im eigenen Sinne umstellen wird, ist nicht nur gutgläubig, es ist absolut realitätsfern. Selbst in einer Demokratie (oder gerade darin) gibt es die Verpflichtung zur Eigeninitative. Wir bekommen zwar keinen Weg diktiert, aber es ändert auch niemand was für uns, wenn wir nicht aktiv werden. Wir müssen lernen, selbstständig zu denken, wir müssen lernen uns auszudrücken und mir müssen in diesem Zusammenhang lernen, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und sie nicht ausschließlich als Konkurrenten oder Gegner zu sehen (wie unser Wirtschaftssystem uns leider teilweise dazu zwingt).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Wenn du nicht mehr da bist, wird auch keiner mehr fragen, wer du warst. Gehört wird einzig und allein der, der den Mund aufmacht und seine Bedürfnisse und Ansichten formulieren kann. Jeder Blogartikel, so privat oder technisch er nun ist (denn auch als Verbraucher, auch als Liebender oder Liebende ist man Teil des Systems) trägt seinen Beitrag zur Gesellschaft bei. Der Staat, das ist in der Summe nicht die Hochrechnung aller Institute und Krawattenträger im fernen Berlin, der Staat sind wir.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_3467" class="footnote">Allerdings führt er dieses Beispiel auf, um die Macht der Lobbygruppen und Eigeninteressen bestimmter Wählerschichten besser zu erläutern, und ihren Einfluss auf politische Entscheidungen darzustellen. Das kann man natürlich mit der Hoteliers-Entlastung der FDP, den Spritkonzernen, den Banken oder den Energiefirmen noch viel besser und medial wirksamer machen; Er redet dabei nicht &#8220;gegen die Rentner&#8221; oder gar die Höhe der Sozialkassen, was bei einem Buch über Armut absurd wäre; das kann man auch hier in diesem Artikel leicht verwechseln oder missverstehen; dennoch ist es so, dass der Demografie- Faktor und vor allem die Lobbygruppen in der Politik eine wichtige Rolle spielen</li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2011/06/vom-privaten-zum-gesellschaftlichen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gender-Unterschiede in Blogs</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/08/gender-unterschiede-in-blogs/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2010/08/gender-unterschiede-in-blogs/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 10:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[geschlechter]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=2489</guid>
		<description><![CDATA[Gestern kam von verschiedenen Stellen ein Artikel auf mich zu, was wiederum zeigt, wie wichtig er bestimmten Personen war und wie gut die Quervernetzung im Netz funktioniert.
Es geht um das Thema „Blogs von Frauen“ und die Frage, warum Frauen nicht in der Zahl im Netz vertreten sind und gehört werden wie Männer.
Ich möchte einfach die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern kam von verschiedenen Stellen ein Artikel auf mich zu, was wiederum zeigt, wie wichtig er bestimmten Personen war und wie gut die Quervernetzung im Netz funktioniert.</p>
<p>Es geht um das Thema „<a href="http://www.taz.de/1/netz/netzkultur/artikel/1/wie-im-echten-leben/ " target="_blank">Blogs von Frauen</a>“ und die Frage, warum Frauen nicht in der Zahl im Netz vertreten sind und gehört werden wie Männer.</p>
<p>Ich möchte einfach die prägnanten Thesen herausgreifen und dann meine (persönliche) Meinung dazu formulieren.</p>
<p><em>Hinweis</em>: Da ich wieder vermute, dass es -wie bei allen Gender-Themen- viele Kommentare dazu geben wird, werde ich die Moderations-Funktion anschalten und nur solche Kommentare freischalten, die einer bestimmten Netetiquette genügen, freundlich und sachlich sind. Außerdem wünsche ich mir mehr Kommentare von anderen Frauen, da es schließlich auch um sie geht!<br />
Dafür wird der Artikel dann in jedem Fall im Netz stehenbleiben und nur bei groben grammatikalischen oder inhaltlichen Fehlern nachträglich korrigiert werden.</p>
<p><span id="more-2489"></span></p>
<p>…&#8230;&#8230;&#8230;<br />
<strong>Zum Artikel </strong></p>
<p>Im ersten Absatz wird eine Statistik herangezogen und die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die geschlechtliche Vertretung im Netz nicht ganz identisch ist (nämlich 79% der Männer und 65% der Frauen). Dieser Unterschied wäre noch zu vernachlässigen, auffälliger wird es in den „<a href="http://www.deutscheblogcharts.de/" target="_blank">Blogcharts</a>“ , eine viel zitierte Seite, die die Bedeutung und vor allem den Verlinkungsgrad und den Einfluss von Blogs misst.</p>
<p>Der erste, von einer weiblichen Person betriebene Blog landet auf Platz 46, davor sind es alles Männer.</p>
<p>Auffällig ist vor allem die inhaltliche Verteilung der Blogs, dass Frauen mehr Tagebuch-Einträge schreiben und Männer mehr „für die Öffentlichkeit relevante Themen“. Aber hier darf man schon die erste Frage stellen und Zweifel anbringen: Ist es denn so wichtig, unbedingt in diesen Charts vertreten zu sein? Und wer bestimmt eigentlich, was für die Öffentlichkeit relevant ist? Wir haben hier nicht nur ein Wahrnehmungs-, sondern auch ein Interpretationsproblem.</p>
<p>Wenn Frauen persönliche Einträge schreiben und sich mit ihren Blogs lieber um gute, soziale Kontakte kümmern oder mit Hilfe einer nach innen gerichteten Nabelschau ihre Gefühle verarbeiten, was ist daran auszusetzen? Die Frage muss dann nicht lauten: Warum gibt es so wenige weibliche Bloggerinnen in den Charts, sondern: Warum werden weibliche Themen soviel anders „bewertet“ ? Warum gibt es für weibliche Themen weniger Verlinkungen und weniger Machtgeplänkel um den Einfluss und die Bedeutung herum? Vielleicht weil das zwei verschiedene Paar Schuhe sind, die überhaupt nicht zueinander passen?</p>
<p>Wirklich diskriminierend finde ich daher nur die Art der Fragestellung, den rhetorischen Rahmen, der über die Realität und den Status Quo gespannt wird: Frauen sind nur gut und wertvoll, wenn sie mit den Männern gleichziehen können, wenn sie sich in Bereichen behaupten können, die klassisch männlich besetzt sind. (Gleichbedeutend damit: Frauen sind nur wertvoll, wenn sie eigenes Geld verdienen und sich von einem Mann loslösen können- überspitzt formuliert)</p>
<p>Der Reiz der Geschlechter und der sexuellen Anziehung liegt aber auch gerade an den Widersprüchen und der Unterschiedlichkeit. Schonmal überlegt, dass Frauen gar nicht gleich sein wollen? Oder dass sich Männer mit Beeindruckungs-und Machtposen vor den Frauen absichtlich stark positionieren wollen? Man sollte also auch fragen: Warum ist es dem männlichen Geschlecht so wichtig, nach Macht und Einfluss zu streben und warum werden Männer immer auf die Rolle des Machers, des gefühlskalten Analysten und des pausenlosen Arbeiters reduziert? Der zudem die Familie ernähren <em>muss</em>?</p>
<p>Und auf der anderen Seite: Macht man die Frauen nicht per se unglücklich, wenn man die Fragestellung so formuliert? Kann es nicht eine Minderwertigkeit und sogar eine Abwertung von Weiblichkeit sein? Warum kann man diese Weiblichkeit und dieser andere Art der Lebensbewältigung nicht einfach akzeptieren? Ich persönlich empfinde es (als Frau!) abwertend, wenn ich mich mit solchen, rein technischen Charts messen soll und mein Wert dann indirekt nur über die Verlinkung erkannt werden soll. Das ist der typische, feministische Bemessungsrahmen „von oben“ und er stinkt mir, auf deutsch gesagt. Ich möchte selbst entscheiden dürfen, was gut und wichtig ist. Oder was ich als &#8220;weiblich&#8221; und für mich wichtig empfinde.</p>
<p>Der Wert eines Blogs und vor allem einer Person liegt in vielen Dingen, aber er liegt ganz sicher nicht im Grad der Macht oder der Anzahl der Personen, die irgendwo ihren Senf ablassen. Wer das für sich erkennen kann, wird frei von diesen Belangen und ich schätze persönlich(!) solche Menschen höher ein, als diese, für die es extrem wichtig ist, immer und überall gehört werden zu müssen (das ist nämlich kein wirkliches Zeichen von Stärke, eher von Geltungssucht). Aber das ist wiederum auch mein persönliches Dilemma meiner persönlichen Einschätzung von Menschen und Situationen und damit ist es: weiblich! Ein „<em>Genderproblem</em>“. Aber mein eigenes, kein gesellschaftliches.</p>
<p>Etwas später wird in dem Artikel behauptet, dass die Sozialisation an allem Schuld sei, dass man mit der Ausbildung eines bestimmten Rollenbildes (z.B. über Spielzeug) Frauen in eine Rolle drängt und sie dann wie aus heiterem Himmel jegliches Interesse an Jungspielzeug und Jungsdingen verlieren. Dagegen sprechen aber aktuelle Hirnforschungen und andere Studien und die Frage nach der Rolle und der Prägung über die Gesellschaft ist höchst umstritten. Fakt ist z.B. dass es große Unterschiede in den Gehirnen, schon von Geburtsseite her gibt und dass die Geschlechter dadurch unterschiedliche Lebensthemen wählen und eben auch „von innen heraus“ andere Interessen haben (das festgelegte Geschlecht eines Menschen ist im wesentlichen eine Kopfsache, aber keine erlernbare, sondern eine unveränderliche).</p>
<p>Nicht umsonst wollen viele Frauen heutzutage immer noch Friseuse oder Model werden und die Männer KFZ-Mechaniker oder etwas mit Technik. Die Frage muss also lauten: Was war zuerst: das Identitäts-Geschlecht oder die Sozialisation? Und ich denke, dass dies die Kernfrage für den aktuellen Feminismus sein müsste.</p>
<p>In vielen Fällen kann man die Identität einer Person und die von ihr bevorzugten Lebensbereiche auch mit Gewalt, mit Zureden, mit Umerziehung, mit Quoten und allen anderen Dingen nicht ändern. Wichtig ist: Die Identität eines Menschen zu <em>akzeptieren </em>und sich nicht immer auf Vergleiche mit anderen einzulassen (in diesem Fall die von den Männern dominierte, kämpferische Außenwelt, die sich auf Macht und Status gründet).</p>
<p>Aber dennoch zeigt der Artikel, dass es eine Diskriminierung dahinter geben kann, die kaum sichtbar ist: Nehmen wir die Blogs. Ein Blog kostet Unmengen an Zeit und möchte man einen annehmbaren hohen Verlinkungsgrad und entsprechenden Einfluss erlangen, muss man extrem viel Zeit verbringen und : Man muss auch gut sein. Das ist die natürliche Auslese in einem marktwirtschaftlich-orientierten Gesellschaftssystem, zu dem leider auch die derzeitige Blogosphäre und deren geistige Inhalte gehören. Nur nett sein alleine reicht da nicht.</p>
<p>Da Frauen auf Grund der gesellschaftlichen erzwungenen Doppelbelastung durch Familie, Kinder, Haushalt und Beruf meistens alle Hände voll zu tun haben, ist es kein Wunder, dass sie insgesamt weniger Zeit in ihre Arbeit stecken können, wenn sie nicht die anderen Dinge vernachlässigen möchte.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/08/gender-unterschiede-in-blogs/#footnote_0_2489" id="identifier_0_2489" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Politisch wird das christlich-konservative Hausfrauenmodell immer noch gef&ouml;rdert und dann ist da noch die stets offene Frage mit der Kleinkindbetreuung">1</a></sup> Und welche Frau möchte ihren Mann vernachlässigen oder sich nachsagen lassen, dass sie keine gute Mutter wäre, weil sie ständig am Computer sitzt? Hier greift dann die Ungerechtigkeit über die „Rollenbewertung“ und das ist dann eine <em>wirkliche </em>Diskriminierung. Denn eigentlich dürfte eine Frau genauso viele Freiheiten haben wie ein Mann, genauso viel arbeiten und sich genauso lautstark Gehör verschaffen. Eigentlich. Könnte, dürfte, wenn&#8230;.</p>
<p><em>Ungerecht </em>ist es, wenn Frauen nicht die gleiche Zeit mit Technik und Computer verbringen können und sie in einem traditionellen Partnerschaftsmodell nicht ausreichend entlastet werden. Hier greife sich jeder Mann und jedes zu lang daheim gebliebene Kind mal an die Nase und frage sich, ob für die Mutter &amp; Frau genug getan wird? Oder immer nur gefordert und erwartet?<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/08/gender-unterschiede-in-blogs/#footnote_1_2489" id="identifier_1_2489" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="dies ist die eigentliche Grauzone der Diskriminierung, die man mit politischen Mitteln nur schwer erreichen kann">2</a></sup></p>
<p>Meine Vermutung ist daher, dass eine Frau genau den gleichen Erfolg erreichen könnte, wenn sie nur genügend Zeit und Energie in bestimmte Projekte stecken würde und auch langfristig den entsprechenden Ehrgeiz hätte, so gut wie die Männer zu sein.</p>
<p>Die Frage hinter dem Artikel muss also auch lauten: Warum gibt es so wenige Frauen mit dem entsprechendem Ehrgeiz? Ich denke nicht, dass es an den Fertigkeiten oder „den Genen“ liegt. Ich denke, dass es für viele Frauen derzeit weder erstrebenswert noch möglich ist, ein zeitintensives und Macht/ Streit geprägtes Medium wie ein Blog zu führen und führen zu wollen. Das Problem ist eine Mischung aus gesellschaftlichen Rollenerwartungen/ Chancen, tatsächlicher Lebensrealität (Bloggen kostet Zeit und Geld) und eigene Geschlechtsrollen-Interpretation. (wie weiblich o. wie männlich will ich sein?)</p>
<p>Vergleichbar sind die Vertretungen in anderen Berufen, die viel Arbeit und Ellenbogen verlangen und eher als Männerdomänen gelten: Führungspositionen, Politische Ämter, Aufsichtsräte.</p>
<p>In einem Absatz des TAZ-Artikel steht weiter: „Frauen empfinden es eher als Missbrauch einer sozialen Beziehung, was für Männer normal ist: Netzwerken, um voran zu kommen.“ Dies ist ein Hinweis darauf, dass es auch eine Art der Eigen-Bewertung ist, die im Weg steht. Um wirklich voranzukommen, reicht es nicht, bestehende Rollenmodelle zu kopieren, sondern man muss auch bereit sein, neue Wege zu gehen und ich finde: Man sollte vor allem die ganzen Zweifel endlich beiseite legen.</p>
<p>Im besten Fall können solche Artikel dazu beitragen, dass der Ehrgeiz geweckt wird, im schlimmsten Fall: Können sie das eigene, passive weibliche Rollenbild nur zementieren und in die Resignation führen („ich bin eben Frau, ich kann nichts daran ändern“).</p>
<p>Denn das Modell der hemdsärmeligen „Powerfrau“ liegt nicht jeder.</p>
<p>Die, die es kann, sollte ihre Chance ergreifen. Und dann sollte man sie auch <em>lassen</em>.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2489" class="footnote">Politisch wird das christlich-konservative Hausfrauenmodell immer noch gefördert und dann ist da noch die stets offene Frage mit der Kleinkindbetreuung</li><li id="footnote_1_2489" class="footnote">dies ist die eigentliche Grauzone der Diskriminierung, die man mit politischen Mitteln nur schwer erreichen kann</li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2010/08/gender-unterschiede-in-blogs/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Oberlehrer vs. Oberlehrer</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/06/oberlehrer-vs-oberlehrer/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2010/06/oberlehrer-vs-oberlehrer/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 08:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Miteinander]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=2320</guid>
		<description><![CDATA[1:0 für die Diplomatie
Quo vadis, Blog? Diese Frage habe ich mir schon öfters gestellt, aber diesmal habe ich einen sehr konkreten Zusammenhang, bei dem es sich lohnt, darüber nachzudenken (finde ich). Ich frage mich derzeit, was man mit einem Blog überhaupt erreichen kann, vor allem bei den Blogs mit einem politischen Hintergrund oder die rein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><em>1:0 für die Diplomatie</em></p>
<p>Quo vadis, Blog? Diese Frage habe ich mir schon öfters gestellt, aber diesmal habe ich einen sehr konkreten Zusammenhang, bei dem es sich lohnt, darüber nachzudenken (finde ich). Ich frage mich derzeit, was man mit einem Blog überhaupt erreichen kann, vor allem bei den Blogs mit einem politischen Hintergrund oder die rein privaten Blogs (die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben). Der Aspekt der kommunikativen Botschaft interessiert mich, aber auch die Frage, wie wir Menschen aufeinander bezogen sind und ob das gut so ist.</p>
<p><strong>Die Botschaft: ist das Ziel </strong></p>
<p>Bei beiden Herangehensweisen möchte man ja etwas erreichen: Bei den politischen Blogs möchte man eine Meinung verbreiten, bei den privaten Blogs möchte man vielleicht Rückmeldung, Anteilnahme, „Freundschaften“ und Austausch im Allgemeinen. Nichts ist ohne Sinn und Absicht und ein zeitintensives Medium wie ein Blog o. Twitter schon gar nicht.</p>
<p>Wenn ich z.B. auf Twitter unterwegs bin, gibt es sehr viele Menschen, die mir ihrer Meinung aufs Auge drücken, ob ich will oder nicht. Das Ganze ist dann mit einem „Werbe-Spam“-Effekt zu vergleichen: Man bombardiert die anderen einfach ohne zu fragen mit politischen Ansichten und Links und hofft dann vielleicht, dass sich jemand dafür interessiert oder sogar umstimmen lässt. Ob diese Meinung überhaupt akzeptiert oder hinterfragt wird, steht nicht im Raum. Viele Meinungen stehen einfachen parallel im Raum, ohne dass die Menschen wirklich aufeinander eingehen und ich denke, dann erreicht man mit dieser Meinung auch nichts. Vielleicht gewinnt man ein paar Zustimmer, ein paar Mitläufer, die gerade zufällig im luftleeren Raum der Gedanken standen, aber seine &#8216;Feinde&#8217; wird man damit kaum überzeugen.</p>
<p><span id="more-2320"></span></p>
<p><strong>&#8220;Vernünftige&#8221; Meinungen erzeugen meist Gegenwehr</strong></p>
<p>Im Gegenteil: Ich habe mich in der letzten Zeit oft dabei erwischt, dass genau das Gegenteil entsteht, einfach weil man als freier Mensch keine Lust hat, vorgekaute Meinungen zu übernehmen, nur weil sie irgendjemand in Twitter gepostet hat oder einen sehr langen Artikel darüber geschrieben hat (der noch so gut sein kann, darauf kommt es nicht an.) Ich habe begonnen, konsequent alle Blogger aus meinem Reader zu entfernen, die nicht so schreiben und denken wie ich, einfach weil ich der Meinung bin, dass sie sich auch kaum für mich interessieren werden. Wenn man nicht aktiv auf andere eingeht und seine Meinung verbreitet kann ein Konsens, quer über Geschlechter, Parteienansichten und andere Dünkel hinweg, nur schlecht entstehen. Jemand umstimmen ist ein aktiver Schritt, es auszuhalten und zu erdulden, ein passiver. Leider sind die meisten Menschen besser dabei, etwas zu erdulden, als sich gegen etwas zu wehren.</p>
<p>Bei jedem Werbespot im Fernsehen gibt es ja auch mehrere Ebenen der Botschaft: Einmal möchte der Hersteller im besten Licht dastehen und sein Produkt bewerben. Durch hohe Einschaltquoten und gute Sendeplätze<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/06/oberlehrer-vs-oberlehrer/#footnote_0_2320" id="identifier_0_2320" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" der geldwerte Faktor &bdquo;Aufmerksamkeit&ldquo;, der im Netz meistens kostenlos, daf&uuml;r aber auch viel kleiner ist ">1</a></sup> und ständige Wiederholung des Gleichen versucht man das Bewusstsein des Empfängers zu malträtieren und zu penetrieren, solange bis dieser seinen inneren Widerstand aufgegeben hat oder die gewünschte Botschaft sich so tief im Unbewussten eingegraben hat, dass dieser sich im Supermarkt nun „automatisch“ für ein gewünschtes Produkt entscheidet.</p>
<p><strong>Der Kunde ist auch ein &#8220;Ich&#8221;</strong></p>
<p>Dabei übersieht man aber vieles: Der Kunde ist auch ein mündiger Kunde, d.h. seine Entscheidungen werden nicht vom Werbespot oder dem Markenbewusstsein alleine gesteuert: Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, der Preis, ob es ein Bio-Siegel gibt, selbst die Art u. Atmosphäre des Einkaufmarktes, die Freundlichkeit des Verkäufers und viele andere Faktoren können entscheidend sein. Vielleicht ist man gerade gehetzt und greift nach dem erstbesten Produkt und erwischt in Augenhöhe natürlich immer die teuer platzierten Sachen – oder aber man nimmt sich etwas Zeit, vielleicht mit einer Freundin und Freund zusammen, und kauft bewusst sein. Dann stehen die Hersteller auch mehr in der Pflicht und mit dieser Mündigkeit des Kunden sollte immer gerechnet werden.</p>
<p>Ich erwische z.B. viele Hersteller dabei, wie sie heimlich ihre Zutaten ändern, an den Packungsgrößen und Zusammensetzungen spielen, dabei noch ein schönes neues Logo auf die Packung drücken, eine gigantische Medienkampagne inszenieren und dann hoffen, dass es schon ankommt und sich der Kunde so überzeugen lässt.</p>
<p>Aber wer so denkt, sieht abschätzig und überheblich auf den Kunden herab, sieht ihn nicht als mündigen Menschen, sondern als jemand, der ja nur gerne manipuliert werden will und letztendlich als jemand, der dem eigenen Profit dient. So ein Denken und Verhalten kann langfristig einfach nicht erfolgreich sein und es offenbart eine sehr unschöne Seite am Geschäftsleben, den Egoismus. Es ist zwar sehr verbreitet, aber es hat große Schwächen, gerade was die Nachhaltigkeit und das Vertrauen des Verbrauchers in die eigene Marke angeht.</p>
<p><strong>Mein Account ist meine Marke</strong></p>
<p>Die ganzen privaten Blogger und Twitterer erschaffen nun mit ihrem eigenen Webauftritt eine eigene Marke und mir scheint, viele schauen sich etwas aus der klassischen Werbewelt ab und kopieren solche schlechten Verhaltensweisen, indem sie ihre Leserinnen und Leser bombardieren, aber nicht auf sie eingehen. Dabei wären die neuen direkten Medien doch hervorragend dazu geeignet, es anders zu machen, die Ansprache und den Dialog mit dem Kunden zu suchen und sich eben nicht hinter der eigenen Firmen-Hochburg zu verstecken und nach außen nur ein hübsches Lächeln aufzusetzen. Klar, es geht ums Geschäft- aber geht es bei den vielen privaten Twitterern letztendlich auch immer nur ums Geschäft?</p>
<p>Jeder möchte mit seinen Äußerungen ja irgendwas erreichen, keiner geht ins Netz, wenn er keine Absichten hätte. Selbst die private Homepage hat einen Zweck: Einmal will man sich seiner Meinung entledigen, dann aber auch Freundschaften und Link-Partnerschaften aufbauen, vielleicht auch nur etwas Anteilnahme. In diesem Zusammenhang würde dieses Konzept des gegenseitigen Austauschs, des „Miteinanders“ aber nur viel stärker gelten. Denn wenn es um Freundschaften und Vertrauen geht, kann man nicht mehr mit dem Konzept der Marke punkten, dann zählen ganz andere Werte: Eine gute Freundschaft will gepflegt werden, d.h. man muss sich aktiv um andere Menschen bemühen. Man muss nach dem Befinden fragen, anstrengende Mails hin- und her schicken, man muss den Streit aushalten, man muss aufeinander eingehen, man muss tolerant sein und bereit, sein ganzes Geld und Zeit dafür zu opfern in der Erwartung, niemals etwas dafür zurück zu bekommen.</p>
<p>Mich wundert es angesichts dieser Herausforderungen vor dem Hintergrund einer schnelllebigen, und individualisierten, aber zunehmend einsamen Welt nicht, dass es so wenig gute Freundschaften nach einem Konzept des „Seins“ gibt<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/06/oberlehrer-vs-oberlehrer/#footnote_1_2320" id="identifier_1_2320" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" &amp;#8216;Sein&amp;#8217; nach Fromm bedeutet f&uuml;r mich in diesem Zusammenhang = man l&auml;sst den anderen so wie er ist, man will ihn nicht besitzen, sondern akzeptiert ihn einfach so wie er ist ">2</a></sup>. Die meisten Beziehungen scheinen nach dem Werbe- und Objektstatus zu funktionieren: Jeder Mensch hat einen bestimmten Wert, der wiederum von sozialer Macht, Beruf, Status usw. bestimmt wird, bei den Frauen kommt vielleicht noch Charme und Aussehen hinzu, ein nicht zu unterschätzender „Wert“ auf dem Paarungs-“markt“. Und wusstet ihr, dass intelligente Frauen bei Männern meist unbeliebter als Dummchen sind, zumindest im Vergleich mit <em>seiner </em>Intelligenz?</p>
<p><strong>Geben oder nehmen?</strong></p>
<p>Sicherlich, es ist verlockend, sich nach dem ersten Muster zu verhalten: Geben und Nehmen und lieber etwas mehr nehmen, als geben. Seine Leser mit Botschaften zu erschlagen, anstatt sie ernst zu nehmen und zu fragen, ob was angekommen ist. Nur das eigene Projekt im Sinn zu haben, die anderen als Oberlehrer zu beschimpfen, obwohl man es selbst genau so macht.</p>
<p>Und nur eine Meinung vertritt, die eigene. Viele kleine parallele Blogs, die letztendlich nicht miteinander verbunden sind, stehen für die Gesellschaftsstruktur der vereinsamten Einzelgänger, in einer Welt, in der sich jeder durchschlagen muss, aber niemand frei und verbunden sein darf.</p>
<p>So ein Verhalten mag zu Macht und Dominanz führen, aber ganz bestimmt nicht zu Glück.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2320" class="footnote"> der geldwerte Faktor „Aufmerksamkeit“, der im Netz meistens kostenlos, dafür aber auch viel kleiner ist </li><li id="footnote_1_2320" class="footnote"> &#8216;Sein&#8217; nach Fromm bedeutet für mich in diesem Zusammenhang = man lässt den anderen so wie er ist, man will ihn nicht besitzen, sondern akzeptiert ihn einfach so wie er ist </li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2010/06/oberlehrer-vs-oberlehrer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bloggen und vernetzen- Teil 3</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2009/09/bloggen-und-vernetzen-teil-3/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2009/09/bloggen-und-vernetzen-teil-3/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 10:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=1568</guid>
		<description><![CDATA[Teil 3, Teil 2 und Teil 1
&#8220;Den Horizont erweitern&#8221;
Richtig zu bloggen ist eine schwierige Kunst und gleicht manchmal der Arbeit, die Politiker auch in der Öffentlichkeit leisten müssen. Es geht darum, Menschen zu überzeugen.
Wenn ein Politiker niemand von seinen Ideen überzeugen kann, würde ihn niemand wählen. Bei den Bloggern ist es das Feed-Abonnement oder die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><a href="http://www.ja-blog.de/2009/09/bloggen-und-vernetzen-teil-3/">Teil 3</a>,<a href="../2009/08/bloggen-und-vernetzen-teil-2/"> Teil 2</a> und <a href="../2009/08/bloggen-und-vernetzen/">Teil 1</a></p>
<p>&#8220;Den Horizont erweitern&#8221;</p>
<p>Richtig zu bloggen ist eine schwierige Kunst und gleicht manchmal der Arbeit, die Politiker auch in der Öffentlichkeit leisten müssen. Es geht darum, Menschen zu <em>überzeugen</em>.</p>
<p>Wenn ein Politiker niemand von seinen Ideen überzeugen kann, würde ihn niemand wählen. Bei den Bloggern ist es das Feed-Abonnement oder die Kommentare. Wenn ich niemanden von meinem Blog überzeugen kann, &#8220;wählt&#8221; ihn niemand, kommentiert niemand, liest niemand.</p>
<p>Und es ist sehr leicht, nicht gewählt zu werden, viel schwieriger, als gewählt zu werden.</p>
<p>Menschen urteilen auch viel persönlicher als man denkt. Sicherlich, die Inhalte und die Rechtschreibung sind wichtig, aber ich denke, der Großteil der Entscheidungen wird doch nach klassischen Gesichtspunkten gefällt, so wie ich auch einen Politiker nach seinem Aussehen, Stimme und anderen Kriterien unbewusst immer mit beurteile.</p>
<p>Als Blogger kann man da sehr viel falsch machen, wenn man keine Schreiberfahrung und Öffentlichkeitserfahrung besitzt, ist es sehr einfach, über diverse Fettnäpfchen zu stolpern. Einen Medienberater hat man im Allgemeinen nicht und muss sich die wichtigsten Dinge erstmal selbst aneignen, sprich lernen.</p>
<p>Das Dumme daran : Meistens wird man auf diese Fettnäpfchen weder vorher noch hinter aufmerksam gemacht. Wenn man wieder mal einen Schritt zu weit gegangen ist oder nicht den richtigen Ton trifft, den andere von einem erwarten, wird man sehr schnell aus dem Feed-Abo gelöscht oder schlichtweg ignoriert.</p>
<p>Das Problem bei den stillen Lesern ist also immer: Wie kann ich erfahren, was sie wirklich denken? Wie kann ich die Meinung von meinen Lesern besser einholen? Wie kann ich feststellen, ob die Botschaft angekommen ist, ob es verständlich genug war? (z.B. über Umfragen, direkte Ansprachen oder fragende Artikel)</p>
<p>Wenn keine Rückmeldungen kommen, sollte man das nicht stillschweigend akzeptieren, sondern als Warnsignal interpretieren und dementsprechend handeln. Wenn ein Künstler nach seinem Auftritt auch keinen Applaus bekommt, muss er sich fragen, woran es liegt. Dass die Menschen nur zu faul zum Schreiben oder &#8220;Klatschen&#8221; sind, sollte man nicht annehmen (das ist erstens eine Unterstellung, zweitens ignorant und drittens für die Schreibeffektivität nicht förderlich).</p>
<p>Sicherlich ist es beim Schreiben etwas anders, weil oft nur diejenigen klatschen, die auch gelesen haben. Ein Blog-Artikel (gerade wenn er lang ist) braucht Zeit und Geduld. Die Masse der eben vorbeiströmenden Besucher, die nach etwas ganz anderem gesucht haben, werden sich nur im Ausnahmefall darauf einlassen.</p>
<p>Blogs werden zwar vor allem durch die Technik bekannt, aber meiner Meinung nach sollte man diese humanen Faktoren auch nicht ganz außer Acht lassen. Sie haben im Ernstfall eine stärkere Bedeutung, als man zuerst annimmt. Wenn man nämlich einen stabilen Leserkreis aufbauen möchte und eine regelmäßige Blogroll-Partnerschaft aufbauen möchte, ist es unerlässlich, vom Ton und der Art her zu seinen Partnerblogs zu passen.</p>
<p>Wichtig ist z.B. dass man von Anfang an Partnerblogs wählt, die ähnliche Inhalte und vor allem ähnliche Denkweisen an den Tag legen. Erfahrungsgemäß schaden große Widersprüche in den Weltbildern der Atmosphäre eher, als dass sie helfen. Und erzwingen lässt sich bekanntlich nichts.</p>
<p>Dann ist es wichtig, dass man nicht nur ein oder zwei Lieblingsblogs hat, sondern mehrere. Auch wenn sich die Blog-Autoren große Mühe geben, so kommt es immer mal wieder vor, dass jemand nichts schreibt und das schadet dem eigenen Blog dann auch, weil keine Leser, Trackbacks und Kommentare mehr kommen.</p>
<p>Letztendlich kann man sein Blog nur erfolgreich großziehen, wenn man andere Blogger hat, die einem dabei durch regelmäßige Verlinkung und Vernetzung helfen. Von Suchmaschinen-Optimierung und ähnlichen Sachen halte ich im Gegenzug eher wenig, denn gefunden wird man immer. Aber der humane Faktor und die &#8220;Verlinkung in den Herzen&#8221; ist etwas, das zu Erfolg führt.</p>
<p>Die &#8220;Ein Herz für Blogger&#8221; Aktion war etwas, das in diese Richtung ging, aber nachdem die Aktion verpufft war, hat man auch die Mitglieder und andere Blogs wieder vergessen.</p>
<p>Das Schwierige am Bloggen in der schnellen Nachrichtenwelt ist vor allem auch die &#8220;Nachhaltigkeit&#8221;.</p>
<p>Nachhaltigkeit erzielt man aber nur durch menschliche Netzwerke, weil diese dem Auf und Ab und der Meinungsvielfalt einen konstanten Faktor, nämlich die Freundschaft bzw. das Vertrauen entgegen setzen.</p>
<p>Die nächste Frage im Vernetzen ist also, wie kann ich Blogger (und auch Leser) finden, die ähnliche Interessen haben und vielleicht auch menschlich zu mir passen?</p>
<p>Teilen wir die Blogs erstmal nach Geschlecht auf:</p>
<p>Da gibt es viele Männer- und Technikblogs, die einen eigenen, abgeschlossenen Kreislauf bilden. Hier sind Männer, die über Männerthemen reden und Frauen meistens sehr selten sind. Wenn man nicht gerade ein Technikfreak ist und zu 90 Prozent über Männer- und Technikthemen schreibt, fällt man da durch. Politisch sind diese &#8220;Männerseiten&#8221; oft Piratenwähler und andere Interessen oder Meinungen nicht gerne gesehen. Wenn man plötzlich anfinge, über Umweltschutz oder Gleichstellung der Frau zu diskutieren, würde man wahrscheinlich ausgelacht werden. (Ausnahmen gibt es bekanntlich immer!)</p>
<p>Bei den typischen Frauenblogs ist es aber umgekehrt, hier wird meistens über private Dinge, über Gedichte, Rezepte, Freundinnen, persönliches und ähnliches geschrieben. Was bei den Männern an Gefühlen zu wenig war, ist bei den Frauen meistens zu viel.</p>
<p>Sich bei solchen Frauenblogs einzuklinken, wird als Frau wahrscheinlich eher schwer, als Mann geht es nur, wenn man &#8220;geduldet&#8221; ist, sprich in die nähere Auswahl kommt.</p>
<p>Dann gibt es noch eine sehr interessante Gruppe von allgemeinen politischen Bloggern, oder Gesellschaftsthemen-bezogenen Bloggern. Wenn jemand z.B. viel über Politik schreibt ist auch gewährleistet, dass er in der nahen Zukunft wieder über Politik schreiben wird und eher jemand ist, der sich dafür interessiert. Hier kommt es darauf an, herauszufinden, wie groß und stark der individuelle Horizont des Autors ist. Persönlich ist das meine Lieblingsgruppe von Blogs und Bloggern, weil man eben in der Lage ist, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und sich vielleicht auch die Mühe gibt, unabhängig und objektiv die Dinge zu untersuchen und zu beschreiben. Nichts ist schlimmer, als Blogger die voll mit Vorurteilen und Meinungshetze sind. Ob dies so ist, erkennt man leider oft nur dann, wenn man die Blogs längere Zeit beobachtet und genau zwischen den Zeilen liest. Wirklich frei ist auch niemand davon, denn zu bloggen bedeutet ja gerade, eine eigene Meinung zu formulieren. Aber die Art und Weise, die ist entscheidend.</p>
<p>Auch für wertvoll halte ich schlussendlich die Blogs, die sich für ein bestimmtes Nischenthema einsetzen und z.B. über ihre eigene Krankheit, einen Hausbau oder ähnliches schreiben. Der Vorteil ist hier, dass man sehr schnell einordnen kann, warum es bei dem Blog geht und dieser &#8220;Gemischtwareneffekt&#8221; nicht so stark ist. Im Gegenzug wird die Kommunikation vielleicht etwas einseitig verlaufen. Ein Häuslebauer interessiert sich halt eben nur für Rohre, Gipswerkzeug, Bohrmaschinen, Mauergrößen und Dübelpatente, aber weniger für Homo-Ehen, Festplattendefragmentierung und Tomaten-Himbeer-Zwiebelsalat (hmmm!).</p>
<p>Wenn man also andere Blogger finden möchte, die inhaltlich, menschlich und auch sonst sehr gut zu einem passen, wird man nicht darum herum kommen, sehr lange und genau zu suchen. Man sollte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn niemand dabei ist, der einem gleich zusagt. Sehr wichtig ist auch, dass man sich nicht zu lange mit Menschen aufhalten sollte, die einem nicht zusagen: Das gibt nur Ärger und man kommt nicht weiter.</p>
<p>Es ist wichtig, regelmäßig und mit Intensität den eigenen Horizont zu lüften und Neues hereinzulassen. Für die eigene Schreibarbeit ist das letztendlich die beste Inspiration.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2009/09/bloggen-und-vernetzen-teil-3/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bloggen und Vernetzen</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2009/08/bloggen-und-vernetzen/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2009/08/bloggen-und-vernetzen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 10:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.ja-blog.de/?p=1456</guid>
		<description><![CDATA[Teil 3, Teil 2 und Teil 1
Ja, mal wieder ein Artikel übers Bloggen. Es kann nicht genug geben, denn &#8220;Über das Bloggen&#8221; bloggen bedeutet, das Sein zu betrachten und die unmittelbare Welt der Gegenwart zu analysieren. Da sich diese ständig wandelt und man auch ständig neue Eindrücke zurückerhält, kann es nicht schaden, in regelmäßigen Abständen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><a href="../2009/09/bloggen-und-vernetzen-teil-3/">Teil 3</a>,<a href="../2009/08/bloggen-und-vernetzen-teil-2/"> Teil 2</a> und <a href="../2009/08/bloggen-und-vernetzen/">Teil 1</a></p>
<p><em>Ja, mal wieder ein Artikel übers Bloggen. Es kann nicht genug geben, denn &#8220;Über das Bloggen&#8221; bloggen bedeutet, das Sein zu betrachten und die unmittelbare Welt der Gegenwart zu analysieren. Da sich diese ständig wandelt und man auch ständig neue Eindrücke zurückerhält, kann es nicht schaden, in regelmäßigen Abständen über das Bloggen selbst zu rekapitulieren. Es ist letztendlich Philosophie über eine moderne Kommunikationskultur und berührt auch andere, klassische Formen der Kommunikation und der sozialen Realität.</em></p>
<p>Bloggen ist zu einhundert Prozent eine soziale Angelegenheit. Ohne die Vernetzung, ohne die Kommentare hat ein Blog keinen Wert. Wenn man sich aber vernetzen will, ist es man darauf angewiesen, sich in die Gedanken anderer Blog-Autoren zu versetzen und zu versuchen, an deren Charakter und deren Geschriebenes anzuknüpfen.</p>
<p>Es ist ein wenig paradox: Die Blogs leben von der Vernetzung und der offenen Diskussionskultur, aber letztendlich schreibt immer nur ein Autor- in nur wenigen Blogs teilen sich die Bühne mehrere Autoren.</p>
<p>Das Blog als Technik begünstigt also eine gewisse narzistische Denkweise, verlangt aber wiederum vom Autor, dass er sich zu vernetzen hat.</p>
<p>Und was ist mit den stillen Vertretern der Szene, die sehr gute Gedanken haben, aber nicht die Fähigkeit oder Lust, auch im starken Wettbewerb mit anderen zu bestehen? Was ist mit den Geschlechtern, wo es immer mal wieder Studien gibt, dass Frauen dem offenen Wettbewerb <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article4376869/Wie-duemmere-Maenner-schlauere-Frauen-ueberholen.html " target="_blank">eher aus dem Weg gehen</a> als Jungen?</p>
<p>Letztendlich sind Blogs genauso real und verhalten sich ähnlich wie Gespräche unter Menschen.</p>
<p>Es gibt soziale Schichten und es gibt naturgemäß mehr Leute, die einfach aus ihrem Privatleben erzählen und tendenziell wenige, die sich für so ehrbare Werte wie &#8220;soziale Gerechtigkeit&#8221; oder &#8220;politische Aufklärung&#8221; einsetzen.</p>
<p>Viele Blogs sind reine Spaßblogs oder mischen die Themen einfach bunt durcheinander.</p>
<p>Dann gibt es noch die breite Front kommerzieller Blogs, die zahlenmäßig ein großes Gewicht haben und die die rein privaten Blogs zurückdrängen. Die Angst, die von den Medien über die Veröffentlichung privater Inhalte in der Öffentlichkeit geschürt wird, verbessert die Lage für private Blogger nicht gerade. Ein ehemals beliebtes Medium wird an die Wand diskutiert und schlecht geredet.</p>
<p>Es gibt keine richtige Linie bei Blogs und Bloggern und daher können auch Freundschaften recht schnell wieder zerbrechen. Der Aufwand, den man verhältnismäßig in die Vernetzung stecken muss, ist sehr hoch. In dieser Zeit kann man keine eigenen Artikel schreiben. Wenn man pro Tag nur eine Stunde für das Bloggen reservieren kann, ist diese sehr schnell aufgebraucht. Daher ist die Frage, was ist besser? Soll ich neue Blogs suchen, bei anderen kommentieren und an der Blogroll arbeiten? Oder überlege ich mir im stillen Kämmerlein meine Gedanken und betreibe Nabelschau?</p>
<p>Wenn ich wachsen und mich vernetzen will, bleibt die Frage: Wohin will ich gehen? Wo sollen die Schwerpunkte liegen, was ist wichtig, was ist unwichtig?</p>
<p>Suche ich mir Leute, die über ähnliche Themen bloggen oder bevorzuge ich liebe das harte Kontrastprogramm?</p>
<p>Ein guter Ansatz kann es sein, wenn man über menschliche Probleme schreibt, die einen belasten. Über dieses Leiden kann Gemeinsamkeit aufgebaut werden und zugleich schafft man Mehrwert für gesellschaftliche Themen, die sonst kein Gehör finden würden. Die natürliche Hemmschwelle bleibt aber die veröffentliche Privatspähre und die Tatsache, dass man jederzeit anonym beobachtet werden kann und sich eventuell &#8220;zum Idioten macht.&#8221;</p>
<p>Außerdem bekommt man dann schnell den Ruf eines Problem-Bloggers und wer will schon mit Problemmenschen was zu tun haben? Wollen wir nicht alle hochwertige Kontakte und steigt mein eigener Wert nicht in Relation zu meinen eigenen Kontakten und anderen Ressourcen, die ich verteilen kann?</p>
<p>Es liegt nicht jedem Menschen gleich gut, sich so öffentlich zu entblößen und für die seelische Stabilität ist es nicht immer ein Vorteil. Im schlimmsten Fall geht der Schuss nach hinten los und die eigene psychische Stabilität wird durch die Flucht in die Online-Welt gefährdet. (siehe z.B. Mediomans Artikel über <a href="http://www.medioman.de/hartmut/facebook-und-mafia-wars-2/" target="_blank">Online-Spiele</a> )</p>
<p>Ein Mangel an Rückmeldung, zu wenig öffentlich geäußerte Zuneigung und Anteilnahme scheint ein gesellschaftliches Problem zu sein, dass bezeichnend für unsere Zeit ist.</p>
<p>Unsere Gesellschafts-Struktur wird immer kleiner und die Tendenz geht zu kleinen oder Single-Haushalten. Normale soziale Kontakte, die frei von Wettbewerbs-Denken oder Eifersucht sind, eher selten. Aufmerksamkeit eine Ressource, die kostbar verteilt ist und sich meist nur dann vermehrt, wenn man selbst viel davon geben kann.</p>
<p>Das Bloggen an sich ist im besten Fall ein Schritt aus der Isolation heraus, eine Vorbereitung auf das echte Leben, aber es ersetzt die echten menschlichen Gefühle nicht und kann nur eine Art Spiel sein, bei dem übt, sich im sozialen Sinn richtig zu verhalten.</p>
<p>Zudem trainiert man sein Gedächntis, die Sprachfähigkeit und das Gewissen.</p>
<p>Ein Bloggen ohne Gewissen ist wie Schreiben ohne Füller.</p>
<p>Ein Blog ohne Vernetzung ist wie ein Haus ohne Stromanschluss und ohne fließendes Wasser.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2009/08/bloggen-und-vernetzen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zielgruppe und Schreibmotivation</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2008/09/zielgruppe-und-schreibmotivation/</link>
		<comments>http://www.ja-blog.de/2008/09/zielgruppe-und-schreibmotivation/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 10:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.julia-adriana.de/?p=169</guid>
		<description><![CDATA[Im Wirtschaftsleben ist es unerlässlich, an die Zielgruppe zu denken. Ob das jetzt ein professioneller Werbetext ist, ein Aufsatz zu einem speziellen Thema, ein politischer Essay in einer Zeitung, überall gibt es Grenzen und Möglichkeiten und schnell ist das eigentliche Ziel verfehlt. Schreiben ist eine Kunst, weil sich der kreative Schreibfluss oftmals mit harten Grenzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Wirtschaftsleben ist es unerlässlich, an die Zielgruppe zu denken. Ob das jetzt ein professioneller Werbetext ist, ein Aufsatz zu einem speziellen Thema, ein politischer Essay in einer Zeitung, überall gibt es Grenzen und Möglichkeiten und schnell ist das eigentliche Ziel verfehlt. Schreiben ist eine Kunst, weil sich der kreative Schreibfluss oftmals mit harten Grenzen und Beschränkungen der Auftraggeber vereinen muss. Und wer kennt nicht das ungute Gefühl, nur ein einziges Thema als Aufgabe zu haben und dazu partout keine Ideen zu haben?</p>
<p><span id="more-169"></span></p>
<p>Das Blog und das freie Schreiben bieten hier viel mehr Möglichkeiten, weil grundsätzlich alles erlaubt ist und sich aus dem Charakter eines Menschen wie von selbst eine Sphäre an Texten und eine dazugehörige Leserschaft herausbilden. Wenn der Blogger wirklich so schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und sich nicht verstellt, können die schönsten Kunstwerke herauskommen, auf jeden Fall ein „Produkt“, dass sehr individuell ist und sich nicht unbedingt vermarkten lässt. Der Blogger macht es im Allgemeinen umgekehrt: Er schreibt erst seine Gedanken auf und sucht sich dann selbst eine Zielgruppe. Im Wirtschaftsleben hat man meistens erst eine Vorgabe und Zielgruppe und schreibt dann. Ich finde beide Herangehensweisen interessant, bin aber naturgemäß in der ersten, bequemeren und „freieren“ Variante zu Hause.</p>
<p>An eine Zielgruppe zu denken, wird immer dann interessant, wenn man mit dem Blog bestimmte, politische Absichten hat oder die Brücke vom privaten zum kommerziellen Schreiben schlagen möchte. Oder wenn der Blogger einfach lernen möchte, wie man anders, vielleicht professioneller schreiben kann.</p>
<p>Es gibt bestimmtes Handwerkszeug und Regeln, die einem die Arbeit erleichtern können:</p>
<p>•	Überlege dir vorher ein Thema und versuche, inhaltlich nicht zu weit abzuschweifen<br />
•	Überlege, ob das Thema zu der Zielgruppe passt oder nicht zu weit hergeholt ist<br />
•	mache vorher eine Gliederung und einen Plan, was alles in den Text gehört<br />
•	halte dich strikt an diese Gliederung! Kreativität ist „zwischendrin“ immer noch möglich<br />
•	nimm dir Zeit für Recherchen und Verlinkungen oder Quellenangaben<br />
•	lies Deinen Text über Tage verteilt mehrmals durch und gib ihn anderen Leuten zum Korrekturlesen</p>
<p>Als gute Übung sind dafür professionelle Produktbewertungen (Ciao, Dooyoo, etc.) geeignet, weil man hier lernen kann, strikt bei einem Thema zu bleiben und nicht zu emotional oder persönlich schreiben darf. Außerdem wird man dort von anderen Kunden kritisch bewertet.</p>
<p>Wenn man insgesamt so geradlinig vorgeht, kommt man vom gewöhnlichen Notizzettel- Bloggen ab und hat den ersten kreativen Schritt für professionellere Text oder ein ganzes Buch getan. Es ist hilfreich, dieses Rahmenprogramm hin und wieder zu üben und seine Schreib-Fähigkeiten zu optimieren.</p>
<p>Die Frage bleibt aber: Was ist meine Zielgruppe? Was für Leute gibt es und mit welcher Absicht lesen sie überhaupt Texte?</p>
<p>Bleiben wir erstmal beim Blog!</p>
<p>•	Leute im Internet lesen gewöhnlich nicht gerne zu lange Texte<br />
•	amüsante Geschichten mit Bildern sind oft populärer als schwierige und ernste Themen; das Internet ist ein schnelles Medium!<br />
•	Vorsicht bei allen emotionalen Brennthemen und politischen Texten: Hier gibt es starke Unterschiede und verschiedene Ansichten; zu schnell verliert man einen Leser<br />
•	beliebt sind private Geschichten und das- über- die- Schulter- schauen- können; allerdings hat man hier eine große Konkurrenz<br />
•	Faustregel: Je interessanter das eigene Leben, desto größer die Wahrscheinlichkeit damit auch gute Texte schreiben zu können<br />
•	beliebt sind Produktempfehlungen oder Reportagen von verschiedenen Ereignissen<br />
•	hier kann man ein wenig bei den „Großen“ abschauen und sich aus dem Repertoire von Journalisten bedienen: Interviews starten, Vorort-Berichterstattung, kritisches Nachfragen und Recherche<br />
•	die Art des Textes bestimmt seinen Inhalt! ein bloggender, freier Schreibfluss ist kreativ, aber auch unübersichtlich und zerfasert; ein Interview ist streng geordnet und wird auf Inhalt und Aussagen ausgerichtet; eine Produktbewertung wird analytisch und kritisch, etc.</p>
<p>Je nach Interessen und Fähigkeiten des Bloggers lässt sich das Schreiben mehr oder wenig professionalisieren. Die Frage bleibt allerdings, ob man das überhaupt möchte, hier sind wir wieder beim Charakter angelangt, der letztendlich das größte Kriterium bleibt.</p>
<p>Ein einzelgängerischer Mensch wird nicht die große Diskussions- und Verlinkungsflut starten können, genauso wenig wie ein oberflächlicher und schnelllebiger Mensch keine langen Texte schreiben kann oder mag!</p>
<p>Wenn man erstmal eine Nische gefunden hat und der Meinung ist, sich hier zu Hause zu fühlen, sollte man einfach weiterschreiben und versuchen, Leute zu finden, die über ähnliche Themen schreiben und die dann verlinken.</p>
<p>Wenn man selbst sehr exklusive Ansprüche hat und schwierige Texte produziert, für die sich kaum Leser finden lassen, gibt es zwei Möglichkeiten:</p>
<p>•	man wechselt die Themen und schlägt einen Kurs ein, der mehr Aufmerksamkeit und Leser „produziert“<br />
•	man bleibt dabei und pflegt das gute Gefühl, Kunst zu erschaffen und somit der kulturellen Vielfalt im eigenen Land ein wenig geholfen zu haben; Schreiben ist dann mehr ein Selbstzweck und dient der eigenen kreativen Therapie oder einfach dem Spaß am Hobby</p>
<p>Im Idealfall kann man beide Themen „Populär“ und „Qualitativ-kritisch“ vereinen und hat somit den Königsweg gefunden. Das dürfte aber schwierig werden.</p>
<p>Wichtig ist meiner Meinung, dass man wirklich so schreibt, wie man sich wohl fühlt und es nicht übertreibt oder sich unter Druck setzt. Letztendlich färbt diese Einstellung beim Schreiben auch auf die Texte ab und erzeugt dann eine gleichwertige Resonanz.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.ja-blog.de/2008/09/zielgruppe-und-schreibmotivation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

