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Aussehen und Schönheit

Das Ideal „Schönheit“ ist ein Ur-Ideal und so alt wie die Menschheit selbst….

Was mir immer so auffällt, wenn ich auf verschiedene Blogs und Seiten gehe, die von Frauen gemacht werden: Die wenigsten haben Bilder von sich darauf und wenn, dann nur wenige oder kleine. Selbst wenn sie vielleicht hübsch sind oder „das gewisse Etwas“ haben, Bilder von Frauen entdeckt man meistens in einem sexualisierten oder kommerziellen Zusammenhang. Das Frauenbild in den Medien ist einseitig und auf den männlichen Geschmack ausgerichtet. Es gibt meiner Meinung nach zuwenig Bilder von Frauen „in natürlicher Umgebung“, frei von Erwartungen und Rollenbildern ihrer männlichen Kollegen. Dabei kann die natürliche, weibliche Schönheit auch ihren Reiz haben.

Wenn eine Frau Karriere machen will oder einen bestimmten intellektuellen Ruf aufbauen möchte, kann es hinderlich sein, als „Sexobjekt“ angesehen zu werden, überhaupt denkt man bei Frauen viel eher, dass sie ihr Aussehen dafür benutzen würden, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. (Komischerweise sagt man das bei einem hübschen Mann nie oder nur sehr selten!)

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Die Bedeutung des Aussehens für eine Frau


Der beliebteste Link in meiner Seite ist nach wie vor die Seite „Bilder“. Hier entsteht ein Ungleichgewicht aus Nachfrage und Angebot, denn frische Bilder aus dem Fotoapparat habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Mein neuer Schwerpunkt sind die Texte und das Blog, in ihnen liegen alle meinen „inneren Bilder“; meine Gedanken und meine Gefühle, meine Sichtweisen, Perspektiven, Ängste, Aussichten und Hoffnungen

Aus den eigentlichen Fotografien mache ich mir nicht mehr viel, sie bedeuten mir nichts. Für mich sind Fotos nur Momentaufnahme einer sehr komplexen Angelegenheit. Sie zeigen immer nur die Sekunden einer Sache, aber nie das Ganze. Sind es persönliche Fotos steigt die Gefahr, dass sie sexuelle Interessen oder Begehrlichkeiten wecken, die wiederum in Folge die Beziehung belasten und so zu Problemen führen, die ich nicht haben will.

Ich denke, das ist eine ungewohnte und seltene Einstellung, die man nicht überall findet. Daher will ich es erklären.

Unsere Welt ist voll von Bildern. Gerade Frauen werden in unserer Welt zumeist auf das Optische reduziert, auf den sexuellen Effekt, den sie bei Männern hervorrufen. Diese Sache ist im Kern keine Liebe, sondern sexuelle Begierde. Wenn ich jetzt Bilder von mir anbieten würde und es gäbe Männer, die es gerne ansehen, hätte ich ein Problem. Früher habe ich das mal gemacht und entsprechende Erfahrungen damit gesammelt: Männer denken dann immer, ich wäre zu haben. Sie schreiben mir, flirten mit mir, machen mir Komplimente. Das Sehen einer hübschen Frau ist mit ihnen un-zertrennbar mit der Aufforderung verbunden, diese Frau zu begehren und irgendwie „besitzen“ zu wollen. Es ist ein sexueller Instinkt. Schade finde ich immer, dass Frauen überhaupt nicht beachtet werden, wenn sie „nicht aussehen“, also ihre Fotos verstecken und sich dadurch unsichtbar machen. Es ist so wie eine Nonne im Kloster, die ein langes Gewand trägt und alles Optische und Hübsche an ihr verhüllt. Sie tut es im Einklang mit ihrem Glauben, ähnlich wie die verhüllten Frauen in der muslimischen Welt. In unserer westlichen Welt ist es wohl eher selten, dass sich Frauen nicht zeigen wollen (oder dürfen).

Letztens habe ich die Reportage zur letzten Loveparade gesehen, da wurde es wieder deutlich, was „Frau“ für viele Menschen bei uns bedeutet und zwar nicht nur für die Männer, sondern für ihr Selbstbild: Möglichst knapp bekleidet, auf das Schöne und die Fortpflanzungsorgane reduziert, so als ob sie keinen Kopf hätten, den sie benutzen könnten, sondern nur ihren Körper.

In Folge verbringen viele Mädchen einen Großteil ihrer Zeit damit, sich mit ihrer Schönheit auseinanderzusetzen und manchmal auch damit, krank zu werden, wenn die Komplimente ausbleiben oder sie zu dick / zu dünn sind. Meiner Meinung nach ist nicht die Modeindustrie schuld, sondern unsere rückständige Einstellung gegenüber dem Wesen und den Wert der Frauen.

Wenn es keinen Mann gibt, der meine Texte liest und mich als Person wertschätzen kann, hat mich keiner verdient. Ganz einfach. In meinen Texten steht alles, in meinem Aussehen steht nichts. Ich bin das, was ich schreibe und denke. Wenn es niemanden gibt, der sich dafür interessiert, gibt es niemanden, der mir in diesem Moment wahres Mitgefühl und Liebe aufbringen kann. So einfach ist das.

Wenn man sich als Frau auf den Wert reduzieren will, also auf die Taten und guten Einsichten, die man hat, kann man in eine Grauzone der Leerheit rutschen, in eine Welt, in der niemand ist, vor allem kein Mann. Ich denke, das ist ein großes Problem und nicht sehr einfach zu lösen. (Wie heißt es so schön in der Statistik, je höher der Bildungsgrad einer Frau ist, desto schwieriger wird es für sie, einen Partner zu finden und desto weniger Kinder wird sie auf die Welt bringen wollen.)
Es mag Frauen geben, die angesichts dieser Erkenntnis lesbisch werden, weil es nur Frauen gibt, die sie als das wahrnehmen, was sie sind. Männer sind auf Grund ihrer Natur oft einseitig veranlagt und „können ja nichts dafür“, dass sie so ticken, wie sie es tun. Unsere Männer in Deutschland sind da schon viel weiter. Es gibt Männer, die sind noch viel rückständiger, benehmen sich wie Tiere, wollen den uneingeschränkten Herrschaftsanspruch, behandeln ihre Frauen wie Leibeigene. Dagegen muss man was tun.

Indem die Frauen sich weigern, öffentlich nackt und hübsch zu zeigen, demonstrieren sie ihre eigene seelische Stärke und Unabhängigkeit. Manchmal aber auch ihre Verletzlichkeit und Schüchternheit.

Wenn eine Frau wirklich selbstbewusst ist, kann sie vielleicht damit besser umgehen?
Ich z.B. kann damit nicht umgehen, ständig begafft zu werden und im Mittelpunkt zu stehen. Es ist eine Sache, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Es sei denn, ich bin in der richtigen Stimmung, aber das ist sehr, sehr selten. Schade eigentlich.

Aussehen ist für Frauen eine bestimmte Macht, die sie nutzen können, wenn sie damit umgehen können. Für mich ist es meistens eine Sache, die ich kritisch betrachte und die mir im Weg steht.

Bin ich dumm, wenn ich so denke?

Vielleicht sollte ich mal in eine andere Rolle schlüpfen und das Gegenteil von dem machen, was ich sonst tue. Mal ganz bewusst das Optische, Selbstbewusste und Extrovertierte heraushängen lassen. Meinen Kopfinhalt auf ein Vakuum reduzieren. Die Haare blond färben. Die neusten Sachen tragen und jeden Morgen nach Ananas, Lippenstift und Vanille duften.

Manchmal mache ich das gerne, auch wenn es Zeit braucht, dahin zu gelangen.

Über das Aussehen, vor allem die Mimik und Gestik wird ja z.B. auch kommuniziert, es ist möglich, bestimmte Inhalte zu vermitteln, direkter, internationaler und intuitiver, als das jeder Text kann.

Ich denke, heute komme ich zu keinem Schluss. Mein Kopf fühlt sich so leer an. Oh Gott, geht es schon los???? :shock: