Schwieriger Start in das neue Jahr

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Dieses Jahr komme ich nicht gut rein. „Guten Rutsch!“ wünscht man sich im Allgemeinen so. Ich bin nicht gut reingerutscht.
Irgendwo klemmt es, fragt mich nicht, wo. Die Energie fehlt, ich hab im Moment keine „Tatkraft“, was für mich eher ungewöhnlich ist.

Vielleicht, weil das letzte Jahr so überdimensional anders, anstrengend und aufregend war?
Die Statistiken von Google (Zeitachse, Bewegungsprofil) sind mir gerade ins Haus geflattert.

Da steht, das ich im Schnitt 1 km pro Tag gegangen bin und ca. 50 km pro Tag mit dem Auto oder der Bahn zurückgelegt habe. Das macht eine Gesamtstrecke von über 18.000 km! Ganz stolz sagt mir Google, dass das fast eine halbe Erdumrundung war.

(Aufs klimaschädliche Fliegen hab ich übrigens komplett verzichtet. )

50 km pro Tag! Ächz. Jetzt weiß ich, warum ich mich so platt fühle. Und was das alles gekostet haben muss! Der Transport, die Übernachtung, das ständige Essen gehen. 2019 war für mich sowas wie ein „Sabbatical“. Ich wollte nochmal alles sehen, alles ausprobieren und mich von völlig neuen Seiten kennenlernen. Und jetzt: Kommt der Absturz?

Ich sitze hier schon seit einer gefühlten Ewigkeit an einer Arbeit und komme einfach nicht weiter. Schaue stattdessen aus dem Fenster, träume mich in weite Welten, lasse mich am Computer ablenken. Mache alles, nur nicht meine Arbeit, die „mich voranbringen“ soll.
In der Ecke liegt die teure Kamera, auf die ich zur Zeit überhaupt keine Lust mehr habe. Dafür zocke ich mir die Nächte um die Ohren im neusten Strategiespiel. Das ist jetzt mein Leben. Fühlt sich an wie Hartz IV. Der größte Genuss ist das Abendessen, über das man den ganzen Tag nachdenkt. Wie ein Schwein im Stall. Oink oink! Mampf Mampf.

Aber nichts bringt mich weiter. Stattdessen surfe ich auf den Profilen von anderen tollen, erfolgreichen Menschen und überlege, wie sie es so weit bringen konnten. Wie gut sie aussehen! Was sie alles erreicht haben! Wie toll ihr Leben, ihre Fotos sind.

Dann muss ich gähnen. Meine Diät musste ich vorzeitig abbrechen, stattdessen hab ich mir eine Erkältung eingefangen.

Ich freu mich aufs Bettt. Einfach nichts tun. Einfach ausschlafen.

Nichts wollen. Nichts erstreben. Fühlt sich gut an!

3 Gedanken zu „Schwieriger Start in das neue Jahr“

  1. Mach mal Päuschen. Wenn Du gerade diese bescheuerte Infektion hast, die momentan umgeht, sowieso. Du hast ohnehin ein anstrengendes Jahr hinter Dir, da darfst Du Dir ruhig Gutes tun und einfach die Dinge sein lassen, wie sie sind.
    Mir selbst geht es so, dass ich immer wieder „faul“ bin, also nichts tue, weil mich so eine Dankbarkeit für all das Gute, das ich habe, überkommmt. Ich bin so froh, die Familienkalamitäten hinter mich gebracht zu haben und denke, das Gute ist nicht selbstverständlich.

    1. ja das klingt gut. Einfach mal Päuschen machen. Ich finde das wichtig. Sich bewusst zu machen, dass man verletztlich ist und keine Superwoman. Find ich gut, dass die Sache mit Deiner Familie geklärt ist.

      1. Ja, sehr gute Einstellung, sich Verletzlichkeit einzugestehen und nicht Mrs oder Mr Unkaputtbar zu sein.
        Ach, ich glaube, mit meiner Familie ist nichts geklärt (also, ich weiss nichts), aber ich höre seit ein paar Jahren keinen Pieps mehr, was mir nur recht sein kann. Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Und mein Bruder ist ohnehin ein friedliebender Mensch, der mir auch nie böse wollte. Das waren andere, v.a. Leute, die gar nicht mit mir blutsverwandt sind und in meinen Angelegenheiten auch nichts verloren haben.

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