Die moderne Netz-Beichte

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Ich surfe in der letzten Zeit mehr als sonst in anderen Blogs und was mich immer wieder überzeugt und motiviert, sind besonders die persönlichen Geschichten aus dem Leben. Diese sind oft so ehrlich und mutig geschrieben, dass ich mich oftmals dafür schäme, es selbst je in Frage gestellt zu haben, ob man nun Privates schreiben soll oder nicht. (Diese Webseite besteht in wechselhafter Ausgestaltung seit ca. 8 Jahren und langjährige Besucher dürften sich noch erinnern, dass es oft ein Thema war).
Nun habe ich weitere Pro-Argumente gesammelt. Wenn nicht im Netz, wo sonst? Ein Blog ist wirklich die perfekte Grundlage, für private und intime Gedanken, über die man sich unsicher ist und Rückmeldung haben möchte. Impressums-Pflicht hin oder her, mit den meisten Menschen wird man doch eh nie was im realen Leben zu tun haben und so entsteht über den Blogs eine schöne, heimelige Sphäre des Geborgenseins und des Zuhörens, perfekt für das eigene Mitgefühl und Problemlösungen. Das ist zumindest ein Punkt, den ich an Blogs sehr mag.
Wenn man sich fragt, warum sich niemand um einen kümmert, dann liegt es wohl auch oft daran, dass man nicht wirklich imstande und willens ist, Privates preis zu geben, weil man in dieser Hülle der Oberflächlichkeit gefangen bleibt und sich dafür schämt, etwas zu sagen, was man wirklich denkt. Okay, der Schutz von Dritten ist noch so ein Thema, da schrecke ich meistens zurück. Ich habe es schon erlebt, dass ich was geschrieben habe, was dann andere verletzt hat, die sich angesprochen fühlten. Wenn man mit einem bestimmten Menschen Probleme hat und sich sicher ist, dass dieser Mensch ständig bei einem liest, sollte man es wirklich vermeiden, da negative oder andere bewertende und verurteilende Sachen zu schreiben. Die einfache Schilderung einer Sache reicht oft schon oder auch der Versuch zu sagen, was einen belastet und drückt.

Belastet hat mich persönlich heute nichts über Gebühr, ich will dennoch einen Versuch wagen und meinen Tag schildern:

Ich habe zu lange geschlafen und mal wieder meinen Wecker nicht gestellt. Dadurch fing der Tag schlecht an. Ich hatte – auch wegen der Wärme- den ganzen Tag Kopfschmerzen und mir war schwindlig. Dennoch hab ich irgendwie versucht, was zu machen. Zusammen mit meinem Schatz haben wir uns an den einen Raum gemacht, wo die Erdung neben der Hauptwasserleitung liegt. Diese Erdung, ein langes. ca. 6 cm breites Stahlband, ist teils verrostet und vor allem verbogen. Mit viel Aufwand und einigem Denkaufwand haben wir dann endlich eine Methode gefunden, die Biegungen herauszubringen und zwar ohne(!) das Ding durchzuflexen. Der Clou bei der Sache war einfach, die Erde unterhalb abzugraben, teils zu meißeln, weil es gehärteter Lehm und Sand ist. In den entstandenen, neuen Graben kann man die etwas biegsame Wasserleitung reinlegen und das Erdungsband darüber legen. Mit Kabelbinder um die Stränge und schweren Steinen beschwert, haben wir das Problem dann gelöst. Später kommt dann Estrich darüber und zum Schluss der fertige Boden. Bis dahin müssen die Wände und vor allem die Decke aber auch noch gemacht werden.

Der offene Boden roch nach Lehm, wie in einer Werkstatt. Selbst in einem Stockwerk oben drüber, wo ich vergessen hatte, die Tür vom Flur zu schließen, roch es abends noch danach.
Die Nachbarin klingelte beim Abendessen, gab ein angenommenes Paket ab, und beschwerte sich etwas darüber, dass unsere Klingel schon wieder nicht ging. Das müssen wir dann morgen machen. Wir haben einen speziellen Feuchtraum-Wippschalter gekauft, der das leidige Problem Wasserschaden an der Klingel endlich beheben sollte.

Nebenbei habe ich die Blumen gegossen und festgestellt, dass es kein richtiger „Blauer Enzian“ ist, sondern spezieller Herbst-Enzian, auch blau, den man als winterharte Staude ziehen kann. Den werde ich also demnächst aussetzen. Die japanische Zierweide hat ihren vorläufigen Platz im Topf an dekorativer Stelle zum Hausaufgang gefunden, wo sie uns beiden gut gefällt und einen Akzent setzt. Dem Oregano habe ich die ersten Blätter abgeschnippelt (ohne Narkose) und ihn als schmackhaftes Beiwerk zur Salami-Pizza verwendet.

Im Fernsehen gab´ s die interessante Sendung „Hagen hilft“ und Thema war, wie der findige Unternehmensberater mit den richtigen Ratschlägen und Analyse einer jungen Friseuse auf die Sprünge mit ihrem Geschäft half. Sehr sehenswert.

Danach wollte ich noch was am PC spielen, aber irgendwie war ich zu müde und hab stattdessen lieber gesurft (und was gebloggt). Zum Thema „Blog und Geld verdienen“ gibt es einen wirklich sehr lesenswerten Artikel und das Blog dahinter ist auch einen Besuch wert: Blogs und ihre Einnahmen

Also, ich finde es erstaunlich, dass es anscheinend doch möglich ist, mit ausreichend Besuchern und entsprechender Schaltung von Werbung wie Google AdSense, Geld zu verdienen. Diese SEO- Blogs und andere, die sich vor allem mit Finanziellen und Marketing beschäftigen, finde ich sehr interessant. Wenn ich die lese, merke ich immer wieder, wie wenig ich noch darüber weiß und dass es eine Wissenschaft für sich ist.

Dennoch denke ich, dass es ein guter Aufwand ist, so was professionell aufzuziehen. Und die Grundlage muss auch stimmen. Wenn man ein privates Blog hat und über Gott und die Welt bloggt (so wie ich) wird man wohl nie an Geld kommen. Es bleibt einfach ein Hobby. Wenn, dann müsste das Konzept völlig neu aufgesetzt werden. Oder sehe ich das falsch? Gibt es auch private Blogs, die mit ihren Postings und Inhalten Geld verdienen?

Wo ist da die Grenze? Wie ist es mit der Ethik? Hat der private Blog- Autor das „Recht“ auch Geld und Anerkennung für seine gesellschaftliche, kulturelle Arbeit zu bekommen? Und wenn ja, wie bekommt er die?

Fragen über Fragen und Stoff für nächste Postings… bis dahin, macht es gut!

Egoismus

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Der moderne Egoismus ist seltsam, kaum zu verstehen oder gar mit Worten zu belegen. Egoisten erkennt man daran, dass sie immer nur sich im Sinn haben und nur an sich denken. Sie jammern: über ihr Leben. Sie denken nach: Über ihr Geld. Sie kümmern sich: Um niemanden.

Egoisten machen andere Menschen krank, weil sie ständig positive Energie anziehen und vernichten. Sie saugen und saugen und sind niemals satt. Wer mit einem Egoisten zu tun hat, wird dadurch traurig und krank. Die Bedürfnisse werden nicht gespiegelt, der Egoist (auch ein Narzisst) sieht immer nur sich selbst und kann keine Empathie für andere aufbringen.

Egoisten entstehen meiner Meinung nach dadurch, dass wir sie nach Beruf und Lebenssituation zu wenig sozialverträgliche Strukturen entwickeln und anwenden. Der moderne Alltag ist un-pädagogisch und jeder lebt und redet so, wie er mag und es ihm gerade in den Sinn kommt. Gerade aber die unbewusste und nicht durchdachte Kommunikation fördert diesen egoistischen Sprach- und Denkstil, der so krankheitsfördernd und entzweiend für die Menschen ist.

Wir sind nicht gezwungen, gut zu kommunizieren, meistens geht es so. Der harte, zielstrebige Egoist, der sich stets zu seinem Vorteil durchsetzt und andere unterdrückt, kommt unter Umständen sogar schneller ans Ziel, als der stets zurückhaltende, passive und rücksichtsvolle Mensch.

Eine Leitstruktur, wie eine für alle verbindliche und angewendete Religion gibt es schon lange nicht mehr. Moderne Werte wie Unabhängigkeit und Autonomie haben Hochkonjunktur. Entweder man macht mit oder man richtet sich in einer Nische ein und wird nicht beachtet.

Das Ungleichgewicht zwischen Männer und Frauen besteht noch immer. Egoismus wird bei Männern viel eher belohnt, bei Frauen eher abgewertet. Frauen dürfen auf keinen Fall offen egoistisch oder durchsetzungsbetont agieren, schnell gelten sie als unweiblich und nicht ihrer weiblichen Rolle entsprechend. Die typische weibliche Rolle, sanft und einfühlsam zu sein und sich den Wünschen ihres Mannes „eben anzupassen“ ist die immer noch gültige Allgemeinregel, die man sehr oft findet.

Für Frauen ist es also umso schwieriger, egoistische Werte in ihr Leben zu integrieren und wird immer dann problematisch, wenn sie es gut gebrauchen könnten. Wenn Egoismus eher eine männliche Domäne ist, so ist es die schwierige Aufgabe der Frau, sich gegen den männlichen Egoismus und seine grundsätzliche Aggression anzukämpfen, ohne ihre eigenen Ideale aufzugeben und ganz ins gesellschaftliche Abseits zu geraten.

Der kalte, berechende Egoismus des Mannes wird nur durch wenige Faktoren bestimmt und scheint somit grenzenlos. Durch die gesellschaftliche Anerkennung des hart arbeitenden Macht-Menschen gibt es für ihn keine sozialen Hindernisse. In der Familie und der Erziehung kann er sich noch immer zurückhalten, ohne komisch angesehen zu werden.
Wenn Frauen in dieser männlichen Art und Weise handeln und denken, werden sie schnell zu ungeliebten, stets mürrischen Zeitgenossinnen, denen man nichts recht machen kann und die ständig gereizt und misslaunisch reagieren. Bei jeder Kleinigkeit fahren sie aus der Haut, nie sind sie zufrieden. Der entfesselte Egoismus und die tiefe seelische Unzufriedenheit kann bei Frauen emotional schlimmere Folgen haben, als bei Männern.

Zum Thema „Geben und Nehmen“ habe ich eine einfache PDF als Grafik erstellt, die man sich Download \"Geben und Nehmen\" PDF hier herunterladen kann. Sie sollte eigentlich selbsterklärend sein.
Die Grafik illustriert im Wesentlichen, dass wir in einem Netzwerk aus Menschen eingebunden sind und jedem etwas geben können. Wir erhalten meistens nur etwas zurück, wenn wir auch geben und wir müssen uns auf jeden Menschen neu und anders einstellen.

Ein windiger Tag

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Enzian2d

Heute war ein wechselhafter, aber zumeist schöner Tag.

Der Wind ist den Leuten nur so um die Köpfe geflogen und eine allgemeine Unruhe hatte sich breit gemacht. Im Baumarkt flogen die Sachen im Außenbereich umher, dass es eine Freude war. Ich habe eine japanische Zierweide kurzerhand davor gerettet, ihren Lebensabend auf dem Beton liegend zu verbringen und von niemandem beachtet zu werden.

Auch andere Pflanzen hatten es mir angetan, so bin ich jetzt um einen Oregano-Topf, zwei blaue Enzian-Stauden, eine Salbei-Pflanze und ein Löwenmäulchen reicher. Letzteres habe ich neulich im Garten als Wildwuchs entdeckt und bin sehr froh, dass ich ein Auge dafür hatte und es nicht rausgerissen habe, denn neu kostet es 6 € pro Stück (gut gepflegt und ca. 35 cm groß). Die Pflanze kenne ich noch aus meiner Kindheit und ich erinnere mich noch in lebhafter Weise daran, wie wir damals im Garten spielend auf die Blüten gedrückt haben und uns daran erfreuten, wie sie sich dann öffneten und schlossen (daher auch der Name).

Überhaupt sind Pflanzen und Gärtnern ein richtiges Hobby von mir geworden, was ich nie gedacht hätte. Noch vor ein paar Jahren fand ich das elend langweilig und habe einmal die Blumen von meinen Eltern sogar derartig vertrocknen lassen, dass sie richtig sauer auf mich waren. Ich glaube, das war damals der Auslöser, es irgendwie besser und anders zu machen.

Aber ich habe auch wirkliches Interesse daran und merke, wie schön es ist, mit etwas Lebendigem umgeben zu sein, dass man jeden Tag pflegen und beachten muss. Ein Tier wäre natürlich auch schön, das habe ich gedacht, als wir seit langem mal wieder im „Fressnapf“ waren. Tausende Gerüche strömten mir entgegen, aus jeder Ecke kam etwas anderes. An den Kauknochen für Hunde und vor allem an den Pansen und anderen Ekligkeiten bin ich lieber schnell vorbei gegangen. Schöner fand ich da das angenehm zart duftende Heu für die Kleintiere und Nager. Auch die kleinen Häuschen aus Holz sind sehr hübsch anzuschauen und für die Tochter von meinem Mann kauften wir direkt zwei davon, weil sie bald zu Besuch ist und dann ihre Haustiere mitbringt. Wirklich positiv aufgefallen ist mir die kostenlose Broschüre des Ladens, die sehr ausgiebig gehalten ist und allerlei Tipps und Ratschläge für die Tierhaltung bereitstellt. Auch ein wichtiger Artikel über Tierschutz war darin, es ging um die (kaum bekannte) Tatsache, dass alle männlichen Ferkel noch in jungen Jahren ohne Narkose (!) kastriert werden, um den Ebergeruch zu unterdrücken, der später das Fleisch verdirbt. Es gibt für den Verbraucher bestimmte Sorten, die man essen kann, bei denen auf eine anständige Narkose und ein Schmerzmittel hinterher geachtet wird.

Noch ein bisschen hier und da gucken und dann wieder ab in den Regen. Der Sommer macht anscheinend kurzfristig Urlaub und hat uns nicht Bescheid gesagt.

Der Verwandtschafts-Besuch ist auch wieder weg und hat zwei anstrengende Tage, aber auch reichhaltige Eindrücke und viele Aha-Erlebnisse in unseren Köpfen hinterlassen. Ich bin die ganze Zeit hin- und hergerannt und habe versucht, alle zu bewirten (es waren insgesamt sieben Leute), bis auf einmal mein Schwager in spe zu mir meinte, dass ich soviel rumhetzen würde und mich doch auch mal setzen sollte. Da wurde es mir plötzlich und schlagartig bewusst, wie unhöflich es eigentlich ist, wenn man die Gäste sitzen lässt und sich nur um Küche und Haushalt kümmert. Aber zerreißen kann ich mich auch nicht und eine dreckige Küche und Tellerstapel kann ich nun mal nicht leiden.

Der Besuch hat uns geholfen, unsere Garage mit Schweißbahnen zu decken, was eine Mordsarbeit ist und sehr lange gedauert hat, obwohl so viele Helfer dabei waren. Wir waren sehr glücklich, ausgerechnet den wärmsten, aber auch trockensten Tag erwischt zu haben, denn schon am Sonntag darauf regnete es wie aus Strömen und wie das Wetter jetzt ist… na ja, es war auf jeden Fall gutes Timing! In der Zwischenzeit, neben der Kocherei war ich noch im Garten und habe das Unkraut gesenst und mir dabei die kleine Miraculix -Sense mit voller Wucht ins Schienbein gerammt. Am nächsten Tag konnte ich nur noch humpeln und fühlte mich wie ein Wrack. Ich weiß nicht, wie oft ich mich in den letzten Tagen schon gestoßen oder verletzt habe und zähle es nicht mehr. Der Körper ist der Einsatz für das praktische Leben.

Zwischendurch haben wir viel gequatscht und es war richtig schön. Als am nächsten Tag alle weg waren, war ich irgendwie traurig. Was für ein Gegensatz!

Eine Insel- Teil 2

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SI3

Erster Teil

Als sie endlich angekommen war, wurde es schon dunkel. Der schöne Sonnenuntergang hatte sich in ein dunkles, intensives Blutrot verändert und in der Ferne sah man ein kleines Segelschiff als Silhouette auf dem Horizont… Sie war etwas aufgeregt und als sie sich an den kleinen Tisch mit Blick aufs Meer gesetzt hatte, merkte sie, wie ihr Herz heftig am Hals pochte. Durch sie Aufregung war sie sehr schnell gelaufen, schneller als normal. Ein wenig Angst hatte sie, dass sie vielleicht zu spät sei und er jetzt endlos warten müsste. Doch er war zum Glück noch nicht da. Sie hatte ein wenig Zeit, über die Runde der anwesenden Gäste zu schauen, einen kleinen beobachtenden Blick aus dem Augenwinkel zu starten. Viel war noch nicht los. Das Lokal war für die guten Live-Musik bekannt und da heute Freitag war, ging das Ganze erst spät los. Sie bestellte sich einen Tequila und ein Glas Mineralwasser mit Zitrone.

Eigentlich hatte sie auch Hunger, aber durch die Aufregung würde sie garantiert keinen Bissen herunterbekommen. Mit zittrigen Fingern kramte sie in ihrer kleinen Handtasche und holte einen schwarzen, glänzenden Spiegel hervor. Mit fachmännischem Blick musterte sie schnell ihre Gesichtskonturen und die Textur des Makeups. Keine Ränder am Hals und auch der Mascara und der Eyeliner hielten noch. Beruhigt klappte sie ihn wieder zu und atmete tief durch.

Beinahe wäre ihr langweilig geworden, da setzte schwere, E-gitarrenbasierte Musik aus den Lautsprechern ein. Sie war etwas laut eingestellt, aber die junge Frau mochte es. Augenblicklich kippten ihre Gefühle um. Sie merkte, wie der Alkohol wirkte und sich ihr Denken veränderte. Der Rhythmus des Schlagzeugs belebte das Denken und Fühlen.

Die Farben an den Wänden erschienen ihr plötzlich intensiver und leuchtender. Ihrem Magen tat der Schnaps nicht gut, da sie keine Grundlage gelegt hatte. Mutig bestellte sie noch einen Zweiten. Sie wollte sich Mut antrinken.

Nach dem dritten und auch nach dem vierten Glas war er noch immer nicht gekommen.

Etwas besoffen blickte sie in das Glas und stellte sich vor, er würde aus dem Glas kriechen. Das eine Auge hielt sie sich zu, mit dem anderen stierte sie auf den Boden des kleinen Gefäßes.
Doch soviel wie sie blinzelte, er kam nicht heraus. Sie wurde langsam unruhig, ungeduldig und als er nach dem sechsten Glas immer noch nicht da war, bezahlte sie, stand auf und verließ genervt den Raum.

Arbeit, Lebensbedingungen und Kontemplation

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Arbeit
Ein wesentlicher Punkt, der mir in den letzten Tagen ständig durch den Kopf gegangen ist, war das Thema „Arbeit“. Ich glaube, es gibt nichts Wichtigeres, wie wir heutzutage Menschen einstufen und einordnen. Die ganze soziale Rangordnung ist von vorne bis hinten auf das reduziert, was ein Mensch „verdient“. Der Mensch verdient nur das, was er verdient.

Habe ich vor ein paar Wochen alles noch lockerer sehen können und mit der Genauigkeit eines schreibenden und denkenden Geistes die Möglichkeiten durchleuchtet, treffen mich die Ausläufer der Realität kalt ins Gesicht und zeigen auf ein Neues die klaffenden Gräben.

Das ganze Gefasel vom sozialen und ethischen Wert löst sich erstmal auf, wenn man mit Menschen zusammen ist und die Themen Geld und Arbeit auf dem Tisch sind. Und die sind auffällig oft auf dem Tisch.

Nie wird man gefragt, was Glauben und Religion bedeutet, wie viel Nächstenliebe jemand „produziert“, die einzigen Kennzahlen sind das Geld und die Rangordnung- als autonome Lebensgrundlage für die moderne Gesellschaft. Wer Geld verdient, erwirtschaftet sich Freiheit und Autonomie. Somit hängt am schnöden Malochen ein ganzes Stückchen metaphysisches Wunschdenken.

Die Ironie an der Sache ist, dass man mit dem Geld vordergründig gewisse Ziele erreichen möchte: Autonomie, Freiheit, Luxus, Unabhängigkeit, Dolce Vita, Urlaub, hoher Lebensstandard, Sicherheit, Gesundheit.

Dennoch verstrickt man sich durch das viele Arbeiten in ein gewisses Zwangs- und Lebenskorsett und verliert gerade all das, weil man immer zu nur arbeitet. (im schlimmsten Fall).

Die nicht-käuflichen „Dinge“ wie Freundschaft, Vertrauen, soziale Beziehungen, Verwandtschaftspflege, Zuhören können, familiär-fürsorgliche Werte, Mitgefühl und Altruismus haben mit der Geld-Welt überhaupt nichts zu tun. Insofern erscheinen sie überflüssig, nicht erstrebenswert, idealistisch, als Geschwätz und vielleicht sogar als Angeberei.

Ideale, wie sie es früher einmal gab, werden auf Grund einer überzogenen materiellen Lebenseinstellung unterdrückt und kommen nicht zum Zug: Ein kontemplativer Lebensstil beispielsweise oder eine religiöse und enthaltsame Lebensweise.

Lebensbedingungen
Mir erscheint das überzogene Gelddenken wie eine schwarze Seuche, die sich großflächig über die ganze Gesellschaft gezogen hat und in jeden noch so kleinen Denk- und Entscheidungswinkel vorgedrungen ist. Und was mich noch vielmehr wundert, ist die Tatsache, dass es kaum jemand erkennt und sich alle wie brave Schäflein verhalten und dem großen Zug aufs Geld mitmachen.

Die industrielle Revolution mit all ihren Vorzügen für den modernen Mensch bringt lebensfeindliche Strukturen und Arbeitsbedingungen mit sich. Wir produzieren Waren, die wir nicht brauchen, verschwenden Energie, die wir lieber sparen sollten, um Dinge herzustellen, die sich nur eine Minderheit leisten kann. Die Waren sind wie die goldenen Früchte ganz oben auf dem Tablett und irgendeine imaginäre Hand zieht im Hintergrund leise die Fäden, so dass das Ganze immer ein Stückchen höher ist, als wir greifen können. Und so beginnt der endlose Strudel, um in einer breit gefächerten Einsamkeit und Monotonie zu enden.

Wenn jemandem am 15. das Geld zum Essen fehlt, dann ist irgendwas schief gegangen. Es liegt nicht an dem, was man von einem Amt überwiesen bekommt. Derjenige braucht auch Hilfe und muss lernen, wie man mit Geld richtig umgeht. In der Schule lernt man es meistens nicht. Für Arme und bildungsferne Schichten gelten meistens völlig andere Gesetze. Man kann hier nicht mehr der Überheblichkeit eines Hochschulprofessors und dem entsprechenden, unverständlichen Vokabeln und Gesetzmäßigkeiten hantieren, wenn es um Lebensrealitäten geht. Solche Arbeiten können soziale Berufe, wie Sozialpädagogen oder finanzielle Berater gut erledigen. Also müsste es hier ein Anrecht oder eine Förderungsmöglichkeit für theoretische Hilfe geben. Wichtig ist immer, den Stein ins Rollen zu bringen, so dass die Menschen lernen, sich selbst zu helfen. Man muss das richtige Denken beibringen, das ist das Schwierigste, aber auch das Nachhaltigste.

Kontemplation
Die einzige Möglichkeit, sich wirklich innerlich freier zu machen, ist das Denken und das Lernen an sich. Man muss schrittweise die begrenzenden Forderungen von außen erkennen und das Lebensfeindliche als das erkennen, was es ist. Ich bin nicht gegen Geld oder Wohlstand, nein ganz und gar nicht. Aber ich bin sehr dafür, die Begleitumstände zu erkennen, die unsere moderne Gesellschaft hervorbringt und den Menschen in seinem ganzen Wesen krank macht.

Der Mensch ist nicht als Maschine geboren und er wird nicht als eine sterben können. Der Mensch bleibt immer ein Mensch, verletzlich, schwach, auf Liebe und Hilfe angewiesen, zart und naiv.

Wir sollten ihn nicht den Haien zum Fraß vorwerfen.

Für die Politik bedeutet das viel, viel mehr als sie im Moment zu leisten bereit ist: Wir brauchen humanere Arbeitsbedingungen, Förderung der Arbeitskräfte durch breit angelegte Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, wir brauchen eine hohe, bedingungslose Grundsicherung für alle und müssen die sozialen Sackgassen und Ausgrenzungsprobleme durch Hartz 4 und ähnliches endlich abschaffen.

Die Menschen selbst müssen vor allem wieder den Wert erkennen, was die Hilfe untereinander bedeutet und dass der Egoismus und das Sich- Vergraben kein sinnvoller Ausweg für eine glückliche Zukunft ist.

Und wenn jemand wirklich entschlossen ist zu helfen und was „Sinnvolles“ zu tun, dann sollte er nicht nach den Sternen greifen, sondern genau da anfangen, wo er gerade ist.

Jeder kleine Schritt ist besser als gar keiner.

Space Shuttle

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Ich hatte ja versprochen, mal die Pferde zu satteln und einen kleinen Rundgang durch die unendlichen Weiten des Blogosphären-Universums zu starten. Auf meinem ersten Ausflug, der ca. 250 Quadratmillionenlichtkilomteter umfasste und auf Grund der hohen Nano-Kristallsprit-Preise fast nicht zu bezahlen ist, habe ich erstmal vier nette Informations-Elektronen-Speicher im virtuellen Gepäck, bei denen es sich lohnt, vorbeizuschauen:

Da wäre zuerst mal das anscheinend etwas links gerichtete Gesellschafts-Bashing Blog mit dem zarten Namen „Reizzentrum“. Allerlei kurzweilige und interessante Artikel warten darauf, vom allseits am Monitor klebenden, sensations-hungrigen Medienjunkies (wie z.B. mir) gelesen zu werden.

Wer es etwas ruhiger mag und in die Gefühlswelt eines männlichen Großstätdters blicken möchte, dem kann ich das Blog Metropolis- Leben in einer Großstadt ans verliebte und geld verdienende Herz legen.

Ganz andere Ziele verfolgt die Seite Lebensfreude-Blog, auf der man allerlei interessante und philosophische Ratschläge erhält, das eigene Leben anders, besser und neu zu leben. Solche Seiten sind sehr wichtig, gehören zu einer ganz eigenen Sorte von Blogs, die es noch mehr geben müsste.

Abgerundet wird meine Weltraum-Spazierfahrt durch das Blog Medioman.de, eine bunte und eifrig geschriebene Mixtur aus verschiedenen Themen des Alltag-Lebens. Sehr schön finde ich hier die Idee, das Blog mit zwei Autoren zu betreiben, eine Idee, die man sehr selten im Web umgesetzt sieht- obwohl es ja eigentlich „so einfach“ sein sollte.

Also, Raumschiff gestartet, Adresse eingetippt und losgesurft!

Eine Insel- Teil 1

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„Klack“ die Tür ihres brandneuen, silbernen Cabrios schloss sich mit einem satten, schmatzenden Geräusch. Mit ihren zarten Fingern umschloss sie das lederne Lenkrad und atmete kurz durch. Dann drehte sie den Schlüssel. Der bullige V8 Motor sprang sofort an und versetzte ihrem Gehirn ein Glückshormonstoß. Sie schnallte sich an, schaute noch kurz in den Rückspiegel und drückte aufs Gas. Ihr Kollege kam gerade die Treppe herunter. Sie winkte ihm noch kurz zu, lächelte ein wenig und freute sich über seinen erstaunten Blick.

Die junge Frau trug ein enges, mit roten Blumen übersätes Sommerkleid. An den Füßen funkelten hübsche mit Strass verzierte Sandalen, die bestimmt einen fünf Zentimeter hohen Absatz hatten. Noch mehr wäre beim Fahren unbequem geworden. Sie genoss jetzt den warmen Wind, wie er ihr um die offenen, rötlich gefärbten Haare wehte. Sie fuhr nicht schnell, genoss die Promenade und die klar geputzten Auslagen der Schaufenster, an denen sie vorbei fuhr. Bei jedem parkenden Auto, bei jedem Baum machte es „raschh, rassch“ und der eintönige Sound dieses Rauschens beruhigte ihren Puls. So konnte sie den Streß vergessen, mit dem sie sich heute geplagt hatte und der letzte Anpfiff ihres Chefs zog schnell in die Vergessenheit. „Im Grunde ist er ein warmes Würstchen“ dachte sie sich verärgert. „Was ihn wohl bewegt, so zu sein, wie er ist? Hoffentlich werde ich nicht mal so wie er.“ Und je mehr sie darüber nachdachte und beinahe nebenbei fuhr und kaum auf die Schilder und Ampeln achte, löste sich der ganze Stress aus dem Büro in Luft und bewegte Energie um.

Das Wetter war gut und die Palmen wogen sich im Takt der aufziehenden Musik von den Strandbars. Sie überlegte, wo sie hin fahren sollte, hatte keinen bestimmten Plan. Ihre Arbeitswoche war zu Ende, das Wochenende lag vor ihr. Auf dem Beifahrersitz neben ihr lag das Handy. Sie wartete nur auf einen Anruf und hätte es sofort aufgeklappt, wenn er dran gewesen wäre.

Aber er meldete sich nicht. Sie seufzte und drückte ein bisschen aufs Gaspedal.
Auf der großen Ausfallstraße zum Flughafen überholte sie einen langsamer fahrenden Fahrer. Mit Genuss zog sie an ihm vorbei und beobachte mit kleinen, angestrengten Augen im Rückspiegel, ob man eine Reaktion sehen konnte. Sie konnte sich einbilden, dass der Mann frustriert geschaut hatte. Das befriedigte sie irgendwie. Noch mehr Serotonin floss durch ihren hübschen Körper. Irgendwie war sie jetzt erregt.

Sie hätte noch Stunden so fahren können. Wie im Rausch überwand sie Hindernisse, kurvte um jede Kurve, meisterte jede Engstelle mit Bravur. Besonders Spaß machten ihr die Autobahnen, wo sie das brandneue Auto mal richtig ausfahren konnte. Auch bei hohen Geschwindigkeiten schnurrte der Wagen wie eine Katze und ließ sich perfekt lenken.

Mit ihren langen Fingernägeln tippte sie bei Tempo 210 km/h beiläufig etwas in ihr Navigationsgerät. Sie suchte sich ein Lokal und beschloss ihren neuen Freund einzuladen.

Es würde bestimmt gut werden. Sie gab Gas und sollte bei dem geringen Verkehr in einer halben Stunde dort sein. Die Sonne senkte sich über den Horizont und malte mit ihren letzten Strahlen die Insel in ein warmes orangefarbenes Sommermärchen… Für die lange Fahrt schaltete sie das Radio ein und stellte den Sender auf eine entspannte Mischung aus Latin-sounds und Chillout- Rhythmen. Die unregelmäßigen Gitarrenklänge und die feine Stimme der Sängerin standen im Kontrast zu der ansonsten harten Geschwindigkeit, mit der sie sich gerade durch ihr Leben bewegte.

Sie blinzelte in den Horizont und merkte, wie sie jetzt doch ein wenig müde wurde.

Zum zweiten Teil

Web 2.0 Interna

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Heute war mal wieder ein „am Blog basteln“- Vormittag. Nach dem letzten Relaunch auf die neue URL haben sich nun ein paar Dinge angestaut, die ich beheben musste. U.a. sind die Hits und Anfragen von den Suchmaschinen deutlich weniger geworden, was darauf hindeutet, dass der Umzug von der alten URL nicht ausreichend funktioniert hat. Auch die Abonnenten der alten URL wurden nicht übernommen (wie auch? Ein Umzug ist leider immer mit Ausfällen verbunden). Durch das Löschen der alten Texte finden das Blog nicht mehr so viele Leute wie früher und es ist nicht gelungen, die alten Leser z.B. durch ein Feed- Abonnent zu halten. Das ist eine große Schwierigkeit in der kurzlebigen Internetzeit, verbunden mit der Masse an Konkurrenz-Inhalten eine schwer zu lösende Aufgabe.

Ich möchte daher darauf hinweisen, dass jetzt vom J.A. Blog wieder der Feedburner- Link verwendet wird, um die RSS Beiträge zu lesen. Soviel ich weiß, müsste euer Reader automatisch die richtigen Inhalte bekommen, wenn nicht, hier lautet noch mal die neue URL für den Feed: http://feeds.feedburner.com/ja-blog-neu

Der Kommentarfeed bleibt der Alte: http://www.julia-adriana.de/comments/feed/

Eigentlich wollte ich Feedburner nicht mehr verwenden, aber es im Moment das einzige sinnvolle Werkzeug im Netz, mit dem man seinen Blog- Feed bearbeiten und optimieren kann, es führt langfristig kein Weg daran vorbei.

Wer jetzt nur Bahnhof versteht und nicht weiß, was RSS eigentlich ist, der kann sich mal den entsprechenden Artikel bei der Wikipedia nachlesen: RSS.

Für mich als Autorin ist der RSS- Feed eine Möglichkeit, meine eigene „Blog- Zeitung“ direkt an den Leser, bzw. an die Leserin zu bringen. Durch die Zahl der Abonnents sehe ich die Reichweite der regelmäßigen Leserschaft (Stammleser).

Ein guter Reader für die Feeds ist z.B. der Mozilla Thunderbird (man bekommt zu den Emails morgens auch die neusten Blog- Artikel auf den Tisch) oder der externe Reader RSSOwl .

Ebenso ans Herz legen kann ich euch die Gravatar– Seite , wo ihr zur Email-Adresse ein Bild verknüpfen könnt und somit beim Kommentieren ein „Gesicht“ bekommt. Ich mag das Ganze, weil es persönlicher wirkt, als wenn man nur die Email-Adresse und den Namen liest. Die neuen WordPress- Blogs haben diese Funktion automatisch eingebaut, das ist praktisch und bedeutet, dass es langfristig ein Standard im Netz werden wird.

Schlussendlich habe ich das Blog in ein paar Verzeichnisse eingetragen (siehe Menü rechts unten) und werde da in Zukunft auch ein wenig stöbern, um neue Linknachbarn zu finden und neue Inhalte zu lesen.

Der Technorati– Knopf verlinkt auf eine bekannte englische Seite, die sich -ähnlich wie Google mit Webseiten- auf die Indizierung und Speicherung von unzähligen Blogs spezialisiert hat. Die Inhalte sind meistens in Englisch, aber wiederum ist das eine der wenigen Seiten, mit dem so was möglich ist. U.a. wird auch ein Pagerank berechnet, der angibt, wie viel Leute von außen auf das eigene Blog verlinken. Diese Maßzahl ist wichtig für die eigene Autorität (authority).

Also, Schuhsenkel festschnüren, Ärmel hochkrempeln, Schaum vom Mund abwischen und immer schön weiterbloggen! 😉

bis denn.

UPDATE

Bei der Seite http://www.bloggerei.de gibt es auch ein Page-Rank und Bewertungssystem und das alles in Deutsch. Allerdings sieht es so aus, als ob die Einstufung vor allem durch die Leser kommt und nicht durch die Anzahl der Backlinks.

Das Nacht- Gedicht

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Es ist zu heiß, um jetzt zu schlafen
wer will uns da so heftig strafen.
Die warme Sonne in der Nacht?
lässt sie spüren ihre Macht?

Doch wie ich so nur grübeln kann-
Klebt die Hos´ am Beine an
ist der Sitz nicht ganz bequem
denk mir nur „es wird schon gehen“.

Dreh mich hin und dreh zurück
rutsche jedes Mal ein Stück
spüre die Schmerzen in dem Arm
dem Arm, dem ist schon lange warm.

Dreh mich weiter auf dem Sessel
Bin wie Wasser in ´nem Kessel
fange bald zu brodeln an
seh die Wand nur lachend an.

Kann mich kaum begreifen
die Augen auf den Wimpern schleifen
werd’ müd und rot und unbequem
ich denke, es ist Zeit zu gehen.

Würze der Kürze

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Falls sich ein einzelner Mensch genötigt sieht, die schöne Sommerszeit allein und sich unendlich langweilend am Pool zu verbringen oder auch die Abendstunden nicht zu Genüge verplant hat, für den habe ich nun einen vorzüglichen Lesetipp in der bewährten Empfehlungstüte!

Das Buch nennt sich „Das Buch der Katastrophen“ und ist von dem in unseren Gefilden nur wenig bekannten Autor Herrmann Harry Schmitz, ein armer, aber sehr lustiger Mann aus dem Rheinland, der schon jung gestorben ist.

Er ist eine vorzügliche, gar lustige Frohnatur und schafft es, auch in triefend-traurigen Stunden ein Lächeln auf das gefaltete Gesicht zu zaubern. Seine Sprache ist begeisternd, ausgefeilt und auch für die Jugend leicht zu verstehen!

Inhaltlich greift er viele Themen auf und immer hat er die Nase überall drin.

Ob das jetzt seltsame Begebenheiten in der feinen Gesellschaft – die ewig gleichen Rituale sind, die zum schlussendlichen Sterben der Sprache führen (was habe ich gelacht!) oder eine einfache, psychologisch-heitere Fabel über den Raben und den Fuchs, für jede Situation hat er eine Alltagsbeobachtung parat, die auf Anhieb zu begeistern versteht.

Durch die würzende Kürze der Texte wird es auch dem Neueinsteiger ermöglicht, seine Freud´ beim Lesemahl zu behalten und das Heft der Weisheit nicht zu früh beiseite zu legen.

Am Ende mag ich es gar als Geschenk für finstere Zeitgenossen empfehlen, den es sonst kaum möglich ist, die Welt locker und leicht zu sehen. Die Texte werden ihn sogleich verwandeln! Auch für den stolzen Hahn steht ein Text bereit, wie er sich z.B. mit dem Regenwurme müht und ihn am Ende doch verschont.

Er darf nur die Hoffnung nicht aufgeben. Die Natur ruft. Geht in die Freiheit, schnitzt euch einen Wanderstecken und schärft euren Verstand. Wider die Konventionen!

Kauft dieses Buch, lest und habt eine schöne Zeit!