Keine Chance auf Fairness

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Ich finde es sehr schade, aber auch bezeichnend für den Geist von GNTM und die Berichterstattung „drumherum“, dass Gisele nun rausgeflogen ist. Die Sendung von gestern liegt noch auf meinem Rekorder, da ich mit der vorherigen Sendung im Rückstand war, hat sich alles nach hinten verschoben. Aber über diverse Blogs habe ich Neuigkeiten über diese Sendung erhalten, die ich seit der 1. Folge durchgehend gesehen habe. (Sozusagen als kleines Blog-Schreib/ Interpretier- Experiment und weil es mich einfach sehr interessiert).

Es geht ja viel um eine vordergründige Schau-Seite der Gesellschaft, die vermittelt durch das Fernsehen und andere Medien stark an Gewicht erhält und die Köpfe und das Verhalten der Menschen prägt. Im Grunde geht es ständig um die Frage, wie Frauen Karriere machen können, welche Eigenschaften sie brauchen, wie sie lernen, sich zu verbessern und Selbstbewusstsein aufzubauen. Leider sieht man gerade in den letzten Ausgaben die Neigung der Veranstalter, das Konkurrenzdenken absichtlich zu fördern. Ein Beispiel dafür war folgender Vorgang:

Die Mädchen sollten zu einem Casting gehen (was berufsfördernd und positiv für den gesamten Wettbewerb ist), aber zwei von ihnen müssen verzichten und sie sollen es selbst regeln, wer verzichtet. Sie hatten so etwas schon einmal gemacht und dabei hatte sich herausgestellt, dass die Mädchen auf natürliche Art und Weise ihre soziale Intelligenz benutzen und die stärksten Mädchen verzichten lassen, damit die Schwachen „auch mal eine Chance haben“ und auf diesen Castings Erfahrung sammeln können.

Heidi, als Vorsprecherin für die Jury, hatte dieses Verhalten eindeutig kritisiert und den Mädchen gesagt, dass es um Sieg und Konkurrenz bei der Sendung geht, danach wieder das übliche Gebets-Sprüchlein: „Denn nur eine kann Germanys Next Topmodel werden!“

Doch so ganz in den Köpfen der jungen Frauen war dieses Leistungsprinzip noch nicht angekommen, denn bei dem zweiten „Spiel“ dieser Art machten es die Mädchen genauso.

Mit dem Ergebnis, dass Heidi kurzerhand das Casting für alle absetzte und damit ein überflüssiges und schädliches Zeichen der Strafe setzte. Das war der ethisch und moralisch gesehen größte Fehler, den ich bis jetzt in allen Teilen entdecken konnte. Ansonsten hat die Sendung sich eigentlich recht gut entwickelt und stellenweise, vor allem am Anfang, war es oft zu beobachten, wie die „Lehrer“ sich mit Geduld und Zuversicht ihren „Schülerinnen“ annahmen, erfahrene Menschen was von ihrem Wissen abgegeben und die Charakterentwicklung gefördert haben. Da das Ganze ja eine geschnittene Sendung ist, kann man leider nur schlecht beurteilen, was hinter den Kulissen stattfindet und die Beurteilung ist auf das zu reduzieren, was „gesehen werden soll“.

Auffällig bei dem eben beschriebenen Vorgang war auch, dass das Mädchen Gisele, die vormals als schwierig und wenig gruppenfähig galt, nun versuchte, ihre Punkte bei den anderen Mädchen zu verbessern und auf eine Teilnahme verzichtete, obwohl sie in der letzten Zeit keine Erfolge verzeichnen konnte.

Das zeigt, wie lernfähig sie ist und sie eigentlich auch „gut sein“ will. Gisele hat es vielleicht etwas schwieriger als die anderen Mädchen gehabt, in der einen Sendung erzählte sie über Ausgrenzungsprobleme auf Grund ihrer Herkunft und andere Probleme. Ich empfand sie durchgängig als glaubwürdig und auch fair eingestellt.

Leider ist sie wohl empfindlich und hat auch schnell geweint, wenn es mal Probleme gab. Es wirkte ein bisschen so, als ob sie das Weinen dazu benutzte, bei den anderen besser anzukommen oder Schutz und Anerkennung von der Jury zu erhalten. (die Jury steht hier stellvertretend für das Eltern-Ich bzw. die Eltern-Projektionsfläche der Mädchen).

Nun gut, jetzt ist sie wohl ausgeschiedenen.

Nicht fair ist aber das Verhalten von einigen Autoren, sie jetzt im Nachhinein noch zu kritisieren oder einen „Läster-Gruß“ hinterher zu schicken. Andere Sachen kamen dazu, angeblicher Drogenkonsum während der Sendung und sie soll in der Schule mit Haschisch gedealt haben, wehrt sich aber gegen die Vorwürfe.

Ein unschönes Ende für diese mutige Frau, die mehr Charakter hatte, als alle anderen Mädchen zusammen.

Identität und Selbstbewusstsein

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Wer genau nachforscht, wird feststellen, dass es kein festgelegtes Ich und somit auch nicht so etwas wie eine unabänderliche Identität geben kann. Im Buddhismus z.B. heißt es oft, dass gerade die Vorstellung dieses losgelösten, inhärenten Ich´s eine Vorstellung ist, die Leiden erzeugt. Warum?

Wenn wir uns selbst mit „ich“ bezeichnen, wollen wir unserem Ich Glück zuführen und empfinden uns von den anderen getrennt. Das „Wir-Gefühl“ tritt zugunsten des Egoismus zurück und verliert an Kraft. Eine Identität entsteht dadurch, dass wir uns mit anderen austauschen, mitteilen und miteinander teilen. Durch diesen gemeinsamen Prozess sind wir mit den anderen verbunden, werden ein Teil ihrer Welt und umgekehrt.

Wer mir etwas erzählt, dessen Erfahrungen teile ich. Seine Welt wird in meine integriert. Ich öffne mich und biete ihm oder ihr an, an meiner teilzunehmen. Dieser Vorgang öffnet meine Seele und macht mich frei von Angst oder Engstirnigkeit. Wenn wir unglücklich sind, ist es natürlich, dass wir traurig und zurückgezogen leben wollen, das ist so eine Art Schutz für die eigene Seele, eigentlich mehr ein Reflex.

Man kann nicht immer unabänderlich den anderen etwas geben und ständig anbieten, im eigenen Leben herumzuwühlen. Oft werden wir abgewertet oder jemand anders greift unsere Meinung an. Unsere Meinung erleben wir oft als etwas „eigenes“, als ein Objekt von Stolz und Besitzergreifen. Wenn uns jemand angreift und dann noch persönlich nimmt, z.B. indem er sagt „ach du bist so dumm, deine Meinung zeugt von deiner persönlichen Unfähigkeit/ etc.“ dann wird die Meinung mit uns selbst verknüpft. Wenn jemand also meine Meinung schlecht macht, kann es leicht passieren, dass ich mich persönlich angegriffen fühle und dann nicht mehr die Fähigkeit habe, zu überlegen, warum er das getan oder gesagt hat. Dann verliert man die Fähigkeit zur guten Kommunikation und vor allem sein Mitgefühl.

Ich finde, ein Großteil unserer menschlichen Probleme kommen daher, weil wir uns nicht richtig ausdrücken und mitteilen können, weil wir mit unseren Worten oft mehr Mauern als Brücken bauen. Wie oft denken wir darüber nach, was jemand gesagt hat, wie wir bewertet wurden, ob es gut oder schlecht war.

Oft sind wir so in dem Prozess des Bewertet-werden gefangen, dass wir keine eigene Meinung bilden und total von anderen Meinungen abhängig werden. Ich denke, für Frauen und sehr sozial eingestellte Menschen ist es tendenziell mehr ein Problem zu wissen oder darüber nachzudenken, was andere von ihnen denken. Je einfühlsamer ein Mensch ist, je mehr er Worte auf eine Waagschale legt, desto eher wird er auch zu verletzen sein, seine Antennen schlagen einfach mehr aus, als bei einem unempfindlichen Mensch.

Was kann man dagegen setzen, vor allem, wenn man sehr empfindlich ist?

Auf der einen Seite bildet sich unsere Identität im Austausch mit anderen, auf der anderen Seite brauchen wir die eigene Meinung und eigene Gedanken, um stark und un-angreifbar zu sein. Je mehr wir also versuchen zu verstehen, was andere denken, umso kompletter wird unsere Weltsicht, desto selbstsicherer werden wir. Durch unser Mitgefühl und der Anteilnahme an anderen Menschen können wir unsere Meinungen verfeinern und dazu lernen. Durch die Hinwendung zum Nächsten werden wir stark und frei.

Durch den Egoismus und das ständige um- sich- selbst- kreisen, werden wir engstirnig und verkrampft.

Der Egoismus als Schutz hilft uns aber in dem Fall, wenn es ums Abgrenzen gegenüber Meinungen geht, die wir nicht gut finden. Wir müssen also selbst überlegen und selbst überprüfen, ob und warum eine andere Meinung gut ist oder nicht. Wenn man z.B. in einem Freundeskreis eingebunden ist, wo alle etwas machen, was man nicht gut findet (bestimmte Einstellungen, bestimmte Handlungen), muss man tlw. sehr viel Kraft aufbringen, um sich aus solchen Kreisen zu lösen. Das kann dann vor allem der eigene Willen und tlw. auch der Egoismus.

Ich denke, das Konzept des Mitgefühls ist also grundsätzlich ein wichtiger Aspekt, wenn es um Selbstsicherheit geht, aber nicht der einzige!

Selbstsicherheit kann ich auch bekommen, wenn ich Erfahrungen mache, vielleicht sogar Fehler begehe und praktisch daraus lerne. Selbstbewusstsein bekommt man von einem Leben „außerhalb der vier Wände“, vom angefeindet- und zurückgedrängt werden.

Erst durch unsere Feinde werden wir stark, sie helfen uns dabei, die richtige Abwehr und die richtige Einstellung aufzubauen.

Es ist sicherlich kein einfacher Prozess und auch nichts, was mit einem gewissen Lebensalter abgeschlossen wird. Je nach den Umständen und auch den äußeren Belastungen sind wir mehr oder weniger selbstbewusst.

Übermäßiger Streß und Müdigkeit machen z.B. temporär dünnhäutig, wenn man das merkt, sollte man lieber Pausen machen, um sich zu erholen.

Wenn es allen in der Familie gut geht, wir genug Geld auf dem Konto haben, unser Beruf uns Freude macht, wir oft in den Urlaub fahren, strahlen wir mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit aus. Andere werden uns mehr mögen, als wenn wir immer nur die Probleme vor uns her schieben und niemand Verständnis mit uns hat.

Um gut zu leben, brauchen wir eine positive Grundeinstellung und müssen ständig an unserer Hoffnung und dem Lebensmut arbeiten. Diese Faktoren bedingen sich also gegenseitig: Ich bin gut drauf, arbeite stets an meiner Einstellung, andere finden mich dadurch attraktiver, im Job oder in der Beziehung wird es besser laufen, usw.

Oder ich befinde mich in einer Abwärtsspirale, die sehr gefährlich ist: Ich bin schlecht drauf, denke ständig pessimistisch und grau, andere sehen meine schlechte Stimmung, ziehen sich von mir zurück, ich werde einsamer, noch trauriger, habe noch weniger Erfolg. Verbohre mich vielleicht in eigenen Gedanken, will die anderen nicht mehr sehen, noch hören.

Das kann der Auslöser für eine Depression werden und sehr tragisch enden, wenn man nicht aufpasst.

An der positiven Lebenseinstellung und an seiner Identität muss man also jeden Tag arbeiten, aber ich denke: diese Arbeit lohnt sich immer!

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Gartenwetter

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Vormittags haben wir ein Rank-Spalier für die junge Efeupflanze an die Mauer angebracht. Da hat sie ein wenig Platz und Halt, kann wachsen wie sie will. Ich hoffe nur, dem Efeu macht es nichts aus, wenn er soviel Sonne abbekommt, denn irgendwo hab ich mal gelesen, dass er Schatten oder Halbschatten braucht. Zur Not nehme ich ihn da weg (sitzt in einem Topf) und ersetze ihn mit einer hübschen Trichterwinde. Die halten allerdings nur ein Jahr, dann muss man sie neu auspflanzen.

In so kleinen Torftöpfen hab ich allerlei Samen ausgesät und warte jetzt auf die ersten Triebe. Die Radieschen im Beet waren am schnellsten, man muss sie nur gut gießen, dann schlüpfen sie innerhalb von nur fünf Tagen! Der Rosmarin, die Kürbisse und die anderen Gewächse lassen sich noch nicht blicken. Auch der Mais mit der angeblich schnelleren C4-Photosynthese sitzt noch tief unten im Dunkeln und braucht wahrscheinlich länger zum sprießen. Hoffentlich hab ich die Körner nicht zu tief gedrückt!

Was machen die Pflanzen eigentlich, wenn man sie zu tief einpflanzt? Kommen sie dann einfach nicht raus, verlieren sie die Kraft zum Wachsen, weil der Weg nach oben zu weit ist?

In Biologie muss ich noch viel lernen, aber es macht mir unglaublich Spaß, vor allem wenn man Erfolge erzielt. Die Feige z.B. fühlt sich in der prallen Sonne pudelwohl, wenn man sie zusätzlich noch gießt, wächst sie sehr schnell.

Vergissmeinnicht hatte ich letztes Jahr gesät, am Anfang wirkten die Pflanzen zerbrechlich und schwach, aber inzwischen zeigt sich, dass sie an die einheimischen Witterungsverhältnisse gut angepasst sind und wachsen sehr stark. Sie vertreiben sogar das Unkraut und machen dem Basilikum Konkurrenz, der kaum hinterherkommt. Zur Not muss die Blumenmutti richtend eingreifen und für klare Grenzen sorgen. 😉

Der Lavendel wächst geruhsam auf der Südseite vor sich hin und stört sich nicht sehr an Trockenheit oder Sonne. Anders die Pfingstrosen, ein Geschenk von meinen Eltern, die hart gegen Ungeziefer und Unkräuter ankämpfen und eher verhätschelt werden müssen, damit sie kräftig bleiben. Hier sitzen allerlei Ameisen an den Knospen, was machen die da? Angeblich lutschen Ameisen ja an Läusen und ähnlichem Getier, aber viel zu sehen ist nicht. (muss mal in Zukunft mit Lupe in den Garten gehen).

Wenn es sich ergibt, mach ich mal Fotos und stell die hier rein.

Kreislauf und Ende der Wut

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Es gibt viele unterschiedliche geistige Konzepte, die man anwenden kann, wenn man merkt, dass man angegriffen wird und in Folge dessen wütend oder ungeduldig wird.

Das Unterbinden der Wut und der Aggression sollte das langfristige Ziel sein, weil die Wut zerstörerische und gefährliche Elemente enthält. Negative Gefühle können und sollen sich äußern, aber man sollte immer vermeiden, dass andere dadurch zu Schaden kommen oder man sein Gesicht durch Verlust der Selbstkontrolle verliert. Das Äußern der Wut ist mit gesundheitlichen und sozialen Nachteilen verbunden und gilt deswegen als „Tabuemotion“.

Auf der anderen Seite kann hinter der Wut auch ein wichtiger lebensbejahender Impuls stecken, denn die Wut hilft, uns von dem zu befreien, was uns bedrückt und wütend macht. Der Mensch benutzt „gesunde Aggression“ als Abwehrreaktion auf Schmerz und Unterdrückung. Diese Reaktion erhält ihn am Leben und ist genetisch tief einprogrammiert. Wer sich gegen wütende Menschen wendet, z.B. bei Kindern, und sie dann schlägt, lässt sie deswegen noch bockiger und schwerer erziehbarer machen. Sie spüren im Inneren, dass sie Recht hatten, sie waren wütend, wollten den Unterdrücker und Begrenzer ihrer Lebensfreude mit Wut abwehren.

Typisch ist es, dass man hinterher bereut, es einem leid tut, dass man erst wütend ist, und sich danach für schuldig bekennt.

Das ist auch okay, aber man muss sich immer fragen: Warum bin ich eigentlich wütend geworden? Wie soll ich mit dieser Emotion umgehen? Was sagt mir mein Konflikt?

Wenn man gründlich genug darüber nachdenkt, kann es einem helfen, die Ursachen zu erkennen. Dazu muss man aber erstmal den Kreislauf durchbrechen:

1.) Etwas erdulden und hinnehmen
2.) es nicht mehr aushalten
3.) Wütend werden, eskalieren // Feuerphase; keinerlei sinnvolle Interaktion möglich
4.) wieder abkühlen
5.) es bereuen, sich entschuldigen
6.) wieder „normal“ leben

In Punkt (1) sieht man, dass es vor allem das Erdulden von Missständen und die Unterdrückung von negativen Gefühlen ist, was die Wut wie in einem Gefäß anstaut und bei ungünstiger Gelegenheit zum Explodieren bringt. Im Leben müssen wir also erkennen, was uns unterdrückt, was uns Kraft raubt, wo wir uns verschwenden. Wenn diese Ursachen erkannt werden, kann man sie beseitigen und zwar ganz nüchtern, logisch und „sinnvoll“. Die Wut ist mehr ein tierischer Instinkt, ein wildes Um- sich- schlagen und das letzte und schlechteste Mittel, auf etwas zu reagieren.

Erst wenn wir das durchlaufen haben und wieder an Punkt (6) sind, können wir wirklich etwas ändern und an den Schwierigkeiten reifen.

Um zur Selbsterkenntnis zu gelangen, brauchen wir oft Hilfe von außen und vor allem viel Zeit. Nur wer schreiben und meditieren kann oder seine Zeit mit ausreichend Hobbys und Freizeit verbringt, kann sich weiterentwickeln und gelassen werden.

Die mangelnde Zeit und der eigene Erwartungs- und Erfolgsdruck ist zum einen der Auslöser für Wut und Ungeduld, und gleichzeitig die Bremse für das innere Wachstum.

Mit viel Kraft muss man im Grunde einen zeitlichen und praktischen „Freiraum“ schaffen, Urlaub, einen Moment, wo man nichts arbeitet, mit niemand redet und zum Nachdenken kommen kann.

Das zu viele Arbeiten ist das Feuer, das die Seele verbrennt, motiviert vom Leistungs- und Profitdenken und durch die Ausbeuterei der Menschen an ihrem Arbeitsplatz.

Nicht einfach, diese Unfreiheit zu erkennen und auch zu ändern.

Ich denke, wer es wirklich ernst meint und solche negativen Entwicklungen stoppen oder ihnen entkommen will, braucht sehr viel Zeit und sehr viel Geduld.

Es ist im Grunde auch unfair, dass die einen leiden und für ihr Geld hart arbeiten müssen und die anderen nichts tun und vielleicht genauso gut leben, wenn nicht noch besser und unbeschwerter (vor allem ohne diesen psychischen Druck und die Stressbelastung, vom Geld mal abgesehen).
Vor dem Hintergrund der psychischen Gesundheit und der Stressverteilung ist die Arbeitssituation in Deutschland noch mal ganz anders zu beurteilen und mal wieder öffnen einem diese Gedanken auch das Sinnvolle und Gerechte an einem „Bedingungsloses Grundeinkommen“; was ja immer öfters diskutiert wird und vielleicht auch eines Tages kommen wird.

Weiterführende Links

Eine Frage des Alters

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Ich glaube, ich muss wirklich an meinem Auftreten und an meiner Selbtsicherheit arbeiten. Oder wie sollte ich es mir sonst erklären, dass mich heute ein netter, älterer Mann so gegrüßt und behandelt hat, als ob ich eine 13-jährige bin?? Es passiert mir öfters, dass man mich im Alter völlig falsch einschätzt, sogar duzt oder fragt, ob ich mit dem Fahrrad da bin. Ich könnte mir tlw. auch vorstellen, woran es liegt, aber soll/ kann ich es ändern?

Ich habe einen recht „normalen“, sportlichen Kleidungsstil, nicht besonders mädchenhaft oder feminin, eher praktisch. Dazu recht schmale Hüften, naja ….. Ich sehe wohl nicht aus, wie der Inbegriff einer reifen Dame über 30 und ich verhalte mich auch nicht so. Aber verhalte ich mich wie ein Teenager…..?

Bin darüber etwas verwirrt.

Es wird ein Teil in meiner Biografie bleiben, schätze ich. Es sei denn, ich mache einen intensiven Charakter- und Optikwechsel durch, was ich eigentlich nicht geplant hatte. 🙂

Wie heißt es so schön „Ich will so bleiben wie ich bin! “

Hahaha!

Neue Ideen

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Bitte nicht wundern, wenn sich hier im Blog hin und wieder noch das Design ändern sollte. Ich probiere alle möglichen Themes aus und teste sie auf ihre Stärken und Schwächen. Eigentlich möchte ich langfristig gerne ein 3-spaltiges Layout verwenden, weil man da einfach mehr reinpacken kann und es irgendwie auch übersichtlicher wird. Es muss aber auch von der Optik und den Farben her gefallen und nicht alle fertigen Themes treffen meinen Geschmack. Wahrscheinlich werde ich dann doch wieder Hand anlegen müssen und das eine oder andere gestalterisch verändern. (was auch Spaß machen kann)

Bis es soweit ist, kann es allerdings noch ein wenig dauern. Wahrscheinlich integriere ich auch wieder den „theme switcher“, mit dem man die Layouts praktisch umschalten kann. (ganz nach Gefühlslage…)

Ansonsten überlege ich mir, in welche Hauptrichtung ich inhaltlich gehen soll. Leider kann ich das im Voraus nie so genau sagen, meistens schreibe ich einfach drauf los und überlege mir erst hinterher eine Kategorie, ein simples System, was relativ gut funktioniert. Ich sag mir dann hinterher einfach, „ach diese Kategorie also, danach war es mir“, aber vorher kann ich es nicht bestimmen.

Zum Schreiben und für die Kreativität ist es gut, aber was ist mit dem Wachstum und der Vernetzung? Ich überlege immer, wo ich mich eintragen soll, was eigentlich mein Schwerpunkt ist, wo und welche Leute ich kennenlernen will, wen ich ansprechen will, was die Hauptzielgruppe ist.

Leider schaffe ich das nur selten. Es gibt soviele interessante Themen. Es wäre unfair, mich bei den politischen Blogs einzutragen, denn ich schreibe auch sehr gerne Privates und Un-Politisches. Und nur bei den Künstlern würde ich mich auch nicht wohl fühlen, schreibe ich doch auch gerne über Technik und Logisches. Usw, usf.!

Am liebsten würde ich mich bei Menschen eintragen, die ähnlich wie ich denken, die eine ähnliche Gesinnung haben, das muss noch nichtmal was mit den Inhalten zu tun haben, sondern mehr mit der Art und weise wie jemand schreibt, wozu und wie er Worte benutzt. Das mir das Schreiben an sich wichtig ist, ist auch klar. Das ist mein Medium, aber der Inhalt variiert.

Manchmal denke ich auch, der Glauben ist das Bestimmende, die Grund-Lebenseinstellung. Oder doch der Beruf, das Geschlecht, die Blog-Plattform?

Nein, im Grunde ist es egal. Man sollte und kann eigentlich mit jedem kommunizieren. Es gibt aber eine Ausnahme: Ich möchte mein Blog nicht als Waffe benutzen. Ich schreibe, weil ich darüber schreibe, was ich denke. Wenn sich jemand davon verletzt fühlt, habe ich das nicht beabsichtigt. Bin ich deswegen immer für die Inhalte meiner Texte verantwortlich und muss ich immer überlegen, was ich schreibe und ob es jemand verletzen könnte?

Eine schwierige Frage über die Schreib-Motivation und deren Zweck.

Verantwortlich bin ich immer, ja. Aber wenn es zufällig jemand verletzt, und habe ich das nicht beabsichtigt, bin ich nicht schuldig und muss mich nicht grämen.

Schreiben kann helfen, den Menschen zu befreien, ihn mit Hilfe der Worte zu höherem berufen, seinen Geist klären und neue Verbindungen schaffen, reifen und lehren.

Schreiben ist im Grunde sehr wichtig.

Schreiben ist ein Gegenmittel zur geistigen Dunkelheit, zu den Gefühlen, die wir nicht erfassen können, die uns blockieren, uns Angst machen oder wütend werden lassen.

Wer schreibt, wird frei.

Wer nicht schreibt, bleibt innerlich dunkel.

So einfach ist das. 😉

Tagesausflug am Tag der Mühlen

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An diesem sonnigen Pfingstmontag waren mein Schatz und ich in Großkarlbach in der schönen Pfalz. Dieser Ort ist nach diesem Artikel zu urteilen, einer der ältesten in der Pfalz.

Man merkt es ihm an, überall gibt es historische Anwesen zu bewundern, eine malerische Gasse, enge Straßen, man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt.
Anlass unseres Besuchs war das Mühlenmuseum, was traditionell am Tag der Mühlen geöffnet hat und die einzige ihrer Art in der ganzen Pfalz ist.

Wir waren vor ca. 1 Jahr schon mal in diesem Ort und zwar sind wir auf dem Eckbach-Mühlenwanderweg dort vorbeigekommen. Die von außen schön restaurierte Mühle stach uns damals ins Auge und heute hatten wir endlich Gelegenheit, sie auch von innen und mit freundlicher Führung und Erklärung zu besichtigen! Sie ist einen Besuch wert, überall rappelt und klappert es, die ehemalige Wassermühle funktioniert noch, wenn genügend Wasser den Eckbach herunterfließt. Zur Not greifen Elektromotoren ein und übernehmen den Dienst. Drinnen ist viel aus Holz und historische Werkzeuge und Maschinen kann man bewundern. Draußen gab es Speis und Trank, für alle wurde gesorgt. So ein Tag lässt mich immer wieder daran erinnern, wie schön es hier eigentlich ist und dass es gerade die Feste und Veranstaltungen sind, die das Leben lebenswert machen. Man kommt ein wenig raus, sieht was anders, kann sich neu orientieren.

Gestärkt mit einem trockenen Riesling, zwei Saumagenbrötchen und einer kalten Cola ging es dann weiter zum anderen Ende der Straße, wo man eine ehemalige Ölmühle von innen bewundern konnte. Leider ist sie damals abgebrannt und von der Mechanik ist nicht viel übrig geblieben, dafür war eine eindrucksvolle Kunstaustellung und ein kleiner Flohmarkt im Innenhof das Sehenswerte. Ausschlaggebend für allerlei kulturelle Veranstaltungen ist der Siebenmühlen Kunstverein .

Schön, ich habe noch zwei Bücher gekauft, eins über Marketing und ein original verschweißtes „Immensee“ von Theodor Storm, sensationell günstig. (nicht genau diese Ausgabe, aber mit diesem Inhalt)

Mit diesen reichhaltigen Eindrücken beladen ging es dann wieder nach Hause, denn so ein schöner Tag geht leider auch mal zu Ende.

Zum Schluß bleibt noch ein dickes Lob an die Veranstalter! 🙂

Erfolg- alles strebt nach Erfolg.

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Es gibt kaum einen Bereich, der nicht vom Erfolgsdenken durchtränkt ist, ein „Nebenprodukt“ unserer Leistungsgesellschaft. Am schlimmsten finde ich dieses Denken, wenn man über seine sozialen Kontakte nachdenkt, wie diese eigentlich beschaffen sind, was die Ursache, der Wert und die Funktion der Freunde ist, die man hat- oder eben nicht hat.

Wenn ich „Freunde sammle“ und bestimmte Spielregeln einhalte, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich in die warme Mitte der Gesellschaft aufsteige, dass es viele Menschen gibt, die sich um mich kümmern, dass ich geliebt und gemocht werde. Da, in der Nähe des Lagerfeuers, wo es warm und bequem ist, da möchten alle hin. Diejenigen, die nicht kämpfen können (oder wollen), werden früher oder später nach außen gedrängt und müssen sich mit kälteren Positionen abfinden. Wir sprechen dann von einer „sozialen Unterschicht“ und anderen Ausgrenzungsproblemen, die tlw. auffällig sind, dann aber auch wieder von der Masse verdrängt wird, weil es bequemer ist. Jeder kann sich ja so einrichten, wie er mag. Also besteht auch kein Verantwortungsgefühl dem anderen gegenüber, das „selbst gewählte Schicksal“ ist hier die Ausrede oder der Vorwurf.

Bei meiner Analyse der sozialen Kontakte (was ich seit Anfang des Jahres intensiver mache) und der Art und Weise wie andere miteinander umgehen, fällt mir das immer wieder auf.

Es ist aber nicht einfach zu verallgemeinern und die Gefahr der Ungenauigkeit wird schnell groß, da es menschliche und „natürliche“ Vorgänge sind, die man nur schwer mit abstrakten Konzepten erfassen kann. Die sozialen Kontakte sind das Wichtigste, was der Mensch haben kann, somit ist es auch der empfindlichste Punkt. So wie ich einem Buch gelesen habe, besteht eine genetische Neigung der Frauen dazu, sich mehr um soziale Netzwerke zu kümmern und ihnen einen höheren Stellenwert beizuräumen, als bei den Männern (für die die Arbeit und der Erfolg wichtiger sind). Die Frauen machen das, weil sie es schon immer so gemacht haben, weil sie diejenigen waren, die zu Hause waren und durch die Pflege ihrer Beziehungen ihre Sicherheit gewährleisten konnten. Andere Menschen ermöglichten wichtigen Informationsaustausch, heutzutage kann man es einfach und bequem auf das Internet reduzieren, gegoogelt ist schnell. Durch praktische und vor allem seelische Zusammenarbeit konnten sich Probleme reduzieren und besser bewältigen. Dieses Gefühl, ein Außenseiter zu sein hat(te) man in der normal funktionierenden Gesellschaft nicht und somit entstanden auch keine Frustrationen und Stagnationen. Auf der anderen Seite war früher die soziale Kontrolle größer und die Menschen mussten die Konventionen mehr einhalten und waren zwar sicher, aber auch unfreier.

Die industrielle Revolution und andere Strömungen haben viel geändert, beinahe schon umgewälzt.

Jeder führt heutzutage sein mechanisches Leben, ist eingebunden in Wirtschafts- und Gesellschaftskreisläufe, wo ist da die wichtige, freie Zeit, die man dem anderen schenken kann?

Wer sozial erfolgreich sein will, muss „Powern“, sich ranhalten, den anderen hinterherlaufen, sich anstrengen, man bekommt nichts geschenkt, schon gar nicht Zuneigung und Mitgefühl.

Man kann umziehen, durch die ganze Welt reisen, das verschlechtert die Sesshaftigkeit und die Nachhaltigkeit von Bindungen. Risse entstehen unweigerlich, die man nicht kitten kann.

Es ist wie eine Qual, ein sich ständig „aufraffen müssen“, ständig den eigenen Schatten des Egoismus beiseite schieben und auf den anderen zu zugehen. Viele sind resigniert und wagen keinen einzigen Schritt. Soziale Kontakte zu knüpfen erfordert Mut und es ist anstrengend. Man muss andere verstehen, sich mit ihnen beschäftigen- freiwillig und ohne Lohn. Es ist einfacher, sich nur um die Familie oder den Job zu kümmern und den anderen ihr Leben zu lassen. Single-Haushalte sind am Zunehmen, jeder für sich, ist die Devise – und praktisch ist es obendrein, leider nicht sehr gesund.

Je mehr ich versuche, meine eigenen Probleme zu erkennen und zu lösen, desto mehr sehe ich, dass es anderen auch so geht, dass es ein globales, übergreifendes Problem ist und das macht frei, von der Angst zu versagen. So ergeben sich neue Perspektiven, neue Ansätze, weiter zu kommen. Wenn ihr an dem Punkt hängt, wo ihr das Leiden der anderen nicht seht, empfehle ich euch an der Stelle mal in bestimmten Foren nachzuschauen, wo es um solche Probleme geht und sich Menschen in anonymer Weise öffnen können. Die Foren sind voll mit diesen Problemen, beinahe schon „normal“. Und es ist ja auch normal, es ist menschlich!

Die eigene Herzlichkeit und Offenheit zu entdecken und den Tunnel zu durchqueren, ist schwierig. Man muss den Ausgang oft suchen, oft geht er wieder verloren und alles bleibt dunkel.

Ich finde es sinnvoll, in diesen Phasen der Traurigkeit und Enttäuschung auch einen Sinn zu sehen. Nur wer seinen Schmerz fühlt, ist noch ein Mensch geblieben. Die Sinne rebellieren, alles deutet daraufhin, dass man erkennt und spürt, dass das Leben so nicht in Ordnung ist und man keine weitere Augenwischerei betreiben kann.

In diesem Moment ist man auf der einen Seite stumpf, fühlt aber auch eine kleines Motivationpflänzlein, fühlt sich verantwortlich für die anderen, spürt ihre Traurigkeit, vergisst das kleinliche und unwichtige Selbst dabei, rückt alles ins richtige Licht.

Wer dieses Leiden erstmal erkennt, kann auch Mittel entwerfen, es zu besiegen.

Bunt und geteilt

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Zigarettenschachteln sind ein Sinnbild für unsere Gesellschaft. Schön bunt liegen sie vor uns, von erfahrenen Designern und Marketingstrategen durchdacht, eckig, praktisch -gut für die Hosentasche. Ein paar flotte Sprüche, bunte Bildchen, abhängig machende Stoffe, die Zutaten für ein Erfolgsprodukt. Grotesk eigentlich, dass mit so einer augenscheinlichen Droge Geld gemacht wird, nicht viel anders beim Alkohol.

Dick und böse anprangernd erinnert ein warnendes, Todesfurcht verbreitendes Schild den unerfahrenen und verdrängenden Benutzer des Industrielollis daran, dass es tödlich und gefährlich ist und der „Genuss“ der Zigarette zum baldigen Tod führen kann- nein muss.

Lakonisch und beinahe nebenbei- man kennt es ja- das Steueremblem. Dieses weist artig darauf hin, dass die meiste Kohle sowieso der Staat bekommt (wie immer) und dass die Dinger verdammt teuer sind.

Wie soll da noch Freude aufkommen?

Der erfahrene Dichter interpretiert nun folgendermaßen:
Die Menge der gezeigten Bilder und sinnlichen Genüsse steht in harter Konkurrenz zu der gestalterischen Tragweite der eigenen Negativ-Werbung. So ein Produkt ist zum Sterben verurteilt, wurde durch die Mühle der Weltverbesserer, der Oberschicht und der Politiker getrieben, um einen seelischen und langsamen, „vernünftigen“ Tod zu sterben.

Die Raucher: Freiwild, auf die man modern, unauffällig und geistig schießt, sie durch Separierung mit Raucherzimmern und ähnlichem Unfug von der „gesunden Gesellschaft“ trennt.
Die Raucher sind sowieso meist Handwerker, Bauern oder Arbeiter, die die marmornen Toilettenschüsseln in den Villen der Reichen installieren, sich dabei zu Tode schuften und für die körperliche und seelische Ertüchtigung, mehr zur Eigentherapie, ab und zu an dem Glimmstängel lutschen.

Herje- was für eine bunte, geteilte Welt!