Das Nacht- Gedicht

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Es ist zu heiß, um jetzt zu schlafen
wer will uns da so heftig strafen.
Die warme Sonne in der Nacht?
lässt sie spüren ihre Macht?

Doch wie ich so nur grübeln kann-
Klebt die Hos´ am Beine an
ist der Sitz nicht ganz bequem
denk mir nur „es wird schon gehen“.

Dreh mich hin und dreh zurück
rutsche jedes Mal ein Stück
spüre die Schmerzen in dem Arm
dem Arm, dem ist schon lange warm.

Dreh mich weiter auf dem Sessel
Bin wie Wasser in ´nem Kessel
fange bald zu brodeln an
seh die Wand nur lachend an.

Kann mich kaum begreifen
die Augen auf den Wimpern schleifen
werd’ müd und rot und unbequem
ich denke, es ist Zeit zu gehen.

Würze der Kürze

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Falls sich ein einzelner Mensch genötigt sieht, die schöne Sommerszeit allein und sich unendlich langweilend am Pool zu verbringen oder auch die Abendstunden nicht zu Genüge verplant hat, für den habe ich nun einen vorzüglichen Lesetipp in der bewährten Empfehlungstüte!

Das Buch nennt sich „Das Buch der Katastrophen“ und ist von dem in unseren Gefilden nur wenig bekannten Autor Herrmann Harry Schmitz, ein armer, aber sehr lustiger Mann aus dem Rheinland, der schon jung gestorben ist.

Er ist eine vorzügliche, gar lustige Frohnatur und schafft es, auch in triefend-traurigen Stunden ein Lächeln auf das gefaltete Gesicht zu zaubern. Seine Sprache ist begeisternd, ausgefeilt und auch für die Jugend leicht zu verstehen!

Inhaltlich greift er viele Themen auf und immer hat er die Nase überall drin.

Ob das jetzt seltsame Begebenheiten in der feinen Gesellschaft – die ewig gleichen Rituale sind, die zum schlussendlichen Sterben der Sprache führen (was habe ich gelacht!) oder eine einfache, psychologisch-heitere Fabel über den Raben und den Fuchs, für jede Situation hat er eine Alltagsbeobachtung parat, die auf Anhieb zu begeistern versteht.

Durch die würzende Kürze der Texte wird es auch dem Neueinsteiger ermöglicht, seine Freud´ beim Lesemahl zu behalten und das Heft der Weisheit nicht zu früh beiseite zu legen.

Am Ende mag ich es gar als Geschenk für finstere Zeitgenossen empfehlen, den es sonst kaum möglich ist, die Welt locker und leicht zu sehen. Die Texte werden ihn sogleich verwandeln! Auch für den stolzen Hahn steht ein Text bereit, wie er sich z.B. mit dem Regenwurme müht und ihn am Ende doch verschont.

Er darf nur die Hoffnung nicht aufgeben. Die Natur ruft. Geht in die Freiheit, schnitzt euch einen Wanderstecken und schärft euren Verstand. Wider die Konventionen!

Kauft dieses Buch, lest und habt eine schöne Zeit!

Motivation am Bau

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Leider können wir dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren. Letztes Jahr auch nicht. Zuviele Dinge am Haus sind noch zu erledigen, zu knapp bemessen das Budget. In den Sommermonaten erwarten wir einige Besuche, nächstes Wochenende geht es schon los. Während andere Leute ihre Füße in die Hochsee hängen oder bei einer ausgedehnten Wandertour die Sinne abschalten, macht mein Schatz Früh- und Wechselschicht (Im Moment muss er morgens um 3:50 Uhr raus) und ich klemme mir tagsüber meistens den Putzeimer und den Wischmob unter den Arm. Alternativ gehen auch ein Gipsspachtel, ein Lackpinsel, eine Farbrolle, ein Hammer, ein Gartengerät, eine Gießkanne oder ein Schraubendreher. Sehr schön sind auch Silikonpumpen, Abisolierzangen, Kabelbinder, Drahtbürsten fürs Grobe, Bohrer mit Aufsatz zum Mischen des Zementmörtels. Alternativ tut es auch ein Klinkerstein, ein Sack Außengips oder eine Pressholzplatte. Wer dann noch nicht genug hat und es „selbst machen“ will, der geht in den Baumarkt und holt sich Styroporkleber, Vliestapete nebst Vliestapetenkleber, ein brandneues Abwasserrohr für die schmutzigen Dinge oder ein Einbauventilator für die Entlüftungstechnik, die sind aber ziemlich teuer, also Vorsicht.

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Alltagsgeschichten

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Einkaufen ist so eine Sache, die ich meistens nebenher mache. Manchmal hab ich Lust drauf, manchmal nicht, manchmal ist mir zu heiß, manchmal frage ich mich: Brauche ich das wirklich alles? Da es so sehr Routine geworden ist, habe ich meistens Zeit, mir die Menschen und Situationen anzuschauen, mit denen ich dann so umgeben bin. Gestern war es wieder besonders krass.

Zuerst fällt mir mal auf, dass zwar alle Leute über die Spritpreise jammern, aber es auf der Hauptachse zur Stadtmitte ein Rauschen von Benzinmotoren gibt, dass es eine Freude ist. Mir fällt die Frau auf, die mit Müh und Not an einer Fußgängerinsel versucht, mit ihrem hübschen Citybike die Straße zu überqueren. Keiner hält an, alle fahren vorbei und haben wahrscheinlich gerade die Ölpreise im Kopf, aber verzichten auf das Auto tut anscheinend noch keiner. Überhaupt sind die einzigen Personen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, alles Frauen. Auch in den Supermärkten fällt mir auf, wie sehr es anscheinend „Frauensache“ ist, den Haushalt zu schmeißen und erschreckend finde ich immer die Bilder, wenn sich die „Familienmanagerin“ mit ihren schreienden und quengelnden Blagen an der Kasse oder in den Gängen abmüht und alles alleine schultern muss.

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Arena- Finale

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Der grüne Rasen neigt seine Halme, zerdrückt und flach getreten liegt er da. Keiner sieht ihn mehr an. Der Ball, eine Erinnerung im Museum, bald schon sinkt der Preis.

Traurigkeit in den deutschen Gesichtern. Der letzte Kampf ist doch verloren.
Die Spanier waren besser, ballsicherer und taktisch kühl, zauberten vor der deutschen Abwehr und vergaben zahlreiche Chancen. Doch ein einziges hart erkämpftes Tor von Torres in der Frühphase des Spiels reichte, um die Deutschen nach Hause zu schicken. Geschlagene, junge Helden.

Das nächste Spiel kommt bestimmt.

Die schwarz- rot- goldenen Fahnen kann man erstmal wieder in den Schrank stellen. Morgen heißt es wieder: Inflation, Ölpreis, Autobahnstaus, Hektik beim Einkaufen, unfreundliche Gesichter, Gestank, Lärm und schlechte Luft.

Ein jähes Aufwachen aus einem schönen Traum.

Gewitter

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Der ganze Zorn des Himmels scheint auf uns herab zu brechen.

Ein Blitz reißt sich seinen Weg durch den Himmel und Millisekunden später zittert die Luft, dass man es im Bauch noch spüren kann. Eine gigantische Druckwelle aus feuchter Luft lässt die Vögel aufschrecken und die Menschen verschreckt die Rollläden hochziehen. Über uns graue Wolken, die nach einen anfänglichen Wolkenbruch zu einem sanften, warmen Nieselregen übergegangen sind. So plätschert es gemütlich auf unser Vordach und wie ich so auf der Bank sitze, fällt mir auf, dass ein kalter Wind an meinen nackten Beinen empor streicht.

Ich überlege, ob ich noch ein wenig sitzen bleiben soll, weil die Luft so frisch und gut ist.

Drinnen ist es viel stickiger und die Hitze der letzten Tage steckt noch in den Wänden.

Zudem ist es dunkel geworden, doch ich traue mich nicht, das Licht einzuschalten. „Zu gefährlich bei Gewitter“ hat mir mal jemand gesagt.

Wie ich das schreibe, kracht es schon wieder. Die Resonanz lässt die Blechwand vom Nachbarhaus mitschwingen und ich fühle mich wie im Krieg.

Nach einer halben Stunde beruhigt sich das Wetter wieder. Die Vögel trauen sich wieder aus ihren Verstecken, das Grollen verschwindet hinter die Berge. Ein tapferer Sonnenstrahl wagt sich durch ein Wolkenloch und schon bald wird es wieder sehr, sehr heiß sein.

Absage

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Seit Tagen quäle ich mich mit diesem Anruf. Seit Tagen schaffe ich es nicht, eine einzige SMS zu schicken, vor allem nicht diese. Ich bin innerlich zerissen, mal möchte ich, mal möchte ich nicht, wäge ab, was besser ist. Mein Verstand sagt so, mein Gefühl sagt so. Mein Gefühl sagt aber auch so und mein Verstand tlw. auch so.

Ich glaube nicht, dass mich im Moment jemand versteht. Es ist ein Problem, was ich ganz alleine habe und ich habe niemanden, mit dem ich das besprechen kann. Ein exklusives, narzisstisches Solo-Problem. Inhaltlich prädestiniert für die anonyme Nabelschau-Weltbühne des Blogs.

Es ist ein riesiges Chaos und ich bin verunsichert. Dann endlich- kurz vor dem Gewitter- schaffe ich es und sage die Einladung ab.

Enttäuschung auf der anderen Seite, das war klar, damit habe ich gerechnet. Aber dann doch wieder Verständnis. Ich bin beruhigt.

Warum fällt es mir so schwer, Dinge abzusagen?

Vielleicht denke ich, dass dann nie wieder eine Einladung kommt. Dass ich jemand verletzen könnte. Dass mein Egoismus stärker als die Freude desjenigen ist, der mich eingeladen hat und sich auf mich gefreut hat. Es ist so kompliziert. Ich glaube, es ist ein Frauenproblem.

Ein Mann entscheidet logisch, sieht in den Terminkalender, fragt nicht seine Gefühle, macht es einfach. Ich, also meistens eine Frau, überlege was die Personen denken und entscheide vor allem auf Grund der emotionalen Fakten. Da ist eine Absage oder ein Nicht-Kommen immer negativ, egal wie man es dreht und wendet.

Ist es ein Zufall, dass ich gerade heute Nacht von meiner ehemaligen Schule geträumt hatte und einen furchtbaren Alptraum hatte, als es in einer Mathestunde an der Tafel darum ging, logisch und zielstrebig zu sein?

Schweißgebadet bin ich aufgewacht. Zum Glück war es nur ein Traum.

Arena- Teil 4

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Was für ein Hammer! Deutschland kegelt sich ins Halbfinale!

Dank der bravourösen Mannschaftsleistung und den individuellen Hochleistungen von Schweinsteiger oder Ballack schaffen es unsere Jungs eine Runde weiter.

Sie feierten ordentlich im Anschluss an die Partie – motiviert von Spaßkanone Podolski, der wieder rennen kann- und das zu Recht.

So macht es Spaß, die Zeit am Fernseher klebend und zitternd zu verbringen. Und angesichts der vielen nackten, durchtrainierten Oberkörper ist es auch kein Wunder, dass mehr Frauen als Männer das Spiel gesehen haben….. 🙂

Finale, wir kommen. Das Spiel gegen die Türken wird ein Klacks. Sie haben zwar eine gute Moral, aber wir sind spielerisch klar besser ! Olé olé olé!!!

Jetzt geht´s looos. jetzt geht’s los!

Persönliches

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Webseiten, die sich zum Ziel gemacht haben, Menschen zusammen zu bringen, finde ich interessant und gut. Die Seite http://www.wer-kennt-wen.de ist so eine und zeichnet sich durch hohe Benutzerzahl und eine einfache Navigation aus. Man kann nach speziellen Gruppen suchen, z.B. nach seiner alten Schule oder dem Ort, in dem man lebt. So findet man schnell Leute anhand der Namen, die die gleiche Lebens-Station geteilt haben oder noch teilen.

Das Vernetzen über diese Seite wird eine Vermischung als alten Kontakten und neuen Menschen. Längst vergessen geglaubte Gesichter tauchen wieder auf. Das Internet hat die Macht, alles zu speichern und jedes Detail preiszugeben, vorausgesetzt, man möchte das.

Wie immer ist hier der Datenschutz das kritische Element. Aber was ist schlimm daran, andere Menschen zu kennen oder gekannt zu haben?

Ich fühle mich ein wenig an ein Stammbuch erinnert, eine lebendige Möglichkeit, die Vergangenheit hervorzuholen und mit der Gegenwart zu vereinen.

Doch wehe, wer sieht, was aus den Menschen geworden ist. Wieviel Zeit vergangen ist, seitdem man sich das letzte Mal gesprochen hat. Hier schimmert eine traurige Facette durch und ermahnt einen sogleich, es doch alles besser zu machen und alle Kontakte – auch die alten- besser zu pflegen.

Anhand der schieren Größe dieses Netzwerks wird es wohl unmöglich sein… Von den persönlichen Hemmungen und der Schüchternheit mal abgesehen.