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In meinem kleinen Weblog schreibe ich über Psychologie, Philosophie, Kunst und Politik.
Interessierte LeserInnen und freundliche Kommentare sind immer willkommen. Viel Spaß beim Lesen!
Posted by J.A. on Oktober 15, 2015

Ein schönes Lied

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das mich heute sehr schön durch den Tag begleitet hat. 😉

https://www.youtube.com/watch?v=1gDbpWC_9pE

Schlechtes Wetter
nicht anspringende Autos
Unfreundliche Menschen
Gedränge im Supermarkt
Stress, Termine und Zeitdruck

Erfolgsdruck und innerer Antrieb
Arbeit, Muskelbewegungen und Herausforderungen für das Immunsystem
Uneinigkeit
Konkurrenz
Engstirnigkeit
Manager-Fehlentscheidungen
Steigende Steuern
Egoismus
Unbegründete Ängste, Hetze, Ausgrenzung,
Hass gegen Schwache im Internet

hat mir heute alles nicht ausgemacht
weil ich immer
wenn es mir schlechter ging
oder sich Gedanken verdunkeln wollten
diese Melodie in das Innere des Ohres vordrang
und meine Seele mit ein paar positiven Noten versorgte.

Die Botschaft ist klar
schaut auf das Schöne!
die Liebe ist wichtig
aber viel besser als ich das jetzt beschreiben kann
empfindet man es einfach, wenn man es hört

Also
kann ich es euch auch empfehlen genauso wie das gesamte Album „Muttersprache“
z.B. auch dieses Lied
https://www.youtube.com/watch?v=q0sSudID_sA

Gut ist es, weil tiefe Emotionen ausgedrückt werden
die ehrlich und authentisch wirken
und immer kurz bevor das Ganze ins Kitschige abdriften könnte
der Song
von der Sängerin mit musikalischem und gesanglichem Talent
abgefedert, neutralisiert und veredelt wird.

Categories: Musik
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Posted by J.A. on September 17, 2015

Mitgefühl oder Verstand?

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Es wird Zeit, über Mitgefühl zu reden.

Falsch, da steckt schon ein Fehler! Man kann über Mitgefühl reden oder Mitgefühl empfinden.

Mitgefühl ist ein Thema, das mir in der momentanen Flüchtlingsdebatte manchmal zu kurz kommt.
Ein berühmter Publizist schrieb vor ein paar Tagen die eindringliche Headline „Wer nur Mitgefühl empfindet, der hat keinen Verstand“.

Der Artikel an sich ist etwas kurz und auch nicht besonders gut. Er bringt aber die beiden Themen „Mitgefühl“ und „Verstand“ sehr scharf zum Vorschein und stellt sie -als scheinbare Gegensätze- gegenüber. Ich möchte hier das ganze mit einem Artikel etwas vertiefen und mich der dialektischen Gegenüberstellung langsam nähern.

Man kann umgekehrt mal fragen:

a) Kann man Mitgefühl empfinden, ohne den Verstand zu benutzen?
b) Kann man über den Verstand eine Sache verstehen, aber keine Gefühle benutzen?

Ich denke, bei (b) erscheint es intuitiv einfacher, „ja“ zu sagen. Es gibt durchaus Menschen, die nur kühl über den Kopf handeln, dabei aber überhaupt keine Gefühle benutzen. Das mag funktionieren, blendet bestimmte Elemente einer Sache aber völlig aus. Ein kühler Kaufmann z.B. der seine Waren bestmöglichst anbieten möchte und dafür die Preise senkt und knallhart kalkuliert („rechnet“). Wenn er aber die Stimmung seiner Kunden nicht berücksichtigt und sich nicht in sie einfühlen kann, werden sie sich vielleicht über bestimmte Aspekte seines Geschäftes ärgern (kühle Ladenatmosphäre, unfreundliche Mitarbeiter die nur „Dienst nach Vorschrift machen“, weil sie schlecht, aber „gut kalkuliert“ bezahlt werden).

Bei vielen Verbrechern sagt man, dass sie einen scharfen Verstand besitzen, aber über keinerlei Gefühle. Diese Kombination ist sogar gefährlich, denn wenn wir alles nur über unseren Nutzen und Vorteil beurteilen, werden wir schnell einseitig und egoistisch. Das Mitgefühl schützt uns dann selbst, zu kühl und hart vorzugehen und es hilft, eine andere und weitere Perspektive einzunehmen.

Auch der reine Weg (a) erscheint zuerst plausibel und reizvoll. Das Mitgefühl ist sehr wichtig. Es hält die Gesellschaft zusammen und es ist frei von egoistischen oder materiellen Interessen. Eltern brauchen Mitgefühl für ihre Kinder und einen langen Atem bei der Erziehung und Unterstützung. So entsteht der soziale Kit, der alles zusammenhält. Das Vertrauen ist die Basis, auf dem alles wachsen und gedeihen kann. Ein Partner muss sich in seine Partnerin einfühlen können und umgekehrt, sonst zerbricht die Liebe. Freundschaften werden besser und nachhaltiger, wenn beide Seiten füreinander Mitgefühl und Anteilnahme empfinden.

Politisch gesehen führt das Vertrauen und Mitgefühl in stabile Institutionen, schützt vor Lobbyismus und Korruption. Polizisten, die mit Häftlingen Mitgefühl empfinden, können sie besser beschützen. Es gibt weniger Hass, weniger Aufstand. Wenn Menschen schlecht behandelt werden (so wie derzeit an der ungarischen Grenze), dann führt das zu Gegenprotesten und die Dinge können leicht eskalieren. Man muss ein Kind nur lang genug schlagen, dann schlägt es zurück!

Aber auch, wenn man nur und einseitig über das Gefühl agiert, kann es zu Problemen kommen. Wenn z.B. ein Lehrer sehr viel Mitgefühl mit seinen Schülern hat und sich auch in der Freizeit alle Probleme seiner SchülerInnen anhört und seine Zeit opfert, kann es zu einem „Burnout“ kommen. Psychologen, die Probleme ihrer Patienten zu sehr an sich ranlassen, Ersthelfer am Unfallort, die mitfühlen, sich aber nicht innerlich abgrenzen können, haben wahrscheinlich ähnliche Probleme. Eine Mutter, die für Kinder und Ehemann alles gibt, aber umgekehrt nur wie ein Fußabtreter und „Seelenmülleimer“ behandelt wird, hat das gleiche Problem: Zuviel Mitgefühl!

Im Idealfall sollte man also beides vereinen (a+b). Das eine geht nicht wirklich ohne das andere. Mitgefühl baut sich manchmal erst auf, wenn man den Verstand benutzt. Erst durch das Verstehen einer Sache, kann auch das Verständnis und die Toleranz für eine Sache wachsen.
Die Rechtsradikalen und andere Untolerante müssen z.B. verstehen, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, auch Menschen sind, Bedürfnisse haben. Dass sie nicht kommen, weil sie uns primär ausbeuten oder ausnutzen wollen, sondern weil sie selbst große Probleme in ihrem Land haben. Und man muss verstehen, dass es nicht nur Terroristen, Diebe und Vergewaltiger sind, die zu uns kommen.

Man sieht die Menschen im Fernsehen mit dunkler Hautfarbe, es baut sich ein „ungutes Gefühl“ über diese fremden Menschen aus- aber man hat noch nie mit einem geredet, man kann sich keine eigene Meinung bilden. Man weiß nicht, wie sie „ticken“. Ein Mangel an Information und Kommunikation ist das Problem, aber auch ein Mangel an Aufklärung und Integrationsarbeit seitens der staatlichen Stellen, die z.B. die Anwohner auf die vielen fremden Menschen vorbereiten und Brücken zur Verständigung anbieten. Wenn dann nur schnell Häuser und Sporthallen beschlagnahmt werden, aber dazu keine Erklärungen oder Entschuldigungen abgegeben werden, ist das ein Mangel an Mitgefühl, das auf die Dauer Ablehnung produziert.

Gebildeteten Menschen mit mehr Wissen sagt man z.B. nach, dass sie toleranter sind und fremde Menschen leichter integrieren und akzeptieren können. Vielleicht haben sie mehr Geschichtsbücher und Zeitungen gelesen, wissen mehr über die geostrategischen, politischen Zusammenhänge und über die große Not und die Ausmaße des Elends. Auch dafür braucht man das „Wissen“, dass man mit „Einfühlen“ kombiniert. Es kann nicht das eine ohne das andere geben. Gebildete Menschen wissen aber vielleicht auch mehr über die Kulturen, haben schonmal eine Reise in den nahen Osten oder ein „arabisches Land“ gemacht. Vielleicht haben sie auch schonmal jordanisch oder türkisch gekocht, haben vielleicht gute Freunde oder Verwandte mit einer etwas dunkleren Hautfarbe.

Es ist mit diesem „Wissen“ hilfreich, wenn auch umgekehrt wieder Mitgefühl gegenüber Menschen aufgebaut wird, die wenig Ahnung von den Zusammenhängen haben und selbst in einer materiell schlechteren Lage sind. Was von der Politik z.B. sehr verletzend war, dass nach den Ausschreitungen von Heidenau Sigmar Gabriel die Rechten mit „Pack“ bezeichnet hat. Viele der Anwohner und Beteiligten der Demonstrationen haben sich nun angesprochen gefühlt und prompt folgte ja auch die Retourkutsche z.B. über Plakate oder Facebook-Kommentare „Wir sind das Pack!“. Gabriel wollte zwar nur eine bestimmte Gruppe von unliebsamen Steinewerfern treffen, hat aber doch das ganze Volk empfindlich getroffen. Und der Pegida-Bewegung neuen Zulauf beschert. Auch die Politik braucht also Mitgefühl und muss das sorgfältig für beide Seiten einsetzen.

Verstand kann helfen, nicht zuviel Mitgefühl (oder vorschnell) einzusetzen. Merkel hat z.B. vor ein paar Tagen verkündet, dass die Flüchtlinge sehr wohl bei uns willkommen sind. Und dass es mit ihr kein Deutschland gibt, das bei der Frage anders entscheiden würde.

Das war eine ziemlich emotionale Reaktion, auf die aktuelle Nachrichtenlage, z.B. die schlimmen Bilder aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Ungarn. Auch bei der damaligen Atomfrage und den überhasteten Atom-Ausstieg hat Merkel eine populistische, aber auch intutive Entscheidung getroffen. Es mag eine Stärke von Ihr sein, auf die Seele des Volkes zu schauen, sich sogar in sie „reinfühlen“ zu können. Leider sind Gefühle von kurzer Dauer und ebben die schlimmen Bilder wieder ab, neigt unser Gehirn zum Verdrängen der negativen Gedanken und der Verstand meldet sich wieder. Die Entscheidungen aber, die von so einer wichtigen Person wie die Bundeskanzlerin getroffen werden, sind von großer Wirkung und auch von Dauer- was man dadurch gesehen hat, wie die Flüchtlingsströme plötzlich zugenommen haben und die Leute in Syrien und anderen Ländern diese emotionale Botschaft als „Einladung“ verstanden haben. Beim Atomausstieg besteht die harte Realität darin, dass ehemals gesunde Unternehmen an die Wand gefahren werden, Verluste produzieren und nicht mehr abgesichert sind. Dass der Wandel zu schnell kommt und sogar Arbeitsplätze und volkswirtschaftliche Werte vernichtet werden.

Bei Politikern mag es verlockend sein, sich demagogisch zu orientieren und die aktuelle Stimmung in die eigenen Entscheidungen zu integrieren. Es ist aber gefährlich, wenn es darüberhinaus keine anderen Prinzipien und Grundhaltungen gibt. Politische Prinzipien müssen immer auch auf der Basis von Wissen, von Verstand, vom Begreifen der Zusammenhänge und von professionellen Gutachten gestützt werden. Leider hat die klassische Wissenschaft als „Lehre“ in der Politik einen schlechten Stand.

 

Ich wünsche mir Politiker, die beides vereinen können: Die Mitgefühl gegenüber notleidenden Menschen und schlimmen Situationen empfinden, aber auch mit fundiertem Wissen und vernunftsmäßig agieren, wenn es auf die richtigen Antworten auf aktuelle Krisen ankommt.

Posted by J.A. on September 7, 2015

Mother Merkel

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Die Flüchtlingskrise ist weiter in den Medien. Deutschland stellt sich als das rettende Land Europas dar. Menschen in Ungarn protestieren gegen die schlechte Unterbringung der dortigen repressiven Regierung und rufen „Germany, Germany“ in die Kameras. Kleine Kinder haben zerknitterte Fotos von Angela Merkel in den Händen und bei vielen wird sie schon „Mother Merkel“ oder „die Mutter Europas“ genannt. Das war so ein Moment im TV, bei dem es mir kalt den Rücken runterlief. Einerseits gerührt angesichts der großen Anteilnahme, die völlig fremde Menschen aus sehr fernen Ländern plötzlich mit unserem Land und unserer Regierung haben. Andererseits aber auch erschrocken: Wie sie sich so täuschen können und was das für uns (die eigenen Bürger in diesem unseren schönen Land!) bedeutet.

Die vielen jubelnden Menschen am Münchner Hauptbahnhof erinnern mich an die verträumten Fans in diesen Science-Fiction-Filmen, als plötzlich fremde Wesen auf dem Planeten landen, man aber noch nicht weiß, was für Absichten sie haben. Neben ein paar warnenden Stimmen, die keiner hören will (immer diese Nörgler und Kritiker!) überwiegt die Euphorie und die emotionale Botschaft! Die Anhänger der neuen Außerirdischen stürzen sich ihnen mit verklärten Blick und Tränen in den Augen entgegen. Zeigen Ihnen große Schilder mit „Willkommen“ darauf und dürfen endlich mal ihren Helferinstinkt ausleben. Deutschland, das weibliche Land der Empfangenden. Das Land (und die Wirtschaft) freut sich auf die fremden Gene, auf das Fremde, das in den eigenen geschützten Körper eindringt. So ist es bestimmt kein Wunder, dass der typische „Flüchtlings-Unterstützer“ auch jung und weiblich ist. Ältere Männer hört man in der derzeitigen Diskussion überhaupt nicht. Das Wort „abgrenzen“ ist nicht mehr chic. Wir sollen alle reinlassen, alle in uns eindringen lassen, zum Wohle, zur Bereicherung! Die Berichterstattung in den Medien kommt mir vor, als ob es ein paar Teilnehmer der letzten Heilpraktiker-Tagung doch noch in die Fernseh-Studios geschafft haben. Die Berichterstattung ist so einseitig „pro-asyl“, dass man sich wirklich fragt, wozu man eigentlich noch GEZ-Gebühren bezahlt, wenn doch immer nur eine Seite der Medaille diskutiert und erörtert wird, aber alles ungeliebte, kritische, nachfragende, möglichst schnell in die rechte Schmuddel-, Nazi-Ecke kackbraun um-etikettiert wird. (Ich erwarte von den Medien mehr Objektivität und weniger Nähe zur derzeitigen, politisch gewollten Meinung.)

Dies ist nicht gerecht. Der eigenen Bevölkerung gegenüber nicht, weil es Tatsachen und Realitäten verschleiert. Aber auch den Einwanderern, und von Not und Armut geplagten Asyl-Suchenden gegenüber ist es ungerecht. Man nimmt den Krisenländern die besten Leute weg, die Chance auf einen friedlichen Wiederaufbau im eigenen Land wird erschwert. Über eine Lösung von Krisen-Herden, wie z.B. Syrien wird überhaupt nicht mehr geredet. Dabei wäre die Befriedung des dortigen Bürgerkriegs eine wesentliche Lösung zur Verhinderung der Flüchtlingsströme. Man macht es viel zu einfach, wenn man einfach die „Fachkräfte“ aus fernen Ländern abschöpft und zum Wohle der eigenen Wirtschaft bei uns integriert. Das ist zynisch und verschleiert die wahre, egoistische Absicht. „Am Deutschen Wesen wird die Welt genesen“ hat es einmal geheißen. Aufgrund seiner Vergangenheit hat sich Deutschland gewandelt. Es agiert auf der Bühne nicht mehr groß, stark, aggressiv und expansiv oder mit militärischen Mitteln – aber es agiert. Nun mit anderen Mitteln. Nun wollen wir plötzlich Weltmeister im Retten sein. Die moralische Goldmedaille abholen. Von allen bewundert und geliebt werden. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Von einer neuen deutschen Bescheidenheit kann ich da nichts sehen. Wie wäre es, sich erstmal mit europäischen Nachbarn abzusprechen, bevor man wieder vorsprecht und ein Abkommen wie Dublin II mal eben aussetzt und allen Asylanten aus Syrien plötzlich freie Einreise gewährt?

Darf man als deutscher Bürger nicht mehr sagen, dass man sich überfremdet, überfordert und auch ausgenutzt fühlt? Darf man als deutscher Bürger nicht mehr die berechtigte Frage stellen, wie das alles zu finanzieren ist und ob man dafür noch mehr Steuern und einen 10 Milliarden hohen Nachtragshaushalt übernehmen möchte? In der Griechenland-Krise wurde die Fremdbestimmung durch die Politik schon etwas sichtbar. Doch alle Belastungen in der Finanzkrise wurden uns indirekt aufgetischt, daher gibt es nur wenig Widerstand. Die Ersparnisse und Lebensversicherungen werden schleichend entwertet, eine nachlassende Inflation ist erstmal was positives. Die große Belastung kommt verzögert, in Form von Schulden und Deflation für die nachfolgenden Generationen. Bei der Flüchtlingskrise aber helfen die drastischen Fernsehbilder von den vielen Fremden dabei die Emotionen viel stärker zu formen. Jetzt wird plötzlich deutlich, dass die eigene Politik überhaupt keine Politik mehr für „die eigenen“ Menschen und Steuerzahler macht. Sondern ungefragt hoch-beliebte Fachkräfte in unser Land schleust, die Allgemeinheit für die Unterbringung und Integrationskosten aufkommen lässt, um sie dann Jahre später als neue Konkurrenz auf dem Lohn- und Fachkräfte- Markt gegen uns einzusetzen! Eine Gesundschrumpfung -wie sie der demografische Wandel immer wieder prophezeit- wäre meiner Meinung nach sogar gut für das Land. Weniger Konkurrenz um Wohnungen und Platz, weniger Energieverbrauch, gerechtere Antworten aus der Industrie bei Lohnverhandlungen. Knappe Ressourcen ( in diesem Fall qualifizierte Arbeit) müsste dann höher und gerechter vergütet werden. Diese ungute Drucksituation auf der Arbeitgeber will man unbedingt vermeiden und das ist der einzige Grund, warum auch konservative Parteien wie die CDU derzeit beim Asylthema so auf Öffnung setzen.

Man lese nur die derzeitigen Meinungen in diversen Online-Zeitungen. Bei manchen Artikeln hab ich tlw. überhaupt keine Stimmen mehr gelesen, die „pro-asyl“ disktutiert haben. Teilweise waren es über 100 Kommentare, die alle gegen die ungefragte, ungesteuerte, massenhafte Einwanderung sind. Warum hört man davon nichts im öffentlichen Diskurs? Wie kann es sein, dass die Meinung der eigenen Freunde, Verwandte und auch aller anderen Menschen aus der „normalen Mittelschicht“ soviel anders lauten, als die Propaganda, die uns tagtäglich von Nachrichten und Politik entgegen schallt?

Nie hab ich mehr Zweifel an der objektiven Berichterstattung der Massenmedien gehabt, wie in diesen Tagen. Nie war es mir klarer, wie sehr die eigentliche Meinung „des Volkes“ mit der politisch gewollten und gelenkten Stimmungslage divergiert.

Dieses Thema wird Angela Merkel noch um die Ohren fliegen. Ihre Taktik-Spielchen gegen das eigene Volk werden immer transparenter, immer klarer erkennbar. Dies kann sie uns nicht mehr als „Nutzen für das deutsche Volk“ verkaufen, von dem sie doch eigentlich Schaden abwenden wollte. Ihre Popularitätswerte sind bereits im Sinken.

Und andere werden kommen, die beliebter sind.

Categories: Politik
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Posted by J.A. on August 21, 2015

Erste Welt trifft dritte Welt

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Ein Blick in die Schlagzeilen dieser Tage verheißt momentan nichts Gutes. Aber wann hat es das je getan?
Krisen und Probleme wohin man schaut. Zuerst ist da das Flüchtlingsproblem! 800.000 Menschen, das ist fast die Größenordnung von Köln, kommen dieses Jahr nach Deutschland. Die erste Zahl von ca. 450.000 hat man rasch nach oben korrigieren müssen. Deutschland, die kleine fleißige Insel in Europa mit den vielen Unternehmen, den sauberen Vorgärten, der Kehrwoche und der exportfreudigen Industrie hat eine Lizenz zum Eurodrucken und Porsche kaufen. Milch und Honig fließen in diesem Land. Die Menschen sind reich, Arbeitsplätze sind vorhanden, die Supermärkte prall gefüllt und das Geld ist gleichmäßig verteilt. Armut und Ungleichverteilung gibt es fast nicht… Die Sozialsysteme und der Arbeitsmarkt stehen allen Menschen offen. Das hat sich rasch herumgesprochen.

Vor allem werden billige Arbeitskräfte gebraucht, weil es da so ein paar Sachen gibt, die die Deutschen selbst nicht mehr so gerne machen: Kinder kriegen z.B. Zu umständlich, zu langwierig, zu teuer. Karriere machen ist spannender. Wirft auch mehr ab. Ist besser für die Rente. Also brauchen wir ein paar Einwanderer-Muttis, die den Haushalt für uns schmeißen und die lästigen, ungeliebten und unbezahlten Arbeiten erledigen, die außer hohes Ansehen beim Ehemann und dem Vervollständigen eines überholten Rollenmodells kaum Ruhm abwerfen. Und natürlich brauchen „wir“ ein paar starke Arme für die Feldarbeit und das Fließband. Macht sich ja nicht alleine. Wer soll uns all die Pakete bringen, die wir im Internet bestellen? So ein paar Flüchtlinge kommen da gerade recht. Die sind ja auch nichts anderes gewohnt. Freuen sich schon über 3 Euro die Stunde, das ist wahrscheinlich das 10fache was sie zu Hause verdienen. Und auch im dreckigen deutschen Handwerk, das mit strammen Arbeitszeiten (gerne auch mal in der Früh) und noch mehr körperlicher Anstrengung verbunden ist, werden „dringend Hände gebraucht“. Die eigenen Jugendlichen studieren halt lieber. Das ist nicht so anstrengend und später verdient man auch besser. Kann es ihnen jemand verdenken?
Aber was ist mit dem ungenutzten deutschen „Potential“, z.B. die vielen Leute in Hartz IV, die vielen „Nicht-Integrierbaren“ und die Jugendlichen ohne Haupschulabschluss? Genau aus jenen Gruppen, die von der Politik zu schnell vergessen und abgehakt werden, kommt meist der größte Hass, der größte Neid auf die neue Konkurrenz der Zuwanderer. Genau an dieser Stelle entsteht der soziale Sprengstoff. Wenn man einen Job hat, ein Haus und gut verdient, ist es leicht, auf tolerant zu machen und alle Leute willkommen zu heißen. Man hat ja erstmal nichts, um das man sich fürchten müsste (außer dass die eigene Immobilie enteignet wird, vielleicht). Die Politiker wählen lieber den einfachen Schnellschuss und importieren sich die Menschen (vor allem die arbeitswilligen), die sie brauchen. Dass man sich deren ganzen Probleme und den Sprengstoff der Welt mit-importiert wird dabei all zu gern vergessen. Einen Menschen kannn man nicht hoppla-di-hopp integrieren. Ein Menschen ist keine Spielfigur, die man von einem Spielfeld ins nächste stellt und dann einfach weiter würfelt. Ein Einwanderer muss erstmal die deutsche Sprache lernen, aber auch die deutschen Gepflogenheiten und unsere eigene Kultur kennenlernen. Die persönlichen Verluste und Konflikte verarbeiten. Sowas braucht Zeit. (Ein etwas emotionales, aber passendes Video zu dem Thema findet man hier)
Ausbildungen, die in fernen Ländern mit anderen Standards abgeschlossen werden, kann man nicht einfach auf die deutsche Arbeitswelt übertragen. Viele Dinge müssen nachgelernt werden. Die Mentalität, der Arbeitseinsatz und die Einstellung mag bei vielen Menschen sicherlich vorbildlich sein. Aber die Nachbildung in der Gesellschaft und vor allem im Beruf muss aber von irgendjemand geleistet werden. Und auch das bekommt man nicht zum Nulltarif. Hier wären Initiativen aus der Wirtschaft wünschenswert. Die Gewinne die von der deutschen Exportindustrie mit Hilfe der Arbeiter „erwirtschaftet“ werden, sollten vernüntig re-investiert werden. Z.B. in neue Ausbildungen und in besserere soziale und gesundheitliche Bedingungen für die ankommenden Flüchtlinge (und Armutseinwanderer). Aber lieber wälzt man die nötige Integrations-Arbeit (und die Kosten) wieder auf die Allgemeinheit ab (z.B. auf die ohnehin unterfinanzierten Kommunen) und erntet dann nur die Früchte.

Noch so ein Detail aus der ganzen, derzeitig schwer zu ertragenden „Flüchtlings-Debatte“:
Dieses kleine „Taschengeld“ für die Asylbewerber um das neulich so heftig gestritten wurde, entspräche ja auch dem Monatsgehalt eines Polizisten in Albanien oder im Kosovo. Und was ist die einzig-logische-Schlussfolgerung (für deutsche Minister) darauf? Dass das hier kein Taschengeld sein kann. Sinnvoller wäre es doch gewesen, mal den umgekehrten Weg zu erfragen, wenigstens mal im Denken als kleine magere Kontur im Geiste vorzuzeichnen: Warum ist das Gehalt eines Polizisten im fernen Ausland denn so niedrig? Wenn das Gehalt höher wäre, wäre auch die Bereitschaft größer, im eigenen Land zu bleiben. Aber das ist ja viel zu kompliziert. Das liegt außerhalb des Einflussbereiches des so reichen und mächtigen Deutschlands, dass sich so eben erkoren hat, die ganze Welt mit Care-Paketen, einer harten Pritsche und einer Flasche Wasser retten zu wollen. Und jetzt reichen ja noch nichtmal mehr die Plätze in den billigen Abstellhütten, auch „Erstaufnahmelager“ genannt. Bei Regen werden sie überflutet, bei Hitze werden die Medikamente heiß und laufen ab, wenn sie das noch nicht längst schon vorher waren…vor dem Lager tummeln sich kahl geschorene Demonstranten und schreien den Flüchtlingen unflätige und hässliche Parolen ins Gesicht. Deutschland und Lager, diese Worte passen einfach nicht gut zusammen. Und jetzt noch Menschen nach ihrer Herkunft, ihrer Ethnie etc. trennen zu wollen, finde ich irgendwie auch deplatziert. Lieber ein paar weniger Menschen aufnehmen und dann dafür sorgen, dass Sozialarbeiter und andere Fachkräfte für Diplomatie und Verständnis untereinander sorgen. Aber auch das würde Geld kosten…und das ist ja nie da, wenn man es braucht. Wie man es dreht und wendet, aus dem Ding gibt es kein einfaches Entkommen.

Aber irgendwer profitiert immer. Und von den Flüchtlingen werden auch welche profitieren. Zuerst mal jene, die Wohnraum vermieten oder verkaufen können. Hotelgutscheine für Asylbewerber werden von den Betreibern allerdings gerne abgelehnt. So ganz verderben will man es mit der eigenen Klientel dann doch nicht. So abgerupfte, ausgemergelte Menschen, die auch noch riechen und fast nix zum anziehen haben, passsen nicht gut ins Gesamtbild und schaden womöglich dem „Image“. Gegensätze treffen aufeinander, wie sie härter und drastischer nicht sein könnten.

Sehr deutlich ist das auch auf der griechischen Urlaubsinsel Kos, wo auf der einen Seite Flüchtlinge am Stand lagern und „herumlungern“ und auf der einen Seite herausgeputzte Touristinnen die Nase rümpfen und vor der Kamera zugeben, dass sie nicht gekommen wären, wenn sie das gewusst hätten. Und auch das nächste Mal nicht mehr kommen werden

Also doch lieber einen Zaun bauen und alles abschotten? Wenn man nach Mazedonien blickt, wie die Menschen sich in Züge quetschen, weil Ungarn ja jetzt diesen Grenzzaun baut.. auch nicht schön. Wahrlich ein „Ausnahmezustand“.

Das Flüchtlingsproblem ist nicht mehr wegzudiskutieren. Es ist voll bei uns, voll da. Das Leid und das Elend der Welt wächst und schickt die Ausläufer in unsere Länder. Das Problem ist zu groß geworden, es erfordert in der Konsequenz schnelle, unbürokratische und lösungsorientierte Politik. 60 Millionen Menschen sollen weltweit auf der Flucht sein, hat man neulich vernehmen können. Die 0.8 Millionen Menschen in Deutschland sind da noch verhältnismäßig wenig.

Was die Politik der westlichen Länder jetzt dringend bräuchte, wären gemeinsame Ansätze. In Kriegen ist man doch auch immer so schnell bei der Sache und kann sich auf eine Linie einigen. Warum dann nicht mal in einer humanitären Katastrophe biblischen Ausmaßes? Warum bekommt die EU es immer noch nicht hin, ein tragfähiges, vor allem gemeinsames Konzept zur Flüchtlingskrise auszuarbeiten, an dem auch noch alle mitmachen und ein Konsens gefunden wird? Oder war der gemeinsame Euro und das Öffnen der Grenzen (für die Wirtschaft) das einzige, was man hinbekommt? Nach dem Versagen in der Eurokrise und von der Schuldenkrise geplagten Ländern wie Griechenland wäre es die Gelegenheit für die EU zu zeigen, dass sie auch noch andere Werte und Gemeinsamkeiten als die Ausbeuterei, den Kapitalismus und den Machterhalt um jeden Preis vorweisen kann.

Gemeinsame, tragfähige Lösungen für die Flüchtlingskrise wären ein Akt der Großzügigkeit und der guten, verantwortungsbewussten Politik. Es würde mit einem Schlag wieder Vertrauen in die Politik, vor allem auch in Europa wiederherstellen. Letztendlich müssen die Parteien eine Lösung finden, denn lässt man die Menschen einfach weiter millionenfach einwandern, kann das auch in der gemäßigten Bevölkerung nicht lange gut gehen. Die Menschen fühlen sich einfach zu sehr bedroht. Es ist da zuviel „Fremdes“ und ungewolltes was auf die geplagte deutsche Mittelschicht zurollt. Die Menschen sehen sehr viele Argumente nicht länger ein, wollen sich auch nicht länger täuschen oder was „Gutmenschliches“ einreden lassen. Gründungen wie Pegida, aber auch Hass-Kommentare in Facebook und anderen Netzwerken zeigen, dass Deutschland auf eine gefährliche Stimmungslage zusteuert. Andere Länder haben auch schon gezeigt, dass die Gefahr der Rechtsextremen, vor allem aber auch der Rechtspopulisten immer stärker wird und nicht zu ignorieren ist. Nach neusten Umfragen sind z.B. die Rechtspopulisten in Schweden derzeit stärkste Kraft. Und Schweden gilt neben Deutschland als das Land mit einer sehr liberalen Einwanderungspolitik.

Soweit sollte es in anderen Ländern, vor allem auch nicht in Deutschland kommen. Die Politik muss handeln. Jetzt. Sofort. Unverzüglich. Die vielen Menschen die zu uns fliehen, kann man nicht wegdiskutieren oder aussitzen. Es sind menschliche Probleme, menschliches Leid, welches einer sofortigen Lösung bedarf.

Categories: Politik
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Posted by J.A. on August 11, 2015

Endspiel

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Passend dazu: Moonlight-Sonata (live)

Geotop

Es war sehr heiß gewesen. Schon seit Tagen, Wochen, Monaten. Es hatte einfach nicht mehr geregnet. Die Tropfen wollten nicht mehr auf die Erde kommen und die, die es dann doch schafften, verpufften und verdampften so schnell, wie sie gekommen waren. Die Menschen machten sich noch keine Sorgen, weil sie sich nie Sorgen machten. Sie beschwichtigen und wiegelten ab. „Das wird schon wieder! Heiße Sommer hat es schon immer gegeben! Im Winter sind die Wasserspeicher wieder voll. Ach was soll diese Klimawandel-Hysterie?“ Diejenigen, die sich für die Lehren über den Klimawandel einsetzten, wurde mal wieder verspottet. Mundtot gemacht, ausgelacht, ins Lächerliche gestellt. „Das Intelligente“ wollte keiner hören. Und schon keiner wollte hören, dass sein Handeln in irgendeiner Weise Auswirkungen auf die Welt hatte! Hey, wir haben uns doch gerade erst daran gewöhnt, alles haben zu können. Freiheit, unendliche Möglichkeiten! Leben im Konsum, im Rausch, ohne Verantwortung, ohne Sinn und Verstand. Und das sollten wir jetzt alles aufgeben? Nur weil es ein bisschen wärmer wird? Weil die Flüsse plötzlich kein Wasser mehr haben? Wer braucht schon Wasser. Duschen kann man auch mit Sand…

Aber es regnete immer noch nicht. Erst versiegten die kleinen Flüsse, dann die großen. Die Schifffahrt wurde eingestellt. Die Menschen machten einfach immer weiter. Die Atomkraftwerke mussten abgestellt werden, es gab immer öfters Stromausfälle. Auch die Klimaanlagen mussten dann stehen. Viele alte Menschen starben. Früher als geplant, an Austrocknung und Erschöpfung. Aber auch das fiel noch keinem auf. Alte Menschen waren ja meistens „abgeschoben“, von den Augen der Welt, den anderen Menschen verborgen. Alter war in dieser Zeit so was wie eine Schande, eine Belastung, keiner wollte was damit zu tun haben. Lieber weiter unvernünftig sein ! Lieber weiter konsumieren!

Als auch im zweiten Jahr die Ernte ausfiel, begangen einige Leute nachzudenken. Die empörten Stimmen der Landwirte wurden lauter. Aber auch das war kein Problem. Die EU schob ihnen ein bisschen mehr Geld zu. Das war kein Problem. Geld konnte ja einfach gedruckt werden und stand quasi unendlich zur Verfügung. Die großen Supermarkt-Ketten drückten weiter auf den Preis und das mit der Knappheit fiel erstmal keinem auf. Wie konnten die realen Dinge knapp werden, wo doch die Währung und die Vermehrung der Geldmenge grenzenlos schien?

Im dritten Jahr mussten die Preise dann doch etwas angehoben werden. Trinkwasser wurde aus Norddeutschland importiert. Es war verboten, den Rasen zu sprengen. Im Supermarkt gab es manchmal Gerangel um knappe Güter, vor allem Fleisch wurde jetzt teurer. Für Getränke musste man meistens anstehen. Oder warten, bis wieder eine Lieferung reingekommen war. Einmal in der Woche fuhren die Kommunen mit einem Trinkwasser-LKW herum. Dafür wurden die Steuern noch ein bisschen angehoben.

Öl und Energie wurden billiger, aber die Preise für Lebensmittel und Wasser schnellten nach oben.

Im vierten und fünften Jahr gingen die Leute in den Flussbetten spazieren. „Das war mal der Rhein“ erklärte die Oma ihren Enkeln. „Da gab es früher große Schiffe, auf denen konnte man bis ans Meer fahren“… „Und Fische?“ fragte der Enkel „gab es dort auch Fische? Ich würde so gerne mal einen sehen.“… die Oma versprach, demnächst mal ins Museum zu fahren, dann würde sie sich ein paar Fische anschauen. So genau wusste sie selbst nicht mehr, wie die aussahen.

In der Zwischenzeit waren noch mehr Menschen gestorben. Nur die jungen Menschen blieben übrig. Die Menschen in den heißen Mietwohnungen mussten zuerst ausziehen. Es gab Leerstände und verlassene Stadtviertel, vor allem in Süddeutschland wurde das Wohnen immer schwieriger. Die Preise purzelten in den Keller. Ob jemand eine Klimaanlage hatte oder nicht, wurde mittlerweile zum Politikum. Politiker der Linken und Grünen forderten eine Förderung vom Staat für Kühlgeräte und eine Absenkung der Stromsteuern. Die Parteien der Union aber wiegelten ab. „So ein Schmarrn!“ tönte es aus Bayern. Und so mussten die armen Menschen weiter schwitzen und schauen, wo sie ihre Abkühlung her nahmen. Und immer mehr Geld fürs Trinkwasser ausgeben, das mittlerweile deutlich im Preis gestiegen war.

Im sechsten und siebten Jahr gab es immer noch kein Regen. Es wurde wärmer und wärmer. Temperaturen von über 30 Grad wurden jetzt schon im März gemessen. Im Sommer wurde es in Süddeutschland über 45 Grad. „Uns wird der Klimawandel doch nicht treffen!“ waren manche Leute immer noch überzeugt. „Das ist nur temporär, das geht wieder vorbei. du wirst sehen!“

Aber es ging nicht vorbei. Die Bevölkerung schrumpfte. Die Wirtschaft und die Landwirtschaft litten unter der Hitze. Große Waldbrände hatten die Natur zerstört. Ein tödlicher Kreislauf nahm Fahrt auf war kaum aufzuhalten.. Arme Menschen aus Afrika kamen in Scharen nach Europa. Auf dem afrikanischen Kontinent war es überhaupt nicht mehr auszuhalten. Es gab kein Wasser mehr. Andere Länder in Südostasien wurden regelrecht überflutet und ertranken in den Regenmassen.

„Gebt uns was ab!“ sagten die Afrikaner. „Nichts da“ zischten die Europäer vom rechten Rand zurück. „Schaut, dass ihr selbst was arbeitet und eure Felder bestellt“. Weil das immer so hin und her ging, wurde die Stimmung extremer. Rechte Parteien kamen an die Macht. Europa fing an sich zu spalten. Die Nationalstaaten wurden wieder stärker, der Stolz und der Egoismus kamen zurück. „Das Projekt Europa“, auf das man einst so stolz war, zerfiel. Man baute Zäune und benötigte dafür unendliche Massen an Stacheldraht. Die Armeen wurden aufgerüstet, die Wehr-Etats angehoben. „Der Sicherheit wegen“ betonten die Politiker.

Und so war es schließlich nur eine Frage der Zeit, bis wieder ein Krieg vom Zaun brach. Wegen irgend so einer Kleinigkeit. Ein Wortgefecht von einem dummen Politiker, das eskalierte. Ein paar unbedachte Äußerungen. Aber wenn man genau hinschaute, war es der erste Krieg der Menschheit, der um die knappen Ressourcen ausgelöst wurde. „Uns trifft das schon nicht“ wiegelten manche immer noch ab. „Es wird alles gut“. Sagten sie immer noch, als die ersten Langstrecken-Raketen über die Köpfe huschten und die Mörser-Granaten neben ihnen einschlugen.

Doch nichts wurde gut. Die Menschheit war so weit gekommen, in ihrer Evolution. Hatte soviel Hürden überstanden. Die Pest überlebt, Hungerkatastrophen, das Mittelalter und den Dreißigjährigen Krieg überlebt. Hat sich in den beiden Weltkriegen millionenfach ausgelöscht und doch wieder aufgerappelt. Kurz, für einen winzigen Moment der Vernunft, konnte man meinen, dass nach dem Wahnsinn des Holocausts jetzt die Vernunft endlich siegte und das gemeinsame Leiden eine bessere Welt hervorbringen könnte. Die Menschheit war danach noch lange am Rand der nuklearen Katastrophe gewandelt und schaffte es am Ende doch zusammenzureißen und der Versuchung des roten Knopfes nicht zu erliegen.

Und nun, nur durch ihre eigene Dummheit, Gier und Unvernunft wurde sie wieder zurück auf den Anfang geworfen. Eines Tages würde der blaue Planet, der mittlerweile ein glutroter geworden war, einmal rülpsen und die ganze überflüssig gewordene Menschheit einfach ausspucken.

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