Home sweet home
In meinem kleinen Weblog schreibe ich über Psychologie, Philosophie, Kunst und Politik.
Interessierte LeserInnen und freundliche Kommentare sind immer willkommen. Viel Spaß beim Lesen!
Posted by J.A. on Januar 6, 2016

Integration oder Segregation?

image_pdfimage_print

Die Themen „Köln HBF, Übergriffe, Sexuelle Belästigung“ und die „Flüchtlingsdebatte“ sind mal wieder stark in den Medien. Seit letztes Jahr hab ich das Gefühl, dass zunehmend alle andere Themen aus den Medien verdrängt werden, was mich ein wenig wundert, aber auch ärgert. Es gibt soviele andere Themen, die wichtig sind, aber es schaffen immer nur die emotionalsten in die Medien und halten sich dort. Warum berichtet keiner darüber, wie unser Land wirtschaftlich neu aufgestellt werden kann, wo man demnächst Geld investieren möchte, wie die Entwicklungsprogramme für die Zukunft aussehen und wie man Herausforderungen wie dem Klimawandel begegnen möchte? Stattdessen reagiert die europäische Politik wieder nur und lässt sich von den Ereignissen auf der Welt treiben, anstatt sie aktiv und mit einer politischen Vision beseelt zu gestalten.

Ich habe sehr viele Artikel und Meinungen zu diesem Thema gelesen und wie immer gibt es einen bunten Strauß an Meinungen und unterschiedlicher Auffassungen. Die Emotionen und der Stil ist gewohnt rau und ich habe im Moment leider nicht die Zeit, alle Artikel einzeln zu verlinken oder aufzuzählen, es sind einfach schon zuviele.

Viele Menschen, viele Meinungen

Daher versuche ich mit ganzen wenigen Worten die Quintessenz aller Debatten und Erkenntnisse, aber auch aller Meinungen zusammenzufassen:

Es gibt anscheinend sehr viele Menschen, die sich aufregen und nun generell auf „die Ausländer“ und „die Flüchtlinge“ schimpfen. Es gibt Leute, die sich nun über sexuelle Belästigung aufregen, aber das nur tun, weil es ihrem Rassissmus dient und bei anderen Events, z.B. dem Oktoberfest, darüber hinwegsehen. Es gibt rechte Gruppen wie Pegida, die sich nun regelrecht freuen und mit stolzer Brust bestätigt sehen (aber das Problem deswegen auch noch nicht gelöst haben). Es gibt offenen Rassismus und sehr viel Hass. Es gibt empörte Menschen, die nicht frei von Vorurteilen kommentieren und die Kommentarseiten der Online-Medien vollschreiben.

Dann gibt es aber auch andere Menschen, z.B. Feministinnen, die sich normalerweise sehr über sexuelle Belästigung aufregen, aber nun anscheinend große Schwierigkeiten haben, den Zorn auf die richtige Gruppe zu lenken, WEIL die Gruppe nicht ihrem üblichen Feindbild entspricht und das ganze dem links-grünen Ideologie der „Gutmenschen“ und der „Refugees Welcome“-Logik widerspricht. Dann gibt es Feministinnen wie Alice Schwarzer, die einen klugen und ausgewogenen Artikel geschrieben hat.1

Es gibt eine Polizei, die mal wieder überfordert ist und staatliche Behörden, die eher mit „lustigen Tipps“ wie „eine Armlänge Abstand zu Fremden halten“ unfreiwillig komisch auffallen und die Verwunderung über die aktuelle Debatte nur in die Höhe treiben. Dann gibt es Zivilpolizistinnen in Köln, die ebenfalls sexuell belästigt wurden (!) und eine Polizei-Presse, die anschließend beschönigend von einem „friedlichen und schönen Silvesterfest“ spricht.

Was war in Köln an Silvester anders?

Was für mich das entscheidene an der ganzen Situation ist, dass diese Sache mit den Belästigungen kein Einzelfall war. Das „Besondere“ daran ist das organisierte Vorgehen sovieler Männer und die Tatsache, dass die gleichen Verbrechen in mehreren deutschen Städten passiert sind. Und dass die Gruppe in Köln aus 1000(!) Männern bestand, die den einzelnen Straftaten durch aktive und passive Mithilfe begünstigt haben.
So ein Vorgehen bedarf einer ausgeklügelten Organisation und gemeinsamer Absprache. Es ist etwas verwunderlich, warum so eine groß angelegte Aktion keinem Geheimdienst und keiner Polizeistelle aufgefallen ist und das ganze vier Tage brauchte, bis es in die Medien kam. Wenn die einzelnen betroffenen Frauen keine Anzeige geschrieben hätte, wäre das ganze vielleicht ganz unter den Stuhl gefallen?

Was dort passiert ist, empfinde ich als eine Riesenfrechheit und einen frontalen Angriff auf unsere freie, offene und friedliche Gesellschaft. Es ist ein Angriff auf unsere Grundwerte, auf unsere sexuelle Freiheit, auf die Gleichstellung von Mann und Frau und es ist ein Schlag ins Gesicht für unsere friedliche, auf „Bürgerkommunikation“ und „Deeskalation“ angelegte Polizei, die von bestimmten Personengruppen nicht ernst genommen und respektiert wird.

Terror gegen die Bevölkerung

Somit ist dieser Vorgang von Silvester in seiner inneren Bedeutung gewissermaßen mit Terroranschlägen gleichzusetzen, z.B. die Anschläge auf die französische Satire-Zeitung Charlie Hebdo. Gestern kam in Arte nochmal eine sehr gute Dokumentation über diese Vorgänge.  Dabei wurde auch herausgestellt, dass es bei diesem Anschlag ein bestimmtes moralisches Ziel gab und das Ziel war eben das höchste der demokratischen Errungenschaften: Die Möglichkeit, sich offen und blasphemisch äußern zu können.
Bei den Anschlägen, die im November 2015 erfolgten, war es im Grunde noch schlimmer, weil hier wahllos auf die Freiheit der Menschen gezielt wurde und jeder, der seine Freizeit mit Sport (Fußballstadion), Café, Kneipe oder Konzertbesuch verbringen wollte, Opfer des gemeinen und hinterhältigen Massenmordes wurde.

Und in Köln? Hier wurde die Freiheit junger Frauen angegriffen, sich zu kleiden, wie sie möchten, sich zu bewegen, wo sie möchten, und sich zu jeder Uhrzeit an jedem Ort zu bewegen. Wenn nun besorgte Mütter und Väter nur einem Prozent ihrer Töchter in Deutschland verbieten, zu bestimmten Uhrzeiten an bestimmten Plätzen zu sein, weil hier eine arabische, ausländische (oder einfach männer-dominierte) No-Go Area herrscht, haben die „Terroristen“ schon gewonnen.

Freiheit ist nicht umsonst

Das ist der eigentliche Angriff auf unser Land und das besondere ist die Dimension und das Ausmaß. Wenn nun ein einzelner weißer Mann eine einzelne weiße Frau auf dem Müncher Oktoberfest belästigt und diese statt dem Minirock in Zukunft eine Jeans trägt, ist das ebenso tragisch. Es ist im Grunde auch zu vergleichen. Denn die Freiheiten, auf die wir in unserer westlichen Demokratie so stolz sind, müssen immer und überall verteidigt werden. Ein massiver Angriff auf die Freiheit erfordert aber auch eine massive Antwort, sonst werden wir überrannt und nicht mehr wahrgenommen. Hier ist eine Stelle, an der man sich empören darf und muss!2

Da unser Land durch den großen Flüchtlingsandrang und die offenen Grenzen nun jedem geöffnet wird, ist es auch erstmal schutzlos und angreifbar. Es ist eigentlich nur völlig konsequent und logisch, dass so etwas wie in Köln passieren muss. Durch unterschiedliche Menschen, Religionen und Ethnien entstehen unterschiedliche Systeme, die aufeinander prallen. Warum sollte es anders sein? Wir sind alles Menschen, haben Hunger und Durst, wollen glücklich sein und gute Erfahrungen sammeln. Dennoch machen wir unterschiedliche Erfahrungen und haben unterschiedliche, psychologische und materielle Voraussetzungen. Die Flüchtlinge und Immigranten können nicht einfach ihre Weltanschauungen und ihre negativen Erfahrungen ablegen wie einen Straßenschuh an der Eingangstür. Diese Prozesse an die Gewöhnung unserer (so wie wir glauben überlegenen) Weltanschauung brauchen Zeit. Es muss „Integrationsarbeit“ geleistet werden und ein starker Rechtsstaat muss sich auch durch eine starke, solide aufgestellte Polizei und eine konsequente Justiz verteidigen und behaupten können. Was aber machen wir, wenn unser offenes Selbstbild und unsere Freiheit nicht jeden überzeugen kann? Dann haben wir ein Problem. Und die Vorgänge in Köln zeigen, dass man Freiheit und Liberalität auch anders interpretieren kann: Als Schwäche und Dummheit.

Die Ereignisse von Köln sind erschreckend und schlimm. Sie sind aber auch eine Warnung an alle Politiker und Verantwortlichen, was passieren kann, wenn man sich den Problemen mit der Zuwanderung nicht wirklich annimmt und dafür keine tragfähigen Lösungen erarbeitet. „Integration“ klingt auf dem Papier toll, in der Praxis können die Schwierigkeit viel größer sein, als man zuerst vermutet hat.

Für die Zivilgesellschaft und die einzelnen Bürger ist es eine ebenso große Herausforderung, weil wir lernen müssen, für unsere Freiheit und unsere Rechte ganz persönlich einzustehen. Ohne der Versuchung des plumpen Rassismus oder des Fachismus zu erliegen.
Die Gegensätze unterschiedlicher Weltanschauungen, Erziehungsmodellen und Religionen rücken durch die Globalisierung näher zusammen und Grenzen werden buchstäblich übertreten. Wenn wir uns nach außen nicht abgrenzen oder schützen können, wenn wir innere Freiheit und Toleranz durch Willkommenskultur üben wollen, müssen wir die Grenzen und das „Stop“ eben auf anderer Ebene und in anderer Weise signalisieren. Aber es muss signalisiert werden. Die Arbeit nimmt einen keiner ab.

 

Anmerkung

Der Begriff Segregation erklärt, als Gegenteil für Integration finde ich es nicht ganz passend.
Des-Integration oder Separierung würde noch passen.
Hier gibt es eine Diskussion dazu. http://www.gutefrage.net/frage/gegenteil-von-integration


Anmerkungen:
  1. Der Artikel kann aber trotzdem nicht alle Meinungen abbilden []
  2. Aber bei aller Empörung darf man nicht die Falschen treffen und auch nicht die falschen Mittel wählen. Jede Empörung erfordert auch ein gutes Maß an Selbst-Reflektion und Ausgewogenheit. []


Posted by J.A. on Januar 3, 2016

Digitaler Musik-Import mit Radio-Widget und D.I.

image_pdfimage_print

Wer kennt das Problem nicht? Man sitzt am PC, aber eine unendliche Stille begleitet das Tun. Nur das emsige Tippen der eigenen Finger auf der Tastatur, ein Stöhnen, Räuspern oder Schlürfen von der Kaffeetasse ist zu hören.. Zeit, den Musikplayer an zu werfen und die Stille zu durchbohren! Aber wer viel am PC sitzt und dazu Musik hört, hat irgendwann immer das Problem, dass die alten CDs oder Mp3s „ausgelutscht“ sind und man sie nicht mehr hören kann. Also, Online-Radio anwerfen. Ist dank schneller Internet-Verbindungen und großem Angebot, dass man weltweit beziehen kann, kein Problem mehr.
Windows-Nutzer können z.B. auf so eine App (Widget) zurückgreifen:
http://www.heise.de/download/miniradio-1180952.html

Für den deutschsprachigen Raum ist auch eine Webseite wie Radio.de interessant.

Das Radio-Widget funktioniert meistens recht gut. Es ist klein und handlich und verbraucht nicht viel Speicher. Manchmal reagiert der „Play“ Button nicht, dann muss man kurz den Radio-Sender wechseln. Das Angebot verschiedener Radiosender ist sehr groß, so sollte eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Vor allem deutsche Anbieter aus dem normalen, terrestrischen Angebot werden angeboten, z.B. das umfangreiche Antenne Bayern – Angebot und die anderen gebührenfinanzierten Radio-Sender (HR, SWR, WDR).

Ich bin vor einiger Zeit auf das amerikanische Angebot „Digitally Imported“ gestoßen, welche in der Liste mit dem voran gestellten D.I. gelistet sind. Vor allm die Kanäle „Progressive“, „Trance“ oder „Ambient“ haben es mir angetan. Die Tracks spielen einwandfrei ab, als unregistrierter User wird die Musik ca. einmal in der halben Stunde von einem Werbe-Clip unterbrochen. Der ist regional angepasst und passt zum Sprachraum, in dem man lebt. Manchmal kommt auch nur der Musikjingle für die Werbung, aber die eigentliche Werbung fällt aus. Das dauert nur 5 Sekunden.

Seit einiger Zeit funktioniert das aber nicht mehr gut. Eine Stimme vom Band weist daraufhin, dass es nur noch mit Account geht. Kein Problem, kurz auf http://www.di.fm/channels gewechselt und dort auf „Sign up“. Wenn man bereits ein Facebook oder Google+ Account hat, ist das alles eine Sache von Sekunden. Allerdings kann man das Widget nicht mehr nutzen, und muss entweder über den Webbrowser oder eine bereitgestellte App hören.

Die Belohnung für diese Umstellung ist ein sehr großes Angebot unzähliger Musik-Kanäle, bei denen vor allem die Freunde von moderner elektronischer Musik auf ihre Kosten kommen. Für das Angebot lasse ich auch früher genutzte Webseiten wie last.fm stehen. Das Angebot ist einfach frischer, neuartiger und sehr abwechslungsreich. Tracks wiederholen sich so gut wie nie. Die Soundqualität ist sehr hoch, obwohl nur 64 kbit/Sek. bei freien Streams verwendet werden. Mit einem kostenpflichtigen Account kann man das ganze auf 320 kbit/Sek. steigern.

Auf der Webseite hat man sogar noch mehr Auswahl als in der Radio-App.

Das witzige Detail an der Sache: Die Seite wurde gegründet, um (den damals unbekannten) Techno aus Europa nach USA zu exportieren. (Quelle)
Mittlerweile geht es in die andere Richtung und ich importiere mir die Musik wieder zurück ins gute, alte Europa. 😉
Die Seite leidet laut Wikipedia unter Einnahme-Problemen, also wer das Angebot oft nutzt, könnte über eine Spende nachdenken. Auf der Webseite finde ich allerdings keinen Spenden-Knopf, das wäre vielleicht mal eine sinnvolle Ergänzung.1


Anmerkungen:
  1. Hab diese Frage an den Support gerichtet am 3.1.2016 . Antwort kam ein paar Stunden später, dass „es keinen Spenden-Knopf gibt, man aber eine kostenpflichtige Mitgliedschaft eingehen kann.“ Schade! Etwas mehr Flexibilität beim Spenden hätte ich gut gefunden. []


Categories: Musik
Tags: , , ,
Posted by J.A. on Januar 1, 2016

WordPress, Kommentare funktionieren nicht (mit Lösung)

image_pdfimage_print
1) Problem: Keine Rückmeldung von Kommentaren, weiße Seite für neue Kommentare

Bei Kommentieren gibt es Probleme.
a) Benutzer, die schon freigeschaltet sind und dem Blog-System bekannt sind, merken keine Probleme und können normal kommentieren.

b) Benutzer, die im Blog noch nicht kommentiert haben, müssen von einem Admin freigeschaltet werden. Nachdem Ihr auf „Kommentar absenden“ geklickt habt, dauert es eine Zeit lang, dann kommt im Browser eine leere, weiße Seite. In der URL-Liste des Browsers steht

„http://www.ja-blog.de/wp-comments-post.php“,

sonst gibt es keine Rückmeldung.
Der Kommentar wurde erfolgreich übermittelt, aber das wird dem Benutzer nicht angezeigt.
Der Kommentar wurde dennoch erfolgreich im System verarbeitet. Es gibt keine Rückmeldung an den Admin.

 

Lösungsversuche

1.)
https://wordpress.org/support/topic/wp-comments-postphp-blank-page-broken-comment-ability

  • bis jetzt noch keine Verbesserung mit vorgeschlagenen Lösungen
  • Theme-Wechsel auf Classic oder Default bringt nichts
  • alle Kommentar-Plugins (Opt-In, Edit Comments, Spamfilter, SuperCache)
    abschalten keine Verbesserung

2.) Meine bisherige Lösung (Neuinstallation und Backup)

Ich hab auf einem anderen Webspace ein neues Blog installiert und den Großteil aller bisherigen Beiträge und Kommentare importiert, was erstaunlich problemlos ging.
Das bedeutet, dass es vom alten J.A. Blog nun einen Klon gibt.

Ihr findet ihn hier: http://blog.julia-adriana.de/
Bei dem funktioniert auch fast alles, vor allem klappen die Kommentare wieder.

Allerdings fehlen alle Bilder und Mediendateien.
Alte Bilder wurden nur per Link auf den alten Webspace referenziert, aber nicht wirklich übernommen.
D.h. die Lösung ist nicht wirklich optimal, eher nur eine Absicherung, falls das alte Blog durch Umstellung „crashen“ sollte.

Lösungen mit Erfolg

Da es bis jetzt noch keine Lösung gab, hab ich weiter nach Ideen und Tipps im Internet geschaut.

Unter anderem war diese Seite recht interessant:

http://www.drweb.de/magazin/grossreinemachen-so-optimieren-sie-ihre-wordpress-datenbank-51373/

Dort wird erklärt, wie man die Datenbanken reinigt und tlw. auch reparieren kann.
Ich hab alles gemacht, und beim Plugin „Advanced DB Cleaner“ dann festgestellt, dass über 3000 Revisionen von zwischengespeicherten Beitragsentwürfen meine Datenbank verstopfen. Gelöscht.
Dann noch mit „WPDBSpringClean“ weiter optimiert.

Leider ging es dann mit den neuen Kommentaren immer noch nicht. Den entscheidenen Tipp gab es dann in einem englischsprachigen Forum:

Hier gab es sehr viele Tipps und das meiste hat nichts gebracht. Aufmerksam wurde ich aber auf einen bestimmten Beitrag.

Ein anderer Nutzer hatte nämlich genau das gleiche Problem, dass er auf der einen Seite keine Emails mehr von seiner WordPress-Installation bekommt und gleichzeitig die weiße Seite nach jedem Kommentar sieht. Das deutete (seiner Meinung) darauf hin, dass beim Erzeugen der Email-Benachrichtigung ein Fehler erzeugt, der von WordPress nicht richtig abgefangen wird (z.B. mit Fehlercode oder Fehlerseite). Stattdessen eben nur die nichtssagende, weiße Seite.
Wie aber schickt WordPress eigentlich Emails? Das kann doch nur über den eigenen Webserver gehen, auf dem das Blog auch geparkt ist. Es sei denn, man benutzt kein weiteres, externes SMTP-Plugin.

Ich hab die Standard-Email einfach mal unter „Einstellungen“ > „Allgemein“ geändert, aber das brachte keine Verbesserung. Ein anderer Nutzer hatte dann geschrieben, dass nur der Neustart vom Apache-Server was gebracht hat. Ich bin also in die Oberfläche vom Webspace-Anbieter. Dabei hab ich gesehen, dass das Blog die etwas ältere PHP-Version 5.2 benutzt. Die Umstellung auf PHP 7 erzeugte einen Crash und die Datenbank war nicht mehr zu erreichen. Also einen Schritt zurück und PHP auf 5.5 gestellt. Dann hab ich noch den Apache neu gestartet.

> Fazit und Test: Jetzt geht alles wieder!
Man kann wieder kommentieren, die Benachrichtigungen kommen beim Admin an und die weiße Seite ist auch verschwunden. Durch das Optimieren der Datenbanken ist alles etwas schneller geworden.

Allerdings muss ich langfristig überlegen, ob die Datenbank nicht weiter zumüllt und ein Neuanfang mit frischer Datenbank und null Einträgen besser wäre. Wo die Obergrenze an Beiträgen und Kommentaren liegt, kann ich derzeit nicht sagen, nur vermuten.

Posted by J.A. on Dezember 30, 2015

Geschriebener Jahresrückblick 2015

image_pdfimage_print

Und schon wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu… und ich hab es dieses Jahr noch nicht einmal geschafft, meinen LeserInnen frohe Weihnachten zu wünschen. Zuviel hatte ich um die Ohren, zu sehr war ich anderweitig involviert und zu gering war die Motivation, überhaupt einmal ein paar Worte zu formulieren.

Die obligatorische Nabelschau

Rein blogtechnisch war 2015 sicherlich das „schwächste Jahr“ und ich hab nur wenige, nämlich 29 Artikel geschrieben. Das macht ca. zwei Artikel pro Monat.

Auch war es mir auf Grund der Seltenheit des Schreibens nicht möglich, mich in irgendein Gebiet zu vertiefen oder mehr Zeit zu investieren. Daher hat es in diesem Jahr auch keine Specials und fast keine Neuzugänge in der Blogroll oder größere Vernetzungen/ Kommentaraktionen gegeben.

Eigentlich könnte ich das Blog jetzt schließen und sagen „danke für die tolle Zeit, man sieht sich in 30 Jahren“, aber das bringe ich nicht so ganz übers Herz. Das Blog hatte immer unterschiedliche Bedeutungen für mich. Wie ein Werkzeug wird es mal mehr und mal weniger stark benutzt und beansprucht.

Sollte ich jetzt darüber traurig sein, dass ich das Werkzeug nicht mehr brauche, weil in meinem Leben alles rund läuft?

Werde ich überhaupt je wieder bloggen? Mich mit meiner ganzen Persönlichkeit einem Menschen, einem Text oder einem anderen Kunstwerk hingeben? Ja, auf jeden Fall! Allerdings ändern sich die Gegenstände, die man bearbeitet und der Ton, den man aus dem Regal holt oder per Musikinstrument produziert. Auch die Zuschauer ändern sich. Die Bühne, auf der man auftritt. Die Kostüme, die man trägt, die Masken, die man auswechselt.

Alles ändert sich, nichts bleibt gleich. Dinge die vor ein paar Jahren noch große Bedeutung hatten, sind nun völlig unwichtig.
Und Dinge, über die man früher nicht mal ansatzweise nachgedacht hat, stehen plötzlich total im Mittelpunkt.

Alles hat sich verändert. Auch meine Einstellung gegenüber den Dingen. Meine politische Richtung. Meine Einschätzung gegenüber dem Weltgeschehen. Die Naivität verändert sich und der Idealismus läuft in Wellenform (meistens jedoch bergab).

Meine persönliche Meinung ist im Grunde total unwichtig. Ich sehe mich immer mehr als Sensor, der viele Entwicklungen aufnimmt und verarbeitet, aber sehr oft vergesse ich dabei das „abgeben“, das Zurückgeben von Meinungen und Kommentaren in diesem Blog oder in anderen. Das ist sicherlich etwas, an dem ich arbeiten sollte, das mir aber schwer fällt.

Über etwas nachdenken, dann einen langen Text zu schreiben und diesen öffentlich ins Internet zu stellen, ist für sich genommen eine starke Einflussnahme auf die Öffentlichkeit. Das merke ich vor allem bei negativen Kommentaren… wenn das Geschriebene Anstoß nimmt und manche Menschen diese Meinung nicht teilen können. (Auch wenn wir die negativen Kommentare fürchten- die vor allem dann enstehen, wenn man das persönliche Engagement erhöht oder sich kritischen Themen widmet- sind sie es eigentlich, die hilfreich sind und uns wirklich voran bringen.)

Bloggen ist also eine zutiefst persönliche und direkte Meinungsäußerung, die erstmal Bestand hat, auch wenn sie nicht direkte Echos in Form von Kommentaren oder Backlinks erzeugt. Das wichtigste am Schreiben ist immer, dass man sich selbst verändert. Durch die Art des Denkens, durch die Art des emotionalen Ausdruckes, durch die Art, wie man sich die Dinge zurecht liegt und welche Logik man ihnen anheim gibt. Auch ein Kommentar von jemand anders ist ja nichts anderes, als ein neuer Eindruck (diesmal von außen) der das Innere verändert. Aber nicht der/das Äußere verändert das eigene Innere, sondern man selbst erklärt sich bereit zu ändern und das Äußere an sich selbst zu lassen und Gedanken oder Gefühle entsprechend zu verändern. Diese Erkenntnis klingt sehr simpel, war aber eine zentrale Erkenntnis, die mich 2015 stark beschäftigt hat und tlw. auch geholfen, bestimmte Krisen und Missverständnisse leichter zu durchstehen.

Nicht der andere ist für die eigene Befindlichkeit verantwortlich, so sehr man sich auch über ungewolltes Verhalten ärgern oder wundern mag.
Der einzige Mensch, der die Fähigkeit und die Möglichkeit hat, das eigene Denken und die eigene Befindlichkeit zu ändern ist man selbst. Daher ist es auch so wichtig, dass man seine eigenen Gedanken und Gefühle „unter Kontrolle“ hat (die Pflege des Geistes würden die Buddhisten sagen).

Und für diese Selbstkontrolle und Selbstsortierung sind geschriebene Texte von großem Vorteil.

Und die Welt so?

Viele Ereignisse in den letzten Monaten haben mich zutiefst erschüttert. Krisen durchziehen Europa und die ganze Welt. Es war im Grunde das schlechteste, schwärzeste Jahr, was wir je erlebt haben und so wie es derzeit aussieht, wird es nicht viel besser. Viele Dinge erinnern mich an die Vorkriegsjahre und Krisenzeiten des ersten Weltkriegs. Zum 100jährigen „Jubiläum“ des ersten Weltkrieges (1914-1918) wurde viel zu wenig geschrieben und gesagt.

Mich erschrecken die Entwicklungen, tlw. hab ich auch dazu gebloggt (z.B. die Flüchtlingskrise), tlw. hab ich nichts dazu geschrieben, weil Worte einfach fehlen und nicht gefunden wurden (z.B. Terroranschläge in Paris).
Tlw. beschäftige ich mich sehr intensiv mit den Zusammenhängen und fiebere lesetechnisch mit Experten aus dem Internet mit (z.B. in Sachen Wetter und Klimawandel).

Das ganze macht mich oft traurig und laugt mich aus. Die Entwicklungen auf der Welt sind negativ und berauben einen an positiver Energie und Schaffenskraft. Die Medien verstärken andauernd die negativen Trends und blenden das positive völlig aus. Das hat Auswirkungen auf unsere Einstellung zur Welt. Wir werden auch immer negativ und sehen alles ohne Farben oder sarkastisch oder sogar voller Hass und Ablehnung (z.B. in Bezug auf die Flüchtlingsthematik).

Bei all dem Negativen darf man also das Positive nicht vergessen. Wenn die Reize von außen zuviel werden (gerade von den Nachrichten)- einfach mal abschalten. Ein Tag ohne TV und Tageszeitung wird man verkraften können. Und die eigene Seele dankt es mit Entspannung und Entfaltung.

Wenn wir weniger Medien konsumieren, uns nicht so beeinflussen lassen und stattdessen den einen oder anderen Artikel ins Internet stellen, wird uns das helfen, gelassener und innerlich gereifter ins neue Jahr zu blicken.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und ein fröhliches, erfolgreiches Neues Jahr 2016!

Und allen Web-Autoren wünsche ich weiterhin frohes Schaffen! 😉

Posted by J.A. on Dezember 19, 2015

Der Winter geht mal schnell Zigaretten holen

image_pdfimage_print

Dies soll mal wieder ein langer, tiefgehender, ausschweifender, mit reichlichen Adjektiven und unzähligen Aufzählungen versehender Blog-Artikel werden… aber ich kann´s auch kurz machen und den Inhalt in einem Satz verraten: Mir fehlt der Winter!

Aber wie kann das sein? Rein objektiv haben wir doch das beste Frühlings-Wetter mit allen Vorzügen: Man muss nicht übermäßig Geld für die Heizung ausgeben, spart sich die Anschaffung für Winterreifen, wird nicht so depressiv, weil man sich viel besser an der frischen Luft bewegen kann, braucht keine Winterklamotten, braucht keinen Schnee zu schippen, sich die Hände nicht eincremen, nicht auf der glatten Straße ausrutschen und vor allem: Man bekommt keine Erkältungen!

Und doch fehlt mir der Winter… das ganze fühlt sich so kalifornisch an… manche Metereologen sprechen schon davon, dass es vielleicht in den nächsten 30 Jahren so weitergeht und Deutschland nie wieder Winter haben wird. NIE WIEDER WINTER? WHAT THE F.. ?? Der Golfstrom schwächelt, „El Nino“ betreibt sein teuflisches Spiel und Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern werden auf immer und ewig in die subtropische Zone übergehen? Selbst beim Blick auf die Europakarte wird es schwer, sich ein Reiseziel für die Winterferien auszusuchen. Da gibts einfach überhaupt nirgendwo Schnee.

Hier in Süddeutschland dümpelt das ganze schon seit November mit 8-15 Grad Tagestemperaturen und 2-10 Grad Nachttemperaturen vor sich hin. Ich habe in diesem Jahr EIN Mal Schnee erlebt, das war irgendwo in den Bergen auf einer Autobahnfart im Sauerland. Da hat es kurz geschneit. Ist sogar liegen geblieben. Wir haben uns schon gefreut, dass es im November den ersten Schnee gab. Endlich mal wieder frieren, den Atem sehen (träum) und eine rote Nase bekommen! Das ganze ließ schwer hoffen. Schnell die Winterreifen drauf machen-sau teuer- egal, das muss sein. Der Winter kommt jetzt bestimmt!!!

Und jetzt das.. sogar die Vögel fangen schon an zu singen. Im Dezember…

Warum brauche ich also den Winter? Ganz einfach, weil es sich so nicht normal anfühlt. Weil der Winter zu meinem Verständnis von Vorweihnachtszeit und Dezember/ Januar einfach dazu gehört. Weil das immer so war. Weil es immer kalt war… immer etwas unangenehm. Weil man genau wusste, dass diese Zeit kommen wird.. und die Freude auf den Frühling danach noch umso größer ist. Die Jahreszeiten schaffen Struktur im Leben, im Charakter, in der Auseinandersetzung mit dem Alltag. Wenn da ein Teil fehlt, ist das wie ein Getriebe, dem man einfach ein Rad weggenommen hat. Es läuft zwar weiter, aber es klingt so komisch!

Der fehlende Winter macht auch sehr schmerzlich bewusst, dass wir mitten in einer großen Klimakatastrophe angekommen sind. Dass das ganze doch etwas schneller ging, als man befürchten konnte. Der Klimawandel ist voll da. Und mit gutem Zureden wird er auch nicht mehr weggehen.

Kurzum: Der Winter fehlt.

Webtipp!

Wer sich noch mehr über das Wetter aufregen möchte oder eine gute Seite mit fundierten Hintergründen und tollen Artikeln sucht, dem sei diese hier schwer ans Herz gelegt: Kaltwetter.com.

Die Seite begleitet mich schon seitdem dieser Sommerfrust im Juli losging… und hat wieder etwas analytische Kälte und tlw. auch ein Lächeln zurück gebracht. Danke dafür.

Categories: Draußen
Tags: , ,