Würze der Kürze

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Falls sich ein einzelner Mensch genötigt sieht, die schöne Sommerszeit allein und sich unendlich langweilend am Pool zu verbringen oder auch die Abendstunden nicht zu Genüge verplant hat, für den habe ich nun einen vorzüglichen Lesetipp in der bewährten Empfehlungstüte!

Das Buch nennt sich „Das Buch der Katastrophen“ und ist von dem in unseren Gefilden nur wenig bekannten Autor Herrmann Harry Schmitz, ein armer, aber sehr lustiger Mann aus dem Rheinland, der schon jung gestorben ist.

Er ist eine vorzügliche, gar lustige Frohnatur und schafft es, auch in triefend-traurigen Stunden ein Lächeln auf das gefaltete Gesicht zu zaubern. Seine Sprache ist begeisternd, ausgefeilt und auch für die Jugend leicht zu verstehen!

Inhaltlich greift er viele Themen auf und immer hat er die Nase überall drin.

Ob das jetzt seltsame Begebenheiten in der feinen Gesellschaft – die ewig gleichen Rituale sind, die zum schlussendlichen Sterben der Sprache führen (was habe ich gelacht!) oder eine einfache, psychologisch-heitere Fabel über den Raben und den Fuchs, für jede Situation hat er eine Alltagsbeobachtung parat, die auf Anhieb zu begeistern versteht.

Durch die würzende Kürze der Texte wird es auch dem Neueinsteiger ermöglicht, seine Freud´ beim Lesemahl zu behalten und das Heft der Weisheit nicht zu früh beiseite zu legen.

Am Ende mag ich es gar als Geschenk für finstere Zeitgenossen empfehlen, den es sonst kaum möglich ist, die Welt locker und leicht zu sehen. Die Texte werden ihn sogleich verwandeln! Auch für den stolzen Hahn steht ein Text bereit, wie er sich z.B. mit dem Regenwurme müht und ihn am Ende doch verschont.

Er darf nur die Hoffnung nicht aufgeben. Die Natur ruft. Geht in die Freiheit, schnitzt euch einen Wanderstecken und schärft euren Verstand. Wider die Konventionen!

Kauft dieses Buch, lest und habt eine schöne Zeit!

Motivation am Bau

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Leider können wir dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren. Letztes Jahr auch nicht. Zuviele Dinge am Haus sind noch zu erledigen, zu knapp bemessen das Budget. In den Sommermonaten erwarten wir einige Besuche, nächstes Wochenende geht es schon los. Während andere Leute ihre Füße in die Hochsee hängen oder bei einer ausgedehnten Wandertour die Sinne abschalten, macht mein Schatz Früh- und Wechselschicht (Im Moment muss er morgens um 3:50 Uhr raus) und ich klemme mir tagsüber meistens den Putzeimer und den Wischmob unter den Arm. Alternativ gehen auch ein Gipsspachtel, ein Lackpinsel, eine Farbrolle, ein Hammer, ein Gartengerät, eine Gießkanne oder ein Schraubendreher. Sehr schön sind auch Silikonpumpen, Abisolierzangen, Kabelbinder, Drahtbürsten fürs Grobe, Bohrer mit Aufsatz zum Mischen des Zementmörtels. Alternativ tut es auch ein Klinkerstein, ein Sack Außengips oder eine Pressholzplatte. Wer dann noch nicht genug hat und es „selbst machen“ will, der geht in den Baumarkt und holt sich Styroporkleber, Vliestapete nebst Vliestapetenkleber, ein brandneues Abwasserrohr für die schmutzigen Dinge oder ein Einbauventilator für die Entlüftungstechnik, die sind aber ziemlich teuer, also Vorsicht.

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Alltagsgeschichten

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Einkaufen ist so eine Sache, die ich meistens nebenher mache. Manchmal hab ich Lust drauf, manchmal nicht, manchmal ist mir zu heiß, manchmal frage ich mich: Brauche ich das wirklich alles? Da es so sehr Routine geworden ist, habe ich meistens Zeit, mir die Menschen und Situationen anzuschauen, mit denen ich dann so umgeben bin. Gestern war es wieder besonders krass.

Zuerst fällt mir mal auf, dass zwar alle Leute über die Spritpreise jammern, aber es auf der Hauptachse zur Stadtmitte ein Rauschen von Benzinmotoren gibt, dass es eine Freude ist. Mir fällt die Frau auf, die mit Müh und Not an einer Fußgängerinsel versucht, mit ihrem hübschen Citybike die Straße zu überqueren. Keiner hält an, alle fahren vorbei und haben wahrscheinlich gerade die Ölpreise im Kopf, aber verzichten auf das Auto tut anscheinend noch keiner. Überhaupt sind die einzigen Personen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, alles Frauen. Auch in den Supermärkten fällt mir auf, wie sehr es anscheinend „Frauensache“ ist, den Haushalt zu schmeißen und erschreckend finde ich immer die Bilder, wenn sich die „Familienmanagerin“ mit ihren schreienden und quengelnden Blagen an der Kasse oder in den Gängen abmüht und alles alleine schultern muss.

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Arena- Finale

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Der grüne Rasen neigt seine Halme, zerdrückt und flach getreten liegt er da. Keiner sieht ihn mehr an. Der Ball, eine Erinnerung im Museum, bald schon sinkt der Preis.

Traurigkeit in den deutschen Gesichtern. Der letzte Kampf ist doch verloren.
Die Spanier waren besser, ballsicherer und taktisch kühl, zauberten vor der deutschen Abwehr und vergaben zahlreiche Chancen. Doch ein einziges hart erkämpftes Tor von Torres in der Frühphase des Spiels reichte, um die Deutschen nach Hause zu schicken. Geschlagene, junge Helden.

Das nächste Spiel kommt bestimmt.

Die schwarz- rot- goldenen Fahnen kann man erstmal wieder in den Schrank stellen. Morgen heißt es wieder: Inflation, Ölpreis, Autobahnstaus, Hektik beim Einkaufen, unfreundliche Gesichter, Gestank, Lärm und schlechte Luft.

Ein jähes Aufwachen aus einem schönen Traum.

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