Kunst mit Hindernissen

Langsam baut sich die Kreativität auf. Gedankenblase für Gedankenblase blubbern langsam aus dem Hirn,
unaufhörlich steigert sich das textgebene Verlangen,
ungefiltert, authentisch kommt es aus den Fingerspitzen geflossen
der Text formt sich langsam wie ein Glibber aus Schleim, der zu Statue wird.

In diesem hoch-empfindlichen Prozess des Sich-Versenkens werde ich jäh unterbrochen,
das Publikum reißt mir das Heft aus der Hand und will alles wissen, was ich geschrieben habe.
Bevor der Gedanke zu Ende gesponnen wurde, hat ihn schon jemand in der Hand.
Die Leser sind noch neugierig, geben sich freundlich, dann folgt die Kritik.

Alles ist zerstört, alles ist weg! Vorbei die einsamen Gefühle der Romantik.
Vorbei die Lust am Schreiben, die Freude an der Phantasie.
Die Realität ist über mich herein gebrochen wie ein 200 Tonnen Fels durch eine dünne Glasscheibe.

Da war nichts zu schützen, da war nichts zu bewahren.
Die künstlerische Seele liegt zerfleddert auf dem Asphalt.
Das Publikum läuft vorbei und lacht.
Nein schlimmer noch, es beachtet mich nicht mehr.

Der kühne Textgedanke , der so freudig hat begonnen
er ist verstorben und abgerissen wie ein dünner Faden
ich kann ihn nicht mehr aufnehmen!
Adieu du kostbarer Buchstabensalat
wann werde ich dich wiedersehen?