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	<title>J.A. Blog</title>
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		<title>Pferdefleisch und Bio-Eier</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 09:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Bio]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[viele Krisen machen einen Skandal

Ich muss sagen, die Lebensmittelkrisen in der letzten Zeit haben mich sehr bewegt und auch aufgeregt. Vor allem die letzten beiden Skandale, das untergemischte Pferdefleisch im Hackfleisch und die falsch deklarierten Bio-Eier.
Noch mehr aufgeregt hat mich aber, wie oberflächlich und gleichgültig viele Menschen das Thema angegangen sind. Es wurden Witze gemacht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>viele Krisen machen einen Skandal<br />
</em><br />
Ich muss sagen, die Lebensmittelkrisen in der letzten Zeit haben mich sehr bewegt und auch aufgeregt. Vor allem die letzten beiden Skandale, das untergemischte Pferdefleisch im Hackfleisch und die falsch deklarierten Bio-Eier.</p>
<p>Noch mehr aufgeregt hat mich aber, wie oberflächlich und gleichgültig viele Menschen das Thema angegangen sind. Es wurden Witze gemacht, im Internet wurden Artikel geschrieben, die das ganze verharmlosen und ein paar konsverative Politiker wollten doch allen Ernstes das Zeug <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/pferdefleisch207.html">den Bedürftigen geben</a>, bzw. &#8220;zum Fraß vorwerfen&#8221; (und somit wahrscheinlich Sozialausgaben einsparen oder sich anderweitig profilieren). Indem man das Ganze &#8220;zur Fütterung&#8221; ausschreibt, schiebt man noch gleich eine implizite Botschaft hinterher, indem man es nachträglich legitimiert.. so nach dem Motto &#8220;also wenn wir es den Obdachlosen geben, dann kann das ganze nicht so schlimm sein, sieh her, es ist zwar etwas anders, aber schmecken tut es doch eigentlich&#8230;&#8221;</p>
<p>Nochmal: Der Skandal liegt darin, dass der Verbraucher Rind kauft, aber Pferd bekommen hat. Das ist ganz einfach Betrug. Dazu kommt noch, dass das Pferdefleisch außerhalb jeglicher Kontrollen verarbeitet wurde, also auch außerhalb jeglicher Hygienevorschriften und auch mit x-beliebigen Medikamenten oder anderen Giften belastet sein kann! Man kauft sich also guten Gewissens eine Lasagne, bekommt man aber medikamentenverseuchtes Rennpferd, das mangels Leistung ausgemustert wurde. Genauso könnte man auch einen Autoreifen essen oder eine in Klebstoff getauchte Büroklammer.</p>
<p>Im Radio wurden darüber philosophiert, warum wir aus ethischen Gründen mehr Probleme habe, die süßen Pferde zu essen, als das -uns meisten Menschen aus dem Alltag nicht mehr so bekannte- Schwein oder Rind. Es wurden viele Erklärungen gesucht, viele Ausflüchte und Verharmlosungen produziert, von Verbraucherschützern (und Ministern) viele Versprechungen und Glaubensbekenntnise gemacht, aber ändern wird sich wieder gar nichts und der Verbraucher ist am Ende wieder der Dumme.</p>
<p>Natürlich ist der Skandal als solches <em>nicht so schlimm</em> und man muss sich auch fragen, was schlimmer ist: Dass wir überhaupt Tiere töten, um sie dann zu essen oder uns darüber beschweren, dass beim Töten noch ein Betrug stattgefunden hat und in unser Lieblingsfutter noch etwas falsches gemischt wurde. Bei den Eiern finde ich es noch schlimmer, weil hier augenscheinlich Etikettenschwindel stattgefunden hat, weil man dem treuen Kunden, der durch seine Kaufentscheidung auch das Recht der Hühner in ihren Gehegen stärken möchte, betrogen hat.</p>
<p>Es zeigt auch, dass die Macht der Verbraucher ihre Grenzen hat: Obwohl die Verbraucher sich für Bio-Produkte entscheiden wollen und wahrscheinlich auch mehr Geld dafür ausgeben würden, drücken die Handelsketten auf den Preis und zwingen die Hersteller dazu, ihre Waren möglichst günstig abzugeben. &#8220;Billig-Bio boomt&#8221; ist dann die Schlagzeile. Schön gesund und ethisch einwandfrei soll es sein, aber zuviel ausgeben ist auch nicht gut. Die Frage ist nur, wer das größere Problem mit dem teuren Bio hat: Die Supermarkt-Kette, die das ganze erst gar nicht anbietet oder der empfindsame Verbraucher, der auf Grund der Lohnforderungszurückhaltung und der &#8220;starken Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands&#8221; auf Grund von Lohndumping und Leiharbeit nur noch einen mäßig gefüllten Geldbeutel hat?</p>
<p>Somit ist das gesamte System in der Krise und die &#8220;Defekte&#8221; die in den letzten Tagen mal wieder zum Vorschein gekommen sind, sind nur die offensichtlichsten Symptome, die normaler keiner zu Gesicht bekommen soll&#8230; die aber irgendwann unübersehbar und dann auch ziemlich &#8220;hässlich&#8221; werden.</p>
<p>Die Lebensmittelindustrie hängt am Handel, der wiederum sehr stark am Wirtschafts- und Finanzsystem und letzten Endes wird alles dem Profit untergeordnet. Somit kann man auch nicht das eine herausnehmen und sagen: &#8220;Da schau her, hier läuft etwas schief, ein Defekt, man sollte ein Pflaster holen und einen Wundspray, damit das ganze schnell wieder zuheilt und das nächste Mal bitte besser aufpassen, dass du dir nicht wieder das Knie aufschmrammst ..&#8221;.. sondern der Patient ist als ganzes betroffen, wackelig auf den Beinen und an jedem Organ zeigt sich die Krankheit etwas anders.</p>
<p>Verpackungen werden heutzutage so hergestellt, dass sie von Maschinen einfach hergestellt werden können, ob der Kunde den verklebten Plastikberg überhaupt noch aufbekommt, ist am Ende eigentlich egal. Die Maschine ist wichtig, der Umsatz und das Kosten-Gewinn Verhältnis ist wichtig, aber der Endverbraucher scheint nur noch nebenbei zu laufen und muss bei dem Spiel möglichst gut mitspielen.</p>
<p>Und auch die Auswirkungen der ganzen Zusatzstoffe, Weichmacher und Farbstoffe ist tlw. überhaupt nicht mehr zu überblicken und jenseits jeder Kontrollen, wie der gestrige <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/kuechencheck103.html">Fernseh-Beitrag sehr gut gezeigt</a> hat.</p>
<p>Was kann man als Verbraucher also machen, um dem gesamten System möglichst effizient zu entkommen und die Risiken, die durch den gigantischen Lebensmittel-Handel-Tierindustrie-Markt entstehen, zu verringern? Dass die Kauf-Entscheidung für Bio-Produkte alleine nicht mehr reicht, wurde die letzten Tage ja eindrucksvoll bewiesen. Der Vertrauensverlust der durch solche Verhaltensweisen entstehen kann, ist groß. Er wird die Branche als ganzes schädigen.</p>
<p>Im Grunde müsste man seine Kaufentscheidungen weg von den Supermärkten lenken und wieder mehr bei regionalen Anbietern kaufen. Z.B. auf Wochenmärkten, auf Bauernhöfen (evt. auch mit eigener Schlachtung und so, dass man das Tier und seine Lebensbedigungen direkt sehen kann). Auch das Ess- und Kochverhalten müsste grundsätzlich umgestellt und verändert werden: Man muss mehr selbst kochen, auf Fertiggerichte verzichten, keine Burgerketten mehr besuchen, auch nicht wenn es hektisch wird und man &#8220;mal eben wenig Zeit hat&#8221;. Wer sich wenig Zeit fürs Essen nimmt, der macht an der Systemkrise schon wieder mit. Denn Zeit ist Geld und Geld ist knapp&#8230;</p>
<p>Vielleicht würde auch bedeuten, wieder mehr auf die Saison zu achten und bestimmte Produkte nur noch zu kaufen, wenn sie auch in natürlicher Form vorkommen und von der Natur &#8220;erzeugt&#8221; werden. So konnte man in einem anderen Beitrag z.B. lernen, dass <a href="http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/quarks-und-co/das-huhn-mehr-als-nur-ein-eierlieferant?documentId=13537440">Hühner im Winter gar keine Eier legen</a>, sondern nur wenn genügend Sonne scheint. Ich frage mich nur, woher kommen dann die ganzen Eier, die man im Winter jederzeit kaufen kann?</p>
<p>Man müsste der Gesundheit einfach wieder mehr Kredit geben. Geld und Zeit für das Essen und in ein nachhaltiges, gesundes Lebensmittel investieren- dort, wo es Politik und Handel schon lange nicht mehr können.</p>
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		<title>Ich bin eine Bloggerin, hol mich hier raus</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jan 2013 10:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[C-Promis]]></category>
		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Niveaulos]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern ist es mir mal wieder passiert: Der sehr gute, werbefreie Krimi im ZDF hat gefallen und überzeugt. Spannung pur, eine interessante Handlung und hervorragende Schauspieler rundeten das Fernsehvergnügen auf hohem Niveau ab.
Dazu als deutsch-österreichische &#8220;Crossproduktion&#8221; und dem majestätischen Handlungsort Wien eine perfekte Grundlage für einen netten Fernsehabend. Und so kam es dann auch.. eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>G</strong>estern ist es mir mal wieder passiert: Der sehr gute, <a href=" http://www.zdf.de/Spuren-des-B%C3%B6sen/Spuren-des-B%C3%B6sen-25324940.html">werbefreie Krimi im ZDF</a> hat gefallen und überzeugt. Spannung pur, eine interessante Handlung und hervorragende Schauspieler rundeten das Fernsehvergnügen auf hohem Niveau ab.</p>
<p>Dazu als deutsch-österreichische &#8220;Crossproduktion&#8221; und dem majestätischen Handlungsort Wien eine perfekte Grundlage für einen netten Fernsehabend. Und so kam es dann auch.. eine Rezension spare ich mir, weil man den Film noch online anschauen kann und ich nicht zuviel &#8220;spoilern&#8221; möchte.</p>
<p><em>Eigentlich </em>wollte ich danach den Fernseher ausschalten, weil schon ein kurzer Blick in die Fernsehzeitung betätigte, dass hier nicht mehr viel interessantes kommen würde. Außer eben dieser einen Sendung, die man eigentlich nicht schauen sollte, die aber gerade jetzt anfängt&#8230; über die auffallend viel geredet und berichtet wird (weniger in den Qualitätsmedien, aber umso mehr in den Boulevardmedien).</p>
<p>Die Sendung heißt: &#8220;Ich bin ein Star, holt mich hier raus&#8221; oder kürzer gesagt, das &#8220;<strong>Dschungelcamp</strong>&#8220;.</p>
<p>Die letzten Staffeln habe ich fast alle ausnahmslos ignoriert, weil ich entweder das ganze Konzept zu abartig und eklig fand, die Promis nicht mochte oder das ganze System mit dem auf Einschaltquoten ausgerichteten Privatfernsehen einfach nur ätzend finde.</p>
<p>An dieser Einstellung hat sich eigentlich nichts geändert, dennoch ist die Neugierde einfach zu groß, denn die Sendung hält sich ähnlich hartnäckig wie andere Formate, die auf Grund ihrer mangelnden Qualität dem Untergang geweiht sein müssten  (z.B. Big Brother, &#8220;DSDS&#8221; oder Germanys Next Topmodel).</p>
<p>Ich habe also beschlossen, mir die letzten zwei Folgen mal komplett anzuschauen und zu überlegen, was an dieser Sendung eigentlich gut und was schlecht ist. Auch schlechte Sendungen verdienen eine vollständige Rezension und eine qualifizierte Bewertung, ansonsten macht man es sich mit einem Vorurteil zu einfach.</p>
<p>Da fängt es mit den Kandidaten an, die wieder einmal sehr seltsam ausgewählt worden sind (nachzulesen <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star/dschungelcamp-news/dschungelcamp-2013-diese-elf-stars-sind-dabei-2a5e6-7c29-29-1373881.html">hier</a> ).</p>
<p>Ich kannte vorher eigentlich nur Fiona (aus Heidi´s Topmodel-Sendung), den Karstadt-Erpresser &#8220;Dagobert&#8221; (huch, ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arno_Funke">Krimineller</a>?  ) und natürlich die Show-Transe Olivia Jones (die letztendlich auf Grund ihres hohen Glamour-Faktors auch den Grund zum Einschalten gab).</p>
<p>Die restlichen Namen sind ziemlich unbekannt und verdienen den Namen C-Promis eigentlich nicht: Die Mutter von Daniela Katzenberger darf wahrscheinlich nur auf Grund des Ruhmes ihrer Tochter ins Camp und von Allegra Curtis habe ich erfahren, dass sie die (Halb-)Schwester von Jamie Lee Curtis ist und mit Tony Curtis einen berühmten Vater hat.</p>
<p>Naja. Den Rest muss man nicht wirklich kennen. Oder kann jemand was mit Namen wie Geogina oder Claudelle Deckert etwas anfangen? Auch Joey Heindle, Patrick Nuo oder Silva Gonzalez muss man nicht wirklich kennen.</p>
<p>Erstes Minus also für RTL, die es mal wieder nicht geschafft haben, interessante Charaktere mit ins Boot zu holen und nur den Bodensatz der Nebenbühnen-Prominenz anlocken konnten.</p>
<p>Das Konzept wurde ebenfalls nicht geändert und bleibt belanglos wie einfallslos, mit dem kleinen Bonus, dass man eine hohe virale Aufmerksamkeit erzeugen kann: Man reise an das andere Ende der Welt (Australien), sperre die Promis in ein von der Außenwelt abgeschnittenes Camp, versorge sie nur mit den nötigsten menschlichen Bedürfnissen und lasse sie (anders als daheim) mal richtig für ihr Essen arbeiten (in Form der Dschungelprüfungen). Die Kandidaten für diese Prüfungen werden wiederum von den Zuschauern per Telefon gewählt, was zum einen einen extra Umsatz für RTL generiert und auf der anderen Seite ein paar neue Dauer-OPFER erschafft, die man auf Grund ihrer Zickigkeit oder Unbeholfenheit immer wieder leiden sehen möchte (in diesem Falle Georgina).</p>
<p>Den Läster-Kram, der beim langweiligen Abhängen im Camp mit der stets gleichen Totale und gelegentlichen Zooms auf die Kandidaten &#8220;aufgelockert&#8221; wird, kann man dann am nächsten Tag in hundertfacher Vervielfältigung in den Klatschmedien der deutschen Medienlandschaft nachlesen.</p>
<p>Ein weiteres Highlight sind die ironischen und teils bissigen Kommentare der Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich..entweder aus dem sicheren Off oder direkt im Angesicht der Kandidaten, wenn sie die Prüfungen moderieren müssen. Hartwich ist der Ersatz des im letzten Jahr verstorbenen Dirk Bach.. ob er aber in diese berühmten Fußstapfen der Show-Unterhaltung treten kann, wird sich noch zeigen müssen. Was man bis jetzt gesehen hat, war viel versprechend. Vielleicht nicht ganz so überdreht und bissig, aber doch schön ironisch und als passender Gegenpart für Frau Zietlow.</p>
<p>So zwei Sendungen habe ich mir reingequält und wie lautet das vorläufige Fazit?</p>
<p>Am Anfang habe ich mir gedacht, wie langweilig das ganze ist. Die Prüfungen sind eklig und tlw. grenzverletzend. Was denken sich eigentlich die Tiere, deren Ruhe man stört, die man in Käfige einsperrt oder die vor laufender Kamera enthauptet werden (&#8220;der Larve musst du den Kopf abbeißen, den Rest aber essen&#8221;)? Und was ist mit der Würde der Menschen, deren letztes aus ihrem Privatleben auch noch gezeigt wird? Die in unwürdigen Haltungen und teils ungeschminkt oder gar nackt bis in die letzte Pore auf der Titelseite des nächsten Magazins landen? Wie dämlich kann man eigentlich sein, sich in der anschließenden Extra-Sendung nochmal die Aufbereitung des völlig belanglosen ansehen zu müssen? Und warum- in aller Welt- machen die Zuschauer eigentlich mit, rufen dort an, schauen sich die Werbung an und unterstützen das ganze damit?</p>
<p>Was hat die Sendung also, was sie begeistert, was fasziniert? Bei all dem objektiv &#8220;schlechten&#8221; und moralisch verwerflichen muss es doch etwas geben, was dafür sorgt, dass die Menschen davon angezogen werden?</p>
<p>Vielleicht ist es gerade dieses &#8220;schlechte&#8221;, was so anziehend wirkt. Das man weiß, wie widerwärtig das Konzept ist, wie einfach gestrickt die Maschen sind und wie lustig es eigentlich ist, andere beim Verzehren einer Käsefrucht, einem Teller mit Kakerlaken, einer Schwein-Vagina oder beim beherzten Biss in einen Grill-Spieß mit Skopionen zusehen zu können.</p>
<p>Als Zuschauer/ Zuschauerin überlegt man sich auch, wie es weitergeht. Wird die Camp-Mutti Olivia dafür sorgen können, dass sich die zickige Georgina mal zusammenreißt und nicht bei der nächstenbesten Ekelattacke einen Rückzieher macht? Welche Verhaltensweisen wird man beim Mann mit der kriminellen Vergangenheit noch entdecken können und wird die Mutter von der Katze noch ein paar Geheimnisse über deren ohnehin schon überstrapaziertes Privatleben preisgeben? Und warum.. interessiert uns das eigentlich alles?</p>
<p>Wenn man die Sendung gesehen hat, fühlt man sich danach so leer und so hungrig&#8230;. Hungrig nach Bildung, hungrig auf ein gutes Gespräch,  hungrig auf einen guten Tierfilm in den Dritten, einer politischen Sendung auf Arte, hungrig auf einen langen, literarisch gut geschriebenen Roman (ohne Bildchen) oder einfach mal die Sonntagsausgabe der FAZ&#8230; zur Not würde ich auch mal wieder ein Buch von Schirrmacher lesen, aber bitte nicht-mehr-diese-Sendung!</p>
<p>Ich glaube, ich bin innerlich schon gefangen. ich sehe die Lianen sich bereits von der Decke winden. Die Grillen zirpen in meinem Gehörgang, ich bekomme Appettit auf ein großes Glas gequirlten Käfer-Cocktail.. ich glaube, ICH MUSS HIER RAUS !!!</p>
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		<title>Ausblick in den digitalen Nebel</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2013 17:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Internes]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das neue Jahr, was wird es bringen?
Schon lange  habe ich mir überlegt, einen Satz (oder mehrere) zur aktuellen Lage des Blogs zu formulieren, dann aber wieder alle Entwürfe und Ansätze verworfen und es doch nicht geschafft, irgendetwas zu veröffentlichen. Ich hoffe seit Monaten, dass endlich ein inneres Fazit herausfällt, etwas, auf das ich mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ja-blog.de/wp-content/uploads/2013/01/Brüderle1_bearbeitet-2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3893" title="Cartoon_skeptisch1" src="http://www.ja-blog.de/wp-content/uploads/2013/01/Brüderle1_bearbeitet-2-259x300.jpg" alt="Skeptischer Blick, Cartoon, Zeichnung" width="259" height="300" /></a></p>
<p><strong>D</strong>as neue Jahr, was wird es bringen?</p>
<p>Schon lange  habe ich mir überlegt, einen Satz (oder mehrere) zur aktuellen Lage des Blogs zu formulieren, dann aber wieder alle Entwürfe und Ansätze verworfen und es doch nicht geschafft, <em>irgendetwas </em>zu veröffentlichen. Ich hoffe seit Monaten, dass endlich ein inneres Fazit herausfällt, etwas, auf das ich mich mit mir selbst einigen könnte. Etwas, bei dem ich mich sicher und standhaft fühle und das Gefühl entwickeln kann „so muss es sein!“. Erfahrungsgemäß kommt dieser Tag nie, vor allem dann nicht, wenn er vor sich hergeschoben und immer im Unklaren gehalten wird.</p>
<p>Insgesamt hat sich für mich das Bloggen etwas überlebt und ich habe immer weniger Zeit und Lust dafür. Andere Dinge drängen in den Vordergrund, dennoch lässt mich die alte Leidenschaft nie ganz los.<br />
Ich empfinde nicht mehr so stark das Bedürfnis, mich zu äußern und über das Weltgeschehen aufregen zu müssen. Bis es dann wieder Tage gibt, an denen ich das sehr reizvoll finde!</p>
<p>Ich empfinde auch die stille Position &#8211; einfach nur zu schauen und zu hören, was andere sagen und denken &#8211; als reizvoll und angenehm. Jede Äußerung ist ja auch wieder eine Einmischung in das Weltgeschehen und jeder Versuch, andere mit der eigenen Meinung zu manipulieren oder gar in eine Richtung zu drängen, erscheint mir mit jeden Tag dubioser und zweifelhafter. Dem anderen seine Meinung zu lassen und sich in Toleranz zu üben ist eine Tugend, die man als aktive Bloggerin nur schwer lernen kann. Ein wenig Distanz zu den Dingen ist auf jeden Fall hilfreich.</p>
<p>Meine Erfahrung mit Twitter vor ca. zwei Jahren, hat mir dann schließlich gezeigt, dass ich auch die neue Art der Online-Kommunikation nicht so mag und auf den Hype irgendwie nicht aufspringen kann. Werde ich vielleicht alt.. oder schlimmer noch.. sogar altmodisch, konservativ?</p>
<p>Ich habe außerdem viel über die Art nachgedacht, mit der wir online reden, wie wir uns „vernetzen“, wie es neudeutsch so schön heißt und was es für unsere sozialen Bindungen und Beziehungen ausmacht.</p>
<p>Schließlich hab ich z.B. über das Briefe und Email-Schreiben die alten Werte wieder entdeckt: Dass es eigentlich viel authentischer und schöner ist, mit den Menschen direkt in Verbindung zu stehen, als sich über ein anonymes und computerbasiertes Drittmedium zu unterhalten. (wobei die Email nur eine Vorstufe ist und das letztendliche „ideale Ziel“ nur die reale Kommunikation sein kann). Es ist zwangsläufig so, dass beim Bloggen bestimmte Dinge und Aspekte der Kommunikation  unter den Tisch fallen&#8230; und andere Sachen wiederum überbetont werden : Der Kopf z.B. und das kritische Denken, aber auch das Zerfasern von Gedanken und Anschauungen, der Streit um Dinge, die eigentlich klar sein sollten, sowie die emotionalen Missverständnisse und Unzulänglichkeiten.</p>
<p>Das Blog hat zweifelsohne seine Berechtigung, wenn es darum geht, „News aufzubereiten“, also längere Gedankengänge zu formulieren, sich über Quellen und andere Webseiten zu informieren und etwas „mit Bestand“ zu erschaffen. Auch Themenblogs finde ich aus diesem Grund immer reizvoller.</p>
<p>Das ist für mich die Basis und der Sinn des Schreibens: Erkenntnisgewinn durch das Schreiben und Lesen, aber auch vor allem durch das Nachdenken beim Schreiben selbst.</p>
<p>Überfordert wird das Blog hingegen, wenn man es als „soziales Medium“ auflädt oder überbewertet, weil es das im Kern nicht ist. Wenn die Maschine aus ist und nichts mehr geschrieben wird, sind auch die Bindungen weg. Wie eine Stromquelle, die vom Netz getrennt wird und keine neuen bunten Bilder und Leuchtideen mehr erzeugt. Ohne Schwingung gibt es keine Resonanz und ohne Resonanzen keine schöne Melodie.</p>
<p>Was mich z.B. wundert ist die Tatsache, dass man im ganzen Internet fast nie Menschen sieht, obwohl doch alle Inhalte von Menschen erzeugt werden. Man sieht kaum Porträts und keine Mimik, kein emotionalen Abgleich mit dem Gesagten. Wir nutzen den Computer mit Begeisterung und werden gleichsam (und fast ohne es zu  merken) immer mehr zu Maschinen.</p>
<p>Vielleicht ist das auch der Grund, warum Seiten wie Facebook so beliebt sind? Weil sie persönliche Nachrichten mit den passenden Bildern untermalen, weil es ein viel stimmigeren Gesamteindruck gibt? Aber zu welchem Preis!</p>
<p>Das gibt es auf der anderen Seite die Gegentendenz und die -von den Medien zu welchen Zwecken auch immer &#8211; geschürten Ängste vor dem, „großen schwarzen unbekannten Internet“, das uns eines Tages alle verschlingen wird und nur die ab gekauten Daten-Skelette wieder ausspucken wird.</p>
<p>Das Internet ist die anonyme Cloud, die unsere Gedanken und unsere Persönlichkeitsrechte aufsaugt und den Menschen zur digitalen Einheit und Nummer werden lässt.</p>
<p>Es bietet aber auch Chancen und kann Distanzen und innere Einstellungen überbrücken, vielleicht sogar die Menschen näher bringen.</p>
<p>Es liegt letztendlich und in großem Maße auch an den Menschen, die das Internet mit ihren Gedanken erzeugen, erschaffen und vielleicht eines Tages mit etwas noch besserem ersetzen werden.</p>
<p>Was genau, kann ich heute noch nicht sagen.</p>
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		<title>Ein Jahresrückblick</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jan 2013 10:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Jahresrückblick? Ja, ein Jahresrückblick! Sollte man doch mal gemacht gehabt haben, würde sich ja anbieten.
- Gäähn- hab ich genauso wenig Lust drauf wie auf alle anderen Artikel und Ideen. Und außerdem, warum soll man gerne auf Jahre zurückblicken, die vielleicht im Detail weniger erfreulich waren? Warum immer alles noch mal austreten? Die persönlichen Highlights [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein <em>Jahresrückblick</em>? Ja, ein Jahresrückblick! Sollte man doch mal gemacht gehabt haben, würde sich ja anbieten.<br />
- Gäähn- hab ich genauso wenig Lust drauf wie auf alle anderen Artikel und Ideen. Und außerdem, warum soll man gerne auf Jahre zurückblicken, die vielleicht im Detail weniger erfreulich waren? Warum immer alles noch mal austreten? Die persönlichen Highlights herauspicken? Eine Show draus machen. Wenn überhaupt, das Ganze ist eh schon zu spät, wird doch meistens vor Weihnachten gemacht.</p>
<p>Warum lädt man das Ende des Jahres eigentlich immer so mit Bedeutung auf? Muss auch eine menschliche Angewohnheit sein! Im neuen Jahr wird alles besser! Und dieser eine entscheidende Tag, ab dem 31.12. soll ALLES ändern. Der Weltfrieden wird kommen, wir nehmen spontan 25 kg ab, die Menschen werden alle genug zu essen haben und wir persönlich <em>noch </em>reicher.</p>
<p>Wenn schon, dann ist mir die Zeit „zwischen den Jahren“ eh viel lieber. Eine Zeit bedeutungsvoller Ruhe, das große Echo vergangener Feierlichkeiten verhallt noch leise im Raum, die Schweißperlen des Koch-Marathons sind noch nicht ganz abgewischt, die Nerven noch ein wenig am Flattern, aber schon bald wieder in Nullstellung. Um dann schwupps, einen neuerlichen Anlauf zu nehmen und auf das letzte- große- Fest- des- Jahres zu rennen. Und locker hineingleiten.. vorzugsweise mit etwas Alkohol. Der jetzt in Russland teurer wird, übrigens. Damit nicht mehr <a href="http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/alkohol-ist-todesursache-nr-1-in-russland.html">43 Prozent der Todesfälle</a> bei Männern (zwischen 25 und 54) vom Alkohol verursacht werden, sondern nur noch von 42,5 Prozent.   Und bei uns könnte es demnächst auch noch teurer werden, wenn die ermäßigte Mehrwertsteuer wegfällt. Aber psst, erst <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/schaeubles-sparpaket-csu-mann-mueller-will-politik-der-entlastung-a-874589.html">nach den Wahlen</a>!</p>
<p>Aber die Deutschen (zumindest unsere Großeltern) sind sowieso Kriegs-gestählt, die lassen sich auch von Madame Merkel auf härtere Zeiten eintrimmen. Der brave Steuerzahler zahlt ja alles bereitwillig. Gerne, bitte, danke, nur die Höflichkeit nicht vergessen. Was tut man nicht alles für die da oben, damit die armen notleidenden Banken endlich mal geretttet werden. Von den armen Griechen indes redet keiner mehr, da sind wir froh, wenn wir möglichst bald wegzappen können. Dieses Elend, so kurz vor der europäischen Haustür, ach nein, die liegen ja schon im Flur, diese Elends-Menschen, die sich kein Auto mehr leisten können (den deutschen Autobauern egal, die verkaufen ja international) … die kein Geld mehr für Heizöl haben und jetzt Holzabfälle verbrennen müssen, die Umwelt und die Gesundheit wird’s nicht freuen. Aber <a href="http://www.griechenland-blog.gr/2010/versorgungsengpaesse-bei-medikamenten-in-griechenland/3439/">für Medikamente ist auch bald kein Geld</a> mehr da, was soll´s. Und alles nur, damit die Banken und Finanzspekulanten weiterhin dicke Gewinne einfahren können und die Privatvermögen weiter ansteigen&#8230; und das versammelte Europa schaut tatenlos und hilflos zu und bedankt sich mit guten Ratschlägen und weiteren Sparauflagen. Der deutsche Stammtisch-Michel hat natürlich auch eine Meinung! Die Griechen sind eben nicht so fleißig, weiß doch jedes Kind! Die Korruption war´s, das ist doch klar. Gibt’s ja alles in Deutschland nicht&#8230; wenn, dann <a href="http://www.apotheke-aktuell.com/nachrichten/gesundheitspolitik/news/artikel/gesetzesverschaerfung-gegen-aerztekorruption-diskutiert/">nur so ein bisschen</a>&#8230; achso, die werden noch gar nicht bestraft? Korrupter Arzt sollte man sein!  Dann könnte man viel rumjammern UND noch dick verdienen.</p>
<p>In den USA hat man es ja letztens auch versucht, so ein bisschen mehr Steuern, ein wenig mehr Verantwortung der Reichen gegenüber das von Waffen- und Kriegsrüstung runtergewirtschaftete und überschuldete Land vor der Fiskalklippe zu retten! Wie das klingt! Als ob es unausweichlich gewesen wäre. Als ob die ganze Landschaft nur aus Klippen besteht, die man vor lauter Selbstüberlegenheit die ganze Zeit übersehen hatte und jetzt mit einem übereilten, nicht ausgereiften und überhaupt nicht gangbaren Versuch wieder auszubügeln und umschiffen zu versucht.</p>
<p>Da könnte man ja glatt zum Amokläufer werden.. wenn es nicht schon soviele gäbe. Soll man doch die Schulen aufrüsten, schlug letztens jemand <a href="http://www.fr-online.de/politik/amoklauf-von-newtown-die-us-waffenlobby-bleibt-sich-treu,1472596,21168286.html">aus der Waffenlobby</a> ernsthaft vor! In der Grundschule, der Polizist neben der Tafel mit dem Sturmgewehr, eine schöne Vorstellung. Fehlt noch der Stacheldraht auf dem Pausenhof, der Panzer im Lehrerzimmer und die Granaten und Raketenwerfer in der Turnhalle, neben den Fußbällen und den Trampolinen. Aus dem Turnkasten kann man übrigens prima eine Panzersperre bauen (man muss die bloss etwas verschachteln), man hat ja genügend Erfahrung in Kriegen rund um den Globus sammeln können&#8230;</p>
<p>Und wenn das alles nichts hilft, steckt man halt <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/us-schule-lehrer-duerfen-mit-waffen-ins-klassenzimmer-a-575397.html">jedem Lehrer noch eine Waffe</a> einzeln zu. Das gibt auch einen guten Umsatz, Moment, mal Taschenrechner rausholen, .. so und soviel Millionen&#8230;</p>
<p>Nene, da reicht mir das Geknalle an Sylvester schon gerade. War auch wie im Krieg diesmal. <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/umsatzbringer-an-silvester-das-geschaeft-mit-dem-bumms/6008294.html">Und teuer dazu</a>!<br />
Aber so oft macht man das ja nicht, also was soll die grüne Gutmenschen-Meckerei?</p>
<p>Ich muss jetzt sowieso aufhören, Strom sparen. Der wird teurer ab 2013. Ein bisschen. Kennt man ja, <a href=" http://www.sueddeutsche.de/geld/folgen-der-energiewende-gruener-strom-ist-teuer-1.1442331">wie jedes Jahr</a>!  <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/folgen-der-energiewende-gruener-strom-ist-teuer-1.1442331"></a></p>
<p>Und wenn dann die Depression und der Burn-Out kommen, kann man ja auch zum Arzt gehen und sich was verschreiben lassen. Der wird günstiger, weil es <a href="http://www.tagesschau.de/inland/praxisgebuehr124.html">keine Praxisgebühr</a> mehr gibt. Das ich das noch erleben darf&#8230; *Tränen aus dem Augenwinkel reib*</p>
<p>Also, schluchz &#8211; auf ein frohes Neues Jahr !</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>ps: Wer jetzt zu depri geworden ist, dem können vielleicht die Musiktipps aus dem letzten Jahr wieder hoch helfen:</p>
<p>natürlich der <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=xXdDjnVM1kI">Gangnam Style</a>, der Hit des Jahres&#8230; aber auch „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=kd1BlzfhQws">Try</a>“ von Pink fand ich sehr schön &#8230; und einmal um die Welt reist es sich nicht besser als mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=u2pySXCmwpc">Cro</a> &#8230;</p>
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		<title>Alle Jahre wieder..</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Dec 2012 10:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[familie]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsträume]]></category>

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		<description><![CDATA[..da kommt sie, die „besinnliche Zeit.“ Aber warum heißt es eigentlich „besinnlich“, weil es uns um alle Sinne bringt? Oder weil wir uns besinnen sollen?
Für Kinder ist Weihnachten noch relativ überschaubbar, das vielleicht meist erwartete Game Fest des Jahres: Mama backt Plätzchen, man hängt den ganzen Tag so rum, in der Schule ist nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>..da kommt sie, die „besinnliche Zeit.“ Aber warum heißt es eigentlich „besinnlich“, weil es uns um alle Sinne bringt? Oder weil wir uns besinnen sollen?</p>
<p>Für Kinder ist Weihnachten noch relativ überschaubbar, das vielleicht meist erwartete <span style="text-decoration: line-through;">Game</span> Fest des Jahres: Mama backt Plätzchen, man hängt den ganzen Tag so rum, in der Schule ist nicht mehr los, die Tage brauchen ewig, man hat einen Adventskalender, alles in allem eine schöne Zeit. An Weihnachten selbst macht man sich dann über Papi lustig, wie er sich mit dem Weihnachtsbaum rumquält und hilft ihm eventuell ein wenig <span style="text-decoration: line-through;">nicht</span>. Im Idealfall Tage der Verantwortungslosigkeit, an denen man sich entspannen, und im Schoß der Familie ausruhen kann. Und dann sind da noch die vielen Geschenke!</p>
<p>Wird man dann älter, dann drehen sich die schönen Erinnerungen der Kindheit ins Gegenteil und man erfährt zum ersten Mal in seinem kurzen Leben, warum das Fest der Liebe bei manchen so unbeliebt, wenn nicht gar verachtet ist: Zeiten des Stresses brechen aus. Als weibliches Familienoberhaupt obliegt einem meistens selbst die Verwaltung aller Dinge, die mit dem Fest zu tun haben: Das Haus muss dekoriert werden, einmal gründlich geputzt, Plätzchen müssen gebacken, Geschenke verpackt und Einkäufe erledigt werden. Die Parkhäuser und Supermärkte sind überfüllt, Geschenke werden möglichst online bestellt, was wiederum am Kontostand nagt. Und dann ist da noch das Kochen und das Backen, ihr Lieben! (Hände über den Kopf zusammen schlägt) Gerade hat man die Küche schön aufgeräumt und den Lappen an den Haken gehängt, gerade wollte man mal die Beine hochlegen und sich ein paar Minuten vorm Computer entspannen, da kommt schon wieder der nächste Essenswunsch und das ganze geht wieder von vorne los.. Geschäftliche Abschlüsse müssen gemacht werden, die Steuer rausgekramt und alle Adventsweihnachtskarten sind auch noch nicht geschrieben und wie war doch gleich die Adresse von dem komischen Onkel aus Übersee??</p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass in der unbeliebtesten Jahreszeit Winter meistens Schnee fällt. Also müssen Schneebesen und Räumer rausgekramt werden und zusätzliche Arbeit lastet auf einem. Das Auto macht Macken, muss jeden Morgen von Eis und Schnee befreit werden, springt vielleicht nicht mehr an oder landet gar in der Werkstatt. Und die Kinder sitzen daheim im Warmen vor der Playstation und verstehen gar nicht, warum die Erwachsenen sich eigentlich so verrenken?</p>
<p>Wie soll man also im allgemeinen Jahresendspurt zu so etwas wie <em>Besinnung </em>kommen? Weihnachten, wie wir es feiern, ist meistens genau das Gegenteil von Besinnung: es ist innerer und äußerer Endspurt, kraftzehrend, aufreibend, tränentreibend, anstrengend. Und das in einer Jahreszeit, in der man sowieso eher wenig Energie hat und mehr auf Winterschlaf und Fetteinlagerung ausgerichtet ist (immerhin, das letzte klappt meistens auch so). Die Erwartungen sind sehr hoch, alles muss genau gleichzeitig und möglichst perfekt hergestellt werden. Kein Wunder, dass also genau an Weihnachten die Anzahl der Suizide und Zwangseinlieferungen in die Psychiatrie, aber auch die Scheidungen am höchsten sind. (meistens kurz nach den Feiertagen)</p>
<p>Am 24. soll dann alles in bester Harmonie stattfinden. Man ist einmal im Jahr bereit, so etwas wie Nächstenliebe und große Gefühle an sich zu entdecken, man ist bereit zu spenden und auf den anderen mehr einzugehen. Eigentlich eine tolle Sache. Das Problem ist nur, dass es so auf Knopfdruck meistens nicht klappt.</p>
<p>Weihnachten ist außerdem ein ausgesprochenes Familienfest und macht eigentlich nur mit Kindern Sinn. Dieser Glanz in ihren Augen&#8230; Wenn man ohne Kinder feiert, ist es nur eine abgespeckte Variante, so ein „Weihnachten light“ eben, dann könnte man genauso gut auch auf die Kanaren fahren oder eine Kreuzfahrt machen, das wäre die logischste und sinnvollste Alternative.</p>
<p>Einfach der alljährlichen Hektik mal den Rücken drehen und abschalten. Innerlich wie äußerlich. Mal wieder Kind sein. Nur für eine Woche&#8230; herrlich.</p>
<p><em>*puff* Traumblase zerplatzt</em></p>
<p>Oh Mist, die Plätzchen brennen an, ich muss weg, man sieht sich..</p>
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		<title>Ihr Kinderlein kommet</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Dec 2012 09:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[familie]]></category>
		<category><![CDATA[Keine Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern wurde mal wieder eine weitere Studie zum allseits bekannten Faktum veröffentlicht, dass Deutschland eine sehr niedrige Geburtenrate hat und im Vergleich zu europäischen Nachbarn eher schlecht da steht.
Auch die Erklärungen folgten auf dem Fuß, die üblichen Verdächtigen in der Hitliste ganz oben: Das Bild von der traditionellen Mutter ist in Deutschland zu sehr verankert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern wurde mal wieder eine weitere Studie zum allseits bekannten Faktum veröffentlicht, dass Deutschland eine sehr niedrige Geburtenrate hat und im Vergleich zu europäischen Nachbarn eher schlecht da steht.</p>
<p>Auch die Erklärungen folgten auf dem Fuß, die üblichen Verdächtigen in der Hitliste ganz oben: Das Bild von der traditionellen Mutter ist in Deutschland zu sehr verankert. Frauen, die es nicht erfüllen, fühlen sich ausgegrenzt oder anderweitig missachtet. Der andere Punkt ist das mit der Kinderbetreuung und der schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Kinderwunsch.</p>
<p>Das mag alles stimmen, aber ich finde, wenn man nur die beiden Aspekte herausgreift, verengt man das Thema zu einseitig. Es sind für die Medien und Politiker typische „theoretische Erklärungen“ neben den Standard-Politik-Argumenten und Angst-Metaphern. </p>
<p>Kinderkriegen ist doch eine sehr persönliche Sache und wie alle persönlichen Dinge sehr von Einzelinteressen und Ich-Überlegungen geleitet. Auch wenn es Politiker, Rentenkassen, Versicherungen, Banken und Arbeitgeber gerne so hätten, für die Entscheidung Kinder zu bekommen ist man immer selbst verantwortlich. Und jeder einzelne ist sehr gut fähig, alle Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, sowie sich zusätzlich von Informationen aus aller Welt zu versorgen und diese in die Urteilsfindung mit einfließen zu lassen.</p>
<p>Das ist schon mal der erste Punkt, warum es sich nicht allgemein erklären lässt und schon gar nicht mit den immer gleichen Standard-Argumenten, wie z.B. der Kinderbetreuung oder dass der Staat zu wenig machen würde. Die Ausgaben für Kinder und Familie sind schon jetzt sehr hoch, ohne den gewünschten Lenkungseffekt zu haben.</p>
<p>Warum? Jeder, der selbst Kinder hat oder Leute kennt, die selbst Kinder haben, weiß, was Kinder heutzutage bedeuten: Kinder sind laut, anstrengend und kosten Nerven. Selbst wenn sie komplett gesund sind, sind Kinder noch anstrengend. Schwierige Fragen müssen beantwortet werden, regelmäßige (gesunde!) Mahlzeiten sind einzuhalten, der Fernsehkonsum möglichst gering zu halten. Je nach Alter gibt es die Trotzphase oder die Pubertät, gerne auch mit fließenden Übergängen und nicht etwa scharf abgegrenzt, wie es im Handbuch steht. (Kann man den Artikel noch zurückgeben oder ist die Frist schon um?)</p>
<p>Besondere Feiertage müssen vorbereitet und organisiert werden, der eigene Urlaub wird am Anfang sehr eingeschränkt. Teure Luxusmöbel könnten mit Buntstiftkratzern oder flüssiger Schokolade beschmiert werden, der neue Fernsehr oder das Ipad zu Bruch gehen, Fensterscheiben werden permanent dreckig sein und selbst die beste Putzfrau der Welt (oder Hausfrau) wird nicht dagegen ankommen, schon gar nicht mit 100 oder 150 Euro zusätzlicher Herdprämie.</p>
<p>Es gibt ein Risiko, dass die eigenen Kinder behindert auf die Welt kommen und zusätzliche Anstrengung und Entbehrung kosten. (Und die allgemeine Akzeptanz von Behinderungen ist bei weitem nicht so gut, wie alle Gutmenschen es gerne hätten) Es kann sein, dass das Kind hyperaktiv oder bettnässend wird, es kann sein, dass man ein Kind mit Lernschwäche bekommt oder Schwierigkeiten während der Schwangerschaft. Kinder sind einfach ein absolut unkalkulierbares Risiko für jeden Einzelnen und die wirkliche Bereitschaft der Gesellschaft für die Mutter und das Gemeinwohl da zu sein, ist sehr gering.</p>
<p>Moderne Frauen , -aber auch Männer- werden das spüren und ganz genau überlegen, ob sie dieses Risiko eingehen wollen oder nicht. Auch die Tatsache, dass das Thema derzeit von den Medien so aufgeladen wird, macht die Entscheidung nicht leichter. </p>
<p>In erster Linie stellen Kinder also eine persönliche Investition dar, die mit dem marktwirtschaftlichen Geist der heutigen Zeit abgeglichen werden und auf persönliche Tauglichkeit überprüft, wenn nicht „gegen gerechnet“ werden muss. Jeder nimmt, jeder profitiert von den Kindern und den gut ausgebildeteten Fachkräften anderer, aber was die Politik und die Gesellschaft auf der „Geben-Seite“ anbietet, ist einfach viel zu gering.</p>
<p>Für die Frau bedeutet es fast immer, den Beruf aufzugeben bzw. für eine längere Zeit zu unterbrechen und dann Schwierigkeiten zu bekommen, wieder neu einzusteigen. Mit einem modernen, weiblichen Selbstverständnis nur sehr schwer zu vereinen.</p>
<p>Für den Mann hat sich nicht viel verändert, er wird bei alldem viel zu wenig gefragt. Männer laufen nebenbei, die Erwartungen an sie, die Ernährer für die Familie zu sein, sind weiterhin hoch. Ihr Selbstbild und ihr Selbstverständnis hat sich in den letzten Jahrzehnten viel weniger gewandelt, als das ihrer weiblichen Pendants.</p>
<p>Die Erwartungen an die Familie als Ganzes sind hoch und von allen Seiten kommen gute Ratschläge. Eine Familie zu gründen oder gar zu heiraten, bedeutet in der persönlichen Freiheit beschnitten zu werden- vielleicht eine Schwiegermutter zu bekommen, lästige Familienfeierlichkeit auszuhalten, sich kritisieren und demütigen zu lassen. Man kann nicht mehr einfach so gehen, weil ja „Kinder da sind“. Die Unterhaltszahlungen werden nach einer Scheidung gestrichen oder fallen nie an, jeder ist für sich selbst verantwortlich, dann macht euren Sch.. doch alleine!</p>
<p>Früher war es für Frauen überschaubarer, sie mussten nur heiraten und von einem gut verdienenden Mann abgesichert sein und ihr Leben und vor allem ihre Stellung in der Gesellschaft waren besiegelt. Ihre Mutterrolle war sozusagen „abgesichert“, einmal finanziell, aber auch vom gesellschaftlichen Ansehen her. Es war okay für sie, wenn sie „nur Mutter“ war und das als ihre Lebensaufgabe sah. Heute ist es undenkbar. Die Erwartungen die man an junge Frauen stellt, sind dermaßen hoch, dass es viele einfach nur noch abschreckt. Aber nicht, wegen des Bildes der guten Mutter, sondern wegen des Bildes der alles könnenden Karrierefrau-Supermutter- Showgirl -Hausfrau.</p>
<p>Kinder laufen nicht einfach nebenbei &#8211; noch werden sie mit groß gezogen, weil sie praktisch für die Rente sind und später mal im Familienbetrieb (z.B. Landwirtschaft) mithelfen sollen, wie es früher mal der Fall war.</p>
<p>Wenn man eine gute Rente will, sollten beide eine Beruf haben und eine private Rentenversicherung abschließen. Kinder kommen in dieser Rechnung einfach nicht mehr vor.</p>
<p>Zum Schluss ist da noch die Anerkennung. Für beruflichen Erfolg bekommt man Freunde, Kollegen, Weihnachtsfeiern, Anerkennung, ein hohes Gehalt, Unabhängigkeit, bezahlten Urlaub, Weltreisen, Luxus-Möbel, ein Haus im Grünen.</p>
<p>Für Kinder bekommt man ein Haufen Arbeit, dreckige Böden, Einschränkung der Freiheit, geringere Rente, gesellschaftliches Mitleid, einen kostenlosen Lutscher und eine Scheibe Wurst beim Metzger.</p>
<p>Also ganz nett, aber eindeutig nicht „Prio eins“.</p>
<p>Aber soo süß!</p>
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		<title>Schöne Weihnachtslieder</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Dec 2012 09:51:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Songs]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 10 nervigsten Weihnachtssongs&#8230; interessanter Artikel und gut geschrieben, hm- aber so nervig finde ich die eigentlich nicht. 
Für alle Leute, die noch nach der richtigen Weihnachtsstimmung suchen: Alle Lieder auf Youtube raussuchen und mind. dreimal am Tag hören, morgens, mittags und abends.
Dann klappt´s auch mit der Weihnachtsstimmung und dem Dauerlächeln auf der Weihnachtsfeier&#8230;
Meine persönlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die 10 nervigsten Weihnachtssongs&#8230; <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article111862799/10-Weihnachtshits-die-uns-auf-die-Nerven-gehen.html">interessanter Artikel</a> und gut geschrieben, hm- aber so nervig finde ich die eigentlich nicht. <img src='http://www.ja-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Für alle Leute, die noch nach der richtigen Weihnachtsstimmung suchen: Alle Lieder auf Youtube raussuchen und mind. dreimal am Tag hören, morgens, mittags und abends.</p>
<p>Dann klappt´s auch mit der Weihnachtsstimmung und dem Dauerlächeln auf der Weihnachtsfeier&#8230;</p>
<p>Meine persönlichen Favoriten:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=i-unBLOI7uM">http://www.youtube.com/watch?v=i-unBLOI7uM</a><br />
Weihnachtszeit von Sido, sehr lustig</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=C3l9jQADVF0">http://www.youtube.com/watch?v=C3l9jQADVF0</a><br />
Jingle Bells von Kelly Familiy</p>
<p>Und natürlich der Wham- Klassiker in der 1985 Gedächtnis-Edition<br />
<a href="http://vimeo.com/15959908">http://vimeo.com/15959908</a></p>
<p>Was, so alt ist der schon?</p>
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		<title>Jungs in der Pubertät</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Oct 2012 10:21:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[geschlechter]]></category>
		<category><![CDATA[Jungs]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern kam in der 37-Grad Sendung auf ZDF eine interessante Reportage zum Thema „Jungs in der Pubertät“. Es ist ja derzeit ein Trend, dass man von den Problem-Bereichen der Mädchen etwas weggeht und die Jungs-Probleme in eine neu-feministische Perspektive rückt. Jahrelang wurden Mädchen gefördert, bis man schließlich festgestellt hat, dass Jungs auch Probleme habe und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern kam in der 37-Grad Sendung auf ZDF eine interessante Reportage zum Thema „<a href="http://37grad.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/37-Grad/2942544/24775462/bb7dbe/Jungs-unter-Strom.html">Jungs in der Pubertät</a>“. Es ist ja derzeit ein Trend, dass man von den Problem-Bereichen der Mädchen etwas weggeht und die Jungs-Probleme in eine neu-feministische Perspektive rückt. Jahrelang wurden Mädchen gefördert, bis man schließlich festgestellt hat, dass Jungs auch Probleme habe und tlw. ganz andere, die auch ganz anders zu lösen sind.</p>
<p>Wie bei den 37-Grad Sendungen üblich, wurden die persönlichen Biografien sehr in den Mittelpunkt gerückt. Die Reportage berührt durch ihr „Mittendrin und nahdran-Gefühl“ und dass man mit den sorgfältig ausgewählten Protagonisten gut mitfiebern kann. Da ist der Junge aus der gehobenen Mittelschicht, dessen ehrgeizige Eltern wünschen, dass er am Gymnasium gute Noten nach Hause bringt, sich aber schon bald wundern, dass diese Noten immer schlechter werden, je älter er wird. Auch das anfängliche Klavierüben klappt nur noch mit Druck, aber nicht mehr freiwillig. Das Kinder-Hochbett soll auf Wunsch des Jungen abgebaut und in ein „normales Bett“ umgebaut werden. Netter Nebeneffekt: Das gehasste Elektro-Klavier kann gleich mit verschwinden. Dieser Junge ist noch der unauffälligste und kann vor allem durch seinen Wortwitz und seine Intelligenz viele Probleme beschwichtigen. Dass ihn aber schon bald die volle Wucht der Pubertät trifft und diese sich vor allem im inneren Widerwillen gegen Autoritätspersonen zeigt, ist unübersehbar.</p>
<p>Dann gibt es noch einen Jungen, der in seiner Schule gemobbt wird, vor allem in Deutsch und Englisch sehr schlechte Noten schreibt und mit seinem Vater alleine zu Hause lebt. Ihm sieht man die Probleme förmlich an. Er ist sehr zurückhaltend, beinahe verängstigt. In der Schule muss er sich nicht nur gegen seine eigene Lernschwäche, sondern auch noch gegen größere, stärkere und bei den Mädchen einflussreichere Klassenkameraden durchsetzen. Ein klassisches Problem, dass hauptsächlich Jungs betrifft, sorgt doch das von außen an sie angelegte Rollenverständnis dafür, dass sie stark zu sein haben und sich jederzeit durchsetzen und behaupten müssen. Wo ein innerer Rückzug bei Mädchen viel eher akzeptiert wird und mit Aufmerksamkeitsgesten verhindert oder abgemildert wird, fallen Jungs bei emotionalen Problemen viel schneller in einen Strudel der Angst, des Schweigens und der Hilflosigkeit. Die meisten weiblichen Erziehungspersonen können oft nur wenig machen und viele Eltern sind damit überfordert. Die -gut gemeinten, aber schlecht umgesetzten- Appelle des Lehrers an den Vater „Lesen sie ihm doch mehr vor, mein Vater hat es auch gemacht, obwohl er im Schichtdienst arbeitete“ können da eigentlich nur fruchtlos verhallen. Die Probleme der Jungs gehen tiefer, als dass ein einziger Appell und das immer gleiche Denken „die Eltern sind schuld, das System aber ist perfekt“ wenig effektiv sind. Ein wenig blüht dieser Junge auf, als er an einem extra angeordneteten „Boy´s day“ in einen Kindergarten schnuppert und dort seine Leseunlust beim Vorlesen für die Kleinen überwindet. Auch das Fußballspielen mit den Kindern klappt gut. Als ihn die Interviewerin fragt, ob er es sich vorstellen könnte, hier zu arbeiten, kommt aber das verinnerlichte Rollenmodell schon voll durch „Ja, es macht grundsätzlich schon Spaß, aber lieber wäre mir ein Männerberuf.“  Ob die Frauen in dem Film es sich so vorstellen, dass ein Mann sein eigenes und persönliches Rollenverständnis aufgibt, nur weil <em>sie </em>es wünscht oder es politisch gerade schick ist?</p>
<p>Zum Schluss gibt es noch einen hochgewachsenen Jungen, der gerade dabei ist, seine mittlere Reife abzuschließen, aber auch bereits mit schlechten Noten und einer allgemeinen Unlust kämpft. Zu Hause langweilt er sich meistens, also will er lieber mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen. Die Mutter aber zwingt ihn- wenigstens an einem Tag in der Woche- zu Hause zu bleiben, beim Hausputz zu helfen und sich um seine Bewerbungen und andere Schreibtischtätigkeiten zu kümmern. Dass das bei ihm nicht besonders gut ankommt und pädagogisch auch nicht besonders sinnvoll umgesetzt wird, verwundert den Zuschauer kaum. Er schickt seine Bewerbungen zu spät weg und wird bei einem Bewerbungsverfahren der Bundeswehr mit einer knallharten Realität konfrontiert. Gestandende Männer, die schon längst in ihrem Beruf stehen und einen bestimmten Status erreicht haben, durchleuchten ihn mit ihrem Röntgenblick. „Warum haben sie nur eine &#8216;Ausreichend&#8217; in Technik?“ wird da gefragt. „Mich hat es nicht so interessiert. Da ging es um quadratische Funktionen und Parabeln“ ist die schüchterne und unbeholfene Antwort. In den Sozialnoten kann er gut abschneiden, als er danach gefragt wird, kann er seine positiven Qualitäten allerdings nicht genügend „verkaufen“- zu schüchtern. Wirklich vorbereitet hat ihn wahrscheinlich auch keiner. Später sehen wir, dass eine Absage kommt, aber immerhin landet er auf einer Warteliste.</p>
<p>Die Sendung war interessant recht gut, stellenweise aber zu voyeuristisch. Mir haben ein paar Erklärungen und Lösungen gefehlt. Ein, zwei Sätze von Klassenlehrern zur Situation der betroffenen Jungs sind einfach zu wenig. Ein paar Fachaussagen von Kinderpsychologen hätten geholfen, für Eltern oder den interessierten Zuschauer vernünftige Antworten und Lösungen zu finden.<br />
Man hat ansonsten das Gefühl, dass der Zuschauer dem Schicksal der „schwierigen Jungs“ nur unbeteiligt zusehen soll.<br />
Nach der Sendung wird erleichtert die Fernbedienung weggelegt und sich darüber gefreut, dass die eigenen Kinder einfacher sind und dass die eigene Pubertät schon lange vorbei ist.</p>
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		<title>Ein Tag</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 18:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<category><![CDATA[Tag]]></category>

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		<description><![CDATA[Passender Song Dockyard
Ein Tag
Ein Tag, so heiter und wunderbar
voller Sonne und Wärme -
der Horizont, hell, blau und klar
am Himmel ziehen die Schwärme.
Menschen, wohin das Auge schaut
Laute Musik, die durch die Wände schallt
der Garten, mit grell-pinken Accessoires verbaut.
eine Ohrfeige, die schonmal durch das Weltall knallt.
Vögel-Mütter, die ihre frisch geschlüpfte Brut beschützen
den Dreck, freilich, muss ich dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Passender Song <a href="http://www.youtube.com/watch?v=__-mU-zcZBU&amp;feature=related">Dockyard</a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Ein Tag</strong></p>
<p>Ein Tag, so heiter und wunderbar<br />
voller Sonne und Wärme -<br />
der Horizont, hell, blau und klar<br />
am Himmel ziehen die Schwärme.</p>
<p>Menschen, wohin das Auge schaut<br />
Laute Musik, die durch die Wände schallt<br />
der Garten, mit grell-pinken Accessoires verbaut.<br />
eine Ohrfeige, die schonmal durch das Weltall knallt.</p>
<p>Vögel-Mütter, die ihre frisch geschlüpfte Brut beschützen<br />
den Dreck, freilich, muss <em>ich </em>dann wegmachen.<br />
bei Regen gibt es Vogelkot- Pfützen<br />
das ist nicht zum Lachen.</p>
<p>Wer mag, kann es auch als Dünger verwenden.<br />
Nur der Staub an den Armen, der ist gründlich abzuspülen.<br />
und ebenso von den Händen.</p>
<p>Der Himmel, der endlich seine wolkenverhangenen Grübeleien beiseite schiebt<br />
und mal wieder über das ganze Gesicht strahlt.<br />
Ein Wetter, wie es die meisten doch sehr beliebt<br />
vom lieben Gott- persönlich gemalt.</p>
<p>Neue Perspektiven, noch nicht ganz ausgereift<br />
Nichts bewegt sich, wenn man nicht ein paar Schritte wagt<br />
einmal gefasst, wächst der Entschluss und greift<br />
die Sorgen, haben sich endlich zu Ende geplagt.</p>
<p>Kritik gibt es überall und immer<br />
ein Zeichen für Leben und Widerstand<br />
Wer sich ärgert, macht es nur schlimmer<br />
und bewegt sich schnell an den Rand.</p>
<p>Wer nichts macht, wird nicht geachtet<br />
wer aufhört zu atmen, ist irgendwann tot<br />
willst du der sein, der ewiglich schmachtet?<br />
wann bringst du es wieder ins Lot?</p>
<p>Luft anhalten geht nur für Sekunden<br />
dann ist wenigstens der Schluckauf vorbei.<br />
Die Zeit heilt alle Wunden<br />
der Rest bleibt einerlei.</p>
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		<title>Der Gutmensch</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jul 2012 08:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Ausnutzen]]></category>
		<category><![CDATA[Betrüger]]></category>
		<category><![CDATA[Gutmensch]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>

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		<description><![CDATA[und das „schlechte“ Gewissen
Gestern ist es mir wieder passiert: Auf dem Supermarkt-Parkplatz sehe ich eine junge Frau, Anfang 20 die mit einem Blatt Papier und einem Kugelschreiber herumrennt und Passanten anspricht. „Aha eine Umfrage“ denke ich mir. „Spart sich der Supermarkt mal wieder Personalkosten und macht eine billige Marktforschung mit außertariflichen Niedriglohnmitarbeitern“&#8230; denn sowas hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>und das „schlechte“ Gewissen</em></p>
<p>Gestern ist es mir wieder passiert: Auf dem Supermarkt-Parkplatz sehe ich eine junge Frau, Anfang 20 die mit einem Blatt Papier und einem Kugelschreiber herumrennt und Passanten anspricht. „Aha eine Umfrage“ denke ich mir. „Spart sich der Supermarkt mal wieder Personalkosten und macht eine billige Marktforschung mit außertariflichen Niedriglohnmitarbeitern“&#8230; denn sowas hatte ich in der Vergangenheit schonmal erlebt. Reicht ja nicht, dass man die Dinge im Markt kauft und dann fein säuberlich in den Kassen und überall registriert ist, nein die Jagd nach Daten und der Wunsch einen „gläsernen Kunden“ zu haben, kennt keine Grenzen und erstreckt sich bis ins Unendliche.</p>
<p>Bei der Frau war ich aber skeptisch, weil sie so übertrieben freundlich zu allen Leuten war und komische Gesten gemacht hatte. Sie kam dann auch auf mich zu und drückte mir eine Liste unter die Nase und gestikulierte weiter. In den dicken Lettern war auf den oberen Rand gedruckt, dass es sich um eine Spendenaktion für einen „Blinden- und Taubstummen – Verein“ handeln würde und man nun Unterschriften sammeln würde, um sich ein Gemeindehaus oder etwas in der Art bauen zu können. Da dachte ich mir noch, wozu braucht man denn Unterschriften&#8230; das ist ja nichts illegales, warum muss das denn genehmigt werden oder mit irgendeiner Initiative durchgesetzt werden?</p>
<p>Unten am Blatt waren allerlei Siegel und Auszeichnungen und Titel, dass das ganze offiziell ist. Ich wunderte mich nur über die schlechte Qualität des Ausdruckes und erkannte eigentlich sofort, dass das ganze eine billige Kopie war. Die Farbe war verwaschen und ein offizieller, frisch gedruckter Stempel nicht zu erkennen. Auch trug die Frau keinen Ausweis um die Brust und ihr Gebahren war sehr auffällig, da sie es anscheinend sehr eilig hatte. An der Stelle hätte ich also schon stoppen können und der Frau sagen, dass ich nicht unterschreiben werde. Meine kalte Seite zeigen und das Eisen-Gesicht der Abschottung aufsetzen. Bei Bedarf noch etwas die Ellenbogen ausfahren und auf Krawall gebürstete Zicke machen. Leider ist das nicht meine „Lieblings-Attitude“.<br />
„Hach, eine Unterschrift schadet mir ja nicht und vielleicht ist es ja doch was legales?“ Zwei Stimmen in meiner Brust fochten in Millisekunden einen neuronalen Kampf um die ethische Vorherrschaft und das Gewissen verknäulte sich ineinander wie zwei verschiedenfarbige Woll-Arten, die sich beim Stricken der Gedankenfäden verheddert hatten. Und mal wieder siegte die schwache Seite&#8230;. Hatte ich nicht eben die andere Frau mit den zwei Gurken und dem Stück Butter in der Hand an der Kasse vorgelassen, weil ich so gerne freundlich war? Wie konnte ich da jetzt so eine – wesentlich höher zu bewertende- Aktion abwimmeln? Wäre nicht alles andere gegen die innere Logik des aufrechten und rechtschaffenden Menschen gewesen? Wie sonst soll man die Welt verbessern, wenn nicht mit gutem Beispiel vorangehen! Und die tausend Kameras des inneren Auges waren in dem Moment alle auf mich gerichtet, auf die göttliche Entscheidung, den Stift entweder zu nehmen oder ihn mit einem verächtlichen Blick fallen zu lassen.</p>
<p>Zum Glück wurde mir diese Entscheidung von der jungen Dame abgenommen, denn sie erkannte meinen aufschäumenden, inneren Kampf und drückte mir kurzerhand den Stift in die Hand und drängte mich nochmals freundlich, endlich mit meinem guten Namen meinen guten Willen auszudrücken.</p>
<p>Ich hielt den Stift, der alles entscheiden sollte, noch etwas fester und kritzelte hastig meinen Nachnamen auf die Liste, wo sich schon ca. 6 Leute vor mir eingetragen hatten. Noch schnell den Wohnort hinterher und fertig war es. Das war der jungen Frau aber nicht ganz genehm, denn sie verwies mich auf die letzte Spalte, wo es um die Höhe des Spendenbetrages ging. Vor mir hatten Leute schon 10 Euro oder 20 Euro eingetragen und da ich nun nicht dumm dastehen wollte, gab ich auch einen kleinen Betrag. Die Frau schäumte über vor Freude, betatschte mich überall, hielt meinen Arm fest und verhielt sich recht sonderbar. So schnell wie sie gekommen war, war sie dann auch wieder verschwunden.</p>
<p>Hinterher grübelte es sehr heftig hinter meiner Stirnseite und der Kampf des Gewissens war noch nicht ganz abgeschlossen. „Und wenn sie nun doch illegal waren? Sowas hört man ja immer wieder! Warnt Aktenzeichen XY oder andere Verbrauchersendungen nicht ständig vor solchen Trickbetrügern? Könnte ja auch eine ost-europäische Bande gewesen sein. Geschult im Erhaschen von Mitleid, schnell, von der Autobahn kommend und noch schneller wieder verduftend, und die mangelnde Polizeipräsenz ausnutzen und die Grauzonen des Gutmenschentum schamlos ausnutzen“. Je länger ich also über mein Verhalten nachdachte, desto ärgerlicher wurde ich. Im Grunde eine kleine Sache, die man schnell wieder vergessen konnte und die mich aber noch heute beschäftigt. </p>
<p>Zu Hause im Internet recherchierte ich noch kurz zum Thema und wurde in meinen anfänglichen Bedenken bestätigt. Man findet eigentlich überall und in großer Zahl Hinweise auf solche Betrügereien und überall wird gewarnt, ja nichts  zu geben, weil es wahrscheinlich gefälchte Spendenaktionen sind. Die Wut über meine Dummheit und Naivität wurde immer größer. „Warum hast du nur was gegeben? Das Geld hätte man auch sinnvoller ausgeben können!“</p>
<p>Aber wenn ich das ganze Revue passieren lassen, dann bricht sich die Situation herunter, auf den genau einen Moment, bei dem ich in Millisekunden entscheiden musste „gut“ zu sein und etwas zu geben oder „böse“ und den kalten Knochen heraushängen zu lassen. In der kurzen Zeit war einfach kein Platz für eine längere Bewertung. Man konnte das „Gut“ nicht genauer definieren und musste die Entscheidung rein aus dem Bauch treffen. Ich hätte erst alle Fakten, alle Hintergründe wissen müssen. Ging es der Frau wirklich schlecht? War sie behindert? Wenn nein, warum wird sowas gemacht? Hätte sie es wirklich nötig gehabt? Hätte sie das Geld nur ihrem Boss gegeben? Hat der sich davon einen teuren Mercedes gekauft? Oder ist das nur ein frustrierter Arbeitsloser, der sonst nicht weiß, woher er das Geld nehmen soll? Hat der vielleicht vier Kinder, bekommt von seinem Staat aber keinen müden Euro-Cent? Ist er überhaupt in der europäischen Union? Sind solche Aktionen nicht etwas besser, als wenn man nur bettelt? Verdient nicht auch der Einfallsreichtum und das Talent so einer Aktion ein wenig Aufmerksamkeit?</p>
<p>In südamerikanischen Ländern findet man solche Bettelaktionen ja häufiger. Oder es kommen Kinder an der Ampel ans Auto gerannt und wollen die Scheiben putzen. Oder irgendeinen Plunder verkaufen. Man wird betascht, angemacht, angeschaut, bedrängt etwas zu geben.  Soll man immer kalt bleiben? Das Geld zusammen halten? Grundsätzlich nichts geben? Können wir uns als „reiche Deutsche“ überhaupt leisten, geizig zu sein? Was sind schon 5 oder 10 Euro für uns? Kein Gedanke wert. „Geben ist seeliger als Nehmen“ heißt es so schön. Aber geben wir nicht schon genug Geld weg für Griechenland, für die Energiepreise, für Steuern, für Arbeitslose und für Großkonzerne? Wer will heutzutage schon freiwillig etwas geben, wo einem doch das meiste genommen wird und es der übliche Weg zu sein scheint, an Geld zu kommen. Die Lektion in der kapitalistischen „Gier-Gesellschaft“ scheint ganz einfach: Wer reich sein will muss das eigene Geld zusammenhalten und möglichst schauen, dass er von anderen viel erhält oder es ihnen mit Tricks und Einfallsreichtum wegnimmt. Der Trickbetrüger auf der Straße unterscheidet sich in seinen Grundsätzen nicht wirklich von überzogenen Gebühren der Banken, Energiepreis-Abzocke von Großkonzernen oder windigen Gesetzen, die von Klientel-Politikern über die Hintertür eingeführt werden. Nur dass die einen eher wenig und die anderen riesige Summen „verdienen“ oder wahlweise in den Sand setzen. Der ehrliche ist der Dumme. Wer nur gibt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen, kann eigentlich nur verlieren&#8230; christliche Ethik oder Nächstenliebe kommt in dem Kontext einfach nicht vor. </p>
<p>Wenn ich über solche Aktionen nachdenke, dann komme ich zum Schluss, dass sie häufiger werden. In dem gleichen Supermarkt war mir vor zwei Monaten genau das gleiche passiert. Diesmal kamen sie in den Markt und sprachen die Kunden direkt an. Der deutsche Kunde ist etwas reserviert und meistens total überrumpelt über so eine „Offenheit“. Er möchte dann nicht kaltherzig erscheinen, außerdem ist soviel Trubel meistens unangenehm. Dann gibt man lieber etwas und hat seine Ruhe. Oder die Leute, die von Tür zu Tür ziehen und irgendwas sammeln. Selbst hier auf dem Land hat man sie ständig an der Klingel. Entweder es werden irgendwelche Dienstleistungen verkauft, die kein Mensch braucht, z.B. Scheren schleifen oder „Matratzenwäsche“ oder es gehen Handwerker herum, die fragen, ob was am Haus zu machen ist. Leider weiß man nie, ob es „richtige Handwerker“ sind oder ost-europäische Banden&#8230; Es gibt Leute, die wollen nur den „Wachturm“ verteilen, andere verkaufen Wäsche-Klammern, andere betteln einfach so. Und dann gibt’s noch die bösen Geister, die über das Telefon kommen und einem Dinge andrehen oder Daten sammeln wollen. An Sperrmüll-Tagen wird die Dorfstraße von einer – wie ein Hornissen-Schwarm surrenden Armee- weißer Lieferwagen überschwemmt, die den ganzen Tag die gleichen 200 Meter abfahren, in der Hoffnung ein altes Eisenrohr oder zwei Eisenbleche für den Schrottverkauf zu finden. Das Benzin, das sie dabei verfahren, wird die Verkäufe wahrscheinlich niemals aufwiegen, aber wen interessiert das schon, wenn es etwas „umsonst“ gibt?</p>
<p>Soll man jedesmal über alles nachdenken und sein Gewissen kämpfen lassen? Oder einfacher- den kurzen, praktischen, einfachen und abweisenden „bösen Weg“ gehen und alles kategorisch und mit Nachdruck abwimmeln?</p>
<p> Der Gute muss sich auch schützen können, indem er das Böse an der richtigen Stelle abwehrt. Wenn z.B. von Betrügern „im Namen des Guten“ gesammelt wird, dann schaden sie den wirklich Hilfsbedürftigen. Es entsteht dann die paradoxe Situation, dass es „gut“ ist, wenn man sich „böse“ verhält. So wie man einem bettelnden Kind auch nicht ständig Süßigkeiten gibt, sondern hart bleibt und erstmal das Gemüse aufessen lässt. Die Leute, die im Namen des „Guten“ sammeln, schaden auch dem gesamten Ansehen der Spendenbereitschaft, weil die Leute immer misstrauischer werden und immer mehr fragen stellen werden, bevor überhaupt irgendwas gespendet wird. Grundsätzlich nichts zu geben, scheint also auch keine gute Option.</p>
<p>Welcher Weg ist zu wählen? Wenn ich das wüsste, könnte ich den inneren Kampf endlich beenden und mich geruhsam zurücklegen&#8230;. Dann wäre es nicht mehr meine Sache, dann wäre nichts mehr zu entscheiden. Ich würde es mir gerne einfach machen&#8230; aber die Welt, mit der man täglich zu tun hat, ist meistens viel zu kompliziert. Und selbst der einfache Weg des „Guten“ kann manchmal falsch sein. Oder der Gute ist – geblendet und abgeschreckt vom Bösen- in der richtigen Situation nicht achtsam genug und verschläft seine Chance.</p>
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