Eigene Ebooks erstellen

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Für das Amazon Kindle, Version 3. Den Testbericht zum Kindle könnt ihr hier lesen

Kindle

Eigene Ebooks für das Kindle kann man mit nur wenigen Mausklicks erstellen. Ich möchte hier gar nicht so sehr auf die Details und Besonderheiten eingehen, sondern den direkten Weg zeigen, wie man sich schnell ein Ebooks aus eigenen Texten (oder auch freien Texten aus dem Internet) zusammenstellt. Mit dem Mobipocket Creator kann man auch für andere Handys und Smartphones Inhalte erstellen, so dass die Anleitung übertragbar sein sollte.

  • Zuerst braucht man ein gutes Schreibprogramm. Am kostenlosen und inzwischen sehr mächtig gewordenen Open Office führt eigentlich kein Weg mehr vorbei.
  • Es ist einfach zu bedienen und ähnelt in vielerlei Hinsicht an den kommerziellen Konkurrenten aus dem Hause Microsoft.
  • Unter der Seite „Download“ kann man die ganze Suite herunterladen. Das dauert je nach Internetverbindung etwas länger, weil viele Daten (ca. 160 MB) übermittelt werden. Im Vergleich zum Umfang ist es aber noch überschaubar und ziemlich komprimiert.
  • Nach der Installation klickt man auf das Startmenü (bei Windows-Rechnern) und wählt in der Open Office- Gruppe den „Writer“ aus, das ist das Textprogramm.
  • In dieses Textprogramm kann man nun beliebigen Text kopieren. Entweder aus eigenen Erzeugnissen oder aus dem Internet (dabei aber die Urheberrechte beachten!).
  • Auf Projekt Gutenberg stehen z.B. eine Unmenge von kostenlosen und inzwischen gemeinfrei gewordenen Werken zur Ansicht. Leider bietet die Seite nativ keine Ebook-Unterstützung an, so dass man auf diesen Umweg angewiesen ist. Das ist das Schöne am Internet: Bildung ist eigentlich für jeden und immer kostenlos, man muss nur wissen wo sie zu finden ist und wie man sie nutzen kann.
  • Das Einfügen in den Writer klappt dann ganz einfach und wie gewohnt mit „Copy und Paste“. Text mit der Maus markieren, Strg+C drücken, ins Writer Programm klicken, dann mit Strg+V einfügen. Fertig ist die Grundlage für das erste eigene Ebook!
  • Jetzt dem Ganzen noch einen eingängigen Namen geben und möglichst dort und so speichern, dass man das Buch auch nach zwei Jahren noch finden kann… Für Ebooks bietet sich eine eigene Verzeichnisstruktur auf jeden Fall an, z.B. unter C:\Ebooks. Die Unterverzeichnisse kann man nochmal nach Genre, Autor oder anderen Kategorien unterteilen. Für den Kindle ist es ganz praktisch ein „Ausgangsverzeichnis“ anzulegen und eine Kopie (!) aller neuen Titel dort abzulegen. Dort kommen dann die gewünschten Titel rein, z.B. C:\Ebooks\temp
  • Und beim nächsten Anschließen über USB-Kabel überträgt man die neusten Titel, löscht sie dann aus dem Temp-Ordner.
  • Noch haben wir aber kein Ebook, sondern nur eine Open-Office „.ODT – Datei“. Das ist das hauseigene Format.
  • Wir klicken auf Datei > Speichern unter > und wählen dann ein .DOC Format. (z.B. Microsoft Word 6.0, das ist das neuste). Jetzt ist unser Ebook bereit, im Mobipocket Creater geladen und geformt zu werden!
  • Wir laden uns den Mobipocket Creator wieder kostenlos aus dem Netz, sind nur ein paar MB.
  • Nach dem Starten erscheint ein Fenster mit vielen Optionen. Wir klicken rechts oben auf „Import from existing File“ (auf Deutsch: aus bestehender Datei importieren).. klicken dann auf „MS Word Dokument“.
  • Bei „Choose a file“ klicken wir auf „Browse“ und wählen unsere so eben erstellte DOC Datei aus. Bei „Create publication in folder“ wählen wir unseren Ebook-Ordner oder gleich das temporäre Ausgabeverzeichnis aus (ganz nach persönlichem Belieben).
  • Es wird für jeden Text automatisch ein Unterverzeichnis erstellt.

! Wichtig ist, dass man jetzt alle offenen Textprogramme schließt,
weil sonst das Word- Plugin nicht geladen werden kann. !

  • Wenn das erfolgt ist, auf „import“ klicken.
  • Es dauert nicht lange und das Buch ist fast fertig. Wer will, kann in „Cover“ noch ein Bild auswählen für die Startseite. Das sollte nicht zu groß sein. Der Kindle mag große Bild-Dateien nicht so sehr, ein kleines JPG < 100 kb ist ideal.
  • Wenn die Einstellungen gemacht sind, auf „Build“ klicken. „No encryption“ auswählen, und nochmal auf „build“ klicken.

Fertig!

Im angegebenen Ordner stehen jetzt mehrere Dateien, darunter das Mobipocket Format „.PRC“. Dieses kopiert man nun auf den Kindle und kann das neue Ebook gleich lesen.

PRC Datei im Ordner
Wenn man das ganze mehrmals hintereinander gemacht hat, sollten sich die Schritte automatisieren und ihr braucht dann die Anleitung nicht mehr. 😉

Kindle mit Ruhebild (wird per Zufall ausgewählt)

7 Gedanken zu „Eigene Ebooks erstellen“

  1. Hallo Julia!

    Danke für die kleine Anleitung. Ich hab sie mir direkt gebookmarkt (auch wenn ich gar keinen Kindle besitze – aber man weiß ja nie).

    Deinen Ausführungen zufolge kann der Kindle nur diese Pocketformate lesen, nicht jedoch gängige Text-Formate wie beispielsweise RTF oder gar PDF. Schade, denn der Umweg über einen Konverter (wie Dein Mobi Pocket Creator) ist natürlich immer ein bißchen umständlich. Ich frage mich nur, warum das so ist…

    Liebe Grüße,
    Yva

  2. @ Yva:

    Bitteschön. 😉

    PDF kann der Kindle auch lesen, aber wie im Test-Artikel beschrieben habe, ist das Zooming dann nicht so toll. Am besten ist ein reines Text-Format.

    Wenn du PDF erstellen möchtest, kann man das mit Open Office auch auf Knopfdruck machen.

    Der Kindle unterstützt glaube ich auch reines TXT, also fast nur Ascii-Code, allerdings kein RTF. Das hat zwar den Vorteil, dass man es sehr schnell umsetzen kann. In einer TXT Datei gehen aber viele Formatierungen verloren und auch eingebettete Bilder werden nicht unterstützt.

    Für ein Inhaltsverzeichnis braucht man ebenfalls ein Ebook-Format.

    HTML Code wird auch unterstützt. Aber viele Seiten im Netz (z.B. im Gutenberg Projekt) sind über mehrere Einzelseiten verteilt und man muss es am Ende sowieso wieder zusammenfügen. Internet-Browsing ist mit dem Kindle etwas langsam und verbraucht viel Akku-Energie.

    Im Mobipocket Format löst man dann alle Probleme mit ein paar Mausklicks und es ist im Endeffekt ganz angenehm zu lesen. Wenn man sich die Mühe einmal gemacht hat, kann man das gewünschte Buch jederzeit rauskramen und überall mit hinnehmen, einfach praktisch.

    Vielleicht mach ich nochmal Bilder dazu, dass das Ganze anschaulicher wird.

    Viele Grüße,
    Julia

  3. @Julia:

    Ich hab RTF immer als das Esperanto der Textverarbeitungsprogramme verstanden. Alle konnten es lesen und erzeugen – und zudem liegt sein Quellcode als reiner ASCII-Text vor. Ärgerlich, daß der Kindle das nicht kann – das sieht ein bißchen wie ein versteckter Abschied von einer Konvention aus.
    In dieser Hinsicht werden dann Tablet-PCs die Nase vorn haben (aber die Entwicklung ist in diesem Bereich meiner Meinung nach noch nicht so weit).

    Erfreulich jedoch, daß HTML verstanden wird. Und vermutlich wird man sich auch recht schnell an die Benutzung eines Konverters gewöhnen. Immerhin verschafft man sich mit nur wenigen Klicks ein mehrstündiges Lesevergnügen.

    Das Ganze (E-Books und Co.) ist ein interessanter Bereich, und ich lese sehr gern Erfahrungsberichte sowie Ergebnisse von kleinen Experimenten dazu. Jetzt muß ich so langsam nur noch jemanden finden, der mir einen E-Book-Reader zum Geburtstag schenkt. 🙂

    Viele Grüße,
    Yva

  4. @ Yva:

    Auch wenn ich das jetzt nicht so genau weiß, ich denke auch, dass RTF eine Zeit lang ganz gut war. Bei Ebooks hat sich das freie Format ePub durchgesetzt, was vom Kindle mehr oder weniger boykottiert wird. Wie immer in der elektronischen Welt, will halt jeder Hersteller sein eigenes Format-Süppchen kochen. Sicherlich wird man über früh oder lang erkennen, dass diese Abgrenzung eigentlich Quatsch ist und sich dann vielleicht auf einheitliche Standards einigen. Bei den Steckern für die Handys ist es ja schon fast soweit.

    Bei Ebooks geht es halt auch um viel Geld und das man mit den hauseigenen Formaten die Leser an das Verkaufs-Medium bindet.
    Allerdings ist es schon heute möglich, alle Bücher in alle möglichen Formate umzuwandeln, von den DRM – geschützten Formaten mal abgesehen.

    Wenn du Dir ein ePub lädst und das auf den Kindle übertragen willst, geht das mit Calibre noch schneller. Das ist halt Massenverarbeitung und soviel Bücher kann man gleichzeitig ohnehin nicht lesen.

    Seit gestern hat übrigens der deutsche Kindle-Shop eröffnet! http://www.amazon.de/ebooks-kindle/b/ref=sv_kinc_1?ie=UTF8&node=530886031

    Endlich. Freu! Da steht dem Lesevergnügen noch weniger im Weg. Bitte nicht falsch verstehen, ich will keine Werbung machen, aber der Kindle hat mich einfach überzeugt und dann rede ich auch gut über ihn, ganz freiwillig und ohne Werbevertrag. So klappt das mit den glücklichen Kundinnen. 😉

    Wann hast du denn Geburtstag? Vielleicht kannst du dir von jedem Schenkenden einen kleinen Betrag dazu wünschen? So hab ich das gemacht… und dann die restliche Hälfte selbst bezahlt.

    Viele Grüße,
    Julia

  5. Hallo Julia,
    aus irgendeinem Grund sind mir deine beiden Informationsartikel über den Kindle erst heute so richtig aufgefallen. Ich finde aber deine Zusammenstellung der Infos sehr gut – vor allem, weil sie einfach praktische Tipps geben. Und auch so Leute wie mich, die in manchen Dingen noch hinterm Mond leben, echt neugierig auf das Ding machen.
    Ich habe mir jetzt auf der Amazon- Seite und im Projekt Gutenberg ein paar Sachen durchgesehen (auch bei ein paar Verlagen nachgesehen), die Auswahl ist noch nicht zufriedenstellend, aber ich denke, das wird eine Frage von Monaten sein, bis man auch in Deutschland jeden Titel erhalten kann.
    Irgendwie tut mir die Vorstellung, dass das alte Papierbuch bald ausgedient haben könnte, ein wenig weh.
    Nur Farbdrucke und Großformate (Kunstdrucke) werden sich wohl noch lange halten – was meinst du?
    Nochmals danke für die Mühe mit den Texten!

  6. Hallo Julia!

    Mein Geburtstag ist schon in ein paar Wochen, weshalb es für einen Kindle sicher nicht mehr reichen wird. Zumal ich mich auch noch nicht so wirklich entschieden habe. Deine gute Idee aus dem Eintrag „Neues Lesen für neue Menschen“, den E-Reader vor allem für Gebrauchsanweisungen und Anleitungen, die nur als PDF vorliegen, zu nutzen, scheint ja ein wenig daran zu scheitern, daß es ausgerechnet bei der Anzeige von PDFs noch ein bißchen hakt.

    Und was Belletristik angeht, bin ich ziemlich altmodisch. Wenn ich ein gutes Buch gelesen habe, möchte ich es auch anschließend im Regal stehen haben – in gewisser Weise als physikalische Entsprechung der Gedanken, die darin enthalten sind. Außerdem lese ich furchtbar gerne in der Badewanne, was der Kindle sicher nicht gefahrlos überstehen würde.

    Interessant sind für mich jedoch Geschichten aus dem Internet – meist von Amateuren geschrieben und in irgendwelchen Foren, Blogs oder abgelegenen Homepages zu finden – die sowieso niemals in gedruckter Form vorliegen werden. Wenn man sie in einem Textverarbeitungsprogramm etwas aufarbeiten würde, wäre ein E-Book-Reader das ideale Medium, um sie zu sammeln und auch zu konsumieren. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß irgendwann die Amateur-Autoren direkt eine entsprechende Datei ihrer Texte in einem Mobipocketformat zum Download anbieten (würde ich jedenfalls machen, wenn ich mal was Nichtkommerzielles schreibe). Hauptsächlich aus diesem Grund geistert der Kindle in meinem Kopf herum und bin ich auch so interessiert an Deinen Erfahrungsberichten.

    BTW: Die Fotos mit dem PC-Bildschirm, auf dem Dein Blog zu sehen ist, haben echt Stil! 🙂

    Liebe Grüße,
    Yva

  7. Hallo Cathi und Yva,

    schön, dass ihr so fleißig kommentiert, da hab ich endlich wieder was zu tun. 😉

    Im Grunde kann ich eure beiden Antworten ein wenig zusammenfassen.

    Also: Ob es noch Kunstdrucke und Großformate geben wird? Natürlich!

    Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass das Ebook auf lange Sicht das klassische Buch ganz verdrängen wird. Dazu gibt es einfach noch zuviele Spezialfälle und auch noch starke Gewohnheiten (z.B. der älteren Generationen, die schon auf Grund der schlechter werdenen Augen und der Computer-Abneigung niemals so ein kleines Klickklick-Ding haben werden wollen). Mit dem kleinen Tastatur-Kreuz vom Kindle scheitere ja selbst ich mit meinen doch kleinen und noch ziemlich flinken Fingern. Als Seniorin würde ich das nicht benutzen wollen, viel zu verwirrend, alles auf Englisch…

    Auch in der Badewanne ist es nicht angebracht, ins Regal stellen kann man nicht, verleihen auch nicht.

    Aber das Kindle wird eine Nische besetzen, da bin ich mir ziemlich sicher. Es wird z.B. die schnelle Leseinformation, die aktuellen Zeitungen, weitaus attraktiver machen und langfristig vom Papier lösen. Im Ebook besteht für die Verlage vielleicht wieder eine Chance, dass einbrechende Umsatzzahlen durch kostenloses Kopieren im Netz wieder eingedämmt wird. Es gibt ähnliche Tendenzen mit den Verleih-Filmen, Musik und Spiele-Downloads im Internet, die allesamt steigende Umsatzzahlen aufweisen können. So wird das auch mit den Büchern werden.

    Wenn man wirklich gute Informationen schnell und zuverlässig von jedem Ort der Welt auf das Kindle haben möchte, warum soll man dafür nicht ein paar Euros zahlen?

    Wenn ich z.B. abends auf dem Hotelzimmer sitze und schon im Schlafanzug bin, keine Lust mehr habe, mir um 22 Uhr ein Kiosk zu suchen, aber dennoch die aktuellste Zeitung brauche, ist das mit dem Kindle möglich. Einwählen, Zeitung auswählen, bezahlen, fertig. Noch nichtmal den Müll muss ich dann am Tag darauf entsorgen und der Umwelt tut´s auch gut.

    Das ist die eigentlich Revolution, nicht die Reformierung des Buches an sich. Es ist eher eine Weiterentwicklung des Buches mit neuen, technischen Mitteln. Der Kindle ist auch kein reines Buch, sondern ein Mittelding aus Netbook, Handy und Tablet-PC. Eben ein Ebook-Reader.

    Und, wie Yva auch schon sagt, das Einfangen von Information aus kostenlosen Quellen ist ein weiterer Vorteil. Das Ebook ist also eine Art Zwischenlösung zwischen Internet-PC und Laptop. Man kann die Texte abends gemütlich im Bett lesen, ohne Einschränkungen an die Lesbarkeit machen zu müssen.

    Für mich als Frau ist es auch wichtig, dass Bücher nicht so schwer sind, weil ich sie nicht lange in der Hand halten kann. Alles über 500 Seiten ist eigentlich schon unangenehm. Das Kindle wiegt aber nur soviel wie ein kleines Taschenbuch, also sehr angenehm.

    Bücher gibt es ja schon sehr lange und anders als bei den Musikkassetten denke ich, dass wir ihr Ende nicht mehr erleben werden. Es wird eine lange Zeit beides parallel geben. Bücher definieren unsere Kultur einfach wie sonst nichts. Sie werden nicht einfach so mit einem Wisch verschwinden. Solange sie gekauft werden, wird es sie geben.

    Der Kindle macht nur einfach eine Nische auf und wie ein Leser im Testbericht sagte (und was ich auch bestätigen konnte): man liest einfach noch mehr als vorher, und ähnlich wie mit dem Aufkommen des Internets, ist man neugierig was es alles so gibt und erschließt sich die Welt dann immer mehr.

    Viele Grüße und danke für eure Anregungen,
    Julia

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