Dieser Abend

Dieser Abend mit Dir, er war so ganz besonders.
Die Luft vibrierte, alles leuchtete und die Energie zwischen uns war magisch.

Wir verstanden uns plötzlich ohne Worte. Ohne dass Du mich auch nur anschautest, wusste ich sofort, was Du denkst und was Du als nächstes sagen würdest. Es war mir so völlig klar, als ob wir schon seit 20 Jahren eine Beziehung gehabt hätten.

Du warst so voller Energie, das ganze Leben sprudelte nur so aus Dir heraus und ich fragte mich, wer oder was Dir eigentlich diese überschäumende Energie verlieh und ich wagte nicht daran zu denken, dass vielleicht ich der Auslöser sein könnte…

Und dann macht es – päng – und du gingst in die eine Richtung und ich in die andere. Aber jeder Abschied wurde jetzt schmerzvoller und schwieriger. Bei jedem Kuss in dein schönes Gesicht, mit jedem Schnuppern an deinem Haar und deiner reinen Haut war mir klar, dass ich es eines Tages nicht mehr schaffen würde, dich so einfach zu verabschieden, wie man eine entfernte Cousine zum Bahnhof bringt.

Überhaupt die Zeit! Wenn ich mit Dir zusammen war, hörte sie scheinbar auf zu existieren. Dein Wesen verschlang mich mit Haut und Haar, ich konnte nichts anderes tun, als Dir zu zuhören und in deine lebendigen Augen zu schauen. Ich nahm mich selbst überhaupt nicht mehr war. Ich war jetzt Du und Du warst ich. Die Zeit spielte keine Rolle. Wie ein riesiges Feuerwerk aus Farben und Formen waren unsere Begegnungen. Voller Licht, voller Liebe und dahinter öffnete sich so langsam ein kalter Spalt aus Dunkelheit.

Die Schmerzen in deinem Rücken, sie kamen immer dann, wenn sich eine Trennung anbahnte.

Und mit ihnen kamen meine Selbstzweifel, der Selbsthass und die Depression.