Die großen Verführer- TV Rückblick

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Gestern, also am 30.10.2010, sendete VOX eine vierstündige Süddeutsche TV- Reportage über die Geschichte der Werbung. Im Grunde war das eine Dauerwerbesendung, die alle 30 Minuten von Werbung unterbrochen wurde. Also vier Stunden lang nur Werbung, Werbung, Werbung…

Zuerst mal die Dinge, die mir negativ aufgefallen sind: Es ist ein absolutes Unding geworden, Sendungen die man „Dokumentationen“ nennt, die also Bildung und Wissen vermitteln sollen, immer mit diesen Promi-Kommentaren und sinnlosen Einspielern garniert. Eine Welt der Kommentare. Alles und alle ergießen sich in Meinungen und Halbwissen, und wenn jemand charmante drei Sätze zu einer Sache geredet hat, von der er keine Ahnung hat, ist anscheinend alles gesagt. Die meisten Promis waren schlecht gewählt und hatten überhaupt keinen sichtbaren und erkennbaren Bezug zum Werbe-Thema (Fritz Egner, Christian Tramitz, Gloria Gray, …. ) Und die Leute, die man aus der Werbung gewählt hatte, erfüllten eher das Klischee eines vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Übermenschen, der die dumme Kundenwelt mit seinem Wissen „erobern“ möchte.

Vor allem eine generelle Frauenfeindlichkeit kam dabei stark zum Vorschein: Frauen mit nackten Brüsten sehe er in der Werbung doch gern, sagte ein Kommentator, das wäre doch toll. ((soweit geht die generelle Frauenfeindlichkeit in den Medien also schon)) Und diese Werbung (das FA-Deo in der Karibik) wäre doch sehr gelungen. Die weiblichen Kommentatoren hingegen meinten, dass sie das primär abstoßen würde und nicht besonders zum Kauf animieren könnte, es sei denn, es wäre wirklich gut gemacht und passe zum Produkt.

Eine andere Prominente, die für die gleiche Marke eine Kampagne gemacht hat, wusste damals gar nichts von dem ersten Nackt-Auftritt überhaupt in der deutschen Werbung. Und wie viel hat sie dafür bekommen? 3000 DM.

Da die ganze Sendung am Anfang sehr unkritisch war und es immer nur über die genialen und tollen Ideen der Werbefilmmacher ging, stand ich nach ca. einer Stunde kurz davor, auszuschalten und mich mit etwas „Sinnvollerem“ zu beschäftigen. Die Alternativen im TV-Programm waren leider sehr dürftig (wie fast immer samstags, und die richtig guten Filme kommen dann Sonntags abends um 23 Uhr).

Nach einiger Zeit wurde die Sendung aber interessanter und auch etwas werbe-kritischer. Strukturiert wurde die Dokumentation durch informative Blöcke, die jeweils auf bestimmte Aspekte der Werbung eingingen. Werbung früher und heute, erfolgreiche Werbefilme, Autos in der Werbung, Tiere, Kinder, Schönheit, Werbung im Netz, etc.

Manipulation und Absatzsteigerung

Interessant war dabei z.B. der Beitrag, wie Kunden mit psychologischen Tricks und Apparaturen regelrecht durchleuchtet werden, um deren Kaufverhalten zu manipulieren oder welche Arten der Einflussnahme es beim Supermarkt-Einkauf gibt („Augenware“ in Augenhöhe ist mehr wert, Schokolade in Breitseite wird besser abverkauft, als wenn sie nur vom Rücken her präsentiert wird, abgepackter Käse verkauft sich in der Nähe der Käsetheke besser, usw..).

Hier zeigte sich mal kurz das wahre Gesicht der Werbemacher und der Motivation der Konsumindustrie: Wichtig ist, dass verkauft wird. Und so drängt sich manchem Kunden eines Supermarktes das Gefühl auf, die Ware steht im Vordergrund und nicht der Kunde selbst. Wenn das allerdings zu deutlich wird, wäre die Manipulation sichtbar und keiner würde mehr kaufen. Der Trick ist also, den Kunden so unsichtbar zu durchleuchten, dass er davon nichts mitbekommt, man aber dennoch die relevanten Daten erhält. Am besten erfolgt die Einflussnahme direkt über das Unterbewusstsein.

Gezeigt wurde die Gesellschaft für Konsumforschung, zum Teil angesiedelt in dem pfälzisch-statistischen Durchschnittsörtchen „Hassloch“, bei der die Fernsehwebung regional auf die Testkunden abgeändert wird, um anschließend ihr Konsumverhalten im Supermarkt zu messen. Das alles ist verdeckt, und die Testkunden wissen nicht, welche Werbung abgeändert wurde. Der Auftraggeber kann aber dennoch erkennen, ob eine Werbung „ankommt“ oder nicht.

Und das ist auch sehr wichtig, denn die durchschnittlichen „Konversionsraten“ in der Werbung sind sehr niedrig. Im Internet wird im Schnitt nur 0,1 Prozent der Werbung angeklickt, im Fernsehen schauen gerade mal 13 Prozent aller Personen die Werbespots. Die Zahl der Personen, die dann wirklich kaufen, wird noch niedriger sein. Umso wichtiger ist es, dass eine Werbung oft geschaltet wird und sich in ihrem Inhalt einprägt.

Ein wichtiges Mittel ist die generelle Marktforschung und die Erfassung von Daten. Ein Instrument wie die Payback-Karte kann dabei helfen, ist aber bei Verbraucherschützern – wen wundert es – umstritten.

Durch Werbung vermittelte Werte und Bürgerlichkeit

Ein wichtiges Kernthema war die Frage, welche Ideale und Werte über Werbung vermittelt wird. Schon schnell wurde klar, dass Werbung im Grunde die Kunstform und der Spielplatz für gut bezahlte Kreativität in einer „modernen“ Markt-und Geld-orientierten Gesellschaft ist. Dass der Kunstbegriff sich dabei selbst verkauft und sich im Grunde in eine halbseitige, bedeutungslose Kunst auflöst, wurde nicht mal ansatzweise diskutiert. Es wurde gemunkelt, dass man einen Regisseur wie Wim Wenders nur für einen Werbespot nahm, damit man einen guten Namen zum Präsentieren hat. Einzig und allein der Werbefilmmacher Charles Wilp produzierte damals für Afri Cola so etwas wie „richtige Kunst“ – mit dem Ergebnis, dass er anderen Kunden zu schrill war und sie nicht mit ihm gemeinsam in einem Block gesendet werden wollten. Er kam also an das Ende eines jeden Werbeblockes, was die Bedeutung für den Spot nur noch verbesserte. ((Spots von Wilp: http://www.youtube.com/watch?v=PmJypW0lWrQ und http://www.youtube.com/watch?v=3a1uMvWFlj0&feature=related ))

Gezeigt wurde auch ein Werbespot für eine Seife aus den 60er Jahren: Ein Ehepaar trifft auf eine alte Schulfreundin und sie verabreden sich zum gemeinsamen Kaffee trinken. Dem Mann fällt auf, dass diese Freundin aber viel jünger aussieht und dessen Ehefrau zeigt sich geschockt: Wie macht sie das bloß? Die eingespielten Promis lachen sich darüber schlapp und meinten sinngemäß, dass man dem Mann mit der Faust ins Gesicht schlagen soll ((soweit geht die generelle Männerfeindlichkeit in den Medien also schon)) , auf Grund so einer Dreistigkeit und dass das ja ein „absolutes Unding“ wäre, etc… Natürlich wäre so ein Schönheitsideal und vor allem so eine Vermittlung heute UUUN-denkbar.

Aber hat sich das heutzutage wirklich geändert? Ein paar Minuten später wird die Werbesendung von aktuellen Werbespots getrennt: Gleich am Anfang sieht man eine Beauty-Werbung, die schöneres Haar verspricht, Frauen sieht man meistens beim Backen und Kochen oder sich sorgen um ihr Aussehen und ihre Schönheit, dem heiligen Gral der Werbung überhaupt.

Promis

„Promis in der Werbung“ war ein weiterer Abschnitt in der Vox-Reportage: Meistens werten sie ein Produkt positiv auf und dieses profitiert dann von der Markt-Wirkung des jeweiligen Promis. So hat ein Michael Ballack immer noch einen hohen Bekanntheitswert, auch wenn er für die Nationalelf derzeit nicht aufläuft. Eine Verona Pooth rangiert in der Popularität und in ihrer medienwirksamen Natürlichkeit weit oben, und ist daher für die Vermarktung von Produkten interessant. Nur sollte das Produkt auch zur Person passen, was im Falle der Kik-Werbung nicht so gelungen wäre. Ein anderer negativer Effekt kann auftreten, wenn sich das Image des Promis zum Negativen wandelt, wie z.B. beim Fall Kachelmann. Grenzwertig sind auch Spots mit „Bad-Girls“ wie Paris Hilton oder allzu freizügige erotische Spots mit Kylie Minogue. Paradox dabei ist, dass ein Bad-Girl Image die Popularität und die Medienpräsenz sogar erhöht und selbst eine Gefängnisstrafe oder der Konsum von Kokain dabei nicht abwertend wirkt. Brave Mädchen sind anscheinend out und vermitteln nicht das, was man von einem „angesagten“ Produkt erwartet.

Es ist eindeutig: Werbung soll und will Einfluss auf die Köpfe und die Bewertung einer Sache nehmen. Galt es vor ein paar Jahren noch als cool und männlich, dem Camel-Mann folgend durch eine virtuelle Prärie zu reiten und dabei eine zu schmökern, ist das heute undenkbar geworden. Wie schnell sich der Geist einer Gesellschaft ändert und wie wechselhaft sie dabei ist! Aufklärung gibt es auch von der Regierung, z.B. zum Thema Aids oder Anti-Raucherspots, die ein Kind zusammen mit der Mutter an einem Tisch zeigen: Die Mutter raucht eine Zigarette und atmet ein, das Kind atmet an ihrer Statt den Rauch aus. Nett gemacht und auch sehr einprägend, aber letztendlich wieder eine „Moralkeule“.

Fazit
Insgesamt war die vierstündige Reportage gelungen. Die anfängliche Vermutung, dass hier einseitig Werbung für die Werbung gemacht wurde, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Dennoch hätte ein bisschen mehr Konsum- und Werbekritik nicht geschadet. Und bitte, das nächste Mal andere Promis oder Leute, die sich wirklich auskennen und nicht nur zur Selbst-Präsentation gezwungen werden.

In einer Welt, in der der Großteil unserer Werte und Einstellungen über das Fernsehen und vor allem die Werbung vermittelt wird, ist es gut, wenn man sie noch ein bisschen durchschauen kann.

16 Gedanken zu „Die großen Verführer- TV Rückblick“

  1. Ich bin verwirrt:
    Wenn ich gern Kunstwerke ansehe, bin ich ein Kunstfreund. Wenn ich gern Musik höre, bin ich ein Musikfreund. Wenn ich Tiere mag, bin ich ein Tierfreund. Wenn ich aber gern Frauen ansehe, bin ich anscheinend ein Frauenfeind.

    Aber offenbar ist Nacktheit ja gerade noch so entschuldbar, wenn sie zum beworbenen Produkt passt. Nun, im inkriminierten Fall geht es um ein Duschgel. Mir ist ja klar, daß jede Familie das anders handhabt, und vielleicht schockiere ich jetzt den einen oder anderen, aber ich dusche eigentlich immer nackt.
    Von Werbung, die versucht, mir was anderes zu suggerieren (obwohl, Männer scheinen das noch zu dürfen), fühle ich mich eher veralbert.

    (Übrigens auch von hämischen Fußnoten, in denen der Verfall der Sitten plötzlich beklatscht wird, solange er nur Männer trifft.)

    Gleich am Anfang sieht man eine Beauty-Werbung, die schöneres Haar verspricht, Frauen sieht man meistens beim Backen und Kochen oder sich sorgen um ihr Aussehen und ihre Schönheit, dem heiligen Gral der Werbung überhaupt.

    Ein Ziel der Medienerziehung an Schulen heute ist u.a. die Vermittlung einer scheinbar einfachen Erkenntnis: Werbung wird gesendet, weil Hersteller ihre Produkte verkaufen wollen. Und weil 80% der Konsumentscheidungen von Frauen getroffen werden (und aus anderen Gründen, die Du vermutlich sexistisch fändest), richtet sich diese Werbung oft an Frauen.
    Soll ein Shampoohersteller in seiner Werbung häßlicheres Haar versprechen? Soll ein Suppenhersteller eine coole Businessfrau zeigen, die grade einen Millionenabschluss macht und danach ins Restaurant geht?
    Auch solche Werbung passt nun mal zum Produkt, und solange mit Beauty-Produkten für Frauen grotesk hohe Umsätze gemacht werden können und die meisten Kuchen von Frauen gebacken werden, wird sie sich kaum ändern.

    Weniger produktbedingt dagegen so manche misandrische Werbung (wir erinnern uns, Zielgruppe sind Frauen: da macht sich etwas Männer-Bashing offenbar immer gut), wo es hauptsächlich darum geht, einen Idioten zu haben: Wenn es darum geht, daß jemand sich wegen seiner Eitelkeit blamiert, eine Schranke auf den Kopf geknallt oder die Autotür abgefahren bekommt, sich so tadelnswert verhält, daß selbst seine kleine Tochter nur den Kopf schütteln kann, als eines einer Reihe Klischees im Schrank auf seine Abholung wartet oder eine neue (komplett sinnfreie) Funktion eines alten (sowieso schon komplett sinnfreien) Produkts nicht versteht: Da kommt ein Mann immer recht.

    Erstaunlicherweise geht das neuerdings auch andersrum: Als ich gestern zum ersten Mal die neue Euronics-Werbung („Mutter Natur“) gesehen habe, war ich gleich in doppelter Hinsicht sprachlos. Zum einen, weil ich es nicht zielführend finde, das Lächerlichmachen von Männern nun durch das Lächerlichmachen von Frauen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, zu ersetzen (oder vermutlich eher: zu ergänzen), und zum anderen, weil ich ehrlich erstaunt war, daß sich jemand so etwas traut.
    Da scheint tatsächlich etwas in Bewegung zu sein, aber wie üblich in die falsche Richtung…

  2. @Julia:

    Vielen Dank für die interessante Zusammenfassung dieser Reportage, mir wäre die Dauer von 4 Stunden zu lange. Noch dazu mit den Werbeunterbrechungen, die mein televisionäres Durchhaltevermögen deutlich herabsetzen…

    @Laufleser:

    Es freut mich zu hören, dass Sie nackt duschen.
    Werden Sie dabei auch gefilmt? Nein? Sehen Sie, das ist genau der Punkt: Das Zeigen sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale als werbewirksames Mittel ist eben doch zu hinterfragen.
    Ebenso finde ich es zum Beispiel diskriminierend, wenn die Hausfrau neben ihrer kaputten Waschmaschine steht, mit verängstigt-naivem Blick und ihr der Mann daneben mit wohlwollend-mitleidigem Lächeln erklärt, wie man richtig Wäsche zu waschen hat (Stichwort: Wasserenthärter). Männer mit Expertenwissen, die zwar wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben eine Waschmaschine eingeschaltet haben, sich aber trotzdem besser auskennen als die Frau, die dies erst seit 20 Jahren macht. Tja.
    Hier werden Klischees bedient, dort wird die Frau auf das für manche Männer Notwendige reduziert.
    Es gibt aber auch tatsächlich männerfeindliche Werbung, ich war ganz erstaunt: Ein Hersteller pries sein Anti-Fußpilzmittel mit einem in der Dusche leidenden Mann (diesen juckten die Füße ganz gräßlich)! Was lerne ich daraus: Fußpilz ist also Männersache.
    Oder doch, dass Werbung nicht von Genies gemacht wird und oft ziemlich daneben ist 😉

  3. Ich bin durch Zufall auf diesen Blog gestoßen und habe die oben kommentierte „Doku“ gesehen(Aufgezeichnet um mir die 4 Stunden einteilen zu können). Ich bin an dem Thema Marketing schon aus beruflichen Gründen interessiert. War aber am Ende doch eher entäuscht. Zum einen wegen der mit Recht kritisierten B-Promis, im Besonderen aber wegen dem Dieter Bohlen des Marketings(habe seinen Namen vergessen, oder eher „ausgeblendet“). Klassisches Beispiel für „ich höre mich selbst gern Reden“, oder in seinem Falle „schreien“. Mehr Tiefgang hätte dem Thema sicher nicht geschadet. Den Stoff der Sendung hätte man gut auf 2 Stunden kürzen können, ohne an „Wert“ zu verlieren, denn wirklich neues gab es nicht, bis vielleicht auf das „virale Marketing“, welches aber durch den Star War’s Klamauk und den beiden anderen gezeigten Clips(Berlusconi Double und „nasser Hund“) eher „erdrückt“ worden ist, als es zu beleuchten. Schade drum. VOX zeigt im allgemeinen gute Dokus(Spiegel und BBC).
    Danke für diesen gelungenen TV-Rückblick! Grübeln geht immer! 🙂

  4. Cathi,

    ich weiß ja nicht, wie die hier üblichen Umgangsformen sind – dort wo ich herkomme, wird das Siezen als Beleidigung aufgefaßt. Wenn Du eigentlich garnicht mit mir kommunizieren willst, dann laß‘ es doch einfach bleiben. Ich für meinen Teil werde auf Dein Kommunikationsangebot eingehen, wenn Du erlaubst:

    Das Zeigen sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale als werbewirksames Mittel ist eben doch zu hinterfragen.

    Ich komme mit diesem Satz nicht klar. Wie ist „ist zu“ gemeint? Normativ oder nicht? Und inwiefern zu hinterfragen? Moralisch, aus „Sexismus“-Gesichtspunkten oder von der Wirkung her?
    In der jeweils letzten Bedeutung gebe ich Dir recht: Eine Werbung, die ihre Zielgruppe abstoßend findet, ist kommerziell vermutlich eine schlechte Idee. Allerdings frage ich mich, ob man diese Frauen heute oder in den 80er Jahren gefragt hat, als etwa Oben Ohne im Schwimmbad noch deutlich verbreiteter war.

    Aber mein der Punkt ist ein anderer:
    Werbung (und andere mediale Produktionen), die funktionieren soll, muß den Zuschauer dort abholen, wo er steht; sachlicher ausgedrückt, der Konsument muß das Geschehen als in „seiner“ Welt spielend erkennen, sich selbst darin wiederfinden. Dazu gehört IMHO eben auch, daß die meisten in einer Situation, in der sie Duschgel benutzen, nicht gerade einen Regenmantel tragen.

    Der Versuch, Nacktheit zu vermeiden, führt ja manchmal zu seltsamen Effekten: Etwa, wenn eine Frau nach dem Sex aus dem Bett steigt und sich umständlich hinter der Bettdecke vor ihrem Partner (eigentlich natürlich vor dem Zuschauer) versteckt. Da muß ich mich doch fragen, ob in der Beziehung etwas nicht stimmt und der Regisseur das auf diese Weise subtil vermitteln will.
    So bin ich auch der Meinung, daß die TV-Prüderie eine der Ursachen für die hohe Rate von Teenager-Schwangerschaften in den USA ist. Wenn Kinder beim Sex entstehen und Leute im Fernsehen nach dem Sex in Unterwäsche aus dem Bett steigen (ohne, daß sie sich diese vorher angezogen hätten), dann ist das, was ich nackt im Bett tue, vermutlich etwas anderes.

    Aber all das geht an dem Satz vorbei, der mich ursprünglich so verwundert hat: Warum ist es frauenfeindlich, gern nackte Brüste zu sehen?

    Ebenso finde ich es zum Beispiel diskriminierend, wenn die Hausfrau neben ihrer kaputten Waschmaschine steht, mit verängstigt-naivem Blick und ihr der Mann daneben mit wohlwollend-mitleidigem Lächeln erklärt, wie man richtig Wäsche zu waschen hat (Stichwort: Wasserenthärter).

    Falls wir dabei an den gleichen Spot denken, ist der zum einen inzwischen auch schon wieder ein Jahrzehnt alt, und zum anderen kann ich Deine Interpretation nicht teilen. Ich habe ihn mir gerade auf YouTube angesehen, und die Textaufsager dort wären vermutlich weder zu einem verängstigt-naiven Blick noch zu wohlwollend-mitleidigem Lächeln in der Lage, selbst wenn es ihnen der Regisseur stundenlang vormachen würde.

    Männer mit Expertenwissen, die zwar wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben eine Waschmaschine eingeschaltet haben, sich aber trotzdem besser auskennen als die Frau, die dies erst seit 20 Jahren macht.

    Diese Männer würden das wahrscheinlich anders sehen: Täglich schalten Millionen von Frauen Waschmaschinen ein, ohne auch nur die geringste Ahnung von deren Funktionsweise zu haben, ohne einen Heizstab von einem Schlauch unterscheiden zu können.
    Aber was wissen die schon, wo sie doch erst seit 20 Jahren Hausgeräte reparieren… 😉

    Und da sind wir wieder bei dem Punkt von oben: Solange die meisten Waschladungen von Frauen gewaschen werden, wird Waschmittelwerbung sich in erster Linie an Frauen richten.
    Sobald der waschende Mann von der Werbung als lohnende Zielgruppe erkannt wird, sobald eine realistische Wahrscheinlichkeit besteht, daß eine Frau kommt, um seine Maschine zu reparieren, wenn er den Kundendienst ruft, werden wir solche Konstellationen auch in der Werbung sehen.
    Vorher: Wozu? Die durchschnittliche waschmittelkaufende Frau (Nichtfeministin) wird sich und ihr Leben in der beschriebenen jedenfalls eher wiederfinden.

    Hier werden Klischees bedient, dort wird die Frau auf das für manche Männer Notwendige reduziert.

    Also, dann hätte die Dame dem Installateur aus Dankbarkeit wenigstens noch einen bl… äh, lassen wir das.

    Schön, daß Du es wenigstens nur manchen Männern zutraust, an Frauen nur als hilfebedürftigem Weibchen interessiert zu sein.
    Aber welche Verbindung hätten diese Männer mit der gescholtenen Werbung? Potentielle Kunden sind sie sicher nicht und die Kreativabteilungen von Werbeagenturen stehen im Allgemeinen auch nicht gerade im Verdacht, ein Hort frauenfeindlicher Machoarschlöcher zu sein.

    Es gibt aber auch tatsächlich männerfeindliche Werbung, ich war ganz erstaunt:

    Entschuldigung, sehen wir tatsächlich im selben Land (und im selben Jahrzehnt) fern? Oder haben wir tatsächlich dermaßen verschiedene Brillen auf?
    Ich kann die Bewertung der Verleiher des Schlußlicht-Preises zwar auch nicht in jedem Einzelfall nachvollziehen, ärgere mich aber auch oft über Werbungen, die dort nicht angeprangert werden.

    Aber vermutlich wirst Du mir widersprechen, wenn ich laut überlege, daß jemand, der in der heutigen Landschaft der Fernsehwerbung so wenig Männerfeindliches findet, wohl ein sehr schlechtes Bild von Männern haben muß.

    Ein Hersteller pries sein Anti-Fußpilzmittel mit einem in der Dusche leidenden Mann (diesen juckten die Füße ganz gräßlich)!

    Da haben wir sie wieder, die für mich nicht nachvollziehbare Definition von Feindlichkeit:
    Fußpilzsalbenwerbung mit einem Mann ist männerfeindlich? Wieso? Ist es ehrenrührig, Fußpilz zu haben? Muß es einem peinlich sein, wenn es einen irgendwo juckt? Ist jemand, der krank wird, ein Depp, dem gegenüber man sich überlegen fühlen und Schadenfreude empfinden darf?

    Was lerne ich daraus: Fußpilz ist also Männersache.

    Du würdest ein Fußpilzmittel dieser Marke also nicht in Erwägung ziehen, wenn es Dich juckt, weil die Werbung sich ja nur an Männer richtet? Nein, vermutlich falsch verstanden.

    Ich kann Dir jedenfalls versichern, daß ich als Mann gerade diese Werbung nun nicht als diskriminierend empfinde, soweit ich mich an sie erinnere.
    Wen es schon mal richtig gejuckt hat, der weiß, daß einen das verrückt machen kann. Das ist die Botschaft des Spots, und hat direkt mit dem beworbenen Produkt zu tun, das eben verspricht, das Jucken zu beseitigen.

    Oder doch, dass Werbung nicht von Genies gemacht wird und oft ziemlich daneben ist 😉

    Daß Werbeschaffende ihren Beruf zu nicht geringen Teilen offenbar unter massivem Einfluß bewußtseinsverändernder Substanzen ausüben, dachten wohl schon viele, bevor Michael Mittermeier sich über Auslandskrankenscheine und American-Express-Ersatzkarten ausließ. Ein Schluß, zu dem man eigentlich zwangsläufig kommen muß, wenn man ihre Ergebnisse gelegentlich so betrachtet.

    Ein Beispiel ist auch der aktuelle Dash-Spot. An wen richtet er sich?
    Der Mann wird als Trottel dargestellt, der eigentlich nur waschen will und vollkommen verwirrt reagiert, als Frauen sich aufgrund seines Waschmittels hemmungslos an ihn ranschmeißen. Und für Frauen ist er allein durch diese Dash-Flasche offenbar derart attraktiv, daß sie ihre Sexualität kaum im Zaum halten können, auch nicht im engeren Sinne schmeichelhaft.

    Ich weiß, daß einige Zeit lang in der Werbebranche die Maxime galt „jede Aufmerksamkeit ist gute Aufmerksamkeit“ und somit auch Beschwerden über eine Werbung als Beweis gesehen wurden, daß diese wahrgenommen wurde. Ich dachte allerdings, davon sei man inzwischen wieder abgekommen.

    Aber wolltest Du jetzt darauf hinaus, daß diese multitoxikomanen Individuen für das, was sie so produzieren, sowieso nicht verantwortlich zu machen sind? Doch wohl eher nicht, oder?

    LG, LL

    (Ich hoffe, das war lieb genug für Julia. ;-))

  5. Guten Tag Herr Laufleser,

    danke für Ihren freundlichen Ton, den ich generell schätze und die lange Ausführung von Ihrer Seite. Wenn Sie es nicht so gemacht hätten, würde ich auch nicht darauf antworten. 😉

    Ein „Sie“ empfinde ich übrigens nicht als abwertend, sondern eher eine natürliche Distanz herstellend und manchmal von Vorteil (vor allem wenn sich eine Diskussion emotional aufbauscht, was im Internet und in den Blogs leider schnell geschieht). Ich bin mir ganz sicher, dass Frau S. sie hiermit nicht beleidigen wollte.

    Wenn sie einen echten Namen angegeben hätten, würde es uns auch leichter fallen, zu duzen oder einen passenden Vornamen zu verwenden. Aber durch die Verschleierung ihres echten Namens wählen sie ihre Anonymität bewusst, so dass wir nur das zurückgeben können, was uns angeboten wird.

    Offtopic: Wir sind uns oft viel zu nahe und duzen uns alle, aber sind wir wirklich vertraut? Steht uns ein Du und soviel Nähe zu, bei einem Menschen, den wir nur über die Maschine und eine lange Datenleitung kennen? Warum nicht öfter mal siezen? Ich empfinde ein „Sie“ als Befreiung, als eine Bekenntnis, den anderen zu achten und erstmal außerhalb seines allzu nahen, persönlichen Radius zu bleiben. Eine Sache, die in persönlich geschriebenen Blogs schnell paradox und fehl am Platze wirken kann. Aber ein persönlich schreibender Autor/ Autorin wendet sich in erster Linie an das Publikum, das zu seiner Stammleserschaft gehört und das ihm genehm ist. Es ist nicht von einem Blog-Autor / einer Autorin zu erwarten, dass alle Menschen und alle Leser mit gleichem Respekt oder gleichen Vorzeichen behandelt werden oder im Umkehrschluss: er so behandelt wird. Das „Blog“ bildet letztendlich eine enge soziale Gruppe, die ihren natürlichen Schwankungen und ihren eigenen Gesetzen und Vorlieben unterliegt.

    Zur Werbung:
    Ich denke nicht, dass es für uns oder die Diskussion gut ist, auf dem Punkt mit der Fa-Dusch-Werbung so herumzureiten. Als ich das im Artikel „besprochen“ habe, war das nur mein erster, subjektiver Eindruck auf diese Werbung (= die Frau als Objekt) und vor allem auch auf den Mann, der diesen Werbespot mit seinen Worten, in sehr übertriebener und selbstherrlicher Weise, bewertet und kommentiert hat. Vielleicht ist es typisch Frau oder typisch für mich, vor allem den emotionalen Anteil seiner Aussage zu bewerten und bei mir persönlich irgendwo „abzulegen“.

    Haben sie diese bestimmte Stelle oder die Dokumentation gesehen? Vielleicht reden wir auch nicht über das Gleiche.

    Genau diese Reaktion dieses Mannes empfand ich nämlich als abwertend und frauenfeindlich, weil es mich an dieses typische (negative) Bild des männlichen, allwissenden und selbstverliebten „Lustmolches“ erinnert hat. Und wie er vor allem, keine Selbst-Einsicht zeigend, seinen Standpunkt verteidigt und sich dabei sehr toll gefühlt hat. Das fand ich einfach negativ und es hat mich gestört. Die Fa- Werbung an sich geht sogar noch in Ordnung, weil sie sehr feinsinnig umgesetzt wurde und die Brüste nur sehr kurz im Rahmen des „natürlichen Duschvorgangs“ zu sehen sind.

    Es ist nichts gegen nackte Brüste oder eine allzu offene Einstellung zur Sexualität zu sagen, im Gegenteil. Ein wenig mehr Offenheit wäre in diesem Bereich generell gut, nicht nur für amerikanische Medien. Es muss irgendwo ein vernünftiges Mittelding zwischen Pornografie, Kitsch und absoluter Sex-Losigkeit geben. Zuviel Sex in den Medien oder ein zu plakative Darstellung von Sex kann die Stimmung und die Lust darauf sogar verderben.

    Ich mag auch manchmal nackte Männerkörper anschauen (z.B. in der Werbung für Parfüms oder ähnliches.. aber es gibt Grenzen, und die liegen in meinen Augen bei der einseitigen und kommerziell motivierten Zurschaustellung von Geschlechtsmerkmalen; das ist im Kern nichts anderes als Prostitution; Sex für Geld; wobei diese Sexualmoral in ihrer moralischen Wirkung bestimmt weniger schlimm ist, als die ständige Dauerberieselung mit Gewalt- und Sadismus-Szenen, die man im „normalen“ Fernsehprogramm am laufenden Band findet). Nackte Gefangene in einem Lager der „zivilisierten“ westlichen Welt, die Entkleidung von Gefangenen in Stasi-Gefängnissen, das alles zeigt, dass die Nacktheit und der freie Wille darüber ein Menschenrecht ist, das man sehr hoch einschätzen muss.

    „Man“ muss scharf trennen, zwischen einer ästhetischen, sexuellen Liebe für Frauen und deren Brüste, die mit Wertschätzung und Aufwertung der weiblichen Person einhergeht und ihrem genauen Gegenteil, z.B. in der billigen Pornografie oder bei schlechten Werbespots, die dafür auch hin und wieder gerügt werden. (Beispiel: Ein Elektronik-Anbieter bewirbt die Produkte mit eindeutig, sexuell aufreizenden und pornografisch gehaltenen Frauenkörpern). Der Effekt dieser Werbung ist beim männlichen Publikum leider sehr gut, wie in der Reportage festgestellt wurde. Nur ist der „Effekt“ nicht das einzige Urteil, das solch Tun von sich aus legitimiert (dann hätten wir eine barbarische Gesellschaft, die sich einzig und allein nur dem Leistungsprinzip oder der Erzeugung von Geld und Konsum verschrieben hätte; es wäre zwangsläufig, das andere Werte darunter zu leiden hätten; und ich denke unsere heutige Gesellschaft ist in vielen Teilen derart „barbarisch“ und vernunfts-fern).

    Ein anderes negatives Beispiel für frauenfeindliche Werbung ist die Media Markt Werbung und ihr prominentester Vertreter Mario Barth. Für mich ist das ein kräftiger Grund, den Media Markt komplett zu meiden (mache das bewusst und versuche auch, andere Frauen darauf aufmerksam zu machen). Ich weiß nicht, ob das im Sinne der Werbe-Erfinder ist, da die Frauen viel Geld für Konsum ausgeben und bei einem so breit gefächerten Angebot (Haushaltsgeräte, Kameras, etc.) auch durchaus „zuschlagen“ könnten. Die Gleichung Technik/ Intelligenz= Männlichkeit und Frauen = von Natur aus dumm – ist doch schon sehr alt und gehört nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Diese Werbung provoziert mich und passt nicht in mein Selbstbild. Sie ist daher auch viel schlimmer als die harmlose Fa-Werbung. (mehr Infos und Meinungen dazu auf einer – Achtung- feministischen Webseite : http://maedchenmannschaft.net/wie-ware-es-mal-mit-einem-mediamarktboykott/ )

    Fazit:
    Persönlich (…) denke ich, dass die Werbung nicht nur ihre Aufgabe erfüllen sollte, ein Produkt zu bewerben und möglichst viele, willfährige und Geld ausgebende (sich zum Teil deswegen verschuldende) Konsumenten zu erzeugen, sondern auch von der Seite der öffentlichen Meinung (der Presse oder auch den Blogs) in die Schranken gewiesen und moralisch „korrigiert“ werden darf und muss.
    Da die Kirchen als traditionelle Instanz solche Aufgaben immer schlechter erfüllen, bleibt diese Aufgabe nur beim Bürger oder beim Verbraucher selbst hängen. Und letztendlich entscheidet man auch immer mit dem Geldbeutel, vielleicht sogar das beste Argument.

    Werbemacher haben eine gewaltige Auswirkung auf die vorherrschenden Ideale und (teils unbewussten) Absichten von Menschen. Genauso wie die Frage: „Was war zuerst: das übergewichtige Kind oder die Werbung für Süßigkeiten?“ dreht man sich hierbei im Kreis und muss irgendwo mit der Lösung anfangen. Und wenn es nur die moralische Blog-Keule ist, die man hin und wieder schwingt und letztendlich doch ins Leere des allgemeinen Desinteresses schlägt.

    Laufleser, ich kann mich bei dir/ bei ihnen bedanken, weil du überhaupt eine Meinung hast, auch wenn ich die nicht immer teile. Aber lieber ein konträre Meinung, als gar keine.

    Wer denkt, bleibt frei. Grübeln geht immer. 🙂

    mfg, Julia

  6. Auch auf die Gefahr hin, dass mein Kommentar als Einmischung gewertet werden könnte, möchte ich etwas aufgreifen.

    In der Werbung heisst es ja immer „sex sells“. Auf der einen Seite eine Absicherung für das zeigen von nackter Haut(es hat funktioniert und tut es immer noch), auf der anderen Seite eine Ausrede für mangelnde Ideen. Auf mich wirkt das meistens aufgesetzt und selten „schön“. Ich mache da keinen Unterschied, ob weibliche oder männliche Körper gezeigt werden. Bei mir hat diese Art der Werbung meinen „nervt mich“ Pegel schon lange erreicht und ich schalte ab. Das gilt bei mir aber i.d.R. für die Werbung im allgemeinen, ohne einen HDD Recorder würde ich die privaten Sender gänzlich meiden. Ich bin sicher nicht repräsentativ, oder doch? 😮

    Bezüglich der „Wie hieß der Markt noch gleich“ Werbung, halte ich es wie Julia, der Barth geht gar nicht. Gleiches gilt für „Geiz ist Geil“ und es gibt alternativen. Gut so!

    Hmmm, ist es aufgefallen, daß ich mir eine Anrede „erspart“ habe? Ich halte es meistens so, wenn ich auf einen Kommentar antworte der „Sie“ geführt ist, mache ich das auch, gleiches gilt für „Du“. Für mich hat das mit Respekt zu tun und ist wertefrei. Dies sollte jedem selbst überlassen sein und nicht als Angriff gegen die eigene Person gesehen werden. Der Inhalt zählt, oder?

    LG Robert

  7. Hallo Julia,

    Zwei Sachen muss ich nach dem Lesen von deines Weblogeintrages sowie der Kommentare loswerden:

    1. Nur um offene Tueren einzurennen: Mario B. und der von ihm beworbene Fachmarkt verdienen wirklich gemieden zu werden. Die Werbung… nein, dazu aeussere ich mich nicht. Hoffe, dass sie so bald wie moeglich verschwindet.

    2. Bei VOX muss ich immer an die Werbung denken, die bei der Einfuehrung des Senders allgegenwaertig war. Das muss Mitte der 1990er Jahre gewesen sein. Grossspurig wurde gesagt, dass nun die Gehirnzellen gerettet wuedern, denn mit dem neuen Sender kaeme endlich das intelligente Fernsehen nach Deutschland.

    (Die Werbung von ZDF neo erinnert mich erschreckenderweise auch an jene VOX-Kampagne – Wer weiss wie ZDF neo in 15 sein wird. Nein – ich stelle mir das jetzt nicht vor.)

    Seit nunmehr 8 Jahren besitze ich keinen Fernsehempfaenger mehr – er fehlt mir heute weniger als je zuvor…

  8. Was geht mich eigentlich Mario B. an? Warum stoert mich diese Werbung? Warum kann ich sie nicht einfach ignorieren? Mario B.s Humor bierdet sich in seiner abstossenden wie falschen Kumpelhaftigkeit an Maenner – also auch an mich. Wenn ich seine Werbung sehe, kommt es mir manchmal so vor, als ob mich ein so dummer wie anhaenglicher Idiot umarmt und lallt „Ja, ja, die Frauen… die Frauen sind doch alle gleich, nicht wahr?“. So wie eine Frau nicht gerne mit einem Pornosternchen verglichen werden will, so moechte ich nicht im gleichen Boot sitzen wie dieser Mario B.

  9. @Robert und @Stephan: Freut mich, dass euch die MM-Werbung auch nicht gefällt. 😉 Ich dachte schon, dass ich da ganz alleine wäre…

    Ich meine, es ist ja eigentlich Humor und man müsste eigentlich darüber lachen.. aber dennoch frage ich mich, was die Werbemacher dabei „geritten“ hat, sich gegen 50 Prozent ihrer Zielgruppe so eindeutig zu wenden? Oder man hat vorher Marktforschung betrieben und vielleicht festgestellt, dass im MM fast nur Männer einkaufen? Dann wird sich auch nach der Werbung nichts daran ändern. *seufz*

    @ Robert: Natürlich, der Inhalt zählt, das ist das Wichtigste. Ich glaube, wir Deutschen sind eine internationale Ausnahme, was die Unterscheidung über „Sie“ und „Du“ angeht.

    Es macht die Dinge manchmal komplizierter, als es sein müsste. 😉

    @Stephan: Keinen Fernseher mehr, interessant! Ich glaube nicht, dass ich das schaffen werde, ich bin total tv-abhängig und liebe es, mich über das Programm aufzuregen. Aber die Leute, die es wirklich ohne TV durchziehen, finde ich irgendwie bewundernswert. Allein für die Kraft, sich gegen das zu stemmen, was „alle machen“.

    lg, Julia

  10. @Julia: Es ist wie bei allem: Am Anfang ist es ein Dagegenstemmen, dann ein Sich-Durchsetzen, bis es schliesslich einfach so ist und man nicht mehr darueber nachgruebelt oder argumentiert. Mit anderen Worten: Alltag.

  11. Hallo Ihr ^^

    So ganz auf TV möchte ich gar nicht „sein“. Ich denke aber es ist sinnvoll bewusster mit der Berieselung umzugehen. Ich suche mir das raus(Selektion), was mich interessiert, zeichne es auf, wenn abzusehen ist, dass Werbeblöcke den Genuss auf Null reduzieren(die Privaten).
    Manche Sendungen können sogar bilden, oder zumindest das Allgemeinwissen aufwerten. Selbst wenn es möglich ist, dass alles mit Lesen zu erreichen, sehe ich Fernsehen als Ergänzung, z.B. die ARD Themenwoche „Essen ist Leben“ hatte interessante Beiträge und brachte mir neue Einsichten, wie die Kampagne Sonar sucks:

    Das aber nur am Rande.
    @Stephan: Du hast geschrieben seit 8 Jahren keinen Empfänger mehr zu besitzen, was heute heissen würde, keinen DVBT-Tuner sein eigen zu nennen. Hast du noch einen TV um z.B. Videos oder DVD’s zu schauen, oder ist alles „rausgeflogen“?

    LG Robert

  12. @Robert: Mit Rundfunkempfangsgeraet war nicht nur der Reciver, sondern in der Tat das ganze System gemeint, also auch kein Fernseher, DVD- oder Video-Player. Filme sehe ich heute selten, wenn dann im Kino oder daheim bei Freunden.

  13. Eure Juliaheit, verehrte Mitdiskutanten, geehrte Leser,

    natürlich ist das Duzen in Computernetzen eine Sitte aus einer Zeit, in der die Nutzerzahlen sich eher auf dem Niveau eines mittleren Sportvereins bewegten, wo die Umgangsformen ja auch ähnlich sind. Insofern kann man natürlich auch argumentieren, daß heute, wo drei Viertel aller Deutschen „online“ sind, das Internet vielmehr ein Abbild der realen Welt sei und damit auch dessen soziale Regeln gelten müßten.
    Interessanterweise empfinde ich in größeren Communities, etwa den Foren großer Zeitschriften, das Siezen auch garnicht als unpassend; in kleineren dagegen, grade bei privaten Blogs, die ja sowas wie das Wohnzimmer ihrer Betreiber darstellen, stolpere ich darüber. Nun mögt Ihr natürlich einwenden, man habe das Recht, selbst zu entscheiden, wer sich in seinem Wohnzimmer herumtreibt und selbst, wenn man einen Fremden hereinließe, müsse man sich von diesem deshalb ja nicht gleich duzen lassen – Analogien hinken nunmal immer ein wenig. 😉

    Aber auch, wenn ich mir das alles bewußt mache, kann ich das 20 Jahre lang antrainierte Gefühl der Ablehnung bei der „falschen“ Anrede nicht einfach abschalten. Ob das aber nun ein geeignetes Thema ist, die eigene moralische Überlegenheit herauszustellen, weil man solche Probleme nicht hat, wage ich zu bezweifeln.

    Jedenfalls habe ich in der Hoffnung einer Annäherung in dieser Sache ein Bißchen am Cookie für diese Domain herumgebastelt, damit ich einen Vornamen habe, und übe mich nun in alternativen Anreden.

    Aber zum Thema, da Cathi offenbar ja doch kein Interesse an einer weiteren Diskussion hat. Ich werde auch versuchen, mich auf das Wesentliche zu beschränken und etwas kürzer zu fassen.

    Ich denke nicht, dass es für uns oder die Diskussion gut ist, auf dem Punkt mit der Fa-Dusch-Werbung so herumzureiten.

    Nun, für mich ist es insofern gut, als sie für mich das Objekt war, anhand dessen ich den Begriff der Frauenfeindlichkeit zu verstehen versuchte. Aber da sie nun ja offenbar doch garnicht frauenfeindlich ist, war das wohl ein Versuch am untauglichen Objekt.

    Haben sie diese bestimmte Stelle oder die Dokumentation gesehen?

    Nein, habe ich ich nicht. Da bei uns Gleichberechtigung herrscht, was die Fernbedienung angeht (jeder hat eine), wäre der Versuch, mir eine dreistündige Dokumentation über Werbung (unterbrochen von Werbung) anzusehen, vermutlich auch zum Scheitern verurteilt gewesen… 😉 Umso mehr bin ich auf Eure Beschreibung dessen angewiesen, über das wir hier diskutieren, andererseits ist so aber auch sichergestellt, daß wir tatsächlich über das gleiche sprechen.

    (NB: Gleichberechtigung, nicht Gleichstellung. Zwar hat jeder eine Fernbedienung, aber da ich derjenige bin, der sich täglich durch tvtv quält, muß sie ja nicht immer wissen, wenn im WDR mal wieder die Comedy-Lady’s-Night oder so läuft…)

    Genau diese Reaktion dieses Mannes empfand ich nämlich als abwertend und frauenfeindlich, weil es mich an dieses typische (negative) Bild des männlichen, allwissenden und selbstverliebten „Lustmolches“ erinnert hat. Und wie er vor allem, keine Selbst-Einsicht zeigend, seinen Standpunkt verteidigt und sich dabei sehr toll gefühlt hat.

    Aber was hat dieser Typ denn nun gesagt? „Hey, der Spot gefällt mir. Schade, daß es heute keine halbnackten Frauen mehr in der Werbung gibt“? Oder „Boah, die Werbung ist voll geil. Typisch, wie diese blöde Schlampe ihre dicken Titten in die Kamera hält, bloß um diesen Duschschleim zu verkaufen. Wenn man die dazubekommt, hätte ich mir das Zeug auch geholt“? (Sorry, ich suche halt nach einem Maßstab.)
    Und wieso kam er in die Situation, seine Meinung verteidigen und seinen Standpunkt überdenken zu müssen? Diese aufpoppenden Kommentatoren geben doch normalerweise ihren Senf ab und verschwinden wieder, ohne mit irgendwas oder -wem zu interagieren.

    Ich habe ja wirklich versucht, die Definition von Frauenfeindlichkeit zu verstehen, die Eurer Beschwerde zugrunde liegt. Also fragte ich die Wikipedia. Dort leitet „Frauenfeindlichkeit“ weiter auf „Misogynie“, die definiert ist als „starke Abneigung gegen Frauen (Frauenhaß)“. Das half mir nur bedingt weiter, also versuchte ich es mit einem hoffentlich vergleichbaren und analog benannten Phänomen, der Fremdenfeindlichkeit. (Immerhin stammt der Begriff „Sexismus“ von „Rassismus“ ab.)
    Dort lernte ich, es handele sich dabei um „eine ablehnende, ausgrenzende oder feindliche Haltung gegenüber Personen oder Gruppen, die als andersartig gesehen werden“. Aha, Feindlichkeit ist also eine feindliche Haltung. Hilfreich.

    Also versuchte ich es sprachlich: Feindlich kommt vom Feind. Feinde gibt es im Krieg, einen Feind will ich vernichten. Kinder und Staaten haben Feinde, erwachsene Menschen im Allgemeinen nicht. (Das ist mir in diesem Lied immer seltsam aufgestoßen, das vor einer Weile in den Charts war. Da ging es um einen Freund, der „sich mit meinen Feinden schlägt“.)

    Setzen wir das alles zusammen, ist Frauenfeindlichkeit also Abneigung, Haß, eine ablehnende, ausgrenzende Haltung oder Vernichtungswille gegenüber Frauen. Ich bestreite garnicht, daß es leider Menschen gibt, die so fühlen. Aber ich bezweifle, daß es einen halbwegs direkten Weg gibt, der von der Rezeption der Darstellung einer nackten Frau dorthin führt. Denn -und ich hoffe, soweit bist Du bereit, mir zu folgen- heterosexuelle Männer sehen sich gern nackte Frauen an. Das täten sie ja nicht, wenn sie Frauen ablehnen würden.

    Ausführungen zu dem Thema, denen ich weitgehend zustimmen kann, habe ich auch hier gefunden. (Achtung: Das Gelbe ist sicher nichts für Anfänger. Aber wenn man gelernt hat, die zwei Drittel Idioten dort zu ignorieren, findet man erstaunlich gut überlegte, argumentierte und recherchierte Postings.)

    es gibt Grenzen, und die liegen in meinen Augen bei der einseitigen und kommerziell motivierten Zurschaustellung von Geschlechtsmerkmalen; das ist im Kern nichts anderes als Prostitution; Sex für Geld

    Das ist ein Gedankengang, dem ich nicht folgen kann und will. Denn seine logische Konsequenz wäre doch, daß jede Darstellerin, die mal auf einem Plakat etwas „zuviel“ Dekolletee gezeigt hat, genauso gut auf den Strich gehen könnte. (Wobei man weiter fragen könnte, ob es richtig ist, Menschen herabzuwürdigen, die sich für diesen Beruf entschieden haben. Oder diejenigen, die das nunmal vorhandene Angebot dann nutzen.)

    Natürlich werdet Ihr jetzt darauf hinweisen, daß Ihr „im Kern“ geschrieben habt. Aber dort ist doch jede bezahlte Arbeit letztlich sowas wie Prostitution. Auch der Bauarbeiter oder der Handwerker verkauft seinen Körper. Noch schlimmer bei Schreibtischjobs: Da verkauft man gar seinen Geist.

    Nackte Gefangene in einem Lager der „zivilisierten“ westlichen Welt, die Entkleidung von Gefangenen in Stasi-Gefängnissen, das alles zeigt, dass die Nacktheit und der freie Wille darüber ein Menschenrecht ist, das man sehr hoch einschätzen muss.

    Da bin ich wieder ganz bei Euch. Und sollte jemals eine Werbung erscheinen, für die jemand gegen seinen Willen gezwungen wurde, sich nackt auszuziehen, dann haltet mir bitte einen Platz auf den Barrikaden frei.

    Aber momentan gibt es ja eher Grund zur Freunde. Irgendwann zwischen dem 1.12. und dem 1.6. wird die letzte Bastion staatlich erzwungener erniedrigender einseitiger Nacktheit endlich abgeschafft, wenn auch vorsichtig und vielen viel zu früh.

    „Man“ muss scharf trennen, zwischen einer ästhetischen, sexuellen Liebe für Frauen und deren Brüste, die mit Wertschätzung und Aufwertung der weiblichen Person einhergeht und ihrem genauen Gegenteil, z.B. in der billigen Pornografie oder bei schlechten Werbespots, die dafür auch hin und wieder gerügt werden. (Beispiel: Ein Elektronik-Anbieter bewirbt die Produkte mit eindeutig, sexuell aufreizenden und pornografisch gehaltenen Frauenkörpern).

    Habt Ihr eventuell Links zu beiden Arten von Frauendarstellung in der Werbung? Wie gesagt, ich versuche immer noch, meinen Maßstab zu eichen.

    Denn daß Nacktheit in der Werbung als Blickfang eingesetzt wird, damit habe ich gelegentlich durchaus ein Problem. Ein Beispiel, das mir regelmäßig wieder entgegenspringt ist die Anzeige eines Serveranbieters in der c’t, die von einem Haufen gezeichneter Frauen in Bikinis bevölkert wird. Die hauchdünne Verbindung zum Produkt wird durch eine Denkblase bei einer der Frauen hergestellt, die ernsthaft sagt „. o O ( Wow, geiler Surfer. )“.
    Ha, I get it: Surfer. Websurfer. Auf Webservern. Ich schmeiß‘ mich weg.

    Über solche Werbung ärgere ich mich, weil ihr ein unglaublich simples und manipulatives Männerbild zugrunde liegt:

    Der Effekt dieser Werbung ist beim männlichen Publikum leider sehr gut,

    Besonders ärgerlich, weil es eben tatsächlich funktioniert. Hetzner, 1&1 und Co. kann ich überblättern, ohne sie wahrzunehmen, aber über diese Anzeige schreibe ich sogar im Internet. Wie soll ich mich denn dabei fühlen?

    Aber das ist nicht die Art von Männerfeindlichkeit in der Werbung, über deren Prevalenz ich mich beschwere, während Cathi sie garnicht wahrzunehmen scheint. Ich meine solche, die tatsächlich meine obige Definition erfüllt.

    Eine kleine Galerie gibt es bei Michail. (Links auf die Zahlen klicken.)
    Wer oben noch gedacht hat, ich würde mit dem Begriff „Vernichtungswille“ maßlos übertreiben, der schaue sich doch mal die Spots von Senseo oder Otto an. Mit vertauschten Rollen sind die schlicht nicht denkbar. (BTW: Den Euronics-Spot mit „Mutter Natur“, von dem ich schrieb, habe ich seitdem nie wieder gesehen.)

    Hauptsächlich mit Ausgrenzung und Abwertung beschäftigt sich Schlusslicht, wenn ich auch wie gesagt die dortige Bewertung nicht immer nachvollziehen kann.

    Ein anderes negatives Beispiel für frauenfeindliche Werbung ist die Media Markt Werbung und ihr prominentester Vertreter Mario Barth.

    Nicht, daß ich Barth -ob nun innerhalb oder außerhalb der Werbung- leiden könnte, aber hier sollte man IMHO Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Er ist momentan nunmal der mit Abstand erfolgreichste Comedian Deutschlands, wer auch immer da die Hype-Fäden gezogen hat. Ich kann über seine Programme nichts sagen, weil ich ihn (absichtlich) schon lange nicht mehr gesehen habe, aber wenn er mit einem Auftritt das Berliner Olympiastadion vollbekommt, dann sitzen da sicher nicht nur Männer.
    Daß eine Person mit so einem enormen Bekanntheitsgrad für die Werbeindustrie interessant ist, kann nicht wirklich überraschen. Ebensowenig, daß eine Kampagne mit ihm dann auch ein zu seinem Image passendes Konzept hat.

    (BTW: Kennt Ihr das aktuelle Programm von Mirja Bös? Das besteht in den ersten drei Vierteln ausschließlich aus primitivstem Männerbashing, aber das stört offenbar keinen. Nur mich macht es aggressiv.)

    Für mich ist das ein kräftiger Grund, den Media Markt komplett zu meiden

    Ja, das ist natürlich der wichtigste Grund, einen Laden zu meiden, der jahrelang mit „Geiz ist geil“ eine fast schon gesellschaftsschädigende Werbung hatte (und das bei gar nicht so geilen Preisen), mittlerweile durch Konzernfusion mit Saturn praktisch ein Kartell bildet, nicht zuletzt, indem kleinere Konkurrenten durch spitzfindige aber teure Abmahnungen reihenweise in den Konkurs getrieben wurden, und seinen schlecht ausgebildeten Angestellten Hungerlöhne zahlt.

    Ich habe es selbst lange durchgehalten, aber inzwischen gibt es leider keinen anderen Computerladen mehr in unserem Dorf.

    bleibt diese Aufgabe nur beim Bürger oder beim Verbraucher selbst hängen. Und letztendlich entscheidet man auch immer mit dem Geldbeutel, vielleicht sogar das beste Argument.

    Leider oft auch das einzige, wenn wie erwähnt selbst Beschwerden noch positiv umgedeutet werden. Aber eine kritische Masse der Verbraucher dazu zu kriegen, daß es einen Großkonzern tatsächlich stärker trifft als die dadurch entstandene Publicity wert ist, scheint mir bis auf seltene Ausnahmefälle so gut wie aussichtslos. Brent Spa anyone?
    Ob ich kleiner Leif meine WLAN-Karte das nächste Mal in einem Laden kaufe, wo der Verkäufer den Unterschied zwischen WEP und WPA kennt, ist dem Metro-Konzern herzlich Wurst. Spätestens dann, wenn ich wegen eines USB-Sticks nicht extra in die nächste Stadt fahren will.

    Werbemacher haben eine gewaltige Auswirkung auf die vorherrschenden Ideale und (teils unbewussten) Absichten von Menschen.

    Und so kann auch dieser Kommentar ganz harmonisch enden: Ja, so ist es. Was oft genug wiederholt wird, ist wahr, und grade Werbung erfüllt diese Bedingung ja hervorragend.

    Umso wichtiger, daß wir, anders als der deutsche Werberat, nicht wegsehen, wenn Männer als Putzschwamm benutzt oder Klippen heruntergestürzt werden.

    LG, LL

    P.S.: Mit Eurem Winterdesign ist irgendwas nicht in Ordnung. Wenn ein paar über den Bildschirm fallende Bitmaps einen P4 zu 90% auslasten, würde ich das für einen Bug halten.
    Ich habe jetzt erstmal NoScript installiert und ja-blog.de als untrusted markiert, aber das kann’s ja nicht sein… Ich hoffe, mein Kommentar geht ohne JavaScript überhaupt raus.

    P.P.S.: Ich hatte es geahnt: Ging nicht. Mein Dank für die Erfindung des Clipboards.

  14. Hallo Laufleser (den Leif kauf ich dir irgendwie nicht ab) ;-),

    oh ein langer Kommentar, ich glaube du bist bald ein Kandidat für die Bestenliste der längsten Kommentare im J.A. Blog. 😉
    Über deine Worte muss ich noch ein wenig nachdenken, aber ich denke, wir finden uns bald auf irgendeiner Linie, die man mit „Konsens“ bezeichnen könnte.

    Vielleicht sollte ich das Thema „Frauenfeindlichkeit“ nochmal extra erklären- nicht immer ist mir selbst klar, was damit gemeint ist. Ob z.B. nackte Frauen alleine, die von Männern angestarrt werden schon „frauenfeindlich“ oder doch eben eher „Natur“ sind. Ich glaube wir haben hier ein grundsätzliches Verständnis und Perspektiven-Problem zwischen der weiblichen und der männlichen Sichtweise. Wie eine Frau sich fühlt, wenn sie als Objekt behandelt wird und wie ein Mann fühlt, der eine Frau als Objekt behandelt (unter Umständen auch mit den schwierigen häuslichen Vorzeichen Gewalt, Unterdrückung, etc.).. sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.

    Es kommt auch darauf an, wie man die Geschlechtsrollen „für sich selbst“ auslegen möchte. Möchte man ein Heimchen am Herd sein, dass nur gut aussieht und dauergeil ist , aber sonst nichts im Kopf hat? Oder stehen Männer vielleicht auch auf Frauen mit Grips, die eigenes Geld verdienen und selbstbewusst, aufgeklärt, emanzipiert und „feministisch“ sind?

    Zu einer emanzipierten Frau gehört auch der passsende Mann. Wenn Männer Frauen nur auf ihr Aussehen und ihre Sexualität reduzieren, kann es auch in der Beziehung nicht einfach werden. Leider vermittelt die Werbung dahingehend oft ein falsches Bild von Weiblichkeit. Übrigens, genauso von der Männlichkeit! Das ist ja das Problem, dass die Männer unter den starren Rollenvorstellungen und Erwartungen genauso leiden (könnte man nun ewig lang ausführen, aber sicherlich kennst du selbst auch genügend Beispiele für Bereiche, in denen Männer diskriminiert werden). Wie gesagt ich bin offen für beides und im Kern geht es mir umd das Verständnis zwischen den Geschlechtern und dem Abbau von zu starren Rollen und Vorurteilen. Dazu „muss“ ich halt auch die sexistische Werbung kritisieren.

    Gerne picke ich auch mal die männerfeindliche Werbung heraus. Derzeit mache ich aber ein anderes Thema und habe die Gender-Themen wieder hinten angestellt.

    Leider war dein Kommentar in den Spam-Filter gerutscht. Und schade, dass dir die Schneeflocken nicht gefallen, bzw. es Probleme damit gibt. Ich finde sie so hübsch. 😉

    Habe sie aber temporär deaktiviert, da sie das Lesen verhindern.

    Benutzt du Firefox? Mit dem klappt es bei mir eigentlich ganz gut, aber Scripts sind immer so eine Sache.

    Mit freundlichen Grüßen, Julia

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