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Wasser und Öl

Neulich im Internet: Eine Diskussion wird gestartet. Interessante Themen liegen auf dem Tisch. Eine Person wirft etwas in die Runde, zusammenhangloses sinnloses Zeug, das nicht dazu passt. Niemand geht auf sie ein. Die Diskussion geht weiter, Argumente werden ausgetauscht. Die Person wirft wieder etwas in den Raum, wieder reagiert niemand, die eigentliche Unterhaltung der anderen geht weiter. Sie wird gnadenlos geschnitten und ignoriert. So geht das Ganze ein paar Mal, schöne klinisch reine Worthülsen, die zusammenhangslos nebeneinander stehen und letztendlich nichts aussagen.
Ich finde das irgendwie ein stärkeres Sinnbild für die Gesellschaft, als alles andere, was ich in der kurzen Zeit in diesem Forum gelesen habe- das sich angeblich mit der Gesellschaft und deren Probleme beschäftigt.

So augenscheinlich (und so unbeabsichtigt) wie dort kann man es nicht formulieren: Menschen, die nicht gehört werden, sich in einen Wahn steigern, aggressiv und ungeduldig werden, keine Liebe und keine Aufmerksamkeit bekommen. Sie schimpfen und toben und werden regelrecht krank davon. Man merkt ihnen die Verzweiflung an und doch tut keiner etwas, fühlt sich niemand verantwortlich.
Das ganze Internet ist voll mit diesen unglücklichen Menschen, die eine miese Stimmung verbreiten und mal mehr und mal weniger krank wirken. Ist euch das auch schon mal aufgefallen? Oder liegt es an mir, hab ich einen selektiven Blick für so was??

Es gibt ja auch viele gute Gespräche, die normal verlaufen, wo man sich einander zuhört und aufeinander eingeht. Aber gerade wenn es um Politik oder gesellschaftliche Themen geht und die Foren sehr groß sind, wimmelt es nur von Leuten, die sich ihren Frust abladen und irgendwie Hilfe erwarten, wo es nie Hilfe geben wird. Und verändern tun sie auch nichts! Wen juckt es schon, wenn eine unbekannte Privatperson verzweifelt ist? Niemand. Das ist wirklich sehr traurig. Es ist für mich ein Indikator für die eigentliche Stimmung der „Massen“.

Ich glaube, die einzige Möglichkeit ist dann, sich einzuschalten und zu versuchen, sich irgendwie für diese Person und deren Gedanken einzusetzen und wenn sie noch so abstrus und weit hergeholt sind.

Natürlich kann niemand erwarten, Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Das Internet ist eigentlich der schlechteste Weg dafür. Selbst wenn es nette Worte sind, sind es nur Worte aus Buchstaben, aus vielleicht eilig dahin getippten Tastendrücken. Ist das echte Liebe?

Und warum geht man doch so oft ins Netz und denkt, Liebe oder Zuwendung zu bekommen- wenn man eigentlich weiß, dass es sie hier eher selten geben wird?

Gute Kommunikation erlernen

Kommunikation ist nicht einfach nur Kommunikation. Es gibt tausendfache Ansätze und es ist ein kompliziertes Thema. Als ersten Einstieg in die Materie habe ich mal auf die Suche nach interessanten Webseiten gemacht, die das Thema näher beschreiben. Hier folgt eine Auswahl:

Kommunikation im Betrieb

Gewaltfreie Kommunikation und logische Ansätze

Kommunikation in Beziehungen zwischen Mann und Frau

Interkulturelle Kommunikation

Kommunikation in der Schule Sehr umfassende Seite, die noch andere lesenswerte Themen beinhaltet.

Leider stoße ich durch Google immer wieder auf ähnliche Seiten, ein kleiner Web-Wegweiser durch die Welt der Kommunikationsseiten wäre noch sinnvoll. Weiß jemand einen Link?

Zudem muss ich mal dringend meine Bücherseite reaktivieren. Das Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall Rosenberg zum Beispiel wird sehr oft zitiert und zum Thema „Antiautoritäre Erziehung“ kenne ich im Grunde nur ein einziges lesenswertes Buch.

Gute Kommunikation ist immer eine Mischung aus dem Erlernen der Theorie und der anschließenden Umsetzung. Erst durch die Verzahnung beider Mechanismen kann man wirklich lernen und Fortschritte machen. Zudem braucht man Unmengen an Zeit und Geduld.

Die schwierige Wahl der richtigen Worte

Nimmt man zwischenmenschliche Gespräche, egal nun in welcher Form, als Grundlage für das menschliche Miteinander, so wird schnell klar, wie wichtig eine gute Sprache und gewählte Worte für den Frieden und das Verständnis untereinander sind.

Ich analysiere die unterschiedlichsten Gespräche und merke oft, dass die meisten über die gewöhnlichen Töne der Anschuldigung, des Vergleichens, Vorhaltens, Zurechtweisung und andere verletzungsfördernde Töne nicht herauskommen. Herzlichkeit und Menschlichkeit zeigen sich aber gerade in der Sprache, in dem, was wir anderen vor den Kopf knallen. Worte können ungeheuer verletzend und böse sein, ich denke sogar, Worte sind die schlimmsten Waffen, die ein Menschen führen kann.
„Die schwierige Wahl der richtigen Worte“ weiterlesen

Depression und Lebenswille

Letztens habe ich mich mal wieder über Depressionen informiert. Diese Krankheit trifft wohl sehr viele Menschen im westlichen Kulturkreis und ich selbst habe auch schon wiederholte Erfahrungen damit gemacht.

Die Depression ist eine traurige Krankheit, ein natürliches Gegengewicht zur aufgesetzten und vordergründigen Fröhlichkeit und Betriebsamkeit, mit der wir so oft konfrontiert werden. Durch ihre Art und Weise, alles in einem verlangsamten Blickwinkel zu sehen und ständig über alles nachzugrübeln, zwingt sie uns dazu, langsamer und bewusster zu leben. Es ist bisweilen grotesk und abenteuerlich komisch, wie falsch das Gehirn funken kann, wenn man depressiv ist und z.B. ein Problem mit seinem Serotoninhaushalt hat. Ich habe das Gefühl, dass bestimmte Menschen- je nach Charakterstruktur und Genetik- mehr von der Krankheit betroffen sind und sie auch jederzeit wiederkommen kann, wenn man nicht so lebt, wie das „Leben“ es möchte.
Die Depression ist eine verkapselte und nützliche Antwort der eigenen Seele, das eigene Leben gerade zu biegen und die Faktoren zu ändern, die einen stören. Mich wundert es allerdings nur, dass man in dem Moment, wo man etwas ändern soll oder will, durch die Depression daran gehindert wird. Oft kommen Krankheiten wie Erkältungen oder ständige Erschöpfung und Überarbeitung dazu. Der ganze Körper schmerzt. Man versucht, durch Nachdenken das eigene Leben zu verstehen und eine Änderung herbeizuführen, aber es klappt nicht. Man fühlt sich eher wie eine Maschine, denn wie ein lebendiger und fröhlicher Mensch.

Man denkt stereotyp, beinahe zwanghaft, eingeengt und ist ständig mit einer traurigen Grundstimmung versehen. In diesem Zustand ist man nicht sehr kommunikativ, erlebt die anderen wie durch eine Blase. Man sieht zwar, wie sie ihren Mund bewegen, aber man ist nicht in lebendigen Kontakt mit ihnen. Ich denke, das Hauptproblem ist hier die lebensfeindliche Kommunikation, die Art und Weise wie wir miteinander reden. Somit gibt es depressionsfördernde Milieus und Umstände.

Man muss die Faktoren und die Menschen erkennen, die das Leben, die Freude begrenzen. Meistens sind das Menschen, die uns davon abhalten, etwas zu tun, was uns Spaß macht und selber sehr unglücklich sind. Menschen, die durch Urteile und übermäßige Kritik, motiviert von Neid und Unzufriedenheit, sich abfällig über uns äußern. Heutzutage ist es sehr schwer, glücklich und ausgeglichen unter Leuten zu leben, die nicht glücklich sind. Durch die falsche Kommunikation wird man unglücklich gemacht. Meinungen und Werturteile über das Leben drängen sich in unser Bewusstsein und werden zu unserem Denken. Durch das Lesen von Büchern oder anderen Maßnahmen hatten wir eine Ausgeglichenheit, waren glücklich. Andere Menschen durchstoßen dieses Glück, weil sie selbst unglücklich sind.

Was ist die richtige Antwort auf all diese Probleme?

Die richtige Antwort ist zunächst Stärke. In der depressiven Charakterstruktur werden wir zu Opfern, zu Erduldern unseres Schicksals. Die Abwehrmechanismen der Verdrängung, Verschiebung oder Sublimierung funktionieren nicht mehr. Das Leben und die Freude sind derart bedroht, dass wir nur durch Aggression und Abgrenzung weiterkommen. Die Wut und vor allem die Entschlossenheit ist hierbei der notwendige Impuls, weil er das Leben schützt.

Depressive Menschen müssen also aufstehen und sich dagegen wehren, was sie unterdrückt. Es ist ein Kampf zu führen, ein aktiver geistiger Widerstand, der Energie freisetzt. Durch die Energie haben wir mehr Kraft und können Probleme besser lösen, wir erhalten Erfolgserlebnisse, positive Rückmeldungen und Fortschritt. Somit können wir durch unsere Bewusstheit, durch unsere innere Kraft das Leben ins uns lassen, anstatt es selbst zu unterdrücken.

Bestimmte Regeln aus dem Über-Ich muss man diagnostizieren und ggf. löschen oder neu bewerten: Übertriebene Moral, Angst vor dem Leben, Bequemlichkeit, einfache und engstirnige Antworten auf die nicht zu überblickende Komplexität des Lebens.

Die Depression zeigt uns also, dass etwas schief läuft und sie manifestiert sich stärker, wenn wir uns nicht wehren können oder wollen. Die Depression ist die Antwort der Seele des bequemen Menschen, der sich gemütlich eingerichtet hat, aber nicht aktiv leben will.

Sie passt zu dem gesellschaftlichen Ideal des funktionierenden, mechanisch und perfekt lebenden Menschen- aber sie passt nicht zu der eigentlichen Natur des Menschen und seiner Seele, die da Lebendigkeit und Aufbruch heißt.

Nützliche Links

Kreislauf und Ende der Wut

Es gibt viele unterschiedliche geistige Konzepte, die man anwenden kann, wenn man merkt, dass man angegriffen wird und in Folge dessen wütend oder ungeduldig wird.

Das Unterbinden der Wut und der Aggression sollte das langfristige Ziel sein, weil die Wut zerstörerische und gefährliche Elemente enthält. Negative Gefühle können und sollen sich äußern, aber man sollte immer vermeiden, dass andere dadurch zu Schaden kommen oder man sein Gesicht durch Verlust der Selbstkontrolle verliert. Das Äußern der Wut ist mit gesundheitlichen und sozialen Nachteilen verbunden und gilt deswegen als „Tabuemotion“.

Auf der anderen Seite kann hinter der Wut auch ein wichtiger lebensbejahender Impuls stecken, denn die Wut hilft, uns von dem zu befreien, was uns bedrückt und wütend macht. Der Mensch benutzt „gesunde Aggression“ als Abwehrreaktion auf Schmerz und Unterdrückung. Diese Reaktion erhält ihn am Leben und ist genetisch tief einprogrammiert. Wer sich gegen wütende Menschen wendet, z.B. bei Kindern, und sie dann schlägt, lässt sie deswegen noch bockiger und schwerer erziehbarer machen. Sie spüren im Inneren, dass sie Recht hatten, sie waren wütend, wollten den Unterdrücker und Begrenzer ihrer Lebensfreude mit Wut abwehren.

Typisch ist es, dass man hinterher bereut, es einem leid tut, dass man erst wütend ist, und sich danach für schuldig bekennt.

Das ist auch okay, aber man muss sich immer fragen: Warum bin ich eigentlich wütend geworden? Wie soll ich mit dieser Emotion umgehen? Was sagt mir mein Konflikt?

Wenn man gründlich genug darüber nachdenkt, kann es einem helfen, die Ursachen zu erkennen. Dazu muss man aber erstmal den Kreislauf durchbrechen:

1.) Etwas erdulden und hinnehmen
2.) es nicht mehr aushalten
3.) Wütend werden, eskalieren // Feuerphase; keinerlei sinnvolle Interaktion möglich
4.) wieder abkühlen
5.) es bereuen, sich entschuldigen
6.) wieder „normal“ leben

In Punkt (1) sieht man, dass es vor allem das Erdulden von Missständen und die Unterdrückung von negativen Gefühlen ist, was die Wut wie in einem Gefäß anstaut und bei ungünstiger Gelegenheit zum Explodieren bringt. Im Leben müssen wir also erkennen, was uns unterdrückt, was uns Kraft raubt, wo wir uns verschwenden. Wenn diese Ursachen erkannt werden, kann man sie beseitigen und zwar ganz nüchtern, logisch und „sinnvoll“. Die Wut ist mehr ein tierischer Instinkt, ein wildes Um- sich- schlagen und das letzte und schlechteste Mittel, auf etwas zu reagieren.

Erst wenn wir das durchlaufen haben und wieder an Punkt (6) sind, können wir wirklich etwas ändern und an den Schwierigkeiten reifen.

Um zur Selbsterkenntnis zu gelangen, brauchen wir oft Hilfe von außen und vor allem viel Zeit. Nur wer schreiben und meditieren kann oder seine Zeit mit ausreichend Hobbys und Freizeit verbringt, kann sich weiterentwickeln und gelassen werden.

Die mangelnde Zeit und der eigene Erwartungs- und Erfolgsdruck ist zum einen der Auslöser für Wut und Ungeduld, und gleichzeitig die Bremse für das innere Wachstum.

Mit viel Kraft muss man im Grunde einen zeitlichen und praktischen „Freiraum“ schaffen, Urlaub, einen Moment, wo man nichts arbeitet, mit niemand redet und zum Nachdenken kommen kann.

Das zu viele Arbeiten ist das Feuer, das die Seele verbrennt, motiviert vom Leistungs- und Profitdenken und durch die Ausbeuterei der Menschen an ihrem Arbeitsplatz.

Nicht einfach, diese Unfreiheit zu erkennen und auch zu ändern.

Ich denke, wer es wirklich ernst meint und solche negativen Entwicklungen stoppen oder ihnen entkommen will, braucht sehr viel Zeit und sehr viel Geduld.

Es ist im Grunde auch unfair, dass die einen leiden und für ihr Geld hart arbeiten müssen und die anderen nichts tun und vielleicht genauso gut leben, wenn nicht noch besser und unbeschwerter (vor allem ohne diesen psychischen Druck und die Stressbelastung, vom Geld mal abgesehen).
Vor dem Hintergrund der psychischen Gesundheit und der Stressverteilung ist die Arbeitssituation in Deutschland noch mal ganz anders zu beurteilen und mal wieder öffnen einem diese Gedanken auch das Sinnvolle und Gerechte an einem „Bedingungsloses Grundeinkommen“; was ja immer öfters diskutiert wird und vielleicht auch eines Tages kommen wird.

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