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Hormone und Psyche

erstmal eine Linksammlung (Ablage)
Text & Interpretation kommen spĂ€ter 😉

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/04/hormone-haushalt-botenstoffe

Klischee oder Wahrheit? In einem Kommentar dazu steht:

In einer Forschungsreihe der BBC setzten Wissenschaftler bildgebende Verfahren ein, um die unterschiedliche GehirnaktivitÀt von MÀnnern und Frauen zu dokumentieren.
Den Versuchsteilnehmern wurde eine neutrale Szene, ein GesprĂ€ch zwischen einem Mann und einer Frau gezeigt. Im Gehirn der MĂ€nner aktivierten sich beim Betrachten sofort die Sexualzentren… Das weibliche Gehirn interpretierte das Bild lediglich als das, was es in ihrer RealitĂ€t war: Ein GesprĂ€ch zwischen zwei Menschen.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19609-2015-12-07.html

„Frauen finden Dinge im Haus, MĂ€nner finden das Haus“

http://www.planet-wissen.de/natur/anatomie_des_menschen/hormone/pwiegeschlechtshormone100.html

http://www.allpsych.uni-giessen.de/karl/teach/Allg/Allg-09-homeo.pdf
Sehr interessant und lehrreich

– Endokrines System und Zentralnervensystem interagieren miteinander

– Neuronale Nachrichten sind binĂ€r, hormonelle variieren graduell in ihrer StĂ€rke

– Die Funktion unserer Zellen ist auf eine salzhaltige Umgebung (Meer) abgestimmt.
(soviel zum „Inner Fish“, smile)
– „25% des Essens können vom Körper nicht verwertet werden
Der Mensch, der Lebensmittelverschwender

Die Jagd nach immer mehr

und wie man ihr entkommt

SĂŒchte sind ĂŒberall! Sucht nach Essen, nach Konsum, Geld ausgeben, nach Alkohol, Zigaretten, Liebe, Sex, Aufmerksamkeit, BestĂ€tigung, Likes, Internet, Freunde, Geld, Autos….

Wenn man mal so ĂŒberlegt, stellt man fest, dass es etwas zentrales in unserem Leben ist. Das hĂ€ngt mit dem Belohnungssystem in unserem Gehirn zusammen. Es schĂŒttet stĂ€ndig positive Botenstoffe aus, wenn wir was tun, was „uns gut tut“ (z.B. Dopamin) Also zuerstmal nix schlechtes. Warum sollten wir uns dafĂŒr hassen oder verurteilen? Es macht ja auch Sinn. Wenn wir hungrig sind, ist unser Körper unzufrieden und sendet Schmerz und Unzufriedenheit aus. Wir mĂŒssen erst wieder was essen „in uns hineinschieben“, damit wir uns wieder ausgefĂŒllt und glĂŒcklich fĂŒhlen. Diese SĂ€ttigung erzeugt dann ein HochgefĂŒhl, eine angenehme Euphorie oder ein ruhiges GefĂŒhl.

Wir schwanken also stĂ€ndig zwischen „innerer Leere“ und „GlĂŒck“ hin und her. Rein körperlich sind wir nicht dafĂŒr gemacht, dauerhaft glĂŒcklich zu sein. Der Schmerz und die Entbehrung gehören zu unserem Leben, so wie SĂ€ttigung, GlĂŒck, Euphorie und HochgefĂŒhl. Es kann eigentlich das eine nicht ohne das andere geben. Beide GefĂŒhlsextreme liegen auf einer Achse. Da mĂŒssen wir durch.

Schwierig wird es nur, wenn unsere Jagd nach positivem GefĂŒhl ĂŒberhand nimmt. Oder wenn wir die „innere Leere“ mit Dingen ausfĂŒllen wollen, die dafĂŒr nicht gut geeignet sind. Wenn man z.B. traurig ist, kann man Alkohol trinken oder viel Geld ausgeben. OberflĂ€chlich wird das schlechte GefĂŒhl dann erstmal gestillt und befriedigt. Der Alkohol oder der Gegenstand der Begierde ĂŒberlagert unsere negativen GefĂŒhle. Aber wenn die Wirkung nachlĂ€sst, brauchen wir wieder etwas neues. Die Wirkung ist nicht nachhaltig genug. Außerdem gibt es durch die Art der Droge Nebenwirkungen, die uns schaden.

Der Alkohol schadet der Gesundheit, der Leber und dem Gehirn. Die Zigarette verpestet unsere Lunge. Das Geld ausgeben belastet den Geldbeutel. Durch zuviel Essen werden wir dick. Die Jagd nach BestĂ€tigung durch andere, macht uns unfrei und abhĂ€ngig von der Meinung der anderen. Egal, mit was wir unser „BedĂŒrfnis“ stillen, es wird nie satt.

Was also sind die natĂŒrlichsten Methoden um unser Verlangen nach „immer mehr“ zu befriedigen? Was sind die natĂŒrlichsten Drogen, die am „gesĂŒndesten“ sind? Nach meiner Erfahrung ist es eine gute Methode, die „starken SĂŒchte“ durch immer bessere oder „gesĂŒndere“ Drogen/ AbhĂ€ngigkeiten zu ersetzen… man kann nicht wirklich den AbhĂ€ngigkeitsmechanismus aushebeln (denn der ist fest in uns eingebaut), man kann aber sehr wohl den Gegenstand der Droge Ă€ndern.

Gesund ist z.B. mal bewusst ein HungergefĂŒhl zu erzeugen… das Essen schmeckt danach viel besser! Darin liegt die Weisheit des Fastens.
Wenn wir einen ganzen Tag nichts gegessen haben und stattdessen nur Sport gemacht haben (z.B. eine Wanderung) ist das kleine Wurstbrot am Abend etwas ganz köstliches! Dann brauchen wir kein opulentes Mahl. Ein kleiner Reiz reicht dann aus, um uns zufrieden zu machen.

Auch der Umgang mit anderen Menschen ist ein guter Ersatz fĂŒr die „innere Leere“. Einfach mal nett zu anderen sein, sich öffnen und auf andere zugehen. Nette Worte und Aufmerksamkeit verteilen (und bitte nicht nur ĂŒber Facebook, sondern auch real!!). Wer anderen seine Aufmerksamkeit spendet und ihnen zuhört, erntet selbst auch ganz viel. GlĂŒck und Ausgeglichenheit. Es fĂŒhlt sich natĂŒrlich an.. es liegt an uns- IN uns. Wir mĂŒssen das tun. Wir sind soziale Menschen. Wir brauchen andere. Dinge machen uns nicht satt. Menschen schon.

Außerdem ist es wichtig, an der inneren Einstellung an sich zu arbeiten. An der Art und Haltung, mit der wir durch das Leben gehen.
Man kann sehr wohl „den Geist schulen“ und die stĂ€ndige Jagd nach immer mehr durchbrechen. Wenn ich mir den Alltag der Menschen und die StĂ€dte und Straßen so anschaue, dann bekomme ich daran Zweifel. Überall ist soviel Hektik! Soviel Jagd nach mehr! Alle wollen und mĂŒssen arbeiten und ganz viel Geld verdienen. Alle mĂŒssen stĂ€ndig ganz viel mit dem Auto rumfahren. Nie hat jemand Zeit fĂŒr den anderen, stĂ€ndig herrscht Zeit und Aufmerksamkeitsmangel. Wir hetzen von einem Ereignis zum nĂ€chsten, sind aber nie da, kommen nie an.
Die Ängste treiben uns an. Dass wir zu wenig haben. Dass wir nicht geliebt werden. Dass wir einsam bleiben. Dass wir nicht genĂŒgen.

Diesen Gedanken muss man was entgegen setzen. GANZ BEWUSST.

Die Kunst kann dabei helfen. Dass man das „Sein“ wieder mehr schĂ€tzt. Die Bewusstheit im Augenblick stark macht. Dass man alles ganz genau anschaut. Sich Zeit nimmt. Dinge und Menschen sieht, wo andere nur vorbeihetzen.

Dabei hilft das Schreiben. Die Reflektion ĂŒber Gedachtes und Erlebtes. Es wird angemessen verdaut. Es muss gar nicht ĂŒberlagert werden!

Einfach mal was malen. Oder musizieren. Sich selbst ausdrĂŒcken und sich damit selbst finden.
Die Jagd nach „dem Außen“ loslassen. Innerlich ankommen. Und strahlen.

Die Wirtschaft braucht abhĂ€ngige Menschen, die stĂ€ndig konsumieren wollen. Es ist nicht gewollt, dass Menschen frei und glĂŒcklich sind. Wer wĂŒrde dann die Steuern zahlen? Wenn du das weißt, dann findest du auch den Ausweg.

Die Mauer aus Glas

Sie wollte die GefĂŒhle erkennen. Also kramte sie die GefĂŒhle aus Ihrem Gehirn und schaute sich sie an.
Da standen interessante GefĂŒhle, die alle einen Namen und tolle Fachbegriffe hatten. GefĂŒhle von Trauer, von Depression, Abschied und Tod. Da waren auch ein paar lustige GefĂŒhle, z.B. Freude, GlĂŒck, Euphorie, Neuanfang. Diese GefĂŒhle mochte sie aber nicht so gerne. Das war ihr zu albern. Sie mochte lieber die richtigen „ernsthaften“ GefĂŒhle. Daher zog sie auch immer Leute an, die auch ernsthaft waren und ĂŒber GefĂŒhle nur reden wollten. Das Problem war, die GefĂŒhle glitten ihr immer aus den Fingern weg, wenn sie sie fassen wollte. Sie waren glitschig und nicht greifbar. Besonders schlimm war es mit der Liebe. Die war wie ein Schmetterling, der fröhlich hin und her flatterte, sich aber nie dauerhaft irgendwo hinsetzte. Immer, wenn sie ihn einfangen wollte, flatterte er weiter.

Und sie grĂŒbelte sehr lange und intensiv und fragte sich, was sie denn falsch machte?
Wie kann man fĂŒhlen, wenn man nicht darĂŒber reden konnte?
Das war wie ein Widerspruch! Man sollte was essen, durfte aber nicht satt werden.
Man sollte ĂŒber das Wasser laufen, aber keine nassen FĂŒĂŸe bekommen.
Man sollte in den Wald gehen, aber keine Pflanzen treffen.
Es ging einfach nicht.

Also versuchte sie es weiter. Sie versuchte es mit Musik. Sie spielte die Musik… aber das war nur ein Ablesen von Noten. Wo war da das GefĂŒhl? Es waren doch nur Noten. Und KlĂ€nge. Schallwellen- konnte man alles physikalisch erklĂ€ren. Aber wo war das ominöse GefĂŒhl in der Musik versteckt? Sie verstand es nicht. Was machten die anderen nur immer einen Hype daraus?

Das machte sie traurig. Sie wollte weinen. Aber es kamen keine TrÀnen.
Da waren nur trockene Augen.

Noch nicht mal das klappte.

Sie versuchte es mit einem Smiley. Da gab es sehr viele Smileys mit unterschiedlichen GesichtsausdrĂŒcken.
Welcher wĂŒrde wohl am besten passen? Sie wusst es wieder nicht.

Also schaute sie sich Menschen und ihre Gesichter an. Versuchte GefĂŒhle zu erkennen.
Sie sah nichts. Sie sah die Formen, die Muster, die Farben. Sie las die Texte… aber sie erkannte den Menschen nicht. Er war weg. Unsichtbar, nicht zu greifen. Sie verstand nicht, warum sie IHM schreiben sollte. Was er denn eigentlich erwartete von ihr? Liebe, Zuneigung, MĂŒtterlichkeit? Das war schwierig fĂŒr sie.

Sie schaute sich weitere Menschen an. Die Zuordnung erfolgte ĂŒber den Namen und das Geschlecht.
Sie konnte sie anschreiben und mit ihnen kommunizieren. Es funktionierte.

Aber hatte sie eine Beziehung zu den Menschen? Liebte sie? FĂŒhlte sie sich verantwortlich?
Oder ging es nur um sie?

FĂŒhlte sie sich selbst? Ich glaube nicht. Da wo normalerweise ein „Ich“ und ein „GefĂŒhl“ war, war bei ihr ein großes Fragezeichen. Und ein Lexikon. Und ein Computer mit 100 Gigabyte. Ein Smartphone. Ein GerĂ€t.

Sie funktionierte so tadellos. Aber ihr fehlte das GefĂŒhl. Vielleicht ein Bauteil, ein Chip… oder die Versorgung ĂŒber die Hauptrecheneinheit, den biologischen Zentralcomputer, dem der Treibstoff fehlte.

Ihr Gehirn machte das, was es sollte. Es bildete die Umgebung wirklichkeitsgetreu ab. Die Welt war logisch, und klar aufgebaut. Die Welt duldete kein Chaos, kein „Zwischen den Zeilen“. Also hatte ihr Gehirn auch nicht gelernt, diese Zwischentöne zu erkennen. Sie wollte lieben und klopfte nur gegen eine Mauer aus Glas, die sich langsam aber unaufhörlich um sie herum aufgebaut hatte.

Spannung und Ent-Spannung

Zur Zeit ist hier wieder alles im Lot. Meine Krankheit, ĂŒber die ich ein paar Artikel geschrieben hatte, scheint sich wieder zurĂŒck zu ziehen. Und hinter der Krankheit wartet endlich das, worauf ich so lange gewartet habe: Ein bisschen Hoffnung und Kraft fĂŒr einen Neuanfang. Warum braucht man eigentlich immer soviele innere NeuanfĂ€nge? Mir scheint, der menschliche Körper und die Psyche gleicht da ein bisschen der Natur: Im Winter geht alles ein, im FrĂŒhjahr gibt es einen zarten Durchbruch und im Sommer blĂŒht alles auf!
Apropos aufblĂŒhen. Was derzeit ziemlich heftig ist und anscheinend von Jahr zu Jahr auch heftiger wird, ist meine Allergie gegen GrĂ€ser und Pollen! Vor allem jetzt, in der Hauptsaison eines jeden Pollenflugkalenders ist es echt heftig. Augen trĂ€nen, Reizhusten, Nase lĂ€uft, ein Hatschi hier, ein Hatschi dort und dann immer diese bleiernde MĂŒdigkeit vom gestressten Immunsystem… auch ohne Medikamente stellt sich die MĂŒdigkeit ganz von selbst ein. Eigentlich ist diese Zeit im Mai oder Juni eine Phase der Energie, des Frohen-Schaffens, wenn da nicht diese Allergie wĂ€re. Und ich hatte gehofft, dass es mit der Arbeit und der Bewegung im GrĂŒnen, an der Natur irgendwie-irgendwann mal besser wird, weil man ja quasi den Körper stĂ€ndig mit Pollen konfrontiert und ihn damit „de-sensibilisieren“ mĂŒsste.

Aber mir ist noch was aufgefallen, was Allergien angeht. Sie haben viel mit der inneren Einstellung und auch mit der Psyche zu tun. Wenn ich gut ausgeschlafen bin und wenig Streß habe, ist auch die Allergie nicht so schlimm. Wenn ich aber ĂŒberanstrengt bin, bei jeder Begegnung das Negative suche, mich in allem angegriffen und bedroht fĂŒhle (( gerade bei Frauen bedeutet das auch: Dinge zu schnell zu persönlich nehmen )) , dann verstĂ€rken sich auch die Allergie-Symptome.

Was ist also das beste Rezept fĂŒr einen hektischen Juni, wo die Luft voll von LĂ€rm, von Gartenmaschinen, von hektischen und lauten Menschen, von Rasern, von rĂŒcksichtslosen Zeitgenossen und gestressten und unwilligen Kollegen ist?

Einfach mal ein bisschen abschalten und Distanz zu den Dingen aufbauen.

Man muss versuchen, eine innere Distanz zu allen Belastungen aufzubauen und sich „bewusst entspannen“. (( Ex-Kurs: Die Leistung steht in unserer Gesellschaft hoch im Kurs. Menschen definieren sich kaum noch ĂŒber Geld (dank des Steuerrechts und stagnierender Löhne gleichen sich die Netto-Einkommen der Mittelschicht aneinander an), sehr wohl aber ĂŒber den Grad und die IntensitĂ€t ihrer tĂ€glichen Belastung und Arbeit. Es ist also chic, „belastet“ und fleißig zu sein und MĂŒĂŸiggĂ€nger werden eher mit Argwohn betrachtet. Menschen, die gar keine Arbeit finden, werden ĂŒber die Hartz IV- Schiene sehr schnell ins finanzielle Abseits gestellt und auch gesellschaflich geĂ€chtet. Die Spaltung der Gesellschaft richtet sich heute eher in die „die arbeiten“ und die „die nichts tun“. Belastend ist jedes Extrem auf seine Weise. ))

Unser Immunsystem reagiert sehr stark auf Streß und dieser Streß ist in vielen Dingen auch eine Frage der inneren Einstellung. Wenn man den Streß unter Kontrolle bekommt und damit lockerer und „befreiter“ umgeht, sendet man dem eigenen Abwehrsystem gleichzeitig das Signal: „Hey, es ist alles okay. Jetzt komm doch mal runter, Kein Problem sich gleich wieder soviele Sorgen zu machen“. Also einfach mal was machen, worauf man wirklich Lust hat, dass man aber „wegen der vielen Arbeit“ immer wieder nach hinten schiebt. Kein Mensch wird einem die Entspannung oder die Freizeit auf dem Silbertablett servieren, sondern man muss sich diese selbst abholen. Und wenn man sie gerade auf dem Teller liegen hat und genĂŒsslich genießen möchte, muss man sie auch verteidigen, z.B. gegen Leute, die selbst nicht frei sind und einen in diese „Unfreiheit“ oder ihren eigenen Streß immer wieder rein ziehen wollen.

Es gibt viele Möglichkeiten, ein bisschen Entspannung in das eigene Leben einzubauen. Einfach mal frĂŒher Feierabend machen, z.B. Einen Tag Urlaub nehmen. Zum Chef sagen „nein, das geht heute nicht“. Zum Partner sagen „heute bin ich mĂŒde, aber morgen geht es vielleicht“. Zu Freunden sagen „Diese Verabredung ist mir zuviel. Die nĂ€chste vielleicht“.
Diese vermeintliche „SchwĂ€che“ erfordert sehr viel innere StĂ€rke. StĂ€rke und Zuversicht in das eigene Vermögen.
In das eigene „Ich“. Wer das „Ich“ aufbaut und sich selbst schĂŒtzen kann, schĂŒtzt auch sein Immunsystem. Denn da ist ja nichts mehr, was es bekĂ€mpfen oder niederringen muss. Es ist einfach gut, so wie es ist.

Gute Entspannungsmöglichkeiten sehen fĂŒr jeden Menschen anders aus. Ich in meinem Falle denke z.B. an:

  • Ein gutes Buch lesen.
  • Entspannende Musik hören.
  • Einen Tee trinken.
  • Durchatmen.
  • Einen guten Film gucken.
  • Die Beine hochlegen.
  • Etwas leckeres essen.
  • Schlafen.
  • mit jemanden reden, den man mag
  • sich Zeit fĂŒr jemand nehmen
  • zuhören ohne zu werten
  • sich kĂŒnstlerisch betĂ€tigen (malen, Musik machen, etc.)

Entspannen bedeutet: sich innerlich frei machen von dem Druck, immer irgendwie-irgendwo „prĂ€sent“ sein zu mĂŒssen.

Und es gibt in der heutigen Welt viele „Stressoren“, Dinge und Auslöser, die den tĂ€glichen Stress verstĂ€rken.

Wenn man sich dieser Dinge bewusst ist, ist es vielleicht auch leichter diese zu vermeiden oder besser damit umzugehen. Ich denke da z.B. an:

  • die stĂ€ndige Erreichbarkeit ĂŒber Telefon, das man auf jedes Klingeln reagiert, anstatt es einfach mal „klingen zu lassen“
  • Selbst-PrĂ€sentation auf Facebook und der soziale Druck, der damit verbunden ist (ich muss jetzt gut wirken, ich muss mich nach außen positiv prĂ€sentieren)
  • bei Frauen: Der Druck immer nett zu sein und gut aussehen zu mĂŒssen
  • bei MĂ€nnern: Der Druck immer etwas zu leisten und erreichbar und stark zu sein
  • Der Druck im Beruf und die hohe Steuerlast (wenn du mehr arbeitest, bekommt nur der Staat mehr- mal darĂŒber nachdenken)
  • Der Druck bei den Nachbarn (was denken die Nachbarn) oder Freunden, Bekannten, Verwandten
  • Erwartungen in der Familie (eine Mutter muss so und so sein) oder den Schwiegereltern
  • der Druck pĂŒnktlich, ordentlich oder fleißig zu sein (Werte aus der Erziehung)
  • der Druck etwas leisten zu mĂŒssen und viel zu verdienen (mittlerweile bei beiden Geschlechtern)
  • der Druck, Geld ausgeben und konsumieren zu mĂŒssen

Bei all dem Druck: Wer sagt Dir, dass es gut ist, so wie du jetzt gerade bist?

Leistung wird von uns jeden Tag erwartet und gefordert. Das ganze System der Wirtschaft, der Erziehung, der Gesetzgebung und der Politik baut darauf auf. Der Einzelne soll viel leisten, damit er maximal ausgebeutet und in das Wirtschaftssystem integriert werden kann.

Dabei dĂŒrfen wir aber nicht vergessen, dass unsere Gesundheit und unser Recht auf Entspannung auch ein Menschenrecht ist. Und fĂŒr die Rechte mĂŒssen wir uns jeden Tag selbst neu einsetzen!

Terror oder Amok

Ich wollte ja eigentlich was ĂŒber diesen durchgeknallten Axt-AttentĂ€ter von WĂŒrzburg schreiben… aber dann kam MĂŒnchen und der Typ mit der umgebauten Theater-Waffe dazwischen. Und gerade, als sich dieser Medienhype ein wenig gelegt hat und ich durchatmen wollte, las ich heute morgen „alles was wir ĂŒber den Bombenanschlag von Ansbach wissen“.

Puh, das ist ein harte Woche, auch fĂŒr erfahrene und Angst-befreite Blog-Autorinnen.

Was mir bei der Medien-Berichterstattung sehr stark auffÀllt: Alle beeilen sich, den Terror dieser Tage vom Amok abzutrennen.
In der Nachrichtensendung wird dieser Satz am Ende der Sendung sogar nochmal nachgereicht. Der Machetenmörder war nur krank, der Mord vermutlich eine Beziehungstat. Puh, und kein Terror in MĂŒnchen, was fĂŒr ein GlĂŒck! Nur ein 18-jĂ€hriger Spinner, der mit einer Waffe aus dem Darknet wahllos AuslĂ€nder und Jugendliche abknallt. Über den anscheinend alles bekannt gewesen ist: Er hat sich ein Buch ĂŒber AmoklĂ€ufe gekauft, er hat im Internet Counterstrike gespielt und dabei Nicknamen wie „Hass“ oder „Terror“ verwendet, er hat in Chats ĂŒber AuslĂ€nder geschimpft, und er hat sogar als (vermutlich 17-jĂ€hriger) die weite Reise auf sich genommen und den Amoklauf-Tatort in Winnenden besucht und dort sogar Fotos gemacht. Dann hat er noch in aller Ruhe ein Manifest ĂŒber seinen Amoklauf geschrieben und sich als Tatzeitpunkt den Jahrestag des Breivik-Attentats von UtĂžya ausgesucht (22. Juli). Nebenbei war er anscheinend so intelligent, dass er sich im Internet eine Waffe bestellen konnte und anscheinend auch so reich, denn so eine Waffe ist ja bestimmt nicht billig, dazu kamen noch 300 Schuss Munition. Mit dieser Waffe muss er auch mal geĂŒbt haben und wurde wahrscheinlich von niemanden wahrgenommen.

Und alle Freunde, Verwandten, Eltern und Familienmitglieder haben davon nichts mitbekommen und den Jungen weiter gewÀhren lassen?
Er war wegen eines „depressiven Formenkreises“ in Behandlung, aber kein Psychiater der Welt hat die Anzeichen erkannt oder den Jungen mit der instabilen Psyche irgendwie auffangen oder aufhalten können. Was nĂŒtzt uns all die Polizei, die GSG9, die FeldjĂ€ger und die 2300 Beamten im Einsatz, wenn all diese zivilen Sicherheitsmechanismen versagen? Man wird den Terror niemals aufhalten können, wenn diese AttentĂ€ter nicht aus dem zivilen, bĂŒrgerlichen und familiĂ€ren Umfeld erkannt und aufgehalten werden.

Und somit ist der Terror auch ein Versagen der Gesellschaft. Unrecht kann dort passieren, wo die Gesellschaft Unrecht zulĂ€sst und keine geeigneten Gegenmittel findet. Der Junge wurde laut Medienberichten gemobbt und ausgegrenzt. Wahrscheinlich war er auch von den IdentitĂ€ten zerissen. Darauf deutet hin, dass er als „Deutsch-Iraner“ bezeichnet wird, wahrscheinlich in Deutschland geboren wurde, aber iranische Eltern hat. In diesem wackligen Handy-Video vom Balkon in Richtung Parkhaus hat er ja auch lautstark protestiert und betont „Ich bin Deutscher… aus einer Hartz IV-Gegend“.
Woraufhin der Baggerfahrer in Unterhemd Bierflaschen auf ihn geworfen haben soll und ihn als „Spinner“ bezeichnet hat, der in die Psychiatrie muss .. Dieses kleine Video ist ein schreckliches Zeugnisvideo von all dem Elend. Es ist komprimiert auf die wichtigsten Punkte. Da unten steht ein verzweifelter Jugendlicher, der seinen Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden hat. WĂ€hrend er mit der Pistole in der Hand hin- und herlĂ€uft, wird er von der Gesellschaft (= dem Mann auf dem Balkon) verspottet, beschimpft und angegriffen. Obwohl es so komplett offensichtlich ist, dass er seelisch aus dem Ruder lĂ€uft, findet sich niemand, der dieses Chaos aufhalten kann. Ein paar beruhigende Worte hĂ€tten vielleicht gereicht. Stellt neben den 2300 Polizisten und den Sondereinheiten gegen Terror bitte auch noch ein paar Polizeipsychologen in den Dienst. Und die sollen dann auch mit Blaulicht an den Tatort fahren.

Und die sprachliche Unterscheidung zwischen Terror und Amok? Streng genommen gibt es keinen Unterschied. Beide Straftaten dienen dem Zweck, die Bevölkerung zu verunsichern, Angst und Schrecken zu verbreiten und wahllos Opfer zu töten, die man irgendwie fĂŒr „Feinde“ hĂ€lt.

Beim Terroranschlag mag es noch ein paar politische oder pseudo-religiöse Motive geben- aber in der Verblendung und dem blinden Hass gegen alles Fremde und Abgelehnte gibt es kaum Unterschiede zum Amoklauf. Der AmoklĂ€ufer will die Gesellschaft bestrafen, von der er sich gehasst und ausgeschlossen fĂŒhlt. Der Amoklauf ist der drastische Kontrapunkt zur GleichgĂŒltigkeit und Ignoranz, die ansonsten vorherrschen. Man wird jahrelang ignoriert, gemobbt, ausgeschlossen. Menschen beachten sich auf der Straße kaum. Nur der StĂ€rkste, coolste, hĂŒbscheste gewinnt den Kampf um die Aufmerksamkeit. Wer bei diesem Wettbewerb nicht mitmachen kann, landet schnell im Kanaldeckel der Ungeliebten. Bemerkenswert ist z.B. auch dass der AttentĂ€ter von MĂŒnchen sich als junge Frau ausgibt, um die Leute in den MacDonalds zu locken. HĂ€tte ihm seine mĂ€nnliche IdentitĂ€t nicht ausgereicht? Hat er schon geahnt, dass dann niemand kommen wĂŒrde?

Aus diesem Untergrund der Verlierer-Randgesellschaft gibt es nur ein Entkommen: Den blinden Hass, den man die Leute zurĂŒck vor die FĂŒĂŸe wirft. Plötzlich wird die Gesellschaft gewzungen, sich um einen zu kĂŒmmen. Nun mĂŒssen alle hinschauen! Nun mĂŒssen sie sich alle mit dem 18-jĂ€hrigen beschĂ€ftigen. Nun wird er endlich geliebt. Doch es ist zu spĂ€t. Er richtet die Pistole gegen den Kopf und verschwindet aus dieser Welt. Was alles schief gelaufen ist, erfahren wir erst hinterher.

Der Terrorist ist in seiner Verzweiflung nicht viel anders. Auch er dichtet sich wahnhafte Motive zusammen, sieht ĂŒberall Feinde und „UnglĂ€ubige“ die er bekĂ€mpfen muss. Menschen, die sich amĂŒsieren, friedlich ein Feuerwerk anschauen oder dem Wochenend-Einkauf nachgehen, werden wahllos zu Feinden deklariert. Die Auswahl scheint hier völlig irrational und zufĂ€llig. So waren z.B. beim Nizza-Attentat auch viele Muslime unter den Opfern. Der LKW unterscheidet nicht nach Religion. Die Stoßstange wĂ€lzt jeden Menschenkörper unter die RĂ€der. Die harten Felgen trennen alle Arme und Beine ab, ob der oder die jetzt regelmĂ€ĂŸig in der Moschee war oder nicht. Die Leben werden allesamt beendet. Mit einem Miet-LKW gefahren aus den HĂ€nden eines Irren. Es sind nicht die LKW, die Macheten oder Äxte, die man verbieten muss. Es sind die fehlgelenkten Gedanken des Hasses, die den eigentlichen Feind ausmachen.

Die beste Antwort auf Hass in der Gesellschaft kann nur „Liebe“ sein. Auch wenn es abgedroschen und plakativ klingt, denke ich, dass die Formel recht einfach ist. Eine verrohte Gesellschaft, die sich um den anderen nicht kĂŒmmert und SchwĂ€chere ausgrenzt und mobbt, wird Hass und Gewalt ernten. AmoklĂ€ufer und Terroristen sind immer Augeschlossene und „Nicht-Integrierte“. Daher muss das Wort „Integration“ ganz nach oben auf die politische Agenda.

Neu ist allerdings, dass wir mit den vielen neu-dazugezogenen und Geflohenen auch die Probleme anderer LĂ€nder und anderer Regionen zu unseren eigenen dazu bekommen. Wer anderen helfen möchte, muss damit rechnen, dass nicht nur problemlose, friedliche Menschen aus einer heilen Welt kommen. Wenn diese Menschen nicht massiver Gewalt, Armut, Ungerechtigkeit, Terror und Leid ausgesetzt wĂ€ren, wĂŒrden sie ja nicht fliehen. Wer also die Arme aufmacht und die Welt willkommen heißt, MUSS damit rechnen, dass auch die Probleme mitkommen. Es ist gefĂ€hrlich und naiv, wenn man diese RealitĂ€t nicht sieht. Diese RealitĂ€t des Fremden kann auch sehr leicht von auslĂ€nderfeindlichen und extremistischen Parteien missbraucht werden, um negative Stimmungen zu erzeugen und WĂ€hler zu gewinnen. Allein schon deshalb muss sich die Politik und die Gesellschaft all dieser Probleme endlich annehmen. „Wir schaffen das“ alleine reicht nicht.

Selbstliebe

~ Denn wie sagte einst ein weiser Mann? Die Probleme kommen schon von ganz alleine ~

Liebes Tagebuch,

die wichtigste Erkenntnis fĂŒr mich heute war: Dass das Ego auch eine Daseins-Berechtigung hat.

Auch wenn es fĂŒr den Buddhisten eine Art „Illusion“ ist und der Christ in seinem tĂ€glichen Wirken lernen soll, fĂŒr den anderen da zu sein (also altruistisch zu sein), heißt es im Umkehrschluss nicht, dass das Ego eine Art Feind ist oder etwas, das man auf den Teufel komm raus bekĂ€mpfen muss. Nein, denn wenn wir so dĂ€chten, fielen wir doch nur wieder dem alten Schwarz-Weiß-Denkmuster anheim, dass wir ja eigentlich ablegen und mit etwas wertvollerem, ausgewogenerem und biologisch-abbaubaren-Glutenfrei-GemeinvertrĂ€glichen- politcal correctem ersetzen wollten!

Gerade empfindlichen und mitfĂŒhlenden Menschen passiert es ja leicht, dass sie sich verausgaben, dass sie anderen Menschen mehr Energie geben, als sie selbst haben. Dass sie also stĂ€ndig ĂŒberfließen und vor lauter Liebe und Energie-Abfluss gar nicht merken, dass sie selbst total ausbluten und ihr eigenes Ego ĂŒbersehen haben. Wenn man das ganze als Waage sieht (bildhaft!), ist es gefĂ€hrlich, wenn eine Seite einen Überhang bekommt: Totale Egoisten sind voll die Kotzbrocken und selbstaufopferne Hausfrauen-Muttis ohne Ego-Energie braucht auch keiner.

Selbst, wenn das Ego in seiner letzten Instanz eine „Illusion“ ist, heißt es nicht, dass es keine Wirkung auf uns hat. Allein dadurch, dass wir physisch und psychisch (=seelisch) existieren, haben wir ja quasi Zugriff unsere Gedanken-Energie, sind also der Strippenzieher fĂŒr unser Ego und den ganzen MĂŒll, den wir der Erde hinterlassen. Selbst, wenn es uns manchmal nicht bewusst ist, sind wir eine Person im Universum. Wir sind also voll und ganz verantwortlich fĂŒr das, was wir tun. Wir sind geschĂ€ftsfĂ€hig, haben einen Personalausweis, eine Nummer bei der Rente, ein Profil bei Amazon, eins bei Facebook, also irgendwie „existieren“ wir als Person. FĂŒr unsere Freunde sind wir eine Variable, auf die sie bauen können. Diese Variable wird nur von uns gefĂŒllt. Und mit einem Zufallsgenerator und einem Dialog-Modul sorgen wir fĂŒr Abwechslung. Warum sind wir dann nicht stolz darauf? Selbst, wenn wir nur die Trilliarden an Bytes aus dem Internet saugen und auf den riesigen Datenspeicher Gehirn transferieren, so sind wir doch Teil des Systems. Wie sagte Heisenberg? Man kann kein System beobachten, ohne es zu verĂ€ndern. Das ist im Grunde einfachste Physik. Die auch auf der sozialen Ebene funktioniert.
Wer könnte da sagen, dass es kein Ego gĂ€be? Wir geben dem Ego ja sogar einen Namen! Und ein Geschlecht. Bevor die Person auf der Erde ist, hat sie schon einen Stempel drauf. Manche Stempel hat man fĂŒr immer, andere legt man ab. Ganz beliebig ist es hingegen nie.

Wir verteidigen das Ego, wenn es bedroht ist und jeden Tag mĂŒssen wir dem Ego Kohlenhydrate, Proteine und Cola reinschieben, damit es weiter ĂŒberleben kann.

Das Ego hat in der Gesellschaft einen Nutzen. Es kann Steuern zahlen, die CDU abwĂ€hlen und die PKW-Maut bezahlen. Und Kinder bekommen. Oder auch nicht. Es kann einen Computer kaufen, offene Strom-Rechnungen und MietnebenkostenzusschĂŒsse bezahlen, einen Burger und zwei Schokoriegel als Nachtisch vernaschen. (einfach so, weil es schmeckt!)

Selbst wenn wir die Augen schließen, ist das Ego noch da. Es klebt an uns wie ein Schatten. Je mehr wir uns um uns Sorgen machen, desto grĂ¶ĂŸer wird das Ego. Je mehr wir uns um andere kĂŒmmern, desto kleiner wird das Ego. Manchmal wird es auch kĂŒnstlich klein gehalten. Wenn wir uns z.B. wieder nur verausgabt haben und nicht auf das Ego RĂŒcksicht nehmen (dass wir ja hassen, weil wir alles an uns erstmal hassen) dann bekommt es Schmerzen. RĂŒckenprobleme, Suchtprobleme, Übergewicht, Traurigkeit und Depression. All die Symptome sind also Anzeichen dafĂŒr, dass wir dem Ego (also uns selbst!) nicht genĂŒgend Liebe gegeben haben.

Dann gehen wir zum Arzt und hoffen, dass er unserem Ego ein bisschen Liebe und eine Spritze gibt. Aber fĂŒr die Liebe hat er keine Zeit (Kassenpatient) und von den Spritzen gibt es auch nur die billigen oder gar keine (Kassenpatient). Traurig gehen wir also nach Hause, keiner hat unser Ego lieb und so heulen uns beim Partner aus. Der hat erstmal keine Zeit (Bundesliga) und dieses weibliche Gerede von GefĂŒhlen und so ist sowieso lĂ€stig (MĂ€nner halt). Dann fangen wir an, wĂŒtend zu werden (das Ego lebt also doch noch?) und fangen an zu schimpfen und immer weiter usw. und dann ist der Partner weg (weil er ein grĂ¶ĂŸeres Ego und mehr Geld hat).
Und dann… ? erkennen wir eines Tages, dass uns niemand von außen die Liebe fĂŒr unser kleines Ego geben kann, wenn wir ihm selbst keine Liebe geben. Das ist wie ein Riegel, eine Sperrvorrichtung. Musst du erst freischalten. Warum auch immer.

Sei gut zu deinem Ego. Aber auch nicht zuviel! Irgendwo in der Mitte, liebes Tagebuch,

dann wird ein Schuh draus.

In diesem Sinne,
viele freundschaftliche GrĂŒĂŸe

Dein Ego

ps: Und wenn das alles immer noch nicht reicht, zieh dir dieses Video rein, Mann!

https://www.youtube.com/watch?v=Imeq3GeRttw

Podcast- Umgang mit Kritik

Schon oft im Blog besprochen, gibt es heute einen Podcast mit dem Inhalt
„Umgang mit Kritik“

[display_podcast]

Darin fasse ich nochmal die wichtigsten Punkte zusammen, die ich in frĂŒheren Artikeln auch schon beschrieben habe (Sender, EmpfĂ€nger) und gebe ein paar Tipps, wie man mit Kritik besser umgehen kann, wenn man dazu neigt, empfindlich zu sein.

 

Gleichzeitig ist der „gesprochene Artikel“ auch ein Auftakt zu einer Serie von (noch experimentellen) Podcasts.

 

Viele Spaß beim Anhören!

 

Passende Links:

Mentale Eindrucks-Balance

Das Leben ist ein Buch und jeder Tag ist eine Seite.

Es liegt am Autor selbst, ob er schreiben möchte oder nicht.

Wer viel „Input“ hat, hat auch viel „Output“. Manchmal fließt der Strom der EindrĂŒcke schneller, als man alles verarbeiten kann. Dann gibt es zwei Methoden: Entweder man ist total ĂŒberfordert und bricht irgendwann zusammen oder man filtert einfach alles heraus. Das nennt man dann „dicke Haut“ und die bildet sich meistens Ă€hnlich wie Hornhaut mit der Zeit und dem Grad der Belastung.

Dann gibt es noch das Gegenteil: Die totale Unterforderung oder die Reizarmut. Menschen, die schon etwas Àlter sind und zu Hause leben, bei denen nicht mehr soviel passiert, sind davon betroffen- aber auch Arbeitslose.

Dann wird plötzlich jede Kleinigkeit zu etwas Großem. Ein winziges Detail, dessen man vor zwei Wochen begegnet ist, ist auch heute noch prĂ€sent. Das kann auch negative Seiten haben: Wenn man sich z.B. ĂŒber was Ă€rgert und den Ärger nicht mit neuen EindrĂŒcken â€žĂŒberlagern“ kann. Dann bleibt der Ärger stĂ€ndig im Kopf, man dreht sich damit im Kreis.

GefĂŒhle oder Spannungen, die man mit anderen hatte, sind Ă€hnlich: Kommen keine neuen EindrĂŒcke und Erfahrungen dazu, bleibt das letzte Wort ewig im Raum stehen… nur langsam verblasst es, verliert seine Farben… bis es irgendwann stirbt. Ganz still und leise.

Andere Leute, die mehr zu tun haben, wundern sich vielleicht darĂŒber, dass fĂŒr den einen „diese Kleinigkeit“ soviel Gewicht hat. Oder wie jemand auf die Idee kommen kann, jeden Tag fein sĂ€uberlich in sein Tagebuch zu schreiben…

Also liegt der Heil fĂŒr das eigene SeelenglĂŒck im Rausch der EindrĂŒcke? Beinahe wie im Drogenrausch, im Medienrausch im stĂ€ndigen Input der Familien- und Arbeitswelt? Dem Gebrauchtwerden, dem „Benutzen des Körpers und des Geistes“ und dem Ideal der protestantischen Arbeits-Ehtik ?

Keine Ahnung. Es hĂ€ngt wahrscheinlich von jedem Menschen individuell ab. Jeder hat seine eigene Balance. Die Mitte, wo die EindrĂŒcke, aber auch die Ruhe und die Verarbeitung genau ausgewogen sind.

Das fĂŒhlt sich gut an. Den Punkt kann man recht gut erarbeiten. Oder kommen lassen… wenn man einfach nichts tut.

Zwei Gedanken zum Tag

Der Weg zur Freiheit

So oft hetzt man durchs Leben, erledigt ein Ding nach dem anderen
Schnell muss alles gehen!

die Transportmittel sind allein auf Grund ihrer technischen Natur zum Schnellfahren gemacht
fĂŒr viele Menschen ist es kein Problem, sondern eher eine Freude
„Schnellsein“ ist ein Kick, weil man dann andere ĂŒberholen und sie bedrĂ€ngen kann

Aber was ist mit den Leuten, die langsam fahren wollen?
Weil sie vielleicht schwĂ€cher sind… Ă€lter… oder krank?

Sie werden gnadenlos ĂŒberholt und abgedrĂ€ngt.
Die Straße ist ein schönes Sinnbild fĂŒr die heutige, menschliche Gesellschaft.

Wer das Tempo nicht mehr mithalten kann, fÀhrt besser rechts
oder nein, fÀhrt besser auf den Standstreifen oder wird abgeschleppt
Es wird schon jemanden geben, „der sich darum kĂŒmmert“.

Die jungen und fitten Menschen, die sich auf Grund von viel Geld und Wettbewerb
bessere Autos leisten können, fahren links.
Sie geben das Tempo vor. Den Druck der Straße, der sich auch auf alle anderen
unteren Spuren gleichmĂ€ĂŸig verteilt.

Man wĂŒrde ja niemanden rammen
nein, soviel Aggression ist nicht erlaubt
wobei der Gedanke daran reizvoll sein kann….
aber jemand bedrÀngen ist zumindest eine Vorstufe davon,

man gibt ihm nur das GefĂŒhl, zu langsam und zu schlecht zu sein.

Ist das typisch deutsch?

Auf französischen Autobahnen ist es ganz anders.

Durch das Tempolimit sind alle gezwungen, gleich schnell zu fahren
alle so um die 130, bei trockenem Wetter
aber wirklich wohl scheinen sich die Leute damit auch nicht zu fĂŒhlen

gerade wenn der Verkehr zunimmt und die Straßen sehr voll sind
wird sehr dicht aufgefahren
sind ja alle gleich schnell

jeder wÀre gerne schneller, darf aber nicht.

die Aggression und das Vergleich, das in Deutschland regelrecht „zelebriert“ wird
gibt es in Frankreich anscheinend nur unter der OberflÀche
davor regiert die Kundenfreundlichkeit und sĂŒdlĂ€ndischer Charme!

Und wenn man dann endlich angekommen ist
und soviel wertvolle Zeit gespart hat
ĂŒber das man sich eigentlich freuen und was man genießen könnte

weiß man nicht, wohin mit der Zeit
muss doch wieder in der Schlange stehen und sich Àrgern
weil die anderen auch alle so schnell gewesen sind

Und hat man die Schlange endlich hinter sich gebracht
ist einem die Lust auf den Tag vergangen
die Strecke und die Zeit sind plötzlich nichts mehr wert

Hinter der Zeit mĂŒsste sich die Welt eigentlich öffnen
und dem Menschen dienen
damit er endlich frei wird

„morgen bin ich frei“ sagen die meisten
und werden es nie.

Die Kunst, alles negativ zu sehen

Ist eigentlich keine Kunst. Negativ ist immer alles, so wie es genau auch positiv sein könnte:

Man gibt sich nur keine MĂŒhe, das positive zu sehen
– macht lieber andere dafĂŒr verantwortlich
– wartet, bis sich jemand meldet
– wartet, dass sich jemand kĂŒmmert
– wartet…
– wartet auf ein freundliches Lachen, eine positive Regung, die man niedermachen kann
um sich fĂŒr drei Sekunden besser zu fĂŒhlen

Negativ ist immer alles:
die Suppe versalzen, das Brot fad,
die Betten zu hart,
das Wetter zu schlecht,
die Kopfschmerzen zu stark,
die EinkÀufe noch nicht erledigt.

das Internet zu langsam,
die Sonne zu hell,
das Auto zu dreckig,
die Nachbarn zu laut.

die Laune zu schlecht.

Wer alles negativ sieht
zwingt die anderen dazu
positiv zu sein
er gibt die Verantwortung fĂŒr seine Laune ab
und macht sich zum Opfer

eine schöne bequeme Haltung, die aber immer die anderen erfordert
und niemals frei macht.

Die Kunst ist eher, alles positiv zu sehen
oder an den schlechten Dingen auch gute Elemente zu entdecken
dabei muss man genau hinschauen
die Bedeutung der Dinge und die Wirkung auf einen selbst hinterfragen

Die Filter der Betrachtung neu justieren und „an der inneren Einstellung arbeiten“.
Aus dieser Depression können einen andere Menschen nicht herausholen
und auch kein noch so starkes Medikament

Neben all den schlechten Dingen, die man ĂŒber die Welt gelernt hat
muss man die wenigen bunten FĂ€den der Heiterkeit und Freundlichkeit
aufgreifen und zu einem Band verweben
das einen sicher durch den Tage trÀgt.

Und auch bei Wind und Wetter
einen zuverlÀssigen Schutz bietet.

Soziale Kompetenz

Liebe(r),

ich, ich ich ich ich ich. ich ich ich ich ich ich ich ich? ich ich ich ich ich ich ich ich !
ich ich ich, ich ich ich, ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich
ich ich ich . ich ich ich . ich ich ich . ich ich ich . ich ich ich .
ich!

ich!

ich!
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich
haha ha !
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich, ich?

ich ich ich
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich
ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich

Herzliche GrĂŒĂŸe,
ich

ps:

Wir