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	<title>J.A. Blog &#187; Psychologie</title>
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		<title>Das unbezahlbare Weihnachtsgefühl</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 10:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Rituale]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist es nicht seltsam, wie sehr man für ein richtiges „Weihnachtsgefühl“ abhängig vom Wetter ist? Aber was soll das schon sein, ein  Weihnachtsgefühl! Und überhaupt, vom Wetter abhängen? Das kann ja höchstens übersentimentale Poetinnen und andere christliche Romantikerinnen betreffen- aber nachweisbar ist es ganz sicher nicht!
Nun ja, ich will es dennoch mal versuchen. Dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist es nicht seltsam, wie sehr man für ein richtiges „Weihnachtsgefühl“ abhängig vom Wetter ist? Aber was soll das schon sein, ein  Weihnachtsgefühl! Und überhaupt, vom Wetter abhängen? Das kann ja höchstens übersentimentale Poetinnen und andere christliche Romantikerinnen betreffen- aber <em>nachweisbar </em>ist es ganz sicher nicht!</p>
<p>Nun ja, ich will es dennoch mal versuchen. Dieses Jahr gab es also noch kein Schnee. Zumindest nicht für die Leute in Deutschland und für die meisten im Flachland. Etwas weiter höher in den Bergen soll es ja durchaus schon weiße Flöckchen gegeben haben. Ansonsten: Regen, Wind und Matsch, soweit das Auge trieft. Vor allem Wind, z.B. gestern. Da flog einem die Mütze nur so vom Kopf. Der Wind zerrte mit seinen kräftigen Armen am Balken der Unterkunft und wollte mal wieder zeigen, was er so drauf hat. Es pfiff und blies nur so, was das Zeug hielt. Einen ganzen Tag lang. Schwindel in den Ohren, irgendsoeine gereizte Stimmung hatte sich ebenfalls breit gemacht. Vom Wetter, ach komm! Was bist du doch nur für ein Waschlappen. Da muss man wirklich schon sehr empfindlich sein, davon so abhängig zu sein. Oder darauf so zu achten, das wird auch immer schlimmer dann!<br />
 Was sollen die Extrem-Bergsteiger erst sagen? Oder die extrem Lang-auf-einen-Pilgerpfad-Marschierer? Oder die Leute, die damals zur Antarktis gesegelt sind? Die wären froh, über diese netten mittelwarmen Temperaturen und die frische Brise. Also, wie immer eine Frage der Perspektise.</p>
<p><span id="more-3711"></span></p>
<p>Aber nein, wir verwöhnten Westeuropäer mit unserem allseits umschließenden Komfort- und Luxusapparaten, die wir kaum noch 500 Meter zu Fuß selbst irgendwo hingehen, die ihr Essen schon lange nicht mehr anbauen oder jagen müssen, sondern bequem im Supermarkt in den Wagen schaufeln- ja wir, die wie oft noch nichtmal was für unser Geld tun, sondern von irgendeinem System irgendwie Geld aufs Konto gespritzt bekommen- meistens zuviel, vor allem wenn man sich bestimmte Berufsgruppen oder Politiker anschaut&#8230;.</p>
<p>Also wir sollten nicht jammern&#8230; denn uns geht es ja eigentlich gut. Aber dennoch will kein Weihnachtsgefühl aufkommen.<br />
Also, was könnte das nun sein, das <em>Weihnachtsgefühl</em>? Da ich keine Theologin bin und mich für diesen Fachbereich auch nur wenig interessiere, muss ich versuchen, es irgendwie anders herzuleiten oder zu erklären. Mehr über das, was bei den Menschen angekommen ist, wie sie Weihnachten damals und heute <em>empfinden</em>. (Denn es geht ja um ein Gefühl, nicht um eine theologische Interpretation; und das Gefühl sitzt oftmals näher am Glauben als die Logik)</p>
<p>Ich denke, vielleicht hängt es damit zusammen, dass der ursprüngliche Sinn des Weihnachtsfest ja eine „frohe Verkündung“ gewesen ist. So ein bisschen Licht in die dunkelste Zeit des Jahres bringen. Eine frische Botschaft, sehr ermutigend, fast noch heiterer als an Ostern. Also, Licht, Wärme, Weihnachten, Essen, Geschenke- das passt nur alles gut, wenn man vorher davon wenig gehabt hat. Wenn man vorher dieser Dinge <em>entbehren</em> musste.</p>
<p>Und daher glaube ich, dass das Weihnachtsfest ins Mittelalter oder in die Zeit davon noch besser gepasst hat. Weil man z.B. nicht mit 5 Kwh am Tag die Bude beleuchtet hat. Und mit weiteren 2Kwh am PC abgehangen und sich den ganzen Tag auf Twitter verlustigt hat.  Licht war etwas seltenes, Strom nicht bekannt. Und eine große Kerze oder ein leuchtender Stern in der Kirche schon etwas besonderes. Auch Anregungen waren sicherlich etwas besonderes, so hockten die ärmeren Leute von früher doch bestimmt wochenlang in ihren Häusern ohne jede nennenswerte Form von Abwechslung und Zerstreuung. Was soll man also machen, wenn die Felder nicht bestellt werden können, es draußen fünfzehn Grad minus sind und man ständig Holz nachlegen muss, damit einem nicht die Finger abfrieren? Zehn Leute in einem Zimmer, nebenan die Tiere, die mit ihren Hintern das kleine Anwesen zusätzlich wärmten. Dicht an dicht, Mensch und Tier, so idyllisch und doch irgendwie nicht stellt man sich das doch meistens vor. Als Highlight wurde dann mal ein Buch vorgelesen, wenn es denn jemand gab, der lesen konnte. Vielleicht kam ja auch ein Pfarrer vorbei und las mal eine Runde für die Kinder? Nein, der hatte bestimmt keine Zeit&#8230; also war es meistens langweilig. Man spielte vielleicht was oder strickte und kümmerte sich generell um die Hausarbeit, während die Männer draußen waren und etwas taten, was Männer eben so tun (jemand jagen, Holz hacken, sich besaufen.. oder sowas in der Art).</p>
<p>Also Kinder, und dann kam Weihnachten. Die Omis unter uns und vor allem die Uromis werden es sicherlich noch in Erinnerung haben. Man kratzte die letzten Reste zusammen, das Ersparte und kaufte mal was richtig leckeres zu Essen! Ein Festmahl, das war etwas besonderes. Keine zwei Kilo Fleisch aus dem Supermarkt für 3,50 Euro, damit kann man doch niemand mehr locken. Der beste Wein wurde aus dem Keller geholt, der, der schon Staub angesetzt hatte und dann feierlich an Heiligabend oder am Tag drauf entkorkt. Und gebetet wurde! Die Gottesdienste waren sicherlich länger als heute.. oder auch kürzer, weil es kälter war? Auf jeden Fall gingen die meisten Leute in die Kirche, weil da ein wenig Abwechslung geboten wurde. Chatten und SMS und Facebook gab es ja noch nicht, das muss man sich mal vorstellen. Also musste man was tun, was Menschen so tun: Mit dem Mund reden.</p>
<p>Tja&#8230; also das <em>Weihnachtsgefühl</em> enstand durch den Kontrast zum entbehrungsreichen (Haupt-)Teil des Lebens. Dazu kamen noch die Worte der Pfarrer und Priester, die dem ganzen noch einen emotionalen Kick gaben. So eine Art geistiges Aufwärmmittel für trübe Tage. Heute schauen wir stattdessen einen guten Movie oder ziehen uns eine neue CD rein. Salbungsvolle Worte eines Pfaffen locken uns schon lange nicht mehr vom Ofen weg. Wir sind aufgeklärt und können uns die Welt weitgehend selbst erklären. Wir haben keine Angst mehr, denn das Lachen hat die Furcht zerstört und ohne Furcht gibt es keinen Glauben (frei zitiert aus &#8220;Der Name der Rose&#8221;) Der Kontrast fehlt und wo es keinen Kontrast gibt, gibt es keinen Reiz und keine Motivation.</p>
<p>Daher denke ich, dass Weihnachten, so wie es mal gedacht war, heute nicht mehr gut funktioniert. Kein Schnee, keine Kälte, stattdessen Klimaerwärmung und Wetterextreme (Sturm). Wir haben alle Dinge im Überfluss, also wissen wir auch nicht mehr, was Hunger ist. Die Freude am Essen entfällt (bis auf einen kleinen Rest). Alkohol haben wir das ganze Jahr, meistens zuviel, auch kein Grund sich zu freuen. Von den Medien werden wir ständig berieselt und die Freunde laden wir uns aus dem Internet.</p>
<p>Wie kann da Freude oder Demut aufkommen? Wie kann man dabei ein christliches Gefühl der Dankbarkeit empfinden? Wahrscheinlich gar nicht, die Freude (eher das Glück) beschränkt sich auf den Konsum und das Beisammensein mit lieben Verwandten und Freunden (wenn es keinen Streit gibt, die leider an Weihnachten ebenfalls häufig sind).</p>
<p> Ein einfacher Tipp, diese Freude zu steigern läge z.b. darin, sich vor Weihnachten zu beschränken. Die Dinge, die man sonst so macht zu reduzieren, ähnlich wie in der Fastenzeit. Da kann man im November schon anfangen: Weniger essen, weniger kaufen, weniger Computer und Handy benutzen, weniger bloggen, weniger sinnloses Zeug reden, weniger von allem&#8230; und dann an Weihnachten das Kontrastprogramm genießen. Letztendlich wird ja durch die Beleuchtung, das gute Essen und der maßlose Konsum die Freude &#8220;am Fest&#8221; nochmal gesteigert, aber da wir vorher schon meistens viel gehabt haben, funktioniert es nicht wirklich.</p>
<p>Was noch gut wäre, wäre ein christlicher Glauben als gedankliches Über-Gebäude, aber das kann man nicht erzwingen. Man kann Weihnachten durchaus genießen, wenn man atheistisch ist oder eine andere Religion hat. Was man nur braucht, ist eine innere Erkenntnis, eine innere Wandlung. Vielleicht zu mehr Demut, zu mehr Bescheidenheit. Dass man sich von den weltlichen Dingen etwas freimacht und hinterher eine größere Dankbarkeit dafür verspürt. Daraus entsteht dann auch Mitgefühl. </p>
<p>Alles in allem keine leichte Aufgabe, vor allem wenn es keinen Schnee gibt..</p>
<p><!--more--></p>
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		<title>Ein Nachruf</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 18:44:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Birkenbihl]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Meme]]></category>

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		<description><![CDATA[Vera F. Birkenbihl ist tot. Ich habe davon erst gar nichts erfahren, sondern erst über Umwege davon gehört. In den meisten Mainstream-Medien hat man überhaupt nichts dazu gelesen. Und auch, wenn man den Begriff bei Google eingibt, findet man fast ausschließlich Blog-Einträge, aber keine „großen“ Nachrichtenseiten.  Die Wikipedia ist etwas sparsam, wie fast immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vera F. Birkenbihl ist tot. Ich habe davon erst gar nichts erfahren, sondern erst über Umwege davon gehört. In den meisten Mainstream-Medien hat man überhaupt nichts dazu gelesen. Und auch, wenn man den Begriff bei Google eingibt, findet man fast ausschließlich Blog-Einträge, aber keine „großen“ Nachrichtenseiten.  Die Wikipedia ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vera_Felicitas_Birkenbihl">etwas sparsam</a>, wie fast immer bei sozialen, psychologischen oder pädagogischen Themen.</p>
<p>Dieses Besetzen von Nischen passte vielleicht zu ihrem Leben. Ich habe ein paar Vorträge von ihr auf DVD und im Internet angeschaut. Was mich an ihr inspiriert hat, war ihre Art zu denken, ihr wissenschaftlicher Charakter und ihr Forschergeist, der bei Frauen doch recht selten ist und zumindest eher selten so intensiv umgesetzt wird. Sie hat es sich und anderen nicht leicht gemacht, war sehr intelligent und fleißig und brachte die Dinge auf den Punkt. So wie eine Wissenschaftlerin sein muss.</p>
<p>Aber meine Worte dazu sind nicht ausreichend. Schon die ersten beiden Blog-Beiträge, die ich gefunden habe, können das alles viel besser und genauer beschreiben:</p>
<p>z.B. <a href="http://www.steadynews.de/allgemein/zum-tod-von-vera-f-birkenbihl-ein-weiterer-nachruf-von-eva-ihnenfeldt" target="_blank">Hier</a> oder <a href="http://blog.coach-your-self.tv/index.php/2011/12/04/coach-your-selftv/in-memoriam-vera-f-birkenbihl-ist-tot/" target="_blank">hier</a></p>
<p>Bücher von ihr habe ich nur eins, das über die <a href="http://www.amazon.de/Kommunikationstraining-Zwischenmenschliche-Beziehungen-erfolgreich-gestalten/dp/3636072536/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1324146521&amp;sr=8-1" target="_blank">Kommunikation</a>. Ein schönes, dickes rotes Buch, damals mein erstes über Kommunikationspsychologie. (Leider ist die praktische Umsetzung sehr viel schwieriger als gedacht) Viel Theorie, aber auch viel zum Selbstdenken und Mitdenken. Wissenschaftlich, ausgewogen, gut. Außerdem steht im Regal noch die CD von ihr „Von nix kommt nix“, die ebenfalls <a href="http://www.amazon.de/Von-Nix-kommt-nix-Birkenbihl/dp/B000MGBMB8/ref=sr_1_3?ie=UTF8&amp;qid=1324146582&amp;sr=8-3" target="_blank">sehr sehenswert</a> ist. (Daraus hängen geblieben ist bei mir: werden sie Jäger! Gehen sie auf die Suche und beschäftigen sie ihr Gehirn; bauen sie selbstständig Verbindungen auf, lernen sie frei zu denken- so ungefähr in der Art, sie beschreibt das sehr gut und weckt in einem die Freude am Lernen und Denken)</p>
<p>Als Begriff eingeprägt hat sich bei mir außerdem der Begriff der „Meme“, also eine Art gedanklichen Virus, den man ohne zu Hinterfragen übernimmt und der von seiner Struktur meistens eine Art <em>Vorurteil </em>ist. Das zu erkennen, halte ich für sehr wichtig. Gerade wenn man bloggt und sich oft und viel Meinungen über andere macht, ist es umso wichtiger, dass man auch die eigene Art zu denken hinterfragen kann. Gehört so ein wenig zum Begriff „Freiwilliger Blogger-Kodex“, falls es so etwas geben sollte. Ist natürlich auch für alle anderen Arten von Menschen sinnvoll&#8230;</p>
<p>Hatte ich im Blog schonmal erwähnt, wen es interessiert, hier nochmal der Youtube-Link:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=XY60DBP4UQk">http://www.youtube.com/watch?v=XY60DBP4UQk</a></p>
<p>Zudem liest man oft, dass ihre Anleitungen zum besseren Lernen sehr gut sein sollen, insbesondere wenn es um Fremdsprachen geht.</p>
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		<title>Erwartungshaltung</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/07/erwartungshaltung/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 09:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Erwartung]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwartungshaltungen sind ein zweischneidiges Schwert. Ständig erwarten wir etwas: Wir erwarten, dass sich der oder die Liebste endlich bei uns meldet und sind furchtbar enttäuscht, wenn unsere eigenen Gefühle nicht erwidert werden. Wir erwarten ein Schnäppchen und ein tolles Produkt und werden es reklamieren oder umtauschen, wenn es unseren hohen Erwartungen nicht gerecht wird. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erwartungshaltungen sind ein zweischneidiges Schwert. Ständig erwarten wir etwas: Wir erwarten, dass sich der oder die Liebste endlich bei uns meldet und sind furchtbar enttäuscht, wenn unsere eigenen Gefühle nicht erwidert werden. Wir erwarten ein Schnäppchen und ein tolles Produkt und werden es reklamieren oder umtauschen, wenn es unseren hohen Erwartungen nicht gerecht wird. Der Millionär erwarten beim Kauf seiner Immobilie einen unverstellten Blick aufs Meer, mind. 500 Quadratmeter und eine top Ausstattung. Er erwartet, dass bestimmte Sicherheitssystem installiert, die Garage für seine 20 Autos groß genug und der Weg zum Eingang natürlich mit Marmor und Goldstatuen ausgetattet ist.</p>
<p>Der Hartz IV-Empfänger hingegen erwartet, dass seine paar hundert Euro pünktlich auf dem Konto landen, er erwartet, dass er nicht über alle Maßen vom Arbeitsamt gequält wird und er erwartet, dass am Monatsende noch Geld für ein Stückchen Brot vorhanden ist.</p>
<p>Der Säugling erwartet, dass er gefüttert wird und dass da Menschen sind, die sich um ihn kümmern werden. Das Schulkind erwartet, dass der Lehrer ein schlauer Mensch ist und ihm Mathematik und Deutsch beibringen wird. Der Abiturient erwartet, dass die Prüfungen ordentlich überwacht werden und die Anforderungen zu bewältigen sind. Der Student erwartet, dass es einen freien und erschwinglichen Studienplatz geben wird und der Arbeitssuchende erwartet, dass da Arbeit für ihn geboten wird, damit er wiederum was für die Gesellschaft tun kann.</p>
<p>Dass der Lehrer vielleicht heimlich Alkohol trinkt oder eine schlechte Ehe führt, das kommt dem Schulkind nicht in den Sinn. Wer hat es schon gefragt, ob es da sitzen will oder nicht?</p>
<p>Von der Blog-Autorin erwarten wir auch viel: Es sollen möglichst täglich Beiträge geschrieben werden und sie sollen zumindest einen Großteil unserer Gedanken entsprechen. Wir ärgern uns, wenn sie anderer Meinung ist als wir. Wir erwarten, dass sie mit uns diskutiert und uns verlinkt.</p>
<p>Wir wollen gehört, beachtet und geliebt werden. Mir erscheint, die grundlegende Erwartungshaltung ist etwas, das tief in unseren Genen und in unserem Wesen verankert ist.</p>
<p>Wie schmerzlich ist es dann, wenn wir merken, dass es Zeiten gibt, in denen nicht ständig alle Erwartungen erfüllt werden. Man möchte Geld asugeben und sich was schönes leisten, aber am Monatsende ist zu wenig da. Wohin können wir die Erwartungshaltung dann schicken?</p>
<p>Man erwartet eine perfekte Gesundheit, gibt aber nichts dazu. Man ernährt sich ungesund, sitzt zuviel vor Fernseher und PC, treibt keinen Sport und erwartet, dass alles zum besten läuft. Dann geht man zum Arzt und erwartet, dass der die <em>eigene</em> Gesundheit schon wieder hinbiegen wird.</p>
<p>Man erwartet, dass die kreativen Gedanken einem zufliegen, obwohl man nicht mit dem Schreiben anfängt, weil es „zu anstrengend“ ist.</p>
<p>Am schlimmsten aber sind die Erwartungshaltungen an andere Menschen, die im Grunde ständig und überall enttäuscht und unterlaufen werden. Vor allem, wenn man Menschen sehr gerne hat und die Grenze zwischen sich selbst und anderen nie richtig sieht- oder übersieht. Wenn man glaubt, ich, die anderen und die Welt sind eins&#8230;</p>
<p>Sind die Erwartungen im Bezug auf Dienstleistungen, Güter, enge Familienangehörige noch irgendwie nachvollziehbar und mit einem kleinen Anspruch versehen (vor allem im kommerziellen Bereich), so sind es doch die zwischenmenschlichen Belange überhaupt nicht. Man kann Menschen nicht besitzen, man kann sie nicht zwingen zu antworten oder zu reagieren, man Leser nicht zwingen zu kommentieren, man kann Partner oder potentielle Partner nicht zwingen, zu lieben. Man kann nicht erwarten, dass man mit Respekt behandelt wird, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht. Menschen sind komplett unberechenbar und undurchschaubar. Und Menschen sind keine Waren und keine Computer, die man nach Bedarf ein- oder ausschaltet oder wegwirft.</p>
<p>Wir haben vielleicht die Erwartung, dass zweimal in der Woche Sex gut für uns wäre, aber der Partner sieht das anders. Wir erwarten, dass die Wäsche gemacht, die Einkäufe erledigt und das Bett gemacht ist, wenn wir uns abends reinlegen wollen. Wir erwarten, dass die Kinder erzogen, das Unkraut gejätet und das Auto gewaschen wird.</p>
<p>erwarten, erwarten, erwarten..</p>
<p>Und dann trifft es uns völlig unerwartet, wenn etwas eintrifft, dass wir nicht erwartet haben.</p>
<p>Wäre es vielleicht nicht besser, von Anfang an weniger zu erwarten und stattdessen öfters positiv überrascht zu werden?</p>
<p>Welche Haltung in uns lässt das nicht zu?</p>
<p>Wenn wir z.B. zu egoistisch und selbstbezogen sind, können wir uns nicht in andere versetzen. Wir können uns nicht vorstellen, dass sie auch Menschen sind und Bedürfnisse haben. Unsere eigene Erwartung kollidiert dann mit den Grenzen und Möglichkeiten der anderen. Ist es nicht vermessen und kindisch, das nicht erkennen zu können? Ein Ausdruck von mangelnder Reifheit und unzutreffender Überlegung?</p>
<p>Ein weises Kind erkennt schon mit fünf Jahren, dass die Mutter jetzt gerade überlastet ist und keine Zeit für die Gute-Nacht Geschichte hat, weil ihr selbst Tränen in den Augen stehen und sie vielleicht jemand bräuchte, der ihr etwas vorliest oder sie an sich drückt.</p>
<p>Der gestreßte Gschäftstmann bräuchte jemand, der ihm den Druck von den Schultern nimmt, der ihm sagt „Es ist okay, so wie du bist, es ist genug“.</p>
<p>Aber da ist niemand, viel zu selten. Gegen die Erwartung irgendwas zu bekommen, was wir nicht erworben, umworben oder ersteigert haben- ein Ding der Unmöglichkeit.</p>
<p>Liebe und Vertrauen sind keine frei erwerbbaren Güter, die irgendwo in der Luft rumschweben und dich eines Tages wie ein Blitz treffen. Du musst nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein&#8230;</p>
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		<title>Der Fall eines Prinzen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 19:26:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Neid]]></category>
		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>

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		<description><![CDATA[und der zurückbleibende moralische Scherbenhaufen
Zwei Perspektiven fehlen mir in den derzeitigen Guttenberg-Zu-Rücktritt-Berichten. Einmal: Die Gefühle und zum zweiten: die Rücksicht auf den Menschen.
Auch wenn ich weder Anhängerin der CSU bin und vor allem ihre Wertvorstellungen und konservativen Einstellungen nicht teile oder gut finde; auch wenn ich negativ bzw. etwas spöttisch über den Guttenberg-Vorgang geschrieben habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>und der zurückbleibende moralische Scherbenhaufen</em></p>
<p>Zwei Perspektiven fehlen mir in den derzeitigen Guttenberg-Zu-Rücktritt-Berichten. Einmal: Die Gefühle und zum zweiten: die Rücksicht auf den Menschen.</p>
<p>Auch wenn ich weder Anhängerin der CSU bin und vor allem ihre Wertvorstellungen und konservativen Einstellungen nicht teile oder gut finde; auch wenn ich negativ bzw. etwas spöttisch über den Guttenberg-Vorgang geschrieben habe (und er im Kern ein politischer Skandal bleibt und auch für einen Rücktritt gereicht hat) und auch, wenn ich die Einstellung und die Bewegungen in der Netz-Gemeinde eher progressiv und gut, als schlecht finde; bei all den „trotz“ und „abers“&#8230;</p>
<p>Der Mensch Guttenberg tut mir leid. Er tut mir leid, weil er in ein System der Macht und Selbstbezogenheit gezogen worden ist. Er tut mir leid, weil er beneidet wird und die Medien und andere Menschen kollektiv auf ihn eingedroschen haben. Er tut mir leid, weil er gut reden konnte, meistens einen freundlichen bis authentischen Eindruck gemacht hat und eine neue Klasse von Politikern dargestellt hat. Wenn schon CSU, dann wäre Guttenberg das kleinstmögliche Übel gewesen. Der Mut zu Veränderung ist in dieser Partei ein kleiner Lichtblick und die Partei wäre gut beraten, diesen Aspekt weiter auszubauen. Für eine Pauli hat es ja dann leider doch nicht ganz gereicht, aber die Richtung stimmt schonmal!<br />
Die Menschen haben Guttenberg gemocht, weil sie auf ihr Herz vertraut haben und nicht nur, weil sie ausschließlich die Springer-Presse gelesen haben.</p>
<p>Die Soldaten tun mir leid, weil sie eine wichtige Bezugsperson verlieren und jemand, der sich ihrer Sorgen und Nöte angenommen hat. Weil mit Guttenberg eine reisefreudiger und aufrichtiger, anteilnehmender Politiker zurückgetreten ist. Die jungen Menschen, deren Begeisterung für einen freiwilligen Dienst nun erst geweckt werden muss (und damit das eigentliche Problem an der „Reform“ darstellen)&#8230; aber auch die alten und kranken Menschen, die von Zivis versorgt worden sind und über die kaum jemand mehr spricht. Ein Guttenberg hätte mit seinem Charisma viel Gutes bewegen können. Er war in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, jemand zu dem man aufschauen konnte und leider auch jemand, den man hassen oder beneiden konnte.</p>
<p>Menschen lassen sich nicht täuschen, wenn es um Beliebtheit von Menschen oder Politikern geht. Guttenberg ist jung und mit seiner aristokratischen Wurzeln stellte er für viele Menschen eine Art „Ersatz-König“ dar. Es passte einfach alles zusammen: Jung, vermögend, eine hübsche Frau, fotogen, redegewandt, gebildet, ehrgeizig, erfolgreich und eine kometenhafte Karriere. Beliebtheit bei Partei-KollegInnen und bei den Menschen im Volk. Was kann ein Mensch mehr sein, wenn es um die reine Äußerlichkeit geht? Aber diese gläserne Podest, auf das er von allen gehoben worden ist, war zugleich sein Untergang. Während Frauen meistens vor gläsernen Barrieren oder Decken stehen und schon allein auf Grund ihres Geschlechtes niemals diesen Ruhm und diese Beliebtheit erlangen können, profitierte Guttenberg auch von seiner sportiven Männlichkeit, die den Idealtypus unserer Zeit wie kein zweiter repräsentierte. Auch gerade, dass er kein typischer Politiker zu sein schien und irgendwie locker und natürlich herüberkam, wurde an ihm geschätzt.</p>
<p>Mir tut er leid, aber mir tut auch das ganze Politik, Medien und Internetgeschäft leid. Eine Sache, warum ich immer weniger Lust darauf habe und mich schrittweise immer weiter davon distanziere, weil ich merke, wie falsch alles und jeder ist. Jeder beneidet und kritisiert den anderen, eine wirkliche Bindung gibt es zwischen den Leuten nicht. Und was ist die vielgelobte „Netzgemeinde“ denn oft, als ein sich mit Hilfe technischer Mittel zusammenrottender Mob, der danach schreit, den König zu stürzen? Mir tun die Leute leid, die nicht verzeihen können. Die solange auf den Fehlern und der Schwäche eines Menschen herumreiten, bis dieser unter dem Druck zusammenbricht (oder alternativ: sich umbringt). Mir tun die Leute leid, die von vornherein behaupten müssen, dass das Leben kein Ponyhof sei oder Mitleid grundsätzlich nicht zu erwarten sei. Nein, Mitleid gibt es nicht in der Welt „da draußen“. Und gibt es Mitleid in der Welt „da drinnen“ oder ist sie schon gänzlich ausgehöhlt und zerfressen von Ehrgeiz und Neid?<br />
Was ist Neid? Neid deutet darauf hin, dass dem Menschen etwas fehlt und weil es ihm so sehr fehlt, gönnt er es auch einem anderen nicht. Neid ist Mangel im menschlichen Bereich und er ist ziemlich verbreitet. Niemand ist zufrieden, niemand ist gesättigt. Der Konsum oder die Arbeit allein sorgen nicht für Glück. Glück sind kleine, unsichtbare Momente. Großmut, Verzeihen, sich etwas schenken, Zeit geben, die Stärken sehen, loben.</p>
<p>Mir tun die Menschen leid, die in so einem System leben und so eine Art von Politik hervorbringen. Wo sich Neid und Betrug mehr auszahlt, als intensive Arbeit und qualifizierte Recherche. Wo die Titel und Posten, das Gehalt mehr zählt, als der langsame und auf gesunden Füßen gewachsene Fortschritt. Das ist das traurige daran. Es ist traurig, wie qualifizierte Menschen an so einem System zerschellen, weil sie den Verlockungen nicht widerstehen können. Das System wird auch nicht besser, wenn wir darüber schimpfen. Es entsteht kein menschlicher Wandel auf der Basis von Neid, Gier oder Hass.</p>
<p>Das einzige was man braucht, um glücklich zu sein ist Toleranz, Vergebung und viel, viel Geduld.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Erbe der Höhlenmenschen</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2011/01/das-erbe-der-hohlenmenschen/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 10:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Überleben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Freiheit statt Angst“ dieser Satz fällt mir ein, wenn ich über das Moderierungs-Problem nachdenke. Ein paar Terroisten jagen ein Hochhaus in die Luft und ein paar Wochen später, wird jeder Passagier bis auf die Unterhose gefilzt, darf nur noch 50 ml Zahnpasta, in möglichst unsichtbarer Verpackung (oder noch besser: vorsorglich bereits auf die Zähne aufgetragen) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Freiheit statt Angst“</em> dieser Satz fällt mir ein, wenn ich über das Moderierungs-Problem nachdenke. Ein paar Terroisten jagen ein Hochhaus in die Luft und ein paar Wochen später, wird jeder Passagier bis auf die Unterhose gefilzt, darf nur noch 50 ml Zahnpasta, in möglichst unsichtbarer Verpackung (oder noch besser: vorsorglich bereits auf die Zähne aufgetragen) mit sich tragen, werden die Leute durch ein Raster geschickt, unterteilt nach Glauben, Ethik, Herkunft und Geschlecht. Schlaue Ingenieure erfinden Maschinen, mit denen Leute bis auf die Haut „gescannt“ werden und obwohl man sich dabei soviel Mühe gibt und mit immer größeren und intensiveren Mitteln versucht, die Sicherheit herzustellen, die es nur im Kopf gibt, scheitert man. Gegen den Terror der Angst gibt es anscheinend kein Abwehrmittel, denn die Angst entsteht im Kopf und nicht in der Waffe, dem Glauben oder der politischen Einstellung.</p>
<p>Angst ist etwas unsichtbares, aber doch beeinflusst sie die Taten der Menschen auf eine sehr sichtbare Weise. Ich habe Angst vor Trollen und unfreundlichen Kommentatoren. Wohin führt die Angst mich? Ich schaue automatisch nach Mitteln, die mir mehr Sicherheit versprechen, die die Aggression von anderen Menschen (die nur gefühlt wird und gar nicht real ist) abfedern, abpuffern und weicher machen soll. Ich habe also Angst vor der Aggression, Angst vor dem Hass, ich wünsche mir anscheinend eine Welt mit lauter bunten Blümchen, mit Schafen, die über die Wiese hoppeln und einem schönen, rosafarbenen Regenbogen, der sich über den tiefblauen und wolkenfreien Himmel spannt. Sieht so aus, als ob das Harmoniestreben in diesem Falle eine Schwachstelle ist.</p>
<p>Die imaginären Trolle (= die Terroristen) haben das erreicht, was sie wollten: Sie haben Angst und Schrecken verbreitet. Sie haben ihr hämisches Grinsen aufgesetzt, ein bisschen mit der metallisch glänzenden Klinge gescharrt und mit der Zunge geschnalzt und die Menschen haben angstschreiend das Weite gesucht. Wie beim Anblick von Piraten oder Plünderen, die über die Felder der armen Bauern herfallen. Das muss ein uralter Reflex sein: Angst schützt vor Gefahren. Lieber einmal zu früh hochfliegen, als einmal zu langsam sein und sich von der Aggression der lebensfeindlichen Natur auffressen zu lassen.</p>
<p>Lieber eine Sicherheitskamera mehr aufgestellt, als einmal im entscheidenen Moment zu wenig gesehen zu haben. Lieber einen Polizist mehr Streife patroullieren lassen, als es einmal zu verpassen, wie zwei Jugendliche eine alte Frau oder einen Kinderwagen auf die Gleise schubsen.</p>
<p>Angst bestimmt das Gemüt. Schon morgens, wenn wir die Zeitung aufschlagen, werden wir mit Angst konfrontiert: Bus rast in Auto, Kind wird von U-Bahn erfasst, Einbrecher bringen schlafenden Mann um, Jugendlicher erschlägt Vater, Frau von wütendem Mann erstochen, 3.000 Menschen sterben bei Hochwasser und eine Chemiefabrik ist explodiert.</p>
<p>Herje, und das alles an einem Tag? Das kann kein normaler, von der Evolution auf Angst und Überleben dressierter Mensch aushalten.</p>
<p>Ja, Freiheit ist eine tolle Sache. Aber lasst sie erstmal von anderen ausprobieren, bitte. Ich entscheide mich dann später, wie ich mich entscheide. Hier in meiner Höhle, ist es gerade so bequem. Ich habe da ein gemütliches Bett aus Stroh und einen dicken Felsen, der mich vor blutsaugenden, mädchenfressenden Dinosauriern schützt. Viel zu essen in der Kammer und wenn ich mal jagen muss, ist da noch mein Bruder. Der ist viel stärker als ich und gerissener. Den schicke ich vor. </p>
<p>Wenn er nicht zurückkommt, werde ich abends (spätabends, bei Dunkelheit!) langsam den Fels zur Seite rollen und ganz schnell, husch husch zu den Beerensträuchern rennen und ein paar von den roten Beeren pflücken. Aber nicht so lange, nur zehn Minuten. Circa..</p>
<p>Still, da raschelt etwas in den Blättern, ich muss mich beeilen. Bis später dann!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ohne Dich – Teil 2</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/11/ohne-dich-%e2%80%93-teil-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010 10:38:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenserfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Einsamkeitsgefühle als Chance
Im ersten Teil meiner „Geschichte“ habe ich Einsamkeit als Problem beschrieben, als Mangel, als allgemeines Unwohlsein, als Unvollkommenheit, durch dass sich früher oder später die Einsicht nach Veränderung breit macht. Egal, wohin wir schauen, Einsamkeit ist genauso wie Krankheit, Alter, Depression, Armut – ein unbeliebtes Zeichen von Mangel und Schwäche und etwas, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Einsamkeitsgefühle als Chance</em></p>
<p>Im ersten Teil meiner „Geschichte“ habe ich Einsamkeit als Problem beschrieben, als Mangel, als allgemeines Unwohlsein, als Unvollkommenheit, durch dass sich früher oder später die Einsicht nach Veränderung breit macht. Egal, wohin wir schauen, Einsamkeit ist genauso wie Krankheit, Alter, Depression, Armut – ein unbeliebtes Zeichen von Mangel und Schwäche und etwas, dass nicht in unseren Zeitgeist mit den spezifischen Anforderungen nach polierter Oberfläche und Leistung passt. Im Allgemeinen sollen wir unsere Leistung präsentieren: Männer sollen viel verdienen und möglichst wenig Krankheitstage haben. Frauen sollen über ihre Doppelbelastung bitte nur lächeln und als perfekte, aufopferungsfähige Mütter leben. Jammern ist nicht erlaubt in dieser Gesellschaft. Wer jammert oder klagt, ist raus aus dem Spiel.</p>
<p>Daher wollen wir Einsamkeit um jeden Preis vermeiden, wir fühlen ja, dass es eine Schwäche ist, die man lieber verbirgt. Ohne je wirklich über die  Bedeutung der Einsamkeit oder die Rolle der Entfremdung des modernen Menschen in einer (bisweilen kranken) Zivilisation nachzudenken, schämen wir uns vielleicht für die Einsamkeit und denken heimlich, dass es allein unsere Schuld ist.</p>
<p>Solche Gedanken führen aber zwangsläufig in eine größere Depression, vor allem wenn man sie nicht aktiv verarbeitet, sondern ständig verdrängt. Ich denke, dass in der Einsamkeit auch eine Chance liegen kann und sie nicht per se nur als Mangel anzusehen ist. Wer diesen Schritt gedanklich durchlaufen kann, kommt einen großen Schritt im inneren Reifungsprozess vorwärts.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/11/ohne-dich-%e2%80%93-teil-2/#footnote_0_2827" id="identifier_0_2827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="im Idealfall kann man diese psychologische Entwicklung mit einer religi&ouml;sen Weltanschauung kombinieren; das ist einerseits hilfreich um die Motivation der &Uuml;bung aufrecht zu erhalten und gibt dar&uuml;berhinaus ein gutes Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Gesamtheit der Existenz">1</a></sup></p>
<p><span id="more-2827"></span></p>
<p>Zuerst müssen wir fragen, was wir uns mit dem zwischenmenschlichen Kontakt eigentlich versprechen, was er uns bedeutet und warum er uns so wichtig ist. Und dann, auf der anderen Seite überlegen, warum wir die Einsamkeit so hassen und was daran eigentlich so schlimm ist? Wollen wir mit der Abwehr von Einsamkeit eine Leere übertünchen, so wie mit gutem Essen oder Alkohol? Oder ist es ein tieferes Problem der falsch gelebten Lebens?</p>
<p>Die Einsamkeit hat auch viele Vorteile, z.B. finden wir uns nur in der Stille selbst. Reifung und Entwicklung ist meist eine Folge von aktiven Handlungen, die man hinterher für sich verarbeitet. Schreiben, Denken, Lesen- alle Tätigkeiten des Geistes erfordern Ruhe und Abgeschiedenheit. Oder wie Goethe schon sagte:</p>
<p><em>Es bildet ein Talent sich in der Stille, Sich ein Charakter in dem Strom der Welt. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Torquato_Tasso_%28Goethe%29 " target="_blank">Leonore 1,2</a>) </em></p>
<p>Wenn Menschen aufwachsen und sich in der Phase des Säuglings und Kleinkinds befinden, werden sie – im Idealfalle- ständig umsorgt und umhegt. Der Urzustand des menschlichen Daseins ist die komplette Verschmelzung mit der Mutter. Wir bekommen von ihr Nahrung (aus ihrem Blut), Sauerstoff und Wärme. Unsere Augen sind geschlossen und wir müssen uns um nichts kümmern. Wir schweben, schwimmen in einem fast schwerelosen und geräuschgedämpften Raum. Es ist wie ein Paradies und die Geburt nach neun Monaten wie eine Vertreibung aus dem Paradies. Ab dann müssen wir lernen, jeden Tag ein Stückchen einsamer zu werden, bis hin zum Tod, nach ca. 80 Jahren (statistisch).</p>
<p>In der Kindheit mag noch alles glatt laufen und unsere Eltern übernehmen für uns die Pflichten. Wir bekommen Taschengeld, Nahrung, Unterkunft, Bildung, Spiel, Abwechslung, Erziehung und Prägung. Anderen kümmern sich um uns und achten darauf, dass wir uns gut entwickeln. Einsamkeit kennen wir nicht, da die, die auf uns aufpassen, eine Verantwortung für uns übernommen haben und durch das Band der Liebe eng an uns gebunden sind.</p>
<p>Irgendwann beginnt die Schulzeit. Es wird schwieriger, mit der Einsamkeit. Jetzt erleben wir wahrscheinlich die ersten echten Phasen der Enttäuschung, der Einsamkeit und des Verlustes. Unsere Eltern sind vielleicht beide berufstätig oder geschieden. Man hängt uns einen Schlüssel um den Hals und stellt das vorbereitete Essen in den Kühlschrank. Die Lehrer geben uns Hausaufgaben, die wir alleine erledigen müssen. Wenn wir jetzt nach jemand greifen wollen und uns innerlich über die Einsamkeit aufregen, sind wir alleine.</p>
<p>Aber genau in diesem Augenblick, wo man uns das erste Mal losgelassen hat, hat man uns auch etwas geschenkt: Verantwortung für uns selbst und Freiheit. Diese beiden Werte ersetzen im Wesentlichen das dumpfe und ungute Gefühl der  Einsamkeit. Wir müssen akzeptieren, dass in gewissen Lebenssituationen unsere eigene Person genug ist und vor allem: genug sein muss. Später kommen unweigerlich alle Pflichten auf uns zurück und von da ab ist es vorbei mit Sentimentalitäten, so sehr wir sie uns auch wünschen mögen: Wir sind selbst dafür verantwortlich, wo wir leben, was wir arbeiten, wie wir uns ernähren, wen wir lieben, von wem wir geliebt werden, was wir erstreben, was wir glauben, was wir denken, wen wir wählen und was wir abends vorm Schlafengehen vom Tag noch fühlen.</p>
<p>Wir haben vielleicht die erste Mal in unserem Leben die Kraft, eine Freundschaft zu beenden. Oder schlimmer noch: Eine enge Partnerschaft. Das erste Mal in unserem Leben erleben wir die starke Trennung einer ehemals symbiotischen Einheit und werden dadurch unweigerlich an unsere Geburtstraumata erinnert. Auch wenn wir es mit dem Kopf beherrschen, so ist der emotionale Schritt doch jedesmal groß und eine Aufgabe.</p>
<p>Bei all der Stärke, die wir erlangen, wo ordnen wir jetzt die Einsamkeit ein und wie definieren wir unsere Identität im Wechselspiel mit den anderen, unseren Mitmenschen und Liebenden?</p>
<p>Akzeptiere deine Einsamkeit, nimm dich selbst als erwachsenen und reifen Menschen an, vergiss dabei aber nicht, dass der wahre Lebenssinn im Ausbau und der Verbesserung deiner mitmenschlichen Beziehungen und deiner „Attitude“ (also deiner Haltung zu ihnen) liegt. Du kannst diese Beziehungen niemals verbessern, indem du sie zahlenmäßig vergrößert. Du kannst auch nicht über den Umweg des Ruhms und der Berühmtheit erwarten, dass sich an deiner Person etwas zum Guten ändern wird. Eher wird dich viel Geld, Einfluss und Macht verderben und dich vom wesentlichen deines Menschseins abtrennen. Für positive Rückmeldung und Bestätigung ist der Mensch bereit, über Leichen zu gehen. Die Motivation, geliebt zu werden, mag eine der stärksten überhaupt sein und wird von den Sekundärmotivationen (Geld, Macht, Sex) nur überlagert und verschleiert.</p>
<p>Im Kern geht es um die Liebe. Um unsere Liebesfähigkeit. Um unsere Ehrlichkeit und die Fähigkeit, eine echte Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen, die über eine oberflächliche hinausgeht. Es geht um stabile Beziehungen, die sich nicht nach kommerziellen oder beruflichen Abläufen richten.</p>
<p>Es geht einfach um viel.</p>
<p>Wenn du dich einsam fühlst, dann ist das ein Zeichen, dass dich deine jetzigen Beziehungen entweder nicht befriedigen oder: Du mit dem Gefühl der Einsamkeit falsch umgehst.</p>
<p>Denke immer daran, dass dich die Masse nicht glücklich macht. Es geht mehr um die Frage:<br />
Wie bin ich auf andere bezogen?</p>
<p>Was gibt mir der Mitmensch? Warum sollte ich ihn lieben? Was kann ich für ihn tun? Was sollte ich lieber lassen?</p>
<p>Und frage dabei auch immer dich selbst. Was brauchst du? Was suchst du? Und worauf kannst du bewusst verzichten?</p>
<p>Genau wie jede andere Schwäche, die wir zuerst verdrängen und nicht länger wahrhaben wollen, kann sich auch die Einsamkeit wandeln und sogar als Freund und Wegweiser entpuppen. Sag einfach zu dir: ja ich bin anders als die anderen und finde das gut so. Ich bin gerne ein Außenseiter, weil das meine eigene Identität stärkt. Wer wirklich frei sein will, kommt nicht darum herum, die Einsamkeit zu akzeptieren und sich aktiv mit ihr auseinanderzusetzen. Du kannst keinen Menschen für ewig haben und auch Freundschaften unterliegen dem Lauf der Zeit. Da das Leben eben so ist, ist es ratsam, das frühzeitig zu verstehen und zu akzeptieren, auch wenn es sehr schmerzhaft ist und die Träume und Visionen vielleicht eine andere, unlogische Sprache sprechen.</p>
<p>Denke immer daran, dass deine ganze spirituelle und menschliche Entwicklung der Vertiefung und Erweiterung deines Selbst dient und die Einsamkeit nur eine Station von vielen auf diesem steinigen Weg ist.</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2827" class="footnote">im Idealfall kann man diese psychologische Entwicklung mit einer religiösen Weltanschauung kombinieren; das ist einerseits hilfreich um die Motivation der Übung aufrecht zu erhalten und gibt darüberhinaus ein gutes Verständnis für die Gesamtheit der Existenz</li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		<title>Kompliziert, einfach oder dazwischen?</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 21:54:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Grübeln]]></category>
		<category><![CDATA[Psychokram]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Tag nach meiner partiellen, inneren Kündigung als größte Polit-Bloggerin aller Zeiten denke ich über eine viel banalere Frage nach: Die Frage, ob ich „typisch Frau“ bin. Ja, ich, genau ich, nur ich selbst, der Liebling meines Spiegels, der Gegenstand meiner Betrachtung, das Objekt meiner Introversion, das Ziel und die Basis des künstlerischen Schaffens. Quell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Tag nach meiner partiellen, inneren Kündigung als größte Polit-Bloggerin aller Zeiten denke ich über eine viel banalere Frage nach: Die Frage, ob ich „typisch Frau“ bin. Ja, <em>ich</em>, genau ich, nur ich selbst, der Liebling meines Spiegels, der Gegenstand meiner Betrachtung, das Objekt meiner Introversion, das Ziel und die Basis des künstlerischen Schaffens. Quell aller Selbstliebe, und hypothetische Ausgangsform für die altruistische Liebe, aus derer ersten Erstarrung es sich zu lösen und derer zweiter es zu erstreben gilt. (und dessen Grammatik es sich zu lernen hat, sorry Blog, habe heute meinen umständlichen Tag)</p>
<p>Die Fragestellung rührt daher, weil ich letztens einen Satz gelesen habe, der sinngemäß so gestanden hat: <em>Frauen machen alles immer so kompliziert</em>. Sie lesen zwischen den Zeilen, sie interpretieren etwas, wo es unter Umständen nichts zu interpretieren gäbe. Männer sind vielleicht geradliniger, einfacher zu berechnen und für manch Dame vielleicht auch einfacher zu manipulieren&#8230;</p>
<p>Aber warum sind Frauen von Natur aus komplizierter, warum sind sie emotionaler und letztendlich: Wo erwische ich mich da auf meinem eigenen, persönlichen blinden Fleck, also derjenigen Region, die man nicht kommunzieren möchte, die aber dennoch wie ein unsichtbarer, klebriger Faden am Ärmel des rechten Armes hängt?</p>
<p>Auf die andere Menschen dann unvermittelt und beinahe „zufällig“ stoßen?</p>
<p>Klischee: Frauen können Stunden damit verbringen, über eine Sache nachzudenken. Vielleicht, weil sie empfindlicher sind? Weil sie mehr Synapsen für die zwischenmenschliche Problemlösung und dreimal soviele Synapsen für die sprachgesteuerte Analyse ihrer Umwelt zur Verfügung stehen, die ja manchmal, unter Umständen häufig, auch genutzt werden müssen!</p>
<p> <img src='http://www.ja-blog.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Äh, aber was wollte ich eigentlich sagen? Genau, das Reden. Warum reden Frauen soviel? Warum machen sie es immer so kompliziert? Was definiert eigentlich das Wesen der Frau? Wäre das nichtmal eine schöne Kernfrage für die Identität des Feminismus, der auch stets mit ganz neuen Weiblichkeits-Strömungen -von jung und alt und jeglicher Coleur- zurecht kommen sollte? Der Feminismus im Spiegel des Maskulinissimus: Was bleibt übrig? Wo gibt es Überschneidungen und was kürzt sich &#8216;raus?</p>
<p>Heute, z.B. bei Peter Zwegat: Die Dame mit sechs Kindern, neigt zur Bestellwahn im Internet, gemeinläufig auch als &#8216;Kaufsucht&#8217; betitelt.  Ca. 800.000 Menschen in Deutschland sollen darunter leiden.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/10/kompliziert-einfach-oder-dazwischen/#footnote_0_2720" id="identifier_0_2720" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quellen zum Weiterlesen: http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html und http://www.bpb.de/publikationen/FJN7KA,0,Zur_Entstehung_und_Verbreitung_der_Kaufsucht_in_Deutschland.html ">1</a></sup></p>
<p>Kurzerhand, der männlich analysierende Über-Papa und Schuldnerberater in einer Person hat des Schopfes Lösung erkannt und virtuell ergriffen: Die Finanzen biegen sich und brechen, also muss eine Therapiesitzung her.</p>
<p>Die Dame bekommt einen Termin bei der Selbsthilfegruppe. Reist, zwei-einhalb Stunden an, um dann kurz vor der Türklinke feststellen zu müssen, dass sie „darauf absolut keinen Bock hat“, eine Schnute zieht und ärgerlich von dannen zieht. Während ich darüber noch leicht lächle und meine eigenen Fehler in ihr erkenne, dreht der fragende Teil meines Gehirns schon längst weiter. Warum hat sie es sich nicht vorher überlegen können? Warum konnte sie diesen Schritt nicht mit Ruhe und Gelassenheit vorausplanen, durchziehen, abhaken. Das wäre die männliche Lösung. Aber nein, einzig und allein <em>das Denken</em> steht ihr im Weg, das Fühlen und die Angst vor Entblößung.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/10/kompliziert-einfach-oder-dazwischen/#footnote_1_2720" id="identifier_1_2720" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" by the way, das war ein sehr trauriger Fall.. &uuml;ber den es eigentlich nichts zu lachen gibt, aber er fiel mir eben spontan ein, um das grob umrissene Problem des Artikels etwas n&auml;her zu erl&auml;utern">2</a></sup></p>
<p>Und da ich es letztens von Klischees hatte, die manchmal auch ihre Richtigkeit im Alltag beweisen und daher wohl so beliebt sind: Ist es typisch Frau, kompliziert zu sein? Woher kommt diese Kompliziertheit? Und, welchen Sinn macht sie?</p>
<p>Es ist -ganz allgemein- das Wesen des Menschen, das uns belastet. Das Denken und vor allem das Fühlen. Unsere partielle Unfähigkeit, Dinge zu entschlüsseln und sie in die saubere Handhabung unseres alles-ordnenen Überbewusstseins zu fügen. Die generelle Unsicherheit und der tiefe Zweifel – so sehr wir ihn manchmal gerne verteufeln würden- gehört einfach zum Leben. Unser Salat im Kopf schreit einfach nur so nach Ordnung, nach Abstraktion, nach Vereinfachung, nach Sicherheit und Verlässlichkeit und doch bekommen wir sie nur selten. Wenn wir nichts vereinfachen könnten, würden wir an der Komplexität des einfachsten Alltags schon verzweifeln. Es wäre uns nicht mehr möglich, auf die Unterscheidung zu verzichten, was (an für sich) eine große menschliche Freiheit darstellt. Es aber wirklich zu machen, ist in der Tat anstrengend und das ist wohl der Grund, warum Klischees dem tiefergehenden Denken meist vorgezogen werden. Das Klischee wirkt schneller, ist besser verdaulich und man isst es, weil man es schon kennt.</p>
<p>Nur, wer sich in den täglichen Gedankenwahn des Unterscheidens, Denkens und Grübelns begibt, muss sich anstrengen und unter Umständen auch leiden. So wie der Zwangs-Patient in einer übersteigerten Form, aus einer anderen Sendung,<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/10/kompliziert-einfach-oder-dazwischen/#footnote_2_2720" id="identifier_2_2720" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="man sieht schon, der Ausdruck &amp;#8220;Fernsehen bildet&amp;#8221; beweist oft seine zynische Richtigkeit">3</a></sup> dem es unmöglich war, aus einem Stapel Zuckertüten, die richtige für seinen Einkaufswagen zu finden, da sie nun alle gleich aussehen. Etwas traurig und verzweifelt kniet er sich auf den Boden, dreht und wendet die Tüten, misst sie tlw. sogar auf der Gemüsewaage ab, nur um ein Kritierium, eine Entscheidung, ein Argument für seine verzweifelte Situation zu finden (die durchaus ein Krankheitsbild ist). Und er findet dabei meist keines, dreht sich im Kreis seines selbst-gebauten, aber doch nur schwer zerstörbaren Gefängnisses.</p>
<p>Und so, wie diesem armen Menschen, geht es dem denkenden und empfindsamen Menschen meist auch. Seine Freiheit, Meinungen und Entscheidungen zu bilden, belastet ihn schwer. Die Gedanken sind wie ein dicker, dunkler Schweif, den man immer mit sich herumträgt, eine schwarze Schleppe der Belastung, ein dunkler Mantel der zwar Wärme und Sicherheit spendet, aber einem doch der Umwelt etwas grauslig und missmutig erscheinen lässt.</p>
<p>Vielleicht, zu recht. Wer allzu tief denkt, sollte nicht vergessen, hin und wieder auch die heiteren Seiten des Lebens zu erfassen&#8230;</p>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2720" class="footnote">Quellen zum Weiterlesen: <a href="http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html" target="_blank">http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html</a> und <a href="http://www.bpb.de/publikationen/FJN7KA,0,Zur_Entstehung_und_Verbreitung_der_Kaufsucht_in_Deutschland.html" target="_blank">http://www.bpb.de/publikationen/FJN7KA,0,Zur_Entstehung_und_Verbreitung_der_Kaufsucht_in_Deutschland.html</a> </li><li id="footnote_1_2720" class="footnote"> by the way, das war ein sehr trauriger Fall.. über den es eigentlich nichts zu lachen gibt, aber er fiel mir eben spontan ein, um das grob umrissene Problem des Artikels etwas näher zu erläutern</li><li id="footnote_2_2720" class="footnote">man sieht schon, der Ausdruck &#8220;Fernsehen bildet&#8221; beweist oft seine zynische Richtigkeit</li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		<title>Gewaltfreie Kommunikation</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/09/gewaltfreie-kommunikation/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 19:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[GFK]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[geschrieben zu Moby- Sweet Apocalypse und Coldplay Fix You
 Über die „gewaltfreie Kommunikation“ habe ich in früherer Zeit schonmal geschrieben (hier und hier).
Ursprünglich darauf gebracht wurde ich durch den Buchtipp eines aufmerksamen Blog-Lesers vor einigen Jahren. Ich habe mir das Buch gekauft, durchgearbeitet und schaue immer mal wieder gerne rein.
Das Buch behandelt die Basis für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>geschrieben zu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=E9veKG0TE6M" target="_blank">Moby- Sweet Apocalypse</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hbJuEFs7-kU" target="_blank">Coldplay Fix You</a></em></p>
<p><strong> Ü</strong>ber die „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation" target="_blank">gewaltfreie Kommunikation</a>“ habe ich in früherer Zeit schonmal geschrieben (<a href="http://www.ja-blog.de/2009/01/sachebene-vertrauen-stil-und-perspektive/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.ja-blog.de/2008/06/gute-kommunikation-erlernen/" target="_blank">hier</a>).</p>
<p>Ursprünglich darauf gebracht wurde ich durch den <a href="http://www.amazon.de/Gewaltfreie-Kommunikation-Eine-Sprache-Lebens/dp/3873874547" target="_blank">Buchtipp</a> eines aufmerksamen Blog-Lesers vor einigen Jahren. Ich habe mir das Buch gekauft, durchgearbeitet und schaue immer mal wieder gerne rein.</p>
<p>Das Buch behandelt die Basis für unsere mitmenschliche Kommunikation, die Brücke oder Mauer zu unseren Mitmenschen, Quell für Glück oder Leid, das Mittel um uns unbeliebt oder einfühlsam werden zu lassen: Die Sprache.</p>
<p>Es ist ein Wissen, das man immer wieder auffrischen und in der Praxis anwenden muss. Obwohl die Theorie recht einfach ist, ist die Umsetzung schwierig. Zu sehr sind wir an alte Kommunikationsmuster gewöhnt und zu sehr hat uns eine in Machtstrukturen einseitig verteilte Welt gelehrt, dass die Sprache auch ein Mittel zum Kampf und zur Duchsetzung ist. Aber wie die Schwerter, können auch die Worte zu Pflugscharen werden&#8230; es liegt an uns, ob wir warten wollen, dass andere etwas tun oder ob wir nicht einfach selbst damit anfangen. Um das Gute zu realisieren braucht es Mut und Zuversicht, Vertrauen und Entschlossenheit. Das wirklich Gute ist in der Welt selten und versteckt sich meistens hinter dem Bösen. Prozentual und verallgemeinernd gesprochen ist das „Böse“ auf dem Vormarsch und die massenhafte Abkehr der Menschen von der Kirche (ohne an anderer Stelle Ersatz zu schaffen) belegt diesen Trend. Die Welt wird seelisch nicht gesünder, sondern eher kränker. Der Verbrauch von Psychopharmaka und der allgemeine Drogenkonsum steigen stetig an.</p>
<p>Konsum und Energieverschwendung haben uns zwar materiell glücklich gemacht, aber seelisch u. intellektuell viele offene Fragen hinterlassen. Auch die mangelnde Religiösität im Alltag, mangelnde Vorbilder und das Befremden, das wir z.B. vor einer fremden Kultur und einer festen Glaubenseinstellung haben, deuten darauf hin.</p>
<p>Ein Ausweg aus dem Dilemma kann die richtige Sprache sein. Mir ihr erschaffen wir unsere Welt. Gute Gedanken formen gute Taten, schlechte Gedanken formen schlechte. Kein Mensch schlägt auf den anderen grundlos ein, sondern immer nur, weil er vorher einen Grund gesehen hat. Weil er z.B. provoziert wurde. Weil man seine Bedürfnisse weder erkannt, noch befriedigt hat.</p>
<p>Obwohl wir sie ständig nutzen und ständig davon umgeben sind, denken wir selten bewusst darüber nach, was wir sagen und vor allem, wie wir es sagen. „Gewalt“ kommt zwar sichtbar selten vor (höchstens in Form von Beleidigungen, persönlichen Angriffen, Lügen, Unterstellungen, etc., die aber gesellschaftlich tabuisiert sind und daher umgangen werden müssen), aber doch ist die Sprache so komplex und läuft auf sovielen Ebenen ab, dass man den Gewaltanteil oft nur durch Umwege „entlarven“ und aufspüren kann.</p>
<p>Zum Beispiel kann schon eine eigentlich objektiv gedachte Analyse beleidigend aufgefasst werden, weil jedes Werturteil, das wir über die Welt stülpen, im Kern eine Verurteilung ist, die indirekt wieder aussagt, dass wir allein die einzige und beste Weltsicht haben und unser Gegenüber dafür nicht in der Lage ist. Wenn jemand z.B. Zahnschmerzen hat, sagen wir vielleicht analytisch „tut es hinten rechts weh? dann ist es der Weihsheitszahn. das würde ich schnell behandeln lassen. das sollte man schnell machen, weil man es sonst verschleppt. aber die Wartezeiten heutzutage beim Arzt, die sind unerträglich“. Der Mensch mit den Schmerzen wird hier wenig geholfen, anstatt sich seines Leides anzunehmen, wird ein Ratschlag gemacht und anschließend noch über das eigene Leid geklagt. Im Alltag mag das noch vertretbar sein, aber es gibt durchaus aggressivere Formen der Analyse und der Berurteilungen, die sich zwar auf der einen Seite „objektiv“ verpacken, aber im Kern eine Veruteilung oder eine Abwertung beinhalten. Ein aktueller Fall sind z.B. die Thesen von Sarrazin, die sich alle recht wissenschaftlich geben, aber im Grunde Volksgruppen diffamieren, d.h. ungerechtfertigt und unbegründet schlecht machen. Es ist gar nicht so schwer, die emotionale Botschaft hinter einer objektiven Aussage herauszufinden, meistens muss man sich nur auf die Zwischentöne konzentrieren, was wiederum leichter ist, wenn es gesprochene Sprache ist. Aber auch bei der geschrieben Sprache sind diese Verurteilungen, die sarkastischen Seitenhiebe und die Überheblichkeit in der Wortwahl gut zu spüren. All das schafft Leid und zwar unsinniges und überflüssiges Leid. Leid wiederum erzeugt psychischen Stress und dieser schadet unserer Gesundheit. Für unsere Mitmenschen, über die wir uns setzen wollen, aber am meisten für uns selbst. Denn je mehr wir über andere urteilen und je engstirniger wie werden, desto mehr wird auch über uns geurteilt und je mehr wir uns auf einen Streit einlassen, desto mehr werden wir davon „infiziert“.</p>
<p>Um also einem Streit zu entgehen, muss man zuallererst Abstand schaffen und sich erstmal selbst Mitgefühl geben. Dann kann man mit Hilfe der gewaltfreien Kommunikation (kurz: GFK) nach den Ursachen suchen und angemessen menschliche Lösungen heraus filtern.</p>
<p>Eine ethisch korrekte Sprache („ethisch“ im Sinne eines lebensbejahenden Glaubensmodells, das das Gute in uns und anderen stärken soll) muss dabei auf viele Dinge Rücksicht nehmen. Im Wesentlichen geht es darum, dass wir ein Gefühl für unsere Bedürfnisse und die Bedürfnisse der anderen bekommen.</p>
<p>Die vierteilige Formel, die man sich dabei leicht merken kann lautet daher:</p>
<p><strong>Beobachten, Fühlen, Bitten, Brauchen.</strong></p>
<p>Wenn wir z.B. im Streit mit jemand sind, sollten wir zuerst BEOBACHTEN: Warum regt er sich so auf, welche Reaktionen werden gezeigt? Welche Worte werden gewählt? Wie ist der Hintergrund? Wie ist die körperliche Reaktion, wie viel Erregung steckt in der Stimme und mit welcher Leichtigkeit wird gesprochen? Wie sind die Worte angeordnet, warum hat er gerade das gesagt und nichts anderes? Auf welche Aussage von mir wurde Stellung bezogen und warum? Wie ist das persönliche Umfeld und die Biografie meines Gesprächspartners? Worauf legt er wert und was stört ihn?</p>
<p>All das gehört in den „Beobachtungsprozess“. Es ist offensichtlich, dass es in einer schnellen Sprache, die oft in Millisekunden ausgetauscht wird, unmöglich ist, alles so genau und haarklein zu beobachten. Dann sollte man sich einfach ein wenig Zeit geben. Innerlich durch atmen, nicht gleich zurückschlagen. Und dabei auch sich selbst beobachten: Warum rege ich mich darüber so auf? Welcher wunder Punkt wird verletzt? Welches Bedürfnis gerade nicht erfüllt? Fühle ich mich geschätzt? Hat er/sie mich richtig wahrgenommen, richtig verstanden? Spricht er/ sie authentisch? Empfinde ich das als sinnvoll? Was stört mich?</p>
<p>Mit ein wenig Abstand ist es auch viel leichter, zum nächsten Schritt zu kommen: Was <strong>fühlt</strong> mein Gegenüber? Worum <strong>bittet</strong> er mich und was <strong>braucht</strong> er? Diese Fragen kann man nicht wirklich voneinander trennen und sie hängen miteinander zusammen. Aus dem Konsens dieser vier Fragen ergibt sich dann ein viel klareres Bild über den Gegenüber und man tritt in einen menschlichen Kontakt- was wesentlich besser ist, als sich gegenseitig Analysen an den Kopf zu werden und auf dem menschlichen Sektor immer nur auf der Stelle zu treten.</p>
<p>Natürlich sind die meisten von uns auch keine Krankenschwestern, keine Pastoren und keine Psychologen. In diesen Berufen wird die GFK auf den fruchtbarsten Boden treffen und psychisches Leid reduzieren. Aber auch für normale Leute, für den normalen Berufs- oder Beziehungsalltag, für Probleme mit Verwandten, Freunden, etc. ist die richtige Sprache das perfekte Hilfsmittel, um Konflikte zu entschärfen und produktiver, glücklicher und menschlicher zu werden. Da das emotionale Miteinander die Basis für alles Weitere ist, schafft eine positive Emotionalität ein wichtiges Fundament, um darauf zu wachsen und Frieden in der Welt zu schaffen..</p>
<p>Zum Schluss versuche ich mein Anliegen hinter diesem Blog-Artikel, nochmal GFK-getreu zu formulieren:</p>
<p><em>Ich wünsche mir, dass mehr Leute eine gute Sprache verwenden. Ich wünsche mir mehr Verständnis der Menschen untereinander und ich möchte dabei versuchen, meinen Anteil zu leisten. Ich finde die Theorie der GFK sehr gut und wertvoll. Durch das Denken darüber habe ich die Chance, mein Wissen zu vertiefen. Ich möchte mein Wissen weitergeben und hoffe, dass es andere verstehen. </em></p>
<p><em>Ich wünsche mir eine positive Welt, die frei von persönlichen Angriffen, Egoismus und Vorurteilen ist. Ich finde, dass der gute Kontakt zwischen den Menschen das wichtigste im Leben ist.</em></p>
<p>Mir fällt auf, dass das Formulieren in der GFK einem klassischen Gebet recht nahe kommt. Im Gebet sind wir meistens auch wir selbst und im Idealfall „beichten“ wir unser Leid und sind frei von Zuschauern, relativ ehrlich zu uns. Natürlich kann man sich auch in der Einsamkeit noch belügen, aber wenn wir in der GFK-Form beten, reduzieren wir automatisch auch die Lügen und die kleinen Not-Brücken, die uns sonst durch den Alltag schiffen. Das Ergebnis ist dann ein produktiverer und von Sorgen freierer Lebensablauf.</p>
<p>Wer also wie in der GFK spricht, bringt damit seine eigene Religiosität und sein Innerstes auf den praktischen Boden der Realität.<br />
GFK bedeutet, eine gute Einstellung zu leben und in der Sprache zum Ausdruck zu bringen..</p>
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		<title>Konstruktive und destruktive Menschen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 08:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[Den destruktiven Menschen erkennt man daran, dass sich sein Hass auf ganz wenige Punkte konzentriert. Er spricht abgehackt, ist grüblerisch und verschlossen und lässt meistens nur eine Meinung zu: Seine eigene.
Schwer verletzt und gekränkt vom Leben, ist er unfähig, in verschiedenen Ebenen zu denken. Persönliche Erfahrungen werden nicht mehr transparent und objektiv betrachtet, sondern haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den destruktiven Menschen erkennt man daran, dass sich sein Hass auf ganz wenige Punkte konzentriert. Er spricht abgehackt, ist grüblerisch und verschlossen und lässt meistens nur eine Meinung zu: Seine eigene.</p>
<p>Schwer verletzt und gekränkt vom Leben, ist er unfähig, in verschiedenen Ebenen zu denken. Persönliche Erfahrungen werden nicht mehr transparent und objektiv betrachtet, sondern haben sich zu einem persönlichen Leitmotiv und einer „fixen Idee“ verfestigt, die nun über allem steht. Das kann z.B. ein Hass gegen eine bestimmte Personengruppe sein (die Jugend, die Linken, die Rechten, die Männer, die Frauen) oder ein Hass auf bestimmte Prinzipien und anderer Menschen (Tolerante Menschen werden als schwach angesehen, Sarkasmus und Sadismus überwiegen im Denken).</p>
<p>Ich denke, es ist kein Zufall, dass man eine schizophrene („wahnhafte“) Erkrankung mit dem Symptom der offenen Aggression und des Hasses gegen Menschen im Allgemeinen verbinden kann. Nicht zu unrecht werden übertrieben kritiksüchtige Menschen auch als „krank“ bezeichnet. Wo andere Menschen aufbauen und eine Lösung suchen, kann ein derartig erkrankter Mensch die Ganzheit nicht mehr sehen.</p>
<p><span id="more-2261"></span></p>
<p>Je weniger geistige Flexibilität ein Mensch besitzt, desto intoleranter wird er anderen gegenüber. Das Hauptproblem ist aber nicht die fehlende Empathie zu anderen Menschen, sondern die mangelnde Empathie sich selbst gegenüber. Eine Depression kann ein Symptom für eine solche Erkrankung sein, denn die Depression verengt die Sicht auf die Welt in einer sehr drastischen Weise (der Blick „verengt“ sich).</p>
<p>Destruktive Menschen sind in ihrem Leben wahrscheinlich so oft und so tief verletzt worden, dass sie den Glauben und vor allem die Liebe an sich selbst verloren haben. Die Kindheit ist hier der Nährboden, aber auch später kann der Mensch zahlreiche Traumen erleben, die zum Teil seiner Biografie werden und sich in seiner Seele „festbrennen“.</p>
<p>Wie Erich Fromm in seinem Buch „Die Kunst des Liebens“ schreibt, kann ein Mensch nur andere lieben, wenn er sich selbst lieben kann. Selbstliebe/ Selbstachtung und Narzissmus (also übersteigerte Selbstliebe, die letztendlich nichts liebt) sind voneinander zu trennen.</p>
<p>Destruktive Menschen sind für die Gesellschaft höchst gefährlich und es wichtig, dass man frühzeitig lernt, solche Menschen zu erkennen und richtig mit ihnen umzugehen. Ich würde vom Gefühl her sogar sagen, dass es ein verbreitetes Phänomen ist, da unsere Gesellschaft psychologisch gesehen nicht besonders gesund ist. Es ist also kein Wunder, über destruktive Menschen zu stolpern, sondern eher an der Tagesordnung. Die Gesellschaftsstruktur mit ihrer einseitigen Betonung des Konkurrenzdenkens und der materiellen Dinge ist eine Hauptursache und der Rückgang jeglicher geistiger Werte, wie sie z.B. von den Religionen praktiziert werden.</p>
<p>Mitgefühl ist aber eines der besten Ratgeber &#8211; wenn man destruktive Menschen verurteilt u. straft, vergrößert man ihr Leiden nur zusätzlich. Durch ihre negative Art verweigern sich destruktive Menschen gerne die Liebe von anderen, sie verhalten sich eben nicht „gesellschaftskonform“ sondern werden zu Rebellen, Aussteigern und lieben es, andere gegen sich aufzubringen. Die negative Rückmeldung und Zuwendung durch andere ist dann das einzige, was ihnen in ihrer Verzweiflung geblieben ist. Ein Jugendlicher, der zum Alkohol greift, kann so ein Warnzeichen sein – aber auch Gewalt und Extremismus in allen möglichen, weiteren Formen.</p>
<p>Übertriebene Kritiksucht kann ein Zeichen sein, aber auch die Unfähigkeit, nette Worte zu äußern oder die Dinge locker zu sehen. Offen gezeigter Neid und unterdrückte Zerstörungswut kann ein sehr verräterisches Symptom sein. Anstatt sich mit anderen zu freuen und sie in ihrem Tun zu bestärken, bezieht sich der destruktive Mensch nur auf sich selbst und redet alle schlecht, die nicht so verbohrt denken, wie er selbst.</p>
<p>Der konstruktive Mensch ist das genaue Gegenteil: Er redet viel und gerne und hat Spaß daran, die Dinge aus den unterschiedlichsten Positionen zu betrachten. Politische Meinungen und Ansichten sind für ihn keine Endstation, sondern Teil der universellen Menschheitsmeinung. Durch aktive und gelebte Toleranz ist er in der Lage, alle Menschen zu lieben und auch gleich zu behandeln. Er zeichnet sich durch große geistige Flexibilität aus und durch die Übung in Geduld, kann er mit Feinden umgehen, wie mit Freunden.</p>
<p>Wo der destruktive Mensch ein scharf abgegrenztes Schwarz-Weiß malt, kann der konstruktive Mensch auch die Farbzwischenräume, die Verläufe, die Emulsionen, die Verbindungen und die Anziehungskräfte zwischen den Menschen sehen. Sein Denken verbindet, heilt und baut auf-  der destruktive Mensch hingegen trennt, zerstört und vernichtet.</p>
<p>Wenn man die Destruktion und die Konstruktion als zwei sich ergänzende Prinzipien bezeichnen würde, dann liegt der Schluss nahe, sie mit einer Harmonie-Philosophie wie z.B. dem Yin und Yang Prinzip zu vergleichen.</p>
<p>Destruktion und Konstruktion ergänzen sich und stützen sich gegenseitig. Wo der allzu offene und tolerante Mensch vielleicht Gefahr läuft, ausgenutzt zu werden, kann der destruktive Mensch eine Hilfe sein, indem er zeigt, wie man sich verteidigt. Und wo der destruktive Mensch sich mal wieder in einen eigenen Ideen verrennt, kann der konstruktive („freundliche“) Mensch ausgleichend und harmonisierend wirken.</p>
<p>Wichtig ist aber, die richtige Mischung von beiden Prinzipien zu haben. Krank wird man immer dann, wenn eine Seite überwiegt, wenn man die eigene Position nicht mehr objektiv sieht und wenn man ungerecht<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/06/konstruktive-und-destruktive-menschen/#footnote_0_2261" id="identifier_0_2261" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="oder zu schwach">1</a></sup> gegenüber anderen Menschen wird.</p>
<p>Das ist ein Warnzeichen, wie es so viele im Leben gibt. Leider sind destruktive Menschen in der Gesellschaft oft sehr beliebt und ihr fataler Hang zur Macht und zum übertriebenen Arbeitseifer kann auf andere anziehend und verführerisch wirken. Die heilsamen Worte des Konstruktiven werden als schwach empfunden und gehen in der Lautstärke der machtbetonten Wortführer und in der hektischen Betriebsamkeit des Alltagslebens unter.</p>
<p>Wenn man sich die meisten Führungspersonen im Leben so anschaut, dann sind das oft nicht die Lieben, toleranten, die sich durchgesetzt haben, sondern die kompromisslosen, unfreundlichen, die die „Macht an sich gerissen haben“. Und es ist auch keine Sache, die man mit männlich oder weiblich bezeichnen kann: Der Wille zur Macht und die eigene seelische (In-)Stabilität ist ein geschlechtsübergreifender Vorgang.<sup><a href="http://www.ja-blog.de/2010/06/konstruktive-und-destruktive-menschen/#footnote_1_2261" id="identifier_1_2261" class="footnote-link footnote-identifier-link" title=" Destruktion u. Hass auf andere mag ein Weg sein, die eigene Identit&auml;t zu st&auml;rken und wirkt vordergr&uuml;ndig stabilisierend &amp;#8211; ein konstruktiver Mensch steht hingegen mit dem R&uuml;cken zur Wand, er ist in einer schwachen Position, aber diese Schw&auml;che wiederum gebiert auf lange Sicht eine nachhaltigere Form der St&auml;rke ">2</a></sup></p>
<p>An der Anzahl der netten Worte u. Rückmeldungen, die man bekommt oder die Macht, die man im Leben erlangt hat, kann man also schlecht messen, ob man ein konstruktiver oder ein destruktiver Mensch ist.</p>
<p>Um das herauszufinden, muss man den Kopf abschalten und auf sein Gefühl hören: Wie hat sich das gerade angefühlt? Habe ich den anderen richtig behandelt? Steht es mir zu, so rechthaberisch und stur zu sein? Was wünsche ich mir eigentlich vom Leben? Warum bin ich so ungerecht? Bin ich glücklich? Praktiziere ich das, was ich rede oder baue ich mir nur eine Fassade auf?</p>
<p>Destruktion ist meistens damit verbunden, dass der Kopf (Yang) über die Gefühle (Yin) dominiert. Um also so ein Ungleichgewicht aufzubrechen, brauchen wir nicht noch mehr Gewalt, noch mehr Kopf, noch mehr Macht- sondern das genaue Gegenteil: Wir müssen loslassen, wir müssen lernen auf unsere Gefühle zu hören und wir dürfen nicht alles so furchtbar ernst nehmen.</p>
<p>Die Macht loslassen, das Materielle loslassen und die Bestätigung durch andere nicht mehr als einziges Ziel im Leben anstreben. So ein verändertes Denken entkrampft vom Druck des Lebens und macht frei.</p>
<p>Letztendlich führt eine derartig angestrebte Harmonie zu einer inneren körperlichen und seelischen Gesundheit, die man nur schwer mit künstlichen Mitteln und Medikamenten erreichen kann.</p>
<p>Wenn wir selbst gesund werden und bleiben, kann die Gesellschaft ebenfalls gesunden. Durch gute Taten sind wir ein besseres Vorbild, als alle strengen und sturen Lehrmeister zusammen, die wir im Leben immer so gehasst haben.</p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://psychologie.suite101.de/article.cfm/woher_kommt_hass" target="_blank">Woher kommt Hass?</a></li>
<li><a href="http://www.wilhelm-griesinger-institut.de/veroeffentlichungen/gewalt.html" target="_blank">Psychologie der Gewalt</a></li>
<li><a href="http://www.friedenspaedagogik.de/themen/handeln_in_gewalt_und_gefahrensituationen/die_entwicklung_prosozialen_verhaltens" target="_blank">Die Entwicklung prosozialen Verhaltens</a></li>
</ul>
<br>
<strong>Anmerkungen:</strong><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2261" class="footnote">oder zu schwach</li><li id="footnote_1_2261" class="footnote"> Destruktion u. Hass auf andere mag ein Weg sein, die eigene Identität zu stärken und wirkt vordergründig stabilisierend &#8211; ein konstruktiver Mensch steht hingegen mit dem Rücken zur Wand, er ist in einer schwachen Position, aber diese Schwäche wiederum gebiert auf lange Sicht eine nachhaltigere Form der Stärke </li></ol><br>
<br>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Diskriminierung erkennen &amp; verhindern</title>
		<link>http://www.ja-blog.de/2010/05/diskriminierung-erkennen-verhindern/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Sein]]></category>
		<category><![CDATA[Verbindung]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskriminierung ist verboten. Offensichtlich. Und dennoch vergehen keine zwei Tage, ohne wieder und ständig mit diesem Thema konfrontiert zu werden.
Ob das nun die mangelnde Barrierefreiheit im Hamburger Rathaus ist, die Diskriminierung einer transidenten Frau beim Männergespräch auf der Herrentoilette oder die Frau in Ketten  ist, die nur unter männlicher Aufsicht ihr Baby bekommen darf. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskriminierung ist verboten. Offensichtlich. Und dennoch vergehen keine zwei Tage, ohne wieder und ständig mit diesem Thema konfrontiert zu werden.</p>
<p>Ob das nun die mangelnde <a href="http://blindpr.wordpress.com/2010/04/28/hamburgs-rathaus-pracht-voller-barrieren/" target="_blank">Barrierefreiheit im Hamburger Rathaus</a> ist, die Diskriminierung einer transidenten Frau beim <a href="http://michaela-bodensee.blogspot.com/2010/05/spionin-auf-der-herrentoilette.html " target="_blank">Männergespräch auf der Herrentoilette</a> oder die Frau in Ketten  ist, die nur unter männlicher Aufsicht <a href="http://www.claudiakilian.de/die-wurde-der-frau-ist-antastbar" target="_blank">ihr Baby bekommen</a> darf. Meine Nachbarblogs sind voll mit diesen Geschichten und wenn man den Horizont noch weiter öffnet, findet man solche neuralgischen Punkte überall.</p>
<p>Aber was heißt Diskriminierung eigentlich? Im strengen Sinne und nach dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung" target="_blank">lateinischen Wortstamm</a> zu urteilen, nicht viel mehr, als etwas zu trennen.</p>
<p>Darin ist eigentlich noch keine Wertung enthalten. Im strengen juristischen Sinne ist alles, was offensichtlich abwertend und von Nachteil der Betroffenen ist, eine Diskriminierung und es ist gut, dass es inzwischen so viele Gesetze dagegen gibt und auch die Denkweise der Bevölkerung sich dahingehend sensibilisiert hat.</p>
<p>Aber es gibt noch die kleinen Diskriminierungen des Alltags, die nicht so leicht zu definieren und einzufangen, aber doch meist Vorläufer von größeren, negativen Entwicklungen sind.</p>
<p><span id="more-2161"></span></p>
<p>Da sich Menschen unbewusst nach <a href="http://www.ja-blog.de/2010/05/psychologie-der-wirtschaftskrise-und-normalitat/" target="_blank">Normalität</a> sehnen, empfinden sie alles, was sich von dieser selbst gemachten Normalität abrückt, künstlich getrennt. Wir haben uns auch angewöhnt, ständig zu werten, zu bewerten, wir trennen im Kopf und unsere innere Realität gestaltet sich dadurch jeden Tag neu. Wir brauchen auf der einen Seite die Bewertung, aber wenn sie zu viel wird, schadet sie uns.</p>
<p>Und nun ist es nicht verwunderlich, dass es verschiedene Menschen und somit auch ganz verschiedene Mittelpunkte von Universen und Blickwinkel gibt. Was für den einen noch völlig im Rahmen der eigenen Normalität liegt, ist für den anderen schon ein Tabubruch der Extraklasse.</p>
<p>Je nach Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft, Beruf, Nation, Kultur, Religion, usw. haben die Menschen andere Blickwinkel und Ansichten. Es ist also völlig normal und unvermeidlich, dass man sich voneinander trennt, dass die Menschen verschieden sind. Schwierig wird es immer erst dann, wenn man die eigene Perspektive als die <em>einzig richtige</em> ansieht und dann gegen alle anderen von außen verteidigt! Wenn man keine Toleranz und kein Verständnis zeigen kann, sondern sich nur auf den eigenen Standpunkt stützt.</p>
<p>Je größer die Kerngruppe und je kleiner die gehasste Diskriminierungs-Gruppe ist, desto „besser“ und stärker ist dieser Effekt.</p>
<p>Kein Mensch kann aber in allen Gruppen u. Bereichen des Lebens „normal“ sein, immer wird man irgendwo ein Außenseiter sein, nicht dazu gehören. Aber ist das 1. ein Grund traurig darüber zu sein und 2. eine Grundlage, von anderen noch zusätzlich „diskriminiert“ zu werden?</p>
<p>Anscheinend ja, denn die Menschen sehnen sich nach Normalität und Diskriminierung kommt im Alltag häufig vor, obwohl es verboten ist. Was die Menschen denken und fühlen und wie sie vom Gesetz gemaßregelt werden, ist etwas völlig anderes.</p>
<p>Menschliche Gefühle, unbewusste Antriebe und tief-verwurzelte Einsichten kann man nicht einfach per Gesetz von oben regulieren. Es wird zwar immer gemacht und ist politisch oft der einzige Weg. Aber nur weil es z.B. ein Anti- Diskriminierungs-Gesetz gibt, heißt das noch lange nicht, dass nun alles verschwindet, was weh tut.</p>
<p>Im Gegenteil, mancher mag es vielleicht sogar als Ansporn sehen, dagegen zu verstoßen. Je größer ein Verbot ist, desto schöner, sich darüber hinwegzusetzen. Und gehen z.B. die Witze über unfähige Frauen an den Stammtischkneipen dieser Welt nicht am besten?</p>
<p>Kann man sich an einem Frauenabend über etwas besser und schöner aufregen, als die völlig unverständliche, raue und ungehobelte Welt der Männer?</p>
<p>Hier sieht man, dass des einen Diskriminierung auch die Stärke der anderen Gruppen-Identität ist. Nur wo ich andere ausschließen kann, kann ich auch andere für meine Seite gewinnen. Das geht überall, und mit fast allem. Künstlich und gerne zelebriert wird das z.B. beim Sport, wo man die Zugehörigkeit zur Gruppe lautstark und allerlei Symbolik „bewaffnet“ zum Ausdruck bringt und das eigene Zugehörigkeitsgefühl in einem kulturell akzeptablen Rahmen gegossen wird (z.B. Fußball-Fans in einem Stadion). Zugehörigkeit ist anscheinend ein ebenso wichtiger wie unersetzlicher, menschlicher Sinnstifter und da wo ich keine Zugehörigkeit mit etwas empfinde, muss ich eben so lange künstlich trennen, bis ich etwas finde!</p>
<p>Es gibt nun zwei Wege, sich selbst gegen das tägliche Wesen der Diskriminierung zu wehren (zumindest sehe ich momentan nur zwei gute, essentielle Wege):</p>
<p>1.) Was der Dalai Lama im Kern sagt, ist wichtig und ein gutes Vorbild: Wir sind alle Menschen, wir sehnen uns alle nach Glück. Man sollte bei neuen Menschen nicht zuerst fragen „was hat er für eine Anschauung, was für einen Beruf, was denkt er“ sondern sich zuerst auf die grundlegenden <em>Gemeinsamkeiten</em>, also das Mensch-Sein besinnen. So wird am besten die Grundlage für eine gute Diskussion ohne  Diskriminierungs-Elemente geschaffen.<br />
Das mag etwas poetisch und weltfremd klingen, ist aber in der Praxis nicht viel mehr als eine geistige Übung, das ständige Werten und Bewerten von anderen (übrigens auch die Bewertung nach Status, Macht, Geld usw. ist eine ausschlaggebende, trennende Bewertung) in sich selbst zu regulieren.</p>
<p>Versucht es: Geht einfach offen und herzlich auf andere zu, überlegt und denkt nicht viel, überwindet euch selbst, seht das Gute im Menschen, den Augenblick, den Kern des Gegenüber, nicht seine Hülle. Bewertet nicht, denkt nicht nur stur logisch, sondern auch mit dem Herzen. Und schon schafft ihr „Verbindung“, das Gegenteil von Diskriminierung.</p>
<p>2.) Verbindung ist ein gutes Stichwort. Es geht im Leben darum, Knotenpunkte und Gemeinsamkeiten mit anderen finden, nicht unbedingt immer nur Trennendes, Abwertendes. Es ist zwar durchaus leichter, Menschen abzuwerten und dann einfach diejenigen heraus zu sortieren, die nicht passen – aber wirklich vorwärts kommt man im Leben nur, wenn man andere auch annimmt, wenn <em>Synergien </em>mit anderen hergestellt werden können. Und da können Extreme und Feindbilder des Alltags durchaus eine gute Praxis-Grundlage sein. Wenn ihr in einer Partnerschaft lebt: Versucht nicht immer eure Gegensätze herauszuarbeiten, sucht die Gemeinsamkeiten! Die anderen Ansichten des Arbeitskollegen, die euch so reizen: Versucht mal zu verstehen, warum er so denkt! Die Linie des politischen Gegners: ist sie wirklich nur schlecht oder warum kam er darauf? Lasst doch einfach mal das sarkastische Lachen und das emotionale Siegestaumeln, die ständige Bedürfnis, besser oder künstlich anders als andere zu sein. Sucht die Gemeinsamkeiten, sucht die Verbindung. Das ist auf die Dauer befriedigender, als sich ständig von allen anderen abzusondern.</p>
<p>Wer gemeinsam lebt und nach diesem Schema durch die Welt stapft, ist zwar selbst nicht gegen jede Form der Diskriminierung geschützt- aber er vermindert zumindest die eigene negative Energie, die von ihm selbst ausgeht- und das ist der beste und schnellste Weg in eine bessere Welt.</p>
<p>Was wir brauchen ist Vertrauen in andere und das geht nur über einen Vertrauensvorschuss, über die richtige Einstellung und mit viel, viel Geduld.</p>
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