Kategorie: Psychologie
Konstruktive und destruktive Menschen
Den destruktiven Menschen erkennt man daran, dass sich sein Hass auf ganz wenige Punkte konzentriert. Er spricht abgehackt, ist grüblerisch und verschlossen und lässt meistens nur eine Meinung zu: Seine eigene.
Schwer verletzt und gekränkt vom Leben, ist er unfähig, in verschiedenen Ebenen zu denken. Persönliche Erfahrungen werden nicht mehr transparent und objektiv betrachtet, sondern haben sich zu einem persönlichen Leitmotiv und einer „fixen Idee“ verfestigt, die nun über allem steht. Das kann z.B. ein Hass gegen eine bestimmte Personengruppe sein (die Jugend, die Linken, die Rechten, die Männer, die Frauen) oder ein Hass auf bestimmte Prinzipien und anderer Menschen (Tolerante Menschen werden als schwach angesehen, Sarkasmus und Sadismus überwiegen im Denken).
Ich denke, es ist kein Zufall, dass man eine schizophrene („wahnhafte“) Erkrankung mit dem Symptom der offenen Aggression und des Hasses gegen Menschen im Allgemeinen verbinden kann. Nicht zu unrecht werden übertrieben kritiksüchtige Menschen auch als „krank“ bezeichnet. Wo andere Menschen aufbauen und eine Lösung suchen, kann ein derartig erkrankter Mensch die Ganzheit nicht mehr sehen.
Diskriminierung erkennen & verhindern
Diskriminierung ist verboten. Offensichtlich. Und dennoch vergehen keine zwei Tage, ohne wieder und ständig mit diesem Thema konfrontiert zu werden.
Ob das nun die mangelnde Barrierefreiheit im Hamburger Rathaus ist, die Diskriminierung einer transidenten Frau beim Männergespräch auf der Herrentoilette oder die Frau in Ketten ist, die nur unter männlicher Aufsicht ihr Baby bekommen darf. Meine Nachbarblogs sind voll mit diesen Geschichten und wenn man den Horizont noch weiter öffnet, findet man solche neuralgischen Punkte überall.
Aber was heißt Diskriminierung eigentlich? Im strengen Sinne und nach dem lateinischen Wortstamm zu urteilen, nicht viel mehr, als etwas zu trennen.
Darin ist eigentlich noch keine Wertung enthalten. Im strengen juristischen Sinne ist alles, was offensichtlich abwertend und von Nachteil der Betroffenen ist, eine Diskriminierung und es ist gut, dass es inzwischen so viele Gesetze dagegen gibt und auch die Denkweise der Bevölkerung sich dahingehend sensibilisiert hat.
Aber es gibt noch die kleinen Diskriminierungen des Alltags, die nicht so leicht zu definieren und einzufangen, aber doch meist Vorläufer von größeren, negativen Entwicklungen sind.
Psychologie der Wirtschaftskrise und Normalität
Gestern habe ich mir zwei Podcasts aus dem HR2 Funkkolleg zum Thema „Psychologie“ angehört: Einmal „Psychologie in der Wirtschaftskrise“ und „Was ist normal“.
Der erstere war eine ausführliche Podiumsdiskussion zwischen drei Psychologen (zwei Männer, eine Frau) und der Talkmasterin, die immer wieder die Diskussion durch gezielte Fragen anregte.
Interessant fand ich hier vor allem den Punkt, dass wir in der Wirtschaftskrise die Probleme zumeist individualisieren, d.h. Schuldige suchen (z.B. die Banker) und uns dann vor den nötigen Konsequenzen oder gar dem Hinterfragen des ganzen Systems drücken. Denn man vergisst gerne, dass die Konsumblase und die unerträgliche Gier nach Macht, Reichtum und äußeren Werten keine Sache von Einzelnen ist, sondern etwas, dass mehr oder weniger jeder Mensch in sich trägt. Mein Beispiel dazu: Wer sich ein zu großes Haus kauft, es dann aber nicht bezahlen kann, handelt genauso „schlecht“ wie der Banker, der diesen faulen Kredit nun an andere verkauft oder das Risiko zu streuen versucht. Oder die Gier nach neuen Autos, neuen Handys, usw. führt dazu, dass immer mehr produziert wird und der Wirtschaftskreislauf überhitzt und nur eine Richtung und ein Ziel kennt. Sollte die Wirtschaft nicht einfach im Dienst der Menschen stehen, anstatt nur dem Reichtum und dem grenzenlosen Wachstum alleine geschuldet zu sein- war die berechtigte Frage.


