Posted by J.A. on Juli 22, 2009

Der Albtraum der Woche

Zugegeben, Arnie hab ich im Kino immer gerne gesehen (in Terminator 2 oder auch Twins war er unschlagbar), aber in der Politik scheint er nicht viel Gutes zu bewirken. Erst fährt er den Karren an die Wand und nun wird im sozialen Bereich gespart, um die Milliarden wieder rein zu bekommen. Und als wenn das nicht reichen würde, plant man noch neue Ölbohrungen. Ja, haben die kalifornischen Politiker denn überhaupt nichts gelernt?

Und was ist mit dem kalifornischen Volk? Lassen die sich das einfach so gefallen? Warum spart man nicht bei der Rüstung, bei der Polizei, bei der Bürokratie? Warum entlässt man nicht einfach ein paar überflüssige Staatsbeamte, z.B. Politker, warum müssen es gerade die Gefängnisse sein?

Am meisten stört mich dieses Denken, dass man hierzulande auch immer mal wieder findet: Die sozialen Bereich sind weich und entbehrlich, und somit unwichtiger und verzichtbarer als die anderen, harten Bereiche der Politik. Aber eine Gesellschaft wird von den sozialen Themen zusammengehalten. In der Bildung liegt das Kapital für moderne Industriestaaten, mit der Produktion ist nicht mehr viel zu holen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt, die Gerechtigkeit, Gesundheit und Chancengleichheit sind Werte, die man nicht- und nur zu allerletzt- dem Rotstift opfern sollte. Wer hat die Krise denn verursacht? Die Armen, die Kinder, die Alten…. ? Doch ganz bestimmt nicht!

Was für eine Vision: Kalifornien 2020. Der einstige Sonnenstaat, durchzeichnet von Armut, Kriminalität und Gewalt. Keine Chancen, keine Jobs. Aber ein Terminator als Diktator. Na dann, gute Nacht!

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Posted by J.A. on Juli 16, 2009

Frauen in der Politik – Teil 2

Der junge Silvio ist ein Frauenheld. So wie man sich einen typischen, braun gebrannten, leichtlebigen Italiener mit Temperament halt vorstellt. Wie die meisten italienischen Männer steht er bei der Damenwelt auf blonde Haare (die etwas besonderes in südlichen Ländern sind) und auf junge knackige Frauen mit prallen Brüsten und schön geformten Hintern. Köpfchen ist nicht so wichtig, aber das Aussehen- ja das ist ein Attribut!

Er kann sie auch mal auf seine Villa einladen, es können von mir aus auch Prostituierte sein. Alles nicht so schlimm.  Man hat ja die eigenen Medienkonzerne, die das ganze wieder ins rechte Licht rücken und mit einem Tusch und einem gut aufgemachten Einspieler sieht das ganze schon wieder viel lockerer aus. Und warum regen sich diese Ausländer eigentlich immer so auf, was wir hier in Italien machen? Wir Italiener, wir stehen hinter unserem kleinen Mann. Da kann er auch zu Barack Obama sagen, er wäre ja gar nicht soo dunkelhäutig oder die G8-Staatsoberhäupter mal in das von Elend und Leid gezeichnete Erdbebengebiet lotsen. Das lenkt so schön vom eigenen, etwas untadeligen Verhalten ab.

Ach und eigentlich ist er doch ein Netter, wie er immer lächelt, ist er nicht sympathisch? Nicht so steif wie die deutsche Königin Angela Merkel, nicht so breit und falsch grinsend wie Sarkozy. Auch Gordon Brown wirkt dagegen eher langweilig, nordeuropäisch halt. Aber nein, der Silvio, der ist uns sympathisch. Das ist unser Junge.

Ein paar Kilometer weiter, im entfernten Brüssel gab´s letztens Krach, weil die böse Silvana mal wieder Scheiße gebaut hat. Wie für Frauen so üblich, hat sie Kinder bekommen und in der Zeit war sie am Herd, hat Windeln gewechselt, sich mit ihrem Mann gestritten und ausgespuckte Breiflecken von ihrem 2.000 €- Kostüm weggewischt. Tja und jetzt sie ganz schön zerknittert aus, die Silvana.  Ihr Lächeln, das sie noch mit dem Erfolg der FDP während der letzten Europawahl auf allen Kanälen verbreitet hat, ist einem von tiefen Falten zerfurchten “ich hab meine Tage” Gesicht gewichen. Als ob sie es nicht glauben kann, hört sie und hört sie immer wieder die Stimme des -natürlich- männlichen Gegenübers , der ihr nun verlautbaren lässt, dass man im europäischen Parlament, wo es ca. 30 Prozent Frauen gibt, es einfach nicht leiden kann, wenn sie ein Mädchen so unmoralisch aufführt wie sie. Sie hat sehr viele schwerwiegende Fehler gemacht. Das ist doch ganz klar, die Liste ist lang. Sie ist eine Frau, äh und eine Frau und hat den Mund aufgemacht und äh ihre Popularität genutzt und ihr Aussehen (das ist sowas wie ihr eigener Medienkonzern) und äh sie ist eine Frau.

Tja, und das reicht natürlich, die böse Silvana abzustrafen. So geht das ja nicht. Vor allem nicht in Europa! Wir sind ein ordentliches, männliches Parlament. Wir wollen keine Abweichler und keine erfolgreichen und klugen Menschen, die mit dem Bürokratie-Wahnsinn aufräumen und mehr Freiheit erkämpfen. Um Himmels willen, wo würden wir denn hinkommen?

Dann könnten wir ja gleich den Silvio als europäischen Kaiser wählen!

Wenn ich so nachdenke, eigentlich keine schlechte Idee…

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Weiterführende Links und Nachtrag

Erschreckend, was man beim Recherchieren im Netz für Meinungen findet. Ein weiterer Beweis für latente Frauenfeindlichkeit und offensichtlicher Zurückweisung und Stimmungsmache.

Die Beiträge im Netz sind meisten gegen die Abgeordnete, erst beim diesen Beitrag wurde der eigentliche Grund für die schwierige Wahl erfasst (vorletzter Absatz).

“Neid und getroffene Hunde.”

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Frauen in der Politik – Erster Teil


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Posted by J.A. on Juni 21, 2009

Warum es Frauen in der Politik so schwer haben

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Nein, das wird kein Text mit Quellenangaben. Die Beweise dafür habe ich schon zu Genüge gebracht, auf Twitter gepostet, usw. Dies soll ein reiner, subjektiver Bericht werden, eine emotionale Erfahrung, ein Gefühl, eben ein typischer Blog-Beitrag.

Im Grunde frage ich mich, warum es in DE (andere Ländern werden der Einfachheit erstmal ausgeklammert) so offensichtlich ist, dass Frauen noch immer diskriminiert, also ungleich behandelt werden. Dass zwar die Gesetze auf Gleichheit stehen, die Ergebnisse de facto aber ungleich sind. Wir haben z.B. nur eine einzige, weibliche Ministerpräsidentin gehabt, bis 1972 war der Anteil der Frauen im deutschen Bundestag gerade mal bei 5%. Wir verdanken es einer einzigen weiblichen Person, dass Frauen überhaupt im deutschen Grundgesetz vorkommen und Alice Schwarzer ist zwar eine prominente, aber auch recht seltene Vertreterin von radikalem Feminismus und deutlichen Worten.

Es wäre nun falsch anzunehmen, dass wir eine totale Gleichberechtigung haben. Wir haben sie nicht. In den Köpfen werden Frauen immer noch diskriminiert und in der Realität gibt es weniger weibliche Firmenchefs, weniger Abgeordnete, weniger Präsidentinnen…

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Posted by J.A. on Juni 19, 2009

Politik ist: Selber denken

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Ich habe zwei Nachrichten, eine gute und eine schlechte Nachricht. Welche wollt ihr hören?

Okay, zuerst die schlechte (nein ich warte nicht, bis mich wirklich einer fragt, das dauert zu lange… ich stelle es mir einfach vor, das geht auch):

Das Blog wird evt. für manche Menschen langweilig werden in der nächsten Zeit. Ich habe vor, meine Themen zu ändern.

Die Gute? Ich habe wieder Lust zu schreiben und neue Ideen!

Und darum geht´s: Die Bundestagswahl steht vor der Tür, die Europawahl ist vorbei und zeigte uns eine niedrige Wahlbeteiligung. Irgendein schlauer Mensch hat einst festgestellt, dass die Blogs a) zu unpolitisch sein und b) sowieso alle brachliegen. Was macht der schlaue Blogger/die schlaue Bloggerin, der/die sich zudem völlig von dem Wunsch nach Einfluss und vielen Kommentaren losgelöst hat?

Sie/Er bloggt politische Themen!

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Categories: Politik
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Posted by J.A. on Juni 18, 2009

Wir fordern: Weniger Staat für alle

Die Gesundheitsreform. Ein Wort, dass man recht häufig hört und doch höre ich meistens weg. Dabei ist es eigentlich wichtig und geht jeden an. Ein Blick auf Wikipedia zeigt mir, dass es schon viele Gesundheitsreformen gab (und natürlich immer nur verbessert wurde….)

Eine genaue Erklärung zu den aktuellen Regelungen findet man auf dieser Seite.

Achtung: Langer, ausführlicher Text.

Ich verstehe immer noch nicht viel.

Vielleicht sollte ich mal einen Arzt fragen oder jemand, der sich auch zu den neuen Regelungen Gedanken macht?

Darauf gestoßen bin ich wegen der Tatsache, dass meinem Arzt für die Behandlung im Quartal gerade mal 17 € pro Patient zustehen. Aber es kann ja nicht sein, dass er damit alles bezahlt oder? Bekommt er dann nicht noch irgendwas aus einem schönen, steuerfinanzierten Topf extra oder war´s das?

Das wäre ja dann fast zum Mini-Mindestlohn-Tarif!

Ein anderes Beispiel: Bei kleinen Weh-Wehchen bin ich früher (kostenlos!) zum Arzt gegangen und habe mir was verschreiben lassen. Das waren noch schöne Zeiten, die 80er und 90er Jahre. Das Wort Praxisgebühr und Zuzahlung gab es noch nicht1. Heute ist es so, dass sich die Kosten nicht mehr lohnen und ich die meisten (rezeptfreien) Medikamente direkt selbst bezahle.

Beispiel: Ein Mittel gegen Heuschnupfen.

Weg eins: Selbst bezahlen

  • Kostenpunkt ca. 19 € bei DocMorris
  • Bestellen in fünf Minuten, fertig -in zwei Tagen da.
  • Symptomfrei

Weg zwei: Über den Arzt & die Krankenkasse

  • Termin ausmachen, warten
  • zum Arzt fahren, Benzinkosten 10 €, Wartezeit im Zimmer (volle, nicht genutzte Arbeitsstunde, 100€)
  • Praxisgebühr: 10 €
  • kurze, nichtssagende Besprechung (Zeit & Geld müssen gespart werden!)
  • Rezept in der Hand
  • zur Apotheke fahren Benzin 5 €, in Schlange stellen, warten, Medikament nicht da
  • zwei, drei Tage warten (zwischendurch bissel niesen und Geld für Tempos ausgeben!)
  • nochmal zur Apotheke fahren, Benzinkosten 5 €, Medikament abholen, 5 € dazu zahlen
  • nach Hause fahren und endlich frei von Heuschnupfen sein!
  • Kosten Gesamt: 135 €

Kein Wunder, dass die Ärzte streiken. Wir Patienten aber sind es, die den Mund aufmachen müssen. Wir, die wählen, haben die Macht, die Dinge zu ändern. Wir müssen uns äußern. Sonst hört uns keiner.

Einsparende Politik auf dem Rücken der Gesundheit von uns Menschen auszutragen ist eine unschöne Sache.

Lieber sollten die Ursachen bekämpft werden! Macht Medikamente billiger, lasst alternative Apotheken und den freien Markt zu. Überregulierung und staatliche Lenkung auf allen Ebenen haben noch nie jemanden geholfen.

Zudem sollte bedacht werden, dass die Kopplung der Krankenkassenbeiträge an die Lohnnebenkosten auch auf die Beschäftigungspolitik wirken (Quelle) und unter Umständen Neuanstellungen verhindern. Ohne Steuerzahler und Arbeit aber keine Reduzierung der aufzubringenden Kosten.


Anmerkungen:
  1. Nicht ganz. Zwei DM bis 1989 laut Wikipedia. “Was kostet die Aspirin? ‘Nen Euro!” []