The Power of Love (revised)

The Power of Love – von Frankie Goes to Hollywood

Zu diesem schönen Lied gibt es eine besondere Geschichte.. eine Erinnerung… die immer wieder aufkommt, wenn ich das Lied höre. Ich war sehr jung. Vielleicht um 1990 herum, 12 Jahre alt und in der sechsten Klasse… es war einer meiner ersten gekauften Tracks, die ich hatte (neben einem Queen-Album). Ich denke, es war Kuschelrock in eines ihrer zahlreichen Ausgaben. Ich weiß aber nicht mehr, ob das Kassette oder CD war. Wahrscheinlich Kassette, denn tragbare CD-Player gab es erst später.
Auf jeden Fall war ich mal wieder in ein Mädchen aus meiner Klasse unsterblich verliebt…ich lag abends im Bett und hab pausenlos an sie gedacht. Dabei habe ich diese Musik gehört. Ich hab mir ihr Gesicht vorgestellt. Ihre liebliche und freundliche Art. Ihre langen blonden Haare. Ihre anmutigen Gesten. Ihr unsterbliches Lachen und wie sie dabei mit den Augen zusammenkniff!! Ihre Intelligenz (damals war sie die Klassenbeste)… und die Tatsache, dass sie mich fast immer ignorierte.
Ich habe damals Englisch gelernt und konnte so langsam die Texte des Songs verstehen. Die aufkommenden Gefühle.. in Verbindung mit der Musik. Es machte alles einen Sinn! Meine Gefühle waren ganz klar. Ich liebte sie.

Ich wollte alles von ihr wissen. Ich liebte ihr Leben. Sie war so komplett anders. So perfekt in vielen Dingen.
Sie hatte Hobbys und war sehr aktiv. Ich hockte in der Zeit meistens nur rum.. und vertrieb mir mehr die Zeit.
Aber bei ihr war alles organisiert. Ihre Eltern waren streng und ehrgeizig und hatten sie in zahlreichen Kursen eingeschrieben. Sie war eine gute Schwimmerin. Sportlich, braungebrannt und schlank.
Das genaue Gegenteil von mir. Ich war klein, etwas pummelig und hatte keinen Plan vom Leben. Meine liebsten Hobbys waren Playmobil und später dann Computerspiele. Strike! Außerdem war ich ein Träumer.

Ich liebte sie dennoch unsterblich. Leider wurde das nie was mit ihr. Sie verliebte sich irgendwann in einen älteren Jungen… in den Bruder meines besten Freundes. Sie haben im Zeltlager miteinander rumgemacht. Das war enttäuschend. Und dann ist sie irgendwann weggezogen. Weit weg.
Ich hab nie wieder von ihr gehört. Geblieben ist nur dieser Song… und die Gefühle, die ich damit wachrufen kann.

Doch gab es da was bei ihr.. sie war nicht völlig desinteressiert an mir. Ich war sogar einmal bei ihr „zum Spielen“ eingeladen. Sie zeigte mir ihre beiden jüngeren Brüder.. die hockten an der Spielkonsole und ich hab mich gleich dazu gesetzt. Das fand sie wohl nicht so lustig. Sie hat mir ihr Mädchenzimmer gezeigt. Das war klein und sehr aufgeräumt. Im Regal standen ganz viele Pokale, die sie mir etwas schüchtern zeigte.. fast so, als ob es ihr peinlich sei. Dann haben wir noch geredet. Ich war aber damals zu unreif um sie wirklich zu verstehen. Irgendwann hab ich sie dann nochmal zu mir eingeladen… es gab natürlich auch Partys. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie schon grundsätzlich das Interesse an mir hatte, dass ihr aber was an mir fehlt…

Wie sehe ich das ganze aus der heutigen Perspektive?

Ich kann sie niemals „als Mann“ geliebt haben, weil ich das ja nie wirklich war. Ich muss sie auf eine lesbische Art und Weise geliebt haben. Ich war damals schon immer sehr weiblich. Etwas ängstlich, schüchtern und zurückhaltend. Aber ich hab das natürlich nicht „nach außen“ transportieren können, weil ich ja noch „im falschen Körper“ steckte und meine Kleidung und alles noch nicht richtig war. Vielleicht hätte das eine super Frauenfreundschaft mit ihr werden können.
Starke Liebe bedeutet für mich auch: Die Gefühle zeigen mir den Weg. Da musst du lang, das ist dein Weg! Und die Gefühle werden über die Menschen vermittelt, über ihre Art, über ihre Ausstrahlung und ihr Leben. Das ist das was uns reizt. Wir wollen die Menschen lieben, weil uns bestimmte Eigenschaften fehlen, weil wir uns „leer“ und schlecht fühlen.
Wir wollen uns entwickeln, am besten zusammen mit geliebten Menschen. Nur so können wir wachsen und gedeihen.

Sie war damals genau mein Typ. Aufgeschlossen, intelligent und irgendwie „anders“ als die anderen Mädchen. Viel weiter, selbstbewusster und erwachsener. Vielleicht hatte sie sogar eine Bi-Ader? Das würde erklären, warum sie mir gegenüber nie ganz abgeneigt war.. und ich da immer was „gespürt“ habe. Aber es ging nie zusammen. Das zerriss mich innerlich, das war furchtbar.. ich hatte so große Gefühle.. aber sie wurden nie richtig erwidert.. Schlüssel und Schloss passten nie zusammen.

Nur eine weitere Episode aus meinem verrückten Leben.
Ich hoffe, dass es heute anders ist, dass ich mich weiter entwickelt habe.

Das Ganze zeigt aber auch wie schwierig es ist, die “Identität” genau zu definieren und von der “sexuellen Orientierung” abzugrenzen. Gerade im Transgender-Bereich ist es besonders wichtig, genau hinzuschauen und sich durch ständige Selbstreflektion ein klares Bild zu verschaffen. Wir können der Veranlagung also “dankbar” sein, denn sie zwingt uns zum nachdenken. Als Außenstehende nehmen wir die Sexualität (und alles was dran hängt) gerne als “absolut” hin- man kann nix ändern, also muss man auch nicht darüber nachdenken. Man kann es noch schnell verurteilen und einen Stempel draufsetzen- fertig. Bloß nicht in die eigenen Gedanken schauen, was da alles für ein Müll stehen könnte!

Identität ist im Kern ein Gefühl – das bedeutet, dass sie schwierig zu definieren ist und sich durch äußere Einflüsse ändern kann. (Hormonschwankungen, Lebensereignisse, Gesellschaftlicher Druck, etc.). “Identität” entsteht erst im Austausch mit anderen Menschen- sie kann nicht losgelöst existieren.
Es gibt sicherlich einen “Kern”, der uns ausmacht und von der Geburt her unabänderlich ist.. alles andere aber kann sich entwickeln und tut es ja auch.

Es kann z.B. keine “weibliche Identität” geben, OHNE sich über andere Frauen zu definieren oder weibliche Freunde haben zu wollen. Die soziale Gruppe bestärkt uns dann in dem, was wir tun (gilt natürlich auch umgekehrt auch für Männer). Das erklärt vielleicht auch, warum der Graben zwischen den Geschlechtern so groß ist und ein “Zwischendrin” von der Gesellschaft nicht gerne gesehen wird.




Klang-Kompositionen und Soundcloud

Ich hab die letzten Tage ein paar meiner Songs auf „Soundcloud“ hochgeladen. Das ist eine Art Musik/Streaming-Seite, bei der man auch als einfacher Benutzer einiges an kostenlosem „Cloud-Space“ bekommt. Die Community dort scheint ganz gut zu sein, allerdings hab ich noch nicht viel über den Tellerrand geschaut und muss das in den nächsten Tagen noch nachholen. Mir ging es erstmal darum, dass die eigenen Songs nicht auf der Festplatte verschimmeln, sondern ein bisschen Luft und Sonne zum Atmen bekommen.

Ich will euch nicht mit langen Erklärungen zu den Songs nerven, daher nur ein paar Kleinigkeiten.
Die ganzen Mittelalter/ Medieval Songs kommen aus den Jahren 2011-2013 als ich ein Computerspiel im Mittelalter-Szenario mit der Spiel-Engine „Unity“ programmiert habe. Ich hatte verschiedene Ansätze (einmal ein Dungeon Crawler und dann ein Strategiespiel), allerdings ist das Projekt mangels Zeit nie fertig geworden. Vielleicht hole ich das eines Tages noch nach.. aber es ist wie gesagt sehr zeitaufwändig… allein das Komponieren der Musik hat mehrere Monate und immer wieder neue Ansätze gebraucht. Es war mein erster Versuch, die Musik in eine „Schiene“ zu bringen und quasi als eigene Auftragskomponistin zu arbeiten. By the way: Wie definiert man Mittealter? Was ist typisch für diese Zeit? Und wie mache ich das für die heutige Zeit hörbar?

Aus dieser Phase kommen:
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/dungeonsong-3
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/medieval-game-menu
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/medieval-theme-var-2
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/dungeonsong-1

Ursprünglich auch für ein Spiel geschrieben wurde „Der Arzt Song“, im Englischen „The Doctor´s song“:
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/the-doctors-song

Allerdings hab ich in dem Lied auch andere Erfahrungen und Emotionen unterschiedlichster Art verarbeitet. Und wie ich heute finde, hat der Song etwas therapeutisches-beruhigendes, zumindest für mich. 😉

Dreaming of you“ ist ein Elektro-Spin-Off aus einer Zeit, in der meine Musik-Kompositionen schon etwas zurück gegangen sind und ich diese zeitaufwändig Hobby eigentlich schon längst an den Nagel hängen wollte. Aber – wie so vieles- kommen auch die Hobbys und Interessen immer wieder.

Zeitreisen gibt es mit dem Song „Julis Dream“ aus dem Jahr 2004:
https://soundcloud.com/julia-adriana-1/julis-dream

Das ist ein Live-Song, den ich mit dem Keyboard JX 305 live gespielt und dann gleich aufgenommen habe. Eine Sache, die recht schwierig ist… weil man keine Möglichkeiten zur Korrektur hat und jede Regler-Änderungen sofort in die Musik geht.

Noch älter ist „Der Aufbruch“… (Englisch „break-up“)

Ein Lied, das sehr viel von mir und meinem Leben beschreibt, weil es immer wieder um Aufbrüche oder Neuanfänge ging.

Dark 1d und Scratching the surface sind zwischendrin entstanden..

Ich mag die Lieder beide sehr, daher bekommen sie den Webspace auf Soundcloud… der jetzt recht schnell immer kleiner wird. 😉

Wie immer würde ich mich riesig über Likes oder Kommentare freuen!! Ich like auch zurück und vernetze mich gerne mit euch.




Die größten Hits der 90er

Aus aktuellem Anlass… hab ich mal die Musik-Bibliothek durchstöbert… und die größten Hits der 90er rausgekramt…persönliche Vorlieben sind nicht ganz ausgeschlossen…
😉

The Power von Snap (1990)
https://www.youtube.com/watch?v=nm6DO_7px1I

Verdammt ich lieb Dich von Matthias Reim (1990)
https://www.youtube.com/watch?v=x6q0ciiqyG0

All That She Wants von Ace of Base (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=d73tiBBzvFM
(ebenfalls hörenswert: Happy Nation oder Wheel of Fortune)

Jump von Kris Kross (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=010KyIQjkTk

Sing Hallelujah von Dr. Alban (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=CWCycC0P5AM

Die Da ?! von den Fantastischen Vier (1992)
https://www.youtube.com/watch?v=VUosAGDM8Sg

Weil ich ein Mädchen bin von Lucilectric (1994)
https://www.youtube.com/watch?v=f0IcKQyqxY4

Eine Insel mit zwei Bergen von Dolls United (1995)
https://www.youtube.com/watch?v=eL_Dkly0CBM

Engel von Rammstein (1997)
https://www.youtube.com/watch?v=eSaa3vC_n2k

Mambo No. 5 von Lou Bega (1999)
https://www.youtube.com/watch?v=EK_LN3XEcnw

 

Die 90er…charakterisieren anhand der Musik?

  • fröhlich und lustig
  • neue Strömungen wie Dancefloor und RAP treffen auf Popmusik
  • Ein bunter Mix aus Strömungen und Experimenten
  • es ist noch nicht so ganz klar, was sich in Zukunft abzeichnet (Schwebezustand, Unklarheit vorm Millenium)
  • eine kurze Phase des Friedens und Wohlstands
  • freche Musik, freche Texte, und nur ein bisschen Schwermut
  • Viel Spaß, und wenig Ernst
  • Klassische Schlager werden noch gehört, deren Stil reicht in die 80er hinein
  • Deutscher RAP wird salonfähig (FANTA4 oder Sabrina Setlur)
  • Frauenrechte drücken sich in der Musik aus
  • Computerthemen und Computermusik finden zunehmend Eingang in die Musik
  • Musikvideos spielen eine große Rolle (wegen M-tv und VIVA)
  • “Show” und Effekte in der Musik werden immer wichtiger



Das war der Eurovision Song Contest 2017

Samstag-Abend, ESC Abend! Ich hab mir voller Vorfreude den Show-Act komplett angeschaut, auf den anschließenden Teil mit den langwierigen Punkte-Vergaben aber dankend verzichtet.

Schon bei den ersten Auftritten hab ich gedacht, ein Packung mit süßen Bonbons hätte sich in meinen Gehirnwindungen verklebt, jemand hätte mir gleichzeitig Ecstasy verabreicht und noch eine Flasche Hochprozentiges hinterher gekippt… dieses Feuerwerk an Farben, Bildern, Emotionen, Klängen, Tanzeinlagen, Gezappel, Feuerwerk, Bildern, Videos war am Anfang erstmal schwer zu verarbeiten. Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, wird es nächstes Jahr noch schlimmer. 😉

Es gab bei den ganzen Videos eigentlich nur zwei Auftritte, die zwischen dem bunten Ganzen kaum Ausdruck hatten, farblos, langweilig und ernüchternd wirkten. Davon hat einer den ersten Platz gewonnen und einer den vorletzten

Die Darbietung des Siegers Portugal empfand ich wirklich als schlechtes, langweiliges Lied. Auch das viel besagte „Gefühl“ habe ich dort nicht rauslesen können.

Aber Levina mit Deutschland war sogar noch schlechter. Grau in grau und ohne Ausdruck, nur ein debiles Dauergrinsen, für die Kameras zurechtgeschneidert. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Am schlimmsten aber ist, dass der Song zu 100 Prozent wie „Titanium“ von David Guetta klingt.  Mein Vorschlag: Die Verantwortlichen für die Vorentscheide auswechseln und sich endlich mal neue Auswahlverfahren ausdenken, die nicht nur den deutschen Geschmack treffen, sondern international konkurrenzfähig sind. Dabei ruhig Mut „zur eigenen Marke“ beweisen und warum nicht mal ein Lied mit deutscher Sprache? Frankreich hat bewiesen, dass das geht und gar nicht mal so schlecht klingt.

Die lustigen Spanier landeten mit dem einzigen Lied, bei dem ich mehrmals lachen musste, und das wirklich nicht so schlecht war, unverdient auf den letzten Platz.

Ansonsten ist die Kritik am ESC allseits bekannt und nicht neu. Zuviel Massengeschmack, zuviel Klon, zuviel Show.

Es ist schwierig, einprägsame Lieder zu finden, die aus der Masse heraus stechen oder gar „musikalisch anspruchsvoll sind“.
Aber es geht nunmal auch um gute Unterhaltung. Man sollte einfach nicht zuviel hinein interpretieren oder erwarten.

Meine persönlichen Favoriten des Abends waren daher:

Hey Mamma“ aus Moldawien, ein Lied, das zum Muttertag passt und im Länder-Ranking auf den dritten Platz kam.
Witzig, frech, eine tolle Tanzeinlage und ein sehr einprägsamer Refrain.

Der interessante und musikalisch gut gemachte Disco-Beat „Grab The Moment“ aus Norwegen hat mir persönlich auch sehr gut gefallen (offiziell: Platz 10).

Die witzige Tanz-Perfomance „Yodel it!“ aus Rumänien war ebenfalls gut, außerdem haben die beiden Interpreten gut ausgesehen und für eine tolle Stimmung gesorgt.

Mystische und „dunkle“ Songs, die etwas zu schlecht bewertet wurden, gab es aus
Armenien „Fly with me“  und Belgien „City Lights“.  Gerade der belgische Song kam auch verdient auf den vierten Platz. Ich bin mir sicher, von dieser Sängerin werden wir noch mehr hören.

Hat noch jemand diesen Klasse-Rock-Titel aus der Ukraine gehört?
Warum kam der nur auf den drittletzten Platz? Der Vorwurf, dass der ESC „reine Politik“ ist, kann also auch nicht ganz stimmen.

Aber ein bissen Spontanität und Unberechenbarkeit bei der Stimmvergabe scheint es durchaus zu geben.

………

Wen es interessiert, hier kann man nochmal alle Ergebnisse nachlesen:
https://www.eurovision.de/news/Salvador-Sobral-aus-Portugal-gewinnt-den-ESC-2017,gewinner396.html

Weitere Live-Videos und offizielle Musik Videos zum letzten ESC gibt es hier
https://www.youtube.com/user/eurovision




Das kleine Farb-Ohr spielt verrückt

Was für eine gute Idee für eine Radiosendung… „SWR3 spielt verrückt“.
Die war wirklich innovativ und gut anzuhören.

So bin ich auf zwei super Songs gestoßen.. die ich noch nicht kannte.
Aber so super sind, dass sie einer Youtube-Erwähnung bedürfen. 😉

Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen
Schlechte Ton-Qualität, aber die Original-Performance muss man sich einfach anschauen.

und „Im Radio ist ein Küken“ bzw. „Das kleine Küken piept“ von Pulcino Pio

Hahaha! Die beiden Songs könnte ich rauf- und runterhören.