J.A. Blog

Grübeln geht immer

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Kategorie: Medien

Wochenrückblick

Soviele Themen derzeit in den Medien, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Ob es sich überhaupt lohnt, ob es überhaupt etwas bringt. Aber Frauen (Menschen) sollen sich Gehör verschaffen, also verschaffe ich mir Gehör, also schreibe ich auf:

Als ein Scherz hielt ich zuerst den „Brandbrief“ der mächtigen Bosse von Atomkonzernen und ihr Bestreben, sich schamhaft und öffentlich vor einer Brennelemente-Steuer zu drücken. Wieweit diese Republik und die Moral der Menschen inzwischen verkommen ist, dass sowas überhaupt durchkommt.

Und wie schwach muss eine Regierung sein, wenn sie davor einknickt? Was bedeutet das für die Kunden, die jahrein- jahraus mehr Geld für Strom bezahlen müssen und dagegen so gut wie gar nichts machen können? Der vielbeschworene Wechsel des Anbieters ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und bringt vielleicht maximal 200 € pro Jahr (je nach Verbrauch) und ist bei einer maximal überschrittenen KwH-Menge oft gar nicht möglich. Dass Atomkraftwerke unsicher, gefährlich und eine Menge Problemmüll verursachen vergisst man irgendwie. Hauptsache, der Strom kommt aus der Steckdose.1

Ein krasses Ungleichgewicht der Mächtigen und der Machtlosen tritt hier zutage… so ist es auch kein Wunder, dass die Mehrheit der Deutschen eine neue Wirtschaftordnung möchte und der „Kapitalismus“ (der ja eigentlich eine soziale Marktwirtschaft ist) als nicht mehr so innovativ und vor allem nicht als sozial gesehen wird, wie er einst im Wirtschaftswunderland begonnen hatte.

Demnächst sollten die Arbeitnehmer sich vor der Einkommenssteuer drücken und einfach nicht mehr zahlen. Oder nicht mehr arbeiten gehen, der Urlaub wird ja sowieso gekürzt.

Wieder einmal ein Schlag in die geschrumpfte Mittelschicht und die Naiven, die heutzutage noch arbeiten gehen und den „Karren stemmen“. Wollte man denen nicht einmal Steuererleichterungen schenken, wollte man sie nicht entlasten? Waren das nicht die großen Versprechungen der letzten Monate? Stattdessen läuft die Gier des Aufschwungs wieder, das vielbeschworene Schwungrad, nach dessen Lauf die Häschen zu springen haben. Denn die Maschinen und Geld bestimmen unser Leben, nicht die seelische Erkenntnis oder gar die Gesundheit.

Aber woher soll die Einsicht kommen, bei den 20 Millionen Rentnern und den Hartz IV-Empfängern, die im Grunde pausenlos Urlaub machen können und die mangels Ausbildung, persönlichem Einsatz und Qualifikation am Kuchen der Erwerbstätigkeit nicht teilhaben können? Aber dazu können wir ja ausländische Fachkräfte ins Land holen.

Was ist eigentlich mit der Bildungsoffensive? Wurde die jetzt durch eine Chipkarte ersetzt? Ist ja auch viel einfacher! Und in Schwimmbädern und Zoos lernen die Kids soviel für ihr Leben!2

Aber ich glaube, ich bringe alles durcheinander. Geht mich ja auch nichts an. Hauptsache das eigene Leben stimmt. Das andere ist egal. Können wir sowieso nichts machen.

Nach uns die Sintflut..


Anmerkungen:
  1. Sonst könnte ich auch nichts bloggen. []
  2. hält einen Tag []


Germany- 12 Points

Heute sind wir alle Lena.

Gestern abend um acht war ich´s noch nicht. Aber inzwischen denke ich ernsthaft darüber nach, mir die Haare dunkel zu färben, einen grellroten Mezzomix-Lippenstift zu kaufen, die Nägel zu lackieren und das kleine Schwarze wieder aus dem Schrank zu kramen, weil eh.. die Frau ist so HAMMER!

Okay zugegeben, das von ihr interpretierte Lied ist nicht soo schlecht. Ich hab es am Anfang rauf und runtergehört und gedacht „hm, das könnte was werden, das ist zumindest mal ein Ohrwurm!“

Ach ne, es muss ja „Song“ heißen. Heute ist ja alles englisch, so auch Lena und ihre irisch oder schottisch anmutende Dialekt-Interpretation. Und ihr Tanzstil erst! Hui, der ist so anders, so … hm unverkrampft? So undeutsch vielleicht?

In diesem Artikel trafen sich ein paar langweilige Musik-Theoretiker und haben sich mal über die musikalische Qualität ausgelassen  Sie kamen zu dem langweiligen Schluss, dass die Musik-Qualität nicht so gut ist und die von ihrer ausgeschiedenen Konkurrentin höher, aber wen interessiert das jetzt noch?

Fassen wir zusammen: Die kleine, süße junge Frau mit dem süßen Kose-Namen „Lena“ (den feministischen Nachnamenszusatz lassen wir lieber weg, der ist so kompliziert zu schreiben und zu merken) ist ..äh.. ja klein und süß und schmollt und spielt ständig mit ihrem Mund herum, als ob sie einen Kaugummi kauen würde. Ich hab in der ganzen Zeit der Berichterstattung noch nicht einmal erlebt, dass sie zwei vernünftige Sätze mit mehreren Kommas und Argumenten hintereinander gesprochen hat. Meistens hat sie gekichert, gelächelt, irgendeinen Unsinn vor der Kamera getrieben, mit den Moderatoren geflirtet, sich selbst promotet- aber hey, das ist doch egal oder? Denn sie hat GEWONNEN! Und sie hat den großen Onkel Raab als Ziehvater, das muss reichen. Denn der nette Onkel kennt sich aus mit dem Mediengeschäft und zur Not „zeigen wir auch mal den Hintern in die Kamera“1

Und das ist es, was zählt, in dieser Welt.  Der Hintern. Aussehen. Gewinnen. Die Masse begeistern. Unverkrampft und authentisch sein. Nicht so negativ, deutsch, wertend, neidisch… sie verdreht all die deutschen „Tugenden“ in ihr Gegenteil und das ist ihre wahre Stärke. Und sie ist stärker, als sie vorgibt zu sein. Sie wirkt zerbrechlich, mädchenhaft, noch nicht ganz ausgereift – aber doch ist sie ein Profi, wenn es um die Ausstrahlung und den Showeffekt geht.

Okay, ich merke, der Artikel wird negativ. Bin ich etwa neidisch …Könnte sein…

Also doch Haare färben.

gnihihi!

LENA ! LENA ! LENA ! LENA ! LENA !


Anmerkungen:
  1. O-Ton Lena, als sie in einer TV Total- Sondersendung interviewt wurde []


Planet der Affen – Rezension

Planet der Affen“ von 1968 , noch so eine Wissenslücke in meiner Filmografie, die ich gestern abend schließen konnte. Während sich Öffentliche u. Private mit Shows und Wiederholungen übertrafen, konnte man sehr spät (0 Uhr) auf einem Privatsender diesen Klassiker der Filmgeschichte bewundern.

Trotz der späten Stunden riss der Film einen gleich in seinen Bann und machte es schwer, abzuschalten.

Inhalt

(Spoiler: am besten nur lesen, wenn man den Film schon kennt)

Vier Astronauten versuchen einen Zeit- und Distanzsprung von der Erde der nahen Zukunft aus. Dieser Sprung funktioniert, doch eine weibliche Astronautin überlebt die Zeitverschiebung nicht, die anderen drei landen mit dem Raumschiff in einem großen See und drohen zu versinken. Nur mit letzter Kraft schaffen sie es ans Ufer und erkunden den fremden, wüstenähnlichen Planeten. Schon nach kurzer Zeit stellen sie fest, dass die Vegetation wieder zunimmt und entdecken einen Stamm „primitiver“ eingeborener Menschen. Diese verhalten sich eher wie Tiere, können nicht reden und pflücken Früchte von den Bäumen, um sich zu ernähren. Viel Zeit für eine Kontaktaufnahme bleibt nicht, denn kurz darauf erscheinen Affenmenschen, die reden und auf Pferden reiten können und eine brutale Hetzjagd auf die Menschen veranstalten. Dabei wird ein Astronaut getötet und die anderen beiden gefangen genommen.

Im Laufe des Filmes zentriert sich die Perspektive auf einen einzigen Astronauten, den die ansässige Wissenschaft für etwas besonderes hält, weil er Mundbewegungen macht, auf Zettel schreiben kann und sich auch sonst sonderbar verhält. Man hat ihn in einen Käfig eingesperrt, reden kann er wegen einer Kehlkopfverletzung durch eine Kugel noch nicht.

Der Affenstaat ist eine theologische, beinahe fundamentalistisch geprägte Kultur und ihre Anführer versuchen mit aller Macht, die wissenschaftliche Sensation in ihrem Käfig schlecht zu reden oder zu vertuschen. Denn eigentlich ist man der Meinung, dass die Menschen Tiere seien, brutal und gefährlich und schnellstmöglichst ausgerottet werden müssen. Sie haben schon gar keine Intelligenz, können nicht reden und müssen daher von den Affenmenschen unterjocht werden.

Letztendlich beschließt man nach einem sehr ungerecht ablaufenden Tribunal, dass dieser Mensch für weitere Gehirn-Versuche herhalten muss und kastriert werden soll (damit sich die Menschenrasse nicht weiter unkontrolliert vermehrt). Zwischenzeitlich erfährt man, dass der andere überlebende Astronaut bereits am Gehirn operiert wurde und sich nun genauso dumm wie die anderen Menschen verhält. Dies reicht dem Gericht als Beweis für die Unfähigkeit der Menschen aus. Das dieser Beweis augenscheinlich manipuliert wurde, interessiert niemanden.

Die beiden Wissenschaftler schlagen sich nun immer stärker auf die Seite des Menschen und versuchen zusammen zu fliehen, da sie mittlerweile auch der Ketzerei angeklagt sind. Vor einer Höhle mit Ausgrabungen einer menschlichen Kultur (unserer Jetzt-Zeit) kommt es zum Showdown: Die Verfolger stellen die Geflohenen, es kommt zu einem Schusswechsel. Man möchte die Verfolger überzeugen, dass sie unrecht haben und die Beweise präsentieren.

Nach einer gemeinsamen Besichtigung der Höhle, die zuerst friedlich verläuft, spitzt sich die Situation wieder zu.

Da sich die Verfolger unerbittlich und uneinsichtig zeigen, wird der Richter gefangen genommen und als Pfand kann der Astronaut auf einem Pferd entkommen, seine Begleiter werden daraufhin festgenommen. Der oberste Richter und Kleriker bricht sein Wort und befiehlt, alle Beweise in der Höhle mit Dynamit zu vernichten.

Nach ein paar Minuten kommt der Astronaut in die „verbotene Zonne“ und stellt fest, dass hier die Überreste seiner eigenen Zivilisation zu finden sind, weil er auf die Reste der Freiheitsstatue stößt. Ihm dämmert, dass sie nicht im Raum, sondern nur in der Zeit gereist und somit auf dem gleichen Planeten geblieben sind.

Mit einem entsetzten Schrei und dem wiederholten Rufen von „ich verfluche euch“ endet der Film.1

Deutung & Bewertung

Planet der Affen ist für die damalige Zeit ein technisch hervorragender umgesetzter Science-Fiction Film, der sich hinter Größen seiner Zeit nicht zu verstecken braucht. Vor allem die Masken der Affenmenschen und die Ausstattung der Szenerie kann überzeugen.

Durch die Romanvorlage ist er allerdings kritischer als viele action- und massenpublikum-taugliche Streifen des damaligen (und heutigen) Kinos. In seiner Aufmachung erinnert er an alte amerikanische Western (reiten, die Dörfer, die Eingeborenen- Indianer, die Umgebung, die Stufe der Kultur, usw.), die Zukunftselemente kommen nur am Anfang vor. Die Zeitreise in die Zukunft ist mehr eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Vor dem Hintergrund des kalten Krieges ist die Kritik an der eigenen Auslöschung der menschlichen Kultur nicht zu übersehen. Auf eine paradoxe Weise werden hier die Rollen zwischen dem übermächtigen Menschen und den „niederen“ Affen vertauscht. Dies ist zudem ein ganz eindeutiger Seitenhieb auf die Ideologie der mittelalterlichen Kirche, die ja die Evolutionstheorie auch lange geleugnet hat und den Menschen als etwas besonderes, jenseits aller anderen Tierarten herausheben wollte.

Die Sturheit der Menschen (bzw. Affen) ist das tragende Stilelement, ihr fundamentalistischer Glaube an eine einzige Wahrheit, die Vermischung von Wissenschaft mit Gesetzgebung und Religion, wie es sie ja früher tatsächlich gegeben hat.

Ganz egal wie vernünftig der Astronaut seine Situation zu erklären versucht, er wird einfach nicht gehört, man will es nicht wahrhaben.

Dadurch wird eine Atmosphäre des Paradoxie und der Angst beschworen, die der Film sehr gut einzufangen weiß und die sich eins zu eins auf den Zuschauer überträgt.

Fazit

Planet der Affen ist ein Zeitzeugnis der damaligen Befindlichkeit und ein sehr guter, gesellschaftskritischer, aber dennoch spannender Film.

Er verdient zurecht den Status „Kultfilm“.

Was mir jetzt noch in der Sammlung fehlt, sind die anderen beiden Teile und vor allem die Romanvorlage, die noch um einiges besser und satirischer als die Filme sein soll.


Anmerkungen:
  1. Anmerkung: Auch wenn es nicht explizit hervorgeht, dieser Ausruf gilt wahrscheinlich seiner eigenen Zivilisation. []


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