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Wie heißt das?

Wie heißt das, wenn man ständig an einen anderen denken muss?
Wie heißt das, wenn man sich vorstellt, wie er aussieht?
Wie heißt das, wenn man sich Gedanken über sein Leben macht?
Wie heißt das, wenn man sich plötzlich für neue Orte interessiert?
Wie heißt das, wenn man auch so sein möchte?
Wie heißt das, wenn man den gleichen Hobbys nachgehen möchte?
Wie heißt das, wenn man an einen gemeinsamen Urlaub denkt?
Wie heißt das, wenn man 1000 Mal am Tag etwas mit ihm in Verbindung bringt?
Wie heißt das, wenn es den anderen schon auffällt?
Wie heißt das, wenn man launisch und zickig wird?
Wie heißt das, wenn man nicht mehr man selbst ist?
Wie heißt das, wenn man sich verändert?
Wie heißt das, wenn man verletzlich wird?
Wie heißt das, wenn man empfindlich daliegt?
Wie heißt das, wenn man nachts den Mond anbetet?

„Freundschaft“.

Die Droge

passend dazu: Argy & Mama – Niche (Orginal Mix)

 

 

 

 

 

Er redete so elegant, so schön.
Hatte ständig gute Einfälle und super Ideen.
Sie war begeistert von ihm, klebte an seinen Lippen.

Mit ihren großen Augen verschlang sie ihn förmlich.
Sie war begeistert von seiner Anwesenheit, seiner göttlichen Aura.

Und er war auch fasziniert von sich selbst,
von seinem Charme und der unglaublichen Überlegenheit.
die er in tausend Worten
zerfledderte und so zurecht bog, das alles sehr toll klang.

Die Droge pulsierte in seinen Adern
und verschaffte ihm ein unglaubliches Gefühl der Euphorie und Verliebtheit.

Es war ein Kick, der seinesgleichen suchte.
Die Stadt strahlte im grellen Licht
die Augen kamen fast nicht mehr hinterher

überall waren schöne Dinge
schöne Farben
schöne Menschen
ein Rausch aus Dingen und Eindrücken.

Er roch so gut
und sie auch

sie beschnupperten und liebten sich

Er hatte ständig das Verlangen sie anzufassen
doch jedes Mal wenn er einen Schritt nach vorne ging
ging sie ein Schritt zurück
unmerklich
trieb sie ihn vor sich her.

das machte ihn verrückt
er hatte ihren Geruch gewittert
und würde nicht mehr locker lassen

bis sie endlich in seinen Armen lag
nackt
vor ihm
frei
und lächelnd

zwischen ihnen
nur das Licht vom Mond
und ein stiller Zeuge
aus Luft.

Diese bezaubende Schönheit
er kaute auf seinen Lippen
„wie würde ich sie nur erreichen?“

jetzt ist so kurz vor mir
und ich darf doch nicht
kann nicht!

Ich armer Tor
Worauf hab ich mich da nur eingelassen?

Und sie lachte mal wieder
reagierte nur und ließ sich treiben
sie brauchte nicht viel machen
ein Schnipp hier, ein Lächeln da

das war alles, was sie machte.

Sie hörte sich alles an, freilich
ihr Gehirn war groß und speicherte alles
fast nebenbei
trennte sie das wichtige vom unwichtigen

und plötzlich blieb sie stehen
ihre Augen wurden noch größer
„Geht es jetzt los?“ fragte sie sich?

und er redete wie ein Buch
ohne Punkt und Komma
ohne Sinn und Verstand
es war alles ausgehebelt
und floss und floss.

Die Droge war in seinen Adern
in seinem Gehirn
in jeder Zelle
alles war rosa

alles war schön.

Aus der Dunkelheit

Passend dazu: Mondscheinsonate

Es ist Nacht und die Sonne ist heute früh untergegangen. Eine große Dunkelheit hat dich umhüllt. Obwohl du voller Angst bist und immer angespannt, läufst durch heute langsamer als sonst durch die mittelalterlichen Gassen. Heute schaust du dich nicht um, sondern nur nach vorne. Vor dem alten Fachwerkbau mit der hübschen Außenfassade bleibst du stehen. Rechts sind die Häuser, du stehst auf der Straße und links geht es den steilen Berg mit der Stadtmauer hinab. Die Tiefe scheint dich zu verschlingen. Ehrfürchtig bleibst du ein Stück vom Geländer entfernt. Die Aussicht in die Rheinebene hat dich in Beschlag genommen. Es ist wie eine Sucht. Du musst noch näher zum Geländer gehen und da runter schauen. In der Ferne glitzern die Lichter. Man sieht die Umrisse von weit entfernten Häusern und Fabriken. Eine Straße am unteren Ende des Berges ist noch stark befahren. Ein Autofahrer überholt einen anderern auf einer engen, kurvigen Straße. Es liegt eine eigenartige Stimmung in der Luft. Du atmest die kalte Luft tief ein… sie riecht fast noch sommerlich, aber ein Klang von Herbst ist auch schon darin.

Der Anblick hat einen Glanz von Weite… du bist in dieser Freiheit, in dieser Weite. Das Bewusstsein dehnt sich über die Landschaft aus, über alle Menschen darin, über die Autos, Tiere und Pflanzen. Du bist ganz in dem Moment. Es ist so schön.

Drinnen sitzen nette Menschen mit guter Laune. Ihr werdet freundlich behandelt und respektiert. Und ihr respektiert auch die anderen. Es gibt Essen und Wein. Interessante Gespräche. Es vergehen vier Stunden voller Seeligkeit.

Als du nach Hause willst spürst du den Alkohol ein bisschen. Es geht durch dich hindurch. Schlaf spielt keine Rolle mehr. Du bist voll wach und voll da. Du bist hier, bei DIR. Und somit auch automatisch bei allen anderen.

Ich mag – Teil 3


Ich mag Deine kritischen Gedanken und dass du es mir nicht einfach machst. Du bist wie eine wertvolle Blume, die gepflückt werden möchte. Aber du hast auch Stacheln, wenn man zu schnell an Dir reißt. Du bist eine fleischfressende Pflanze und hast es auf meine gierigen Finger abgesehen. Erst lockst du mich, dann schockst du mich.
Es geht immer hin und her. Seit Jahren schon. Ein endloses Spiel, das irgendwie nie vorbei ist. Ein Austausch von seelischer Energie, ein lustiges Spiel zwischen zwei „Seelenverwandten“.

Ich mag die geistige Ebene dieser Beziehung. Aber ich hätte auch gerne zwei Kinder von Dir und Babygeschrei. Du solltest mir mal ein Mittagessen kochen. Ich hätte gerne einen vollgekotzten Teppich und Tränen-Bäche auf dem Laken. Ich würde gerne sehen, wie du am Limit bist und vor Erschöpfung kaum noch stehen kannst. Dann fahre ich mit meiner erholten Hand durch deine verwuschelten Haare und frage dich „Schatz, was ist denn, du siehst ja so müde aus?“ Dann würdest du mich anbrüllen und anschreien und völlig verzweifelt sein. Deine Emotionen, die du sonst immer so gut kontrollierst, würden völlig überkochen. Und ich gehe zum Fußballspielen.

Du würdest dich darüber aufregen „dass alle Männer gleich seien“ und sie ihre Gefühle nicht zeigen, während dessen ich in das Geschäft gehen würde und mir einen hübschen Strauß Blumen aussuche. Der natürlich farblich zum Kleid passt.

Dann würde ich den bei Dir vorsichtig vor die Tür legen. Kurz klingeln und schnell wieder wegrennen. Bloß keine Gefühle zeigen… das ist so unangenehm. Dazu schreibe ich Dir noch einen Liebesbrief. Du öffnest den Zettel mit zittrigen Fingern und bist geschockt. Gut dass keiner sehen kann, wie dir das Blut ins Gesicht schießt und du peinlich berührt bist. Während du noch über eine Reaktion nachdenkst . lösen sich deine Gedanken in Brei auf. Du. hast. sie. nicht. mehr. unter. Kontrolle. Und das macht dich völlig verrückt. Du willst mich anrufen, irgendwas sagen. Aber an der Leitung ist nur ein gleichmäßiger Ton. Tuuut. Tuut. Tuuut.

Und ich? Stehe über allen Dingen und grinse dazu. Fühle mich genauso berührt wie du. Und wähle dann deine Nummer.

Drei Gedichte..

für mehr Kraft. Dazu am besten laute Heavy Metal- oder Grunge-Musik hören, z.B. Creed oder Nirvana.
Dazu die Zeilen lesen, sich reinversetzen und neue Kraft genießen! 😉

Energie.
Aus der Mitte heraus direkt in den Solarplexus.
Alles ist geöffnet, alles ist frei, alles fließt.
Du bist die Energie.
Du bist der Schatten.
Du bist die Angst und die Wut und der Zorn.

Du zerteilst Dinge in der Mitte hindurch.
Du sägst Stein
Du schlägst Holz
Du triffst einen Entschluss

Du gehst.
Du sitzt
Du rennst
Du bist.

Die Angst ist weg.
Du gehst auf andere zu.
Du freundest dich an.
Du sprichst laut.

Du machst sauber.
Gründlicher als sonst.
Dazwischen eine Blume.
Sie wird sorgfältig gepflückt und geachtet.

Am Abend steht sie auf dem Tisch
und lächelt dich an.

………………………
zu Creed- Ode

Wut

Die Bierflasche in der Hand
gehst Du durch die Stadt
jeder Schritt ist schwer und trifft den Boden
andere wenden sich von Dir ab

da kommt eine Frau.
der Blick ist schüchtern auf den Boden gewandt
sie hat keinen Mut dich zu grüßen
oder auch nur anzusehen.

Du gehst weiter und hälst die Flasche fest.
Sie hält dich,
zusammen seid ihr ein Team.

Da kommt jemand von vorne, der ist gegen dich
er ist wütend und laut und schreit herum
er sagt, dass du scheiße bist
und es nicht kannst.

er wird wütend und schmeißt Dir Dinge in den Weg
es prallt alles an dir ab
du wirst gar nicht davon bewegt
du stehst einfach da und schaust zu.

du findest es erbärmlich
er tut dir leid
du denkst noch, ob du die Flasche nehmen sollst
dein Griff wird fester
du hast den Drang, das Ding zu werfen
oder damit zu schlagen

alles vibriert
du zitterst vor Wut.

Was hält dich davon ab, es nicht zu tun?

……………………………
Geschwindigkeit (Nirvana- Smells like teen spirit)

Der Panzer wird gestartet
er grummelt
die Zylinder werden mit Brennstoff gefüllt
es fängt langsam an

dann kommt die Maschine auf Touren
ein leichtes Pfeifen von beiden Turboladern
zeigt die Bereitschaft zum Sex.

Du tippst auf das Gas
es gibt einen Ruck nach vorne
„Vorsicht, der hat Kraft“
sagt der Autoverkäufer

du fährst auf die Landstraße
und gibst mehr Gas
es drückt dich in den Sitz
Energie und Verbundenheit

dann kommt die Autobahn
auf der Auffahrt gleich Vollgas
es beschleunigt dich auf den linken Streifen

alles ist eine Bewegung
die Tacho-Nadel steigt und steigt
es gibt kein Ende und kein Limit

bei 230 lehnst du dich zurück
es ist wie fliegen
alle anderen werden klein und schwach
du bist der schnellste.
und der beste
und der größte.

Abgrund

Odessa Explorer

Der Wasserfall hat Dich hinweg gefegt. Die Welle hat Dich hoch und runter getragen. Du dachtest schon, dass die Flut niemals endet und bist immer weiter nach unten gefallen. Mit jedem weiteren Fallen hast Du Dich daran erfreut und überlegt, wie Du den Fall noch weiter beschleunigen kannst. Es gab keine Haltestangen mehr. Manchmal denkst du, dass es falsch ist und du willst Dich dann an den glatten Wänden des Brunnenschachts festhalten, der Dich in die Tiefe zieht, aber Deine Finger rutschen nur ab an der rutschigen Wand. Du fängst an zu zittern, weil du merkst, dass das ganze real ist und es kein Halten mehr gibt. Die Veränderungen gehen in rasender Geschwindigkeit. Und mit jeder Beschleunigung wirst du süchtiger danach. Wie ein Junkie, der seine perfekte Droge gefunden hat. Die Nacht ist Dein Vertrauter geworden, hier fühlst du dich deutlich wohler. Je kühler desto besser. Tauchst Du hin und wieder im Tageslicht auf, bist Du erschrocken über deine Veränderungen. Schlaflosigkeit haben Augenringe entstehen lassen. Deine Haut ist glatt und sehr empfindlich. Du findest Dich attraktiv, aber auch ein bisschen lasterhaft. In Deinem neuen Leben bist Du komplett unausgeglichen. Eben noch ganz zart und anschmiegsam, dann auf einmal wieder reizbar und launisch. Du hast auf nichts Lust, hast an allem Langeweile und Desinteresse. Computer guckst Du nur an, wenn sie hübsche Farben haben. Du sitzt neben dem Nerd und schaust ihm bei der Arbeit zu, aber du verstehst nix davon. Du fragst dich nur, wann er dich endlich mal wieder küsst oder streichelt oder auf dich aufmerksam wird. Alles ist Sexualität, alles wird überlagert.

Wo eben noch der spielerische Austausch mit anderen Menschen stand, hat jetzt alles einen Sinn und eine Richtung. Nichts ist mehr neutral. Der geschlechtslose Klotz, der du eben noch gewesen bist, hat nun eine Polarisierung auf der weiblich steht. Alle Gedanken, alle Handlungen werden diesem Pol nachgeordnet. Du kannst das nicht beurteilen, nicht steuern oder aufhalten. Es passiert einfach. Und du bist frustriert dass es so ist, dass es sich „so richtig“ anfühlt und du süchtig danach bist.

Du suchst verzweifelt den Ausschalter, den Knopf mit dem alles angehalten wird. Du drückst einen bunten roten Knopf, aber er zerbricht unter Deinen Fingern. Du drückst einen weiteren Knopf und er verwandelt sich in eine schleimige, grüne Masse, die jetzt an deinen Fingern klebt. Du drückst einen anderen Knopf und er verschwindet in der Wand. Zurück bleibt ein großes Loch, eine tiefe Verzweiflung, eine Einsamkeit, die zu deinem neuen Zustand wird.

Du fängst an zu weinen, weil es keine Erlösung gibt. Weil sich jemand ausgedacht hat, dass es besser ist, wenn du eine Frau bist. Du weißt nicht, wer sich das ausgedacht hat und warum. Es ist eben so. So wie eine Blume eine Blume ist, eine Biene wie eine Biene umhersurrt und ein Baum wie ein hübscher kräftiger Baum mit starken Ästen aussieht. Warum solltest du ständig hinterfragen, wer du bist und warum du so bist? Die Gedanken darüber machen Dich nur verrückter und unglücklicher.

Du musst lernen, dich fest zu halten und die Schilder mit „Vorsicht“ nicht zu ignorieren. Du musst lernen dich zu achten und die richtigen Ausfahrten zu nehmen, bevor es zu spät ist. Du musst dich an den Leuten festhalten, Dir dir helfen wollen und die Veränderungen erträglicher machen. Du musst Deinen Kopf benutzen und Dinge hinterfragen. Du musst Deine Lunge benutzen und atmen. Du musst Deine Muskeln benutzen und arbeiten.. Wenn du im Dunkeln bist, musst du mal wieder ins Licht gehen. Wenn du faul bist, musst du Dich überwinden. Wenn dir kalt ist, musst du Wärme suchen.

Wenn das eine Extrem zu stark ist, dann such das gegen überliegende. Und irgendwo in der Mitte, da liegt dein Glück.

Geblitzdingst

Zuerst war da die große Wärme. Die Sonne hat mich aufgeheizt. Ich hab mich nicht wohl gefühlt. Ständig diese Überlegungen, diese Zweifel, diese Ängste, die die Wolken umherwirbelten und den Wasserdampf im Kopf verdichteten. Die Sonne hat mich immer weiter aufgeheizt. Je mehr ich meine Moleküle im Kopf gedreht habe, desto mehr Spannungen sind entstanden. Dann endlich, die Luft war voller Energie, die Atmosphäre prall gefüllt. Die Menschen waren aufgeladen, voller Ideen und Gedanken, voller Liebe und Vertrauen, wie der erste Sonnenstrahl am Morgen. Wir führten die Wolken zusammen, reibten uns ein wenig aneinander, lachten uns an, betrachteten zusammen den Himmel und die Wunder der Natur. Irgendwann ist dann ein Funke übergesprungen. Zuerst ein kleiner, schwacher, der nur ein bisschen aufgeleuchtet hat. Dann kam eine dicke Wolke, die Reibung hatte stark zugenommen. Weitere kleine Wolken zogen vorbei. Weitere Funken haben geleuchtet und geknistert. Du hast schon gedacht, dass du es jetzt geschafft und endlich hinter Dich gebracht hättest. Doch bei der letzten Wolke, der schönsten und wohl geformtesten unter allen, war Dein Widerstand bereits im Eimer. Eigentlich wolltest du diese Wolke mit all den negativen Erfahrungen weiträumig umfliegen. Du drehst Dich noch um die eigene Achse, willst irgendwas intelligentes sagen und während im Kopf das Karrussell auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt und Du nur noch ein Ansammlung aus Worten, Angst und Neugierde bist, wirst du von der hellsten Wolke getroffen und ein Blitz jagt direkt in dich hinein. Du guckst an Deinem Bauch herab und überlegst, wo er wohl eingeschlagen hat. Du greifst dir mit der Hand an die Stirn und sie glüht. Du fühlst dich in dein Herz und es schlägt laut und pochend. Der Blitz zieht dich und somit das ganze Gewitter heran. Die anderen bekommen das mit und stehen im Wind, der aufheult und um die Straßen zieht. Es ist eine Kaskade, die immer stärker wird. Jetzt ist es nicht aufzuhalten. Die Wassermassen bäumen sich auf, es brummelt und brodelt und ein Riesen-Gewitter zieht über dich hinweg und entlädt endlich die Spannungen.

Es dauert vielleicht eine halbe Stunde, danach ist nichts mehr wie es war. Das Internet und Telefon sind tot. Du machst den Mund auf, aber da kommt nichts mehr heraus. Die Leuchte für die Achtsamkeit ist nur noch am Blinken und sagt, das hier was nicht stimmt. Du willst etwas klares denken oder Deine Arbeit machen, aber es hat sich alles aufgelöst.
Wo eben noch die tiefe Verbundenheit zu anderen stand, ist jetzt eine große Leere und Distanz. Der Blitz hat ein Loch im Bauch hinterlassen und du weißt nicht, wie du es füllen sollst.
Das alte Leben vor dem Gewitter ist komplett verändert. Wo vorher noch klare Strukturen herrschten und alles herrlich aufgeräumt und ordentlich war, liegen jetzt Lehmkrümel und Zweige auf der Straße. In den Abwässern gluckert das Wasser, in deinem Herzen fließt ein Strom. Dein Kopf war Mittelpunkt des Gewitters. Sämtliche Gehirnzellen die für Ordnung und Struktur stehen, wurden verbrannt.
Deine Hände handeln nur noch aus dem Instinkt heraus. Du kannst sie nicht mehr bewusst steuern. Dein Mund redet Worte, die er nicht kennt, und deine Beine führen dich in eine Welt, die völlig neu ist.

Der Blitz hat eingeschlagen, die Erde wird nass.

Der Rhythmus

zu „Front of the world“ von Fritz Kalkbrenner

Nichts ist ewig, alles ist vergänglich.
Schritt für Schritt, Zelle für Zelle.
Jeden Tag ein bisschen älter.

Sich fortbewegen im Zeitstrahl der Unendlichkeit.
Ganz langsam, kaum sichtbar
aber am Ende doch deutlich

Junge Haut, die Falten bekommt und schließlich grau
Ideen, Lust auf was Neues und schließlich Resignation

Jung und unerfahren, ganz am Anfang
später dann gesättigt

Ausgeglichen, zufrieden, angekommen.
Die Gewissheit, dass jetzt eigentlich nichts mehr kommt.
Das Ende, steht vor der Tür.
Voller Gewissheit, voller Einsicht
den Tod beinahe sehnend.

bietet doch das Leben nichts mehr.

Alles gesagt, alles gemacht.
Die Akte ist abgeschlossen.

Alles gesehen, überall gewesen, alle kennengelernt.
die menschlichen Tugenden, wie die Schwächen gleichermaßen

Große Reden, kleine Gedanken
in jedem Winkel gewesen
alles ausgekundschaftet, überall gesucht
und doch fast nichts gefunden.

das große Nichts, die große Leerheit
und tausend offene, nie gelöste Fragen.

Gleichmut, vermischt mit ein bisschen Traurigkeit.

Ein bunter Tag

Passender Song: Tu Quieres Volver

 Buntes Herbstbild

Mein heutiger Tag war ein wilder Eindruck an Bildern, Worten und Musik.
Es brodelt.. gute und schlechte Einzeller des Lebens mischen sich mit komplexen Mehr-Gebildnern.

In der Küche des Lebens entsteht ein süßlicher-scharfer Duft nach Reise, Freiheit und Aufbruch.
Mit einem Schlag spült der Wasserfall durch meine Kehle…
die ganze Trauer, die Enge und den Egoismus fort.

Es gluckert und sprudelt
es dreht und windet sich
es verkrampft und weitet sich.

Es entstehen bunte Bilder
aus fallendem Herbstlaub
und verfaulenden Zweigen
Die Erde ist ein Flickenteppich
an Farben und Buntheit.

Die drohende Krise
der Winter
die Armut und Einöde
stehen auch schon vor der Tür.

Die Erde wird voll
und verstopft mir das Internet
‚Seite nicht gefunden‘
quält mich von früh bis spät

immer wenn die Gedanken fließen und sich entfalten wollen
steht jemand auf der Leitung und grinst
unter seiner rosa Kappe
kommt mir der deutsche Narr zuvor.

Egal-
die positiven Kräfte und das innere Licht
werden aber derzeit mit technischen Hilfsmitteln aller Art
zur Not auch mit echter Sonne verstärkt.

Die eine oder andere Zutat
trägt zum Gelingen und Wohlgefühl bei
die Menschen sind schon etwas gestreßt
aufgeregt
bilden lange Staus auf der Autobahn
stehen sich manchmal im Weg.

Die Menschen fahren wild und schnell
berühren sich und erzeugen Energie
manchmal auch zuviel, so dass einer stirbt.

„Er war ein Rad im Getriebe, gab sein Leben für die Firma und den Profit
und nun wird ihn seine Familie schmerzlich vermissen.“

Deutschland unterdessen lebt und wird mit fremden Kulturen bereichert
Deutschland ist bunt und lebt!
Und schon packt wieder jemand die braune Farbe aus
und zerstört das ganze Kunstwerk mit einem Pinselstrich.

das ist so einfach
lasst doch lieber die Farben!
die kleinen Kleckser,
die Überraschungen,
und die Vielfalt.

lasst die Wälder stehen,
pflanzt ein paar bunte Blumen dazu,
dann wird es schön.

Spielbrett

Manchmal fällt der Würfel auf die eine Seite, manchmal auf die andere.
Manchmal hat man Pech, dann fällt er immer auf die „Eins“.
Oder auf die „Zwei“.
Wenn denn das Unglück bedeutet.
Manchmal können auch der Überfluss, also die großen Zahlen, Pech bedeuten.
Es hängt immer von der Perspektive ab.
Direkt mit dem Auge auf der Tischplatte, von der Seite gesehen?
Oder 200 Meter weg, mit dem Fernglas?
Da erscheint alles klein.

Der Würfel ist unbestechlich.
Er wird geworfen. Manchmal nur geschoben. Manchmal nur gestrichen.
Manchmal einfach los gelassen.

Wie du auch willst. Du bist beim Spiel dabei. Gewürfelt werden muss immer.
Solange du noch würfeln kannst, lebst du noch.

Andere werfen auch ihre Würfel. Drehen sich im Kreis. Spielen immer das gleiche Spiel.
Das ihnen niemals langweilig wird. Das nur durch neue Spielfiguren aus dem gleichen Spielkasten neu aufgefüllt wird.
Man könnte ja auch mal das Spiel wechseln.

Aber das wäre zu anstrengend. Das kostet Kraft.
Keiner kennt die Regeln. Unbekanntes Terrain.
Lass uns lieber das spielen, was wir schon kennen.